AMZVZusammensetzungWirkstoff:Polymyxini B sulfas, Neomycinum ut Neomycini sulfas, Gramicidinum.
Hilfsstoffe:Propylenglycolum, Conserv.: Benzalkonii Chloridum, Excipiens ad solutionem pro 1 ml.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro EinheitTropfen mit Polymyxini B sulfas 5’000 U.I., Neomycinum 1,7 mg ut Neomycini sulfas, Gramicidinum 25 µg pro 1 ml.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenDie Neosporin Augentropfen sind indiziert bei Infektionen am äusseren Auge und seiner Adnexen, deren pathogene Keime auf die Wirksubstanzen in Neosporin empfindlich sind, wie: Konjunktivitis, Keratitis, Ulcerationen der Cornea, Blepharokonjunktivitis und Dakryozystitis.
Dosierung/AnwendungÜbliche Tagesdosis
Erwachsene
2–4× tägl. 1–2 Tropfen in das befallene Auge geben. Eine häufigere Anwendung kann je nach Schwere des Zustandes erforderlich sein.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Kinder
Neosporin Augentropfen können bei Kindern ab 2 Jahren in derselben Dosierung wie bei Erwachsenen angewendet werden. Da bei sehr kleinen Kindern die Möglichkeit einer erhöhten Resorption besteht, ist die Anwendung von Neosporin bei Neugeborenen und Kleinkindern unter 2 Jahren nicht empfohlen (vgl. «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ältere Patienten
Neosporin Augentropfen sind auch zur Behandlung von älteren Patienten geeignet. Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sowie in Fällen, in denen die Möglichkeit einer ausgeprägten systemischen Resorption des Neomycinsulfat besteht, ist Vorsicht geboten (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosierung reduziert werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Therapiedauer
Die Therapie sollte bis mindestens 2 Tage nach Abklingen der Symptomatik, jedoch nicht länger als 7 Tage ohne ärztliche Kontrolle fortgesetzt werden.
KontraindikationenDer Gebrauch von Neosporin Augentropfen ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit auf eine der drei Wirksubstanzen oder auf Substanzen (Kreuzallergie) wie Framycetin, Kanamycin, Gentamycin oder andere verwandte Antibiotika sowie bei bekannter Überempfindlichkeit auf Propylenglycol oder Benzalkoniumchlorid oder auf andere in Neosporin enthaltene Hilfsstoffe.
Der Gebrauch von Neosporin Augentropfen ist auch kontraindiziert, wenn diese in die intraokuläre Flüssigkeit gelangen könnten.
Aufgrund des bekannten oto- und nephrotoxischen Potentials von Neomycinsulfat ist die Langzeitanwendung grosser Mengen Neosporin in Fällen, in denen eine ausgeprägte systemische Resorption des Wirkstoffes auftreten könnte, nicht empfohlen.
Da bei sehr kleinen Kindern die Möglichkeit einer erhöhten Resorption besteht, wird die Anwendung von Neosporin bei Neugeborenen und Kleinkindern (unter 2 Jahren) nicht empfohlen.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenWie bei anderen antibiotisch wirksamen Präparaten kann es insbesondere bei längerfristiger Anwendung zu einer Ansiedlung von resistenten Keimen oder Pilzen kommen. Aminoglykoside, wie Neomycin, können bei genügender systemischer Resorption eine irreversible Ototoxizität bewirken, Neomycin und Polymyxin B haben zudem ein nephrotoxisches und Polymyxin B auch ein neurotoxisches Potential. Bei Niereninsuffizienz ist die Plasmaclearance von Neomycin vermindert (vgl. «Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion»).
Wenn eine adäquate Behandlung nach Tagen keine Besserung zeigt, sind andere therapeutische Massnahmen zu erwägen.
Neosporin soll nicht gleichzeitig mit bakteriostatischen Antibiotika verwendet werden.
Hinweis für Kontaktlinsenträger
Aufgrund eines Adsorptionsrisikos des Konservierungsmittels und aufgrund der Augeninfektion, sollte während der Behandlung auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichtet werden.
InteraktionenNach einer ausgeprägten systemischen Resorption können sowohl Neomycinsulfat wie auch Polymyxin B Sulfat die atemdepressive Wirkung der neuromuskulären Blocker verlängern und verstärken.
Schwangerschaft/StillzeitEs liegen ungenügende Informationen vor, um zu entscheiden, ob die Wirkstoffe ein teratogenes Potential besitzen.
Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Daher sollten die Neosporin Augentropfen während der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Neomycin im mütterlichen Blut kann die Plazenta passieren und kann ein theoretisches Risiko einer fötalen Ototoxizität und Nephrotoxizität darstellen.
Informationen über die Ausscheidung der aktiven Substanzen und deren Metaboliten in die Muttermilch gibt es nicht, weshalb Neosporin während der Stillzeit nicht verordnet werden sollte.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenWie bei anderen Augentropfen kann es nach der Anwendung von Neosporin Augentropfen vorübergehend zu verschwommenem Sehen kommen. Patienten sollten nicht am Strassenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen, bis diese Beeinträchtigung abgeklungen ist.
Unerwünschte WirkungenBei längerem Gebrauch kann es zum Wachstum resistenter Keime oder Pilze (z.B. Candida) kommen. Die nötigen Massnahmen sollten in diesen Fällen getroffen werden.
Störungen des Immunsystems
Überempfindlichkeitsreaktionen (Reaktionen an Lid- und Bindehaut, Brennen, Erythem, Pruritus) gegenüber Neomycin sind in der Allgemeinbevölkerung selten (ca. 1%), aber eine Sensibilisierung kann nach der Verwendung vorkommen.
Überempfindlichkeitsreaktionen auf Polymyxin B und Gramicidin sind selten.
Allgemein
Nach topischer Anwendung von Neomycin sind oto-, nephro- und neurotoxische Wirkungen beobachtet worden.
ÜberdosierungEs konnten keine spezifischen Symptome oder Zeichen mit übermässigem Gebrauch von Neomycin Augentropfen in Verbindung gebracht werden, trotzdem sollte an eine systemische Resorption gedacht werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Nach einer versehentlichen Einnahme ist eine nur geringe Resorption zu erwarten.
Im Falle einer Überdosierung sollte das Präparat abgesetzt und der Allgemeinzustand, die Hörschärfe und die renalen und neuromuskulären Funktionen des Patienten überwacht werden. Die Neomycin-Plasmaspiegel können durch Hämodialyse reduziert werden.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: S01AA30
Wirkungsmechanismus
Neosporin enthält eine Kombination von drei bakterizid wirkenden Antibiotika.
Der antimikrobielle Wirkungsmechanismus von Neomycin beruht auf einer Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese, derjenige von Polymyxin B und Gramicidin auf einer Änderung der Permeabilität der bakteriellen Zellmembran (Schädigung von Struktur und Funktion).
Pharmakodynamik
Die antibakterielle Wirksamkeit der drei aktiven Substanzen ist komplementär und zum Teil überlappend. Daher ist anzunehmen, dass das Präparat gegen die Mehrzahl der bei bakteriellen Augeninfektionen vorkommenden Keime wirksam ist. Die Kombination erfasst in-vitro folgende Erreger:
Minimale Hemmkonzentrationen (MHK) gemäss Literaturangaben
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Keime Polymyxin B Neomycin Gramicidin
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(µg/ml) (µg/ml) (µg/ml)
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Gram-positive:
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Staph. Aureus Resistent 0,2–2 20
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(–100)
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Staph. Epidermidis Resistent 0,02–12,5 –
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Strep. Pyogenes Resistent resistent 0,4–12,5
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Strep. Faecalis Resistent 64–128 0,4–0,8
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Gram-negative:
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Enterobacter spp. 0,03–16,0 0,5–4,0 resistent
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(–200)
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Escherichia coli 0,03–1 4–8 resistent
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(–20)
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Haemophilus spp. 0,03–0,5 4–8 resistent
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(–20) (–100)
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Klebsiella spp. 0,03–0,5 0,5–4,0 resistent
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(–20) (–400)
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Neisseria spp. 32–>100 4–8 –
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(–16)
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Pseudomonas spp. 0,5–50 resistent resistent
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Pseudomonas 0,03–4 resistent –
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aeruginosa (–20)
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Proteus spp. resistent 0,5–8 –
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(–16)
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PharmakokinetikDie Pharmakokinetik von Neosporin Augentropfen wurde am menschlichen Auge nicht untersucht. Über das Ausmass einer möglichen systemischen Resorption können keine Angaben gemacht werden.
Die drei Antibiotika werden durch das intakte Epithel oder die Mukosa nur in sehr geringem Ausmass resorbiert. Bei Läsionen (z.B. Hornhautläsionen) kann die Resorption der Wirkstoffe zunehmen.
Präklinische DatenEs sind keine für die Anwendung von Neosporin relevanten präklinischen Daten bekannt.
Sonstige HinweiseHaltbarkeit
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Nach Anbruch der Flasche nicht länger als 1 Monat verwenden.
Besondere Lagerungshinweise
Die Neosporin Augentropfen sollten vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur (15–25 °C) gelagert werden.
Zulassungsnummer33314 (Swissmedic).
Packungen
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Menge
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CHF
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Abgabekat.
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Rückerstattungskat.
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NEOSPORIN Gtt Opht (aH 07/12)
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Flasche 5 ml (aH 07/12)
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9.45
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A
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SL
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ZulassungsinhaberinGlaxoSmithKline AG, 3053 Münchenbuchsee.
Stand der InformationSeptember 2006.
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