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Fachinformation zu Topiramat DESITIN®:Desitin Pharma GmbH
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Reg.InhaberStand d. Info.Foto

Zusammensetzung

Filmtabletten
Wirkstoff:Topiramat.
Hilfsstoffe:Excipiens pro compresso obducto.
 

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 25 mg, 50 mg, 100 mg, 200 mg (viertelbar) Topiramat.
 

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Epilepsie
Topiramat DESITIN ist indiziert
als Monotherapie bei Patienten ab 7 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie. Für schwer zu kontrollierende Epilepsien sind nicht genügend Daten vorhanden;
zur Umstellung von Epilepsiepatienten ab 7 Jahren auf Topiramat-Monotherapie, wenn eine Indikation wie schlechte Toleranz oder Therapieversagen mit anderen Antiepileptika besteht;
als Zusatztherapie für Erwachsene und Kinder (ab 2 Jahren) mit partiellen Anfallsformen und generalisierten tonisch-klonischen Anfällen;
als Zusatztherapie für die Behandlung von Anfällen, die mit dem Lennox-Gastaut Syndrom assoziiert sind, bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren.
 
Migräne
Topiramat DESITIN ist angezeigt zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen und Jugendlichen über 16 Jahren. Der Nutzen von Topiramat bei der Behandlung akuter Migräneanfälle wurde bislang noch nicht untersucht.
 

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Bemerkungen
Für eine optimale Kontrolle der Anfälle wird für Erwachsene und Kinder ab 2 Jahren empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese dann auf eine wirksame Dosis zu titrieren.
Topiramat DESITIN ist in Form von Filmtabletten verfügbar.
Die Filmtabletten zu 25 mg, 50 mg und 100 mg sollen nicht auseinander gebrochen werden.
Die Filmtabletten zu 200 mg können in gleiche Hälften oder gleiche Viertel geteilt werden. Die Plasmakonzentrationen von Topiramat müssen nicht überwacht werden, um die Behandlung mit Topiramat DESITIN zu optimieren. Topiramat DESITIN kann ohne Rücksicht auf Mahlzeiten eingenommen werden.
 
1. Epilepsie – Zusatztherapie
Erwachsene
Als Adjuvans zu anderen Antiepileptika beträgt die minimale wirksame Topiramat-Dosis 200 mg/Tag. Die übliche Tagesdosis liegt zwischen 200 mg und 400 mg, verteilt auf zwei Gaben. Die Maximaldosis von 800 mg/Tag darf nicht überschritten werden. Es wird empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese dann auf eine wirksame Dosis zu titrieren.
Die Therapie sollte mit 25–50 mg abends während einer Woche beginnen. In der Folge sollte die Dosis in wöchentlichen Intervallen jeweils um 25–50 mg (bis 100 mg) gesteigert und in zwei Gaben aufgeteilt werden. Die Titration sollte sich nach den klinischen Ergebnissen richten. Bei manchen Patienten kann eine Gabe pro Tag ausreichen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Diese Dosierungsempfehlungen gelten für alle Erwachseneneinschliesslich älterer Patienten,sofern sie nicht an einerNierenerkrankungleiden (vgl. «SpeziellePatientengruppen»).
 
Kinder ab 2 Jahren
Für diese Altersgruppe stehen bei verschiedenen anderen Topiramat-Präparaten Kapseln à 15 mg zur Verfügung. Diese können geöffnet und deren Inhalt kann vorsichtig auf eine kleine Menge (Inhalt eines Teelöffels) Nahrung von weicher Konsistenz gestreut und unzerkaut hinuntergeschluckt werden. Eine einmal bereitete Menge darf nicht für eine spätere Einnahme aufbewahrt werden.
Als Adjuvans zu anderen Antiepileptika beträgt die übliche Tagesdosis 5–9 mg/kg/Tag, verteilt auf zwei Gaben. Es wird empfohlen, die Behandlung mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese dann auf eine wirksame Dosis zu titrieren.
Die Titration sollte mit der abendlichen Einnahme von 25 mg (oder weniger, ausgehend von 1–3 mg/kg/Tag) während einer Woche beginnen. In der Folge sollte die Dosis in 1–2-wöchentlichen Intervallen jeweils um 1–3 mg/kg/Tag (verteilt auf zwei Gaben) gesteigert werden, bis die gewünschte Wirkung erzielt wird. Die Titration sollte sich nach den klinischen Ergebnissen richten.
Tagesdosen bis zu 30 mg/kg/Tag wurden von Kindern im klinischen Versuch gut vertragen.
 
2. Epilepsie – Monotherapie
Allgemein
Wenn gleichzeitig angewendete Antiepileptika abgesetzt werden, um auf eine Monotherapie mit Topiramat DESITIN umzustellen, sollten mögliche Auswirkungen auf die Anfallskontrolle beachtet werden. Sofern ein sofortiges Absetzen der bis dahin gegebenen Antiepileptika nicht aus Sicherheitsgründen angezeigt ist, ist eine graduelle Dosisreduktion um ca. 1/3 der Dosis alle 2 Wochen zu empfehlen.
Wenn enzyminduzierende Präparate weggelassen werden, steigen die Topiramat-Blutspiegel an. Eine Dosisreduktion von Topiramat DESITIN kann, soweit klinisch indiziert, nötig sein.
 
Erwachsene
Die Titration sollte mit 25 mg abends für die Dauer einer Woche beginnen. In der Folge sollte die Dosis in 1 oder 2 wöchigen Intervallen jeweils um 25 bis 50 mg/Tag, auf 2 Gaben verteilt, gesteigert werden. Sollte der Patient die Dosissteigerung während der Titrationsphase nicht vertragen, kann eine Dosiserhöhung in kleineren Schritten oder mit längeren Intervallen gewählt werden. Dosis und Titrationsrate sollten sich am klinischen Effekt orientieren.
Für eine Monotherapie bei Erwachsenen ist die angestrebte empfohlene Dosierung 100 mg/Tag. Die empfohlene maximale Tagesdosis beträgt 500 mg. Einige Patienten mit refraktären Epilepsieformen haben Dosierungen von 1000 mg/Tag in Form einer Topiramat-Monotherapie vertragen.
Diese Dosierungsempfehlungen gelten für alle Erwachsenen einschliesslichältererPatienten, sofern sie nicht an einerNierenerkrankungleiden(vgl. «Spezielle Patientengruppen»).
 
Kinder
Die Behandlung von Kindern im Alter von 7 Jahren und mehr sollte mit 0,5 bis 1 mg/kg abends in der ersten Woche beginnen. Die Dosis sollte dann in 1oder 2wöchigen Intervallen um 0,5 bis 1 mg/kg/Tag (aufgeteilt auf 2 Einzelgaben) angehoben werden. Sollte das Kind die Dosissteigerung während der Titrationsphase nicht vertragen, kann eine Dosiserhöhung in kleineren Schritten oder mit längeren Intervallen gewählt werden. Dosis und Titrationsrate sollten sich nach dem klinischen Effekt richten.
Abhängig vom klinischen Ansprechen liegt die empfohlene initiale Zieldosis für dieTopiramat-Monotherapie bei Kindern ≥7 Jahrenim Bereich von 100mg/Tag. Die empfohlene maximale Tagesdosis beträgt 400 mg.
Kinder, bei denen innerhalb der letzten 3 Jahre partielle Anfallsformen festgestellt wurden, haben Dosen bis zu 500 mg/Tag erhalten.
 
3. Migräne
Die Dosierung wird einschleichend titriert, beginnend mit 25 mg abends während der ersten Woche. Anschliessend wird die Dosierung stufenweise um jeweils 25 mg erhöht; jede Dosierungsstufe wird eine Woche lang beibehalten. Falls der Patient dieses Einschleichregime nicht verträgt, können die Intervalle zwischen den einzelnen Dosiserhöhungen auch verlängert werden. Die empfohlene Tagesdosis Topiramat zur Migräneprophylaxe beträgt 100 mg, aufgeteilt in zwei Einzelverabreichungen. Unter Umständen kann bereits eine Tagesdosis von 50 mg für ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis ausreichend sein. Die höchste bislang verabreichte Tagesdosis lag bei 200 mg. Dosis und Geschwindigkeit der Dosissteigerung richten sich jeweils nach dem klinischen Ergebnis.
 
SpeziellePatientengruppen
Niereninsuffizienz
Unverändertes Topiramat und seine Metaboliten werden in erster Linie über die Nieren ausgeschieden. Die renale Elimination hängt von der Nierenfunktion ab, ist aber unabhängig vom Alter.
Bei Patienten mitmässigeroder schwerer Niereninsuffizienzwird die Hälfte der üblichen Anfangsdosis undderüblichen Erhaltungsdosis empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»).
Wie bei allen Patienten sollte sich der Titrationsplan auch bei diesen Patienten nach den klinischen Ergebnissen (d.h. Anfallsfrequenz, Vermeiden von unerwünschten Wirkungen) richten, wobei berücksichtigt werden muss, dass Patienten mit bekannter Niereninsuffizienz bei jeder Dosis länger brauchen, um den Steady-State zu erreichen.
Es ist sehr wichtig, während der Therapie mit Topiramat DESITIN, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Hydrierung kann das Risiko für Nephrolithiasis reduzieren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
 
Bei Hämodialyse
Da Topiramat bei der Hämodialyse aus dem Blut eliminiert wird, sollte diesen Patienten am Tag der Hämodialyse eine zusätzliche Dosis Topiramat in der Grössenordnung von ungefähr einer halben Tagesdosis verabreicht werden, und zwar in zwei Gaben jeweils bei Beginn und nach Ende der Hämodialyse. Die Zusatzdosis kann je nach Eigenschaften der verwendeten Dialysegeräte variieren(siehe «Pharmakokinetik»).
 
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen istTopiramatmit Vorsicht anzuwenden, da in diesen Fällen die Plasmaclearance vermindert sein kann (siehe «Pharmakokinetik»).
 
Ältere Patienten
Es ist keine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich, vorausgesetzt, dass die Nierenfunktion intakt ist (siehe «Pharmakokinetik»).
 

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff.
Schwangerschaft (siehe«Schwangerschaft/Stillzeit»).
Bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine sichere Verhütungsmethode anwenden (siehe«WarnhinweiseundVorsichtsmassnahmen»und«Schwangerschaft/Stillzeit»).
 

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Antiepileptika, einschliesslich Topiramat DESITIN, sollten stufenweise abgesetzt werden, um das Risiko für das Auftreten von Anfällen und den Anstieg der Anfallsfrequenz zu vermeiden. In klinischen Studien wurde die tägliche Dosis bei Erwachsenen mit Epilepsie in wöchentlichen Intervallen jeweils um 50–100 mg/Tag reduziert. Die Reduktion betrug 25–50 mg bei Erwachsenen, welche Topiramat in Dosen bis zu 100 mg/Tag zur Migräneprophylaxe erhielten. In klinischen Studien mit Kindern wurde Topiramat schrittweise über einen Zeitraum von 2–8 Wochen abgesetzt. Ist aus medizinischen Gründen ein schnelles Absetzen von Topiramat DESITIN notwendig, wird eine angemessene Überwachung empfohlen.
 
Nephrolithiasis
Bei manchen Patienten, vor allem bei solchen mit einer Prädisposition zu Nephrolithiasis, besteht ein erhöhtes Risiko der Entstehung von Nierensteinen und des Auftretens damit verbundener Symptome wie Nierenkolik, Nierenund Lendenschmerzen. Eine adäquate Hydrierung wird empfohlen, um diese Gefahr einzuschränken.
Risikofaktoren für Nephrolithiasis sind eine vorangegangene Nierensteinbildung, bekannte Fälle von Nierensteinen in der Familie und Hyperkalzurie. Keiner dieser Risikofaktoren erlaubt aber eine zuverlässige Prognose darüber, ob während der Behandlung mit Topiramat auch tatsächlich Nierensteine entstehen. Bei Patienten, die noch andere mit Nephrolithiasis in Zusammenhang zu bringende Arzneimittel einnehmen, kann das Risiko noch grösser sein.
 
Akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom
Bei Patienten, die mit Topiramat behandelt wurden, beobachtete man das Syndrom einer akuten Myopie verbunden mit einem sekundären Winkelblockglaukom. Es zeigten sich Symptome wie plötzliche Verschlechterung der Sehschärfe und/oder Augenschmerzen. Ophthalmologische Befunde können Myopie, Abflachung der Vorderkammer, Hyperämie am Auge (Rötung) und erhöhten intraokulären Druck zeigen. Mydriasis kann dabei vorkommen, muss aber nicht. Das Syndrom kann assoziiert sein mit einer Schwellung des Ziliarkörpers, wodurch Linse und Iris nach vorne verschoben werden und ein sekundäres Winkelblockglaukom resultiert. Diese Symptome entwickeln sich typischerweise innerhalb eines Monates nach Beginn derTopiramat-Therapie. Im Gegensatz zum primären Engwinkelglaukom, das selten im Alter unter 40 Jahren auftritt, wurde das mit Topiramat assoziierte sekundäre Winkelblockglaukom bei Kindern und Erwachsenen beobachtet. In den meisten Fällen ist ein reversibler Verlauf dokumentiert. Die Behandlung beinhaltet das Absetzen von Topiramat DESITIN, so schnell wie es gemäss der Beurteilung des Arztes möglich ist, und angemessene Massnahmen, um den intraokulären Druck zu verringern. Durch diese Massnahmen lässt sich der intraokuläre Druck im Allgemeinen vermindern.
 
Metabolische Azidose
Unter der Behandlung mit Topiramat wurde eine hyperchlorämische metabolische Azidose mit normaler Anionenlücke (d.h. Absinken des Serum-Bicarbonatspiegels auf Werte unterhalb des Normbereichs ohne Vorliegen einer respiratorischen Alkalose) beobachtet. Dieser Abfall des Serum-Bicarbonatspiegels wird durch die hemmende Wirkung von Topiramat auf die renale Carboanhydrase hervorgerufen. Im Allgemeinen tritt der Abfall des Bicarbonatspiegels zu Beginn einer Topiramat DESITIN-Therapie ein; ein Auftreten ist jedoch zu jedem Behandlungszeitpunkt möglich. Der Abfall des Bicarbonatspiegels ist in der Regel gering bis moderat mit einem durchschnittlichenAbsinkender Werte um 4 mmol/l bei Tagesdosen von 100 mg oder darüber bei Erwachsenen bzw. ca. 6 mg/kg bei Kindern. Ein Abfallen der Werte unter 10 mmol/l wurde selten beobachtet. Beschwerden oder Therapien, die die Ausbildung einer Azidose begünstigen (z.B. Nierenerkrankungen, schwere Erkrankungen des respiratorischen Systems, Status epilepticus, Diarrhö, chirurgische Eingriffe, ketogene Diät oder bestimmte Arzneimittel) können dieBicarbonat-senkendeWirkung von Topiramat verstärken.
Symptome einer akuten oder chronischen, metabolischen Azidose können Hyperventilation, unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Anorexie, oder solche mit ernsteren Folgen wie Herzrhythmusstörungen oder Stupor umfassen. Chronische, unbehandelte metabolische Azidose kann das Risiko für Nephrolithiasis oder Nephrokalzinose erhöhen und kann zu Osteomalazie oder Osteoporose mit einem erhöhten Risiko von Frakturen führen.
Chronische metabolische Azidose bei pädiatrischen Patienten kann das Wachstum verringern. Die Auswirkungen von Topiramat auf Wachstum und Knochen sind bei Kindern und Erwachsenen nicht systematisch untersucht worden.
Die gleichzeitige Anwendung von Topiramat DESITIN mit anderen Carboanhydrase-Hemmern wie Acetazolamid und Sultiam kann das Risiko einer Nierenstein-Bildung erhöhen und sollte daher vermieden werden.
Je nach vorbestehenden Beschwerden ist bei einer Therapie mit Topiramat eine angemessene Untersuchung, einschliesslich der Messung der Serum-Bicarbonatspiegel, empfohlen. Wenn sich eine metabolische Azidose entwickelt und fortbesteht, sollte eine Verringerung der Dosis oder die Beendigung der Behandlung mit Topiramat in Betracht gezogen werden (Dosis ausschleichen).
Falls die Topiramatbehandlung trotz des Vorliegens einer persistierenden Azidose weitergeführt werden soll, ist eine alkalisierende Therapie in Betracht zu ziehen.
Oligohidrosis(eingeschränkte Schweissbildung) und Hyperthermie
In seltenen Fällen (0,25% in klinischen Studien sowie einer Spontanreport-Rate von 35 pro 1 Million behandelter Patienten) wurdeOligohidrosisund Hyperthermie beobachtet. Die meisten Fälle betrafen Kinder, kombiniert mit erhöhter Umgebungstemperatur und körperlicher Aktivität. Eine gute Hydrierung vor und während Aktivitäten wie z.B. Sport oder Aufenthalt in hohen Temperaturen kann das RisikohitzebezogenerNebenwirkungen reduzieren(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Vorsicht ist geboten, wenn Topiramat mit Arzneimitteln kombiniert wird, welche die Regulation der Körpertemperatur über die Schweissbildung beeinflussen können, wie z.B. Carboanhydrase-Hemmer oder Anticholinergika.
 
Kalorische Ergänzung
Während der Therapie sollten Patienten auf Gewichtsverlust kontrolliert werden, undbei Patienten mit Gewichtsverlust diätetische Massnahmen oder gesteigerte Nahrungsaufnahme in Betracht gezogen werden.
Stimmungsstörungen/Depression
In Placebo-kontrollierten Studien war die Inzidenz an Stimmungsstörungen und Depressionen unter Topiramat mit 11% (793/7161) höher als unter Placebo mit 6% (170/2661). Daher ist Vorsicht besonders bei Anwendung von Topiramat DESITIN bei Patienten mit vorbestehender depressiver Verstimmung geboten.
 
Suizid/Suizidgedanken
Antiepileptika einschliesslichTopiramaterhöhen bei Patienten, die diese ArzneimittelinverschiedenenIndikationeneinnehmen, das Risiko für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten. Eine Metaanalyse randomisierter Placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten (0,43%unterAntiepileptika versus0,24%unterPlacebo). Der Mechanismus für die Auslösung dieser unerwünschten Wirkung ist nicht bekannt.
In doppelblinden klinischen Studien traten bei mitTopiramatbehandelten Patienten suizidbezogene Ereignisse (Suizidgedanken, Suizidversuche und Suizid) mit einer Häufigkeit von 0,5% (46 von 8’652 behandelten Patienten) im Vergleich zu 0,2% bei mit Placebo behandelten Patienten (8 von 4’045 behandelten Patienten) auf.Ein vollzogener SuizideinesPatienten unter Topiramatwurde in einer doppelblinden Studie zu bipolaren Störungen gemeldet.
Patienten sollten deshalb auf Anzeichen für Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Auftreten oder Verschlechterung einer Depression sowie ungewöhnliche Stimmungsschwankungen überwacht werden, und eine entsprechende Behandlung sollte erwogen werden. Patienten (und deren Betreuungspersonen) sollten angewiesen werden, bei Auftreten von Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen.
 
Bei Frauen im gebärfähigen Alter
Topiramat ist bei Frauen kontraindiziert, die keine sichere Verhütungsmethode anwenden. Vor dem Beginn einer Behandlung mit Topiramat müssen Frauen darüber informiert werden, dass ein erhöhtes Risiko für kongenitale Fehlbildungen(z.B. kraniofaziale Defekte, Hypospadie, Anomalien, die verschiedene Körpersysteme einschliessen)und insbesondere für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten besteht, wenn während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt.
Der Arzt muss vor der Verschreibung von Topiramat eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse vornehmen, mögliche Alternativbehandlungen in Erwägung ziehen und mit der Patientin besprechen.
Während einer Behandlung mit Topiramat muss eine zuverlässige Kontrazeption angewendet werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Wirksamkeit von kombinierten, östrogenhaltigen Kontrazeptiva aufgrund pharmakokinetischer Interaktionen mit Topiramat vermindert sein kann (Induktion von CYP3A4).
Falls eine Frau während der Therapie mit Topiramat schwanger werden möchte, muss sie dies sofort ihrem Arzt mitteilen, um Behandlungsalternativen zu erheben und die Umstellung zu veranlassen. Die Behandlung soll nur in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.
Für weitere Details siehe «Schwangerschaft/Stillzeit».
 

Interaktionen

Wirkungen von Topiramat DESITIN auf andere Antiepileptika
Wird Topiramat zusätzlich zu den Antiepileptika Carbamazepin, Valproinsäure, Phenobarbital, Primidon verabreicht, hat dies keine Auswirkung auf deren Steady-State-Plasmakonzentrationen: Bei einigen Patienten, die mit Phenytoin behandelt werden, kann die zusätzliche Gabe von Topiramat allerdings zu einer Erhöhung (um 25%) des Phenytoin-Plasmaspiegels führen, bei anderen blieben die Phenytoin-Plasmaspiegel jedoch unverändert. Dies ist wahrscheinlich auf die Hemmung des polymorphen Cytochroms P 450 CYP2C meph zurückzuführen. Demzufolge ist der Phenytoin-Spiegel von Patientenunter Phenytoin,bei denen klinische Zeichen oder Symptome von Toxizität auftreten, zu überwachen.
Es wurde eine pharmakokinetische Interaktionsstudie mit Topiramat und Lamotriginbei Patientenmit Epilepsie durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die zusätzliche Topiramatgabe von 100 bis 400 mg/Tag während einer Therapie mit Lamotrigin (Duchschnittsdosis 327 mg/Tag) eine leichte Abnahme der Exposition von Lamotrigin zur Folge hat.
Die stärkste Reduktion der systemischen Exposition von ca. 10% wurde bei einer Dosis von 400 mg/Tag beobachtet. Zusätzlich waren während der Behandlung mit Lamotrigin die Steady-state Plasmakonzentrationen von Topiramat um 15% tiefer. Die klinische Bedeutung dieser Änderungen ist nicht bekannt.
 
Auswirkungenanderer Antiepileptika auf Topiramat DESITIN
Phenytoin und Carbamazepin senken die Plasmakonzentration von Topiramat. Werden Phenytoin oder Carbamazepin während einer Behandlung mit Topiramat hinzugefügt oder abgesetzt, muss unter Umständen die Topiramat-Dosis entsprechend angepasst werden. Dabei sollte sich die Titration nach den klinischen Wirkungen richten.
Wird Valproinsäure während einer Behandlung mit Topiramat hinzugefügt oder abgesetzt, hat dies keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Plasmakonzentrationen von Topiramat zur Folge; eine Anpassung der Topiramat-Dosis erübrigt sich deshalb.
Die Ergebnissedieser Interaktionensindin der folgenden Tabelle1zusammengefasst:
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit Antiepileptika


Gleichzeitig

verabreichtes

Antiepileptikum

Konzentration
des Anti-
epileptikums


Konzentration
von

Topiramat

P
henytoin


oder 25%

Anstieg
¹

48% Abnahme

Carbamazepin (CBZ)


40% Abnahme

Carbamazepin-Epoxid²


NU

Valproinsäure

11% Abnahme

14% Abnahme

Phenobarbital


NU

Primidon


NU

Lamotrigin


bei Topira-
mat-Dosen bis

zu 400 mg/Tag

15% Abnahme

¹ = Bei einigen Patienten nahm die Plasmakonzentration um 25% zu (im Allgemeinen bei Patienten, die Phenytointäglich einnahmen).
² = Aktiver Metabolit von CBZ, der aber nicht verabreicht wird.
↔ = Änderung der Plasmakonzentration unter 10%.
NU = Nicht untersucht.
 
Andere Arzneimittelinteraktionen
Digoxin:In einer Studie mit Einzeldosen nahm dieFläche unter der Plasmakonzentrationskurve (AUC)für Serumdigoxin bei gleichzeitiger Behandlung mit Topiramat um 13% ab. Die klinische Relevanz dieser Feststellung ist noch nicht geklärt. Wird bei einer Behandlung mit Digoxin Topiramat hinzugefügt oder abgesetzt, ist der Serum-Digoxinspiegel sorgfältig zu überwachen.
Orale Kontrazeptiva:Im Rahmen einer Studie an gesunden Probandinnen zu den pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit einem oralen Kombinationskontrazeptivum, das 1 mg Norethindron (NET) und 35µgEthinylestradiol (EE) enthielt, führte die Verabreichung von Topiramat als Monotherapie in Dosen zwischen 50 und 200 mg/Tag zu kleineren, statistisch nicht signifikantenÄnderungen der mittleren Exposition(AUC) bei beiden Komponenten. In einer weiteren Studie wurde bei Patientinnen, die Topiramat in Dosen von 200, 400 und 800 mg/Tag als Zusatztherapie zu Valproinsäure erhielten, eine statistisch signifikante Reduktion derEE-Expositionvon 18%, 21% bzw. 30% festgestellt. In beiden Studien wurde unter Topiramat (50–800 mg täglich) keine signifikante Beeinflussung derNET-Expositionbeobachtet.Während es bei Epilepsiepatientinnen beiDosen zwischen 200 und 800 mg täglich zwar zu einer dosisabhängigen Reduktion der EE-Expositionkam, konnten dagegenbei Dosen zwischen 50 und 200 mg täglich(bei gesunden Probanden)keine signifikanten, dosisabhängigen Veränderungen der EE-Exposition festgestellt werden. Bislang ist die klinische Relevanz der beobachteten Veränderungen unbekannt. Patientinnen, die neben Topiramat gleichzeitig orale Kombinationskontrazeptiva einnehmen, müssen mit einer möglichen Verminderung der kontrazeptiven Wirksamkeit sowie mit verstärkten Durchbruchblutungen rechnen. Patientinnen, die östrogenhaltige Kontrazeptiva einnehmen, sind zur Mitteilung jedweder Veränderung ihres Blutungsmusters anzuhalten. Auch ohne Durchbruchblutungen kann die kontrazeptive Wirksamkeit vermindert sein.
Lithium:Bei gesunden Probanden wurde bei der gleichzeitigen Gabe von Lithium und 200 mg Topiramat pro Tag eine Abnahme der systemischen Verfügbarkeit von Lithium beobachtet (18%derAUC). Bei Patienten mit bipolaren Störungen blieb die Pharmakokinetik von Lithium während der Behandlung mit Topiramat bei Dosen von 200 mg/Tag unverändert. Bei Topiramat-Dosen bis 600 mg/Tag wurde jedoch eine Erhöhung der systemischen Verfügbarkeit beobachtet (26%derAUC). Die Lithiumspiegel sollten bei gleichzeitiger Gabe von Topiramat überwacht werden.
Risperidon:Interaktionsstudien mit gesunden Probanden und Patienten mit bipolaren Störungen ergaben bei Einund Mehrfachdosierungen vergleichbare Resultate. Bei der gleichzeitigen Gabe von Risperidon und Topiramat (in steigender Dosierung von 100, 250 und 400 mg/Tag) nahm die systemische Verfügbarkeit von Risperidon (bei Dosen von 1 bis 6 mg/Tag) ab (Abnahme der Steady-state AUC um 16% bzw. 33% bei Dosen von 250 bzw. 400 mg/Tag). Bei der Pharmakokinetik der aktiven antipsychotischen Fraktion (Risperidon und 9-Hydroxy-Risperidon) wurden minimale Änderungen beobachtet, bei der Pharmakokinetik von 9-Hydroxy-Risperidon keine. Daher ist davon auszugehen, dass sich bei gleichzeitiger Gabe von Risperidon und Topiramat keine klinisch signifikanten Änderungen der systemischen Verfügbarkeit der gesamten aktiven Fraktion von Risperidon oder von Topiramat ergeben. Diese Interaktion ist somit wahrscheinlich nicht von klinischer Bedeutung.
Hydrochlorothiazid (HCTZ):In einer Interaktionsstudie mit gesunden Freiwilligen wurde die Steady-state Pharmakokinetik von HCTZ (25 mg/24 h) und Topiramat (96 mg/12 h) bei einzelner und gleichzeitiger Gabe ermittelt. Die Resultate dieser Studie zeigten, dass die Cmax von Topiramat um 27% und die AUC um 29% erhöht wurden, wenn HCTZ zusätzlich zu Topiramat gegeben wurde. Die klinische Bedeutung dieser Änderung ist nicht bekannt. Die zusätzliche Gabe von HCTZ während einer Therapie mit Topiramat kann eine Anpassung der Topiramat Dosis erforderlich machen. Die Steady-state Pharmakokinetik von HCTZ wurde nicht signifikant durch die gleichzeitige Gabe von Topiramat beeinflusst. Klinische Laboruntersuchungen zeigten eine Abnahme des Serumkaliums nach Gabe von Topiramat oder HCTZ. Diese war grösser, wenn HCTZ und Topiramat in Kombination gegeben wurden.
Metformin:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state Pharmakokinetik von Metformin und Topiramat im Plasma untersucht; es wurde Metformin alleine und in Kombination mit Topiramat verabreicht. Die Resultate der Studie zeigten, dass bei gleichzeitiger Gabe von Metformin und Topiramat die durchschnittliche Cmax und die durchschnittliche AUC0–12 h von Metformin um 18% bzw. 25% zunahmen. Die durchschnittliche CL/F nahm währenddessen um 20% ab.
Topiramat beeinflusste die tmax von Metformin nicht. Die klinische Signifikanz des Effekts von Topiramat auf die Pharmakokinetik von Metformin ist unklar. Die orale Plasmaclearance von Topiramat scheint vermindert zu sein, wenn es gleichzeitig mit Metformin verabreicht wird. Das Ausmass der Änderung der Clearance ist nicht bekannt. Die klinische Signifikanz des Effekts von Metformin auf die Topiramat-Pharmakokinetik ist unklar. Wird bei Patienten unter Metformin-Therapie Topiramat neu gegeben oder abgesetzt, muss die routinemässige Überwachung mit grosser Sorgfalt durchgeführt werden, um eine adäquate Kontrolle des Diabetes-Status zu gewährleisten.
Pioglitazon:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state Pharmakokinetik von Topiramat und Pioglitazon bei einzelner und kombinierter Gabe untersucht.
Die zusätzliche Gabe von 192 mg Topiramat pro Tag während einer Therapie mit Pioglitazon hat eine Reduktion der Exposition von Pioglitazon und seiner Metaboliten zur Folge, die bei Pioglitazon (Reduktion um 15%) und dem aktiven Hydroxymetaboliten wenig, bei dem aktiven Keto-Metaboliten (Reduktion um 60%) aber deutlich nachweisbar war. Pioglitazon verminderte gering die Spiegel von Topiramat.
Wird Topiramat während einer Behandlung mit Pioglitazon hinzugefügt oder wird Pioglitazon während einer Therapie mit Topiramat neu gegeben, muss, um eine adäquate Kontrolle des Diabetes-Status zu gewährleisten, die routinemässige Überwachung mit grosser Sorgfalt durchgeführt werden. Die klinische Signifikanz dieser Befunde ist nicht bekannt.
 
Andere Formen von Interaktionen
Arzneimittel, die zu einer Nephrolithiasis prädisponieren
WirdTopiramat DESITINgleichzeitig mit anderen Arzneimitteln verabreicht, die eine Nephrolithiasis prädisponieren, kann es dieses Risiko erhöhen. Während einer Behandlung mit Topiramat DESITIN sollten also keine solchen Arzneimittel verordnet werden, da sie ein physiologisches Umfeld schaffen können, welches die Gefahr einer Bildung von Nierensteinen erhöht.
Die gleichzeitige Verabreichung von Topiramat und Alkohol oder anderen sedativ wirkenden Substanzen wurden in klinischen Studien nicht geprüft; es ist trotzdem ratsam, dass Patienten während der Behandlung mit Topiramat DESITIN auf die Einnahme von Alkohol verzichten, da Antiepileptika im Allgemeinen die Alkohol-Wirkung verstärken.
Valproinsäure:Die gleichzeitige Gabe von Topiramat und Valproinsäure wurde mit Hyperammonämie mit und ohne Enzephalopathie in Verbindung gebracht. Dies wurde bei Patienten beobachtet, die zuvor die alleinige Gabe von Topiramat oder Valproinsäure gut vertrugen. In den meisten Fällen verschwanden die Symptome nach Absetzen eines der Präparate wieder. Diese unerwünschte Wirkung beruht nicht auf einer pharmakokinetischen Interaktion. Ein Zusammenhang zwischen Hyperammonämie und einer Topiramat-Monotherapie oder der Co-Medikation mit anderen Antiepileptika wurde nicht gefunden.
Amitriptylin:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Steady-state Pharmakokinetik von Amitriptylin bei einzelner und kombinierter Gabe mit Topiramat untersucht. Die gleichzeitige Gabe von Topiramat und Amitriptylin führte zu einer Zunahme der Exposition des Metaboliten Nortriptylin um 20%. Die Steady-state Pharmakokinetik von Amitritiptylin wurde durch die gleichzeitige Gabe von Topiramat nicht beeinflusst. Die klinische Signifikanz dieser Ergebnisse ist nicht bekannt.
Dehydroergotamin (subkutan):In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Topiramat und Dehydroergotamin (1 mg subkutan) bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Es fand sich keine relevante wechselseitige Beeinflussung der Pharmakokinetik von Topiramat und Dehydroergotamin subkutan.
Haloperidol:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Haloperidol bei alleiniger und kombinierter Gabe mit Topiramat untersucht. Die zusätzliche Gabe von Topiramat während einer Therapie mit Haloperidol hatte eine Zunahme der Exposition des reduzierten Metaboliten zur Folge (Anstieg der AUC um durchschnittlich 31%), während die Exposition von Haloperidol unbeeinflusst blieb. Die klinische Relevanz dieser Änderung ist nicht bekannt.
Propranolol:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Propranolol und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die Steady-state Pharmakokinetik von Propranolol wurde durch die Behandlung mit Topiramat nicht beeinflusst. Es wurde eine leichte Zunahme der systemischen Exposition des 4-Hydroxypropranolols (Zunahme von Cmax um 17%) unter der Behandlung mit Topiramat 50 mg/12 h beobachtet. Die systemische Exposition von 4-Hydroxypropranolol war jedoch während der Behandlung mit Topiramat 100 mg/12 h gleich wie bei der Gabe von Propranolol alleine. Die systemische Exposition von Topiramat imSteady-statewurde durch die Behandlung mit Propranolol 40 mg/12 h und Propranolol 80 mg/12 h wie folgt beeinflusst: Zunahme der cmax um 9%bzw.16% und der AUC um 9%bzw.17%. Die klinische Relevanz der Änderungen ist nicht bekannt.
Sumatriptan (subkutan und oral):In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Sumatriptan (subkutan und oral) bei alleiniger und kombinierter Gabe mit Topiramat untersucht. Die Pharmakokinetik von Sumatripan als einzelne orale Filmtablette oder als einmalige subkutane Injektion wurde durch Topiramat klinisch nicht relevant beeinflusst.
Pizotifen:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Pizotifen und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Während der Behandlung mit Topiramat war die systemische Exposition (AUC) von Pizotifen leicht erhöht (um 15%). Während der Behandlung mit Pizotifen war die systemische Exposition (AUC) von Topiramat um 15% vermindert. Diese Änderungen werden als klinisch nicht relevant angesehen.
Diltiazem:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Diltiazem und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die AUC von Diltiazem wurde durch die Behandlung mit Topiramat um 25% vermindert, diejenige von Desacetyldiltiazem um 18%. Die Cmax und AUC von N-Demethyldiltiazem blieben unbeeinflusst.
Venlafaxin:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden wurde die Pharmakokinetik von Venlafaxin und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Die Cmax und AUC von Venlafaxin und Topiramat wurden nicht beeinflusst.
Flunarizin:In einer Interaktionsstudie mit gesunden Probanden und Migränepatienten wurde die Pharmakokinetik von Flunarizin und Topiramat bei alleiniger und kombinierter Gabe untersucht. Bei Topiramat-Dosen von 100 mg/Tag wurde ein Anstieg der AUC von Flunarizin um 16% beobachtet. Die AUC von Flunarizin nahm auch bei alleiniger Gabe um 14% zu. Die Steigerung der Verfügbarkeit beruht möglicherweise auf einer Akkumulation während der Erreichung des Steady-State. Die systemische Verfügbarkeit (AUC) von Topiramat wurde durch die gleichzeitige Einnahme von Flunarizin nicht beeinflusst.
 

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien zeigten in allen untersuchten Spezies Missbildungen(siehe«Präklinische Daten»).
Es liegen keine hinreichenden und gut kontrollierten Studien mit Topiramat bei Schwangeren vor.
Daten aus Schwangerschaftsregistern deuten darauf hin, dass Topiramat sowohl als Monotherapie als auch als Bestandteil eines Polytherapieregimes das Risiko von kongenitalen Fehlbildungen (z.B. kraniofaziale Defekte, Hypospadie und Anomalien, die verschiedene Körpersysteme betreffen) und insbesondere das Risiko für die Entstehung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bei Neugeborenen erhöht.
Im Vergleich zu einer Referenzgruppe ohne Einnahme von Antiepileptika, zeigten die registrierten Daten für die Monotherapie mit Topiramat eine erhöhte Prävalenz füreinniedriges Geburtsgewicht (<2500 Gramm). Ein kausaler Zusammenhang wurde bislang nicht nachgewiesen.
Darüber hinaus deuten Daten aus diesen Registern und anderen Studien darauf hin, dass mit der Anwendung von Antiepileptika in Kombinationstherapien – im Vergleich zur Monotherapie – ein erhöhtes Risiko für teratogene Wirkungen verbunden sein könnte.
Aus diesen Gründen istTopiramatwährend der Schwangerschaftgenerell kontraindiziert, und Patientinnen im gebärfähigen Alter sind entsprechend zu informierenund z.B. darauf hinzuweisen, eine adäquate Verhütungsmethode anzuwenden(siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Sollte es dennoch zu einer Schwangerschaft kommen, sind folgende Massnahmen zu beachten:
 
Indikation Epilepsie
Frauen, die an Epilepsie leiden und während der Behandlung mit Topiramat schwanger werden, müssen dies sofort ihrem Arzt mitteilen. Die Patientin ist über die Gefährdung von Mutter und Kind durch epileptische Anfälle in der Schwangerschaft und die mögliche Schädigung des Fötus durch das Arzneimittel zu informieren. Das Risiko für Lippen-Kieferund Gaumenspalten für Feten, deren Müttern mit Topiramat behandelt werden, sollte sorgfältig gegen den Nutzen der Arzneimitteltherapie für die Mutter abgewogen werden (alternative Therapiemöglichkeiten, Gefahr von Krampfanfällen).
Die weitere Behandlung ist mit dem Neurologen abzusprechen.
 
Indikation Migräneprophylaxe
Falls Topiramat zur Migräneprophylaxe verschrieben wurde, muss das Arzneimittel rasch, aber schrittweise unter Aufsicht eines Neurologen abgesetzt werden.
Alternative Behandlungen sind in diesem Fall zu berücksichtigen.
Kontrollen während der Schwangerschaft mit sorgfältiger Ultraschalluntersuchung in einem spezialisierten Zentrum werden empfohlen. Eine zusätzliche Einnahme von Folsäure ist am Anfang einer Schwangerschaft immer indiziert, insbesondere bei Behandlung mit einem Enzym-Induktor wie Topiramat.
 
Stillzeit
Topiramat wird in der Milch säugender Ratten ausgeschieden. Es liegen keinekontrolliertenklinischen Studien vor, dieuntersuchten,ob Topiramat in die menschliche Muttermilch übertritt.Allerdings weisenBeobachtungen bei einer limitierten Patientenzahl auf eine extensive Exkretion von Topiramat in die Muttermilch hin.
Aus diesem Grund soll bei Verabreichung des Präparates während der Stillzeit auf Flaschennahrung umgestellt werden.
 

Unerwünschte Wirkungen

Daten der klinischen Studien
Die Sicherheit von Topiramat wurde anhand von Daten klinischer Studien untersucht. Diese umfassten 4111 Patienten (3182 unter Topiramat und 929 unter Placebo) aus 20 Doppelblindstudien und 2847 Patienten aus 34 Open-Label-Studien, die auf Grund primärer generalisierter tonisch-klonischer Anfälle, partieller Anfälle, Anfälle im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom, neu oder kürzlich diagnostizierter Epilepsie oder Migräne behandelt wurden. Den Informationen in diesem Abschnitt liegen gepoolte Daten zugrunde.
Die meisten unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren von leichtem bis mässigem Schweregradund waren dosisabhängig.
Die dosisabhängigen Nebenwirkungen begannen üblicherweise in der Titrationsphase und blieben häufig bis in die Erhaltungsphase bestehen. Eine schnelle Titration und höhere Initialdosen waren mit höheren Inzidenzen von unerwünschten Wirkungen assoziiert, welche auch zum Absetzen führten.
Im Zusammenhang mit Topiramatwurden in klinischen Studien folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:
DaTopiramatmeist gleichzeitig mit anderen Antiepileptika angewendet wurde, besteht bezüglich der unerwünschten Wirkungen nicht notwendigerweise ein Kausalzusammenhang mit der Gabe vonTopiramat.
 
EpilepsieZusatztherapie
Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie – Erwachsene
In Tabelle2sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie im empfohlenen Dosisbereich (200–400 mg/Tag)von >5% der erwachsenen Patienten angegeben wurden, gehörten (in absteigender Häufigkeit) Schläfrigkeit, Benommenheit, Abgeschlagenheit/Fatigue, Reizbarkeit, Gewichtsabnahme, Verlangsamung der geistigen Funktionen, Parästhesien, Diplopie, Koordinationsstörungen, Übelkeit, Nystagmus, Lethargie, Anorexie, Sprechstörungen, verschwommenes Sehen, Appetitminderung, Gedächtnisstörungen und Diarrhö.
 
Tabelle2:Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden


System/Organklasse

Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

200–400 mg/Tag

(n= 354)

%

Topiramat

600–1000 mg/Tag

(n= 437)

%

Placebo

(n= 382)

%

Stoffwechsel- und Ernährungsstör
ungen

 

 

 

Anorexie

5,4

6,2

1,8

Appetitminderung

5,1

8,7

3,7

Psychiatrische Störungen

 

 

 

Verlangsamung der geistigen Funktionen

8,2

19,5

3,1

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

4,5

9,4

1,6

Verwirrtheit

3,1

5,0

0,8

Depression

3,1

11,7

3,4

Schlafstörungen

3,1

6,4

4,5

Aggressivität

2,8

3,2

1,8

Agitation

1,7

2,3

1,3

Wut

1,7

2,1

0,5

Angstgefühle

1,7

6,6

2,9

Desorientiertheit

1,7

3,2

1,0

Veränderte Stimmungslage

1,7

4,6

1,0

Störungen des Nervensystems

 

 

 

Schläfrigkeit

17,8

17,4

8,4

Benommenheit

16,4

34,1

13,6

Parästhesien

8,2

17,2

3,7

Koordinationsstörungen

7,1

11,4

4,2

Nystagmus

6,2

11,7

6,8

Lethargie

5,6

8,0

2,1

Sprechstörungen

5,4

6,2

1,0

Gedächtnisstörungen

5,1

10,8

1,8

Aufmerksamkeitsstörungen

4,5

11,9

1,8

Tremor

4,0

9,4

5,0

Amnesie

3,4

5,3

1,0

Gleichgewichtsstörungen

3,4

3,9

2,4

Hypästhesie

3,1

5,9

1,0

Intentionstremor

3,1

4,8

2,9

Geschmacksstörungen

1,4

4,3

0,8

Geistige Beeinträchtigung

1,4

5,0

1,3

Sprachstörungen

1,1

2,7

0,5

Augenleiden

 

 

 

Diplopie

7,3

12,1

5,0

Verschwommenes Sehen

5,4

8,9

2,4

Sehstörungen

2,0

1,4

0,3

Gastrointestinale Störungen

 

 

 

Übelkeit

6,8

15,1

8,4

Diarrhö

5,1

14,0

5,2

Oberbauchschmerzen

3,7

3,9

2,1

Obstipation

3,7

3,2

1,8

Magenbeschwerden

3,1

3,2

1,3

Dyspepsie

2,3

3,0

2,1

Mundtrockenheit

1,7

3,7

0,3

Bauchschmerzen

1,1

2,7

0,8

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

 

 

 

Myalgie

2,0

2,5

1,3

Muskelkrämpfe

1,7

2,1

0,8

Muskuloskelettale Brustkorbschmerzen

1,1

1,8

0,3

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

 

Abgeschlagenheit/

 

 

 

Fatigue

13,0

30,7

11,8

Reizbarkeit

9,3

14,6

3,7

Asthenie

3,4

3,0

1,8

Gangstörung

1,4

2,5

1,3

Untersuchungen

 

 

 

Gewichtsabnahme

9,0

11,9

4,2

 
Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie – Pädiatrische Patienten
In Tabelle3sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von >2% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten (2–16 Jahre) angegeben wurden. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% im empfohlenen Dosisbereich (5–9 mg/kg/Tag) gehörten (in absteigender Häufigkeit) Appetitminderung, Abgeschlagenheit/Fatigue, Schläfrigkeit, Lethargie, Reizbarkeit, Aufmerksamkeitsstörungen, Gewichtsabnahme, Aggressivität, Exanthem, Verhaltensstörungen, Anorexie, Gleichgewichtsstörungen und Obstipation.
 
Tabelle3:Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Zusatztherapie bei Epilepsie von ≥2% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten angegeben wurden


System/Organklasse

Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

(n= 104)

%

Placebo

(n= 102)

%

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

 

Appetitminderung

19
,2

12,7

Anorexie

5,8

1,0

Psychiatrische Störungen

 

 

Aggressivität

8,7

6,9

Verhaltensstörungen

5,8

3,9

Verwirrtheit

2,9

2,0

Veränderte Stimmungslage

2,9

2,0

Störungen des Nervensystems

 

 

Schläfrigkeit

15,4

6,9

Lethargie

13,5

8,8

Aufmerksamkeitsstörungen

10,6

2,0

Gleichgewichtsstörungen

5,8

2,0

Benommenheit

4,8

2,9

Gedächtnisstörungen

3,8

1,0

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

 

 

Nasenbluten

4,8

1,0

Gastrointestinale Störungen

 

 

Obstipation

5,8

4,9

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

 

 

Exanthem

6,7

5,9

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

Abgeschlagenheit/Fatigue

16,3

4,9

Reizbarkeit

11,5

8,8

Gangstörung

4,8

2,0

Untersuchungen

 

 

Gewichtsabnahme

9,6

1,0

 
Epilepsie-Monotherapie
Qualitativ waren die beobachteten Nebenwirkungen bei Monotherapie- und Zusatztherapiestudien vergleichbar. Mit Ausnahme von Parästhesien und Abgeschlagenheit/Fatigue traten diese Nebenwirkungen bei den Monotherapiestudien mit gleicher oder kleinerer Inzidenz auf.
 
Erwachsene
In klinischen Doppelblind-Studien wurden folgende klinisch relevanten Nebenwirkungen beobachtet:
Stoffwechselstörungen
Sehr häufig: Gewichtsabnahme.
Störungen des Zentralnervensystems
Sehr häufig: Anorexie (13%), Schläfrigkeit, Parästhesien (63%), Kopfschmerzen (25%), Abgeschlagenheit/Fatigue (33%), Schwindel (25%).
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Übelkeit (25%).
 
Daten aus kontrollierten Doppelblindstudien zur Monotherapie bei Epilepsie – Erwachsene
In Tabelle4sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% bei der empfohlenen Dosis (400 mg/Tag) gehörten (in absteigender Häufigkeit) Parästhesien, Gewichtsabnahme, Abgeschlagenheit/Fatigue, Anorexie, Depression, Gedächtnisstörungen, Angstgefühle, Diarrhö, Asthenie, Geschmacksstörungen und Hypästhesie.
 
Tabelle4:Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden


System/Organklasse

Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

50 mg/Tag

(n= 257)

%

Topiramat

400 mg/Tag

(n= 153)

%

Störungen des Blut- und Lymphsystems

 

 

Anämie

0,8

2,0

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

 

Anorexie

3,5

12,4

Appetitminderung

2,3

2,6

Psychiatrische Störungen

 

 

Depression

4,3

8,5

Angstgefühle

3,9

6,5

Verlangsamung der geistigen Funktionen

2,3

4,6

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

3,5

4,6

Depressive Stimmung

0,8

2,6

Veränderte Stimmungslage

0,4

2,0

Stimmungsschwankungen

1,6

2,0

Störungen des Nervensystems

 

 

Parästhesien

18,7

40,5

Gedächtnisstörungen

1,2

7,2

Geschmacksstörungen

2,3

5,9

Hypästhesie

4,3

5,2

Gleichgewichtsstörungen

1,6

3,3

Sprechstörungen

1,6

2,6

Kognitive Störungen

0,4

2,0

Lethargie

1,2

2,0

Geistige Beeinträchtigung

0,8

2,0

Psychomotorische Verlangsamung

0

2,0

Sedierung

0

1,3

Gesichtsfeldausfälle

0,4

1,3

Augenleiden

 

 

Trockenes Augen

0

1,3

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

 

 

Ohrenschmerzen

0

1,3

Tinnitus

1,6

1,3

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

 

 

Dyspnoe

1,2

2,0

Schnupfen

0

1,3

Gastrointestinale Störungen

 

 

Diarrhö

5,4

6,5

Orale Parästhesien

1,2

3,3

Mundtrockenheit

0,4

2,6

Gastritis

0,8

2,6

Bauchschmerzen

1,2

2,0

Gastroösophageale Refluxkrankheit

0,4

2,0

Zahnfleischbluten

0

1,3

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

 

 

Exanthem

0,4

3,9

Haarausfall

1,6

3,3

Juckreiz

0,4

3,3

Hypästhesie im Gesicht

0,4

2,0

Generalisierter Juckreiz

0

1,3

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

 

 

Muskelkrämpfe

2,7

3,3

Gelenkschmerzen

1,9

2,0

Muskelzuckungen

0,4

1,3

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

 

 

Nephrolithiasis

0

2,6

Dysurie

0,8

2,0

Pollakisurie

0,8

2,0

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

 

 

Erektile Dysfunktion

0,8

1,3

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

Abgeschlagenheit/Fatigue

15,2

14,4

Asthenie

3,5

5,9

Reizbarkeit

3,1

3,3

Untersuchungen

 

 

Gewichtsabnahme

7,0

17,0

 
Kinder
In klinischen Doppelblind-Studien wurdenfolgende klinisch relevanten Nebenwirkungen bei mit Topiramat behandelten Kindern mit einer Inzidenz von ≥10% beobachtet: Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit/Fatigue, Anorexie und Schläfrigkeit.
 
Daten aus kontrollierten Doppelblindstudien zur Monotherapie bei Epilepsie – Pädiatrische Patienten
In Tabelle5sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥2% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten (10–16 Jahre) angegeben wurden. Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% bei der empfohlenen Dosis (400 mg/Tag) gehörten (in absteigender Häufigkeit) Gewichtsabnahme, Parästhesien, Diarrhö, Aufmerksamkeitsstörungen, Pyrexie und Haarausfall.
 
Tabelle5:Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten Doppelblindstudien zur Epilepsie-Monotherapie von ≥2% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten angegeben wurden


System/Organklasse Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

50 mg/Tag

(n=
77)

%

Topiramat

400 mg/Tag

(n= 63)

%

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

 

Appetitminderung

1,3

4,8

Psychiatrische Störungen

 

 

Verlangsamung der geistigen Funktionen

0

4,8

Veränderte Stimmungslage

1,3

4,8

Depression

0

3,2

Störungen des Nervensystems

 

 

Parästhesien

3,9

15,9

Aufmerksamkeitsstörungen

3,9

7,9

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

 

 

Vertigo

0

3,2

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

 

 

Nasenbluten

0

3,2

Gastrointestinale Störungen

 

 

Diarrhö

3,9

9,5

Erbrechen

3,9

4,8

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

 

 

Haarausfall

0

6,3

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

Pyrexie

0

6,3

Asthenie

0

4,8

Untersuchungen

 

 

Gewichtsabnahme

7,8

20,6

Soziale Umstände

 

 

Lernbehinderung

0

3,2

 
Migräne
Daten aus placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Migräneprophylaxe – Erwachsene
Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer Inzidenz von >5% bei der empfohlenen Dosis gehörten (in absteigender Häufigkeit) Parästhesien, Abgeschlagenheit/Fatigue, Übelkeit, Diarrhö, Gewichtsabnahme, Geschmacksstörungen, Anorexie, Appetitminderung, Schlafstörungen, Hypästhesie, Aufmerksamkeitsstörungen, Angstgefühle, Schläfrigkeit und Störung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit.
Patienten unter Topiramat erfuhren Gewichtsveränderungen, deren prozentuale Mittelwerte eine Dosisabhängigkeit zeigten. Bei den Patienten der Placebogruppe konnten keine derartigen Gewichtsveränderungen festgestellt werden. Durchschnittlich betrugen die Gewichtsveränderungen bei der Placebo-Gruppe 0,0% und bei den Gruppen mit 50, 100 bzw. 200 mg Topiramat –2,3%, –3,2% respektive –3,8%.
In Tabelle 6 sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Migräneprophylaxe von ≥1% der mitTopiramatbehandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden.
 
Tabelle 6:Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten Doppelblindstudien zur Migräneprophylaxe von ≥1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden


System/Organklasse Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

50 mg/Tag

(n= 227)

%

Topiramat

100 mg/Tag

(n= 374)

%

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

 

Anorexie

3,5

7,5

Appetitminderung

5,7

7,0

Psychiatrische Störungen

 

 

Schlafstörungen

4,8

7,0

Angstgefühle

4,0

5,3

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

6,6

5,1

Depression

3,5

4,8

Depressive Stimmung

0,4

2,9

Verwirrtheit

0,4

1,6

Stimmungsschwankungen

1,8

1,3

Affektlabilität

0,4

1,1

Verlangsamung der geistigen Funktionen

1,8

1,1

Störungen des Nervensystems

 

 

Parästhesien

35,7

50,0

Geschmacksstörungen

15,4

8,0

Hypästhesie

5,3

6,7

Aufmerksamkeitsstörungen

2,6

6,4

Schläfrigkeit

6,2

5,1

Gedächtnisstörungen

4,0

4,5

Amnesie

3,5

2,9

Tremor

1,3

1,9

Gleichgewichtsstörungen

0,4

1,3

Geistige Beeinträchtigung

0,4

1,1

Augenleiden

 

 

Verschwommenes Sehen

4,0

2,4

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

 

 

Tinnitus

0,4

1,3

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

 

 

Dyspnoe

1,3

2,7

Nasenbluten

0,4

1,1

Gastrointestinale Störungen

 

 

Übelkeit

9,3

13,6

Diarrhö

9,3

11,2

Mundtrockenheit

1,8

3,2

Orale Parästhesien

1,3

2,9

Obstipation

1,8

2,1

Bauchblähung

0

1,3

Magenbeschwerden

2,2

1,3

Gastroösophageale Refluxkrankheit

0,4

1,1

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

 

 

Muskelzuckungen

1,8

1,3

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

Abgeschlagenheit/Fatigue

15,0

15,2

Asthenie

0,9

2,1

Reizbarkeit

3,1

1,9

Durst

1,3

1,6

Untersuchungen

 

 

Gewichtsabnahme

5,3

9,1

 


System/Organklasse Unerwünschtes Ereignis

Topiramat

200 mg/Tag

(n= 501)

%

Placebo

(n= 436)

%

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

 

 

Anorexie

7,2

3,0

Appetitminderung

6,8

3,0

Psychiatrische Störungen

 

 

Schlafstörungen

5,6

3,9

Angstgefühle

5,0

1,8

Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit

5,2

1,4

Depression

7,4

4,1

Depressive Stimmung

2,0

0,9

Verwirrtheit

2,0

1,1

Stimmungsschwankungen

1,0

0,2

Affektlabilität

0,2

0,2

Verlangsamung der geistigen Funktionen

3,4

1,4

Störungen des Nervensystems

 

 

Parästhesien

48,5

5,0

Geschmacksstörungen

12,6

0,9

Hypästhesie

7,4

1,4

Aufmerksamkeitsstörungen

9,2

2,3

Schläfrigkeit

6,8

3,0

Gedächtnisstörungen

6,2

1,6

Amnesie

5,2

0,5

Tremor

2,4

1,4

Gleichgewichtsstörungen

0,4

0

Geistige Beeinträchtigung

1,8

0,9

Augenleiden

 

 

Verschwommenes Sehen

4,4

2,5

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

 

 

Tinnitus

1,6

0,7

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

 

 

Dyspnoe

1,6

1,4

Nasenbluten

0,6

0,5

Gastrointestinale Störungen

 

 

Übelkeit

14,6

8,3

Diarrhö

10,0

4,4

Mundtrockenheit

5,0

2,5

Orale Parästhesien

1,6

0,5

Obstipation

1,8

1,4

Bauchblähung

0,2

0,2

Magenbeschwerden

1,0

0,2

Gastroösophageale Refluxkrankheit

1,2

0,5

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates,des Bindegewebes und der Knochen

 

 

Muskelzuckungen

1,8

0,7

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

 

 

Abgeschlagenheit/Fatigue

19,2

11,2

Asthenie

2,6

0,5

Reizbarkeit

2,4

0,9

Durst

1,0

0,5

Untersuchungen Gewichtsabnahme

10,8

1,4

 
Daten aus anderen klinischen Studien
In folgender Aufstellung sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in den placebokontrollierten klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden. Ferner sind darin unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten berichtet wurden.
 
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in placebokontrollierten klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten angegeben wurden, oder die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topiramat behandelten erwachsenen Patienten berichtet wurden
 
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Leukopenie, Lymphadenopathie, Thrombozytopenie.
Störungen des Immunsystems
Überempfindlichkeit.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Hyperchlorämische Azidose, Hypokaliämie, Appetitsteigerung, metabolische Azidose, Polydipsie.
Psychiatrische Störungen
Verhaltensstörungen, Anorgasmie, Apathie, Weinen, Ablenkbarkeit, Störung der sexuellen Erregung, Stottern, frühmorgendliches Erwachen, gehobene Stimmung, Euphorie, Affektverflachung, Halluzinationen, akustische Halluzinationen, optische Halluzinationen, Hypomanie, Einschlafstörungen, Mangel an spontanen Sprachäusserungen, Libidoabnahme, Teilnahmslosigkeit, Libidoverlust, Manie, Durchschlafstörungen, Abnahme der Orgasmusempfindung, Panikattacken, Panikstörungen, Panikreaktion, Paranoia,Perseveration, Lesestörungen, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Suizidgedanken, Suizidversuch, Traurigkeit, abnormes Denken.
Störungen des Nervensystems
Ausfall des Geschmackssinns, Akinesie, Anosmie, Aphasie, Gefühl des Brennens, zerebelläres Syndrom, zirkadiane Schlafrhythmusstörungen, Ungeschicklichkeit, Bewusstseinseinschränkung, orthostatischer Schwindel, Speichelfluss, Dysästhesie, Schreibstörung, Dyskinesie, Dysphasie, essenzieller Tremor, Kribbelgefühl, Hyperästhesie, Hypersomnie, verminderte Geschmacksempfindung, Hypokinese, Hyposmie, periphere Neuropathie, gestörte Geruchswahrnehmung, schlechte Schlafqualität, Präsynkope, repetitives Sprechen, sensorische Störungen, Verlust der sensorischen Wahrnehmung, Stupor, Synkope, Unempfindlichkeit gegenüber Reizen.
Augenleiden
Akkommodationsstörungen, gestörte Tiefenwahrnehmung, Amblyopie, Blepharospasmus, transiente Blindheit, unilaterale Blindheit, Glaukom, erhöhter Tränenfluss, Mydriasis, Nachtblindheit, Photopsie, Presbyopie, Flimmerskotom, Skotom, reduzierte Sehschärfe.
Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs
Taubheit, neurosensorische Taubheit, unilaterale Taubheit, Ohrenbeschwerden,Hörstörungen.
Funktionsstörungen des Herzens
Bradykardie, Sinusbradykardie, Palpitationen.
Funktionsstörungen der Gefässe
Hautrötung (Flush), Hitzewallungen, orthostatische Hypotonie, Raynaud-Syndrom.
Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
Dysphonie, Belastungsdyspnoe, verstopfte Nase, paranasale Hypersekretion der Nebenhöhlen.
Gastrointestinale Störungen
Abdominale Beschwerden, Unterbauchschmerzen, abdominelle Empfindlichkeit, schlechter Atemgeruch, epigastrische Beschwerden, Flatulenz, Glossodynie, orale Hypästhesie, Mundschmerzen, übermässige Speichelsekretion.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Anhidrose, allergische Dermatitis, Erythem, makulöses Exanthem, Hautverfärbung, abnormer Hautgeruch, Gesichtsschwellung, Urtikaria, lokalisierte Urtikaria.
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen
Flankenschmerzen, muskuläre Erschöpfung, Muskelschwäche, muskuloskelettale Steifheit.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Harnleiterstein, Steine in den ableitenden Harnwegen, Hämaturie, Inkontinenz, Dranginkontinenz, Nierenkolik, Nierenschmerzen, Harninkontinenz.
Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust
Sexuelle Funktionsstörungen.
Allgemeine Störungen
Gesichtsödem, Gefühl der Abnormität, Trunkenheitsgefühl, Gefühl der «Zappeligkeit», Krankheitsgefühl, peripheres Kältegefühl, Schwerfälligkeit.
Untersuchungen
Verminderte Bicarbonatkonzentration, Vorliegen von Harnkristallen, abnormer Tandem-Gang-Test, verminderte Leukozytenzahl.
In folgender Aufstellung sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) aufgeführt, die in den kontrollierten klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten angegeben wurden. Ferner sind darin unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten berichtet wurden.
 
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die in kontrollierten klinischen Doppelblindstudien von <1% der mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten angegeben wurden, oder die in klinischen Open-Label-Studien mit jeglicher Häufigkeit von den mit Topiramat behandelten pädiatrischen Patienten berichtet wurden
 
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Eosinophilie, Leukopenie, Lymphadenopathie, Thrombozytopenie.
Störungen des Immunsystems
Überempfindlichkeit.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Hyperchlorämische Azidose, Hypokaliämie, Appetitsteigerung.
Psychiatrische Störungen
Wut, Apathie, Weinen, Ablenkbarkeit, Störung der sprachl. Ausdrucksfähigkeit, Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit, Durchschlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Perseveration, Schlafstörungen, Suizidgedanken, Suizidversuch.
Störungen des Nervensystems
Zirkadiane Schlafrhythmusstörungen, Sprechstörungen, Geschmacksstörungen, Hypästhesie, mentale Beeinträchtigung, Nystagmus, gestörte Geruchswahrnehmung, schlechte Schlafqualität, psychomotorische Hyperaktivität, psychomotorische Verlangsamung, Synkope, Tremor.
Augenleiden
Diplopie, erhöhter Tränenfluss, verschwommenes Sehen.
Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs
Ohrenschmerzen.
Funktionsstörungen des Herzens
Palpitationen, Sinusbradykardie.
Funktionsstörungen der Gefässe
Orthostatische Hypotonie.
Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen
Verstopfte Nase, Hypersekretion der Nasennebenhöhlen, Schnupfen.
Gastrointestinale Störungen
Bauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Flatulenz, Gastritis, gastroösophageale Refluxkrankheit, Zahnfleischbluten, Glossodynie, orale Parästhesien, Magenbeschwerden.
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen
Gelenkschmerzen, muskuloskelettale Steifheit, Myalgie.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Inkontinenz, Dranginkontinenz, Pollakisurie.
Allgemeine Störungen
Gefühl der Abnormität, Hyperthermie, Krankheitsgefühl, Schwerfälligkeit.
Laboruntersuchungen
In klinischen Studien wurde im Zusammenhang mit der Verabreichung von Topiramat eine durchschnittliche Abnahme der Serum-Bikarbonatkonzentration um 4 mmol/l festgestellt (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
In Doppelblindstudien wurde Hypokaliämie, definiert als Abnahme des Serumkaliumspiegels unter 3,5 mmol/l, bei 0,4% der mit Topiramat behandelten Patienten und bei 0,1% der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet.
 
Erfahrungen nach der Markteinführung
Neben den unerwünschten Wirkungen, die während klinischen Prüfungen vonTopiramataufgetreten sind, sind folgende unerwünschte Wirkungen von Patienten, dieTopiramatnach der Zulassung erhielten, weltweit gemeldet worden.
In folgender Aufstellung sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufgeführt, die erstmals nach der Markteinführung von Topiramat als UAW festgestellt wurden. Die Häufigkeitsangaben entsprechen dabei folgender Konvention:
Sehr häufig ≥1/10, häufig ≥1/100 bis <1/10, gelegentlich≥1/1’000bis <1/100, selten≥1/10’000bis<1/1’000,sehr selten<1/10’000,einschliesslich Einzelfälle.
Nachfolgend sind die UAW nach Häufigkeitskategorie entsprechend den Spontanberichtsraten aufgeführt.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die nach der Markteinführung von Topiramat festgestellt wurden, nach Häufigkeitskategorie geschätzt auf Grundlage von Spontanberichtsraten
Infektionen und Infestationen
Sehr selten: Nasopharyngitis.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Sehr selten: Neutropenie.
Störungen des Immunsystems
Sehr selten: Allergisches Ödem.
Sehr selten: Bindehautödem.
Psychiatrische Störungen
Sehr selten: Verzweiflungsgefühl.
Augenleiden
Sehr selten: Abnorme Wahrnehmungen im Auge.
Sehr selten: Engwinkelglaukom.
Sehr selten: Bewegungsstörung der Augen.
Sehr selten: Lidödem.
Sehr selten:Myopie, Maculopathie.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr selten: Erythema multiforme.
Sehr selten: Periorbitales Ödem.
Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom.
Sehr selten: Toxische epidermale Nekrolyse.
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen
Sehr selten: Gelenkschwellung.
Sehr selten: Beschwerden in den Extremitäten.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Sehr selten: Renale tubuläre Azidose.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Sehr selten: Generalisiertes Ödem.
Sehr selten: Grippeähnliche Symptome.
Untersuchungen
Sehr selten: Gewichtszunahme.
 

Überdosierung

Symptome
Von Überdosierung mit Topiramat wurde berichtet. Die beobachteten Symptome waren Konvulsionen, Schläfrigkeit, Sprechstörungen, verschwommenes Sehen, Diplopie, mentale Beeinträchtigung, Lethargie, Koordinationsstörungen, Stupor, Hypotonie, Bauchschmerzen, Erregung, Schwindel und Depression. Es gab in den meisten Fällen keine schwerwiegenden klinischen Konsequenzen. Im Zusammenhang mit Überdosierungen mit mehreren Arzneimitteln, einschliesslich Topiramat, wurde jedoch von Todesfällen berichtet. Eine Überdosierung mit Topiramat kann zu schwerer metabolischer Azidose führen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die höchste berichtete Topiramat-Überdosis lagzwischen 96 und 110 gundhatteein20bis24Stunden anhaltendesKomamit anschliessender vollständiger Genesung nach3bis4 Tagenzur Folge.
 
Behandlung
Bei akuter Überdosierung mit Topiramat sollte der Magen sofort mittels Magenspülung oder durch induziertes Erbrechen geleert werden, falls die Einnahme vor kurzem erfolgte. Für Aktivkohle konnte in in-vitro Untersuchungen gezeigt werden, dass es Topiramat absorbiert. Die Hämodialyse ist eine geeignete Massnahme, um Topiramat aus dem Körper zu entfernen. Der Patient muss gut hydriert sein.
 

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX11
Topiramat ist als Sulphamat-substituiertes Monosaccharid klassifiziert. Es sind drei pharmakologische Eigenschaften festgestellt worden, die möglicherweise zu seiner antikonvulsiven Wirkung beitragen:
Topiramat vermindert die Erzeugung von Aktionspotentialen quantitativ. Wenn Neurone einer anhaltenden Depolarisierung ausgesetzt werden, vermindert Topiramat die Anzahl Aktionspotentiale. Dies weist auf eine («state dependent») Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle hin.
Topiramat erhöht deutlich die Aktivität von GABA an gewissen GABA-Rezeptoren, beeinflusst aber offenbar nicht die Wirkung von N-Methyl-D-Aspartat (NMDA) am NMDA-Rezeptorsubtyp.
Topiramat antagonisiert schwach die aktivierende Wirkung von Glutamat an den Kainat/AMPA-Subtypen der Glutamatrezeptoren.
Topiramat hemmt zudem gewisse Isoenzyme der Carboanhydrase. Diese pharmakologische Wirkung ist viel schwächer als die von Acetazolamid, einem bekannten Carboanhydrase-Hemmer, und gilt nicht als wesentliche Komponente der antiepileptischen Wirkung von Topiramat.
 
Klinische Wirksamkeit
Epilepsie
Die Ergebnisse aus klinischen Studien belegen die Wirksamkeit von Topiramat Filmtabletten und Kapseln als Monotherapie bei Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern (Alter ≥6 Jahre) und als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern (Alter 2–16 Jahre) in der Behandlung von partiellen Anfällen, primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und bei Lennox-Gastaut-Syndrom bei Patienten im Alter von 2 Jahren und älter.
 
1. Epilepsie – Zusatztherapie
Kontrollierte Versuche bei Patienten mit partiellen Anfällen
Erwachsene mit partiellen Anfällen
Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für Erwachsene mit partiellen Anfällen wurde in fünf randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-Doppelblindstudien gezeigt. Zwei Studien verglichen unterschiedliche Topiramatdosierungen und Placebo, drei Studien verglichen eine Dosierung mit Placebo. Eingeschlossen wurden Patienten mit vorangegangenen partiellen Anfällen mit oder ohne sekundär generalisierten Anfällen.
Zusätzlich zu Topiramat bzw. Placebo durften die Patienten in diesen Studien maximal zwei Antiepileptika einnehmen. Bei allen Studien wurden die Patienten während einer 4bis 12-wöchigen Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Patienten, die während der Baseline-Phase eine vorher spezifizierte minimale Anzahl von partiellen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung hatten (12 Anfälle bei 12-Wochen-Baseline-Phase, 8 Anfälle bei 8Wochen und 3 Anfälle bei 4 Wochen) wurden randomisiert der Einnahme von Placebo oder einer festgelegten Dosis Topiramat zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt.
Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Die Patienten erhielten als Anfangsdosis 100 mg Topiramat pro Tag; die Dosis wurde dann in einoder zweiwöchigen Abständen in Schritten von 100 oder 200 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis erhöht, ausser wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war. Nach der Titrationsphase begannen die Patienten die 4-, 8oder 12-wöchige Stabilisierungsphase. Die Anzahl der den einzelnen Dosen randomisiert zugeordneten Patienten und die Mittelund Medianwerte der tatsächlichen Dosen in der Einstellungsphase sind in Tabelle7dargestellt.
 
Pädiatrische Patienten von 2–16 Jahren mit partiellen Anfällen
Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis 16 Jahren mit partiellen Anfällen wurde in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-Doppelblindstudie gezeigt. In dieser Studie wurden Patienten eingeschlossen, bei denen in der Vergangenheit partielle Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung aufgetreten waren.
Zusätzlich zu Topiramat bzw. Placebo durften die Patienten in dieser Studie maximal zwei Antiepileptika einnehmen. Die Patienten wurden während einer 8-wöchigen Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Patienten, die in der Baseline-Phase mindestens sechs partielle Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung hatten, wurden randomisiert der Einnahme von Placebo oder Topiramat zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt.
Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Die Anfangsdosis von Topiramat betrug 25 oder 50 mg/Tag; diese Dosis wurde in zweiwöchigen Abständen in Schritten von 25 bis 150 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis von 125, 175, 225 oder 400 mg/Tag, abhängig vom Gewicht der Patienten, erhöht, so dass letztendlich eine Tagesdosis von ca. 6 mg/kg verabreicht wurde, ausser wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war. Nach der Titration folgte eine 8-wöchige Stabilisierungsphase.
 
Kontrollierte Studien bei Patienten mit primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen
Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie für Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit primär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen wurde in zwei randomisierten, kontrollierten Multicenter-Doppelblindstudien gezeigt, in denen eine Topiramat-Dosierung mit Placebo verglichen wurde.
Zusätzlich zu Topiramat bzw. Placebo durften die Patienten in diesen Studien maximal zwei Antiepileptika einnehmen. Die Patienten wurden während einer 8-wöchigen Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Patienten, die in der Baseline-Phase mindestens drei primär generalisierte tonisch-klonische Anfälle hatten, wurden randomisiert der Einnahme von Placebo oder Topiramat zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt.
Nach der Randomisierung begann die Doppelblindphase der Behandlung. Zu Anfang erhielten die Patienten 4 Wochen lang 50 mg Topiramat pro Tag; diese Dosis wurde in zweiwöchigen Abständen in Schritten von 50 bis 150 mg/Tag bis zum Erreichen der Zieldosis von 175, 225 oder 400 mg/Tag, abhängig vom Gewicht der Patienten, erhöht, so dass letztendlich eine Tagesdosis von ca. 6 mg/kg verabreicht wurde, ausser wenn aufgrund von Unverträglichkeit eine Erhöhung nicht möglich war. Nach der Titration folgte eine 12-wöchige Stabilisierungsphase.
 
Kontrollierte Studien bei Patienten mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom
Die Wirksamkeit von Topiramat als Zusatztherapie bei Anfällen in Verbindung mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom wurde in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Multicenter-Doppelblindstudie gezeigt. Bei Patienten im Alter ≥2 Jahren wurde eine Topiramat-Dosierung gegen Placebo verglichen.
Zusätzlich zu Topiramat bzw. Placebo durften die Patienten in dieser Studie maximal zwei Antiepileptika einnehmen. Patienten, die vor der Teilnahme an der Studie mindestens 60 Anfälle pro Monat hatten, wurden in einer 4-wöchigen Baseline-Phase auf die optimalen Dosen ihrer begleitenden Antiepileptikatherapie eingestellt. Nach der Baseline-Phase wurden die Patienten randomisiert der Einnahme von Placebo oder Topiramat zusätzlich zu ihren anderen Antiepileptika zugeteilt. Begonnen wurde mit einer Topiramatdosis von 1 mg/kg pro Tag während einer Woche; diese Dosis wurde in der darauf folgenden Woche auf 3 mg/kg pro Tag und schliesslich auf 6 mg/kg pro Tag erhöht. Nach der Titration folgte eine 8-wöchige Stabilisierungsphase. Die Hauptkriterien für die Wirksamkeit waren die prozentuale Verringerung der Zahl der Drop-Anfälle und eine Globalbewertung der Anfallsschwere durch die Eltern.
In allen Studien zur Zusatztherapie wurde während der gesamten Doppelblindphase die Reduktion der Anfallsrate in Bezug auf die Basislinie gemessen. Die mittlere prozentuale Reduktion der Anfallsraten und die Responder-Raten (Anteil der Patienten mit mindestens 50% Reduktion) pro Behandlungsgruppe und Studie sind in Tabelle7aufgeführt. In der Studie zum Lennox-Gastaut-Syndrom wurde auch eine globale Verbesserung hinsichtlich der Anfallsschwere bewertet.
 
Tabelle7:Wirksamkeitsdaten aus den Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien zur Epilepsiebehandlung mit Topiramat als Zusatztherapie


 


 

 


 

 

Zieldosis (mg/Tag)


 

 


 

 

Proto
koll

Resultate

Wirksamkeit

Placebo

200

400

600

Partielle Anfälle


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 

Studien bei Erwachsenen


 

 


 

 


 

 


 

 


 

 

YD

N

45

45

45

46

 

% mittlere Reduktion der

Anfallsrate

11,6

27,2 1

47,5²

44,7³

 

% Responder

18

24

44 11

46 11

YE

N

47

-

-

48

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

1,7

-

-

40,8³

 

% Responder

9

-

-

40³

Y1

N

24

-

23

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

1,1

-

40,7 12

-

 

% Responder

8

-

35 11

-

Y2

N

30

-

-

30

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

-12,2

-

-

46,4 13

 

% Responder

10

-

-

47³

Y3

N

28

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

-20,6

-

-

-

 

% Responder

0

-

-

-

Studien bei Kindern

 

 

 

 

 

YP

N

45

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

10,5

-

-

-

 

% Responder

20

-

-

-

 

 

 

 

 

 

Primär generalisierter
tonisch-klonische Anfälle 1*

 

 

 

 

 

YTC

N

40

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

9,0

-

-

-

 

% Responder

20

-

-

-

YTCE

N

40

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

33,2

-

-

-

 

% Responder

35

-

-

-

Lennox-Gastaut Syndrom ²*

 

 

 

 

 

YL

N

49

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der
Anfallsrate

-5,1

-

-

-

 

% Responder

14

-

-

-

 

Verbesserung
der Anfallsschwere ³*

28

-

-

-

 


 

 

 

Zieldosis (mg/Tag)

 

 

Protokoll

Resultate

Wirksamkeit

Placebo

800

1000

@
6 mg/kg/ Tag*

Partielle Anfälle

 

 

 

 

 

Studien bei Erwachsenen

 

 

 

 

 

YD

N

45

-

-

-

 

% mittlere

Reduktion der Anfallsrate

11,6

-

-

-

 

% Responder

18

-

-

-

YE

N

47

48

47

-

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

1,7

41,0³

36,0³

-

 

% Responder

9

41³

36 11

-

Y1

N

24

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

1,1

-

-

-

 

% Responder

8

-

-

-

Y2

N

30

-

-

-

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

-12,2

-

-

-

 

% Responder

10

-

-

-

Y3

N

28

28

-

-

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

-20,6

24,3³

-

-

 

% Responder

0

43³

-

-

Studien bei Kindern

 

 

 

 

 

YP

N

45

-

-

41

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

10,5

-

-

33,1 11

 

% Responder

20

-

-

39

Primär generalisierter tonisch-klonische Anfälle 1

 

 

 

 

 

YTC

N

40

-

-

39

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

9,0

-

-

56,7 11

 

% Responder

20

-

-

56³

YTCE

N

40

-

-

39

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

33,2

-

-

57,1 11

 

% Responder

35

-

-

54³

Lennox-Gastaut Syndrom²*

 

 

 

 

 

YL

N

49

-

-

46

 

% mittlere Reduktion der Anfallsrate

-5,
1

-

-

14,8 11

 

% Responder

14

-

-

28 21

 

Verbesserung der Anfallsschwere³*

28

-

-

52 11

 
Vergleiche mit Placebo:
¹ p= 0,080;
² p0,010;
³ p0,001;
¹¹ p≤0,050;
¹² p=0,065;
¹³ p≤0,005;
²¹ p=0,071;
¹* % Mittlere Reduktion und % Responder sind für PGTC-Anfälle angegeben;
²* % Mittlere Reduktion und % Responder für Sturzanfälle, d.h. tonische oder atonische Anfälle;
³* Prozent der Probanden, die minimale, grosse oder sehr grosse Verbesserungen ab Basislinie aufwiesen.
* Für die Protokolle YP, YTC und YTCE wurden Protokoll-spezifische Zieldosierungen (<9,3 mg/kg/Tag) auf der Basis des Probandengewichts zur Annäherung an eine Dosierung von 6 mg/kg pro Tag zugewiesen; diese Dosierungen entsprechen mg/Tag-Dosierungen von 125, 175, 225 und 400 mg/Tag.
Subgruppenanalysen dieser Studien zur antiepileptischen Wirksamkeit von Topiramat Filmtabletten ergaben keine Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Rasse, Alter, Anfallsrate in Bezug auf die Basislinie oder zusätzliche Antiepileptika.
 
2. Epilepsie – Monotherapie
Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Topiramat als Monotherapie zu evaluieren, wurden drei randomisierte, klinische Parallelgruppen-Doppelblindstudien durchgeführt. Die Studien YI und EPMN-104 untersuchten das Ansprechen auf unterschiedliche Dosierungen, wobei ein Dosierungsschema mit niedrigen Dosierungen mit einem mit hohen Dosierungen verglichen wurde. In der Studie EPMN-105 wurde die Topiramat Monotherapie mit Carbamazepin oder Valproat bei Patienten mit neu diagnostizierter Epilepsie verglichen.
In der Studie YI (Studie mit einem Zentrum) wurden Patienten (n= 48) Alter von 15 bis 63 Jahren mit refraktären partiellen Anfällen von ihrer aktuellen Behandlung auf eine Monotherapie mit Topiramat 100 mg/Tag oder 1000 mg/Tag umgestellt. Die Hochdosisgruppe war der Niedrigdosisgruppe bezüglich der Wirksamkeitsparameternstatistisch überlegen. Bei 54% der Patienten der Hochdosisgruppe wurde das Ziel der Umstellung auf Monotherapie erreicht, im Vergleich zu 17% in der Niedrigdosisgruppe, wobei der Unterschied zwischen den Dosierungen statistisch signifikant war (p= 0,005). Die durchschnittliche Zeit bis zum Ausstieg war in der Hochdosisgruppe signifikant länger (p= 0,002). In der von Prüfern und Patienten vorgenommenen allgemeinen Beurteilung des klinischen Ansprechens schnitt die Hochdosisgruppe statistisch besser ab (p ≤0,002).
In der Studie EPMN-104 wurden erwachsene und pädiatrische Patienten mit neu diagnostizierter Epilepsie (n= 252) im Alter von 6 bis 85 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie nach ihrem Körpergewicht in die Niedrigdosis- (25 oder 50 mg/Tag) oder die Hochdosisgruppe (200 oder 500 mg/Tag) randomisiert. Insgesamt waren 54% der Hochdosisgruppe und 39% der Niedrigdosisgruppe während der Doppelblindphase anfallsfrei (p= 0,022). Die Hochdosisgruppe war der Niedrigdosisgruppe auch hinsichtlich der Verteilung der Anfallsfrequenz (p= 0,008) und des Zeitunterschieds bis zum ersten Anfall über drei Topiramat-Plasmakonzentrationsbereiche hinweg überlegen (p= 0,015).
In der Studie EPMN-105 wurden Patienten (n= 613) im Alter von 6 bis 84 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie randomisiert, und erhielten entweder 100 bzw. 200 mg/Tag Topiramat oder eine Standard-Antiepileptika-Behandlung (Carbamazepin oder Valproat). Topiramat war bezüglich der Anfallsreduktion bei diesen Patienten mindestens so wirksam wie Carbamazepin oder Valproat; die 95% Konfidenzintervalle für den Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen waren eng und schlossen Null ein – ein Hinweis darauf, dass kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen vorlag. Die zwei Behandlungsgruppen waren auch hinsichtlich aller Endpunkte zum klinischen Nutzen und zur Wirksamkeit vergleichbar, einschliesslich der Zeit bis zum Ausstieg, dem Anteil der anfallsfreien Probanden und der Zeit bis zum ersten Anfall.
 
3. Migräne
Die Ergebnisse von 2 randomisierten, Placebo-kontrollierten, klinischen Multicenter-Parallelgruppen-Versuchen (MIGR-001 und MIGR-002) zeigten die Wirksamkeit von Topiramat in der prophylaktischen Behandlung von Migränekopfschmerz. Primärer Endpunkt der Wirksamkeit war die Reduktion der Häufigkeit der Migränekopfschmerzen. Als Messgrösse diente die Änderung der Migränerate über 4 Wochen von der Basislinienzur Doppelblindbehandlungs-Phase in jeder Topiramat Behandlungsgruppe verglichen mit Placebo der ITT (Intent-to-treat) Population.
In der ersten Studie (MIGR-001) wurden insgesamt 469 Patienten randomisiert und lieferten Daten zur Wirksamkeit. 265 Patienten schlossen die komplette 26-wöchige Doppelblindphase ab. Die durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 47,8 mg/Tag, 88,3 mg/Tag und 132,1 mg/Tag in den Zieldosisgruppen für Topiramat 50, 100 bzw. 200 mg/Tag.
Die mittlere Häufigkeit der Migränekopfschmerzen während der Basislinienphase betrug ungefähr 5,5 Migränekopfschmerzen/28 Tage und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Die Änderung in der mittleren Migränerate über 4 Wochen von der Basislinienzur Doppelblindphase war –1,3, –2,1 und –2,2 in den Zieldosisgruppen für Topiramat 50, 100 und 200 mg/Tag, verglichen mit –0,8 in der Placebogruppe. Die Unterschiede zwischen den Gruppen Topiramat 100 und 200 mg/Tag versus Placebo waren statistisch signifikant (p <0,001 für beide Vergleiche).
In der zweiten Studie (MIGR-002) wurden insgesamt 468 Patienten randomisiert und lieferten Wirksamkeitsdaten. 265 Patienten schlossen die komplette 26-wöchige Doppelblindphase ab. Die durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 46,5 mg/Tag, 85,6 mg/Tag und 150,2 mg/Tag in den Zieldosisgruppen für Topiramat 50, 100 und 200 mg/Tag.
Die mittlere Häufigkeit der Migränekopfschmerzen in der Basislinienphase betrug ungefähr 5,5 Migränekopfschmerzen/28 Tage und war in allen Behandlungsgruppen ähnlich. Die Änderung in der mittleren Migränerate über 4 Wochen von der Basislinienzur Doppelblindphase war –1,4, –2,1 und –2,4 in den Zieldosisgruppen von Topiramat 50, 100 und 200 mg/Tag, verglichen mit –1,1 in der Placebogruppe. Die Unterschiede zwischen den Gruppen Topiramat 100 und 200 mg/Tag versus Placebo waren statistisch signifikant (p= 0,008 bzw. <0,001).
In beiden Studien waren keine offensichtlichen Unterschiede im Behandlungseffekt innerhalb altersoder geschlechtsspezifischer Untergruppen festzustellen.
In einer Ergänzungsstudie MIGR-003 wurde gezeigt, dass die monatliche Häufigkeit der Migräneperioden (primärer Endpunkt) im Vergleich mit der Basisperiode unter Placebo um (–0,8 Perioden/Monat) abnahm, die Reduktion betrug unter Topiramat 100 mg/Tag (–1,6 Perioden/Monat) und unter Topiramat 200 mg/Tag (–1,1 Perioden/Monat). Diese Unterschiede waren gemäss statistischem Protokoll nicht signifikant. Als sekundärer Endpunkt wurden Topiramat 100 mg/Tag und Topiramat 200 mg/Tag auch mit der aktiven Kontrolle Propanolol 160 mg/Tag verglichen (–1,6, –1,1, –1,6 Perioden/Monat), es wurde nicht geprüft, ob die aktive Kontrolle (Propanolol) statistisch signifikant besser war als Placebo.
Die durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 87,9 mg/Tag, 124,2 mg/Tag bzw. 129,6 mg/Tag in den Zieldosisgruppen Topiramat 100 mg/Tag, 200 mg/Tag bzw. Propranolol 160 mg/Tag.
In einer weiteren Studie CAPSS-155 wurden hinsichtlich der primären Wirksamkeitsanalyse keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Topiramat und Placebo festgestellt (Änderung der monatlichen Migräne-Episodenrate bezüglich der Basislinie). Die durchschnittlichen Tagesdosierungen betrugen 116,3 mg/Tag in der Zieldosisgruppe Topiramat 200 mg/Tag.
 

Pharmakokinetik

Absorption
Topiramat wird rasch und gut resorbiert. Aufgrund der im Urin gefundenen Radioaktivität beträgt die mittlere Resorption bei einer Dosis von 100 mg14C-Topiramat mindestens 81%. Nahrungsmittel haben keine klinisch signifikante Wirkung auf die Bioverfügbarkeit von Topiramat.
 
Distribution
Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen für Einzeldosen von bis zu 1200 mg beträgt 0,55–0,8 l/kg und liegt bei Frauen tiefer als bei Männern. Die Plasmaproteinbindung beträgt im Allgemeinen 13–17%.
Die Plasmakonzentrationen von Topiramat schwanken zwischen einzelnen Individuen nur sehr wenig, weshalb sich seine Pharmakokinetik gut voraussagen lässt. Es handelt sich um eine lineare Kinetik, wobei die Plasmaclearance konstant bleibt und die Plasma-AUC bei gesunden Probanden über einen Bereich von 100–400 mg dosisproportional zunimmt. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann es 4–8 Tage dauern, bis der Steady-State erreicht ist. Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Niereninsuffizienz kann es 10–15 Tage dauern, bis der Steady-state erreicht ist. Die mittleren maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) nach mehrfachen oralen Gaben von zweimal 100 mg/Tag lagen bei gesunden Probanden bei 6,76 µg/ml.
 
Metabolismus
Topiramat wird bei gesunden Probanden nur zu 20% metabolisiert. Bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen als Enzym-Induktoren bekannten Antiepileptika behandelt werden, wird Topiramat bis zu 50% metabolisiert. Aus Plasma, Urin und Fäzes wurden sechs Metaboliten isoliert.
Zwei Metaboliten, welche die Struktur von Topiramat weitgehend beibehielten, entfalteten in Tests nur eine geringe oder gar keine antikonvulsive Wirkung.
 
Elimination
Beim Menschen werden unverändertes Topiramat und seine Metaboliten hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Nach oraler Gabe lag die totale Plasmaclearance bei rund 20–30 ml/min.
Nach mehrfachen Dosen von zweimal 50 mg bzw. 100 mg/Tag Topiramat lag die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertzeit bei ca. 21 Stunden.
 
Kinetik spezieller Patientengruppen
Bei Patienten mitmittelschwerer und schwererNiereninsuffizienz (CL CR <70ml/min) ist die Plasmaclearance und die renale Clearance von Topiramat erniedrigt.Aus diesem Grund werden bei einer gegebenen Dosis beiPatienten mit Niereninsuffizienzhöhere Steady-State-Plasmakonzentrationen von Topiramat als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erwartet. Ausserdem benötigen Patienten mit Niereninsuffizienz bei allen Dosen eine längere Zeitspanne zum Erreichen des Steady-State. Bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Niereninsuffizienz wirddieHälfte der üblichen Anfangsdosis und der üblichen Erhaltungsdosis empfohlen.
Die Plasmaclearance von Topiramat ist beiälteren Patientenunverändert, sofern keine Nierenkrankheiten vorliegen.
Topiramat wird durch Hämodialyse wirkungsvoll aus dem Plasma entfernt. Eine verlängerte Dauer der Hämodialyse kann einen Abfall der Topiramatkonzentration unter den für die Aufrechterhaltung einer antiepileptischen Wirkung erforderlichen Wert verursachen. Um einen raschen Abfall der Plasmakonzentration von Topiramat während der Hämodialyse zu vermeiden, kann eine zusätzliche Dosis Topiramat erforderlich sein. Die effektive Dosisanpassung sollte 1) die Dauer der Dialyse, 2) die Clearancerate des angewendeten Dialysesystems und 3) die effektive renale Clearance von Topiramat bei dem dialysierten Patienten berücksichtigen.
Die Plasmaclearance von Topiramat nimmt bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Leberfunktionsstörungdurchschnittlich um 26% ab. Deshalb sollte Topiramat bei Patienten mit Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden.
 
Kinetik bei Kindern von 2–12 Jahren
Die Pharmakokinetik von Topiramat bei Kindern verläuft wie bei Erwachsenen unter «Add-On»-Therapie linear, wobei die Plasmaclearance dosisunabhängig ist und die Steady-State-Plasmakonzentrationen sich proportional zur verabreichten Dosis erhöhen. Bei Kindern wird eine höhere Clearance und eine kürzere Halbwertszeit beobachtet als bei Erwachsenen, weshalb die Plasmakonzentrationen für dieselbe mg/kg-Dosis bei Kindern tiefer liegen können als bei Erwachsenen. Wie auch bei Erwachsenen werden durch die gleichzeitige Verabreichung von anderen als Enzym-Induktoren bekannten Antiepileptika die Steady-State-Plasmakonzentrationen bei Kindern verringert.
 

Präklinische Daten

Wiederholte orale Behandlung mit Topiramat verursachte in Nagern reversible Hyperplasien von Epithelzellen des Magens (12 Monate Rattenstudie mit Dosen von 10, 55 und 300 mg/kg). Diese Befunde traten im Bereich humantherapeutischer Exposition auf.
In der Karzinogenesestudie der Maus traten Tumoren der glatten Muskulatur der Harnblase auf (männliche Tiere bei 300 mg/kg; in allen Dosisgruppen).
Topiramat war in allen Studien der genetischen Toxizität frei von mutagenen Effekten.
Topiramat passiert in der Ratte die Plazentaschranke. In reproduktionstoxikologischen Studien wurden in allen Spezies(Maus, Ratte und Kaninchen)teratogene Effekte beobachtet, die mit denen von Carboanhydrasehemmern vergleichbar sind. Jungtiere wiesen auch in der Laktationsphase geringere Körpergewichte auf.
Trotz Toxizität beim Mutterund Vatertier schon ab 8 mg/kg/Tag wurden in nicht klinischen Studien zur Fertilität bei männlichen und weiblichen Ratten bei Dosen bis 100 mg/kg/Tag keine Effekte auf die Fertilität beobachtet.
BeijuvenilenRatten führte die orale Verabreichung von Topiramat in Dosierungen von bis zu 300 mg/Tag in der Entwicklungsphase, welche dem Säuglingsalter, der Kindheit bzw. der Jugend entspricht, zu ähnlichen Toxizitäten wie bei erwachsenen Tieren (verminderte Futteraufnahme mit geringerer Gewichtszunahme, zentrolobuläre hepatozelluläre Hypertrophie und leichte urotheliale Hyperplasie der Harnblase). Es waren keine bedeutsamen Auswirkungen auf das Wachstum der langen Röhrenknochen (Tibia) oder die Knochenmineraldichte (Femur) nachweisbar; ebenso wenig zeigten sich Auswirkungen auf die Entwöhnung und reproduktive Entwicklung, die neurologische Entwicklung (einschliesslich Untersuchungen von Gedächtnis und Lernen), das Paarungsverhalten, die Fruchtbarkeit oder Hysterotomie-Parameter.
 

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
 
Besondere Lagerungshinweise
Topiramat DESITIN Filmtabletten: Bei Raumtemperatur (15-25°C) in der Originalverpackung aufbewahren.
Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.
 

Zulassungsnummer

58796 (Swissmedic).
 

Packungen

Topiramat DESITIN 25 mg, Filmtabletten, 60 [B]
Topiramat DESITIN 50 mg, Filmtabletten, 60 [B]
Topiramat DESITIN 100 mg, Filmtabletten, 60 [B]
Topiramat DESITIN 200 mg, Filmtabletten, 60 [B]
 

Zulassungsinhaberin

Desitin Pharma GmbH, 4410 Liestal
 

Stand der Information

Januar 2012

LGPL2013 ywesee.com, Commit-ID
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