Zusammensetzung1 Tablette enthält:
Wirkstoff: Felbamat 400 mg oder 600 mg.
Hilfsstoffe: unter anderem Lactosum, Excip. pro compr.
5 ml Suspension enthalten:
Wirkstoff: Felbamat 600 mg.
Hilfsstoffe: Saccharin, Aromatica: Vanillinum; Konservierungsmittel: Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218), Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216), Natriumbenzoat (E 211). Excip. ad susp. pro 5 ml.
Eigenschaften/WirkungenFelbamat ist ein chemisch und pharmakologisch neuartiger antiepileptischer Wirkstoff. Es handelt sich um ein Dicarbamat, das sich in der Struktur von anderen Antiepileptika unterscheidet. Der genaue Wirkmechanismus ist zurzeit noch unbekannt. In vitro-Studien zeigten, dass Felbamat eine geringe oder keine hemmende Wirkung auf die GABA- bzw. Benzodiazepin-Rezeptoren hat. Zudem besitzt Felbamat keine zentralstimulierende Wirkung. Die neurotoxischen Effekte von NMDA (N-Methyl-D-aspartat), Kainat oder Quisqualat werden von Felbamat in vitro nicht antagonisiert; es kann deshalb angenommen werden, dass Felbamat kein NMDA-Antagonist ist.
PharmakokinetikAbsorption
Nach oraler Verabreichung von 14C-Felbamat an Probanden wurden ungefähr 90% der Dosis im Urin und weniger als 5% in den Fäces gefunden. Felbamat wird demzufolge gut resorbiert. Nach Verabreichung einer Einzeldosis oder nach mehreren Gaben wurden maximale Plasmakonzentrationen innerhalb von 2-6 Stunden (T max ) erreicht, sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Epilepsiekranken. Felbamat zeigt bei täglichen Dosen von bis zu 1200 mg eine lineare Kinetik, wobei AUC (85-310 µg×h/ml) und Cmax (10-137 µg/ml) proportional zur Dosis ansteigen. Höhere Dosen wurden gesunden Probanden nicht verabreicht.
Distribution
Bei kontrollierten klinischen Studien lagen die durchschnittlichen wirksamen Plasmakonzentrationen zwischen 32 µg/ml und 82 µg/ml. In einer Studie bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom zeigte bereits eine Plasmakonzentration von 18 µg/ml sichtbare Effekte bei atonischen Anfällen. Bei einigen Patienten wurden unter der empfohlenen Dosierung Plasmakonzentrationen bis zu 137 µg/ml gemessen, die jedoch gut vertragen wurden. Felbamat ist zu 22%-25% reversibel an Plasmaproteine gebunden, hauptsächlich an Albumin. Felbamat und seine Metaboliten können die Blut-Hirn-Schranke passieren.
Metabolismus
Vergleiche der AUC's mit radioaktiv markiertem Felbamat zeigten, dass mehr als 85% in unveränderter Form im Plasma vorliegt. Zusätzlich zum unveränderten Felbamat wurden im Urin folgende Metaboliten identifiziert: p-Hydroxy-Felbamat, 2-Hydroxy-Felbamat, welche durch die Isoenzyme CYP 2E1 und CYP 3A4 gebildet werden, Monocarbamat-Derivate von Felbamat sowie polare Metaboliten und Felbamat-Konjugate, Monocarbamat-Derivate von Felbamat sowie polare Metaboliten und Felbamat-Konjugate.
Elimination
Die Eliminationshalbwertzeit beträgt 15 bis 23 Stunden.
Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Patienten mit Niereninsuffizienz: In einer pharmakokinetischen Studie mit Verabreichung einer Einzeldosis wurden entsprechend dem Grad der Niereninsuffizienz die Clearance und die Ausscheidung von Felbamat verringert und die Halbwertszeit erhöht. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min war die Exposition gegenüber Felbamat (ausgedrückt als AUC) verglichen mit Kontrollprobanden um ca. 100% erhöht (siehe «Dosierungsanweisungen»).
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenTaloxa soll nicht als Antiepileptikum der ersten Wahl eingesetzt werden. Taloxa ist erst nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung unter spezieller Berücksichtigung hämatologischer Dyskrasien, im speziellen aplastische Anämie, und schwerwiegender Lebertoxizität, in der unten aufgeführten Indikation zu verschreiben.
Das potentielle Risiko, welches mit der Einnahme von Taloxa verbunden ist, muss gegen die Risiken, welche durch das Fehlen einer alternativen medikamentösen Behandlung entstehen, abgewogen werden.
Belegte Indikation
Zur adjuvanten Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren, welche auf andere zur Verfügung stehenden Antiepileptika nicht ansprechen. Eine sorgfältige Wirksamkeitsanalyse soll nach 2 bis 3 Monaten vorgenommen werden. Nur Patienten, bei welchen in dieser Zeitspanne eine sichtliche und klinisch relevante Besserung der Symptome (z.B. deutliche Reduktion der Anfallshäufigkeit oder des Schweregrades der einzelnen Anfälle) aufgetreten ist, sollen mit der Epilepsiebehandlung mit Taloxa fortfahren. Hämatologische und hepatologische Kontrollen sollen vor und alle 2 Wochen während der Therapie durchgeführt werden (siehe «Vorsichtsmassnahmen»). Taloxa soll nur in einem spezialisierten Epilepsie-Zentrum verwendet werden. Vor der Behandlung mit Taloxa sollen die Patienten bzw. ihre Eltern oder Vormünde darüber aufgeklärt werden, dass unter der Therapie mit Taloxa eine aplastische Anämie oder Leberschäden, beides lebensbedrohliche Nebenwirkungen, auftreten können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Dosierung/AnwendungDie Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
Anwendung in Kombination mit anderen Antiepileptika
Wird Taloxa kombiniert mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Valproat verabreicht, können die charakteristischen Nebenwirkungen dieser Stoffe verstärkt auftreten (siehe «Interaktionen»). Die empfohlene Anfangsdosierung von Taloxa beträgt 600 mg bis 1200 mg pro Tag, aufgeteilt in 2 bis 3 Einzelgaben. Bei Behandlungsbeginn soll die Dosis von gleichzeitig verabreichtem Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und/oder Valproat um 20-30% reduziert werden. Die Dosierung von Taloxa kann in Abständen von ungefähr einer Woche um 600 mg/Tag bis 1200 mg/Tag auf maximal 3600 mg/Tag erhöht werden, wobei die Tagesdosis in 3 bis 4 Einzelgaben verabreicht werden soll. Bei einer Dosiserhöhung von Taloxa muss jeweils eine Dosisanpassung der anderen Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Valproat in Betracht gezogen werden. Die Interaktionen sind dosisabhängig und variieren von Patient zu Patient. Deshalb sollen alle Dosisanpassungen nicht nur basierend auf den «steady-state» Plasmakonzentrationen, sondern auch auf klinischen Beobachtungen erfolgen.
Kinder von 4 bis 14 Jahre
Anwendung in Kombination mit anderen Antiepileptika
Wird Taloxa kombiniert mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Valproat verabreicht, können die charakteristischen Nebenwirkungen dieser Stoffe verstärkt auftreten (siehe «Interaktionen»). Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 7,5 bis 15 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in 2 bis 3 Einzelgaben. Bei Behandlungsbeginn soll die Dosis von gleichzeitig verabreichtem Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und/oder Valproat um 20-30% reduziert werden. In Abständen von mindestens einer Woche kann die Dosierung von Taloxa um 7,5 bis 15 mg/kg Körpergewicht auf maximal 45 mg/ kg Körpergewicht/Tag (nicht mehr als 3600 mg täglich) erhöht werden, wobei die Tagesdosis in 3 bis 4 Einzelgaben verabreicht werden soll. Im Zusammenhang mit einer Dosiserhöhung von Taloxa muss jeweils eine Dosisanpassung der anderen Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Valproat in Betracht gezogen werden. Die Interaktionen sind dosisabhängig und variieren von Patient zu Patient. Deshalb sollen alle Dosisanpassungen nicht nur basierend auf den «steady-state» Plasmakonzentrationen, sondern auch auf klinischen Beobachtungen erfolgen.
Pädiatrie: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Taloxa bei Kindern unter 4 Jahren wurde nicht nachgewiesen.
Geriatrie: Aufgrund der vorhandenen klinischen Informationen über Taloxa bei Patienten über 65 Jahren sind bei dieser Patientengruppe keine Einschränkungen notwendig. Generell sollte bei der Dosisanpassung bei älteren Patienten besonders vorsichtig vorgegangen werden.
Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min sollte die Initialdosis halbiert werden und die nachfolgende Dosiseinstellung mit Vorsicht erfolgen.
Leberinsuffizienz: siehe «Kontraindikationen».
AnwendungseinschränkungenKontraindikationen
Taloxa ist kontraindiziert bei Patienten mit: anamnetisch bekannten Blutdyskrasien oder Leberfunktionsstörungen; bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Felbamat oder einem der Hilfsstoffe.
Vorsichtsmassnahmen
Die Patienten bzw. ihre Eltern oder Vormünde sollen darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa aplastische Anämie und Leberschäden, beides lebensbedrohliche Nebenwirkungen, auftreten können.
Hämatologische Störungen
Eine Reihe schwerwiegender Nebenwirkungen, einschliesslich Thrombozytopenie, Leukopenie, Panzytopenie, Anämie und aplastische Anämie, wurden im Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa gemeldet. Im Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa wurde mit einer Häufigkeit von 1 Fall auf 4000 behandelte Patienten eine aplastische Anämie beobachtet, welche in rund 30% der Fälle tödlich verlief.
Demzufolge sollte Taloxa lediglich bei Patienten eingesetzt werden, die an Epilepsien im Rahmen des Lennox-Gastaut-Syndroms leiden und deren Anfälle mit anderen Antiepileptika nicht zufriedenstellend kontrolliert werden können.
Die Fälle von aplastischer Anämie wurden jeweils 2 bis 12 Monate nach Therapiebeginn mit Taloxa festgestellt. Die Schädigung der Knochenmarkzellen, welche letztlich für die Aplasie verantwortlich ist, kann jedoch bereits Wochen oder Monate vor dem Auftreten von klinischen Zeichen erfolgen. Demzufolge bleibt das Risiko, an aplastischer Anämie zu erkranken, auch für Patienten, welche das Medikament abgesetzt haben, während mehreren Monaten bestehen. Es ist nicht bekannt, ob das Risiko, eine aplastische Anämie zu entwickeln, von der Expositionsdauer abhängig ist. Folglich kann nicht vorausgesetzt werden, dass für einen Patienten, der über lange Zeit ohne Anzeichen hämatologischer Störungen mit Taloxa behandelt wurde, tatsächlich kein Risiko besteht. Vor Behandlungsbeginn mit Taloxa sollte eine Kontrolle der hämatologischen Parameter durchgeführt werden, die alle 2 Wochen wiederholt werden soll. Bei Auftreten einer Neutropenie (Neutrophile <1500/mm³) und/oder einer Thrombozytopenie (Thrombozyten <150 000/mm³) muss Taloxa abgesetzt werden und der Patient differentialdiagnostisch (aplastische Anämie) untersucht werden (siehe «Absetzen von Taloxa»). Der Patient ist sorgfältig auf klinische Symptome wie Ekchymose, Petechien, Blutungen oder Zeichen von Infektionen und/oder Anämie (Müdigkeit, Schwäche etc.) zu untersuchen. Werden solche Anzeichen beobachtet, muss sofort eine Blutbildanalyse durchgeführt werden.
Lebertoxizität
Nach Markteinführung von Taloxa in den USA wurden zum Teil auch schwere Fälle von Lebertoxizität (Häufigkeit insgesamt 1:2200) beobachtet. Meist trat die Leberschädigung dabei sekundär auf, d.h. als Folge eines indirekten unerwünschten Ereignisses, wie Überempfindlichkeitsreaktion, Multiorganversagen nach Status Epilepticus. Seltener handelte es sich um eine schwere direkte Leberschädigung. Die Häufigkeit einer direkten Leberschädigung mit Todesfolge wird auf 1 Fall auf 24 000 bis 34 000 behandelte Patienten geschätzt. Selten äussert sich die Lebertoxizität auch in erhöhten Leberenzymwerten, ohne dass klinische Zeichen einer Leberschädigung beobachtet wurden. Vor Behandlungsbeginn mit Taloxa sollte ein Leberfunktionstest (Bestimmung von ALT (SGPT), AST (SGOT) und Bilirubin durchgeführt werden. Patienten, welche abnorme Leberfunktionswerte aufweisen, dürfen nicht mit Taloxa behandelt werden. Während der Therapie mit Taloxa sollte der Leberfunktionstest alle 2 Wochen wiederholt werden. Bei Patienten, welche abnorme Leberwerte entwickeln, muss Taloxa abgesetzt werden (siehe «Absetzen von Taloxa»). Patienten, bei welchen klinische Auffälligkeiten und Symptome wie Gelbsucht, Anorexie, Nausea, Erbrechen und abdominale Schmerzen auftreten, sollten sofort einem Leberfunktionstest unterzogen werden.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Bei Patienten, welche mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Carbamate reagieren, ist Vorsicht geboten. Im Zusammenhang mit Taloxa wurde über schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich anaphylaktischer Schock, Stevens-Johnson-Syndrom, aufbrechende Blasen und Nekrose der Epidermis berichtet. Diese Reaktionen traten typischerweise 2 bis 3 Wochen nach Therapiebeginn auf. Die Symptome äusserten sich unter anderem als Rötung, Fieber, Anschwellung der Schleimhäute und Anaphylaxie, Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Leberwerte, Arthralgie, Myalgie und Pharyngitis. Im Falle einer Überempfindlichkeit gegenüber Taloxa sollte das Medikament abgesetzt werden und eine entsprechende symptomatische Therapie eingeleitet werden.
Absetzen von Taloxa
Antiepileptika, einschliesslich Taloxa, sollten wegen eines erhöhten Epilepsieanfall-Risikos nicht abrupt abgesetzt werden. Sollten jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen das sofortige Absetzen des Medikamentes erforderlich machen, darf dieser Schritt nur unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Patienten, welche die Behandlung mit Taloxa wegen schwerer Nebenwirkungen unterbrechen mussten, sollten die Therapie nicht wieder aufnehmen.
Auswirkungen auf die Reaktionsbereitschaft
Die Auswirkungen von Taloxa auf die Fähigkeit, am Strassenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, wurden nicht untersucht. Patienten können allerdings unter Schwindel und Schläfrigkeit leiden und sollen deshalb beim Führen von Fahrzeugen und/oder Bedienen von Maschinen angemessene Vorsicht walten lassen.
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschaftskategorie B. Reproduktionsstudien bei Tieren (Ratten und Kaninchen) haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber es existieren keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. In jungen Ratten wurde ein plazentärer Transfer von Felbamat festgestellt. Da tierische Fortpflanzungsstudien nicht immer der menschlichen Situation entsprechen, und die Möglichkeit einer fötalen Knochenmarkdepression besteht, soll Taloxa während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Unvorhersehbare Interaktionen mit anderen Medikamenten können unerwünschte Effekte auf den Foetus zur Folge haben. Klinische Studien mit stillenden Müttern wurden nicht durchgeführt. In einem einzelnen Fall konnte Felbamat in der Muttermilch nachgewiesen werden. Da die Gefahr einer Knochenmarksdepression beim gestillten Säugling besteht, soll Taloxa stillenden Müttern nicht verabreicht werden.
Unerwünschte WirkungenDie Verabreichung von Taloxa ist mit einem gehäuften Auftreten von Blutbildstörungen, einschliesslich aplastischer Anämie verbunden (siehe «Vorsichtsmassnahmen»). Andere schwerwiegende hämatologische Nebenwirkungen sind seltene Fälle von Thrombozytopenie, Leukopenie, Anämie oder Kombinationen davon, einschliesslich Panzytopenie. Einige dieser Blutbildveränderungen traten als Teil einer akuten Überempfindlichkeitsreaktion auf. Die Verabreichung von Taloxa geht ebenso mit einer Zunahme der Hepatotoxizität einher (siehe «Vorsichtsmassnahmen»). Deshalb sollten Blutbildkontrollen und Leberfunktionstests vor Beginn der Therapie mit Taloxa und jede zweite Woche während der Therapie durchgeführt werden. Bei Patienten, die ausserhalb der Norm liegende Blutbilder oder Leberfunktionswerte aufweisen, sollte die Therapie mit Taloxa abgesetzt werden.
Taloxa in Kombination mit anderen Antiepileptika
Unter adjuvanter Taloxa-Behandlung wurden bei einem Teil der Patienten folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:
Häufig: Übelkeit, Anorexie, Schwindel, Erbrechen.
Gelegentlich: Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Doppeltsehen, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Dyspepsie, Ataxie, Sehstörungen, Abdominalschmerzen, Müdigkeit.
Selten: Hautausschlag, unsicherer Gang, Sprechfunktionsstörungen, Depression, Benommenheit, Angstgefühle, Hypophosphatämie. Überempfindlichkeitsreaktionen inkl. Stevens-Johnson-Syndrom wurden selten beobachtet (siehe «Vorsichtsmassnahmen»). Aplastische Anämie und Lebertoxizität siehe unter «Vorsichtsmassnahmen». Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern unterscheidet sich im wesentlichen nicht von demjenigen der Erwachsenen. Zusätzlich wurden bei Kindern häufig Infektionen des oberen Respirationstraktes beobachtet; ein Zusammenhang mit der Taloxa-Behandlung ist jedoch nicht sicher. Nebenwirkungen, die unter einer Kombinationstherapie mit Taloxa auftreten, können auch Ausdruck von Arzneimittelinteraktionen sein. Sie lassen sich unter Umständen durch Dosisanpassungen reduzieren (siehe «Interaktionen» und «Dosierung»).
InteraktionenFelbamat wird durch die Isoenzyme CYP 2E1 und CYP 3A4 zu 2-Hydroxy-Felbamat und Parahydroxy-Felbamat metabolisiert. Felbamat induziert das Isoenzym CYP 3A4 und inhibiert das Isoenzym CYP 2C19. Daher kann die Möglichkeit einer Interaktion zwischen Arzneimitteln, welche durch diese hepatischen Enzymsysteme metabolisiert werden, und Taloxa nicht ausgeschlossen werden. Felbamat beeinflusst die Plasma-Konzentrationen von Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Valproat und deren Metaboliten. Um die Wahrscheinlichkeit möglicher unerwünschter Nebenwirkungen aufgrund von Interaktionen mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Valproinsäure zu reduzieren, sollte die Dosierung dieser Substanzen entsprechend klinischer Beobachtungen und dem «steady-state» Plasmaspiegel angepasst werden (vgl. «Dosierung»).
Auswirkungen von Taloxa auf andere Antiepileptika
Carbamazepin: Felbamat bewirkt eine Abnahme der «steady-state» Plasmakonzentration von Carbamazepin um rund 25%, während der Carbamazepin-Epoxid-Spiegel um ungefähr 50% zunimmt.
Phenytoin: Die Phenytoin Clearance wird durch Felbamat dosisabhängig beeinflusst. Der Phenytoin-Plasmaspiegel kann unter Taloxa um 20-60% ansteigen.
Phenobarbital: Felbamat in einer Dosierung von 1200 mg 2mal täglich erhöht den AUC-Wert für Phenobarbital um ungefähr 25%.
Valproat: Die «steady-state» Plasmakonzentration von Valproat wird unter Taloxa (600 mg bis 1200 mg 2mal täglich verabreicht) dosisabhängig und linear erhöht. Bei einer tieferen Taloxa-Dosierung nahmen die mittlere AUC und die minimale Plasmakonzentration von Valproat um 28% resp. 18% zu; diese Werte stiegen proportional zu den höheren Felbamat-Dosierungen an.
Clonazepam, Oxcarbazepin, Vigabatrin und Lamotrigin: Obwohl es unter Taloxa in Dosen von 1200 mg 2mal täglich verabreicht, zu statistisch signifikanten Veränderungen in der Pharmakokinetik von Clonazepam, Oxcarbazepin und Vigabatrin kam, waren diese Veränderungen minimal und dürften daher klinisch nicht relevant sein. Da pharmakodynamische Interaktionen von Taloxa mit einem dieser Wirkstoffe nicht ausgeschlossen werden können, sollten Dosierungsanpassungen immer aufgrund der Wirksamkeit und Verträglichkeit geschehen.
Auswirkungen von anderen Antiepileptika auf Taloxa
Carbamazepin/Phenytoin/Phenobarbital: Wird Carbamazepin oder Phenytoin zusammen mit Taloxa verabreicht, kann die «steady-state» Plasmakonzentration von Taloxa um bis zu 20% abnehmen. Gemeinsame Verabreichung von Taloxa und Phenobarbital erniedrigen den Felbamat steady-state Talspiegel um ungefähr 35%.
Valproat: Valproat scheint minimale Auswirkungen auf die Clearance von Felbamat zu haben; allerdings können die minimalen Spiegel ungefähr 50% höher liegen als bei einer Monotherapie mit Taloxa.
Effekt der Nahrungsaufnahme
Die Resorption von Felbamat wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.
Interaktionen zwischen Taloxa und Nicht-Antiepileptika
Orale Kontrazeptiva: Bei Frauen, die nebst Taloxa ein orales, niedrig dosiertes Kombinationskontrazeptivum einnahmen, wurden um 42% reduzierte Gestoden AUC und um 13% reduzierte Ethinylestradiol AUC gemessen. Dieser pharmakokinetische Effekt des Felbamats kann die Wirksamkeit von niedrig dosierten, oralen Kombinationskontrazeptiva beeinträchtigen. Patientinnen im gebärfähigen Alter sollen über mögliche zusätzliche Verhütungsmethoden aufgeklärt werden. Obwohl entsprechende Studien nicht vorliegen, ist zu erwarten, dass Taloxa aufgrund der nachgewiesenen Induktion auch zu einer Wirkungsverminderung zahlreicher weiterer Substanzen führen kann, die durch CYP 3A4 abgebaut werden. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Gabe folgender Wirkstoffe: Der Immunsuppressiva Ciclosporin, Tacrolimus. Antiretroviraler Substanzen (namentlich des Proteasehemmers Indinavir, u.U. auch Saquinavir, Ritonavir, Nelfinavir sowie Efavirenz und Nevirapin). Auch die Wirkung oraler Antikoagulantien vom Cumarintyp kann evtl. beeinflusst werden. Besonders zu Beginn und nach Absetzen von Taloxa sind deshalb bei gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin oder Tacrolimus deren Spiegel häufig zu kontrollieren, bei gleichzeitiger oraler Antikoagulation der Quickwert.
Antacida: Die Resorption von Felbamat wird durch die gleichzeitige Gabe eines Antacidums, das 200 mg Magnesiumhydroxid, 200 mg Aluminiumhydroxid und 25 mg Simethicon enthält, nicht beeinflusst.
ÜberdosierungIn klinischen Studien zeigten Patienten, welche unbeabsichtigterweise Taloxa als Kombinations- oder Monotherapie in Dosen von 4000 mg bis 12 000 mg/Tag erhielten, milde bis mässig schwere Nebenwirkungen. Diese äusserten sich vor allem als Schwindel, Verstopfung, Purpura, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Fieber, Mittelohrentzündung, Schlaflosigkeit und milde Tachykardie (100 Schläge/min). Überdosen von bis zu 40 000 mg Felbamat zeigten in der Mehrheit der Fälle keine Spätfolgen. Die berichteten Nebenwirkungen waren Ataxie, Nystagmus, Doppeltsehen, Erregtheit oder Koma. Bis heute wurde 1 Todesfall im Zusammenhang mit einer Überdosierung gemeldet, wobei der Patient an einer Überdosierung verschiedener Arzneimittel (Taloxa, Alkohol, Theophyllin und Clozapin) verstarb. Im Falle einer Überdosierung müssen allgemeine lebensrettende Massnahmen eingeleitet werden. Es ist nicht bekannt, ob Felbamat dialysierbar ist.
Sonstige HinweiseBeeinflussung diagnostischer Methoden
Nicht bekannt.
Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Das Medikament gut verschlossen bei Raumtemperatur (15-30 °C) aufbewahren. Suspension vor Gebrauch gut schütteln.
Stand der InformationMai 2000. RL88
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