PharmakokinetikAbsorption
Pindolol wird nach oraler Gabe rasch und nahezu vollständig (≥95%) vom Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit nach oraler Verabreichung beträgt ungefähr 87–92%. Plasmaspiegel zwischen 10 und 30 ng/ml gehen mit therapeutischer Wirksamkeit einher. Nach Verabreichung einer Einzeldosis von 5 mg Pindolol betrug die maximale Plasmakonzentation (Cmax) von Pindolol 33,1 ± 5,2 (SEM) ng/ml (SD: 18,16 ng/ml) (Tmax 1–2 h).
Distribution
Pindolol wird bei einem mittleren Verteilungsvolumen von 2–3 l/kg umfassend und rasch im Körper verteilt. Etwa 40% der Substanz wird an Plasmaproteine gebunden. Die Eliminationskinetik wird im Allgemeinen im Ein-Kompartiment-Modell als monoexponentiell abklingende Funktion beschrieben.
Metabolismus
Pindolol wird zu etwa 60 bis 70% in der Leber unter Bildung inaktiver Metaboliten hydroxyliert. Diese Metaboliten in Form von Glucuroniden oder Ethersulfaten werden über die Nieren und die Leber ausgeschieden.
Elimination
Visken besitzt eine Eliminationshalbwertszeit von 3–4 Stunden und die systemische Clearance liegt zwischen 400–500 ml/min. 30–40% des Arzneimittels werden als unveränderte Substanz im Harn ausgeschieden. Die inaktiven Metaboliten werden mit einer Elminationshalbwertszeit von 8 h ausgeschieden. Der über die Galle ausgeschiedene Anteil beträgt etwa 6–8%.
Dosisproportionalität
Im Dosisbereich zwischen 5 und 20 mg wurde eine dosisproportionale Zunahme der Exposition beobachtet.
Einfluss von Nahrung
Bei Einnahme mit bzw. ohne Nahrung wurden keine signifikanten Unterschiede der Absorption von Pindolol beobachtet. Nahrung scheint die Absorptionsgeschwindigkeit von Pindolol zu erhöhen und zu einer geringfügig höheren maximalen Plasmakonzentration (Cmax) zu einem früheren Zeitpunkt (Tmax) zu führen; diese Beobachtung scheint jedoch nicht klinisch relevant zu sein.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Ältere Patienten
Ältere Patienten können als kombiniertes Ergebnis eines herabgesetzten Metabolismus des Arzneimittels bei älteren Menschen, einer verminderten Durchblutung der Leber und einer verringerten renalen Elimination höhere Plasmakonzentrationen und verlängerte Halbwertszeiten von Pindolol aufweisen.
Schwangerschaft
Pindolol passiert die Plazentaschranke und gelangt in geringen Mengen in die Muttermilch (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»). Die transplazentare Distribution von Pindolol erfolgt nicht stereoselektiv. Eine Schwangerschaft kann die pharmakokinetischen Eigenschaften von Pindolol verändern; diese Veränderungen deuten auf eine Steigerung des Verteilungsvolumens und der Gesamtclearance hin.
Die Eliminationshalbwertszeit von Pindolol unterscheidet sich bei schwangeren und nicht schwangeren Patientinnen nicht signifikant
Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz
Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz können in der Regel mit normalen Dosen behandelt werden. In schweren Fällen kann eine Verminderung der Tagesdosis erforderlich werden. Die Plasmahalbwertszeit von Pindolol ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz je nach Schweregrad bis auf 11,5 Stunden, bei Patienten mit Leberzirrhose je nach Schweregrad bis auf 30 Stunden verlängert.
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