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Fachinformation zu Rabipur:Bavarian Nordic Berna GmbH
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Dosierung/Anwendung

Dosierung für Erwachsene und Kinder
Die empfohlene intramuskuläre Einzeldosis beträgt für alle Altersgruppen 1 mL.
Wenn möglich und sofern der Impfstoff verfügbar ist, sollte während der gesamten prä- oder postexpositionellen Immunisierung derselbe Zellkultur-Impfstoff verwendet werden. Die Einhaltung der empfohlenen Impfschemata ist für die postexpositionelle Behandlung jedoch dringend erforderlich, auch wenn ein anderer Zellkultur-Impfstoff verwendet werden muss.
 
Präexpositionelle Prophylaxe
Grundimmunisierung:
Für bisher ungeimpfte Personen besteht die Grundimmunisierung der präexpositionellen Prophylaxe aus drei intramuskulären Impfstoffgaben (je 1 mL), die an den Tagen 0, 7 und 21 oder 28 verabreicht werden.
 
Auffrischimpfungen:
Ob regelmässige serologische Kontrollen und Auffrischimpfungen zur Aufrechterhaltung eines Antikörpertiters ≥ 0,5 IE/mL (bestimmt im Rapid Focus-Fluorescent Inhibition Test) nötig sind, sollte entsprechend den offiziellen Empfehlungen beurteilt werden.
Im Nachfolgenden finden Sie eine generelle Anleitung:
-Eine halbjährliche Testung auf neutralisierende Antikörper wird im Allgemeinen bei erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen (z.B. Personal in Laboratorien, das mit lebenden Tollwutviren arbeitet).
-Bei Personen, die einem kontinuierlichen Expositionsrisiko ausgesetzt sind (z.B. Tierärzte und deren Assistenten, Förster, Jäger), sollte im Allgemeinen zumindest alle zwei Jahre ein serologischer Test durchgeführt werden; falls dies je nach Risikograd für erforderlich erachtet wird, eventuell auch in kürzeren Abständen.
-In den zuvor genannten Fällen sollte eine Auffrischimpfung verabreicht werden, sobald der Antikörpertiter 0,5 IE/mL unterschreitet.
-Alternativ können Auffrischimpfungen in den offiziell empfohlenen Abständen je nach Risiko ohne serologische Kontrolle verabreicht werden. Die Erfahrung zeigt, dass Auffrischimpfungen im Allgemeinen alle 2 – 5 Jahre erforderlich sind.
-Rabipur kann für Auffrischimpfungen nach Grundimmunisierung mit einem humanen diploiden Zellkultur-Tollwutimpfstoff verwendet werden.
 
Postexpositionelle Prophylaxe
Die postexpositionelle Prophylaxe besteht aus (entsprechend WHO Empfehlungen):
· lokaler Wundbehandlung sobald wie möglich nach der Exposition,
· einer vollständigen Impfserie eines Tollwut-Impfstoffes und
· der Verabreichung von Tollwut-Immunglobulin, falls indiziert.
 
Die Indikation zu einer postexpositionellen Prophylaxe ist abhängig von der Art des Kontakts mit dem vermutlich erkrankten Tier gemäss der Tabelle 1 "Impfschemata entsprechend den verschiedenen Expositionsarten" . Mit der postexpositionellen Immunisierung sollte sobald wie möglich nach Exposition bei gleichzeitiger lokaler Behandlung der Inokulationsstelle begonnen werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Nach Empfehlung der WHO ist die sofortige Wundbehandlung von Bissverletzungen und Kratzwunden ein wichtiger Bestandteil der postexpositionellen Prophylaxe. Um Tollwutviren zu entfernen, Wunde unverzüglich und gründlich mit Seife oder Detergenzien über mindestens 15 Minuten reinigen, mit Wasser gründlich spülen und mit Jodlösung oder anderen antiviral wirkenden Substanzen behandeln. Wenn möglich sollte keine Wundnaht erfolgen bzw. nur adaptierend genäht werden.
Tetanus Impfung
Tetanusprophylaxe sollte bei Bedarf durchgeführt werden.
 
Tabelle 1: Impfschemata entsprechend den verschiedenen Expositionsarten (WHO 2018)

Grad der Exposition   Art der Exposition durch ein            Empfohlene postexpositionelle
                      tollwutverdächtiges oder tollwütiges    Prophylaxe
                      Wild- oder Haustier, oder durch ein     
                      Tier, welches nicht zur Beobachtung     
                      zur Verfügung steht                     
I                     Berühren oder Füttern von Tieren        Keine, sofern ein zuverlässiger
                      Belecken der intakten Haut (keine       Fallbericht vorliegta)
                      Exposition)   Berühren von              
                      Impfstoffködern bei intakter Haut       
II                    Knabbern an der unbedeckten Haut        Sofortige Impfstoffgabe nach Schema A
                      Kleinere, nicht blutende Kratzer oder   (siehe Tabelle 2).   Die Behandlung
                      Abschürfungen (Exposition)   Kontakt    kann abgebrochen werden, wenn das
                      mit der Impfflüssigkeit eines           Tier nach einer Beobachtungszeit von
                      beschädigten Impfstoffköders an der     10 Tagenb) gesund bleibt, oder wenn
                      nicht intakten Haut                     das nach geeigneten Laboruntersuchunge
                                                              n für tollwutvirusfrei befunden
                                                              wurde.   Als Kategorie III behandeln,
                                                              wenn es sich um eine Fledermaus-Exposi
                                                              tion handelt.
III                   Einzelne oder multiple transdermale     Sofortige Verabreichung von
                      Bissverletzungenc) oder Kratzwunden     Tollwut-Immunglobulin und Impfstoff
                      Kontamination von Schleimhäuten oder    nach Schema B (siehe Tabelle 2).  
                      nicht intakter Haut mit Speichel        Die Behandlung kann abgebrochen
                      (z.B. Lecken)   Exposition durch        werden, wenn das Tier nach einer
                      direkten Kontakt mit Fledermäusen       Beobachtungszeit von 10 Tagen gesund
                      (starke Exposition)   Kontamination     bleibt, oder wenn das nach geeigneten
                      von Schleimhaut und frischen            Laboruntersuchungen für
                      Hautverletzungen mit der                tollwutvirusfrei befunden wurde.
                      Impfflüssigkeit eines beschädigten      
                      Impfstoffköders                         

 
a) Sofern offensichtlich gesund erscheinende Hunde oder Katzen in oder aus einem Gebiet mit niedrigem Tollwutrisiko unter Beobachtung gestellt werden, können spezifische Behandlungen ggf. verschoben werden.
b) Dieser Beobachtungszeitraum gilt nur für Hunde und Katzen. Mit Ausnahme bedrohter oder gefährdeter Arten sollten andere Haus- und Wildtiere, bei denen der Verdacht auf Tollwut besteht, eingeschläfert und ihr Gewebe durch geeignete Labortechniken auf Tollwutantigene untersucht werden.
c) Bisse insbesondere an Kopf, Hals, Gesicht, Händen und Genitalien sind aufgrund der reichen Innervation dieser Bereiche Expositionen der Kategorie III.
 
Bereits vollständig geimpfte Personen
Bei WHO Expositionsgrad II und III, sowie bei Expositionsgrad I, sofern dieser nicht genau klassifiziert werden kann (siehe Tabelle 1 oben), sollten zwei Dosen (je 1 mL) verabreicht werden, je eine an den Tagen 0 und 3. Im Einzelfall kann Schema A (siehe Tabelle 2 unten) angewendet werden, wenn die letzte Impfung mehr als zwei Jahre zurückliegt.
 
Ungeimpfte Personen oder Personen mit ungewissem Impfstatus
Abhängig vom WHO Expositionsgrad, wie in Tabelle 1 oben beschrieben, ist eine Behandlung nach Schema A oder B (siehe Tabelle 2 unten) für ungeimpfte Personen oder Personen, die weniger als 3 Impfungen oder einen Impfstoff von zweifelhafter Wirksamkeit erhalten haben, erforderlich.
Tabelle 2: Postexpositionelle Prophylaxe bei ungeimpften Personen oder Personen mit ungewissem Impfstatus

Schema AAktive Immunisierung nach Exposition         Schema BAktive und passive Immunisierung nach
erforderlich                                         Exposition erforderlich
Je eine Dosis Rabipur i.m. an den Tagen: 0, 3, 7,    Rabipur nach Schema A und 1 x 20 IE/kg
14, 28 (5-Dosen Schema) oder Je eine Dosis Rabipur   Körpergewicht Tollwut-Immunglobulin vom
in den rechten und linken Musculus deltoideus am     Menschen* gleichzeitig mit der 1. Rabipur
Tag 0, sowie je 1 x an den Tagen 7 und 21, jeweils   Impfung. Sollte zum Zeitpunkt der ersten
in den Musculus deltoideus (2-1-1 Schema). Bei       Impfung kein humanes Tollwut-Immunglobulin
kleinen Kindern sollte der Impfstoff in den          verfügbar sein, darf es nicht später als 7
Oberschenkel verabreicht werden.                     Tage nach der ersten Impfung angewendet
                                                     werden.

* Zur Art der Anwendung unbedingt Herstellerinformation beachten!
 
Immunsupprimierte Patienten und Patienten mit besonders hohem Tollwutrisiko
Bei immunsupprimierten Patienten, solchen mit multiplen Wunden und/oder Wunden am Kopf oder anderen stark innervierten Körperteilen und bei verspätetem Behandlungsbeginn wird folgendes empfohlen:
-In diesen Fällen sollte das Immunisierungsschema an den Tagen 0, 3, 7, 14 und 28 angewendet werden.
-Am Tag 0 können zwei Impfdosen verabreicht werden, je eine Dosis (1 mL) in den rechten und linken M. deltoideus (bei kleinen Kindern in die anterolaterale Zone des rechten und linken Oberschenkels).
Stark immunsupprimierte Patienten entwickeln möglicherweise keine Immunantwort nach Tollwut-Impfung. Daher ist die sofortige und angemessene Wundbehandlung nach Exposition eine unverzichtbare, lebensrettende Massnahme. Zusätzlich sollte allen immunsupprimierten Patienten mit Wunden nach Expositionsgrad II und III Tollwut-Immunglobulin verabreicht werden.
Bei immunsupprimierten Patienten wird eine Antikörperbestimmung 14 Tage nach der ersten Impfung empfohlen. Patienten, die einen Titer von 0,5 IE/mL unterschreiten, sollten so schnell wie möglich nochmals zwei Impfdosen simultan verabreicht bekommen. Weitere Antikörper-Kontrollen sollten durchgeführt werden und, wenn notwendig, sollten weitere Impfdosen verabreicht werden.
Das Impfschema ist in allen Fällen genau wie empfohlen einzuhalten, auch wenn der Patient erst lange nach zurückliegender Exposition zur Behandlung erscheint.
 
Art der Anwendung
Die Applikation erfolgt intramuskulär in den M. deltoideus, bei kleinen Kindern in die anterolaterale Zone des Oberschenkels.
Der Impfstoff darf nicht intraglutäal oder subkutan injiziert werden, da hierdurch möglicherweise nicht zuverlässig eine ausreichende Immunantwort erzielt werden kann.
Nicht intravasal injizieren (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
 

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