Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenIm Hinblick auf die Anwendung von Rituximab im Rahmen der Zevalintherapie muss auch die Arzneimittelfachinformation zu diesem Präparat beachtet werden. Bei Patienten mit veränderter Biodistribution von Indium-111-markiertem Zevalin sollte Yttrium-90-markiertes Zevalin nicht angewendet werden (siehe Bildgewinnung und Interpretation). Patienten, die vor der Behandlung mit Zevalin murine Antikörper erhielten, sollten auf humane Anti-Maus-Antikörper (HAMA) getestet werden. Bei Patienten, die HAMA entwickelt haben, können allergische oder Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, wenn sie mit Zevalin oder anderen aus murinen Proteinen gewonnenen Präparaten behandelt werden. Nach der intravenösen Verabreichung von Proteinen wurde bei einigen wenigen Patienten von anaphylaktischen oder sonstigen Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Medikamente für die Behandlung von Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Epinephrin, Antihistaminika und Kortikosteroide sowie Sauerstoff müssen für den Fall, dass es während der Verabreichung von Zevalin zu einer allergischen Reaktion kommen sollte, unmittelbar einsatzbereit zur Verfügung stehen. Vor einer weiteren Behandlung mit murinen Proteinen sollten die Patienten generell auf HAMA getestet werden. Zevalin kann schwere und potenziell letale Infusionsreaktionen verursachen. Schwere Reaktionen treten typischerweise 30 bis 120 Minuten nach der ersten Rituximab-Infusion auf. Mögliche Befunde und Symptome sind Blutdruckabfall, Quincke-Ödem, Hypoxie oder Bronchospasmus; sie können die Unterbrechung der Gabe von Rituximab, Indium-111 Zevalin oder Yttrium-90 Zevalin erforderlich machen. Zu den schwerwiegendsten Manifestationen und Folgeerscheinungen gehören Lungeninfiltrate, akutes Atemnot-Syndrom, Myokardinfarkt, Kammerflimmern und kardiogener Schock. Siehe auch Verschreibungshinweise für Rituximab, da die Behandlung mit Zevalin die Verwendung von Rituximab mit einschliesst. Bei wenigen Patienten in klinischen Studien kam es zu Blutungen einschliesslich tödlicher Hirnblutungen. Während bis zu 3 Monaten ist der Patient hinsichtlich möglicher Zytopenie und deren Komplikationen (z.B. febrile Neutropenie, Blutung) sorgfältig zu überwachen und gegebenenfalls zu behandeln. Vorsicht ist geboten, wenn Patienten nach der Behandlung mit Zevalin Medikamente mit Einfluss auf die Thrombozytenfunktion oder Blutgerinnung erhalten; diese Patienten sind engmaschig zu überwachen. Die häufigsten schweren unerwünschten Wirkungen unter Zevalin waren Thrombozytopenie (61% der Patienten mit Thrombozytenzahl <50'000/mm³) und Neutropenie (57% der Patienten mit einer absoluten Neutrophilenzahl <1'000/mm³) bei Patienten mit ≥150'000 Thrombozyten/mm³ vor der Behandlung. Bei Patienten mit leichter Thrombozytopenie vor Beginn der Behandlung (Plättchenzahl 100'000-149'000/mm³) nahm die Inzidenz der schweren Thrombozytopenie bzw. Neutropenie auf 78% bzw. 74% zu. Die tiefste Plättchen- bzw. Neutrophilenzahl zeigte sich im Durchschnitt aller Patienten nach 7-9 Wochen und die mittlere Dauer der Zytopenie betrug 22-35 Tage. Bei <5% der Fälle dauerte die schwere Zytopenie länger als die prospektiv im Protokoll festgelegte Behandlungsdauer von 12 Wochen nach Gabe von Zevalin. Einige dieser Patienten erholten sich wieder von der Zytopenie, bei anderen schritt die Krankheit fort und sie erhielten weitere onkologische Therapien oder starben am Lymphom, ohne sich von der Zytopenie erholt zu haben. Die Zytopenien können die nachfolgenden therapeutischen Entscheidungen beeinflusst haben. Nach Behandlung mit Zevalin ist das Blutbild einschliesslich der Thrombozytenzahl wöchentlich zu bestimmen, bis sich die Zellzahlen erholt haben. Bei Patienten mit schwerer Zytopenie oder wenn klinisch indiziert, ist das Blutbild und die Thrombozytenzahl häufiger zu bestimmen. Yttrium-90-markiertes Zevalin in einer Dosierung von 11,1 MBq/kg oder höher darf Patienten nicht verabreicht werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeichen lebensbedrohlicher hämatologischer Toxizität entwickeln. Zevalin sollte nicht verabreicht werden bei: - Patienten, bei denen mehr als 25% des Knochenmarks mit Lymphomzellen infiltriert sind; - Patienten, bei denen zuvor mehr als 25% des aktiven Knochenmarks extern bestrahlt wurden; - Patienten mit Thrombozytenzahlen <100'000/mm³ bzw. Neutrophilenzahlen <1'500/mm³; - Patienten, die zuvor eine Knochenmarktransplantation oder Stammzellenbehandlung erhalten haben. - Bei veränderter Biodistribution von Indium-111-markiertem Zevalin. Besondere Vorsicht ist angezeigt im Hinblick auf eine Depletion des Knochenmarks. Die Verträglichkeit einer Immunisierung mit Vakzinen, insbesondere lebenden Virusvakzinen, im Anschluss an die Behandlung mit Zevalin wurde bislang nicht untersucht. Die Fähigkeit, eine primäre oder sekundäre humorale Immunantwort auf ein beliebiges Vakzin auszubilden, wurde ebenfalls nicht untersucht. Zevalin enthält als Hilfsstoff Albumin aus menschlichem Plasma, welches aus behördlich zugelassenen Blutspendezentren stammt. Das Aufbereitungsverfahren umfasst mehrere Schritte zur Virusinaktivierung. Bei der Anwendung von Arzneimitteln mit aus humanem Blut oder Plasma hergestellten Bestandteilen, kann das Risiko einer Übertragung von Erregern bekannter und unbekannter Natur nicht völlig ausgeschlossen werden. Auch das theoretische Risiko für die Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gilt als äusserst gering. Mit Albumin ist nie eine Übertragung von Viruserkrankungen oder Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bekannt geworden. Von 349 in klinischen Studien mit Zevalin behandelten Patienten waren 38% (132) 65 Jahre und älter und 12% (41) 75 Jahre und älter. Man beobachtete insgesamt keinen Unterschied hinsichtlich Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen diesen und jüngeren Patienten, doch ist eine grössere Empfindlichkeit bei einigen älteren Patienten nicht auszuschliessen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Zevalin bei Kindern ist nicht untersucht worden. Radioaktive Arzneimittel sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlenschutzmassnahmen zu handhaben, um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten. Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines Arztes. Behandlungen sind nur dann angezeigt, wenn der Nutzen einer solchen das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. Dies gilt insbesondere bei der Anwendung an Kindern oder Jugendlichen, sowie an schwangeren und stillenden Frauen. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Kautelen des Strahlenschutzes stattzufinden.
|