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Fachinformation zu Haemocortin®:Streuli Pharma AG
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Gal.Form/Ther.Gr.Zusammens.Eigensch.Pharm.kinetikInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Anw.einschr.Unerw.Wirkungen
Interakt.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Stand d. Info. 

Zusammensetzung

Salbe

Wirkstoffe: Hydrocortisoni acetas 10 mg; Lidocaini hydrochloridum 20 mg; Bismuthi subchloridum 50 mg; Zinci oxidum 75 mg.

Hilfsstoffe: Adeps lanae; Excipiens ad unguentum pro 1 g.

Suppositorien

Wirkstoffe: Hydrocortisoni acetas 10 mg; Bismuthi subchloridum 100 mg; Ethacridini lactas 5 mg; Zinci oxidum 150 mg; Levomentholum 15 mg; Lidocaini hydrochloridum 25 mg; Ephedrini hydrochloridum 20 mg; Hamamelidis extractum 80 mg; Balsamum peruvianum 80 mg.
Excipiens ad suppositorium.

Eigenschaften/Wirkungen

Hämocortin Salbe und Suppositorien enthalten Kombinationen von verschiedenen Wirkstoffen, die sich gut ergänzen und teilweise verstärken.
Hydrocortison wirkt antiphlogistisch und juckreizstillend, lindert Schwellungen, Infiltrationen, Irritationen und Exsudationen.
Lidocain behebt die Schmerzen bei Hautverletzungen und Entzündungen und beugt so einer Verkrampfung z.B. bei der Defäkation und somit einer Aggravierung des Krankheitsbildes entgegen.
Zinkoxid bildet mit Wund- und Hautsekreten lösliche Zinksalze, die mild adstringierende, austrocknende und leicht antiseptische Eigenschaften haben.
Bismut besitzt ebenso wie Zinkoxid antimikrobielle und adstringierende Eigenschaften. Dabei reagieren Bismut-Ionen mit Proteinen und bilden schwerlösliche Niederschläge.

Pharmakokinetik

Zinkoxid penetriert nach der Applikation die Haut und Schleimhaut und verteilt sich in tieferliegenden Zellschichten.
Auf der Haut ist das Ausmass der Permeation von der Barrierefunktion der Hornschicht abhängig und ist bei lädierter Haut erhöht. Zinkverbindungen können resorbiert werden, sind aber aufgrund der grossen therapeutischen Breite bei normaler Anwendung ungefährlich.
Da Bismutsalze praktisch unlöslich sind, werden sie rektal und perkutan kaum resorbiert. In geringen Umfang können aber Bismut-Ionen freigesetzt und aufgenommen werden.
Hydrocortison und Lidocain werden von der Rektumschleimhaut resorbiert, wobei die Stärke der Resorption durch die Trägersubstanz mitbeeinflusst wird. Studien zeigen, dass eine systemische Verfügbarkeit für Hydrocortison bis ca. 60%, für Lidocain zwischen 30-60% erreicht wurde.
Durch den Zusatz von Ephedrin in Suppositorien wird zusätzlich die lokale Wirkung von Lidocain verlängert und das Absorptionsspektrum der resorbierbaren Substanzen abgeflacht. Durch die intakte Haut werden Lidocain und Hydrocortisonacetat kaum resorbiert, werden aber bei verletzter Oberfläche vermehrt aufgenommen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Salbe
Zur unterstützenden Behandlung von Haemocortin Suppositorien.
Äussere Hämorrhoiden, Analfissuren, Rhagaden, Proktitis und Pruritus ani, akutes und chronisches Perianalekzem, Perivulvärekzem.

Suppositorien
Akute und chronische Proktitis; akute innere Hämorrhoiden; postoperative Entzündungserscheinungen; innerer Analpruritus.
Zusammen mit diätetisch-hygienischen Massnahmen lässt sich das Hämorrhoidalleiden zwar nicht beseitigen, jedoch lassen sich die Beschwerden wirksam lindern.

Dosierung/Anwendung

Suppositorien
Während 5 Tagen 2mal täglich (Morgen und Abend) 1 Suppositorium einführen.

Salbe
Den Analbereich am 1. Tag bis 4mal, danach 2mal täglich dünn bestreichen.
Haemocortin sollte nicht länger als 1-2 Wochen verwendet werden.
Während der Behandlung ist die Sorge für einen weichen Stuhl sehr wichtig. Deshalb sind diätetische (ballaststoffreiche Kost) und hygienische Massnahmen wie kühle Waschungen, Reinigung des Anus mit Watte (nie mit Papier) einzuhalten.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Pilzbefall, massive Infektionen, Geschlechtskrankheiten, Tuberkulose im Behandlungsbereich. Überempfindlichkeit gegenüber einem der Wirkstoffe von Haemocortin.

Vorsichtsmassnahmen
Bei vorschriftsmässiger Anwendung sind keine besonderen Vorsichtsmassnahmen notwendig. Bei vermehrter Anwendung besteht die Gefahr einer Hautatrophie.

Schwangerschaft
Schwangerschafts-Kategorie C.
Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Unter diesen Umständen soll das Medikament nur verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das fötale Risiko übersteigt.

Stillzeit
Da Hydrocortison und Lidocain in die Muttermilch übergehen, sollte das Präparat bei stillenden Frauen nicht angewendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Hautreizungen, sekundäre Ekzematisation oder systemische Nebenwirkungen (hormonale Nebenwirkungen) wurden bisher nicht beobachtet.

Interaktionen

Keine bekannt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

IKS-Nummern

27733, 27734.

Stand der Information

August 1994.
RL88

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