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Fachinformation zu Aldactone®:Pfizer PFE Switzerland GmbH
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Spironolactonum.
Hilfsstoffe: Calcii sulfas, Amylum Maydis, Polyvidonum, Magnesii stearas, Menthae piperitae aromum; Hypromellosum, Macrogolum 400, Color.: Ferrum oxydatum [E172], Titanii dioxidum [E171].

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 25 mg, 50 mg oder 100 mg Spironolacton in mikronisierter Form.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essentielle Hypertonie
Aldactone wird zusammen mit anderen Antihypertonika verabreicht, wenn die herkömmlichen Massnahmen nicht zum Ziel führen oder unerwünschte Wirkungen verursachen.
Hypertonie
Bei erhöhter Aldosteronsekretion, Hypokaliämie und metabolischer Alkalose.
Ödeme bei Herzinsuffizienz
Speziell bei Patienten, die unter einer Digitalis-Therapie stehen und bei solchen, bei denen ein Risiko einer Diuretika-induzierten Hypokaliämie besteht.
Leberzirrhose mit Aszites
Diese Erkrankung geht oft mit sehr hohen Aldosteronspiegeln einher.
Nephrotisches Syndrom
Wenn die üblichen Massnahmen wie Wasser- und Salzrestriktion sowie die Therapie mit herkömmlichen Diuretika nicht den erwünschten Erfolg zeigen.
Idiopathische Ödeme
Bei Vorliegen eines sekundären Aldosteronismus.
Diagnose und Therapie des primären Hyperaldosteronismus.

Dosierung/Anwendung

Im Allgemeinen wird Aldactone zusammen mit einem gebräuchlichen Saluretikum verabreicht, da die volle Wirkung von Aldactone nicht vor dem 3. Behandlungstag zu erwarten ist.
Die tägliche Dosis kann von Erwachsenen auf mehrere Dosen verteilt oder als Einzeldosis eingenommen werden. Die Erhaltungsdosis sollte stets individuell eingestellt werden.
Essentielle Hypertonie
Die übliche Anfangs-Dosierung für Erwachsene beträgt 50-100 mg pro Tag als Einzeldosis oder in 2 über den Tag verteilten Einnahmen und vorzugsweise in Kombination mit anderen Antihypertonika. In schwierigen Fällen kann die Dosierung in 2-wöchentlichen Intervallen bis auf 200 mg pro Tag erhöht werden. Der Behandlungserfolg sollte frühestens nach 2 Wochen beurteilt werden, da die Wirkung von Aldactone oft verzögert eintritt. Anschliessend wird die individuelle Dosierung vorgenommen. Bei einer Langzeitbehandlung mit Aldactone ist eine Dosisverminderung stets angezeigt.
Als Begleittherapie bei Hypertonie im Fall einer erhöhten Aldosteronsekretion, Hypokaliämie und metabolischer Alkalose
In Kombination mit anderen Antihypertonika: Anfangsdosis 100 mg pro Tag. Bei Bedarf kann die Dosis innerhalb 2 Wochen auf 200 mg pro Tag erhöht werden.
Ödeme bei Herzinsuffizienz
Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt 100 mg pro Tag. In schwierigen Fällen kann die Dosierung bis auf 200 mg pro Tag erhöht werden. Nach Einsetzen der Diurese kann die Dosisreduktion angestrebt werden. Die Erhaltungstherapie beträgt im Allgemeinen 25-100 mg pro Tag (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» bezüglich Hyperkaliämie bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz).
Leberzirrhose mit Aszites
Wenn das Na/K-Verhältnis im Urin grösser als 1.0 ist: 100 mg/Tag. Ist das Verhältnis kleiner als 1.0: 200-400 mg/Tag. Nach Stabilisierung des Gewichtes sollte eine möglichst niedrigdosierte Erhaltungstherapie gewählt werden, um eventuellen unerwünschten Wirkungen einer Diuretika-Therapie vorzubeugen.
Nephrotisches Syndrom
Normalerweise 100-200 mg pro Tag. Spironolacton wirkt nicht entzündungshemmend und beeinflusst den zugrundeliegenden Krankheitsprozess nicht. Daher soll Aldactone nur dann eingesetzt werden, wenn die Einschränkung der Flüssigkeits- und Salzzufuhr und die Verabreichung üblicher Diuretika nicht zum Ziele führen.
Idiopathische Ödeme
100 mg pro Tag.
Ödeme bei Kindern
Die initiale Dosierung beträgt 1.5-3.0 mg/kg Körpergewicht, verteilt auf mehrere Dosen täglich. Die Dosierung sollte aufgrund des Ansprechens und der Verträglichkeit angepasst werden.
Eine Suspension kann durch Zermahlen von Aldactone-Tabletten und Aufnahme in etwas Glyzerin und Verdünnung in einem Sirup vorbereitet werden. Die Stabilität der Suspension ist bei Aufbewahrung im Kühlschrank während 1 Monat gewährleistet.
Diagnose und Therapie des primären Hyperaldosteronismus
Spironolacton kann bei Patienten unter normaler Diät als initiale diagnostische Massnahme eingesetzt werden, um einen ersten Hinweis auf einen primären Hyperaldosteronismus zu erhalten.
Kurzzeittest
Bei Erwachsenen 400 mg Spironolacton täglich während 4 Tagen. Wenn Serumkalium unter Spironolacton erhöht ist und nach Absetzen von Spironolacton abfällt, sollte die Diagnose eines primären Hyperaldosteronismus in Erwägung gezogen werden.
Langzeittest
Bei Erwachsenen 400 mg Spironolacton täglich während 3-4 Wochen. Eine Korrektur der Hypokaliämie und der Hypertonie weist auf einen möglichen primären Hyperaldosterismus hin.
Nachdem die Diagnose eines Hyperaldosteronismus durch weitere Tests gestellt worden ist, kann Spironolacton in Dosen von 100-400 mg täglich als Vorbereitung zur Operation gegeben werden.
Inoperable Patienten sind individuell auf die geringstmögliche wirksame Aldactone-Dosis einzustellen.
Hypokaliämie
Zur Behebung Diuretika-induzierter Kaliummängel oder wenn eine orale Kaliumzugabe kontraindiziert ist: 25-100 mg pro Tag.

Kontraindikationen

Bei akutem Nierenversagen, schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min), Anurie, Addison's Disease, Hyperkaliämie, Hyponatriämie, gleichzeitiger Anwendung von Eplerenon oder bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Spironolacton oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung ist die Verabreichung von Aldactone kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Einnahme oder Verabreichung von Kaliumsupplementa, kaliumreicher Diät, anderen kaliumsparenden Diuretika, kaliumhaltigen Salzersatzprodukten, ACE-Hemmern, Nicht steroidale Entzündungshemmer, Angiotensin II-Antagonisten, Aldosteron-Rezeptorantagonisten, Heparin oder niedermolekularen Heparinen, Trimethoprim und anderen Hyperkaliämie verursachenden Arzneimitteln oder Umständen, kann zu schwerwiegender Hyperkaliämie führen, insbesondere bei Niereninsuffizienz.
Bei einigen Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose ist, auch bei normaler Nierenfunktion, über eine reversible hyperchlorämische metabolische Azidose, im allgemeinen im Zusammenhang mit einer Hyperkaliämie, berichtet worden.
Bei Patienten, die als Folge ihrer Grunderkrankung zu Azidose und/oder Hyperkaliämie neigen (z.B. Diabetes mellitus) ist Vorsicht geboten.
Speziell bei älteren Patienten und/oder Patienten mit vorbestehender Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion sind periodische Bestimmungen der Serumelektrolyte und der Nierenfunktion angezeigt, da die Möglichkeit eines Auftretens von Hyperkaliämie, Hyponatriämie und einer transienten Erhöhung des Blut-Harnstoff-Stickstoffs (BUN) besteht.
Des Weiteren ist Vorsicht geboten bei Nierenfunktionsstörungen leichten Grades (Serumkreatinin zwischen 1.2 mg/100 ml und 1.8 mg/100 ml bzw. Kreatinin Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min), Hypotonie und Hypovolämie.
Zu schnelle Gewichtsverluste sind zu vermeiden.
Hyperkaliämie bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz
Hyperkaliämie kann lebensbedrohlich sein. Der Serum-Kaliumspiegel muss bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz überwacht werden. Kaliumsparende Diuretika müssen vermieden werden. Orale Kaliumzusätze müssen bei Patienten mit einem Serumkaliumspiegel von über 3.5 mmol/l vermieden werden. Eine Überwachung des Kalium- und Kreatininspiegels wird eine Woche nach Beginn der Behandlung oder einer Dosiserhöhung empfohlen, dann monatlich in den ersten drei Monaten, dann viermal jährlich für ein Jahr und später halbjährlich. Die Behandlung muss bei einem Serum-Kaliumspiegel von über 5 mmol/l oder bei einem Serum-Kreatininspiegel von über 4 mg/dl ab- oder unterbrochen werden.

Interaktionen

Die Kombination von Aldactone mit Kaliumsupplementa, kaliumsparenden Diuretika wie Amilorid, Triamteren, kaliumhaltigen Salzersatzprodukten, ACE-Hemmern, Angiotensin II-Antagonisten, Aldosteron-Rezeptorantagonisten, Eplerenon, Heparin, niedermolekularen Heparinen, Indometacin, Trimethoprim und anderen Hyperkaliämie verursachenden Arzneimitteln, kann eine lebensbedrohliche Hyperkaliämie verursachen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Aldactone kann die Wirkung anderer Diuretika und Antihypertensiva potenzieren. Daher sollte deren Dosis unter Umständen reduziert werden, wenn Aldactone verabreicht wird.
Spironolacton vermindert die Gefässreagibilität gegenüber Noradrenalin und Adrenalin. Vorsicht ist deshalb angebracht bei Patienten unter lokaler oder allgemeiner Anästhesie.
Spironolacton führt zu einer Verlängerung der Halbwertszeit von Digoxin; dessen Dosis sollte deshalb bei gleichzeitiger Verabreichung beider Substanzen reduziert werden. Ausserdem sollte der Patient sorgfältig überwacht werden, um eine Digitalisintoxikation zu vermeiden.
Spironolacton kann mit den Assays (RTA-Bestimmung) für Plasmadigoxin interferieren und zu falsch erhöhten Werten führen, ebenso mit denen für Cortisol.
Nicht steroidale Entzündungshemmer wie Aspirin, Indometacin und Mefenaminsäure können die natriuretische Wirkung von Diuretika durch Inhibition der intrarenalen Synthese von Prostaglandinen abschwächen, und senken nachweislich den diuretischen Effekt von Spironolactone.
Bei Kombination von Aldactone mit NSAIDs ist ausserdem die Gefahr einer Hyperkaliämie erhöht.
Spironolacton stimuliert den Metabolismus von Antipyrin.
Unter Kombination von Spironolacton, ACE-Hemmern und Furosemid kann ein akutes Nierenversagen auftreten.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Spironolacton mit Ammoniumchlorid oder Cholestyramin wurde über hyperkaliämische metabolische Azidosen berichtet.
Die gleichzeitige Verabreichung von Spironolacton und Carbenoxolon kann zu einer verminderten Wirksamkeit beider Substanzen führen.
Neomycin kann die Resorption von Spironolacton verzögern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Spironolacton hat schädliche pharmakologische Wirkungen auf den Foetus (feminisierende Eigenschaften), welche in tierexperimentellen Studien beobachtet wurden (s. «Präklinische Daten»). Während der Schwangerschaft darf das Medikament deshalb nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Canrenon, ein Metabolit von Spironolacton, kann in die Muttermilch gelangen. Es wird deshalb empfohlen, stillenden Müttern kein Aldactone zu verschreiben oder – wenn die Behandlung unbedingt erforderlich ist – sollte vorher abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Schläfrigkeit und Benommenheit sind bei einigen Patienten aufgetreten. Insbesondere zu Beginn der Behandlung sollte deshalb der Patient beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen besondere Vorsicht walten lassen, bis er seine Reaktion auf Spironolacton kennt.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten beschriebenen unerwünschten Wirkungen bei den mit Spironolacton behandelten Patienten waren Hyperkaliämie und Gynäkomastie.
Nachfolgend werden alle medizinisch relevanten unerwünschten Wirkungen, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter der Anwendung von Spironolacton beobachtet wurden nach Systemorganklassen und Häufigkeit angeführt. Häufigkeitsangaben: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1000), sehr selten (<1/10'000).
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Gelegentlich: Bei Männern: Benignes Neoplasma der Brust.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Leukopenie (inkl. Agranulozytose), Thrombozytopenie, Eosinophilie bei Patienten mit Leberzhirrose.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Gelegentlich: lebensbedrohliche Hyperkaliämie (vgl. Herzerkrankungen), Hyponaträmie, Azidose (Aldactone kann eine hyperchlorämische metabolische Azidose induzieren oder eine bestehende verstärken), Anstieg der Harnstoffwerte oder Anstieg stickstoffhaltiger harnpflichtiger Substanzen und Kreatinin, Erhöhung des Harnsäurespiegels.
Eine Hyponatriämie ist vor allem nach ausgiebiger Flüssigkeitszufuhr möglich. Die Elektrolytveränderungen können sich als kardiale Arrhythmien, Müdigkeit, allgemeine Muskelschwäche, Muskelverspannungen, z.B. Wadenkrämpfe, oder Schwindel bemerkbar machen.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Verwirrtheit, Schwindel.
Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Lethargie, Ataxie.
Herzerkrankungen
Häufig: bedrohliche Hyperkaliämien (insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion), die zu Herzrhythmusstörungen und hyperkaliämischer Paralyse führen können.
Gefässerkrankungen
Selten: Vaskulitis.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Nausea.
Gelegentlich: Magen-Darm-Störungen wie z.B. Diarrhoe und Krämpfe, Erbrechen.
Selten: Gastritis, Blutungen der Magenschleimhaut, Ulzera.
Leber- und Gallenerkrankungen
Selten: Ikterus, Hepatitis, Hepatotoxizität mit Ansteigen der Leberenzyme.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Pruritus, erythematöse oder maculopapuläre Hautausschläge.
Gelegentlich: Erythema annulare, Urtikaria, Alopecia, Hypertrichosis, Hirsutismus, Lupus-erythematodes-und Lichen-ruber-planus-ähnliche Hautveränderungen.
Einzelfälle: Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Beinkrämpfe.
Selten: Osteomalazie.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Akutes Nierenversagen.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufig: meist reversible Gynäkomastie (Entwicklung ist abhängig von der Dosishöhe und Dauer der Behandlung), bei Männern: Mastodynie.
Gelegentlich: Potenzstörungen, Impotenz, Verminderung der Mobilität und der Anzahl der Spermatozoen, Veränderungen der Libido, bei Frauen: unregelmässige Menstruation oder Amenorrhoe, postklimakterische Blutungen, Mastodynie.
Allgemeine Erkrankungen
Häufig: Unwohlsein.
Einzelfälle: Fieber. Zum Teil sind irreversible Stimmveränderungen, z.B. in Form von Heiserkeit, bei Frauen auch Vertiefung der Stimmlage, möglich.

Überdosierung

Eine akute Überdosierung manifestiert sich durch Nausea, Erbrechen, Benommenheit, Verwirrtheit, makulopapulösen oder erythematösen Rash oder Diarrhoe.
Elektrolytungleichgewichte (wie Hyperkaliämie, Hyponaträmie) oder Dehydratation können vorkommen.
Reizbildung- und Reizleitungsstörungen am Herzen (z.B. AV-Block, Vorhofflimmern, Kammerflimmern, Herzstillstand) sowie EKG-Veränderungen (hohe zeltförmige T-Zacken und zunehmende Verbreiterung des QRS-Komplexes) können auftreten.
Symptomatische und supportive Massnahmen sollten ergriffen werden. Erbrechen induzieren oder Magenspülung. Es gibt kein spezifisches Antidot. Behandlung des Flüssigkeitsmangels, der Elektrolytungleichgewichte und der Hypotonie durch übliche Massnahmen.
Hyperkaliämie kann durch eine rasche Verabreichung von Glukose (20-50%) und regulärem Insulin (0.25-0.5 E/g Glukose) behandelt werden. Es können auch kaliumausscheidende Diuretika und Ionenaustauschharze eingesetzt werden. Spironolacton sollte abgesetzt werden und die Kaliumeinnahme (einschliesslich kaliumhaltige Nahrungsmittel) eingeschränkt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C03DA01
Wirkungsmechanismus
Spironolacton ist ein spezifischer Aldosteron-Rezeptorantagonist, welcher vor allem durch kompetitive Bindung an Rezeptoren am Aldosteron-abhängigen Natrium-Kalium-Austausch-Ort in den distalen Tubuli renales contorti wirkt. Spironolacton wirkt als kaliumsparendes Diuretikum, indem es eine erhöhte Exkretion von Natrium und Wasser bewirkt, während Kalium und Magnesium davon verschont werden.
Pharmakodynamik
Aufgrund seines Angriffpunktes am distalen Nierentubulus verstärkt Aldactone den Effekt herkömmlicher Diuretika, die hauptsächlich im proximalen Bereich wirken und dadurch das Natriumangebot am distalen Ende erhöhen. Unter dem Einfluss von Aldosteron wird im letztgenannten Tubulusabschnitt Natrium im Austausch gegen Kalium rückresorbiert und die Diurese somit vermindert. Diuretika allein können den Metabolismus von Glukose und Harnsäure beeinflussen. Die diuretische Wirkung von Spironolacton setzt graduell ein und erreicht am 3. Tag ihr Maximum. Nach Beendigung der Therapie hält die diuretische Wirkung noch 2-3 Tage an.

Pharmakokinetik

Absorption
Nahrung erhöht die Bioverfügbarkeit von Spironolacton indem die Absorption erhöht wird und möglicherweise der First-Pass-Metabolismus von Spironolacton vermindert wird.
Die Bioverfügbarkeit beträgt >90%.
Nach Einnahme von 100 mg Spironolacton täglich während 15 Tagen durch gesunde, nicht-nüchterne Probanden, beträgt tmax 2.6 h, Cmax 80 ng/ml und t½ 1.4 h. Für 7-alpha-(thiomethyl)-Spironolacton beträgt tmax 3.2 h, Cmax 391 ng/ml und t½ 13.8 h, für Canrenon beträgt tmax 4.3 h, Cmax 181 ng/ml und t½16.5 h.
Distribution
Die Proteinbindung von Canrenon und Spironolacton beträgt mehr als 90%.
Metabolismus
Nach oraler Verabreichung wird Spironolacton schnell und vollständig metabolisiert.
Die beiden wichtigsten aktiven Metaboliten von Spironolacton sind Canrenon und 7-alpha-(thiomethyl)-Spirolacton.
Elimination
Die Elimination der Metaboliten erfolgt in erster Linie im Urin und in zweiter Linie durch biliäre Exkretion in die Faeces.

Präklinische Daten

In chronischen Studien mit Ratten war das Auftreten von Tumoren unter hohen Dosen von Spironolacton beobachtet worden. Keine Tumoren waren festgestellt worden in Affen, welchen während 52 Wochen hohe tägliche Dosen verabreicht worden waren. Die Bedeutung dieser Befunde in Bezug auf den klinischen Gebrauch ist unklar. Es ist wahrscheinlich, dass der Effekt bei Ratten ein Sekundäreffekt der hepatischen Enzyminduktion (Cytochrom P-450) in dieser Art ist.
Spironolacton zeigte keine teratogenen Effekte bei Mäusen. Kaninchen, welche Spironolacton erhielten, zeigten reduzierte Konzeptionsraten, erhöhte Resorptionsraten und eine tiefere Anzahl Lebendgeburten. Keine embryotoxischen Effekte wurden bei Ratten beobachtet, welchen hohe Dosen verabreicht worden waren. Feminisierende Wirkungen auf die äusseren Genitalien wurden bei den männlichen Nachkommen während der Trächtigkeit exponierter Ratten bei Tagesdosen von ca. 160 mg/kg Körpergewicht beobachtet. Endokrine Störungen bei beiden Geschlechtern (Veränderungen von Hormonkonzentrationen im Plasma) wurden schon bei ca. 80 mg/kg, Verminderung der Prostatagewichte bei männlichen Jungtieren bei 40 mg/kg Körpergewicht gefunden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

27257 (Swissmedic).

Packungen

Aldactone 25 mg Filmtabletten: 20 und 100 [B].
Aldactone 50 mg Filmtabletten: 20 und 50 [B].
Aldactone 100 mg Filmtabletten: 30 und 100 [B].

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

Dezember 2018.
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