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Fachinformation zu VisipaqueTM:GE Healthcare AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Iodixanolum.
Hilfsstoffe: Trometamolum, Natrii calcii edetas, Calcii chloridum dihydricum,
Natrii chloridum, Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Visipaque 270
1 ml Injektionslösung enthält: Iodixanol 550 mg entspr. 270 mg Iod.
Visipaque 320
1 ml Injektionslösung enthält: Iodixanol 652 mg entspr. 320 mg Iod.

VISIPAQUE

270

320

Iodkonzentration mg/ml

270

320

Iodgehalt (g) pro Flasche

 

 

20 ml

5,4

6,4

50 ml

13,5

16

100 ml

27

32

200 ml

54

64

500 ml

135

160

Kontrastmittelgehalt (g) pro Flasche

 

 

20 ml

11

13,04

50 ml

27,5

32,6

100 ml

55

65,2

200 ml

110

130,4

500 ml

275

326

Osmolalität (mOsm/kg H2O) 37°C

290

290

Viskosität (mPa•s) 20°C

11,3

25,4

Viskosität (mPa•s) 37°C

5,8

11,4

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erwachsene
Röntgenkontrastmittel für die Kardioangiographie, zerebrale Angiographie (konventionell und i.a. DSA), periphere Arteriographie (konventionell und i.a. DSA), Abdominalangiographie (i.a. DSA), Urographie, Venographie und zur Kontrastverstärkung bei Computer-Tomographie (CT-Kopf, CT-Körper) und zur lumbalen, thorakalen und zervikalen Myelographie. Arthrographie, Hysterosalpingographie (HSG) und Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes.
Kinder
Kardioangiographie, intravenöse Anwendung zur Urographie, Kontrastverstärkung bei der Computertomographie (CT-Kopf, CT-Körper). Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes (auch als Enema).

Dosierung/Anwendung

Die Dosierung kann je nach der Art der Untersuchung, dem Alter, Gewicht, dem Herzminutenvolumen und dem Allgemeinzustand des Patienten variieren.
Normalerweise werden dieselben Iodkonzentrationen und Volumina eingesetzt, wie mit anderen gebräuchlichen iodhaltigen Röntgenkontrastmitteln. Aber auch mit etwas geringerer Iodkonzentration wurden in einigen Studien mit Iodixanolinjektionen gute diagnostische Resultate erhalten. Eine ausreichende Hydratisierung vor und nach der Gabe sollte, wie bei anderen Kontrastmitteln, gewährleistet sein. Das Präparat kann intraarteriell, intravenös, intrathekal und in Körperhöhlen appliziert werden.
Dosierung für Erwachsene
Die folgenden Empfehlungen für eine mittlere Dosis für einen Erwachsenen von 70 kg Körpergewicht dienen als Richtlinien. Die angegebenen Dosen für die intraarterielle Verabreichung beziehen sich auf eine Einmalinjektion und können wiederholt werden.

Indikation/Untersuchung

Konzentration

Volumen

Intraarterielle Anwendung

 

 

Arteriographie

 

 

 

selektiv zerebral

270/320(1) mg l/ml

5-10 ml/Inj.

 

aortographie

270/320 mg l/ml

40-60 ml/Inj.

 

peripher

270/320 mg l/ml

30-60 ml/Inj.

 

selektiv viszeral (i.a. DSA)

270 mg l/ml

10-40 ml/Inj.

Kardioangiographie

 

 

 

Linker Ventrikel und Aortenwurzelinjektion

320 mg l/ml

30-60 ml/Inj.

 

Selektive Koronarangiographie

320 mg l/ml

4-8 ml/Inj.

Intravenöse Anwendung

 

 

Urographie

270/320 mg l/ml

40-80 ml(2)

Venographie

270 mg l/ml

50-150 ml/Bein

CT Kontrastverstärkung

 

 

 

CT des Kopfes

270/320 mg l/ml

50-150 ml

 

CT des Körpers

270/320 mg l/ml

75-150 ml

Intrathekale Anwendung

 

 

Lumbale und thorakale Myelographie (lumbale Injektion)

270 mg l/ml oder 320 mg l/ml

10-12 ml(3)
10 ml(3)

Zervikale Myelographie (zervikale oder lumbale Injektion)

270 ml l/ml oder 320 mg l/ml

10-12 ml(3)
10 ml(3)

Anwendung in Körperhöhlen

 

 

Arthrographie

270 mg l/ml

1-15 ml

HSG

270 mg l/ml

5-10 ml
Die empfohlene Dosis kann z.B. wegen Rückflusses in die Vagina mehrmals überschritten werden (in einigen Fällen wurden bis zu 40 ml appliziert)

Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes per os

 

 

Follow through

320 mg l/ml

80-200 ml wurden appliziert

Oesophagus

320 mg l/ml

10-200 ml

Magen

320 mg l/ml

20-200 ml wurden appliziert

(1)Beide Konzentrationen sind dokumentiert, aber 270 mg l/ml in den meisten Fällen empfohlen.
(2)Bei der Hochdosis-Urographie können höhere Dosen eingesetzt werden.
(3)Um mögliche Nebenwirkungen zu minimieren, wird empfohlen, eine Gesamt-Iodmenge von 3,2 g nicht zu überschreiten.
Dosierung für Kinder

Indikation/Untersuchung

Konzentration

Volumen

Intraarterielle Anwendung

 

 

Kardioangiographie

270/320 mg l/ml

Abhängig vom Alter, Gewicht und Pathologie. Empfohlene max. Dosis: 10 ml/kg KG.

Intravenöse Anwendung

 

 

Urographie

 

 

 

<7 kg

270/320 mg l/ml

2-4 ml/kg KG

 

>7 kg

270/320 mg l/ml

2-3 ml/kg KG
Alle Dosen hängen vom Alter, Gewicht und Pathologie ab (max. Dosis 50 ml)

CT-Kontrastverstärkung
CT des Kopfes/Körpers

270/320 mg l/ml

2-3 ml/kg KG bis zu 50 ml (in einigen Fällen wurden bis zu 150 ml appliziert)

Anwendung in Körperhöhlen

 

 

Untersuchungen des Gastrointestinaltraktes per os

270/320 mg l/ml

5 ml/kg KG 10 bis 240 ml wurden appliziert

als Enema

270/320

30-400 mg l/ml wurden appliziert

Kontraindikationen

Schwerwiegende Überempfindlichkeits-Reaktionen nach Gaben von Visipaque oder dessen Bestandteile in der Anamnese, manifeste Thyreotoxikose.
Während einer Schwangerschaft oder bei akuter Entzündung im Beckenbereich ist eine Hysterosalpingographie kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Generelle Vorsichtsmassnahmen beim Gebrauch nichtionischer Kontrastmittel
Bei Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel können anaphylaktoide Reaktionen mit unter Umständen lebensbedrohlichen kardiovaskulären (Schock) oder respiratorischen (Larynxödem, Bronchospasmus), sowie Abdominalsymptomen, Urtikaria, Angioödem oder neurologischen Symptomen auftreten und andere Manifestationen einer Überempfindlichkeit verursacht werden (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).
·Bei jeder Untersuchung müssen deshalb die personellen Voraussetzungen für die Notfalltherapie gegeben sein und das notwendige Material verwendungsbereit sein (Sauerstoff, Adrenalin, bzw. andere Medikamente je nach Co-medikation, Infusionsmaterial, Intubations- und Beatmungsmöglichkeit, u.a.).
·Es ist unbedingt erforderlich, mit der Anwendung der Notfallmassnahmen vertraut zu sein. Es ist ratsam, während der ganzen Röntgenuntersuchung eine flexible Verweilkanüle bzw. einen Dauerkatheter zu benutzen, um einen raschen intravenösen Zugang verfügbar zu haben.
·Gewährleistung adäquater Hydratation, notfalls mittels einer intravenösen Dauerinfusion, die vor der Kontrastmittelinjektion eingesetzt werden soll, bis zum Zeitpunkt, wo das Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden ist. Dies trifft besonders für Patienten mit multiplen Myelomen, Diabetes mellitus und Nierenfunktionsstörungen zu, aber auch für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Patienten. Kleinkinder (<1 Jahr) und besonders Neugeborene reagieren empfindlich auf Elektrolytstörungen und Blutdruckveränderungen.
·Dosierung auf ein Minimum reduzieren.
·Zusätzlicher Stress für die Nieren, wie nephrotoxische Präparate, orale Präparate für die Cholezystographie, Arterienklemmen, renale arterielle Gefässplastik oder grössere chirurgische Eingriffe, sollten vermieden werden, bis das Kontrastmittel renal eliminiert ist; eine erneute Kontrastmitteluntersuchung sollte solange verschoben werden, bis die Nierenfunktion die Ausgangswerte wieder erreicht hat.
Adäquate Hydratation sollte vor und nach der Kontrastmittelgabe gewährleistet sein.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Bei bekannter Allergie, Asthma oder schwer behandelbaren Reaktionen gegen iodhaltige Kontrastmittel ist besondere Vorsicht geboten. Hier sollte eine Vorbehandlung mit Kortikosteroiden, und/oder Antihistaminika in Betracht gezogen werden.
Bei Patienten mit Bronchialasthma ist insbesondere das Risiko des Auftretens von Bronchospasmen erhöht. Die Anwendung von β-Blockern kann die Reizschwelle für anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen und insbesondere Bronchospasmen bei Asthmatikern nach Kontrastmittelgabe herabsetzen. Die Schwere von ausgelösten Reaktionen kann sich, insbesondere bei Asthmatikern, erhöhen. Ein Ansprechen auf eine Behandlung mit Adrenalin kann sich vermindern.
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Hyperthyreose
Iodierte Röntgenkontrastmittel beeinflussen die Schilddrüsenfunktion aufgrund ihres Gehaltes an freiem Iodid und können bei prädisponierten Patienten zu einer Hyperthyreose führen. Um diese Stoffwechselstörung zu vermeiden, ist es notwendig, mögliche thyreoidale Risikofaktoren zu erfassen. Gefährdet sind Patienten mit latenter Hyperthyreose oder funktioneller Autonomie. Bei potentiell gefährdeten Patienten muss vor der Untersuchung die Schilddrüsenfunktion untersucht und eine Hyperthyreose ausgeschlossen werden. Spezielle Vorsicht ist bei Patienten mit Hyperthyreose geboten. Bei Patienten mit Struma nodosa besteht das Risiko, dass sich nach der Kontrastmittelinjektion eine Hyperthyreose entwickelt.
Hypothyreose
Eine vorbeugende medikamentöse Schilddrüsenblockade ist zu erwägen. Bei Erwachsenen und Kindern, einschliesslich Kleinkindern wurde in Schilddrüsenfunktionstests nach Gabe iodhaltiger Kontrastmittel eine Hypothyreose oder eine vorübergehende Unterdrückung der Schilddrüse gefunden. Einige Patienten wurden aufgrund einer Hypothyreose behandelt.
Pädiatrie
Die Gabe iodierter Kontrastmittel bei Neusowie, ganz besonders bei Frühgeborenen kann eine Hypothyreose auslösen. Aus diesem Grund sollten die TSH- und T4-Werte 7–10 Tage sowie 1 Monat nach der Kontrastmittelgabe überprüft werden.
Auch sollte man sich bewusst sein, dass die Möglichkeit besteht, dass bei einem zu früh geborenen Kind und bei Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht eine vorübergehende Hypothyreose verursacht werden könnte.
Die Schilddrüsenfunktion des Kindes ist nach Exposition, auch in Utero zu überwachen.
Bei Neugeborenen sollte in der ersten Lebenswoche die Schilddrüsenfunktion überprüft werden, falls die Mutter während der Schwangerschaft ein iodhaltiges Kontrastmittel erhalten hat.
Insbesondere bei Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht und bei Frühgeborenen wird eine wiederholte Überprüfung der Schilddrüsenfunktion in der 2. bis 6. Lebenswoche empfohlen.
Hämostase
Nichtionische Kontrastmittel haben eine geringere Wirkung auf das Koagulationssystem in vitro als ionische Kontrastmittel.
Über Blutgerinnung wurde berichtet, wenn Blut in der Spritze in Kontakt mit Kontrastmittel kommt einschliesslich nicht-ionischer Kontrastmittel. Bei Verwendung von Plastikspritzen anstelle von Glasspritzen wurde über eine Abnahme der Wahrscheinlichkeit für eine in-vitro Blutgerinnung berichtet, konnte aber nicht gänzlich eliminiert werden.
Myokardinfarkt oder Schlaganfall auslösende schwerwiegende, selten fatale, thromboembolische Ereignisse wurden während angiographischen Untersuchungen bei ionischen wie auch bei nichtionischen Kontrastmitteln berichtet. Deshalb ist, insbesondere während der angiographischen Durchführung, eine sorgfältige intravaskuläre Anwendungstechnik zur Reduzierung thromboembolische Ereignisse nötig. Neben dem Kontrastmittel können auch zahlreiche anderen Faktoren die Entstehung thromboembolischer Ereignisse beeinflussen. Dazu zählen: Dauer des Untersuchungsverfahrens, Zahl der Injektionen, Art des Katheterund Spritzenmaterials, bestehende Grunderkrankungen und Begleitmedikation. Um das untersuchungsbedingte Thromboembolierisiko zu minimieren, ist auf eine besonders sorgfältige angiographische Technik, einschliesslich besonderer Sorgfalt bei der Führungsdrahtund Katheterhandhabung, Anwendung von Mehrfachsystemen und/oder Dreiweghähnen, sowie häufiges Spülen der benutzten Katheter z.B. mit heparinhaltiger Salzlösung zu achten und die Untersuchung so kurz wie möglich zu halten.
Nierenfunktion
Einer der Hauptrisikofaktoren für kontrastmittelinduzierte Nephropathie ist eine bestehende Nierenerkrankung, als weitere prädisponierende Faktoren gelten: Diabetes mellitus, hoch dosierte Kontrastmittelgaben, Dehydratation, schlechte Nierenperfusion, Exposition mit weiteren Nephrotoxinen (z.B. die Einnahme bestimmter Medikamente oder Zustand nach grösseren Operationen).
Der Einsatz iodhaltiger Kontrastmittel kann eine vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion zur Folge haben. Dies kann bei Diabetikern, die Metformin einnehmen, eine Laktatazidose auslösen.
Zur Vorbeugung einer Azidose sollte bei Diabetikern, die Metformin erhalten, vor der intravaskulären Verabreichung von iodhaltigen Kontrastmitteln der Serumkreatininspiegel gemessen werden.
§Bei Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von mindestens 60 ml/min/1,73 m2 (CKD Stadium 1 und 2) kann die Metforminbehandlung normal fortgeführt werden.
§Bei Patienten mit einer eGFR 30-59 ml/min/1,73 m2 (CKD Stadium 3)
-Bei geplanter intravenöser Kontrastmittelgabe und einer eGFR von mindestens 45 ml/min/1,73 m2 kann Metformin normal weitergenommen werden.
-Bei intraarterieller Kontrastmittelgabe und wenn vor intravenöser Verabreichung die eGFR zwischen 30-44 ml/min/1,73 m2 liegt, sollte Metformin 48 Stunden vor Kontrastmittelgabe abgesetzt und - vorausgesetzt die Nierenfunktion hat sich nicht verschlechtert - erst 48 Stunden danach wieder aufgenommen werden.
§Bei Patienten mit einer eGFR unter 30 ml/min/1,73 m2 (CKD Stadium 4 und 5) oder wenn eine interkurrente Erkrankung die Leberfunktion beeinträchtigt oder zu einer Hypoxie führt, ist Metformin kontraindiziert und iodhaltige Kontrastmittel sollten in solchen Fällen nicht eingesetzt werden.
§Bei Notfall-Patienten, bei denen die Nierenfunktion eingeschränkt oder nicht bekannt ist, soll der Arzt Risiko und Nutzen der Kontrastmitteluntersuchung abwägen und Vorsichtsmassnahmen treffen: Absetzen der Metformin-Therapie zum Zeitpunkt der Kontrastmittelgabe; Nach der Anwendung: Beobachtung des Patienten auf klinische Anzeichen einer Laktatazidose. Bleiben Serum-Kreatinin/eGFR unverändert zum Ausgangswert, kann 48 Stunden nach Kontrastmittelgabe mit der Metformin-Medikation wieder begonnen werden.
Um nach einer Kontrastmittelgabe einem akuten Nierenversagen vorzubeugen, ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz und Diabetes mellitus besondere Vorsicht geboten, weil es sich hier um Risikopatienten handelt. Weitere Risikopatienten sind solche mit Paraproteinämie (Myelomatose und Makroglobulinämie Waldenström).
Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
Besondere Vorsicht ist bei Patienten erforderlich die schwere Störungen sowohl der Nieren-, als auch der Leberfunktion aufweisen, weil die Kontrastmittelclearance stark verzögert sein kann. Durch den Einsatz von iodierten Kontrastmitteln kann es vorübergehend zu einer Einschränkung der Nierenfunktion oder zu Nierenversagen kommen. Nierenversagen ist sehr selten, trotzdem traten bei Risikopatienten (Patienten mit bestehender Nephropathie und/oder diabetischer Nephropathie sowie wie oben definierte Risikopatienten) auch Todesfälle auf.
Dehydratation des Patienten vor dem Einsatz des Kontrastmittels sollte unbedingt vermieden werden.
Iodhaltige Kontrastmittel können mittels Dialyse eliminiert werden. Dialysepflichtige Patienten können iodhaltige Kontrastmittel für die radiologische Untersuchung unter Einhaltung der entsprechenden Vorsichtsmassnahmen erhalten. Kontrastmittelapplikation und Hämodialyse müssen nicht zeitlich aufeinander abgestimmt werden.
Herzkreislauf-Störungen
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Herzkrankheiten und Lungenhochdruck, da Blutdruckveränderungen und Arrhythmien auftreten können.
Es sind selten schwerwiegende lebensbedrohliche Reaktionen und Todesfälle mit kardiovaskulären Ursprung wie Herz- oder Herzkreislaufstillstand und Myokardinfarkt aufgetreten.
ZNS-Störungen
Patienten mit akuter zerebraler Pathologie, Tumoren oder Epilepsie in der Anamnese sind für konvulsive Anfälle prädisponiert und benötigen spezielle Aufmerksamkeit. Auch Alkoholiker und Drogenabhängige weisen ein erhöhtes Risiko für konvulsive Anfälle und neurologische Reaktionen auf.
Vorsicht ist geboten bei intravasaler Applikation bei Patienten mit akutem Hirninfarkt oder akuten intrakraniellen Blutungen sowie bei Patienten mit Erkrankungen, die eine gestörte Blut-Hirn-Schranke zur Folge haben, bei Patienten mit zerebralen Ödemen oder akuter Demyelinisation.
Myasthenia gravis
Die Gabe iodhaltiger Kontrastmittel kann die Symptome einer Myasthenia gravis verstärken.
Phaeochromozytom
Patienten mit Phaeochromozytom sollten vor der Kontrastmittel-Verabreichung prophylaktisch Alphablocker erhalten, um eine Hochdruckkrise zu vermeiden. Bei Patienten mit Verdacht hierauf ist besondere Vorsicht geboten.
Extravasation
Aufgrund seiner Blutisotonie führt Visipaque wahrscheinlich im Falle einer Extravasation zu geringeren lokalen Schmerzen und extravaskulären Ödemen als zu Blut hyperosmolare Kontrastmittel. Eine versehentliche paravasale Injektion von Kontrastmittel bildet sich meistens ohne bleibenden Schäden zurück, meist reicht Standardbehandlung aus.
Trotzdem sind Entzündungen und sogar Gewebsnekrosen beobachtet worden. Die betroffene Stelle soll erhöht gelagert und mit den üblichen Massnahmen gekühlt werden. Im Falle eines Kompartmentsyndroms kann eine chirurgische Dekompression erforderlich werden.
Beobachtungszeit
Nach der Kontrastmittelgabe sollte der Patient noch während mindestens 30–60 Minuten beobachtet werden, da die Mehrzahl der schweren unerwünschten Wirkungen in diesem Zeitraum auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Überempfindlichkeitsreaktionen als Spätreaktionen nach mehreren Stunden oder Tagen post injectionem auftreten können. Der Patient muss über Symptome und Massnahmen beim Auftreten von Spätreaktionen adäquat informiert werden.
Intrathekale Anwendung
Nach einer Myelographie sollte der Patient mit um 20° hochgelagertem Kopf und Oberkörper 1 Stunde lang ruhen. Nachher darf er vorsichtig umhergehen, darf sich jedoch nicht nach vorne beugen. Während der ersten 6 Stunden im Bett sollten Kopf und Oberkörper ebenfalls hochgelagert werden. Patienten, die eine niedrige Krampfschwelle aufweisen, sollten während dieser Periode überwacht werden.
Ambulante Patienten dürfen während den ersten 24 Stunden nach der Myelographie nicht völlig allein gelassen werden.
Es liegen keine Daten bezüglich der Sicherheit der Anwendung in der Myelographie bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma oder bei in Kürze geplanten operativen Eingriffen vor.
Kinder
1.Während einer Kardioangiographie wurden vereinzelt Arrhythmien beobachtet.
2.Bei Kindern im Alter <2 Monaten wurde eine verzögerte Elimination von Iodixanol festgestellt (siehe Kapitel «Pharmakokinetik»). Die Verträglichkeit von Visipaque bei Serumkonzentrationen >200 µmol/l ist nicht geprüft worden.
Ältere Patienten
Eine ausreichende Hydratation dieser Patienten sollte vor und nach der Untersuchung mit iodhaltigen Kontrastmitteln gewährleistet sein.
Patienten mit Niereninsuffizienz oder -erkrankungen: Bitte beachten Sie die Abschnitte «Nierenfunktion» und «Andere Vorsichtsmassnahmen» im Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Diabetiker unter Metformin
Siehe Kapitel «Interaktionen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Hysterosalpingographie
Eine Hysterosalpingographie ist während einer Schwangerschaft oder bei akuter entzündlicher Beckenerkrankung kontraindiziert, siehe Kapitel «Kontraindikationen».

Interaktionen

Der Einsatz iodhaltiger Kontrastmittel kann eine vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion zur Folge haben. Dies kann bei Diabetikern, die Metformin einnehmen, eine Laktatazidose auslösen (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Patienten, die weniger als 2 Wochen vor der Injektion mit iodierten Kontrastmitteln, Interleukin-2 erhalten haben, weisen ein erhöhtes Risiko für Spätreaktionen auf (grippeartige Symptome oder Hautreaktionen).
Betreffend Beeinflussung von Schilddrüsenfunktionstests und in-vitro-Labortests siehe Kapitel «Sonstige Hinweise».
Es gibt Hinweise, dass die Einnahme von β-Blockern ein Risikofaktor für Überempfindlichkeitsreaktionen/anaphylaktoide Reaktionen auf das Kontrastmittel, wie schwerwiegender Blutdruckabfall darstellt (schwerwiegender Blutdruckabfall konnte bei Röntgenkontrastmitteln bei β-Blockertherapie beobachtet werden).

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft:
Die Unbedenklichkeit der Anwendung von Visipaque während der Schwangerschaft ist bisher nicht in kontrollierten klinischen Studien erwiesen. Eine Evaluation tierexperimenteller Studien weist nicht auf eine direkte oder indirekte schädigende Wirkung auf Reproduktion, Entwicklung von Embryo oder Fötus, Schwangerschaftsverlauf und peri- oder postnatale Entwicklung hin. Da in der Schwangerschaft eine Strahlenbelastung ohnehin vermieden werden soll, sollte eine Röntgenuntersuchung – mit oder ohne Visipaque – in der Schwangerschaft nicht erfolgen, es sei denn, dies ist klar notwendig. In solchen Fällen ist die Thyroid-Funktion des Neugeborenen zu kontrollieren vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Stillen:
Iodhaltige Kontrastmittel werden zu einem geringen Umfang in die Muttermilch ausgeschieden und minime Mengen werden über den Gastrointestinaltrakt absorbiert.
Das Stillen kann normal fortgesetzt werden, wenn der Mutter iodhaltige Kontrastmittel verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien durchgeführt. Der Allgemeinzustand des Patienten, die Grundkrankheit und die unerwünschten Wirkungen des Kontrastmittels sind zu beachten. Es wird empfohlen, während 24 Stunden nach einer intrathekalen Untersuchung kein Fahrzeug zu steuern oder Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Untenstehend sind mögliche Nebenwirkungen im Zusammenhang von radiographischen Untersuchungen aufgelistet, die auch die Anwendung von Visipaque einschliessen.
Die bei der Anwendung von Visipaque aufgetretenen unerwünschten Wirkungen sind nach Organsystemen und entsprechend ihren Häufigkeiten in folgende Kategorien eingeteilt (MedDRA): sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1'000, < 1/100), selten (≥ 1/10'000, < 1/ 1’000) und sehr selten (< 1/10‘000).
Die angegebenen Häufigkeiten basieren auf der internen klinischen Dokumentation und auf publizierten, teils unkontrollierten Studien, die insgesamt mehr als 57`705 Patienten umfassen. Die Häufigkeit von Reaktionen aus der post-Marketing-Erfahrung, kann wegen nicht genau bekannten Nenners der Exponierten nicht verlässlich abgeschätzt werden. Sie sind als „nicht bekannt“ aufgeführt.
Schwere Reaktionen und auch Todesfälle wurden in seltenen Fällen beobachtet, die möglicherweise akutes und chronisches Nierenversagen, akutes Nierenversagen, anaphylaktischer und anaphylaktoider Schock, Überempfindlichkeitsreaktion gefolgt von kardialen Reaktionen (Kounis‘ Syndrom), Herzoder Herzund Atemstillstand, Myokardinfarkt einschliessen.
Kardiale Reaktionen können durch Grunderkrankung oder die Untersuchung begünstigt werden.
Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wurden Fälle von Vaskulitis und Stevens-Johnsonähnliches Syndrom beobachtet.
Überempfindlichkeitsreaktionen treten entweder unmittelbar oder bis zu Tagen nach der Injektion auf. Die unter den Organklassen unten erwähnten Symptome, die unabhängig von Menge und Art der Verabreichung auftreten können, können Vorboten einer schwerwiegenden anaphylaktoiden Reaktion/Schock sein.
Die Zufuhr des Kontrastmittels muss sofort unterbrochen und - wenn notwendig - über einen venösen Zugang eine gezielte Therapie eingeleitet werden.
Bei Patienten, die mit β-Blockern behandelt werden, können untypische Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen zeigen, die als vagale Reaktion missinterpretiert werden können.
Gelegentlich tritt nach Gabe von iodhaltigen Kontrastmitteln ein geringer, vorübergehender Anstieg des Serum-Kreatinins auf, welcher aber gewöhnlich keine klinische Relevanz hat.
Nach intravaskulärer Anwendung
Unerwünschte Wirkungen, die mit der Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel assoziiert werden, sind normalerweise leicht bis mässig ausgeprägt und vorübergehend. Sie treten mit nichtionischen Kontrastmitteln weniger häufig auf als mit ionischen. Schwere Reaktionen einerseits, Todesfälle andererseits, sind nur in seltenen Fällen aufgetreten.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Nicht bekannt: Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsystems
Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (milde Atemwegs- oder Hautsymptome wie Dyspnoe, Exanthem, Erythem, Urtikaria, Pruritus und Angioödem)
Nicht bekannt: Anaphylaktoider/anaphylaktischer Schock, anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen einschliesslich lebensbedrohliche oder tödliche Anaphylaxie
Endokrine Erkrankungen
Nicht bekannt: Hyperthyreose, vorübergehende Hypothyreose
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Angst, Agitiertheit
Nicht bekannt: vorübergehende Konfusion
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen
Selten: Schwindel, sensorische Abnormitäten einschliesslich Geschmacksstörung, Parästhesie, Parosmie
Sehr selten: Schlaganfall, Ohnmacht, Synkope, Zittern (vorübergehend), Hypoästhesie
Nicht bekannt: Koma, Konvulsionen, motorische Funktionsstörungen, Bewusstseinsstörungen, vorübergehende kontrastmittelinduzierte Enzephalopathie, die sich als sensorische, motorische oder umfassende neurologische Dysfunktion manifestieren kann (einschliesslich Amnesie, Halluzinationen, Lähmung, Parese, Desorientierung, Aphasie, vorübergehende Sprachstörung, Dysarthrie)
Augenerkrankungen
Sehr selten: kortikale Blindheit (vorübergehend), Beeinträchtigung der Sehkraft (einschliesslich Doppeltsehen, verschwommenes Sehen), Augenlidödem
Herzerkrankungen
Selten: Arrhythmie (einschliesslich Bradykardie und Tachykardie), Myokardinfarkt
Sehr selten: Herzstillstand, Herzrasen
Nicht bekannt: Herzversagen, Herz- oder Atemstillstand, Myokardinfarkt, Leitungsstörungen, ventrikuläre Hypokinesie, Thrombose der Koronargefässe, Angina pectoris, Spasmen der Koronargefässe
Gefässerkrankungen
Gelegentlich: Hitzewallungen
Selten: Hypotension
Sehr selten: Hypertension, Ischämie
Nicht bekannt: Schock, arterielle Spasmen, Thrombose, Thrombophlebitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: Husten, Niesen
Sehr selten: Atemnot, Reizung des Rachens, Larynxödem
Nicht bekannt: nicht kardiogenes Lungenödem, Atemstillstand, Lungenversagen, Bronchospasmus, Rachenödem, Engegefühl im Rachen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen
Sehr selten: Abdominale Schmerzen, Durchfall, Unwohlsein
Nicht bekannt: Pankreatitis, vergrösserte Speicheldrüse
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Hautausschlag oder Arzneimittelexanthem, Pruritus, Urtikaria
Selten: Erythem
Sehr selten: Angioödem Hyperhidrose
Nicht bekannt: bullöse oder exfoliative Dermatitis, Steven-Johnson-Syndrom, Kokardenerythem, toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematöse Pustulosis, Arzneimittel-Hautausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, allergische Dermatitis, Hautabschuppung
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Rückenschmerzen, Muskelkrampf
Nicht bekannt: Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Verschlechterung der Nierenfunktion einschliesslich akutes Nierenversagen oder toxische Nephropathie (kontrastmittelinduzierte Nephropathie)
Nicht bekannt: erhöhter Blutkreatininspiegel
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Hitzegefühl, Brustschmerz
Selten: Schmerzen, Unwohlsein, Frösteln (Schüttelfrost), Fieber, Reaktionen an der Einstichstelle einschliesslich Extravasation, Kältegefühl
Sehr selten: asthenische Zustände (z.B. Malaise, Müdigkeit), Gesichtsödem, lokale Ödeme
Nicht bekannt: Schwellung
Untersuchungen
Sehr selten: Anstieg des Serumkreatinins
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Nicht bekannt: Iodismus
Nach intrathekaler Anwendung
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeit einschliesslich anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerz (kann schwerwiegend und langanhaltend sein)
Nicht bekannt: Schwindel, vorübergehende Kontrastmittel-induzierte Enzephalopathie, die sich als sensorische, motorische oder umfassende neurologische Dysfunktion manifestieren kann (einschliesslich Amnesie, Halluzinationen, Verwirrung, Lähmung, Parese, Desorientierung, Aphasie, vorübergehende Sprachstörung, Dysarthrie)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Erbrechen
Nicht bekannt: Übelkeit
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Nicht bekannt: Muskelspasmen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Schmerzen an der Einstichstelle, Schüttelfrost
Unerwünschte Ereignisse nach intrathekaler Anwendung können einige Stunden oder sogar Tage nach der Untersuchung verspätet eintreten. Die Häufigkeit ist ähnlich wie bei der alleinigen lumbalen Punktion
Meningeale Reizung mit Lichtscheu und Meningismus und chemische Meningitis sind beobachtet worden mit anderen nicht-ionischen Kontrastmitteln. Die Möglichkeit einer infektiösen Meningitis sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden
Nach Anwendung in Körperhöhlen
Hysterosalpingographie (HSG)
Erkrankung des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeit, einschliesslich anaphylaktische/ anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerz
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Schmerzen im unteren Abdomen
Häufig: Übelkeit
Gelegentlich: Erbrechen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Sehr häufig: Vaginalblutungen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Fieber
Nicht bekannt: Schüttelfrost, Reaktionen an der Injektionsstelle
Nach Anwendung in der Arthrographie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schmerzen an der Einstichstelle
Nicht bekannt: Schüttelfrost
Nach Untersuchungen des GI-Traktes
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Übelkeit
Gelegentlich: Erbrechen

Überdosierung

Eine symptomatische Überdosierung ist bei Patienten mit einer normalen Nierenfunktion unwahrscheinlich. Die Dauer der Untersuchung ist wichtig für die Nierenverträglichkeit hoher Kontrastmitteldosen (t½β ca. 2 Stunden). Im Fall einer Überdosierung müssen alle Wasserund Elektrolytverluste mittels einer Infusion behoben werden. Die Nierenfunktion muss in den nächsten drei Tagen überwacht werden. Nötigenfalls kann Iodixanol mittels Hämodialyse eliminiert werden. Ein spezifisches Antidot gibt es nicht.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08AB09
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Visipaque ist ein nichtionisches, dimeres, hexaiodiertes, wasserlösliches Röntgenkontrastmittel. Da wässrige Lösungen von Iodixanol in allen klinisch relevanten Konzentrationen eine niedrigere Osmolalität aufweisen als Vollblut, wurden die Iodixanollösungen durch Elektrolytzusätze isotonisch gemacht.
Das organisch gebundene Iod absorbiert in den Blutgefässen und Geweben nach der Injektion Röntgenstrahlen. Bei gesunden Probanden kam es nach einer intravenösen Injektion von Visipaque zu keinen signifikanten Änderungen der meisten hämodynamischen, klinisch-chemischen und Koagulationsparameter im Vergleich zu den Ausgangswerten. Die wenigen Veränderungen der Laborparameter waren geringfügig und klinisch nicht relevant.
Visipaque hat nur leichte Auswirkungen (d.h. eine vorübergehende Reduktion der Clearance) auf die Nierenfunktion von Patienten. Bei 64 Diabetikern mit Serumkreatininspiegeln von 1,3 – 3,5 mg/dl führte die Anwendung von Visipaque bei 3% der Patienten zu einem Anstieg des Kreatinins um ≥ 0,5 mg/dl und bei 0% der Patienten zu einem Anstieg um ≥ 1,0 mg/dl. Nach Visipaque ist die Freisetzung der Markerenzyme (alkalische Phosphatase und N-Acetyl-β-Glucosaminidase) durch die proximalen Tubuluszellen geringer als nach Gabe von nicht-ionischen monomeren, wie auch von ionischen dimeren Kontrastmitteln (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen/Nierenfunktion»).
In klinischen Studien hat man mit Visipaque einen kleineren Einfluss auf die jeweils gemessenen kardiovaskulären Parameter (LVEDP, LVSP, Herzfrequenz, QT-Intervall, femorale Blutzirkulation) als mit dem Vergleichs-Kontrastmittel festgestellt.

Pharmakokinetik

Absorption, Distribution, Metabolismus und Elimination
Iodixanol wird rasch im Körper verteilt, mit einer mittleren Halbwertszeit der Verteilungsphase (t½β) von ca. 21 Minuten. Das Verteilungsvolumen entspricht jenem der extrazellulären Flüssigkeit (0,26 l/kg), was darauf hinweist, dass Iodixanol nur im extrazellulären Volumen verteilt wird. Es wurde weder am Tier noch an stillenden Frauen geprüft, ob Iodixanol in die Muttermilch sezerniert wird.
Es konnten keine Metaboliten nachgewiesen werden.
Die Plasmaproteinbindung liegt unter 2%.
Die Halbwertszeit der Elimination (t½β) beträgt ca. 2 Stunden. Die Ausscheidung erfolgt über die Glomerulumfiltration. Nach einer i.v.-Injektion haben gesunde Probanden ca. 80% der Dosis unverändert im 4-h-Urin eliminiert, 97% der Dosis im 24-h-Urin. Lediglich 1,2% der Dosis wurden mit den 72-h-Fäzes ausgeschieden.
Mit den empfohlenen Dosierungen kam es zu keiner dosisabhängigen Plasmakinetik.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Eliminationsgeschwindigkeit von Visipaque bei Kindern ist altersabhängig; bei Neugeborenen (< 2 Monate) beträgt t½ ungefähr 4 Stunden, bei Kindern älter als 2, aber jünger als 6 Monate beträgt t½ zirka 2,8 Stunden; Kinder bis 12 Jahren haben ähnliche t½-Werte wie gesunde Erwachsene (2,1 Stunden).

Präklinische Daten

Toxizitätsstudien nach einfacher und wiederholter Gabe zeigten eine allgemein geringe Toxizität von Iodixanol.
Reproduktionstoxizität
Reproduktionstoxikologische Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität, Schwangerschaftsrate sowie Aufzucht und Entwicklung der Nachkommen gegeben.
Mutagenität
In vitro Prüfungen mit Bakterien und Säugerzellen sowie ein in vivo Test (Mikronucleustest) mit Iodixanol ergaben keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Bis jetzt sind keine Inkompatibilitäten festgestellt worden. Visipaque sollte nicht mit anderen Präparaten gemischt werden. Es sollte eine separate Spritze verwendet werden.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Alle iodhaltigen Kontrastmittel können Schilddrüsenfunktionstests beeinträchtigen. Dabei kann das Iodbindevermögen des Schilddrüsengewebes bis zu 2 Wochen herabgesetzt sein. Hohe Konzentrationen des Kontrastmittels in Serum und Urin können in-vitro-Labortests von Bilirubin, Proteinen oder anorganischen Substanzen (wie Eisen, Kupfer, Calcium und Phosphat) beeinträchtigen. Diese Substanzen sollten daher nicht am selben Tag analysiert werden, an dem Visipaque appliziert wurde.
Haltbarkeit
Verfalldatum beachten.
Besondere Lagerungshinweise
Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwenden.
Vor Licht und Röntgenstrahlen geschützt bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Das Präparat kann 1 Monat lang bei 37 °C gelagert werden.
Hinweise für die Handhabung
Sollte sich Flüssigkeit im Hals der Propylenflaschen befinden, dann muss diese vor dem Öffnen des Behälters entfernt werden.
Die Injektionslösung sollte vor Gebrauch auf Körpertemperatur erwärmt werden. Das Präparat sollte unmittelbar vor Gebrauch in die Spritze aufgezogen werden. Die Injektions-/Infusionsflaschen sind zum einmaligem Gebrauch bestimmt. Angebrochene Packungen sind zu verwerfen.
Wie alle Parenteralia sollte die Injektionslösung visuell geprüft werden, sie muss frei von Teilchen und darf nicht verfärbt sein. Der Behälter muss intakt sein.
Zusätzliche Hinweise für die 500 ml Flasche
Die 500 ml-Infusionsflaschen können für den mehrfachen Gebrauch während eines Arbeitstages intravasal eingesetzt werden, falls mit einem für dieses Volumen zugelassenen Injektomaten gearbeitet wird. Der Gummistopfen sollte nur einmal gestochen werden. Alle Materialien, die mit dem Patienten in Berührung kommen, sowie die dazugehörenden Bestecke und Schläuche müssen nach jeder Untersuchung entfernt werden, um eine Kontamination zwischen Patienten zu verhindern. Die Empfehlungen der Hersteller müssen eingehalten werden. Die nicht aufgebrauchte Infusionslösung sowie die Einmalartikel des Injektorsystems müssen am Ende des Tages verworfen werden. Die verschiedenen Systeme dürfen ausschliesslich von speziell geschultem und kontrolliertem Personal angewendet werden.

Zulassungsnummer

52228 (Swissmedic)

Packungen

Visipaque 270
Infusionsflaschen: 1 x 20 ml, 10 x 20 ml
PP-Flaschen: 1 x 50 ml, 10 x 50 ml, 1 x 100 ml, 10 x 100 ml, 1 x 200 ml, 10 x 200 ml, 1 x 500 ml, 6 x 500 ml
Visipaque 320
Infusionsflaschen: 1 x 20 ml, 10 x 20 ml
PP-Flaschen: 1 x 50 ml, 10 x 50 ml, 1 x 100 ml, 10 x 100 ml, 1 x 200 ml, 10 x 200 ml, 1 x 500 ml, 6 x 500 ml
Abgabekategorie (B)

Zulassungsinhaberin

GE Healthcare AG, Opfikon

Stand der Information

Januar 2017

2018 ©ywesee GmbH
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