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Fachinformation zu Redimune®:CSL Behring AG
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Zusammens.Galen.FormInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Kontraind.Warn.hinw.Interakt.Schwangerschaft
Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
Reg.InhaberStand d. Info.

AMZV 9.11.2001

Zusammensetzung

Redimune 1 g, 3 g, 6 g und 12 g Dosierungen enthalten 1,1 g, 3,1 g, 6,1 g respektive 12,1 g Humanproteine pro Infusionsflasche, wovon mindestens 96% IgG sind und welche zu mindestens 90% in monomerer und dimerer Form vorliegen. Das restliche Protein besteht aus IgG-Fragmenten, Albumin, kleinen Mengen polymerem IgG und Spuren von IgA (max. 40 mg pro g Protein) und IgM. Die Verteilung der IgG-Subklassen entspricht annähernd derjenigen im normalen menschlichen Plasma.

Wirkstoff: Normales Immunglobulin vom Menschen.

Hilfsstoffe: Das Präparat enthält pro g Protein 1,67 g Saccharose als Stabilisator und weniger als 0,02 g Natriumchlorid.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Redimune enthält unveränderte, gefriergetrocknete Immunglobuline G (IgG) vom Menschen und ist erhältlich in Infusionsflaschen zu 1 g, 3 g, 6 g und 12 g. Die Redimune-Infusionslösung kann unter Verwendung verschiedener Lösungsmittel (0.9% NaCl, Wasser für Injektionszwecke, 5% Glukose) und in verschiedenen Konzentrationen (zwischen 3% und 12% IgG) hergestellt werden.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Substitutionstherapie bei: 

Primären Immunmangelkrankheiten wie:
Kongenitale Agammaglobulinämie und Hypogammaglobulinämie.
Allgemeine variable Immunmangelkrankheiten.
Schwere kombinierte Immunmangelkrankheiten.
Wiskott-Aldrich-Syndrom.

Myelom oder chronisch-lymphatische Leukämie mit schwerer sekundärer Hypogammaglobulinämie und rezidivierenden Infektionen.

Kinder mit angeborenem AIDS und rezidivierenden Infektionen.

Immunmodulation 

Immun-thrombozytopenische Purpura (ITP) bei Kindern oder Erwachsenen mit einem hohen Blutungsrisiko oder vor chirurgischen Eingriffen zur Korrektur der Thrombozytenzahl. Guillain-Barré-Syndrom.

Kawasaki-Syndrom.

Allogene Knochenmarktransplantation

Dosierung/Anwendung

Dosierung
Die Dosierung und Intervalle der Infusionen richten sich nach der Indikation. In der Substitutionstherapie sollte die Dosierung in Abhängigkeit von vorliegenden pharmakokinetischen Parametern und der klinischen Reaktion individuell angepasst werden. Die folgenden Dosierungen gelten als Empfehlung:

Substitutionstherapie bei primären Immunmangelsyndromen
Mit Hilfe des Dosierungsschemas sollte ein IgG-Plasmaspiegel von mindestens 4-6 g/l erreicht werden (IgG-Bestimmung vor der nächsten Infusion). Nach Beginn der Behandlung werden 3-6 Monate benötigt, bis eine Gleichgewichtskonzentration erreicht ist. Die empfohlene Initialdosis liegt bei 0,4-0,8 g/kg Körpergewicht (KG), gefolgt von mindestens 0,2 g/kg KG alle 3 Wochen. Die benötigte Dosis zur Aufrechterhaltung eines IgG-Plasmaspiegels von 6 g/l beträgt 0,2-0,8 g/kg KG pro Monat. Nach Erreichen der Gleichgewichtskonzentration variiert das Dosierungsintervall von
2 bis 4 Wochen. Zur Ermittlung der erforderlichen Dosis sowie des Dosierungsintervalls sollte der IgG-Plasmaspiegel kontrolliert werden.

Substitutionstherapie bei Myelomen oder chronisch-lymphatischer Leukämie mit schwerer sekundärer Hypogammaglobulinämie und rezidivierenden Infektionen; Substitutionstherapie bei Kindern mit AIDS und rezidivierenden Infektionen
Die empfohlene Dosis beträgt 0,2-0,4 g/kg KG alle drei oder vier Wochen.

Immun-thrombozytopenische Purpura
Zur Behandlung einer akuten Episode können anfangs 0,8-1 g/kg KG verabreicht und, falls erforderlich am 3. Tag wiederholt werden, oder es werden 0,4 g/kg KG pro Tag an 2-5 aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht. Falls klinisch angezeigt, kann die Therapie wiederholt werden.

Guillain-Barré-Syndrom
0,4 g/kg KG/Tag während 3 bis 7 Tagen. Die Erfahrung bei Kindern ist begrenzt.

Kawasaki-Syndrom
1,6-2 g/kg KG aufgeteilt in mehrere Dosen an 2-5 Tagen oder 2 g/kg KG in einer Dosis. In beiden Fällen erfolgt die Dosierung zusätzlich zur Therapie mit Acetylsalicylsäure.

Allogene Knochenmarktransplantation
Die Behandlung mit humanem normalem Immunglobulin kann als Teil des Konditionierungsschemas und nach der Transplantation angewandt werden.
Zur Behandlung von Infektionen und zur Prophylaxe gegen die «Graft-versus-host-
disease» (Transplantat-Abstossung) ist die Dosierung individuell anzupassen. Die Anfangsdosis beträgt 0,5 g/kg KG/Woche sieben Tage vor der Transplantation. Die Gabe wird bis zu 3 Monate nach der Transplantation weitergeführt.
Bei fortbestehendem Antikörpermangel wird, bis zur Normalisierung des Antikörperspiegels, eine Dosis von 0,5 g/kg KG/Monat empfohlen.
Die Dosierungsempfehlungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Tabelle 1 

----------------------------------------------------
Anwendungs-      Dosis            Injektions-       
gebiet                            intervalle        
----------------------------------------------------
Substitutions-   Anfangsdosis:    alle 2-4 Wochen   
therapie bei     0,4-0,8 g/kg KG  zur Erreichung des
primärem Immun-  danach:          IgG Plasmaspiegels
mangelsyndrom    0,2-0,8 g/kg KG  von mindestens    
                                  4-6 g/l           
----------------------------------------------------
Substitutions-   0,2-0,4 g/kg KG  alle 3-4 Wochen   
therapie bei                      zur Erreichung des
sekundärem Immun-                 IgG Plasmaspiegels
mangelsyndrom                     von mindestens    
                                  4-6 g/l           
----------------------------------------------------
Kinder mit AIDS  0,2-0,4 g/kg KG  alle 3-4 Wochen   
----------------------------------------------------
Immunmodulation:                                    
Immun-thrombo-   0,8-1 g/kg KG    am ersten Tag;    
zytopenische                      falls erforderlich
Purpura                           einmalige Wieder- 
                                  holungsgabe inner-
                                  halb von 3 Tagen  
                 oder                               
                 0,4 g/kg KG/Tag  während 2-5 Tagen 
----------------------------------------------------
Guillain-Barré-  0,4 g/kg KG/Tag  während 3-7 Tagen 
Syndrom                                             
----------------------------------------------------
Kawasaki-Syndrom 1,6-2 g/kg KG    in verschiedenen  
                                  Dosen für 2-5 Tage
                                  zusätzlich zur    
                                  Therapie mit      
                                  Acetylsalicylsäure
                 oder                               
                 2 g/kg KG        in einer Dosis    
                                  zusätzlich zur    
                                  Therapie mit      
                                  Acetylsalicylsäure
----------------------------------------------------
Allogene         0,5 g/kg KG                        
Knochenmarktrans-                                   
plantation:                                         
Behandlung der                    wöchentlich, von  
Infektion und                     Tag 7 vor bis zu  
Prophylaxe der                    3 Monate nach der 
«graft-versus-                    Transplantation   
host-Disease»                                       
Fortbestehender  0,5 g/kg KG      monatlich bis zur 
Antikörper-                       Normalisierung des
bildungsmangel                    Antikörperspiegels
----------------------------------------------------

Art der Anwendung Redimune wird in lyophilisierter Form aufbewahrt und vor der Anwendung aufgelöst. Die
Konzentration und damit das Volumen der zu verabreichenden Redimune-Lösung und die Art des Lösungsmittels werden unter Berücksichtigung der Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Kalorienbedürfnisse der individuellen Situation des Patienten angepasst. Patienten, welche Redimune erhalten, sollten einen normalen Hydrierungszustand aufweisen. Als Lösungsmittel können 0,9% NaCl (beigepackt), Wasser für Injektionszwecke oder 5% Glukose verwendet werden. Der Konzentrationsbereich für die gebrauchsfertige Lösung liegt zwischen 3% und 12%. Man beachte, dass eine 3%ige Lösung in Wasser hypoton ist (192 mOsm/kg).

Tabelle 2: Osmolalitäten [mOsm/kg] in Abhängigkeit des Lösungsmittels und der Konzentration 

----------------------------------------------------
Lösungsmittel     Konzentration                     
----------------------------------------------------
                  3%       6%       9%      12%     
0,9% NaCl         498      690      882     1074    
5% Glukose        444      636      828     1020    
Wasser f. Inj.    192      384      576      768    
----------------------------------------------------
Die Packungen zu 1 g, 3 g und 6 g Redimune ergeben nach Auflösen des Lyophilisats im gesamten
beigepackten Lösungsmittel (0,9% NaCl) eine 3%ige Lösung; die Packung zu 12 g ergibt hingegen eine 6%ige Lösung. Zur Herstellung von höheren Konzentrationen wird das Volumen des

Lösungsmittels entsprechend der gewünschten Konzentration gemäss nachfolgender Tabelle reduziert.

Tabelle 3: Benötigte Lösungsmittelvolumina [ml] 

----------------------------------------------------
Konzen-     Dosierungen                             
tration                                             
----------------------------------------------------
            1 g       3 g       6 g       12 g      
3%           33       100       200        -        
6%           16,5      50       100        200      
9%           11        33        66        132      
12%           8,3      25        50        100      
----------------------------------------------------
Für die Auflösung und Applikation sollen die in der Originalpackung vorhandenen Geräte verwendet
werden, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind. Liegt das benötigte Lösungsmittel nicht in der gewünschten Menge konfektioniert vor, so muss das gewünschte Lösungsmittelvolumen mit einer Spritze (nicht beigepackt) abgemessen und ohne Schaumbildung in die Lyophilisatflasche injiziert werden. Die gebrauchsfertige Lösung soll nicht eingefroren und wieder aufgetaut, sondern nach der Herstellung ohne Verzug verabreicht werden. In erster Wahl soll das beigepackte Infusionsset mit integriertem Filter zur Infusion der Lösung verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte darauf geachtet werden, dass das alternative Infusionsset ebenfalls einen integrierten Filter enthält. Angebrochene Produktflaschen dürfen nicht wieder verwendet werden.

Patienten, die zum ersten Mal mit Redimune behandelt werden, ist eine 3%ige Lösung mit einer Geschwindigkeit von 0,5-1 ml/min (ca. 10-20 Tropfen/min) zu infundieren. Wenn innerhalb von 15 Minuten keine Nebenwirkungen auftreten, kann die Infusionsgeschwindigkeit während der folgenden 15 Minuten auf 1-1,5 ml/min (ca. 20-30 Tropfen/min), danach auf 2-2,5 ml/min (ca. 40-50 Tropfen/ min) angehoben werden. Bei allen Patienten, welche regelmässig Redimune erhalten und dieses gut vertragen, kann die Infusion mit 1-1,5 ml/min begonnen werden. Wenn am gleichen Tag mehr als eine Flasche verabreicht werden muss, können die zweite und alle weiteren Flaschen in höherer Konzentration (bis 12%) oder schneller infundiert werden (langsame Steigerung, Patienten beobachten).

Herstellung der Infusionslösung
Liegt das Lösungsmittel in der benötigten Menge konfektioniert vor, kann nach der folgenden Anleitung vorgegangen werden:
1. Plastik-Schutzkappe an Lyophilisatflasche («LYO») und Lösungsmittelflasche entfernen und die beiden Gummistopfen mit Alkohol desinfizieren. Eine Schutzhülle des Transfersets entfernen und mit dem freigelegten Dorn die Lösungsmittelflasche anstechen.
2. Die zweite Schutzhülle des Transfersets entfernen. Die beiden Flaschen in die Hände nehmen, die Lösungsmittelflasche schnell auf die Lyophilisatflasche aufstecken und das Ganze in vertikale Position bringen. Nur wenn schnell aufgesteckt und die Flaschen sofort in vertikale Position gebracht werden, kann das Vakuum in der Lyophilisatflasche, welches die Auflösung beschleunigt, erhalten und für den Transfer ausgenützt werden. Das Lösungsmittel in die Lyophilisatflasche fliessen lassen. 3. Die leere Lösungsmittelflasche wird entfernt und dadurch das Vakuum gebrochen. Auf diese Weise wird eine mögliche Schaumbildung reduziert und der Auflösevorgang beschleunigt. Das Transferset entfernen.
4. Die Lyophilisatflasche energisch schwenken, aber nicht schütteln, sonst resultiert ein Schaum, welcher nur sehr langsam wieder verschwindet. Das Lyophilisat löst sich innerhalb von wenigen Minuten.
Falls das dem Produkt beigepackte Lösungsmittel nur teilweise transferiert werden soll, ist das überschüssige Lösungsmittel mittels einer sterilen Spritze und Nadel zuerst aus der Lösungsmittelflasche zu entfernen. Anschliessend kann der Rest des Lösungsmittels wie oben beschrieben unter Ausnutzung des Vakuums in die Produktflasche transferiert werden.
Sollen andere Lösungsmittel oder höhere Konzentrationen an IgG eingesetzt werden, ist in Tabelle 3 das benötigte Volumen an sterilem Lösungsmittel angegeben. Unter Beachtung der Vorschriften für aseptisches Arbeiten, wird die benötigte Menge Lösungsmittel in eine sterile Spritze aufgezogen. Das Lösungsmittel wird anschliessend in die Lyophilisatflasche injiziert.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen jegliche Bestandteile des Präparates.
Überempfindlichkeit gegen homologe Immunglobuline, insbesondere in sehr seltenen Fällen von IgA-Mangel, wenn der Patient Antikörper gegen IgA aufweist.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bestimmte schwere unerwünschte Nebenwirkungen können im Zusammenhang mit der
Infusionsgeschwindigkeit stehen. Die unter «Art der Anwendung» empfohlene
Infusionsgeschwindigkeit muss genau eingehalten werden. Die Patienten müssen während und nach der Infusion überwacht und hinsichtlich des Auftretens von Symptomen sorgfältig beobachtet werden. Bestimmte unerwünschte Reaktionen können häufiger vorkommen bei:
einer hohen Infusionsgeschwindigkeit,
Patienten mit Hypo- oder Agammaglobulinämie mit oder ohne IgA-Mangel,
Patienten, die erstmals humanes normales Immunglobulin G erhalten, oder, in seltenen Fällen, bei einem Wechsel des Immunglobulin-Präparates, oder nach einer längeren Behandlungspause. Echte Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten. Sie können in den sehr seltenen Fällen des IgA-Mangels mit anti-IgA-Antikörpern auftreten.
Selten kann humanes normales Immunglobulin einen Abfall des Blutdruckes mit einer anaphylaktischen Reaktion bewirken, selbst bei Patienten, die eine Behandlung mit normalem Immunglobulin zuvor vertragen hatten.
Mögliche Komplikationen können oft vermieden werden, wenn sichergestellt wird, dass die Patienten keine Überempfindlichkeit gegenüber humanem normalem Immunglobulin aufweisen, indem ihnen das Präparat langsam injiziert wird (0,5-1 ml/min (ca. 10-20 Tropfen/min) einer 3%igen IgG-Lösung);
die Patienten während der gesamten Dauer der Infusionszeit sorgfältig auf Symptome hin überwacht werden. Insbesondere solche Patienten, die erstmals humanes normales Immunglobulin erhalten, die von einem anderen IVIg Produkt umgestellt wurden, oder die eine längere Behandlungspause hatten, sollten während der ersten Infusion und eine Stunde danach überwacht werden, um mögliche Nebenwirkungen festzustellen. Alle anderen Patienten sind mindestens 20 Minuten nach der Verabreichung zu beobachten;
im Falle eines latenten Diabetes mellitus (bei dem eine vorübergehende Glycosurie auftreten kann), eines manifesten Diabetes mellitus oder bei Patienten mit einer zuckerarmen Ernährung der Glukosegehalt berücksichtigt wird (nur relevant, wenn 5% Glukose als Lösungsmittel verwendet wird).
Fälle von akutem Nierenversagen wurden bei Patienten beschrieben, die eine IVIg-Therapie erhielten. In den meisten Fällen wurden Risikofaktoren erkannt, z.B. vorbestehende Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Hypovolämie, Übergewicht, nephrotoxische Begleitmedikation oder Alter über 65.
Bei allen Patienten erfordert die Gabe von IVIg:
eine adäquate Hydratation vor Beginn der IVIg-Infusion,
Überwachung der Urinausscheidung,
Überwachung des Serumkreatinin-Spiegels,
Vermeidung der gleichzeitigen Gabe von Schleifendiuretika.
Im Falle einer Nierenfunktionsbeeinträchtigung sollte ein Absetzen des IVIg-Präparates erwogen werden.
Diese Berichte über Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen wurden zwar mit der Anwendung vieler zugelassenen IVIg-Präparate in Verbindung gebracht, jedoch war der Anteil der Präparate, die Saccharose als Stabilisator enthielten, unverhältnismässig gross. Bei Risikopatienten soll die Anwendung von saccharosefreien IVIg-Präparaten erwogen werden. Ferner sollte das Präparat mit der möglichen Mindestkonzentration und Infusionsgeschwindigkeit verabreicht werden.
Bei einer Nebenwirkung muss entweder die Infusionsgeschwindigkeit verringert oder die Infusion abgesetzt werden. Die erforderliche Behandlung hängt von der Natur und der Schwere der Nebenwirkung ab.
Bei einem Schock sind die aktuellen medizinischen Standardmassnahmen für eine
Schockbehandlung anzuwenden.
Bei einer Verabreichung von Medikamenten, die aus menschlichem Blut bzw. Plasma hergestellt werden, können Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern, auch bislang unbekannter Natur, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Um das Risiko einer Übertragung von infektiösem Material zu reduzieren, erfolgt
die Spenderauswahl nach strengen Kriterien,
die Testung einzelner Spenden und Plasmapools auf HBsAg und Antikörper gegen HIV und HCV, die Testung des Plasmapools auf HCV-Genommaterial,
die Inaktivierungs-/Eliminierungsverfahren, die in den Herstellungsprozess eingeführt wurden und mit Modellviren validiert wurden. Diese Verfahren werden als bei HIV, HCV, HAV, Parvovirus B19 und HBV wirksam betrachtet (vgl. auch Kapitel «Eigenschaften/Wirkungen»).
Bei jeder Verabreichung von Redimune muss der Name und die Chargennummer des Präparates registriert werden.

Interaktionen

Redimune darf nicht mit anderen Arzneimitteln vermischt werden. Es muss stets über einen getrennten Infusionsschlauch mit integriertem Filter verabreicht werden.

Abgeschwächte Lebendimpfstoffe
Die Gabe von Immunglobulin kann für eine Dauer von mindestens 6 Wochen und bis zu 3 Monaten die Wirksamkeit von abgeschwächten (attenuierten) Lebendimpfstoffen wie Masern-, Röteln-, Mumps- und Windpockenimpfstoffen beeinträchtigen. Nach der Gabe dieses Präparates ist vor der Impfung mit attenuierten Lebendimpfstoffen eine Wartezeit von 3 Monaten einzuhalten. Bei Masern kann diese Beeinträchtigung bis zu einem Jahr fortbestehen. Daher sollte bei Patienten, die Masernimpfstoff erhalten, der Antikörperstatus überprüft werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung in der Schwangerschaft vor. Die Verabreichung von Redimune an schwangere Frauen oder stillende Mütter sollte deshalb sorgfältig abgewogen werden. Die lange klinische Erfahrung mit Immunglobulinen lässt erkennen, dass keine schädigende Wirkung auf den Verlauf der Schwangerschaft, den Fötus oder das Neugeborene zu erwarten sind.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Immunglobuline die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich können Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen, allergische Reaktionen, niedriger Blutdruck, Gelenkschmerzen und leichte Rückenschmerzen auftreten. Selten können Überempfindlichkeitsreaktionen mit plötzlichem Blutdruckabfall, in Einzelfällen bis zum anaphylaktischen Schock auftreten, auch wenn der Patient bei früheren Anwendungen keine Reaktion gezeigt hat.
Fälle reversibler aseptischer Meningitis, Einzelfälle reversibler hämolytischer Anämie/Hämolyse und seltene Fälle vorübergehender Hautreaktionen wurden bei der Gabe von humanem normalem Immunglobulin beobachtet.
Ein Anstieg des Serumkreatinin-Spiegels und/oder akutes Nierenversagen wurden beobachtet. Thromboembolische Reaktionen wurden bei älteren Patienten, Patienten mit Anzeichen zerebraler oder Herzischämie und übergewichtigen und schwer hypovolämischen Patienten beschrieben. Informationen über die Virussicherheit, siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Überdosierung

Eine Überdosis kann zu einer Flüssigkeitsüberbelastung und Hyperviskosität führen, insbesondere bei Risikopatienten, einschliesslich älteren Patienten oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J06BA02
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsera und Immunglobuline: Immunglobuline, normales Immunglobulin vom Menschen zur intravaskulären Verabreichung.
Redimune ist ein polyvalentes humanes Immunglobulin zur intravenösen Anwendung mit einem breiten, beständigen Spektrum von opsonisierenden und neutralisierenden Antikörpern gegen Bakterien, Viren, bakterielle Toxine und andere Krankheitserreger.
Normales Immunglobulin wird aus Plasma von mindestens 1000 Spendern hergestellt; die Subklassenverteilung entspricht nahezu der des humanen Plasmas.
Jede Blutspende wird auf die Abwesenheit von HBs-Antigen, HIV- und HCV-Antikörpern getestet. Das in Redimune enthaltene Immunglobulin wird durch Fraktionierung mit Ethanol in der Kälte gewonnen. Das Herstellverfahren enthält verschiedene Schritte, welche ein breites Spektrum von Viren zuverlässig eliminieren oder inaktivieren. Dazu gehören namentlich ein Nanofiltrationsschritt sowie die Behandlung bei pH 4 in Gegenwart von geringen Pepsinmengen. Die pH 4/
Pepsinbehandlung spaltet zudem potentiell komplementaktivierende Aggregate; daher eignet sich das Präparat zur intravenösen Anwendung.
Die Antikörperkonzentrationen gegen mehrere verbreitete Krankheitserreger werden in jeder Charge kontrolliert.
Ausreichende Redimune Dosen können bei niedrigen Immunglobulin-G-Spiegeln Normalwerte wiederherstellen. Der Wirkungsmechanismus bei anderen Anwendungsgebieten als der Substitutionstherapie ist noch nicht vollständig erforscht, schliesst jedoch immunmodulatorische Wirkungen ein.
Die dem Redimune zugesetzte Saccharose wird nach intravenöser Verabreichung unverändert über den Urin ausgeschieden; bei Diabetes-Patienten ist daher keine Anpassung der Insulindosen oder der Diätvorschriften erforderlich.

Pharmakokinetik

Normales Immunglobulin vom Menschen ist in der Blutbahn des Empfängers nach intravenöser Verabreichung unmittelbar und vollständig bioverfügbar. Es wird zwischen dem Plasma und der extravaskulären Flüssigkeit relativ rasch verteilt. Nach ca. 3-5 Tagen ist das Gleichgewicht zwischen intra- und extravaskulärem Kompartiment erreicht. Die in Redimune vorkommenden Antikörper besitzen dieselben pharmakokinetischen Eigenschaften wie endogenes IgG. Die biologische Halbwertszeit von Immunglobulin zur intravenösen Anwendung beträgt bei Personen mit normalen IgG-Serumspiegeln 30 ± 13 Tage, während bei mit Redimune behandelten Patienten mit primärer Hypogammaglobulinämie oder Agammaglobulinämie eine Halbwertszeit von 33 ± 17 Tagen festgestellt wurde. Bei Patienten mit Infektionen, Paraproteinämie und hyperkataboler Hypoproteinämie kann die Halbwertszeit von Redimune verkürzt sein. Es gibt allerdings starke individuelle Schwankungen von Patient zu Patient, insbesondere bei primären
Immunmangelsyndromen, die eine Überprüfung der individuellen Dosierung erforderlich machen können.
IgG und IgG-Komplexe werden in den Zellen des retikuloendothelialen Systems abgebaut.

Präklinische Daten

Dem Redimune identische Immunglobuline wurden Labortieren (Meerschweinchen und Mäusen) intraperitoneal verabreicht. Die Dosis überstieg um ein Mehrfaches die therapeutische Dosis des Menschen. Keine toxischen Effekte konnten beobachtet werden.
Das Präparat erweist sich in dem von der USP vorgeschriebenen Toxizitätstest an Meerschweinchen und Mäusen als nicht toxisch.
Die toxikologischen Untersuchungen durchgeführt an Tieren geben aus folgenden Gründen nur geringe Auskunft über den Gebrauch am Menschen:
das Flüssigkeitsvolumen, das bei einer hohen Einzeldosis verabreicht wird, verursacht eine Kreislaufüberlastung des Tieres und
eine mehrfache Verabreichung ist nicht durchführbar, da das Tier Antikörper gegen das humane Protein bildet.
Die in Redimune enthaltenen Antikörper entsprechen dem endogenen IgG, sind somit natürliche Bestandteile des menschlichen Körpers und können als für den Menschen untoxisch angesehen werden. Die weltweite Anwendung von Redimune und anderen Immunglobulin-Präparaten in grossen Mengen und über eine lange Zeitperiode (>20 Jahre) hat nie eine toxische, mutagene oder kanzerogene Wirkung gezeigt.

Sonstige Hinweise

Redimune ist vor Licht geschützt und nicht über +25 °C zu lagern. Es darf nicht eingefroren werden. Nach Ablauf des aufgedruckten Verfalldatums soll das Präparat nicht mehr verwendet werden. Nur eine klare, niederschlagsfreie Lösung soll über das beigepackte Infusionsbesteck mit integriertem Filter appliziert werden.

Auswirkung auf serologische Untersuchungen
Nach Infusion von Immunglobulinen kann der vorübergehende Anstieg der verschiedenen passiv übertragenen Antikörper im Patientenblut zu falsch positiven serologischen Testergebnissen führen. Die passive Übertragung von Antikörpern gegen Erythrozytenantigene, z.B. A, B und D, kann einige serologische Tests auf Erythrozyten-Alloantikörper (z.B. den Coombs-Test), die
Retikulozytenzählung und den Haptoglobin-Test verfälschen.

Zulassungsvermerk

00500 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

ZLB Behring AG, Bern.

Stand der Information

November 2004.

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