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Fachinformation zu Gabitril® 5/10/15 Filmtabletten:Mepha Pharma AG
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nach Zulassung des Präparates sind Fälle kognitiver/neuropsychiatrischer Symptome, teilweise mit EEG-Veränderungen, wie generalisierter Spike/Wave-Aktivität, aufgetreten, die als nichtkonvulsiver Status epilepticus berichtet wurden. Einige Fallberichte beschreiben die Besserung der Symptome nach Dosisreduktion oder Absetzen des Präparates.
In den drei doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppenstudien lag die Häufigkeit aller Formen von Status epilepticus (einfach, komplex oder generalisiert-klonisch) bei mit Gabitril behandelten Patienten bei 0,8% (4 von 494 Patienten) bzw. bei 0,7% (2 von 275 Patienten) in der Placebo-Gruppe. In allen mit Gabitril durchgeführten kontrollierten und nicht-kontrollierten Studien, trat bei 5% der Patienten eine Form von Status epilepticus auf. Dabei handelte es sich in 57% der Fälle um einen komplex partiellen Status epilepticus. Ein kritischer Risikofaktor für einen Status epilepticus war dabei ein früheres Auftreten in der Vorgeschichte; bei 33% der Patienten mit Status epilepticus in der Anamnese wurde ein erneutes Auftreten während der Gabitril-Behandlung beobachtet. Da keine Inzidenzangaben zu Status epilepticus in einer ähnlichen Population von Epileptikern, die nicht mit Gabitril behandelt wurden, verfügbar sind, kann keine Aussage gemacht werden, ob eine Behandlung mit Gabitril mit einer höheren oder niedrigeren Häufigkeit an Status epilepticus einhergeht, als in einer ähnlichen Patientenpopulation erwartet würde, die nicht mit Gabitril behandelt wurde.
Angesichts der GABAergen Wirkungsweise von Tiagabin sowie auf Grund der im Tierversuch gewonnenen Erkenntnisse ist eine Verschlimmerung von Absenzen bei mit Gabitril behandelten Patienten mit generalisierter Epilepsie nicht auszuschliessen.
Berichte nach der Zulassung des Arzneimittels haben gezeigt, dass die Anwendung von Gabitril mit dem erstmaligen Auftreten von Krampfanfällen und Status epilepticus bei Patienten ohne vorbekannte Epilepsie in Zusammenhang stehen kann. Obwohl über Krampfanfälle auch bei Patienten berichtet wurde, die normale Tiagabin-Dosen eingenommen haben, wurden die meisten Fälle im Zusammenhang mit Überdosierungen (vgl. «Überdosierung») oder nach zu schneller Aufdosierung berichtet. Auch andere Ursachen, wie Grunderkrankungen oder Begleitmedikationen, die die Anfallsschwelle herabsetzen können, können zur Entwicklung von Krampfanfällen bei Patienten, die nicht an Epilepsie leiden, beigetragen haben.
Tiagabin ist ausschliesslich für die Zusatztherapie partiel­ler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren zugelassen, die mit anderen Antiepileptika nicht ausreichend behandelbar sind. Die Wirksamkeit und vor allem die Sicherheit von Tiagabin in der nicht zugelassenen Behandlung anderer Krankheitsbilder (z.B. bipolare Störungen, Schlafstörungen, Angststörungen) sind nicht ausreichend belegt. Insbesondere wurden bei Behandlung anderer als der zugelassenen Indikation Fälle von erstmaligem Auftreten epileptischer Anfälle oder eines Status epilepticus beschrieben.
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist aufgrund der verlängerten Halbwertszeit die Dosis von Gabitril durch eine Dosisverminderung oder eine Verlängerung des Dosisintervalls entsprechend anzupassen, da Tiagabin durch die Leber metabolisiert wird.
Wie mit jedem anderen Antiepileptikum, können bei einigen Patienten unter Tiagabin eine Erhöhung der Häufigkeit der Anfälle oder das Auftreten anderer Anfallstypen beobachtet werden. Diese Ereignisse können die Folge einer Überdosierung, eines Rückgangs der Plasmakonzentra­tion einer gleichzeitig verabreichten antiepileptischen Medikation, eines Fortschreitens der Krankheit oder einer paradoxen Wirkung sein.
Wie bei allen anderen Antiepileptika kann das plötzliche Absetzen von Gabitril das Wiederauftreten der Anfälle zur Folge haben. Es empfiehlt sich daher, die Dosierung über einen Zeitraum von 2–3 Wochen nach und nach zu vermindern.
Bei Patienten, bei denen in der Vergangenheit schwere Verhaltensstörungen, aber auch Angstzustände und Depressionen, aufgetreten sind, besteht bei Verabreichung von Gabitril die Gefahr eines erneuten Auftretens dieser Symptome, wie dies bei einer Anzahl weiterer Antiepileptika bereits festgestellt werden konnte. Es empfiehlt sich daher eine Verabreichung zunächst geringer Dosen unter sorgfältiger klinischer Aufsicht.
Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser unerwünschten Wirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schliessen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Tiagabin nicht aus.
Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.
Die Patienten, die in die Studien mit Tiagabin eingeschlossen waren, hatten eine Co-Medikation mit Antiepileptika erhalten, welche einen induzierenden Effekt auf den Metabolismus von Tiagabin in der Leber aufwiesen. Im Falle einer Co-Medikation mit Antiepileptika, welche keinen induzierenden Effekt auf den Metabolismus haben, wird empfohlen, die Dosierung von Tiagabin vorsichtig anzupassen, um Intoxikationen zu vermeiden.
Bei Patienten, die Gabitril erhielten, trat ein schwerwiegender vesikulobullöser Hautausschlag und exfoliative Dermatitis auf (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Es wurde von spontanen Ekchymosen berichtet; bei deren Auftreten empfiehlt sich die Anfertigung eines vollständigen Blutbilds (einschl. Bestimmung der Blutplättchenzahl).
In seltenen Fällen wurde im Zusammenhang mit der Einnahme von Tiagabin von einer Einschränkung des Gesichtsfelds berichtet. Beim Auftreten von Sehstörungen ist der Patient zur ergänzenden Beurteilung augenärztlich zu untersuchen; dabei ist eine Perimetrie vorzunehmen.
Aufgrund des Gehaltes an Laktose sollten Gabitril Filmtabletten nicht bei Patienten mit einer der folgenden erblichen Erkrankungen, die selten vorkommen, angewendet werden: Galaktosämie, Lapp-Laktase-Mangel, Glukose-Galaktose-Malabsorption.

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