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Fachinformation zu Caposan®:Adler-Apotheke - Hersteller
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Analgetikum, Antipyretikum 

Zusammensetzung

1 Tablette enthält: Propyphenazon 200 mg, Paracetamol 400 mg, Coffein 100 mg.

Eigenschaften/Wirkungen

Caposan ist eine Wirkstoffkombination mit analgetischer und antipyretischer Wirkung zur Linderung von Schmerzen verschiedener Art und Lokalisation.
Paracetamol hemmt die zentrale Prostaglandin-Synthese. Coffein führt zu einer Verengung der zerebralen Blutgefässe.

Pharmakokinetik

Propyphenazon wird aus dem Gastrointestinaltrakt fast vollständig resorbiert; maximale Plasmakonzentration innert 30 Minuten. Verteilungsvolumen ca. 2 l/­kg. Eliminations-Halbwertszeit 1,0-1,5 Std., für den aktiven Metaboliten 7-20 Std. Elimination des Hauptmetaboliten zu 80% im Urin als Konjugat.
Paracetamol wird schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert; Verteilungsvolumen ca. 1 l/­kg. Die Halbwertszeit beträgt 1-3 Stunden. Elimination zu über 80% in konjugierter Form als Glukuronid und Sulfat.
Coffein wird rasch im Gewebe verteilt. Die Eliminations-Halbwertszeit beträgt ca. 3-4 Stunden.
Die Elimination von Coffein und seinen Metaboliten erfolgt hauptsächlich durch die Nieren.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von Schmerzen verschiedener Ursache und Lokalisation: Kopfschmerzen, Ohren- und Zahnschmerzen, Schmerzen rheumatischer Herkunft, Menstruationsbeschwerden; Linderung von Fieber und Schmerzen bei Erkältungskrankheiten.

Dosierung/Anwendung

Im allgemeinen genügt 1 Tablette zur Linderung des Schmerzes. Bei Bedarf nach ½ Stunde eine weitere halbe Tablette einnehmen.
Maximale Tagesdosis 4 Tabletten.
Die Einnahme soll mit reichlich Wasser erfolgen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Caposan soll nicht angewendet werden bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Störungen der Blutbildung, ethylischer Hepatopathie, Alkoholabusus, erblich bedingtem Mangel an Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (Symptom: hämolytische Anämie), akuter hepatischer Porphyrie sowie nachgewiesener Überempfindlichkeit gegen Paracetamol und Propyphenazon oder verwandte Wirkstoffe (z.B. Pyrazolone, Acetylsalicylsäure).
Säuglinge und Kinder unter 12 Jahren sind von der Behandlung mit Caposan auszuschliessen.

Vorsichtsmassnahmen
Der Patient soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Schmerzmittel nicht ohne ärztliche Verordnung über längere Zeit eingenommen werden dürfen.
Nach langandauernder Einnahme paracetamolhaltiger Analgetica mit Erreichen einer hohen Gesamtdosis ist das Auftreten von Analgeticanephropathie mit weitgehend irreversibler Niereninsuffizienz nicht auszuschliessen. Der dauernde Gebrauch von Analgetica gegen Kopfschmerzen kann seinerseits zu einer chronischen Cephalea beitragen.
Bei Patienten mit Asthma, chronischer Rhinitis oder chronischer Urticaria, besonders bei solchen, die mit Überempfindlichkeit auf andere Entzündungshemmer reagieren, ist besondere Beobachtung angebracht; über die Auslösung eines Asthmaanfalls oder eines anaphylaktischen Schocks bei prädisponierten Personen wurde vereinzelt im Zusammenhang mit Propyphenazon oder Paracetamol enthaltenden Präparaten berichtet.

Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie C.
Da das Präparat keine lebenswichtige Indikationen hat, ist die Verabreichung während der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit zu vermeiden.
Paracetamol: Tierexperimentell keine Anhaltspunkte für teratogene Wirkungen. Bisher auch beim Menschen keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf das Ungeborene, jedoch fehlen kontrollierte Studien beim Menschen.
Propyphenazon: tierexperimentell keine Hinweise auf teratogene/embryotoxische Wirkungen. Jedoch sind die Erfahrungen mit der Anwendung bei schwangeren Frauen ungenügend.
Da die Wirkung bei gleichzeitiger Verabreichung von Paracetamol und Propyphenazon bei der schwangeren Frau nicht genügend dokumentiert wurde, wird von der Anwendung von Caposan in der Schwangerschaft abgeraten, besonders während des ersten Trimenons und der letzten sechs Wochen der Schwangerschaft (mögliche Hemmung der Prostaglandinbiosynthese und dadurch mögliche wehenhemmende Wirkung).

Stillzeit
Da die Wirkstoffe von Caposan in die Muttermilch übertreten, sollte wegen der nicht voll ausgebildeten Enzymsysteme des Säuglings eine Anwendung während der Stillzeit unterbleiben.

Unerwünschte Wirkungen

Die Überempfindlichkeit gegen Propyphenazon oder Paracetamol kann sich durch Hautreaktionen (Hautrötung, Nesselfieber) oder durch Asthmaanfälle bemerkbar machen, sowie in sehr seltenen Fällen einen Schock verursachen (kalter Schweiss, Atemnot, Schwindelgefühl, Übelkeit, Blutdruckabfall).
Selten sind Thrombozytopenien, Leukopenien und Neutropenien, äusserst selten hämolytische Anämie, in Einzelfällen Agranulozytose oder Panzytopenie.

Interaktionen

Die Hepatotoxizität von Paracetamol wird durch Alkoholeinnahme verstärkt, ebenso durch Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Isonicotinsäurehydrazid (INH) und Rifampicin. Auch Chlormezanon und Chlorzoxazon können die Hepatotoxizität von Paracetamol verstärken. Die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol wird durch Paracetamol um das 5fache verlängert.

Überdosierung

Eine akute Überdosierung von Paracetamol (10-15 g) führt zu einer Leberzellnekrose. Bei Alkoholikern können bereits geringere Dosen (schon unter 3 g) eine Hepatotoxizität aufweisen.

Toxische Dosis: Erwachsene 140 mg/kg; Kinder 7,5-10 g Paracetamol.

Behandlung: Bei frühzeitiger Anwendung (innert 10-24 Stunden) wirkt N-Acetylzystein als Antidot.
Dosis: 150 mg/kg i.v. in 200 ml 5% Glucose über 15 Minuten gefolgt von 50 mg/kg in 500 ml 5% Glucose während 4 Stunden und 100 mg/kg in 1000 ml 5% Glucose während den nächsten 16 Stunden.
Eine Vergiftung mit Propyphenazon greift hauptsächlich das ZNS an (Krampf, Koma).

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Die Haltbarkeit beträgt 5 Jahre. Bei Raumtemperatur an einem trockenen Ort und vor direktem Licht geschützt aufbewahren. Verfalldatum auf der Packung beachten.

IKS-Nummern

17590.

Stand der Information

September 1997.
RL88

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