ch.oddb.org
 
Apotheken | Arzt | Interaktionen | Medikamente | MiGeL | Services | Spital | Zulassungsi.
Fachinformation zu Burgerstein DL-Methionin:Antistress Aktiengesellschaft für Gesund
Vollst. FachinformationDDDHeatmap anzeigenDrucken 
Gal.Form/Ther.Gr.Zusammens.Eigensch.Pharm.kinetikInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Anw.einschr.Unerw.Wirkungen
Interakt.Überdos.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Stand d. Info. 

Tabletten

Essentielle, schwefelhaltige Aminosäure 

Zusammensetzung

Jede Tablette enthält 500 mg DL-Methionin.
Hilfsstoffe.

Eigenschaften/Wirkungen

DL-Methionin ist ein aus D- und L-Methionin bestehendes Razemat, dessen pharmakologische Wirkungen von der L-Form getragen werden. L-Methionin gehört zu den essentiellen Aminosäuren und ist als solche ein wichtiger Baustein für den menschlichen und tierischen Organismus.
L-Methionin ist ausserdem die einzige essentielle Aminosäure, die Schwefel im Molekül enthält. Die Bereitstellung von Methionin (als Schwefeldonator) in ausreichender Menge ist die Voraussetzung für die Biosynthese der beiden anderen schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Cystin.
Die SH-Gruppe des Cysteins wird in der Leber zu Sulfat oxidiert und über die Niere ausgeschieden. Zusammen mit Sulfat werden Protonen ins Tubuluslumen sezerniert. Dieser physiologische Prozess ist die Grundlage der harnansäuernden Wirkung von DL-Methionin.
Eine Ansäuerung ist von entscheidender Bedeutung, wenn ein relativ konstant alkalischer Urin-pH ohne wesentliche tageszeitliche Schwankungen vorliegt.
Dies ist bei Harnwegsinfektionen der Fall, die durch ureaseproduzierende und damit harnstoffspaltende Bakterienstämme verursacht werden. Die Verschiebung des alkalischen Urin-pH zurück in den physiologisch sauren Bereich (pH 5,4-6,2) durch Methionin bewirkt eine Hemmung des Keimwachstums (bakteriostatische Wirkung).
Phosphatsteine als Folge einer chronischen Harnwegsinfektion mit Ureasebildnern können durch konsequente Ansäuerung mit Methionin verhindert werden.

Pharmakokinetik

L-Methionin wird als neutrale Aminosäure vor allem im mittleren Dünndarm von der Mucosazelle über ein Trägerprotein, das bevorzugt neutrale Aminosäuren transportiert, aufgenommen. Von der Mucosazelle wird L-Methionin ins Blut abgegeben und gelangt über die Portalvene zur Leber. Nach Verstoffwechselung erfolgt Ausscheidung der Metaboliten durch die Niere (Harnansäuerung).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Urologie

Anwendungsmöglichkeiten
Zur Behandlung und Vorbeugung von Harnwegsinfektionen durch ureaseproduzierende Bakterienstämme;
als Adjuvans bei der Therapie und Prophylaxe von Phosphatsteinen.

Dosierung/Anwendung

Urologie: 3mal täglich 1-2 Tabletten. Um eine schnelle Harnansäuerung zu erreichen, ist es sinnvoll, die Therapie mit 3mal täglich 2 Tabletten zu beginnen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Burgerstein DL-Methionin-Tabletten sollen nicht angewendet werden bei schwerer metabolischer Azidose, schwerer Leberinsuffizienz, Harnsäuresteinen, Cystein­steindiathese, Oxalose, primärer und sekundärer renaler tubulärer Azidose, angeborenen Störungen des Aminosäurestoffwechsels (Homocystinurie).

Vorsichtsmassnahmen
Bei azidosegefährdeten Patienten sind Blut-pH-Kontrollen erforderlich. Über die Anwendung von Burgerstein DL-Methionin bei schwerer Niereninsuffizienz liegen noch wenig Erfahrungen vor.
Bei langfristiger Gabe von Burgerstein DL-Methionin ist eine parallele Zufuhr von Folsäure (0,4-0,65 mg/Tag), Vitamin B 6  (2-10 mg/Tag) sowie von Vitamin B 12  (mind. 6 µg/Tag) - z.B. in Form eines Vitamin-B-Komplexes - zur Regulierung allfällig erhöhter Homocysteinspiegel empfehlenswert.

Schwangerschaft/Stillzeit
Nachdem die Auswirkung auf den Fötus nicht untersucht wurde, ist das Präparat während der Schwangerschaft/Stillzeit nicht anzuwenden.

Unerwünschte Wirkungen

Verschiebung des Blut-pH-Wertes bei azidosegefährdeten Patienten in den sauren Bereich.
In seltenen Fällen Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Reizbarkeit. Mögliche Verschlechterung einer bestehenden Leberinsuffizienz.

Interaktionen

Bei der Einnahme zusammen mit Wirkstoffen (wie z.B. Ampicillin, Sulfonamiden, Nitrofurantoin), welche durch die Ansäuerung des Harns in der Niere verstärkt rückresorbiert werden, kann es zu einer Wirkungsverstärkung kommen. Methionin kann die Wirkung von Levodopa antagonisieren.

Überdosierung

Über eine akute Überdosierung von DL-Methionin ist bisher nichts bekannt.

Sonstige Hinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Gut verschlossen, trocken sowie zwischen 15-25 °C lagern.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

IKS-Nummern

47047.

Stand der Information

November 1995.
RL88

2019 ©ywesee GmbH
Einstellungen | Hilfe | FAQ | Anmeldung | Kontakt | Home