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Fachinformation zu Mycobutin®:Pfizer AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Rifabutinum.
Hilfsstoffe
Cellulosum microcristallinum, natrii laurilsulfas, magnesii stearas, silica colloidalis hydrica, gelatina, titanii dioxidum (E 171), ferrum oxydatum rubrum (E 172).
Natriumgehalt pro Hartkapsel: 0.96 mg.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Hartkapsel.
1 Hartkapsel enthält 150 mg Rifabutin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

-Prophylaxe von Mycobakterium avium intracellulare complex (MAC)-Infektionen bei AIDS-Patienten mit einer CD4-Lymphozytenzahl ≤200/µl.
-Therapie von Infektionen mit Mycobacterium avium intracellulare complex (MAC) in Kombination mit zwei anderen Substanzen (meist Ethambutol + Clofazimin) bei HIVpositiven Patienten.
-Therapie der neudiagnostizierten Lungentuberkulose, die durch M. tuberculosis verursacht wird.
In Übereinstimmung mit allgemein akzeptierten Kriterien für die Behandlung von Mykobakterieninfektionen sollte Mycobutin immer in Kombination mit anderen antimykobakteriell wirksamen Präparaten gegeben werden, die nicht der Gruppe der Rifamycine angehören.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Mycobutin wird als tägliche Einmaldosis unabhängig von der Tageszeit und unabhängig von Nahrung eingenommen. Der Arzt bestimmt den Zeitpunkt der Einnahme.
Erwachsene
Mycobutin als Monotherapie in der Prophylaxe
Prophylaxe von Infektionen mit Mycobacterium avium (MAC) bei HIV-positiven Patienten mit CD4-Zellen ≤200/µl: 300 mg (= 2 Hartkapseln) täglich.
Mycobutin in der Therapie von Infektionen mit Mycobacterium aviumintracellulare complex (MAC)
600 mg (= 4 Hartkapseln) bis zum Erreichen negativer Kulturen (450 mg bei KG <50 kg). Eine Weiterbehandlung nach Erreichen negativer Kulturen ist nicht belegt.
Mycobutin in Kombinationsbehandlung
-Bei der Behandlung von Infektionen mit Mycobacterium avium intrazellulare complex (MAC) in Kombination mit dem Makrolid-Antibiotikum Clarithromycin soll die Mycobutin-Dosis 300 mg (= 2 Hartkapseln) täglich nicht übersteigen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
-Bei neu diagnostizierter Lungentuberkulose: 150 mg (1 Hartkapsel) für 6 Monate.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kommt es zu einer erhöhten Cmax und AUC, die Halbwertszeit der Elimination wird verlängert, während die renale Clearance abnimmt und die Exkretion unverändert bleibt. Hier ist eine Dosisanpassung notwendig.
Beträgt die Kreatininclearance weniger als 30 ml/min, muss die Tagesdosis halbiert werden.
Ältere Patienten
Es liegen keine Empfehlungen für Dosisänderungen vor.
Die in klinischen Studien enthaltene Anzahl Patienten über 65 Jahre war nicht gross genug, um einen Unterschied in der Reaktion zu jüngeren Patienten festzustellen.
Grundsätzlich sollte bei älteren Patienten die Dosierung sorgfältig gewählt und im unteren Bereich begonnen werden. Es soll dabei berücksichtigt werden, dass eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass Leber-, Nieren- oder Herzfunktion reduziert sein können und möglicherweise weitere Erkrankungen vorliegen und Therapien durchgeführt werden.
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)
Es liegen keine ausreichenden klinischen Daten in der Pädiatrie vor.

Kontraindikationen

Mycobutin ist bei Patienten kontraindiziert, die eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Rifabutin, Rifamycin oder einen Hilfsstoff aufweisen.
Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir als antiretrovirales Arzneimittel (600 mg zweimal täglich) und Rifabutin ist kontraindiziert wegen erhöhter Serumkonzentrationen (4-facher Anstieg des Rifabutinspiegels und 35-facher Anstieg seines Metaboliten 25-O-Deacetyl-Rifabutin) von Rifabutin und des Risikos von Nebenwirkungen, einschliesslich Arthralgien, Uveitis und Leukopenien (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Dosierungsempfehlung bei der Anwendung von Ritonavir geboostetem Saquinavir und Rifabutin siehe "Interaktionen" .
Die gleichzeitige Verabreichung von Rilpivirin/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ).
Die gleichzeitige Verabreichung von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ).
Die gleichzeitige Verabreichung von Rilpivirin als Depot-Injektionssuspension und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ).
Die gleichzeitige Verabreichung von Sofosbuvir in Kombination mit Velpatasvir und Voxilaprevir und Rifabutin ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Urin, Haut- und Körpersekretionen rot gefärbt werden können. Weiche Kontaktlinsen können dauerhaft rot gefärbt werden.
Während leichte Leberfunktionsstörungen keine Dosisanpassung erforderlich machen, sollte Mycobutin bei Fällen mit stark eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht eingesetzt werden.
Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min muss die Tagesdosis halbiert werden.
Eine Dosisreduktion ist ebenfalls empfohlen, wenn Mycobutin zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln eingesetzt wird (siehe "Interaktionen" ).
Rifabutin kann die klinische Wirksamkeit der Standarddosierung von Itraconazol beeinträchtigen, die bei schweren Pilzinfektionen HIV-infizierter Patienten eingesetzt wird (siehe "Interaktionen" ).
Es wird empfohlen, die weissen Blutzellen, die Thrombozyten und die Leberenzyme während der Mycobutinbehandlung regelmässig zu kontrollieren.
Während einer Behandlung mit Mycobutin könnte die orale Kontrazeption nicht ausreichen, sodass nicht-hormonelle Formen der Empfängnisverhütung in Betracht kommen.
Bei einer gleichzeitigen Gabe von Mycobutin (450-600 mg/d) und Clarithromycin und/oder Fluconazol traten gehäuft Fälle von Uveitis auf. Bei der Kombination dieser Substanzen sollte die Rifabutindosis 300 mg/d nicht überschreiten (siehe "Dosierung/Anwendung" ). Bei Patienten unter dieser Behandlung sollte eine regelmässige Kontrolle erfolgen.
Rifabutin ist ein CYP450 3A Induktor. Die gleichzeitige Verabreichung mit antiretroviralen Arzneimitteln wie z.B. Bictegravir, orales Rilpivirin oder Doravirin und Anti-Hepatitis C Virus (HCV)-Arzneimittel wird darum nicht empfohlen, da die zu erwartende Abnahme der Plasmakonzentration der antiretroviralen und anti-HCV-Arzneimittel zum Verlust der virologischen Wirkung und zu einer möglichen Resistenzentwicklung führen kann (siehe "Interaktionen" ). Für weitere Informationen sollte die aktuelle Fachinformation oder die Zulassungsinhaberin der jeweiligen antiretroviralen Arzneimittel konsultiert werden.
Die Clostridium-difficileassoziierte Diarrhoe (CDAD) ist mit nahezu allen antibakteriellen Wirkstoffen einschliesslich Rifabutin beobachtet worden und ihr Schweregrad kann von leichter Diarrhoe bis zur tödlichen Kolitis reichen. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert die normale Flora des Dickdarms, was zum Überwuchern durch C. difficile führt.
C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entstehung der CDAD beitragen. Hypertoxin-produzierende Stämme von C. difficile bedingen eine erhöhte Morbidität und Mortalität, denn diese Infektionen können gegen antimikrobielle Therapie resistent sein, was unter Umständen eine Kolektomie erfordert. Eine CDAD ist bei allen Patienten mit Diarrhoe nach antibiotischer Behandlung in Betracht zu ziehen. Es ist eine sorgfältige Anamnese zu erheben, da Fälle von CDAD mehr als zwei Monate nach antibiotischer Behandlung beschrieben worden sind.
Bei starkem Durchfall sind Peristaltikhemmer kontraindiziert.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik anderer Proteinaseinhibitoren (z.B. Saquinavir) müssen die besonderen Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen der jeweiligen Fachinformation dieser Arzneimittel beachtet werden.
Aufgrund der erniedrigten systemischen Exposition des Posaconazol und der erhöhten systemischen Exposition des Rifabutin sollte eine gemeinsame Anwendung vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko. Bei Anwendung in Kombination muss der Patient auf unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Gabe von Rifabutin überwacht werden.
Unter der Anwendung von anti-Tuberkulose Arzneimitteln wurde über schwere unerwünschte kutane Reaktionen (SCARs, severe cutaneous adverse reactions) wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN), Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) und akute generalisierte exanthematöse Pustulose (AGEP), auch mit tödlichem Verlauf, berichtet (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Patienten, die einen Hautausschlag entwickeln, sollten engmaschig überwacht werden und das/die verdächtige(n) Arzneimittel sollte(n) bei Fortschreiten der Läsionen abgesetzt werden. Das Identifizieren des spezifischen Arzneimittels ist schwierig, da mehrere anti-Tuberkulose Arzneimittel gleichzeitig in Kombination verschrieben werden. Insbesondere bei DRESS, einer potenziell lebensbedrohlichen Multisystem-SCAR, kann sich die Zeit bis zum Auftreten der ersten Symptome verlängern. Bei DRESS handelt es sich um eine klinische Diagnose und das klinische Erscheinungsbild bleibt die Grundlage für die Entscheidungsfindung. Das frühzeitige Absetzen des vermuteten Arzneimittels ist wegen der Mortalität des Syndroms und der viszeralen Beteiligung (z.B. Leber, Knochenmark oder Niere) essentiell.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Hartkapsel, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .

Interaktionen

Da Rifabutin das Cytochrom P450 3A-System induziert, kann es das pharmakokinetische Verhalten von Arzneimitteln, die durch die Enzyme dieser Untergruppe metabolisiert werden, beeinflussen. Möglicherweise müssen die Dosen erhöht werden, wenn sie in Kombination mit Mycobutin verabreicht werden. Während einer Behandlung mit Mycobutin könnte die orale Kontrazeption nicht ausreichen, sodass nicht-hormonelle Formen der Empfängnisverhütung in Betracht kommen. Kinetische Daten legen nahe, dass die enzymatische Induktion durch Rifabutin innerhalb von 5 Tagen vollständig vorhanden und dosisunabhängig ist in dem Bereich von 300 bis 600 mg.
Auf ähnliche Weise kann Mycobutin die Wirksamkeit folgender Arzneimittel herabsetzen: Analgetika, Antikoagulantien, Kortikosteroide, Cyclosporine, Digitalis (mit Ausnahme von Digoxin), Dapsone, orale Antidiabetika, orale Kontrazeptiva, narkotische Analgetika, Phenytoin, Chinidin, Itraconazol, Clarithromycin und Saquinavir. Auf der Grundlage der o.g. Stoffwechselvorgänge werden keine signifikanten Interaktionen mit Ethambutol, Theophyllin, Sulfonamiden, Pyrazinamid und Zalcitabine (DDC) erwartet.
Die untenstehende Tabelle fasst die Ergebnisse und Wichtigkeit der betreffenden Arzneimittel-Interaktionen in Zusammenhang mit Rifabutin zusammen.

Gleichzeitig eingese  Auswirkungen auf      Auswirkungen auf      Kommentare
tzte Arzneimittel     Rifabutin             das gleichzeitig      
                                            eingesetzte Arzneimi  
                                            ttel                  
Antivirale Mittel
Atazanavir/Ritonavir  Rifabutin: AUC ↑      Keine signifikante    Eine Reduzierung der Rifabutin-Dos
                      48%. Cmax ↑ 149%.     Änderung in der       is um 75% (auf 150 mg täglich)
                      25-O-desacetyl-rifab  Kinetik.              wird empfohlen. Eine verstärkte
                      utin: AUC ↑ 990%.                           Überwachung auf Nebenwirkungen
                      Cmax ↑ 677%.                                einschliesslich Neutropenie und
                                                                  Uveitis ist durchzuführen.
Bictegravir           Keine Daten.          AUC ↓ 38%. Cmin ↓     Die gleichzeitige Anwendung von
                                            56%. Cmax ↓ 20%.      Bictegravir/Emtricitabin/Tenofovir
                                            Interaktionen mit     alafenamid mit Rifabutin wird
                                            Tenofoviralafenamid   nicht empfohlen.
                                            wurden nicht untersu  
                                            cht. Die gleichzeiti  
                                            ge Anwendung von      
                                            Rifabutin kann die    
                                            Plasmakonzentratione  
                                            n von Tenofoviralafe  
                                            namid verringern.     
Darunavir/Ritonavir   Keine signifikante    Darunavir: AUC ↑      Eine Reduzierung der Rifabutin-Dos
                      Änderung in der       57%. Cmax ↑ 42%.      is um 75% (auf 150 mg täglich)
                      Kinetik von Rifabuti  Ritonavir: AUC ↑      wird empfohlen. Eine verstärkte
                      n. 25-O-desacetyl-ri  66%. Cmax ↑ 68%.      Überwachung auf Nebenwirkungen
                      fabutin: AUC ↑                              ist durchzuführen.
                      881%. Cmax ↑ 377%.                          
Delavirdine           Vergleiche mit        Orale Clearance ↑     Es wurde eine Studie in HIV-1
                      historischen Daten    5-fach, zu einer      infizierten Patienten
                      zeigen eine Erhöhung  signifikanten         durchgeführt. Rifabutin wird
                       der AUC von Rifabut  Erniedrigung der      nicht für Patienten empfohlen,
                      in um mindestens      mittleren Plasmakonz  die mit Delavirdine Mesylat 400
                      100%.                 entration führend     mg q8h behandelt werden.
                                            (18±15 bis 1.0±0.7    
                                            µM).                  
Didanosine            Keine signifikanten   Keine signifikanten   
                      Änderungen in der     Änderungen in der     
                      Kinetik.              Kinetik beim "Steady  
                                             State" .             
Dolutegravir          Keine Daten.          Keine signifikante    
                                            Veränderung in der    
                                            Kinetik von Dolutegr  
                                            avir beim "Steady     
                                            State" .              
Doravirin             Keine Daten.          AUC ↓ 50%. C24 ↓      Wenn eine gleichzeitige Anwendung
                                            68%. Cmax kein        erforderlich ist, sollte eine
                                            Effekt.               Erhöhung der Doravirin-Dosierung
                                                                  gemäss der jeweiligen
                                                                  Fachinformation vorgenommen
                                                                  werden.
Elvitegravir/Cobicis  Keine signifikante    Keine Veränderung     Die gleichzeitige Anwendung von
tat                   Änderung in der       von Elvitegravir      Rifabutin und Elvitegravir/Cobicis
                      Kinetik von Rifabuti  mit Ausnahme von      tat ist aufgrund einer zu
                      n. 25-O-desacetyl-ri  67% ↓ Ctrough von     erwartenden Abnahme der
                      fabutin: AUC ↑        Elvitegravir. Keine   Elvitegravir-Exposition
                      6.3-fach. Cmax ↑      Veränderung der       kontraindiziert (siehe Abschnitt
                      4.8-fach.             Cobicistat-Expositio  "Kontraindikationen" ).
                                            n.                    
Etravirin             Keine signifikante    AUC ↓ 37%. Cmax ↓     Eine Dosisanpassung von Rifabutin
                      Änderung in der       37%. Cmin ↓ 35%.      ist nicht erforderlich, wenn
                      Kinetik von Rifabuti                        Etravirin nicht gleichzeitig mit
                      n.                                          einem "boosted" Proteaseinhibitor
                                                                  (z.B. Ritonavir) angewendet wird.
                                                                  Es wurde keine Interaktionsstudie
                                                                  mit Etravirin durchgeführt, das
                                                                  zusammen mit einem "boosted"
                                                                  Proteaseinhibitor verabreicht
                                                                  wird. Die Fachinformation des
                                                                  Etravirin Präparates ist zu
                                                                  beachten.
Fosamprenavir/Ritona  AUC ↑ 64% (Wirkstoff  AUC ↑ 35%. Cmax ↑     Eine Dosisreduktion von Rifabutin
vir                    und aktiver Metabol  36%. Cmin kein        um mindestens 75% (auf 150 mg
                      it).                  Effekt.               jeden zweiten Tag oder dreimal
                                                                  wöchentlich) ist empfohlen, wenn
                                                                  in Kombination mit Fosamprenavir.
                                                                  Die Sicherheit und Wirksamkeit
                                                                  der Kombination wurde nicht für
                                                                  Patienten mit Tuberkulose und HIV
                                                                  bestätigt.
Indinavir             AUC ↑ 173%. Cmax. ↑   AUC ↓ 34%. Cmax ↓     Eine Dosisreduktion von Rifabutin
                      134%.                 25%.                  auf die Hälfte der üblichen Dosis
                                                                  von 300 mg/d und eine Erhöhung
                                                                  von Indinavir auf 1000 mg alle 8
                                                                  h wird empfohlen, wenn Rifabutin
                                                                  und Indinavir gemeinsam
                                                                  verabreicht werden.
Lopinavir/Ritonavir   AUC ↑ 5.7-fach.       Keine signifikante    Eine Dosisreduktion von Rifabutin
                      Cmax ↑ 3.4-fach.      Änderung in der       um mindestens 75% der üblichen
                      (Wirkstoff und        Kinetik von Lopinavi  Dosis von 300 mg/d ist empfohlen
                      aktiver Metabolit)    r.                    (d.h. eine maximale Dosis von 150
                                                                  mg jeden zweiten Tag oder dreimal
                                                                  wöchentlich). Häufigere Kontrolle
                                                                  auf unerwünschte Wirkungen ist
                                                                  durchzuführen. Eine weitere
                                                                  Dosisreduktion kann erforderlich
                                                                  sein.
Saquinavir/Ritonavir  Auswirkungen von      Auswirkung von        Die Reduktion der Rifabutin
                      Saquinavir/Ritonavir  Rifabutin (150 mg     Dosierung auf 150 mg viermal pro
                       (1000/100 mg         alle 3 Tage) auf      Woche kann für Saquinavir bei
                      zweimal täglich)      Saquinavir/Ritonavir  gleichzeitiger Gabe von Ritonavir
                      auf Rifabutin (150     (1000/100 mg         zur Verbesserung der Pharmakokinet
                      mg alle 4 Tage):      zweimal täglich):     ik indiziert sein. Bei
                      Rifabutin (Rifabutin  Saquinavir: AUC ↓     gleichzeitiger Anwendung mit
                       und 25-O-desacetyl   13%. Cmax ↓ 15%.      Saquinavir sollten spezielle
                      Rifabutin): AUC ↑     Aktiver Teil von      Empfehlungen, auch zu der
                      60%. Cmax ↑ 111%.     Ritonavir: keine      Dosierung, der jeweiligen
                      Rifabutin: AUC        Auswirkungen.         Fachinformation entnommen werden.
                      keine Auswirkungen.                         Die Überwachung von Neutropenie
                      Cmax ↑ 68%.                                 und Leberenzymen wird bei
                                                                  Patienten unter Rifabutin (150 mg
                                                                  alle 4 Tage) und Ritonavir
                                                                  geboostetem Saquinavir (1000/100
                                                                  mg zweimal täglich) empfohlen.
                                                                  Die Patienten müssen hinsichtlich
                                                                  einer Uveitis sorgfältig
                                                                  überwacht werden. Bei Verdacht
                                                                  auf Uveitis sollte ein Augenarzt
                                                                  hinzugezogen werden.
Rilpivirin            Keine signifikanten   AUC ↓ 42%. Cmin ↓     Wenn die gleichzeitige Anwendung
                      Änderungen in der     48%. Cmax ↓ 31%.      von Rifabutin und Rilpivirin
                      Kinetik.              Interaktionen mit     erforderlich ist, dann erhöhen
                                            Tenofoviralafenamid   Sie die Rilpivirin-Dosis wie in
                                            wurden nicht untersu  der Fachinformation des
                                            cht. Die gleichzeiti  Rilpivirin-haltigen Arzneimittels
                                            ge Anwendung von      angegeben. Die gleichzeitige
                                            Rifabutin kann die    Anwendung von Rifabutin und
                                            Plasmakonzentratione  Rilpivirin/Emtricitabin/Tenofovira
                                            n von Tenofoviralafe  lafenamid ist kontraindiziert
                                            namid verringern.     (siehe "Kontraindikationen" ).
                                                                  Die gleichzeitige Anwendung von
                                                                  Rifabutin mit Cabotegravir/Rilpivi
                                                                  rin als Depot-Injektionssuspension
                                                                   ist kontraindiziert (siehe
                                                                  "Kontraindikationen" ).
Ritonavir             AUC ↑ 4-fach. Cmax    Keine Daten.          In der Gegenwart von Ritonavir
                      ↑ 2.5-fach.                                 kann das Risiko von Nebenwirkungen
                                                                  , einschliesslich Uveitis erhöht
                                                                  sein. Wenn ein Protease-Hemmer
                                                                  bei einem Patienten unter
                                                                  Rifabutin-Therapie erforderlich
                                                                  ist, sollte ein anderes
                                                                  Arzneimittel als Ritonavir
                                                                  gewählt werden (siehe
                                                                  "Warnhinweise und Vorsichtsmassnah
                                                                  men" ).
Nelfinavir            Cmax ↑ 146%. AUC ↑    Cmax ↓ 25%. AUC ↓     
                      207%.                 32%.                  
Tenofovir-alafenamid  Keine Daten.          Keine Daten.          Die gleichzeitige Anwendung von
                                                                  Tenofoviralafenamid mit Rifabutin
                                                                  wird nicht empfohlen.
                                                                  Wechselwirkungen mit Tenofoviralaf
                                                                  enamid wurden nicht untersucht.
                                                                  Es wird erwartet, dass die
                                                                  gleichzeitige Anwendung mit
                                                                  Rifabutin die Plasmakonzentratione
                                                                  n von Tenofoviralafenamid
                                                                  verringert.
Tipranavir/Ritonavir  AUC ↑ 2.9-fach.       Keine signifikante    Eine engmaschige Kontrolle des
                      Cmax ↑ 1.7-fach.      Änderung in der       Wirkstoffspiegels von Rifabutin
                                            Kinetik von Tipranav  wird empfohlen.
                                            ir.                   
Zidovudine            Keine signifikanten   Cmax ↓ ~ 32%. AUC ↓   Eine grosse kontrollierte
                      Änderungen in der     ~ 32%.                klinische Studie hat gezeigt,
                      Kinetik.                                    dass diese Veränderungen ohne
                                                                  klinische Relevanz sind.
Anti-HCV
Sofosbuvir            Keine Daten.          Cmax ↓ 36%. AUC ↓     Die gleichzeitige Anwendung von
                                            24%.                  Rifabutin und Sofosbuvir in
                                                                  Kombination mit Velpatasvir und
                                                                  Voxilaprevir ist kontraindiziert
                                                                  (siehe "Kontraindikationen" )
Antimykotika                                
Fluconazol            AUC ↑ 82%.            Keine signifikante    Patienten, die gleichzeitig
                                            Änderung der Plasmak  Rifabutin und Fluconazol
                                            onzentrationen in     erhalten, sollten sorgfältig
                                            "steady state" .      überwacht werden (siehe
                                                                  "Warnhinweise und Vorsichtsmassnah
                                                                  men" ).
Itraconazol           Keine Daten.          AUC ↓ 70%. Cmax ↓     Ein Fallbericht deutet eine
                                            bis 75% - siehe       kinetische Interaktion mit
                                            "Warnhinweise und     Itraconazol an, die zu einer
                                            Vorsichtsmassnahmen"  Erhöhung der Serumspiegel von
                                             .                    Rifabutin führt und ein Risiko
                                                                  darstellt für die Entwicklung
                                                                  einer Uveitis.
Posaconazol           Cmax ↑ 31%. AUC ↑     Cmax ↓ 43%. AUC ↓     Siehe "Warnhinweise und
                      72%.                  49%.                  Vorsichtsmassnahmen" .
Voriconazol           Cmax ↑ 195%. AUC ↑    Gleichzeitige Gabe    Die gleichzeitige Anwendung von
                      331%. (Voriconazol    von Rifabutin (300    Voriconazol und Rifabutin muss
                      verabreicht 400 mg    mg einmal täglich)    vermieden werden, es sei denn der
                      zweimal täglich).     mit: Voriconazole     therapeutische Nutzen überwiegt
                                            200 mg BID*: Cmax ↓   das mögliche Risiko. Wenn die
                                            69%. AUC ↓ 78%.       gleichzeitige Gabe von Rifabutin
                                            Voriconazole 350 mg   zusammen mit Voriconazol
                                            BID*: Cmax ↓ 4%.      gerechtfertigt ist, kann die
                                            AUC ↓ 32%. Voriconaz  Erhaltungsdosis von Voriconazol
                                            ole 400 mg BID*:      auf 5 mg/kg i.v. zweimal täglich
                                            Cmax ↑ 104%. AUC ↑    oder von 200 mg auf 350 mg oral
                                            87%. * im Vergleich   zweimal täglich (von 100 mg auf
                                            zur alleinigen Gabe   200 mg oral zweimal täglich bei
                                            von 200 mg Voriconaz  Patienten unter 40 kg) (siehe
                                            ole BID.              Abschnitt "Dosierung/Anwendung;
                                                                  Dosierungsanpassung" ) erhöht
                                                                  werden. Wenn Rifabutin zusammen
                                                                  mit Voriconazol gegeben wird,
                                                                  wird eine sorgfältige Überwachung
                                                                  des Blutbildes und der
                                                                  Nebenwirkungen von Rifabutin
                                                                  (z.B. Uveitis) empfohlen.
Anti-PCP (Pneumocyst
is carinii pneumonia
)
Dapsone               Keine Daten.          AUC ↓ ~ 27-40%.       Eine Studie wurde mit
                                                                  HIV-infizierten Patienten
                                                                  durchgeführt (schnelle und
                                                                  langsame "Acetylators" ).
Sulfamethoxazol-      Keine signifikante    AUC ↓ ~ 15-20%.       In einer anderen Studie hatte
Trimethoprim          Änderung in Cmax                            Trimethoprim (nicht Sulfamethoxazo
                      und AUC.                                    l) eine 14% ↓ in AUC und 6% ↓ in
                                                                  Cmax, aber das wurde nicht als
                                                                  klinisch signifikant beurteilt.
Anti-MAC (Mycobacter
ium avium intracellu
lare complex)
Azithromycin          Keine signifikante    Keine signifikante    Keine Dosisänderung erforderlich.
                      pharmakokinetische    pharmakokinetische    
                      Interaktion.          Interaktion.          
Clarithromycin        AUC ↑ ~ 77%.          AUC ↓ ~ 50%.          Studie mit HIV-infizierten
                                                                  Patienten durchgeführt. Die Dosis
                                                                  von Rifabutin soll bei
                                                                  gleichzeitiger Gabe von
                                                                  Clarithromycin angepasst werden.
                                                                  (siehe "Dosierung /Anwendung" und
                                                                  "Warnhinweise und Vorsichtsmassnah
                                                                  men" ).
Tuberkulostatika
Ethambutol            Keine Daten.          Keine signifikante    
                                            Änderung in AUC       
                                            oder Cmax.            
Isoniazid             Keine Daten.          Die Pharmakokinetik   
                                            ist nicht betroffen.  
Pyrazinamid           Keine signifikante    Keine signifikante    Keine Dosisanpassung erforderlich.
                      Änderung in AUC       Änderung in AUC       
                      oder Cmax.            oder Cmax.            
Bedaquilin            Keine Daten.          Keine signifikante    Bei gleichzeitiger Anwendung der
                                            Änderung in der       Arzneimittel sollten die
                                            Kinetik von Bedaquil  Patienten auf Nebenwirkungen
                                            in. M2 ↑ 1.4-fach.    überwacht werden, die im
                                            M3 Metabolite von     Zusammenhang mit einer Bedaquilin
                                            Bedaquilin ↑ ungefäh  Administration stehen.
                                            r 3-fach.             
Orale Kontrazeptiva
Ethinylestradiol/Nor  Keine Daten.          Ethinylestradiol:     Die Patienten sollten angewiesen
ethindron                                   Cmax ↓ 20%. AUC ↓     werden, weitere nicht-hormonelle
                                            35%. Norethindrone:   Verhütungsmethoden anzuwenden.
                                            Cmax ↓ 32%. AUC ↓     
                                            46%.                  
Andere
Methadon              Keine Daten.          Kein signifikanter    Kein offensichtlicher Effekt von
                                            Effekt.               Rifabutin auf die Spitzenwerte
                                                                  von Methadon oder die systemische
                                                                  Auswirkung, beruhend auf der AUC.
                                                                  Rifabutin-Kinetik wurde nicht
                                                                  untersucht.
Tacrolimus            Keine Daten.          Keine Daten.          Autoren berichten, dass Rifabutin
                                                                  Tacrolimus- Blutspiegel senkt.
Theophyllin           Keine Daten.          Keine signifikante    
                                            Änderung in AUC       
                                            oder Cmax verglichen  
                                             mit der Ausgangslag  
                                            e.                    

 
Rifampicin, eine strukturgleiche Substanz zu Rifabutin, reduziert die Plasmakonzentration einer Anzahl von Arzneimitteln. Es kann erwartet werden, dass Rifabutin, obwohl es Enzyme schwächer induziert, ebenfalls einen Effekt auf diese Substanzen hat.
HIV Proteinase-Hemmstoffe agieren als Substrate oder Hemmstoffe des durch CYP450 3A4 vermittelten Stoffwechsels. Pharmakokinetische Untersuchungen bei gleichzeitiger Gabe von Ritonavir und Rifabutin ergaben einen ca. 4-fachen bzw. 35-fachen Anstieg der Blutspiegelkurve von Rifabutin bzw. seines Metaboliten 25-O-Deacetyl-Rifabutin mit den zu erwartenden Nebenwirkungen, wie Arthralgien, Uveitis und Leukopenien. Daher ist die gleichzeitige Gabe von Rifabutin und Ritonavir kontraindiziert.
Um mögliche Interaktionen mit Antazida zu vermeiden, sollten diese Präparate frühestens 3 Stunden nach Mycobutin verabreicht werden.
Malabsorption: Die gastrische pH-Änderung durch das Fortschreiten der HIV-Erkrankung wird mit der Malabsorption von einigen Mitteln, die in der Behandlung von HIVpositiven Patienten eingesetzt werden, in Zusammenhang gebracht (z.B. Rifampicin, Isoniazid). Serumkonzentrationen von Arzneimitteln von AIDS-Patienten mit variierender Krankheitsschwere (auf der Grundlage von CD4+ Zahlen) besagen, dass die Rifabutin-Resorption nicht durch das Fortschreiten der HIV-Krankheit beeinflusst wird.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Reproduktionsstudien haben keine Risiken für den Foeten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien an schwangeren Frauen. Unter diesen Umständen soll das Arzneimittel während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, dies sei eindeutig erforderlich.
Stillzeit
Unter der Behandlung mit Mycobutin soll nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der Nebenwirkungen ist eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Die Verträglichkeit von Kombinationsbehandlungen mit Mycobutin wurde bei HIVnegativen und HIVpositiven Patienten, sowohl mit Lungentuberkulose als auch mit atypischen Mykobakterieninfektionen untersucht. Die Behandlungsdauer betrug 6-12 Monate und länger, die Tagesdosen lagen zwischen 150 und 600 mg.
Folgende unerwünschte Wirkungen wurden im Zusammenhang mit der Rifabutin-Therapie, sowie Post-Marketing Meldungen berichtet. Die mit einem Stern (*) markierten unerwünschten Wirkungen wurden in der Postmarketingphase identifiziert.
Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen:
"Sehr häufig" (≥1/10), "häufig" (≥1/100, <1/10), "gelegentlich" (≥1/1'000, <1/100), "selten" (≥1/10'000, <1/1'000), "sehr selten" (<1/10'000), "nicht bekannt" (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Sehr häufig: Neutropenie, Leukopenie (10.2%).
Häufig: Thrombozytopenie, Anämie, Eosinophilie.
Gelegentlich: Hämolyse.
Nicht bekannt: Panzytopenie*, Agranulozytose*, Lymphopenie*, Granulozytopenie*.
Die Häufigkeit und der Schweregrad der hämatologischen Reaktionen können zunehmen, wenn Rifabutin gleichzeitig mit Isoniazid kombiniert wird.
Erkrankungen des Immunsystems
Häufig: Fieber, Reaktionen einer Überempfindlichkeit, Schock.
Gelegentlich: Grippeähnliche Symptome.
Nicht bekannt: Pruritus*, anaphylaktischer Schock*.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit.
Augenerkrankungen
Selten: Fälle von leichter bis schwerer, reversibler Uveitis. Das Risiko ist gering bei Einnahme von Mycobutin 300 mg in der MAC-Prophylaxe als Monotherapie, steigt jedoch an während der Kombinationsbehandlung mit Clarithromycin (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Dosierung/Anwendung" ). Der mögliche Einfluss von Fluconazol und verwandten Präparaten auf die Erhöhung des Risikos für die Entwicklung einer Uveitis wurde noch nicht bestätigt. Keine Uveitis wurde bei Patienten beobachtet, die mit Mycobutin (150-600 mg täglich) in Kombination mit anderen Tuberkulostatika behandelt wurden.
Sehr selten: Bei Routine-Augenkontrollen wurden Korneaablagerungen bei einigen HIVpositiven Patienten beobachtet. Diese hatten Mycobutin im Rahmen einer Kombinationstherapie zur MAC- Prophylaxe erhalten. Die Ablagerungen waren klein, beinahe transparent, asymptomatisch, zentral oder peripher gelegen und bewirkten keine Beeinträchtigung der Sicht.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr selten: Bronchospasmus.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Nausea, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Anorexie, Diarrhoe, Magenbrennen, Aufstossen, Flatulenz, schlechter Geschmack, Gastrointestinale Unverträglichkeit.
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: Anstieg der Leberenzyme.
Gelegentlich: Gelbsucht.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: Hautausschlag.
Gelegentlich: Hautverfärbungen.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Häufig: Muskelschmerzen.
Gelegentlich: Gelenkschmerzen, Myositis.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Urinverfärbungen.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schwäche, Brustschmerzen, Schmerzen.
Gelegentlich: Druck auf Brust mit Dyspnoe.
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Anti-Tuberkulose Arzneimittel SCARs
Die Einnahme von anti-Tuberkulose Arzneimitteln kann zum Auftreten von Reaktionen mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) sowie anderen SCARs wie SJS, TEN und AGEP führen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Eine Magenspülung sollte durchgeführt und eine diuretische Behandlung eingeleitet werden. Unterstützende Massnahmen und eine symptomatische Behandlung sind angezeigt. Mit Tagesdosen über 1000 mg Rifabutin, über einen längeren Zeitraum verabreicht, kann es zu einer Uveitis kommen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J04AB04
Wirkungsmechanismus
Mycobutin (Rifabutin DCI) ist ein halbsynthetisches Ansamycin-Antibiotikum. Es ist besonders wirksam gegen Mykobakterien. Sowohl M. tuberculosis als auch nicht tuberkulöse Mykobakterien sind empfindlich.
Rifabutin ist in vitro ausgeprägt wirksam gegen Laborstämme und klinische Isolate von M. tuberculosis. In in vitro Studien, die bislang durchgeführt worden waren, konnte festgestellt werden, dass ein Drittel bis zur Hälfte der M. tuberculosis-Stämme, die resistent gegen Rifampicin waren, empfindlich auf Rifabutin waren. Es wurde gezeigt, dass Rifabutin die DNA-abhängige RNA-Polymerase in empfindlichen Stämmen von prokaryotischen Organismen (Escherichia coli und Bacillus subtilis) hemmt, nicht jedoch in Säugerzellen. Es hemmt den Einbau von Thymidin in die DNA von Rifampicin-resistenten M. tuberculosis, was nahelegt, dass Rifabutin auch die DNA-Synthese hemmen kann. Dies kann seine Wirksamkeit gegen Rifampicinresistente Organismen erklären.
Pharmakodynamik
Keine Angaben.
Klinische Wirksamkeit
Die Aktivität in vivo von Rifabutin bei experimentellen Infektionen mit M. tuberculosis war zehnmal stärker als für Rifampicin. Diese Resultate stimmen mit den in vitro Befunden gut überein.
Rifabutin war sowohl in vitro als auch in vivo gegen nicht-tuberkulöse (atypische) Mykobakterienarten wirksam, einschliesslich M. avium-intracellulare complex (MAC). Auch in vivo erwies sich Rifabutin wirksam gegen experimentell, durch diese Stämme, hervorgerufenen Infektionen an Mäusen mit einer induzierten Immunschwäche.
MHK90 = Minimale Hemmkonzentrationen 90%
Als Bestimmungsmethode wurde die Dilutions-Methode verwendet.

Keime                                                            MHK90 (µg/ml)
M. tuberculosis M. avium intracellulare complex (MAC) M. xenopi  0.03-0.06 1-2 0.5

 

Pharmakokinetik

Absorption
Rifabutin wird nach oraler Gabe rasch resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden 2-4 Stunden nach der Darreichung erreicht. Die Plasmaspiegel liegen oberhalb der minimalen Hemmkonzentration gegen M. tuberculosis bis zu 30 Stunden nach Einnahme.
Nach Gabe von 300, 450 und 600 mg an gesunde Probanden, konnte eine lineare Beziehung zwischen den pharmakokinetischen Parametern und der verabreichten Dosis nachgewiesen werden.
Mit diesen Dosen werden maximale Plasmaspiegel (Cmax) im Bereich von 0.4-0.7 µg/ml erreicht.
Die gleichzeitige Einnahme von Nahrung verzögert zeitlich die Absorption, indem die maximalen Plasmaspiegel später erreicht werden. Die AUC (Area under the plasma curve) wird jedoch nicht verändert. Die theoretisch berechnete absolute Bioverfügbarkeit beträgt ca. 20% bei HIV-Positiven.
Distribution
Das Verteilungsvolumen beträgt bei Patienten mit HIV-Infektionen 8-9 Liter/kg. Die Pharmakokinetik bei Patienten mit HIV-Infektionen unterscheidet sich jedoch nicht von jener gesunder Probanden.
Bis zu 24 Stunden nach oraler Gabe von 150 mg Rifabutin p.o. waren die Gewebekonzentrationen in der Lunge 5-10 mal höher als die entsprechenden Plasmaspiegel.
Die intrazelluläre Penetration von Rifabutin ist sehr hoch, wie der Quotient intrazelluläre Konzentration: extrazelluläre Konzentrationen zeigt. Dieser reichte von 9 bei Neutrophilen bis zu 15 bei Monozyten, beide Zelltypen stammten aus klinischem Material. Die hohe intrazelluläre Konzentration ist wichtig für Rifabutin, da sich Mykobakterien in den Phagozyten vermehren.
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt bei gesunden Probanden, älteren Patienten, Patienten mit alkoholisch bedingten Lebererkrankungen und solchen mit Niereninsuffizienz 91-94%, bei Patienten mit HIV-Infektionen 70%.
Es wurde nicht geprüft, ob Rifabutin in die Muttermilch sezerniert wird.
Metabolismus
Rifabutin wird stark metabolisiert. Im Urin werden ca. 5-10% des applizierten Rifabutins unverändert ausgeschieden, 2-3% der Dosis werden sowohl als 25-O-Desacetylrifabutin als auch als 31-OH-Rifabutin eliminiert. Beide Metaboliten sind antibakteriell wirksam. Kleine Mengen Glukuro- und Sulfokonjugate von Rifabutin und seines 25-O-Desacetylmetaboliten wurden ebenfalls gefunden, neben einer relativ grossen Menge unbekannter polarer Metaboliten. An Patienten mit HIV-Infektionen konnte nach i.v. und p.o. Verabreichung von Rifabutin ein hepatischer Extraktionsquotient von 0.16 errechnet werden.
Da der hepatische Extraktionsquotient gering ist, wird ein starker extrahepatischer Metabolismus postuliert.
Im Plasma wurden sowohl 31-OH-Rifabutin als auch 15-O-Desacetyl-Rifabutin gefunden. Die Plasmaspiegel sind im Vergleich zu jenen von Rifabutin gering.
Rifabutin wird über die P450 3A Untergruppe (CYP 3A) metabolisiert. Dabei induziert es dieses Enzym und kann daher die Plasmakonzentrationen von jenen Arzneimitteln senken, die ebenfalls über dieses Enzym abgebaut werden. Rifabutin induziert seinen eigenen Metabolismus. Nach 10 wiederholten Gaben von 450 mg Rifabutin p.o. lag sowohl die maximale Plasmakonzentration (Cmax) als auch die AUC (Area under the plasma curve) signifikant unter den erwarteten Werten.
Die Verabreichung von Rifabutin zusammen mit CYP450 3A Hemmern kann eine signifikante Erhöhung des Plasmaspiegels von Rifabutin bewirken (siehe "Interaktionen" ).
Elimination
Die Elimination von Rifabutin aus dem Plasma erfolgt biphasisch: eine erste rasche Phase mit einer Halbwertszeit t½ von ca. 4 h und einer zweiten langsameren Eliminationsphase mit einer Halbwertszeit (t½ ß) von 35-40 h.
Nach der Gabe von 14C-Rifabutin wurden 53% der Dosis innerhalb von 5 Tagen renal und 29% innerhalb von 4 Tagen über die Fäzes eliminiert.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Nierenfunktionsstörungen
Die Disposition von Mycobutin (300 mg) wurde in 18 Patienten mit unterschiedlich schwerer Niereninsuffizienz untersucht. Die AUC stieg bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) um etwa 71% an, verglichen mit Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 61-74 ml/min. Bei Patienten mit leichter bis moderater Niereninsuffizienz (Crcl zwischen 30-61 ml/min) um etwa 41%. Eine Dosisreduktion von Rifabutin ist bei Patienten mit einer Crcl <30 ml/min empfohlen (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Ältere Patienten
Die Steady State Kinetik variiert mehr in älteren Patienten (>70 Jahren) im Vergleich zu gesunden Freiwilligen.
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik von Mycobutin ist nicht an Personen unter 18 Jahren untersucht worden.

Präklinische Daten

Mit Rifabutin wurden Langzeitkarzinogenitätsstudien an Mäusen und Ratten durchgeführt. Rifabutin war nicht karzinogen bei Mäusen in Dosierungen bis zu 180 mg/kg/Tag, d.h. in einer Dosierung, die dem etwa 36-fachen der für den Menschen empfohlenen täglichen Dosis entspricht. Rifabutin war nicht karzinogen bei der Ratte in Dosierungen bis zu 60 mg/kg/Tag, was dem etwa 12-fachen der den Menschen empfohlenen täglichen Dosis entspricht.
Rifabutin erwies sich als nicht mutagen beim bakteriellen Mutationsassay (Ames Test), bei welchem sowohl rifabutinempfindliche als auch resistente Stämme eingesetzt wurden. Ebenfalls war Rifabutin nicht mutagen bei Schizosaccharomyces pombe P1. Es war nicht genotoxisch beim chinesischen Hamsterzellstamm V-79, sowie bei humanen Lymphozyten in vitro oder in vivo bei Knochenzellen der Maus.
Bei männlichen Ratten, die 160 mg/kg Rifabutin erhielten, was dem 32-fachen der für Menschen empfohlenen täglichen Dosis entspricht, traten Fertilitätsstörungen auf.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung, nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

52068 (Swissmedic).

Packungen

Packungen zu 30 Hartkapseln. [A]

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

März 2025.
LLD V018

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