AMZVZusammensetzungWirkstoff: Ursodeoxycholsäure. Hilfsstoffe: Excip. pro compresso obducto.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtabletten. Eine Ursofalk 500 mg Filmtablette enthält 500 mg Ursodeoxycholsäure als wirksamen Bestandteil. Aussehen: weisse, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit beidseitiger Bruchrille.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenZur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen der Gallenblase. Die Gallensteine dürfen auf dem Röntgenbild keine Schatten geben und sollten nicht grösser als 15 mm im Durchmesser sein, und die Gallenblase muss trotz Gallenstein(en) funktionsfähig sein. Primär biliäre Zirrhose (Stadium I–III). Bei primär biliärer Zirrhose (PBC) konnte in klinischen Studien ein Rückgang der Leberenzyme und des Bilirubins nachgewiesen werden. Hingegen bestehen nur wenig Daten, welche eine Verbesserung des histologischen Bildes vorweisen, und es können keine Aussagen bezüglich der Beeinflussung des Überlebens gemacht werden.
Dosierung/AnwendungFolgende tägliche Dosis wird für die verschiedenen Indikationen empfohlen:
Zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
Ca. 10 mg Ursodeoxycholsäure pro kg Körpergewicht entsprechend bis 60 kg: 1 Filmtablette; 61–80 kg: 1½ Filmtabletten; 81–100 kg: 2 Filmtabletten; über 100 kg: 2½ Filmtabletten. Die Filmtabletten sollen abends vor dem Schlafengehen unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Die Einnahme muss regelmässig erfolgen. Die Dauer der Gallensteinauflösung beträgt im Allgemeinen 6–24 Monate. Falls nach 12 Monaten keine Verkleinerung der Gallensteine eingetreten ist, sollte die Therapie nicht weitergeführt werden. Der Erfolg der Behandlung sollte sonografisch oder röntgenologisch alle 6 Monate überprüft werden. Bei den Nachuntersuchungen sollte auch darauf geachtet werden, ob zwischenzeitlich eine Verkalkung der Steine aufgetreten ist. Sollte dies der Fall sein, ist die Behandlung zu beenden. Um den Verlauf der Behandlung einschätzen und eine eventuelle Verkalkung der Gallensteine rechtzeitig erkennen zu können, sollte abhängig von der Steingrösse 6–10 Monate nach Behandlungsbeginn eine Darstellung der Gallenblase (orale Cholezystographie) mit Übersichts- und Schlussaufnahmen im Stehen und im Liegen (Ultraschallverlaufskontrolle) durchgeführt werden.
Zur symptomatischen Behandlung der primär biliären Zirrhose (PBC)
Die Tagesdosis ist abhängig vom Körpergewicht und liegt zwischen 1½ und 3½ Filmtabletten (14 ± 2 mg Ursodeoxycholsäure pro kg Körpergewicht). Während der ersten 3 Monate der Behandlung sollten Ursofalk 500 mg Filmtabletten über den Tag verteilt eingenommen werden. Mit Verbesserung der Leberwerte kann die Tagesdosis einmal täglich abends eingenommen werden.
Körper- Tages- Filmtabletten
gewicht dosis
(kg) in mg/
kg KG erste 3 Monate danach
morgens mittags abends abends
(1×täglich)
----------------------------------------------------
47–62 12–16 ½ ½ ½ 1½
63–78 13–16 ½ ½ 1 2
79–93 13–16 ½ 1 1 2½
94–109 14–16 1 1 1 3
Über 110 1 1 1½ 3½
Die Anwendung von Ursofalk 500 mg Filmtabletten bei primär biliärer Zirrhose ist zeitlich nicht begrenzt.Bei Patienten mit primär biliärer Zirrhose kann in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung eine Verschlechterung der klinischen Symptomatik, z.B. eine Verstärkung des Juckreizes auftreten. Sollte dieser Fall eintreten, ist die Therapie zunächst mit einer halben Ursofalk 500 mg Filmtablette oder einer Ursofalk Kapsel (zu 250 mg Ursodeoxycholsäure) täglich weiterzuführen und die Therapie dann einschleichend (Erhöhung der täglichen Dosis wöchentlich um eine halbe Filmtablette oder eine Ursofalk Kapsel) weiterzuführen, bis die im jeweiligen Dosierschema vorgesehene Dosis wieder erreicht wird.Korrekte Art der Einnahme
Ausser der abendlichen Dosis vor dem Schlafengehen, soll Ursofalk zu den Mahlzeiten (unzerkaut mit Flüssigkeit) eingenommen werden. Auf eine regelmässige Einnahme ist zu achten. Für Patienten mit einem Gewicht unter 47 kg bzw. für Patienten, die keine Ursofalk 500 mg Filmtabletten schlucken können, stehen Ursofalk Kapseln oder Suspension zur Verfügung.
KontraindikationenUrsofalk 500 mg Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden bei: häufigen Koliken; entzündlichen Erkrankungen von Dünn- und Dickdarm; akuten Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege; Verschluss der Gallenwege (Choledochus- oder Zystikusverschluss); Nulldiät; Überempfindlichkeit auf einen Inhaltsstoff; Gallensäuremalabsorption; akute oder chronische Hepatitis.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenUrsofalk 500 mg Filmtabletten sollen unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden. In den ersten 3 Monaten der Behandlung sollen die Leberparameter AST (SGOT), ALT (SGPT) und γ-GT alle 4 Wochen, dann alle 3 Monate vom behandelnden Arzt kontrolliert werden. Bei röntgenologisch nicht darstellbarer Gallenblase, kalzifizierten Gallensteinen und gestörter Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase sollten Ursofalk 500 mg Filmtabletten nicht angewendet werden. Ursofalk soll bei intrahepatischen Cholestasen anderer Provenienz als primär biliärer Zirrhose zurzeit nur im Rahmen kontrollierter klinischer Studien eingesetzt werden. In fortgeschrittenen Stadien der PCB kann die Therapie mit Ursodeoxycholsäure zu Leberdekompensation führen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten Ursofalk nur bei gleichzeitiger Anwendung von empfängnisverhütenden Massnahmen einnehmen.
InteraktionenUrsofalk 500 mg Filmtabletten sollten nicht gleichzeitig mit Colestyramin, Colestipol oder Aluminiumhydroxid- und/oder Smektit- (Tonerde)haltigen Antazida verabreicht werden, da diese Präparate die Ursodeoxycholsäure im Darm binden und damit ihre Resorption und Wirksamkeit verhindern. Sollte die Einnahme eines Präparates, das einen dieser Wirkstoffe enthält, notwendig sein, so ist darauf zu achten, dass die Einnahme zeitversetzt mindestens 2 Stunden davor oder danach erfolgt. Ursofalk 500 mg Filmtabletten können die Resorption von Ciclosporin aus dem Darm erhöhen. Bei Patienten, die unter einer Ciclosporin-Therapie stehen, sollte daher die Ciclosporin-Konzentration im Blut durch den Arzt überprüft und ggf. eine Ciclosporin-Dosisanpassung vorgenommen werden. In Einzelfällen können Ursofalk 500 mg Filmtabletten die Resorption von Ciprofloxacin vermindern. Ursodeoxycholsäure vermindert die Plasmaspitzenkonzentration (C) sowie die Fläche unter der Kurve (AUC) des Calciumantagonisten Nitrendipin. Auf Grund dessen, sowie auf Grund eines Einzelfallberichtes zu einer Wechselwirkung mit der Substanz Dapson (Verminderung des therapeutischen Effektes) und in-vitro-Befunden kann angenommen werden, dass Ursodeoxycholsäure das arzneimittelabbauende Enzym Cytochrom P450 3A induziert. Bei Gabe von Arzneimitteln, die über dieses Enzym verstoffwechselt werden, ist deshalb Vorsicht geboten und eine Dosisanpassung ist gegebenenfalls erforderlich.
Schwangerschaft/StillzeitTierexperimentelle Studien haben Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung während der frühen Trächtigkeitsphase ergeben. Ausreichende Erfahrungen beim Menschen im ersten Trimenon der Schwangerschaft liegen nicht vor. Frauen im gebärfähigen Alter sollten nur bei gleichzeitiger Anwendung von zuverlässigen empfängnisverhütenden Massnahmen behandelt werden. Vor Beginn der Behandlung ist das Bestehen einer Schwangerschaft auszuschliessen. Die Anwendung von Ursofalk während des 1. Trimenons ist kontraindiziert. Während des 2. und 3. Trimenons darf Ursofalk nicht angewendet werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich (siehe auch «Reproduktionstoxizität»). Es ist nicht bekannt, ob Ursodeoxycholsäure in die Muttermilch übertritt. Ursofalk 500 mg Filmtabletten sollten daher in der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist eine Behandlung mit Ursofalk 500 mg Filmtabletten erforderlich, ist abzustillen.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEs wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Unerwünschte WirkungenBei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt: Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten. Häufig: mehr als 1 von 100 Behandelten. Gelegentlich: mehr als 1 von 1000 Behandelten. Selten: mehr als 1 von 10’000 Behandelten. Sehr selten: 1 Fall von 10’000 Behandelten oder weniger, einschliesslich Einzelfälle.
Gastrointestinale Störungen
Häufig: breiförmige Stühle bzw. Durchfall. Sehr selten: schwere rechtsseitige Oberbauchbeschwerden (bei PBC).
Leber und Galle
Sehr selten: Verkalkung von Gallensteinen. Sehr selten: Dekompensation der Leberzirrhose (bei PBC), die sich nach Absetzen der Therapie teilweise zurückbildete.
Haut
Sehr selten: Urtikaria.
ÜberdosierungBei Überdosierungen können Diarrhöen auftreten. Im Allgemeinen ist mit anderen Symptomen einer Überdosierung nicht zu rechnen, da die Ursodeoxycholsäure mit zunehmender Dosis schlechter resorbiert und deshalb vermehrt fäkal ausgeschieden wird. Beim Auftreten von Diarrhöen ist die Dosis zu reduzieren, bei anhaltenden Diarrhöen sollte die Therapie abgebrochen werden. Spezifische Gegenmassnahmen können entfallen; die Folgezustände von Durchfall sind symptomatisch mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich zu behandeln.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: A05AA02 und A05B Ursodeoxycholsäure (UDC) ist eine hydrophile natürliche Gallensäure, die physiologisch in kleinen Mengen in der menschlichen Galle vorhanden ist. Nach oraler Verabreichung bewirkt Ursodeoxycholsäure eine Verminderung der Cholesterinsättigung der Galle durch Hemmung der Cholesterinabsorption im Darm und Senkung der Cholesterinsekretion in die Galle. Vermutlich durch Dispersion des Cholesterins und Bildung von Flüssigkristallen erfolgt eine allmähliche Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen.
Pharmacodynamik
Die Wirkung der Ursodeoxycholsäure bei Leber- und cholestatischen Erkrankungen beruht nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich auf einem relativen Austausch lipophiler, detergentienartig wirkender, toxischer Gallensäuren gegen die hydrophile, zytoprotektive, untoxische Ursodeoxycholsäure, auf einer Verbesserung der sekretorischen Leistung der Leberzelle und auf immunregulatorischen Prozessen.
Klinische Wirksamkeit
Ursofalk reduziert den Gehalt von Cholesterin in der Galle, weshalb es nach regelmässiger Einnahme zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen führt.
PharmakokinetikOral verabreichte Ursodeoxycholsäure wird im Jejunum und oberen Ileum durch passiven, im terminalen Ileum durch aktiven Transport schnell resorbiert. Die Resorptionsrate beträgt 60–80%.
Distribution
Nach der Resorption wird die Gallensäure in der Leber fast vollständig mit den Aminosäuren Glycin und Taurin konjugiert und dann biliär ausgeschieden. Die First-pass-Clearance durch die Leber beträgt bis zu 60%.
Metabolismus
Im Darm erfolgt teilweise ein bakterieller Abbau zu 7-Keto-Lithocholsäure und Lithocholsäure. Lithocholsäure ist lebertoxisch und ruft in einer Reihe von Tierspezies Leberparenchymschäden hervor. Beim Menschen wird sie nur zu einem sehr geringen Teil resorbiert. Dieser Anteil wird in der Leber sulfatiert und dadurch detoxifiziert und dann wieder biliär und schliesslich fäkal ausgeschieden.
Elimination
Die biologische Halbwertzeit der Ursodeoxycholsäure liegt bei 3,5–5,8 Tagen.
Präklinische DatenUntersuchungen am Tier zur akuten Toxizität haben keine toxischen Schäden gezeigt.
Chronische Toxizität
Untersuchungen zur subchronischen Toxizität am Affen zeigten in den Gruppen mit hoher Dosierung hepatotoxische Effekte auch in Form von funktionellen Veränderungen (u.a. Leberenzymveränderungen) und morphologische Veränderungen wie Gallengangsproliferationen, portale Entzündungsherde und hepatozelluläre Nekrosen. Diese toxischen Effekte sind am ehesten auf Lithocholsäure, einen Metaboliten der Ursodeoxycholsäure, zurückzuführen, welche beim Affen – im Gegensatz zum Menschen – nicht detoxifiziert wird. Die klinische Erfahrung bestätigt, dass die beschriebenen hepatotoxischen Effekte beim Menschen offensichtlich nicht relevant sind.
Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial
Langzeituntersuchungen an Maus und Ratte ergaben keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potenzial von Ursodeoxycholsäure. In-vitro und in-vivo-Tests zur Genotoxizität von Ursodeoxycholsäure ergaben keine relevanten Hinweise auf eine mutagene Wirkung.
Reproduktionstoxizität
In Untersuchungen an Ratten traten nach einer Dosis von 2000 mg/kg Körpergewicht Schwanzaplasien auf. Beim Kaninchen wurden bis 300 mg Ursodeoxycholsäure/kg Körpergewicht keine teratogenen Wirkungen festgestellt, es kam jedoch zu embryotoxischen Effekten (ab 100 mg/kg Körpergewicht). Ursodeoxycholsäure hatte keinen Einfluss auf die Fertilität bei Ratten und beeinträchtigte nicht die Peri-/Postnatalentwicklung bei den Nachkommen.
Sonstige HinweiseBisher keine bekannt.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Bisher keine bekannt.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.
Zulassungsnummer60812 (Swissmedoc).
ZulassungsinhaberinVifor AG, 1752 Villars-sur-Glâne.
Stand der InformationNovember 2010.
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