Dosierung/AnwendungBehandlungsziele und Unterbrechung der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Tramal sollte in Übereinstimmung mit den Leitlinien für die Schmerzbehandlung mit dem Patienten eine Behandlungsstrategie vereinbart werden, die die Behandlungsdauer und die Behandlungsziele umfasst. Während der Behandlung sollte ein regelmässiger Kontakt zwischen Arzt und Patient bestehen, um die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung zu beurteilen, ein Absetzen des Arzneimittels in Erwägung zu ziehen und gegebenenfalls die Dosierung anzupassen. Wenn ein Patient die Behandlung mit Tramal nicht länger benötigt, kann es ratsam sein, die Dosis schrittweise zu reduzieren, um Entzugserscheinungen zu vermeiden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Bei unzureichender Schmerzkontrolle sollte die Möglichkeit einer Gewöhnung (Toleranz) und eines Fortschreitens der Grunderkrankung in Betracht gezogen werden (siehe Rubrik "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die Dosierung sollte der Stärke der Schmerzen und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden. Grundsätzlich sollte die niedrigste analgetisch wirksame Dosierung gewählt werden. Eine tägliche Gesamtdosis von 400 mg Tramadolhydrochlorid darf nicht überschritten werden, ausser in speziellen Umständen.
Injektionslösung 100 mg/2 ml
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren
50 - 100 mg Tramadolhydrochlorid alle 4-6 Stunden.
Kinder über 1 Jahr
Einzeldosis von 1-2 mg/kg Körpergewicht, Tageshöchstdosen von 8 mg Tramadolhydrochlorid pro kg Körpergewicht oder 400 mg Tramadolhydrochlorid respektive davon die tiefere Dosis dürfen nicht überschritten werden.
Siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" , Kinder und Jugendliche.
Art der Anwendung
Die Injektionslösung sollte langsam, d.h. 1 ml Tramal Injektionslösung (entsprechend 50 mg Tramadolhydrochlorid) pro Minute verabreicht beziehungsweise in Infusionslösung verdünnt und infundiert werden.
Informationen zur Verdünnung dieses Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Rubrik "Sonstige Hinweise" , Hinweise für die Handhabung.
Tramal Kapseln 50 mg
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren
50 - 100 mg Tramadolhydrochlorid alle 4-6 Stunden.
Kinder unter 12 Jahren
Wegen ihrer hohen Dosisstärken sollten Kapseln nicht für Kinder unter 12 Jahren verwendet werden.
Art der Anwendung
Kapseln Einnahme unzerkaut und unzerteilt, mit ausreichend Flüssigkeit.
Tramal 100mg/ml Lösung zum Einnehmen als Tropfflasche
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren
50 - 100 mg Tramadolhydrochlorid alle 4-6 Stunden.
Kinder über 1 Jahr
Einzeldosis von 1-2 mg/kg Körpergewicht. Tagesdosierungen von 8 mg Tramadolhydrochlorid pro kg Körpergewicht oder 400 mg Tramadolhydrochlorid respektive davon die tiefere Dosis dürfen nicht überschritten werden.
Siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" , Kinder und Jugendliche.
Richtlinie für die Dosierung für Kinder über 1 Jahr, bezogen auf ihr Körpergewicht für die Lösung zum Einnehmen als Tropfflasche
Ungefähres Alter Körpergewicht Anzahl Tropfen für Einzeldosis (1-2 mg/kg)
1 Jahr 10 kg 4 - 8
3 Jahre 15 kg 6 - 12
6 Jahre 20 kg 8 - 16
9 Jahre 30 kg 12 - 24
11 Jahre 45 kg 18 - 36
Art der Anwendung
Mit etwas Flüssigkeit oder auf Zucker einnehmen.
Gehalt von Tramadolhydrochlorid in der Lösung zum Einnehmen als Tropfflasche:
Anzahl Tropfen Tramadolhydrochlorid
1 Tropfen 2.5 mg
5 Tropfen 12.5 mg
10 Tropfen 25 mg
15 Tropfen 37.5 mg
20 Tropfen 50 mg
25 Tropfen 62.5 mg
30 Tropfen 75 mg
35 Tropfen 87.5 mg
40 Tropfen 100 mg
Tramal 100mg/ml Lösung zum Einnehmen als Flasche mit Dosierspenderpumpe
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren
50 - 100 mg Tramadolhydrochlorid alle 4-6 Stunden.
Kinder über 1 Jahr
Einzeldosis von 1-2 mg/kg Körpergewicht. Tagesdosierungen von 8 mg Tramadolhydrochlorid pro kg Körpergewicht oder 400 mg Tramadolhydrochlorid respektive davon die tiefere Dosis dürfen nicht überschritten werden.
Siehe Rubrik "Eigenschaften/Wirkungen" , Kinder und Jugendliche.
Um eine exaktere Dosierung zu erreichen, werden die Lösungen in den Tropfflaschen und nicht die Dosierpumpenflaschen empfohlen.
Art der Anwendung
Mit etwas Flüssigkeit oder auf Zucker einnehmen.
Tramal Lösung zum Einnehmen gibt es entweder als Tropfflasche, oder als Flasche mit Dosierpumpe.
Vorsicht, 1 Tropfen aus der Tropfflasche entspricht nicht einem Hub aus der Flasche mit Dosierpumpe.
Gehalt von Tramadolhydrochlorid pro Tropfen bei der Tropfflasche im Vergleich zu der Dosierpumpe:
Dosierpumpe Tropflösung
Anzahl Hübe Tramadolhydrochlorid Anzahl Tropfen
2.5 mg 1 Tropfen
1 Hub 12.5 mg 5 Tropfen
2 Hübe 25 mg 10 Tropfen
3 Hübe 37.5 mg 15 Tropfen
4 Hübe 50 mg 20 Tropfen
5 Hübe 62.5 mg 25 Tropfen
6 Hübe 75 mg 30 Tropfen
7 Hübe 87.5 mg 35 Tropfen
8 Hübe 100 mg 40 Tropfen
Tramal Suppositorien 100 mg
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren
100 mg Tramadolhydrochlorid alle 4-6 Stunden.
Kinder unter 12 Jahren
Wegen ihrer hohen Dosisstärken sollten Suppositorien nicht für Kinder unter 12 Jahren verwendet werden.
Art der Anwendung
Zäpfchen werden in das Rektum eingeführt, vorzugsweise nach erfolgtem Stuhlgang.
Patienten mit Nieren- und Lebererkrankungen
Bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz ist die Elimination von Tramadol verzögert, somit kann die Wirkdauer von Tramal verlängert sein. Gegebenenfalls sollte in Abhängigkeit vom Wiederauftreten der Schmerzzustände das Dosierungsintervall verlängert werden.
Dialysepflichtige Patienten
Wegen seines grossen Verteilungsvolumens wird Tramadol nur sehr langsam aus dem Serum durch Hämodialyse oder Hämofiltration entfernt. Daher ist im Regelfall bei dialysepflichtigen Patienten eine Nachapplikation zur Aufrechterhaltung der Analgesie nicht notwendig.
Ältere Patienten:
In der Regel ist eine Dosisanpassung bei Patienten bis zu 75 Jahren ohne klinisch manifeste Leber- oder Nierenfunktionseinschränkung nicht erforderlich. Bei Patienten über 75 Jahren, auch solchen ohne klinisch manifeste Leber- oder Nierenfunktionseinschränkung, kann es zu einer Verlängerung der Elimination kommen. Daher muss, falls notwendig, das Dosierungsintervall entsprechend dem Bedarf des Patienten verlängert werden.
Therapiedauer
Tramal soll nicht länger als therapeutisch unbedingt nötig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine längerdauernde Schmerzbehandlung mit Tramal erforderlich erscheint, sollte eine sorgfältige und in kurzen Abständen regelmässige Überprüfung erfolgen (gegebenenfalls durch Einlegen von Anwendungspausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht.
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