Ausdruck von http://www.oddb.org
Ultravist®
Bayer (Schweiz) AG

AMZV

Zusammensetzung

Ultravist 150 Iopromidum 312 mg (corresp. iodum 150 mg/ml) pro 1 ml.

Ultravist 240
Iopromidum 499 mg (corresp. iodum 240 mg/ml) pro 1 ml.

Ultravist 300
Iopromidum 623 mg (corresp. iodum 300 mg/ml) pro 1 ml.

Ultravist 370
Iopromidum 769 mg (corresp. iodum 370 mg/ml) pro 1 ml.

Hilfsstoffe: Calcium disodium edetate, Trometamol, aqua ad iniectabilia.

Ultravist                 150    240   300    370   
Jodkonzentration (mg/ml)  150    240   300    370   
Jodgehalt (g) pro                                   
Flasche zu 20 ml          -     -      6,0    -     
Flasche zu 30 ml          -     -      -      11,1  
Flasche zu 50 ml          7,5   12     15,0   18,5  
Flasche zu 75 ml          -     -      22,5   -     
Flasche zu 100 ml         -     -      30,0   37,0  
Flasche zu 125 ml         -     -      37,5   -     
Flasche zu 200 ml         30    -      60,0   74,0  
Flasche zu 500 ml         -     -      150,0  185,0 
Kontrastmittelkonzentration                         
(mg/ml)                   312   499    623    769   
Kontrastmittelgehalt (g) pro                        
Flasche zu 20 ml          -     -      12,5   -     
Flasche zu 30 ml          -     -      -      23,0  
Flasche zu 50 ml          15,6  24,9   31,2   38,4  
Flasche zu 75 ml          -     -      46,7   -     
Flasche zu 100 ml         -     -      62,3   76,9  
Flasche zu 125 ml         -     -      77,9   -     
Flasche zu 200 ml         62,4  -      124,7  153,8 
Flasche zu 500 ml         -     -      311,5  384,5 
Viskosität (mPa·s bzw. CP)                          
bei 20 °C                 2,3   4,9    8,9    22,0  
bei 37 °C                 1,5   2,8    4,7    10,0  
Osmot. Druck bei 37 °C                              
(Mpa)                     0,86  1,22   1,59   2,02  
(atm)                     8,5   12,1   15,7   19,9  
Osmolalität bei 37 °C     0,33  0,48   0,59   0,77  
(osm/kg H2O)                                        
Osmolarität bei 37 °C     0,28  0,36   0,43   0,49  
(osm/l Lsg.)

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zur Injektion oder Infusion.

Ultravist 150
Iopromidum 312 mg corresp. iodum 150 mg pro 1 ml.

Ultravist 240
Iopromidum 499 mg corresp. iodum 240 mg pro 1 ml.

Ultravist 300
Iopromidum 623 mg corresp. iodum 300 mg pro 1 ml.

Ultravist 370
Iopromidum 769 mg corresp. iodum 370 mg pro 1 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Für diagnostische Zwecke!

Ultravist 150
Intraarterielle digitale Subtraktionsangiographie, Funktionskontrolle bei Dialyse-Shunt.

Ultravist 240
Kontrastverstärkung bei der Computertomographie (CT), digitale Subtraktionsangiographie (DSA), intravenöse Urographie, Extremitätenphlebographie, Darstellung von Körperhöhlen (z.B. Arthrographie, Hysterosalpingographie, Fistulographie), mit Ausnahme der Myelographie, Ventrikulographie, Zisternographie.

Ultravist 300
Kontrastverstärkung bei der Computertomographie (CT), digitale Subtraktionsangiographie (DSA), intravenöse Urographie, Extremitätenphlebographie, Venographie, Arteriographie, Darstellung von Körperhöhlen (z.B. Arthrographie, Hysterosalpingographie, Fistulographie), mit Ausnahme der Myelographie, Ventrikulographie, Zisternographie.

Ultravist 370
Kontrastverstärkung bei der Computertomographie (CT), digitale Subtraktionsangiographie (DSA), intravenöse Urographie, Arteriographie sowie speziell zur Angiocardiographie, Darstellung von Körperhöhlen (z.B. Arthrographie, Fistulographie), mit Ausnahme der Myelographie, Ventrikulographie, Zisternographie.

Dosierung/Anwendung

Eine Eigenschaft nichtionischer Röntgenkontrastmittel (RKM) ist ihr extrem geringer Einfluss auf normale physiologische Funktionen. Als Folge davon haben nichtionische RKM in vitro eine schwächere gerinnungshemmende Wirkung als ionische RKM. Es ist auf eine besonders sorgfältige angiographische Technik und das häufige Spülen der benutzten Katheter mit physiologischer Kochsalzlösung zu achten, um das mit der Untersuchungstechnik verbundene Thromboembolierisiko so gering wie möglich zu halten.

- Empfehlungen zur Nahrungsaufnahme
Bei Angiographien im Abdominalbereich und bei Urographien lässt sich die diagnostische Aussage erhöhen, wenn der Darm weitgehend entleert und entgast ist.
Bis zu zwei Stunden vor der Untersuchung kann der Patient normale Kost zu sich nehmen. In den letzten zwei Stunden vor der Untersuchung sollte er nichts mehr essen.
Deshalb sind an den beiden Tagen vor der Untersuchung blähende Speisen zu meiden, insbesondere Hülsenfrüchte, Salate, Obst, dunkles und frisches Brot sowie alle ungekochten Gemüsearten. Am Vortag der Untersuchung soll nach 18 Uhr nichts mehr gegessen werden. Ausserdem kann es zweckmässig sein, am Abend ein Abführmittel anzuwenden.

- Hydratation
Vor und nach der intravasalen und intrathekalen Kontrastmittelapplikation muss eine ausreichende Hydratation gewährleistet sein. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Plasmozytom, Diabetes mellitus, Polyurie, Oligurie, Hyperurikämie sowie für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Patienten.

- Neugeborene, Säuglinge und Kinder
Bei Säuglingen (Alter <1 Jahr) und insbesondere Neugeborenen kann es u.a. zu Störungen des Elektrolythaushaltes und Veränderungen der Hämodynamik kommen. Auf die zu verwendende Kontrastmitteldosis, die technische Durchführung des radiologischen Verfahrens und den Zustand des Patienten ist besonders sorgfältig zu achten.

- Angstzustände
Zustände starker Aufregung, Angst oder Schmerzen können das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen oder kontrastmittelbedingte Reaktionen verstärken. Diesen Patienten kann ein Sedativum verabreicht werden.

- Erwärmung vor Applikation
Kontrastmittel, die vor der Applikation auf Körpertemperatur erwärmt werden, werden besser vertragen und lassen sich aufgrund der geringeren Viskosität leichter injizieren. Bei Einsatz eines Wärmeschrankes sollte immer nur der Tagesbedarf an Flaschen auf 37 °C erwärmt werden. Wenn Schutz vor Tageslicht gewährleistet ist, sind auch längere Erwärmungsphasen ohne Qualitätsverlust möglich. Drei Monate dürfen jedoch nicht überschritten werden.

- Vorabtestung
Ein Sensibilitätstest unter Anwendung einer geringen Menge Kontrastmittel wird nicht empfohlen, da er keinen Vorhersagewert besitzt. Ausserdem haben Sensibilitätstests selbst gelegentlich zu schweren und sogar tödlichen Überempfindlichkeitsreaktionen geführt.

Dosierung bei intravasaler Applikation
Intravasale Kontrastmittelgaben sind möglichst am liegenden Patienten vorzunehmen.
Bei schwerer Nieren- oder Herz-Kreislauf-Insuffizienz sowie bei schlechtem Allgemeinzustand muss die Kontrastmitteldosis so gering wie möglich gehalten werden. Bei diesen Patienten empfiehlt sich eine Überwachung der Nierenfunktion über mindestens drei Tage nach der Untersuchung.
Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht, klinischer Fragestellung und Untersuchungstechnik.
Die unten aufgeführten Dosierungen sind nur als Empfehlung zu betrachten und stellen übliche Dosen für einen normalgewichtigen erwachsenen Patienten mit einem Gewicht von 70 kg dar. Es werden die Dosen für Einzelinjektionen oder pro kg Körpergewicht (KG) angegeben.
Dosen von 0,9 bis 1,5 g Jod pro kg Körpergewicht (entsprechend 3-5 ml Ultravist 300/kg Körpergewicht) liefern in den meisten Fällen eine ausreichende diagnostische Information.
Zwischen getrennten Injektionen sollte dem Organismus genügend Zeit gegeben werden, die erhöhte Serumosmolalität durch den Einstrom interstitieller Flüssigkeit zu kompensieren. Ist es in besonderen Situationen erforderlich, höhere Dosen beim Erwachsenen zu verabreichen, sollten zusätzliches Wasser und gegebenenfalls Elektrolyte verabreicht werden.

Dosisempfehlungen für Einzelinjektionen
- Konventionelle Angiographie
Aortenbogenangiographie 50-80 ml Ultravist 300.
Selektive Angiographie 6-15 ml Ultravist 300.
Thorakale Aortographie 50-80 ml Ultravist 300.
Abdominale Aortographie 40-60 ml Ultravist 300.

Arteriographie
Obere Extremitäten 8-12 ml Ultravist 300.
Untere Extremitäten 20-30 ml Ultravist 300.

Angiokardiographie
Herzventrikel 40-60 ml Ultravist 370.
Koronarangiographie 5-8 ml Ultravist 370.

Phlebographie
Obere Extremitäten 50-60 ml Ultravist 240 oder 15-30 ml Ultravist 300.
Untere Extremitäten 50-80 ml Ultravist 240 oder 30-60 ml Ultravist 300.

- Intravenöse DSA
Bei Erwachsenen wird die i.v. Injektion von 30-60 ml Ultravist 300/370 als Bolus (Flussrate: 8-12 ml/s in die Vena cubitalis; 10-20 ml/s in die Vena cava) empfohlen für die kontrastreiche Darstellung grosser Gefässe, der Lungenarterien und der Hals, Kopf, Nieren und Extremitäten versorgenden Arterien. Die in den Venen verbleibende Kontrastmittelmenge kann durch unmittelbar anschliessende Bolusinjektion von 20 bis 40 ml isotonischer Natriumchloridlösung reduziert und diagnostisch verwendet werden.

Erwachsene
30-60 ml Ultravist 300/370.

- Intraarterielle DSA
Die in der konventionellen Angiographie gebräuchlichen Werte für Boluskonzentration, -volumen und Flussrate können für die intraarterielle DSA reduziert werden.
Für kontrastreiche Darstellungen der Arterien, z.B. im Bereich von Hals, Kopf und Extremitäten, werden je nach Gefässgrösse im Allgemeinen mehrfach 10-40 ml Ultravist 150 direkt oder via Katheter injiziert.
In einigen Fällen können zur Arteriographie der unteren Extremität höhere Kontrastmitteldosen (ca. 200 ml Ultravist 150) erforderlich sein, z.B. wenn beide Beine untersucht werden müssen.
Ultravist 150: Ca.10-200 ml für intraarterielle DSA.

- Computertomographie (CT)
Wenn möglich, sollte Ultravist als i.v. Bolus injiziert werden, vorzugsweise mit einem Hochdruckinjektor. Nur bei langsamen Scannern sollte etwa die Hälfte der Gesamtdosis als Bolus und der Rest innerhalb von 2-6 Minuten appliziert werden, um einen relativ konstanten, wenn auch nicht maximalen Blutspiegel zu erreichen.
Die Spiral-CT in Einzel-, aber insbesondere in Mehrschichttechnik, ermöglicht die schnelle Akquisition eines Datenvolumens während eines einzigen Atemstillstands. Zur Optimierung der Wirkung eines i.v. applizierten Bolus (80-150 ml Ultravist 300) im interessierenden Bereich (Maximum, Zeit und Dauer der Kontrastverstärkung) empfiehlt sich dringend die Anwendung eines automatischen Hochdruckinjektors und Bolus-Tracking.

Kraniale CT
In der kranialen CT werden folgende Dosierungen empfohlen:
Ultravist 240: 1,5-2,5 ml/kg KG.
Ultravist 300: 1,0-2,0 ml/kg KG.
Ultravist 370: 1,0-1,5 ml/kg KG.

Ganzkörper CT
Bei der Ganzkörper Computertomographie hängen die erforderlichen Kontrastmitteldosen und Applikationsgeschwindigkeiten von den zu untersuchenden Organen, der diagnostischen Fragestellung und insbesondere den unterschiedlichen Aufnahme- und Bildrekonstruktionszeiten des verwendeten Scanners ab.

Intravenöse Urographie
Die physiologische Konzentrationsschwäche des noch unreifen Nephrons kindlicher Nieren erfordert relativ hohe Kontrastmitteldosen.
Es werden folgende Dosen empfohlen:

Neugeborene (<1 Monat)
1,2 g I/kg KG
= 5,0 ml/kg KG Ultravist 240.
= 4,0 ml/kg KG Ultravist 300.
= 3,2 ml/kg KG Ultravist 370.

Säuglinge/Kleinkinder (1 Monat-2 Jahre)
1,0 g I/kg KG
= 4,2 ml/kg KG Ultravist 240.
= 3,3 ml/kg KG Ultravist 300.
= 2,7 ml/kg KG Ultravist 370.

Kinder (2-11 Jahre)
0,5 g I/kg KG
= 2,1 ml/kg KG Ultravist 240.
= 1,7 ml/kg KG Ultravist 300.
= 1,4 ml/kg KG Ultravist 370.

Jugendliche und Erwachsene
0,3 g l/kg KG
= 1,3 ml/kg KG Ultravist 240.
= 1,0 ml/kg KG Ultravist 300.
= 0,8 ml/kg KG Ultravist 370.
Eine Erhöhung der Dosis ist bei Erwachsenen möglich, wenn dies in besonderen Fällen für notwendig erachtet wird.

Aufnahmezeiten
Werden die oben angegebenen Dosierungsrichtlinien eingehalten und Ultravist 300/370 über einen Zeitraum von 1 bis 2 Minuten (3-5 Minuten bei Ultravist 240) verabreicht, ist das Nierenparenchym normalerweise 3 bis 5 Minuten (5-10 Minuten bei Ultravist 240) und das Nierenbecken mit den ableitenden Harnwegen 8 bis 15 Minuten (15-20 Minuten bei Ultravist 240) nach Beginn der Applikation kontrastreich dargestellt. Für jüngere Patienten ist eher der jeweils frühere, für ältere der spätere Zeitpunkt zu wählen.
Normalerweise empfiehlt sich die erste Aufnahme bereits 2-3 Minuten nach Kontrastmittelgabe. Bei Neugeborenen, Säuglingen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können spätere Aufnahmen die Darstellung der ableitenden Harnwege verbessern.

Dialyse-Shunt
Ultravist 150: Ca. 10 ml zur Funktionskontrolle eines Dialyse-Shunts.

Dosierung für die Anwendung in Körperhöhlen
Kontrastmittelinjektionen während einer Arthrographie und Hysterosalpingographie, sind fluoroskopisch zu überwachen.

Dosisempfehlungen für Einzelinjektionen
Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Allgemeinzustand des Patienten. Ausserdem hängt sie von der klinischen Fragestellung, der Untersuchungstechnik und dem zu untersuchenden Bereich ab. Die folgenden Dosierungsvorschläge sind nur als Empfehlungen zu verstehen und stellen die durchschnittliche Dosis für einen normalen Erwachsenen dar.

Arthrographie: 5-15 ml Ultravist 240/300/370.

Hysterosalpingographie: 10-25 ml Ultravist 240.

Sonstige: Die Dosierung richtet sich grundsätzlich nach der klinischen Fragestellung und der darzustellenden Struktur.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Unbehandelte Hyperthyreose.
Vorbekannte schwere Reaktion auf Ultravist.
Während einer Schwangerschaft darf keine Hysterosalpingographie durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Für alle Indikationen
Die folgenden Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen gelten für alle Applikationsarten, jedoch sind die aufgeführten Risiken bei intravasaler Applikation höher.

Warnhinweise
Überempfindlichkeitsreaktionen
Bei Patienten mit früherer Überempfindlichkeitsreaktion auf ein anderes jodhaltiges Kontrastmittel ist wegen des erhöhten Risikos einer potentiell schweren Überempfindlichkeitsreaktion eine besonders sorgfältige Nutzen/Risiken-Abwägung erforderlich.
Allerdings treten derartige Reaktionen nicht regelmässig auf und sind nicht vorhersehbar.
Vor jeder Kontrastmittelapplikation sollte der Patient in der Anamnese nach Allergien befragt werden (z.B. Allergien gegen Meeresfrüchte, Heuschnupfen, Urtikaria nach Überempfindlichkeiten gegen Jod oder Röntgenkontrastmittel sowie nach Bronchialasthma) da unerwünschte Kontrastmittelreaktionen bei diesen Zuständen häufiger auftreten und eine Prämedikation mit Antihistaminika und/oder Glukokortikoide erwogen werden sollte.
Bei Patienten, die Beta-Blocker einnehmen, können sich Überempfindlichkeitsreaktionen verschlimmern.

Schilddrüsenfunktionsstörung
Bei Patienten mit bekannter oder vermuteter Hyperthyreose oder Struma ist eine besonders sorgfältige Risiken/Nutzen-Abwägung erforderlich, da jodhaltige Kontrastmittel bei diesen Patienten eine Hyperthyreose und thyreotoxische Krise auslösen können. Daher soll bei Patienten mit bekannter oder vermuteter Hyperthyreose eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion vor der Verabreichung von Ultravist und/oder eine vorbeugende thyreostatische Medikation in Betracht gezogen werden.

Herz-Kreislauf-Erkrankung
Bei schwerer Herzerkrankung, insbesondere Herzversagen und koronare Herzkrankheit, besteht ein erhöhtes Risiko schwerer Reaktionen.

Ältere Patienten
Eine vaskuläre Grunderkrankung sowie neurologische Störungen, wie sie bei älteren Menschen häufig vorkommen, stellen ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Reaktionen auf jodhaltige Kontrastmittel dar.

Sehr schlechter Gesundheitszustand
Bei Patienten mit sehr schlechtem allgemeinem Gesundheitszustand ist eine besonders strenge Indikationsstellung erforderlich.

Vorsichtsmassnahmen
Für alle Indikationen

Überempfindlichkeitsreaktionen
Nach Anwendung von Ultravist können anaphylaktoide/Überempfindlichkeitreaktionen oder andere idiosynkratische Reaktionen auftreten, die sich in Herz-Kreislauf-, Atem- und Hautsymptomen äussern.
Gelegentlich wurden auch allergieartige Reaktionen beobachtet, wobei leichte bis schwere Reaktionen und auch Schockzustände möglich sind (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Im Allgemeinen treten diese Reaktionen innerhalb von einer Stunde nach Kontrastmittegabe auf. In seltenen Fällen kann es jedoch auch zu Spätreaktionen kommen (nach Stunden oder Tagen).
Das Risiko einer Überempfindlichkeitsreaktion ist erhöht bei
- einer früheren Reaktion auf andere Kontrastmittel,
- Bronchialasthma oder anderen allergischen Reaktionen in der Krankengeschichte des Patienten.
Patienten, bei denen derartige Reaktionen während der Einnahme von Beta-Blockern auftreten, können refraktär gegenüber der Standardbehandlung mit Beta-Agonisten sein (siehe auch «Interaktionen»).
Im Falle einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion besteht für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen ein höheres Risiko für ernste oder sogar tödliche Folgen.
Da die Möglichkeit einer Überempfindlichkeitsreaktion nach der Kontrastmittelgabe besteht, ist die Beobachtung des Patienten nach der Untersuchung unabdingbar.
Bei allen Patienten sind Vorbereitungen zu treffen, um im Notfall die entsprechenden Massnahmen einleiten zu können.
Sollten Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»), muss die Kontrastmittelgabe sofort abgebrochen und - falls erforderlich - eine gezielte Therapie über einen venösen Zugang eingeleitet werden. Bei intravenöser Kontrastmittelapplikation empfiehlt sich die Verwendung einer flexiblen Verweilkanüle. Um im Notfall unverzüglich reagieren zu können, müssen entsprechende Medikamente, ein Trachealtubus und ein Beatmungsgerät griffbereit sein.
Wenn eine Vormedikation verabreicht wird, empfiehlt sich eine Kortikosteroid-Behandlung.

Intravasale Applikation
Nierenversagen/-funktionsstörung
Nach der intravasalen Applikation von Ultravist kann es zu kontrastmittelbedingter Nephrotoxizität kommen, die sich in vorübergehender Beeinträchtigung der Nierenfunktion äussert. In seltenen Fällen kann ein akutes Nierenversagen eintreten.
Zu den Risikofaktoren zählen:
vorbestehende Niereninsuffizienz,
Dehydratation,
Diabetes mellitus,
Plasmozytom/Paraproteinämie,
mehrfache und/oder hohe Dosis Ultravist.
Bei allen Patienten, denen Ultravist verabreicht wird, ist vor der Kontrastmittelgabe eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen, vorzugsweise durch intravasale Infusionen vor und nach der Untersuchung und bis das Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden wurde.
Vermeidung einer zusätzlichen Belastung der Nieren durch nephrotoxische Arzneimittel, orale Cholegraphika, arterielle Gefässklemmen, Angioplastie der Nierenarterien, grössere chirurgische Eingriffe etc., bis das Kontrastmittel vollständig renal ausgeschieden wurde.
Verschieben einer erneuten Kontrastmitteluntersuchung, bis die Nierenfunktion wieder auf das vor der Untersuchung bestehende Niveau zurückgekehrt ist.
Dialysepflichtige Patienten können Kontrastmittel für radiologische Untersuchungen (mit Vorsicht) erhalten, da jodhaltige Kontrastmittel mittels Dialyse eliminiert werden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Für Patienten mit bestehender Herzerkrankung oder schwerer koronarer Herzkrankheit besteht ein erhöhtes Risiko für klinisch bedeutsame hämodynamische Veränderungen und Arrhythmien.
Bei Patienten mit Klappenerkrankungen oder Lungenhochdruck kann eine Kontrastmittelgabe zu ausgeprägten hämodynamischen Veränderungen führen. Ischämische EKG-Veränderungen und ausgeprägte Arrhythmien sind bei älteren Patienten und Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung häufiger.
Die intravasale Kontrastmittelinjektion kann bei bestehendem Herzversagen ein Lungenödem auslösen.

ZNS-Störungen
Bei Patienten, die früher bereits unter Anfällen oder anderen Erkrankungen des ZNS gelitten haben, kann im Zusammenhang mit der Applikation von Ultravist ein erhöhtes Risiko für Anfälle und neurologische Komplikationen bestehen. Neurologische Komplikationen treten häufiger bei Zerebralangiographie und damit zusammenhängenden Verfahren auf.

Phäochromozytom
Risiko einer hypertensiven Krise. Daher wird eine Prämedikation mit Alpharezeptorenblockern empfohlen.

Autoimmunerkrankungen
Bei bestehender Autoimmunerkrankung wurden Fälle schwerer Vaskulitis oder Stevens-Johnson-ähnlichen Syndromen berichtet.

Myasthenia gravis
Die Gabe jodhaltiger Kontrastmittel kann die Symptome einer Myasthenia gravis verschlimmern.

Alkoholismus
Akuter oder chronischer Alkoholismus kann die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen und den Übertritt von Kontrastmittel in das Gehirn erleichtern, wodurch zentralnervöse Störungen ausgelöst werden können. Vorsicht ist ausserdem bei Alkoholikern und Drogenabhängigen wegen der möglicherweise herabgesetzten Krampfschwelle geboten.

Tromboembolische Ereignisse
Nichtionische Kontrastmittel beeinflussen die normalen physiologischen Funktionen nur geringfügig und hemmen die Blutgerinnung in vitro weniger als ionische Kontrastmittel. Neben dem Kontrastmittel können zahlreiche andere Faktoren die Entstehung thromboembolischer Ereignisse beeinflussen. Dazu zählen: Dauer des Untersuchungsverfahrens, Zahl der Injektionen, Katheterund Spritzenmaterial, bestehende Grunderkrankungen und Begleitmedikation. Dies ist bei der Gefässkatheterisierung zu berücksichtigen. Daher ist auf eine besonders sorgfältige angiographische Technik und das häufige Spülen der Katheter mit physiologischer Kochsalzlösung (möglichst unter Heparinzugabe) zu achten und die Prozedur so kurz wie möglich zu gestalten, um das untersuchungsbedingte Thromboembolierisiko zu minimieren.
Die Verwendung von Plastikspritzen anstelle von Glasspritzen kann Berichten zufolge die Wahrscheinlichkeit einer Blutgerinnung
in vitro verringern, aber nicht ganz ausschliessen.
Vorsicht ist bei Homocystinurie wegen der Gefahr thromboembolischer Komplikationen geboten.

Anwendung in Körperhöhlen
Vor einer Hysterosalpingographie muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden.
Eine Entzündung des Eileiters kann die Gefahr unerwünschter Reaktionen im Anschluss an eine Hysterosalpingographie erhöhen.
Für gastrointestinale Untersuchungen an Neugeborenen, Säuglingen und Kindern ist grundsätzlich gering osmolares, wasserlösliches Kontrastmittel zu verwenden, da bei diesen Patienten ein erhöhtes Risiko für eine Aspiration, einen Darmverschluss oder einen Übertritt aus dem Lumen in die Bauchhöhle besteht.

Interaktionen

Biguanide (Metformin): Die mit der intravasalen Anwendung von Ultravist einhergehende vorübergehende Beeinträchtigung der Nierenfunktion kann bei Patienten, die Biguanide einnehmen, zur Anreicherung der Biguanide und zur Entstehung einer Lactoazidose führen. Als Vorsichtsmassnahme sollte die Anwendung von Biguaniden 48 Stunden vor der Kontrastmittelgabe bis mindestens 48 Stunden danach ausgesetzt werden. Biguanide sollten erst wieder verwendet werden, wenn eine normale Nierenfunktion gewährleistet ist.
Die gleichzeitige Anwendung von Neuroleptika und Antidepressiva kann die Krampfschwelle herabsetzen und das Risiko einer kontrastmittelbedingten Reaktion erhöhen.
Beta-Blocker: Patienten, bei denen während der Einnahme von Beta-Blockern Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, können refraktär gegenüber der Standardbehandlung mit Beta-Agonisten sein (siehe auch «Vorsichtsmassnahmen»).
Interleukin-2: Eine vorausgehende Behandlung (bis zu mehreren Wochen) mit Interleukin-2 bewirkt ein erhöhtes Risiko für verzögerte Reaktionen auf Ultravist.

Wechselwirkungen mit diagnostischen Tests
Radioisotope: Die Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen mit thyrotropen Radioisotopen kann nach der Verabreichung von Ultravist wegen der verringerten Aufnahmefähigkeit des Schilddrüsengewebes für Radioisotope für mehrere Wochen beeinträchtigt sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft: Bisher wurden keine angemessenen und kontrollierten Studien an schwangeren Frauen durchgeführt. Die Unbedenklichkeit der Anwendung von Ultravist bei schwangeren Patientinnen ist nicht ausreichend erwiesen. Da eine Strahlenbelastung während der Schwangerschaft ohnehin möglichst vermieden werden soll, muss schon deshalb der Nutzen jeder Röntgenuntersuchung - ob mit oder ohne Kontrastmittel - gegen das eventuelle Risiko sorgfältig abgewogen werden.

Stillzeit: Die Sicherheit von Ultravist für Säuglinge wurde bisher nicht untersucht. Kontrastmittel gehen nur sehr geringfügig in die Muttermilch über. Nach bisherigen Erfahrungen ist durch das Stillen kein Schaden für das Kind zu erwarten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurde keine spezifische Studie durchgeführt. Der Allgemeinzustand des Patienten, die Grundkrankheit und die unerwünschten Wirkungen des Kontrastmittels sind zu beachten.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel sind normalerweise leicht bis mittelschwer und vorübergehender Natur. Es wurden jedoch auch schwere und lebensbedrohliche Reaktionen, auch Todesfälle, beobachtet. Übelkeit, Erbrechen, Hautrötung, ein allgemeines Hitzegefühl sowie Schmerzempfindungen sind die am häufigsten auftretenden Reaktionen.

Alle Indikationen
Immunologisch

Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Anaphylaktische Reaktionen/Überempfindlichkeit.

Selten (<1/1000): Anaphylaktischer Schock (einschliesslich Todesfälle).

Endokrin
Selten (<1/1000): Veränderungen der Schilddrüsenfunktion, thyrotoxische Krise.

Nervlich, psychiatrisch
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Benommenheit, Unruhe.

Selten (<1/1000): Parästhesie/Hypästhesie, Verwirrtheit, Angstzustände, Agitation, Amnesie, Sprachstörungen, Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Koma, Tremor, Konvulsion, Parese/Lähmung, zerebrale Ischämie/Infarkt, Schlaganfall.
Vorübergehende Rindenblindheit*.

Augen
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Unscharfes/gestörtes Sehvermögen.

Selten (<1/1000): Konjunktivitis, Tränenfluss.

Ohren
Selten (<1/1000): Hörstörungen.

Herz
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Arrhythmien.

Selten (<1/1000): Herzklopfen, Engegefühl/Schmerzen in der Brust, Bradykardie, Tachykardie, Herzstillstand, Herzversagen, myokardiale Ischämie/Infarkt, Zyanose.

Vaskulär
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Vasodilatation.

Selten (<1/1000): Hypotonie, Hypertonie, Schock. Vasospasmus*, thromboembolische Ereignisse*.

Atmung 

Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Niesen, Husten.

Selten (<1/1000): Rhinitis, Atemnot, Schleimhautschwellungen, Asthma, Heiserkeit, Kehlkopf-/Pharynx-/Zungen-/Gesichtsödeme, Bronchospasmus, Kehlkopf-/Pharynxspasmus, Lungenödem, respiratorische Insuffizienz, Atemstillstand.

Gastrointestinal
Häufig (>=1/100): Übelkeit.

Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Erbrechen, Störungen des Geschmacksempfindens.

Selten (<1/1000): Reizungen des Rachens, Schluckstörungen, Anschwellen der Speicheldrüsen, Unterleibsschmerzen, Diarrhö.

Haut und Unterhautgewebe
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Urtikaria, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung.

Selten (<1/1000): Quincke-Ödem, mukokutanes Syndrom (z.B. Stevens-Johnson- oder Lyell-Syndrom).

Nieren und Harnwege
Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Nierenfunktionsstörung*.

Selten (<1/1000): Akutes Nierenversagen*.

Allgemeine Störungen und Beschaffenheit der Applikationsstelle
Häufig (>=1/100): Hitze- oder Schmerzempfinden, Kopfschmerzen.

Gelegentlich (>=1/1000, <1/100): Unwohlsein, Schüttelfrost, Schweissausbrüche, vasovagale Reaktionen.

Selten (<1/1000): Blässe, Veränderungen der Körpertemperatur, Ödeme, lokale Schmerzen, leichte Erwärmung und Ödeme, Entzündung und Gewebsverletzungen im Falle eines Flüssigkeitsaustritts aus einem Gefäss.
* nur intravasale Anwendung.
Die ungefähren Angaben der Häufigkeit basieren auf Daten, die im Rahmen von Studien an über 3'900 Patienten vor der Markteinführung und über 74'000 Patienten nach der Markteinführung gewonnen wurden, sowie auf Daten, die spontanen Berichten und der Literatur entnommen wurden. (Die ungefähren Angaben zur Häufigkeit betreffen vorwiegend die intravasale Anwendung.)

Überdosierung

Die Resultate von Studien zur akuten Toxizität an Tieren weisen nicht auf ein Risiko für eine akute Vergiftung bei der Verwendung von Ultravist hin.

Intravasale Überdosierung
Zu den möglichen Symptomen zählen Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes, kardiovaskuläre und pulmonale Komplikationen.
Der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt sowie die Nierenfunktion sind zu überwachen. Die Behandlung einer Überdosierung sollte auf den Erhalt der Lebensfunktionen abzielen.
Ultravist ist dialysierbar.
Bei versehentlicher Überdosierung müssen die Wasser- und Elektrolytverluste durch Infusionen kompensiert werden. Die Nierenfunktion ist mindestens während den nächsten drei Tagen zu überwachen.
Bei Bedarf lässt sich ein Grossteil des Kontrastmittels durch Hämodialyse aus dem Organismus des Patienten entfernen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08AB05
Die kontrastgebende Substanz in Ultravist ist ein Derivat der triiodierten Isophtalsäure, in welcher das kovalent gebundene Jod die Röntgenstrahlen absorbiert.

Physikochemische Eigenschaften
Iopromid, die kontrastgebende Substanz in Ultravist, ist ein triiodiertes, nicht-ionisches, wasserlösliches Röntgenkontrastmittel (Monomer) mit einem Molekulargewicht von 791,12. Die injizierbaren Lösungen von Ultravist weisen in den unten aufgeführten Konzentrationen folgende physikochemische Eigenschaften auf:

Jodkonzentration                                    
(mg/ml)           150      240      300      370    
Osmolalität (osm/kg H2O)                            
bei 37 °C         0,33     0,48     0,59     0,77   
Viskosität (mPa·s bzw. CP)                          
bei 20 °C         2,3      4,9      8,9      22,0   
bei 37 °C         1,5      2,8      4,7      10,0   
Dichte (g/ml)                                       
bei 20 °C         1,164    1,263    1,328    1,409  
bei 37 °C         1,158    1,255    1,322    1,399  
pH-Wert           6,5-8,0  6,5-8,0  6,5-8,0  6,5-8,0

Pharmakokinetik

Distribution Nach intravasaler Applikation verteilt sich Iopromid rasch im Extrazellulärraum mit einer Halbwertszeit von 3 Minuten.
Es vermag die intakte Blut-Hirn-Schranke nicht zu überwinden, wohl aber in geringem Ausmass die Plazenta-Schranke (Kaninchen). Die Plasmaproteinbindung beträgt bei einer Konzentration von 1,2 mg Jod/ml Plasma 0,9 ± 0,2%. 5 Minuten nach intravenöser Bolusinjektion (in 1-5 Minuten) von Ultravist 300 wurden 28 ± 6% der Dosis im gesamten Plasmavolumen unabhängig von der Kontrastmitteldosis gefunden.

Metabolismus
Nach Anwendung von Ultravist konnten keine klinisch relevanten Metaboliten von Ultravist gefunden werden.

Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit beträgt unabhängig von der Dosierung bei Patienten mit gesunder Nierenfunktion, etwa 2 Stunden. Iopromid wird bei den diagnostisch verwendeten Dosierungen ausschliesslich glomerulär filtriert. Bis 30 Minuten nach der Injektion werden etwa 18% der Dosis, bis 3 Stunden etwa 60% und bis 24 Stunden 92% mit dem Harn ausgeschieden.
Die Gesamtclearance betrug 110 ml/min, respektive 103 ml/min bei tieferer (15 g Jod, entspricht 100 ml Ultravist 150) und bei höherer Dosierung (80 g Jod, entspricht 216 ml Ultravist 370).

Elimination bei Patienten mit eingeschränkter Nieren/Leberfunktion
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion können nichtionische Kontrastmittel mittels Dialyse entfernt werden.
Die Elimination hat auf Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion keine Auswirkungen, da nur 1,5% der Dosis nach 3 Tagen via Fäces ausgeschieden werden.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten geben auf der Grundlage konventioneller Studien zur Sicherheit, Pharmakologie, Toxizität mehrfacher Dosen, Genotoxizität und Reproduktionstoxizität keine besonderen Sicherheitssignale.
Tierversuche ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Iopromid in Bezug auf Schwangerschaft, die embryonale/ fetale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung.

Systemische Toxizität
Experimentelle systemische Verträglichkeitsstudien nach wiederholter täglicher intravenöser Verabreichung ergaben keine Resultate, welche gegen eine Anwendung von Ultravist zu diagnostischen Zwecken beim Menschen sprechen.

Genotoxisches Potential, Tumorbildung
Studien über genotoxische Wirkungen (Gen-, Chromosomen- und Genom-Mutationsstudien) in vivo und in vitro ergaben keine Anzeichen eines mutagenen Potentials von Ultravist.
In Anbetracht der Abwesenheit von genotoxischen Wirkungen und dem Fehlen von Anzeichen von toxischen Wirkungen auf schnell proliferierendes Gewebe, ebenso wie die Tatsache, dass Ultravist beim Menschen einmalig verabreicht wird, ergibt sich kein offensichtliches Risiko von tumorigenen Wirkungen.

Lokale Verträglichkeit und kontaktsensibilisierendes Potenzial
Lokale Verträglichkeitsstudien nach Einzel- oder wiederholter i.v. Verabreichung und einzelner intraarterieller, intramuskulärer, paravenöser, intra-peritonealer, und konjunktivaler Verabreichung ergaben keine, oder nur geringe lokale unerwünschte Wirkungen in den Blutgefässen, im paravenösen Gewebe, oder in der Schleimhaut.
Studien zum kontaktsensibilisierenden Potenzial ergaben keine Hinweise auf eine mögliche Sensibilisierung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Kontrastmittel und andere Arzneimittel, wie Prophylaktika (z.B. Antihistaminika, Kortikoide) sollen nicht miteinander gemischt appliziert werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Schilddrüsendiagnostik mit Radioisotopen (siehe «Interaktionen»).

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise
Vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt bei nicht mehr als 30 °C aufbewahren.
Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern zu sichern.

Hinweise für die Handhabung
Ultravist sollte vor der Anwendung auf Körpertemperatur erwärmt werden.

Prüfung
Ultravist wird gebrauchsfertig als klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung geliefert.
Die Kontrastmittellösung muss vor Gebrauch visuell geprüft werden. Sie darf im Falle einer Verfärbung, dem Auftreten von Partikeln (inklusive Kristalle) oder defekter Behälter nicht verwendet werden. Da Ultravist eine hoch konzentrierte Lösung ist, kann in sehr seltenen Fällen eine Auskristallisation auftreten (Trübung der Lösung und/oder Ausfällung am Boden oder auf der Lösung schwimmende Kristalle).
Damit auch eine allfällige Ausfällung am Boden oder auf der Lösung schwimmende Kristalle erkennbar sind, ist der Behälter vor dem Gebrauch vorsichtig aufzuschütteln (1× 180° drehen).
Die Kontrastmittellösung darf erst unmittelbar vor der Untersuchung in die Spritze oder die am Infusionsbesteck angebrachte Infusionsflasche aufgezogen werden.
Der Gummistopfen sollte nur einmal durchstochen werden, um zu verhindern, dass grosse Mengen an Mikropartikeln vom Stopfen in die Lösung gelangen. Es wird empfohlen, zum Durchstechen des Gummistopfens und für das Aufziehen von Kontrastmitteln Kanülen mit langem Anschliff und mit einem Durchmesser von max. 18 G zu verwenden (besonders geeignet sind reine Entnahmekanülen mit seitlicher Öffnung, z.B. Nocore-Admix-Kanülen).
Kontrastmittellösung, die nicht bei einer einzigen Untersuchung eines bestimmten Patienten verbraucht wurde, ist zu verwerfen.

Grossvolumige Behälter (nur für intravasale Verabreichung)
Für die Mehrfachentnahme von Kontrastmitteln aus Behältnissen zu 200 ml und mehr gilt folgendes:
Die Mehrfachentnahme von Kontrastmitteln muss mit einem hierfür zugelassenen Entnahmebesteck erfolgen.
Um zu verhindern, dass grössere Mengen Mikropartikel vom Stopfen in die Lösung gelangen, darf der Gummistopfen nicht mehr als einmal durchstochen werden.
Das Kontrastmittel muss mithilfe eines Injektomaten oder nach einem anderen zugelassenen Verfahren verabreicht werden, bei dem die Sterilität des Kontrastmittels gewährleistet ist.
Die Schlauchverbindung vom Injektionsgerät zum Patienten (Patientenschlauch) muss nach jedem Patienten gewechselt werden, um eine Kreuzkontamination zu verhindern.
Wenn die Infusionsflasche leer ist, oder zehn Stunden nach dem ersten Öffnen des Behälters müssen die Verbindungsschläuche und alle Einwegkomponenten des Injektionssystems entsorgt werden.
Zusätzliche Hinweise des Herstellers des verwendeten Zubehörs müssen ebenfalls beachtet werden.
Nicht verbrauchtes Ultravist in geöffneten Behältern muss zehn Stunden nach dem ersten Öffnen des Behälters verworfen werden.
Vorgefüllte Patronen: Die Anwendung von Kontrastmitteln darf nur von qualifiziertem Personal mittels geeigneter Verfahren und Ausrüstung vorgenommen werden. Bei allen Injektionen von Kontrastmitteln muss Steriltechnik angewendet werden. Die Anleitungen des Geräteherstellers sind zu beachten. Die in einem Untersuchungsgang nicht verbrauchte Kontrastmittellösung ist zu verwerfen.

Zulassungsnummer

46969 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bayer (Schweiz) AG, Zürich.

Stand der Information

August 2008.