PharmakokinetikAbsorption
Tiagabin wird rasch und nahezu vollständig absorbiert, mit einer absoluten Bioverfügbarkeit von 89%. Bei Epileptikern und Epileptikerinnen, die Enzym-induzierende Antiepileptika einnehmen, liegt die nach einer halben Stunde (t max ) erreichte maximale Plasmakonzentration des Wirkstoffes (C max ) im Steady-state zwischen 6,0 und 31,9 ng/ml/mg Dosis.
In kontrollierten klinischen Studien betrugen die minimalen Plasmakonzentrationen bei Dosen von 27 bis 51 mg pro Tag zwischen <1 ng/ml und 234 ng/ml. Die Beziehung zwischen der Plasmakonzentration von Tiagabin und der therapeutischen Wirkung ist nicht geklärt. Die optimale Dosierung soll grundsätzlich anhand des klinischen Ansprechens festgelegt werden.
Die gemeinsame Einnahme mit dem Essen resultiert in einer verlangsamten, in ihrem Ausmass jedoch unveränderten Absorption.
Distribution
Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 1 l/kg. Tiagabin ist zu ca. 96% an die Plasmaproteine gebunden.
Metabolismus
Tiagabin wird hauptsächlich über die Leber abgebaut. Weniger als 2% werden unverändert mit dem Urin oder Faeces ausgeschieden. Aktive Metaboliten wurden keine identifiziert. Die Metabolisierung erfolgt über das Cytochrom P450 3A. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass Tiagabin eine Induktion oder Hemmung des mikrosomalen Leberenzymsystems bewirkt. Die hepatische Clearance von Tiagabin ist jedoch erhöht, wenn es gleichzeitig mit Enzym-induzierenden Antiepileptika, wie Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Primidon angewendet wird. Umgekehrt führt der CYP3A4-Hemmstoff Ketokonazol zur Verdoppelung der AUC von Tiagabin und zur Erhöhung der C max von Tiagabin um ca. 50%.
Elimination
Die Halbwertszeit (t ½ ) der Elimination von Tiagabin aus dem Plasma beträgt 7–9 Stunden. Bei induzierten Patienten ist sie auf 2–3 Stunden verkürzt. 25% der eingenommenen Dosis werden mit dem Urin ausgeschieden (davon 1% unverändert), 63% in den Faeces. Die Gesamtclearance (Cl total ) beträgt 70,9 ml/min.
Innerhalb der therapeutischen Dosis sind die Absorption und Elimination von Tiagabin linear.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit verminderter Leberfunktion ist die Halbwertszeit verlängert (bis zu 11–15 Stunden), da Tiagabin in der Leber metabolisiert wird.
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion scheint die Pharmakokinetik unverändert zu sein.
Ältere Patienten
Die Pharmakokinetik bei älteren Patienten scheint unverändert zu sein.
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