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Fachinformation zu Nemexin®:Bristol-Myers Squibb SA
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
Reg.InhaberStand d. Info. 

AMZV 9.11.2001

Zusammensetzung

Wirkstoff: Naltrexon.

Hilfsstoffe: Hilfsstoffe für die Tablettenherstellung.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Eine Filmtablette enthält 50 mg Naltrexonhydrochlorid entspr. 45,2 mg Naltrexon.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Nemexin wird als medikamentöse Unterstützung bei der Entwöhnungsbehandlung vormals Opiatabhängiger nach erfolgter Entgiftung eingesetzt.

Dosierung/Anwendung

Die übliche Tagesdosis beträgt 50 mg Naltrexonhydrochlorid.
Am ersten Tag der Behandlung sollte der Patient zunächst 25 mg Naltrexonhydrochlorid erhalten und 1 Stunde auf Entzugssymptome beobachtet werden. Treten keine Entzugssymptome auf, können die restlichen 25 mg der Tagesdosis verabreicht werden.
Das Dosierschema von Nemexin ist: montags und mittwochs je 100 mg Naltrexonhydrochlorid pro Tag und freitags 150 mg Naltrexonhydrochlorid (insgesamt 350 mg).

Hinweis
Naltrexon löst ein Entzugssyndrom aus, falls der Patient nicht opiatfrei ist. Daher darf eine Behandlung mit Nemexin nicht begonnen werden, bevor der Test mit Naloxon (Narcan®) negativ ausfällt!
Vor Beginn der Behandlung mit Nemexin muss sichergestellt sein, dass der Patient mindestens 7-10 Tage opiatfrei ist (Urinkontrolle). Es sollte in jedem Fall ein i.v. Test mit Naloxon (Narcan Injektionslösung) vor Behandlungsbeginn durchgeführt werden: es wird empfohlen, dem Patienten 0,2 mg Naloxonhydrochlorid (entspricht 0,5 ml Narcan Injektionslösung) zu injizieren; zeigen sich innerhalb von 30 Sekunden keine Entzugssymptome, sollen weitere 0,6 mg Naloxonhydrochlorid (1,5 ml Narcan Injektionslösung) injiziert werden und der Patient über 30 Minuten beobachtet werden. Werden dabei Entzugserscheinungen beobachtet, darf mit der Nemexin-Behandlung nicht begonnen werden. Fällt der Test negativ aus, kann die Behandlung mit Nemexin begonnen werden. Falls Zweifel bestehen, ob der Patient opioidfrei ist, kann der Naloxon-Test mit 1,6 mg wiederholt werden. Falls keine Reaktion erfolgt, können 25 mg Naltrexonhydrochlorid oral verabreicht werden.
Die Dauer der Behandlung ist variabel.
Bei Patienten, die jünger als 18 Jahre sind, liegen keine Erfahrungen vor.

Kontraindikationen

Nemexin darf nicht angewandt werden bei:
opioidabhängigen Patienten ohne erfolgreichen Entzug,
Patienten mit akuten Opiat-Entzugssymptomen,
Patienten mit einem positiven Opioid-Nachweis im Urin oder Patienten, die auf Injektion von Naloxon (Narcan) mit Entzugserscheinungen reagieren,
bekannter Überempfindlichkeit gegen Naltrexon,
schwerer Leberinsuffizienz, akuter Hepatitis,
Patienten, die Opioid-Analgetika erhalten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten, die unter Naltrexonbehandlung stehen, sollten keine opioidhaltigen Medikamente gegeben werden.
Naltrexon wirkt dosisabhängig direkt hepatotoxisch. Da die Spanne zwischen der empfohlenen Tagesdosis und der hepatotoxischen Dosis relativ klein ist, sind Patienten mit Zeichen von Leberinsuffizienz oder mit einer schweren Lebererkrankung in der Anamnese sorgfältig zu überwachen. Bei einer länger dauernden Behandlung sollten die Lebertransaminasen regelmässig kontrolliert werden.
Es besteht Lebensgefahr bei der Selbstverabreichung hoher Dosen von Opiaten (verstärkte und verlängerte Atemdepression)!
Eine Beeinflussung der Fertilität weiblicher Ratten wurde beobachtet.

Interaktionen

Bei Patienten, die unter Naltrexonbehandlung stehen, sollten keine opioidhaltigen Medikamente gegeben werden. Beim gleichzeitigen Gebrauch von Nemexin und opioidhaltigen Hustenmitteln, Antidiarrhoika oder Analgetika kann es zu verminderter Wirkung dieser Mittel kommen.
Benötigt der Patient in Notfallsituationen Opioid-Analgetika, kann die zur Analgesie erforderliche Dosis höher sein. Die dabei auftretende Atemdepression und andere Symptome können verstärkt sein und länger andauern, so dass der Patient unbedingt überwacht werden muss.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Schwangerschaft und in der Stillperiode sollte Nemexin nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig. Embryo- und Fetotoxizität wurden in Ratten und Kaninchen bei hohen Dosen festgestellt. Über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Erfahrungen beim Menschen vor. Ein Übertritt in die Muttermilch ist nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit herabsetzen, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Verkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Die genannten Begleiterscheinungen können auch bei nicht mit Nemexin behandelten Patienten während des Entzugs auftreten. Bei der empfohlenen Dosierung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Selten: Schlafstörungen, Angstzustände, Nervosität, Bauchschmerzen und -krämpfe, Erbrechen, Übelkeit, Antriebsschwäche, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen.

Sehr selten: Appetitlosigkeit, Durchfall, Verstopfung, Durstgefühl, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Benommenheit, Hautrötung, verzögerte Ejakulation, Potenzstörungen, Schüttelfrost, Thoraxschmerzen, Schweissausbrüche und gesteigerter Tränenfluss.
In einem Fall wurde unter Behandlung mit Nemexin das Auftreten von reversibler thrombozytopenischer Purpura beobachtet.
Unter der Behandlung mit Nemexin kann es zu einer Erhöhung der Leber-Transaminasen kommen. Nach Absetzen von Nemexin sanken die Transaminasen innerhalb einiger Wochen auf die Ausgangswerte zurück. Hepatitiden wurden beobachtet. Siehe auch «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Toleranz und Abhängigkeit sind unter Naltrexonbehandlung bisher nicht beobachtet worden.

Überdosierung

Fälle mit Intoxikationssymptomen sind bisher nicht berichtet worden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V03AB
Naltrexon ist ein reiner Opiatantagonist und 1 Filmtab­lette blockiert die pharmakologischen Wirkungen verabreichter Opioide (z.B. 25 mg Heroin i.v.) für ca. 24 Stunden.
Sollten sich die Patienten kleinere Dosen von Heroin oder Opiaten verabreichen, verhindert die Nemexin-Blockade das Auftreten opiatagonistischer Effekte wie z.B. Euphorie, Myosis, Analgesie und Atemlähmung.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Applikation wird Naltrexon rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert. Nach Absorption unterliegt Naltrexon einem erheblichen (95%) First-Pass-Metabolismus, wobei als Hauptmetabolit 6-β-Naltrexol entsteht. Das Mittel von Cmax bei Gabe von 50 mg Naltrexonhydrochlorid beträgt 8,55 ng/ml.

Distribution
Die Plasmaproteinbindung von Naltrexon liegt bei etwa 21%.

Metabolismus
Folgende Metaboliten von Naltrexon sind bekannt: 6-β-Naltrexol (Hauptmetabolit), Hydroxy-Methoxy-Naltrexol und Naltrexon, alle werden grösstenteils in glukuronidierter Form über die Nieren ausgeschieden. 6-β-Naltrexol selbst besitzt opiatantagonistische Aktivität.

Elimination
Die Halbwertszeit von Naltrexon im Plasma beträgt etwa 4 Stunden und die Plasmahalbwertszeit von 6-β-Naltrexol beträgt etwa 13 Stunden.
Die Halbwertszeit der Opiatrezeptoren-Blockade durch Naltrexon beträgt zwischen 72 und 108 Stunden. Bei einer oralen Dosis von 50 mg pro Tag, jeden zweiten Tag appliziert, sind nach 48 Stunden noch 70-80% der Opiatrezeptoren blockiert.
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere. Innerhalb von 48 Stunden werden etwa 60% einer peroral applizierten Dosis im Harn ausgeschieden, davon 76% als 6-β-Naltrexol, 16% Hydroxy-Methoxy-Naltrexol und 8% Naltrexon, alle grösstenteils in glukuronidierter Form.

Präklinische Daten

Aus Studien zur akuten, subakuten und chronischen Toxizität an Nagern und Nichtnagern ergaben sich keine besonderen Befunde. Es gibt jedoch Hinweise, dass Naltrexonhydrochlorid in höheren Dosen hepatotoxisch wirken kann. Reversible Anstiege von Leberenzymen wurden auch bei klinischer Anwendung in therapeutischen und höheren Dosen beobachtet (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).
Aus Langzeitstudien an Maus und Ratte konnte kein karzinogenes Potential abgeleitet werden.
Eine ausführliche in-vitro und in-vivo Prüfung ergab kein relevantes mutagenes Potential.
Die Gabe von Naltrexonhydrochlorid (100 mg/kg/Tag) erzeugte bei weiblichen Ratten eine signifikante Zunahme von Pseudoschwangerschaften und eine Abnahme der Trächtigkeitsrate. Die Relevanz dieser Beobachtungen für den Menschen ist nicht bekannt.
Es zeigten sich embryoletale Wirkungen bei Ratten, die vor und während der Trächtigkeit Naltrexon in Dosen von 100 mg/kg/Tag erhielten und bei Kaninchen, denen während der Zeit der Organentwicklung 60 mg/kg/Tag verabreicht wurde.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Keine.

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Keine.

Hinweise
Es ist ratsam, dass Patienten einen Ausweis bei sich tragen, der auf die Nemexin-Therapie hinweist.

Haltbarkeit
Arzneimittel nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr anwenden!

Zulassungsvermerk

48451 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Bristol-Myers Squibb GmbH, 6341 Baar.

Stand der Information

Juni 2002.

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