PharmakokinetikDie pharmakokinetischen Parameter von Certoparin Natrium wurden bestimmt durch Messung der anti-Xa Aktivität mittels chromogenem Substrat (S-2238) im Plasma.
Absorption
Nach subkutaner Injektion wird Certoparin schnell und vollständig absorbiert. Die maximale Konzentration (Cmax) von anti-Xa nach subkutaner Verabreichung von 3‘000 I.E. betrug 161 I.E./Liter. Die Zeit bis zum Erreichen der Peak-Konzentration (Tmax) war ungefähr 3 Stunden. Die absolute Bioverfügbarkeit bei gesunden Freiwilligen, gemessen als anti-Faktor-Xa, war ungefähr 90%, und die AUC nach 3‘000 I.E. war 1‘352 (I.E./l*h). Nach einer subkutanen Bolusinjektion weist Certoparin eine Kinetik erster Ordnung auf. Die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration ist nicht dosisabhängig. Die AUC steigt jedoch dosisabhängig linear für anti-Xa Bestimmung bei gesunden Probanden.
Es wurde keine Akkumulation beobachtet nach wiederholter Verabreichung von 3‘000 I.E. zweimal täglich.
Distribution
Das apparente Verteilungsvolumen nach subkutaner Injektion von 3‘000 I.E. betrug 5.5 Liter und entspricht somit dem Gesamtblutvolumen. Das Verteilungsvolumen im Steady-State beim Patienten liegt im Bereich von 6.5 Litern.
Organ- /Gewebe-Verteilung von verschiedenen LMWHs gemessen mit radioaktiv markiertem Material weist im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin auf eine bevorzugte Verteilung in Herz, Leber, Nieren und Gefässendothel hin. Spezifische Studien durchgeführt mit radioaktiv markiertem Certoparin gibt es nicht; aufgrund des ähnlichen Molekulargewichts von verschiedenen niedermolekularen Heparinen auf der einen Seite und die vergleichbare Organverteilung von unfraktioniertem und niedermolekularem Heparin auf der anderen Seite kann ein ähnliches Verteilungsmuster für Certoparin erwartet werden.
Metabolismus
Niedermolekulares Heparin wird grösstenteils in der Leber metabolisiert (Desulfatisierung und Depolymerisation). Geringe Mengen von wirksamem Certoparin (ungefähr 5% bei Patienten) werden über die Nieren ausgeschieden.
Tierstudien mit unterschiedlichen niedermolekularen Heparinen haben gezeigt, dass verschiedene Gewebe (Leber, Niere, Galle) Glykosaminoglykane von verschiedenen Längen enthalten, die mehr oder weniger desulfatisiert sind und desulfatisierte Glykosaminoglykane werden von dort in das Blut freigesetzt, in der Niere depolymerisiert und dann in den Urin ausgeschieden. Das Ausmass der Urinausscheidung von verschiedenen niedermolekularen Heparinen gemessen als biologisch aktive Substanzen ist sehr ähnlich, und die Ausscheidungsrate von Certoparin ist vergleichbar mit derjenigen anderer niedermolekularer Heparine.
Es gibt bisher keine Hinweise, dass der Wirkstoff die Plazenta passiert (s. «Schwangerschaft/Stillzeit») oder in die Muttermilch übertritt. Es ist jedoch bekannt, dass das für andere Heparine nicht der Fall ist.
Ausscheidung
Vergleichende Studien haben gezeigt, dass der Hauptausscheidungsweg von verschiedenen niedermolekularen Heparinen mit Molekularmassen von ungefähr 4‘000-6‘000 Dalton (Certoparin: durchschnittliche Molekularmasse 4‘200-6‘200 Dalton) über die Nieren, hauptsächlich als inaktive Metaboliten erfolgt. Im Gegensatz zu unfraktioniertem Heparin, das mittels einem schnellen und gesättigten Mechanismus als aktive oder inaktive Fragmente über die Nieren ausgeschieden wird, werden niedermolekulare Heparine über einen nicht-gesättigten Mechanismus renal, einer Kinetik erster Ordnung folgend, ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit für Certoparin (4.9 ± 1.1 h) ist vergleichbar mit derjenigen von Enoxaparin, Dalteparin oder Nadroparin und die Plasma Clearance für Certoparin bei gesunden Freiwilligen beträgt 1.4 ± 0.3 l/h, welche ebenfalls vergleichbar ist mit anderen niedermolekularen Heparinen.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Kinder
Es gibt weder pharmakokinetische noch klinische Daten bei Kindern.
Ältere Patienten
Es gibt keine Pharmakokinetikdaten bei älteren Patienten.
Niereninsuffizienz
Aufgrund einer Akkumulation des Certoparins im Blutplasma war die Anti-Xa-Aktivität, bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen und geringfügigen Anstieg der Cmax und AUC, erhöht.
Während einer Prophylaxebehandlung mit Certoparin ist es notwendig die Partielle Thromboplastinzeit (aPTT) zu überwachen (s. «Spezielle Dosierungsanweisung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).
Leberinsuffizienz
Die Biosynthese von Gerinnungsfaktoren ist während einer Leberfunktionsstörung oftmals vermindert. Deshalb ist Vorsicht angezeigt bei Patienten mit Leberinsuffizienz. Sandoparin sollte nicht angewendet werden bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz.
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