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Patienteninformation zu Motilium®/- lingual®:JNTL Consumer Health II (Switzerland) GmbH
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Motilium®/- lingual®

Was ist Motilium/Motilium lingual und wann wird es angewendet?

Motilium/Motilium lingual dient zur symptomatischen Behandlung von Übelkeit und Erbrechen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Domperidon können einige, seltene Nebenwirkungen auftreten, die es erforderlich machen, die Behandlung sofort abzubrechen und unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren. Detaillierte Angaben finden sich im Abschnitt «Welche Nebenwirkungen kann Motilium/Motilium lingual haben?».

Wann darf Motilium/Motilium lingual nicht eingenommen werden?

Sie dürfen Motilium/Motilium lingual nicht anwenden:
·wenn Sie allergisch (überempfindlich) sind gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Inhaltsstoffe (z.B. Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit oder Gesichtsschwellungen).
·wenn Sie an einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, genannt Prolaktinom, leiden.
·bei schweren Magen-Darmkrankheiten (Blutungen, mechanischem Darmverschluss oder Darmdurchbruch). Solche Erkrankungen können sich in Form von schweren Bauchkrämpfen oder anhaltend dunklem Stuhl bemerkbar machen.
·wenn Sie eine Lebererkrankung haben oder hatten.
·wenn Ihr EKG (Elektrokardiogramm) auf ein Herzproblem hinweist, das als «verlängertes QT-Intervall» bezeichnet wird.
·wenn Sie ein Problem haben oder hatten, bei dem Ihr Herz das Blut nicht so gut durch den Körper pumpen kann, wie es sollte (Herzinsuffizienz)
·wenn Sie ein Problem haben, bei dem Ihr Kalium- oder Magnesiumspiegel erniedrigt ist oder der Kaliumspiegel in Ihrem Blut erhöht ist.
·wenn Sie gleichzeitig folgende Arzneimittel anwenden, die das Leberenzym CYP3A4 hemmen, den Metabolismus anderer Arzneimittel im Körper verlangsamen oder Ihren Herzrhythmus beeinträchtigen können:
·gewisse Arzneimittel (sog. Azol-Antimykotika) zur Behandlung von Pilzinfektionen wie z.B Itraconazol, Ketoconazol, Pasoconazol, oder Voriconazol;
·gewisse Antibiotika wie Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin welche gegen bakterielle Infektionen eingesetzt werden;
·bestimmte Arzneimittel gegen Infektionen mit dem HIV-Virus (HIV-Proteinase-Hemmer) wie Ritonavir oder Squinavir;
Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sind für Kinder unter 12 Jahren sowie Erwachsene und Jugendliche, die weniger als 35 kg wiegen nicht geeignet.

Wann ist bei der Einnahme von Motilium/Motilium lingual Vorsicht geboten?

Wenn Sie älter als 60 Jahre sind, sollten Sie vor der Einnahme von Motilium ihren Arzt bzw. Ärztin um Rat fragen.
Wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel (auch Präparate aus Heilpflanzen) einnehmen, müssen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Apotheker/Ihrer Apothekerin besprechen, da Motilium bei der gleichzeitigen Einnahme von Arzneimitteln, die ein bestimmtes Eiweiss, das Leberenzym CYP3A4 beeinflussen, zu Wechselwirkungen führen kann.
Sie sollten Ihren Arzt oder Apotheker resp. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, wenn Sie früher Probleme mit dem Herzen hatten oder aktuell an einer Herzkrankheit leiden, einschliesslich Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzinfarkt, Angina pectoris (Herzenge) oder Herzrhythmusstörungen (schneller, langsamer oder unregelmässiger Herzschlag).
Falls Sie während der Behandlung einen abnormalen Herzrhythmus feststellen, sollten Sie die Behandlung mit Motilium beenden und umgehend Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen.
Patienten mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) sollten mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin sprechen, bevor sie Motilium einnehmen.
Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sollten bei Patienten mit Lebererkrankungen nicht angewendet werden.
Bei Patienten mit einer Nierenerkrankung wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin evtl. eine Dosisanpassung vornehmen, insbesondere dann, wenn Sie Motilium/Motilium lingual über einen längeren Zeitraum einnehmen.
Spezielle Darreichungsformen
Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die Magensäure vermindern.
Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sollten nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, welche die Magensäure vermindern, eingenommen werden. Nehmen Sie das orale Motilium (Filmtabletten, resp. lingual Schmelztabletten) vor und das Arzneimittel gegen die Magensäure nach der Mahlzeit ein.
Motilium Filmtabletten
Die Filmtabletten enthalten Laktose und sind daher nicht geeignet für Patienten mit einer Laktoseintoleranz (= Unfähigkeit Laktose, einen Zucker der in der Milch und in Milchprodukten vorkommt, zu verdauen) oder einer Galaktosämie (Vorkommen von Galaktose im Blut) oder einem Glukose-Galaktose Malabsorptions-Syndrom (= Stoffwechselstörung mit Unfähigkeit Kohlenhydrate und Zuckerarten, welche in der Nahrung vorkommen, einschliesslich Stärke, Milch und Milchprodukte, zu verdauen).
Motilium lingual Schmelztabletten
Die Lingual Schmelztabletten enthalten Aspartam und sind für Patienten mit einem Riskio für Hyperphenylalaninämie nicht geeignet.
Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Anticholinergika (Arzneimittel zur Behandlung von Allergien, Asthma, Inkontinenz, Magendarmkrämpfen, Muskelspasmen, Depression oder Schlafstörungen, beispielsweise Dextromethorphan oder Diphenhydramin) einnehmen, da diese Motilium beeinflussen könnten.
Lenken Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich müde, schläfrig oder schwindlig fühlen, nachdem Sie Ihr Medikament eingenommen haben.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker resp. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
·Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen oder bakteriellen Infektionen, Herzproblemen, Malaria, AIDS/HIV, Depressionen, psychischen Erkrankungen, Magen-Darm-Problemen, Krebserkrankungen, Schmerzen oder Abhängigkeit nehmen;
·Aprepitant nehmen, ein Arzneimittel zur Linderung von Übelkeit im Zusammenhang mit einer Chemotherapie.
Ihr Arzt resp. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob diese Arzneimittel zusammen mit Motilium/Motilium lingual eingenommen werden können oder ob Sie engmaschig auf das Auftreten von Herzproblemen überwacht werden müssen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Motilium/Motilium lingual während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft
Es ist nicht bekannt, ob eine Anwendung von Motilium während der Schwangerschaft schädlich ist. Wenn Sie schwanger sind oder meinen, schwanger zu sein, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, der bzw. die entscheiden wird, ob Sie Motilium einnehmen können.
Stillzeit
Geringe Menge von Motilium wurden in der Muttermilch festgestellt. Die Anwendung bei stillenden Müttern wird daher nicht empfohlen.

Wie verwenden Sie Motilium/Motilium lingual?

Motilium wirkt am besten, wenn Sie das Arzneimittel mit etwas Flüssigkeit 15-30 Minuten vor den Mahlzeiten und falls nötig vor dem Schlafengehen einnehmen.
Die folgenden Dosen sind Richtdosen und können von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin auf Ihre persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.
Erwachsene und Jugendliche (über 12 Jahre), die mehr als 35 kg wiegen
Dosierung von Motilium/Motilium lingual ohne ärztliche Verschreibung
1 Tablette zu 10 mg 3× täglich vor dem Essen. Die Maximaldosis beträgt 3 Tabletten zu 10 mg pro Tag.
Motilium sollte ununterbrochen nicht länger als eine Woche eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn die Übelkeit und das Erbrechen bei Ihnen länger als eine Woche anhalten.
Kinder unter 12 Jahren, Erwachsene und Jugendliche, die weniger als 35 kg wiegen
Motilium Filmtabletten und Motilium lingual Schmelztabletten sind für Kinder unter 12 Jahren, Erwachsene und Jugendliche mit einem Körpergewicht unter 35 kg nicht geeignet.
Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Motilium/Motilium lingual haben?

Beenden Sie sofort die Behandlung mit Domperidon und wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt/ Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen eine der unten aufgeführten unerwünschten Nebenwirkungen eintritt.
Sehr selten (bei weniger als 1 von 10'000 Patienten festgestellt):
·Schwindelgefühl
·Krämpfe
·unkontrollierte Bewegungen des Gesichts oder der Arme und Beine, starkes Zittern, extreme Muskelsteifheit oder Muskelspasmen
·allergische Reaktion, die kurz nach der Verabreichung auftreten kann und sich in Form von Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit und/oder einem geschwollenen Gesicht äussert
·starke Überempfindlichkeitsreaktion, die kurz nach der Verabreichung auftreten und sich neben anderen Symptomen in Form von Nesselausschlag, Juckreiz, Erröten, Ohnmacht und Schwellungen der Hände, Füsse, des Gesichtes oder im Bereich des Kehlkopfes äussern kann, was zu Schluck- und Atemproblemen führen kann.
·Herzrhythmusstörungen
·Plötzlicher Tod aufgrund eines plötzlichen Verlusts der Herzfunktion insbesondere bei Personen, die vorher möglicherweise eine Herzkrankheit hatten.
Andere unerwünschte Nebenwirkungen, die mit Motilium festgestellt wurden, sind unten aufgeführt:
Häufig (bei mindestens einem von 100, aber weniger als 1 von 10 Patienten festgestellt):
·Depression
·Angstzustände
·Verlust des Interesses an Sex oder verringertes Interesse an Sex
·Kopfschmerzen
·Schläfrigkeit
·Ruhelosigkeit
·Durchfall
·Ausschlag
·Juckreiz
·Vergrösserung der Brust
·Schmerzen oder Druckempfindlichkeit der Brust
·Milchausfluss aus den Brüsten oder Probleme beim Brustgeben
·unregelmässige oder unterbrochene Menstruation bei Frauen
·allgemeines Schwächegefühl
·trockener Mund
Gelegentlich (bei mindestens einem von 1'000, aber weniger als 1 von 100 Patienten festgestellt):
·Überempfindlichkeitsreaktion
·Nesselausschlag
·geschwollene Brüste
·ungewöhnlicher Ausfluss aus den Brüsten
Selten (bei mindestens 1 von 10'000, aber weniger als 1 von 1'000 Patienten festgestellt):
·Erhöhter Prolaktinspiegel
Sehr selten (bei weniger als 1 von 10'000 Patienten festgestellt):
·Erregtheit
·Nervosität
·Unfähigkeit zu urinieren
·Vorübergehende Darmkrämpfe
·Unnormale Leberfunktionswerte
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Motilium: Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren
Motilium lingual: Bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Spezielle Handhabung von Motilium lingual Schmelztabletten:
Motilium lingual ist eine sich schnell auflösende Schmelztablette. Die Schmelztablette wird auf die Zunge gelegt, worauf sie sofort zerfällt und dann mit dem Speichel geschluckt werden kann. Flüssigkeitszufuhr ist für die Einnahme von Schmelztabletten nicht notwendig. Da die schnell zerfallenden Schmelztabletten zerbrechlich sind, dürfen Motilium lingual Schmelztabletten nicht durch den Blister gedrückt werden, da sie sonst beschädigt würden. Motilium lingual Schmelztabletten werden folgendermassen aus dem Blister genommen:
·Folienecke an der Markierung abziehen (Abb. 1)
·die Folie vollständig entfernen (Abb. 2)
·Blister biegen (Abb. 3)
·die Schmelztablette entnehmen (Abb. 4)

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Wo erhalten Sie Motilium/Motilium lingual? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken ohne ärztliche Verschreibung:
Motilium Filmtabletten: Packung mit 30 Filmtabletten.
Motilium lingual Schmelztabletten: Packung mit 30 Schmelztabletten.

Zulassungsnummer

41903, 54068 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

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