Eigenschaften/WirkungenATC-Code: D02BB01
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Betacaroten nimmt im Stoffwechsel eine wichtige Stellung als Antioxidans ein. Es wirkt als Fänger von Singulett-Sauerstoff und freien Radikalen, die ständig, u.a. durch Strahleneinwirkung, chemische oder enzymatische Reaktionen im Organismus entstehen und zytotoxische bzw. potentiell zytotoxische Aktivität besitzen. Möglicherweise beruht die protektive Wirkung, für die Betacaroten im Zusammenhang mit phototoxischen Prozessen in der Haut beobachtet wird, auf diesen Reaktionen; der genaue Wirkmechanismus in vivo (d.h. in der Haut) ist bisher noch nicht genau bekannt. In vitro wird in verschiedenen experimentellen Untersuchungen (an Fibroblasten, humanen Erythrocyten, an dermalem Kollagen) die photoprotektive Wirkung von Betacaroten beschrieben.
Bei der Behandlung der erythropoetischen Protoporphyrie wird die Empfindlichkeit lichtexponierter Haut herabgesetzt.
Bei Pigmentanomalien wird durch Gabe von Betacaroten ein Pigmentausgleich erreicht, da Betacaroten sich in der Haut ablagert und eine mehr oder weniger intensive Braun-Gelb-Färbung der Haut hervorruft. Auffallend ausgeprägt ist diese Hauttönung in zentralen Gesichtsteilen, an Händen und Füssen (Akren). Daher können besonders die akrale Vitiligo sowie Pigmentanomalien im Gesichtsbereich (z.B. Chloasma) mit gutem Effekt behandelt werden. Bei der unter Carotaben-Therapie auftretenden Hauttönung handelt es sich nicht um eine bleibende Pigmentierung. Nach Absetzen der Therapie stellt sich allmählich das ursprüngliche Hautkolorit wieder ein. Bei stärkerer Sonnenexposition sollte zur Erhaltung des Pigmentausgleichs zusätzlich ein externes Breitbandlichtschutzmittel appliziert werden.
Toxikologische Eigenschaften
Betacaroten ist toxikologisch als unbedenklich anzusehen. Betacaroten hat einen ADI-Wert (acceptable daily intake) von bis zu 5 mg/kg Körpergewicht. Dieser Wert besagt, dass ein erwachsener Mensch, der z.B. 70 kg wiegt, täglich bis zu 5× 70 mg = 350 mg Betacaroten zu sich nehmen kann, ohne dass eine Gesundheitsschädigung zu befürchten ist. Betacaroten kann als Provitamin A zu Vitamin A metabolisiert werden. Diese Umwandlung findet aber nur bei Vitamin-A-Mangel statt. Bestehen physiologische Vitamin-A-Spiegel im Serum, so wird kein Betacaroten zu Vitamin A abgebaut. A-Hypervitaminosen wurden auch bei jahrelanger Gabe von Betacaroten nicht beobachtet.
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