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Patienteninformation zu Risperdal®:Janssen-Cilag AG
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Eigenschaften/Verwendungszweck

Was ist Risperdal und wann wird es angewendet?
Risperdal wird zur Behandlung von Psychosen verwendet. Dabei handelt es sich um Störungen der Gehirnfunktion, die das Denken, Empfinden und/oder Handeln betreffen. Typische Symptome sind z.B. Verwirrung, Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen (z.B. Hören der Stimme einer Person, die gar nicht anwesend ist), Wahnvorstellungen, Entfremdung von der Gesellschaft und übermässig starke Introvertiertheit, sowie Angst und Spannung.
Risperdal kann sowohl bei plötzlich auftretenden (akuten) als auch bei langdauernden (chronischen) Störungen eingenommen werden. Weiter wird Risperdal eingesetzt, um die Erkrankung unter Kontrolle zu halten und um ein Wiederauftreten der Störungen zu verhindern, nachdem die Symptome abgeklungen sind.
Risperdal wird ebenfalls neben anderen Behandlungsmassnahmen eingesetzt bei Personen mit Demenz zur Kontrolle von Symptomen wie Wahnvorstellungen oder aggressivem Verhalten.
Risperdal wird auch als Zusatztherapie zur Behandlung von akuter Manie eingesetzt, zusammen mit einem Stimmungsstabilisator. Die akute Manie ist charakterisiert durch gehobene oder reizbare Stimmung, Selbstüberschätzung, vermindertes Schlafbedürfnis, gehetztes Sprechen, Ideenflucht, Ablenkbarkeit oder eingeschränktes Urteilsvermögen mit sozial störendem oder aggressivem Verhalten.
Risperdal darf nur auf Verschreibung des Arztes angewendet werden.

Kontraindikationen

Wann darf Risperdal nicht eingenommen werden?
Demenzpatienten mit Parkinsonsymptomen wie Steifheit und Verlangsamung aller Bewegungen dürfen Risperdal nicht einnehmen.
Auch bei Patienten, die eine Demenz mit Lewy-Körpern aufweisen, ist von einer Behandlung mit Risperdal abzusehen.
Nehmen Sie Risperdal nicht ein, wenn Sie überempfindlich auf einen der Inhaltsstoffe reagieren.

Vorsichtsmassnahmen

Wann ist bei der Einnahme von Risperdal Vorsicht geboten?
Während einer Langzeitbehandlung kann Risperdal möglicherweise im Gesicht oder an der Zunge unwillkürliche Zuckungen bewirken. Sollte dies auftreten, so sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.
Sehr selten kann ein Zustand von Verwirrung, Bewusstseinsverminderung, hohem Fieber oder Muskelsteifigkeit auftreten. Falls dies passieren sollte, konsultieren Sie einen Arzt und teilen Sie ihm mit, dass Sie Risperdal einnehmen.
Versuchen Sie nur mässige Mengen zu essen, da Risperdal eine Gewichtszunahme mit sich bringen kann.
Wenn Sie an Herz-Kreislaufkrankheiten, Nieren- oder Leberfunktionsstörung, Parkinson-Krankheit oder Epilepsie leiden, teilen Sie das bitte Ihrem Arzt mit.
Vorsicht ist geboten, wenn Sie an einem Tumor leiden, der vom Hormon Prolactin abhängig ist.
Solange Sie Risperdal einnehmen, sollten Sie unter ständiger ärztlicher Kontrolle stehen und möglicherweise ist die Dosis entsprechend anzupassen.
Kinder unter 15 Jahren sollen Risperdal nicht einnehmen, da noch zu wenig Erfahrungen vorliegen.
Risperdal kann unter Umständen die Wirkung von Alkohol und gewissen Medikamenten, welche die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen (Beruhigungs- resp. Schlafmittel, narkotische Schmerzmittel, gewisse Antihistaminika, gewisse Antidepressiva) verstärken. Meiden Sie also Alkohol und nehmen Sie solche Medikamente nur, wenn Ihr Arzt sie Ihnen verschrieben hat.
Carbamazepin, ein Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung der Epilepsie und Trigeminusneuralgie (schwere Schmerzattacken im Gesicht) verwendet wird, kann die Wirkung von Risperdal verändern. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Therapie mit Carbamazepin beginnen oder beenden.
Risperdal kann Ihre Konzentrationsfähigkeit oder Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, zu Beginn der Behandlung nicht Auto zu fahren und keine Maschinen zu bedienen.
Sie sollten Risperdal 2 mg Tabletten nicht anwenden, wenn Sie eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Farbstoffe (Azofarbstoffe), Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) sowie gewisse Schmerz- und Rheumamittel (Prostaglandinhemmer) haben.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit einnehmen, da Risperdal die Wirkung einiger dieser Medikamente (Dopamin-Agonisten, z.B. Levodopa) aufheben kann.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Darf Risperdal während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?
Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, sollten Sie Risperdal ausschliesslich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
Stillen Sie nicht, solange Sie Risperdal einnehmen. Holen Sie in diesem Fall den Rat Ihres Arztes ein.

Dosierung/Anwendung

Wie verwenden Sie Risperdal?

Allgemeine Hinweise
Risperdal ist in zwei verschiedenen Formen erhältlich: als Tabletten und als Lösung, beide zum Einnehmen.
Risperdal wird zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahre eingesetzt.
Die tägliche Dosis von Risperdal kann auf einmal eingenommen werden oder je zur Hälfte morgens und abends. Dosen von mehr als 8 mg pro Tag sind auf 2 Einnahmen (morgens und abends) zu verteilen. Sie können Risperdal mit oder zwischen den Mahlzeiten einnehmen. Schlucken Sie die Tabletten mit reichlich Wasser.
Die Lösung können Sie in/mit irgendeiner nicht alkoholhaltigen Flüssigkeit, ausser Tee, einnehmen.
Die individuell notwendige Menge Risperdal variiert stark. Deshalb wird Ihr Arzt die Anzahl und Stärke der Tabletten resp. die Menge Lösung solange abstimmen, bis die erwünschte Wirkung eintritt.

Wichtige Anmerkung: Die Mengen sind in
Milligramm
(= mg) angegeben und nicht wie üblich in Anzahl der Tabletten!

Psychosen: Erwachsene unter 65 Jahre und Jugendliche über 15 Jahre
Zu Beginn der Behandlung mit Risperal wird die Dosierung in kleinen Schritten bis zur für Sie angepassten Dosis erhöht, das heisst z.B. am 1. Tag 2 mg und am 2. Tag 4 mg.
Danach kann die Dosis unverändert belassen oder, falls notwendig, weiter angepasst werden.
Für eine Dauerbehandlung werden 4-6 mg täglich genügen, jedoch kann auch eine tiefere tägliche Dosis ausreichen.
Der Arzt wird Ihnen sagen, wieviele Tabletten resp. wieviel Lösung dies für Sie bedeutet.

Psychosen bei Patienten über 65 Jahre sowie bei Leber- und Nierenstörungen
Für Patienten über 65 Jahre wird eine spezielle Dosierungsanpassung empfohlen, welche von Ihrem Arzt festgelegt wird.

Patienten mit Nieren- oder Leberstörungen: Bei Nieren- oder Leberstörungen muss die Dosierung erniedrigt werden; im Allgemeinen auf die Hälfte der für andere Erwachsene empfohlenen Dosen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viele Tabletten resp. wieviel Lösung dies in Ihrem Fall bedeutet.

Verhaltensstörungen bei Personen mit Demenz: Zu Beginn der Behandlung mit Risperdal wird die Dosierung in kleinen Schritten bis zur für Sie richtigen Dosierung erhöht. Es wird empfohlen mit 2× täglich 0,25 mg zu beginnen. Jeden 2. Tag kann die Tagesdosis um 0,5 mg erhöht werden.
Für eine Dauerbehandlung ist 1 mg täglich die übliche Dosis, verteilt auf eine oder zwei Einnahmen. Manchmal können auch Dosen bis zu 2 mg benötigt werden.

Als Zusatztherapie bei akuter Manie
Als Anfangsdosis werden 1× täglich 2 mg empfohlen. Diese Dosis kann bei Bedarf individuell in Schritten von 1× täglich 2 mg angepasst werden; eine Dosisänderung sollte nicht häufiger als jeden 2. Tag erfolgen. Für die meisten Patienten sind Dosen zwischen 2-6 mg/Tag ausreichend. Ihr Arzt wird Ihnen die Anzahl Tabletten oder die Menge Lösung, die für Ihre individuelle Situation am besten geeignet ist, angeben.

Wichtige Anmerkung: Nehmen Sie nie mehr als 2× 8 mg täglich ein, das heisst an einem Tag nie mehr als entweder 4× 4 mg (länglich grüne) oder 5× 3 mg (länglich gelbe) oder 8× 2 mg (länglich orange) oder 16× 1 mg (länglich weisse) oder 32× 0,5 mg (bräunlich-rote) Tabletten oder 16 ml Lösung.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Medikament wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Die Pipette wird wie folgt verwendet:
Die Flasche hat einen kindersicheren Verschluss und kann wie folgt geöffnet werden:
Plastikkappe herunterdrücken und gleichzeitig im Gegenuhrzeigersinn drehen. Plastikkappe abnehmen.
Plastikpipette in die Flasche einführen.
Mit der einen Hand den unteren Ring festhalten und mit der anderen Hand am oberen Pipettenrand ziehen, bis auf dem Pipettenkolben die gewünschte Markierung in Millilitern (ml) resp. Milligramm (mg) erscheint.
Die Pipette am unteren Ring vorsichtig aus der Flasche ziehen.
Durch Drücken auf den oberen Pipettenring bis zum Anschlag die entnommene Menge direkt in irgendeine nicht alkoholhaltige Flüssigkeit, ausser Tee, entleeren.
Die Flasche wieder verschliessen. Die leere Pipette mit etwas Wasser waschen, trocknen lassen und an einem sauberen Ort aufbewahren.

Unerwünschte Wirkungen

Welche Nebenwirkungen kann Risperdal haben?
Die Nebenwirkungen sind oft nur schwer von den Krankheitssymptomen zu unterscheiden.
Die folgenden Nebenwirkungen können häufig auftreten: Schlaflosigkeit, Erregtheit, Angstzustände und Kopfschmerzen.
Weniger häufig treten auf: Benommenheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, verschwommenes Sehen, Schwindel, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen, Verstopfung, Potenzstörungen, etwas Harnabgang, verstopfte Nase. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, sofern diese für Sie zu unangenehm werden.
Eine Überempfindlichkeit auf Risperdal ist selten. Sie kann an folgenden Symptomen erkannt werden: Hautausschlag, Juckreiz, Kurzatmigkeit und/oder Gesichtsschwellungen. Wenn eine dieser Reaktionen auftritt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
In einigen Fällen kann der Blutdruck zu Beginn der Behandlung leicht fallen, was zu Schwindel führt. Dieser Zustand verschwindet normalerweise von selbst. Etwas später kann der Blutdruck leicht ansteigen, dies ist jedoch selten.
Sie können während der Behandlung etwas an Gewicht zunehmen (vgl. «Wann ist bei der Einnahme von Risperdal Vorsicht geboten?»), und es können leichte motorische Störungen auftreten wie Zittern, leichte Muskelsteife und Ruhelosigkeit in den Beinen. Diese zuletzt genannten Symptome sind in der Regel ungefährlich und klingen ab, sobald der Arzt die Risperdal-Dosis reduziert oder ein zusätzliches Medikament verschrieben hat.
Sehr selten kann ein Zustand von Verwirrung, Bewusstseinsverminderung, hohem Fieber oder ausgeprägter Muskelsteifigkeit auftreten. Falls dies passieren sollte, so rufen Sie einen Arzt. Möglicherweise reagieren Sie auf das Medikament aussergewöhnlich.
In extrem seltenen Fällen können, im allgemeinen als Folge von verschiedenen Faktoren (inkl. extreme Hitze oder Kälte), deutliche Körpertemperaturveränderungen auftreten. Rufen Sie Ihren Arzt, falls dies passieren sollte.
Selten tritt eine Schwellung der Knöchel auf. Dies ist meist harmlos.
Vereinzelt wurde von plötzlicher, vor allem einseitig auftretender Schwäche oder Taubheit des Gesichts, der Arme und Beine oder undeutlicher Sprache berichtet. Sollte eines dieser Symptome auftreten, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen.
Während einer Langzeitbehandlung können Zuckungen an Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer auftreten. Sollte dies geschehen, so konsultieren Sie Ihren Arzt.
Nach längerer Anwendung kann es bei einigen Patienten zu Brustvergrösserung, Milchfluss oder Menstruationsstörungen kommen. Nur bei sehr wenigen Patienten treten solche Probleme auf. Zögern Sie aber auf keinen Fall, irgendwelche Nebenwirkungen Ihrem Arzt oder Apotheker mitzuteilen.
Wenn Sie ausnahmsweise zuviele Tabletten oder zuviel Lösung eingenommen haben, sollten Sie Ihren Arzt informieren, insbesondere wenn eines der folgenden Symptome auftritt: Bewusstseinsverminderung, Schläfrigkeit, Müdigkeit, aussergewöhnliches Zittern oder aussergewöhnliche Muskelsteifigkeit. Im allgemeinen sind diese Symptome harmlos. Sie sollten jedoch Ihren Arzt konsultieren. In der Zwischenzeit können Sie versuchen, diese Störungen mit Aktivkohle zu behandeln, welche die im Magen vorhandenen Medikamente absorbiert.
Der Farbstoff E 110 (Gelborange S), welcher in Risperdal 2 mg Tabletten enthalten ist, kann eine Überempfindlichkeitsreaktion an Haut und Atmungsorganen auslösen, insbesondere bei Patienten mit Asthma, Nesselfieber (chronische Urtikaria) oder bekannter Überempfindlichkeit auf Acetylsalicylsäure und andere Rheuma- und Schmerzmittel.

Allgemeine Hinweise

Was ist ferner zu beachten?
Risperdal soll bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahrt werden. Die Lösung ist zusätzlich vor dem Gefrieren zu schützen.
Risperdal ist, wie alle Medikamente, vor Kindern geschützt aufzubewahren.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, der über die ausführliche Fachinformation verfügt.

Zusammensetzung

Risperdal 0,5 mg enthält als Wirkstoff 0,5 Milligramm Risperidon (bräunlich-rote, längliche, beidseits gewölbte Tablette).

Risperdal 1 mg enthält als Wirkstoff 1 Milligramm Risperidon (weisse, längliche Tablette).

Risperdal 2 mg enthält als Wirkstoff 2 Milligramm Risperidon, Farbstoff: Gelborange S (E 110) (orange, längliche Tablette).

Risperdal 3 mg enthält als Wirkstoff 3 Milligramm Risperidon, Farbstoff: Chinolingelb (E 104) (gelbe, längliche Tablette).

Risperdal 4 mg enthält als Wirkstoff 4 Milligramm Risperidon, Farbstoffe: Chinolingelb (E 104) und Indigotin (E 132) (grüne, längliche Tablette).

Risperdal Lösung: 1 ml Risperdal Lösung enthält als Wirkstoff 1 mg Risperidon, Konservierungsmittel: Benzoesäure (E 210).

Verkaufsart/Packungen

In Apotheken nur gegen ärztliches Rezept.

Risperdal 0,5 mg: 20* Tabletten.

Risperdal 1 mg: 20* und 60* Tabletten.

Risperdal 2 mg: 20* und 60* Tabletten.

Risperdal 3 mg: 20* und 60* Tabletten.

Risperdal 4 mg: 20* und 60* Tabletten.

Risperdal Lösung 1 mg/ml: 30 ml* und 100 ml* (mit Dosierpipette).

Vertriebsfirma

Janssen-Cilag AG, 6341 Baar.

Stand der Information

Oktober 2001.

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