PharmakokinetikAbsorption
Nach parenteraler Verabreichung von Tranxilium 50 mg wird der maximale Blutspiegel von Dikaliumclorazepat bei i.m.-Injektion nach einer halben oder ganzen Stunde erreicht, nach i.v.-Injektion ist diese Frist viel kürzer.
Die maximalen Plasmakonzentrationen erreichen Werte in der Grössenordnung von 2'800 ng/ml nach i.m.-Injektion und 3'600 ng/ml, wenn das Produkt intravenös verabreicht wird.
Dikaliumclorazepat, dessen Halbwertszeit nach parenteraler Verabreichung etwa 2 Stunden beträgt, wird allmählich in N-Desmethyldiazepam umgewandelt. Der Plasma-Peak dieses aktiven Metaboliten wird nach etwa 12 Stunden erreicht.
Distribution
Dikaliumclorazepat und N-Desmethyldiazepam binden sich zu über 95% an Plasma-Eiweiss. Das Verteilvolumen von N-Desmethyldiazepam beträgt 90 l.
Diese Substanzen überschreiten die Plazentarschranke und gehen in die Muttermilch über.
Eine Untersuchung des Übergangs von Dikaliumclorazepat und N-Desmethyldiazepam in die Plazenta - beispielsweise nach einer Injektion während der Wehen - zeigt, dass die Konzentration zwischen Foetus und Mutter nach 4 Stunden ausgeglichen ist, wobei die fetale Konzentration 25% der mütterlichen Konzentration zum Zeitpunkt des Plasmapeaks beträgt.
Metabolismus und Elimination
Clorazepat und seine aktiven Metabolite (N-Desmethyldiazepam, Oxazepam) werden in der Leber metabolisiert und hauptsächlich im Urin in Form der unwirksamen konjugierten Derivate von Oxazepam, N-Desmethyldiazepam und Clorazepat ausgeschieden.
Die Halbwertszeit des N-Desmethyldiazepam bewegt sich zwischen 30 und 150 Stunden.
Der Metabolismus des N-Desmethyldiazepam erfolgt vor allem durch die Isoformen CYP 3A4 und CYP 2C19.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Niereninsuffizienz
Es sind keine Studien zu Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Niereninsuffizienz verfügbar. Bei niereninsuffizienten Patienten in Dialysebehandlung ist die Proteinbindung von N-Desmethyldiazepam vermindert und die Zunahme der freien Fraktion mit einer Verringerung der entsprechenden Clearance verbunden.
Leberinsuffizienz
Spezifische Studien über die Kinetik von Clorazepat bei Leberinsuffizienz liegen nicht vor. Allerdings scheinen sich die Serumkonzentrationen von N-Desmethyldiazepam bei einer leichten Leberschädigung nicht signifikant zu ändern. (Bezüglich Enzephalopathierisiko siehe unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».)
|