ZusammensetzungWirkstoffe
Ritonavirum.
Hilfsstoffe
Tablettenkern: copovidonum, sorbitan laurate, silica colloidalis anhydrica, natrii stearylis fumaras corresp. max. 0.14 mg Natrium, calcii hydrogenophosphas anhydricus.
Tablettenfilm: hypromellosum 2910, titanii dioxidum, macrogolum 400, macrogolum 3350, hydroxypropylcellulosum, talcum, silica colloidalis anhydrica, polysorbatum 80.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtabletten zu 100 mg.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenNorvir ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV1-infizierten erwachsenen Patienten angezeigt.
Bei mit Proteasehemmern vorbehandelten Patienten sollte die Anwendung von Ritonavir auf einer individuellen virologischen Resistenzuntersuchung und der Behandlungsvorgeschichte des Patienten beruhen.
Dosierung/AnwendungGenerell: Die vollumfängliche Fach- und klinische Studieninformation sollte von denjenigen Proteasehemmern konsultiert werden, welche in Kombination mit einer reduzierten Dosis Ritonavir verabreicht werden (siehe auch Abschnitt "Ritonavir als ein pharmakokinetischer Verstärker" ).
Ritonavir sollte nur von Ärzten verschrieben werden, die in der Behandlung von HIV-Infektionen Erfahrung haben.
Norvir Filmtabletten sollten vorzugsweise zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tabletten sollen ganz eingenommen werden und weder zerkaut, gebrochen oder gemahlen werden.
Anwendung bei Erwachsenen
Ritonavir als ein pharmakokinetischer Verstärker für andere PIs
Die folgenden HIV-1-Proteasehemmer wurden zusammen mit Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik in den angegebenen Dosierungen untersucht:
Anwendung bei Erwachsenen
Amprenavir 600 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mg zweimal täglich.
Atazanavir 300 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich.
Fosamprenavir 700 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mg zweimal täglich.
Lopinavir in Kombination mit Ritonavir (Lopinavir/Ritonavir) 400 mg/100 mg oder 800 mg/200 mg.
Saquinavir 1000 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mg zweimal täglich.
Tipranavir 500 mg zweimal täglich mit Ritonavir 200 mg zweimal täglich.
Darunavir 600 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mg zweimal täglich bei antiretroviral vorbehandelten Patienten (ART).
Darunavir 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich bei ART-naiven Patienten.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Eingeschränkte Nierenfunktion
Derzeit liegen keine Daten für diese Patientengruppe vor, die Anwendung wird daher nicht empfohlen. Da Ritonavir stark an Proteine bindet, ist es unwahrscheinlich, dass es durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse signifikant entfernt wird.
Eingeschränkte Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter bis mässiger Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung notwendig (siehe "Pharmakokinetik" ). Norvir darf bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe "Kontraindikationen" ).
Kontraindikationen-Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Ritonavir oder einem der Hilfsstoffe.
-Schwere Leberfunktionsstörung.
Wird Ritonavir in Kombination mit anderen Proteasehemmern angewendet, muss die Fachinformation dieser Proteasehemmer, einschliesslich deren Kontraindikationen, ebenfalls berücksichtig werden.
-Arzneimittel, welche durch CYP 3A4, 2D6 und 2C9 metabolisiert werden: Clozapin, Pethidin, Piroxicam.
-Die gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir (in der Dosierung 600 mg zweimal täglich) mit Rifabutin ist kontraindiziert. Es resultieren erhöhte Serumkonzentrationen von Rifabutin (4-facher Anstieg) und dessen Metaboliten 25-o-Deacetyl-Rifabutin (35-facher Anstieg). Damit ist ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen verbunden, einschliesslich Arthralgien, Uveitis und Leukopenien (siehe "Interaktionen" ).
-Moderate oder starke CYP3A-Induktoren können zu einer erheblichen Senkung der Plasmakonzentrationen von Ritonavir und somit auch der durch Ritonavir geboosteten Substanz führen. Da dies voraussichtlich zu einer Verringerung der therapeutischen Wirkung führt, sollten sie nicht gemeinsam mit Ritonavir angewendet werden.
Zum Einsatz von Ritonavir 100 mg zweimal täglich mit Saquinavir und Rifabutin siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Interaktionen" .
Tabellarische Darstellung von weiteren kontraindizierten Wirkstoffen
Arzneimittel Klasse Betroffene Wirkstoff Klinischer Kommentar
e
Alphablocker Alfuzosin HCl Hypotension
Antianginosa Ranolazin Mögliche schwerwiegende und/oder lebensbedrohliche
Reaktionen
Antiarrhythmikum Amiodaron, Dronedaro Arrhythmien
n, Flecainid,
Propafenon
Antimykotikum Voriconazol Gleichzeitige Einnahme von Ritonavir (400 mg zweimal
täglich und mehr) und Voriconazol ist kontraindiziert
aufgrund der Erniedrigung der Plasmakonzentrationen von
Voriconazol und möglichen Verlustes der Wirkung
Antibiotikum Fusidinsäure Erhöhte Plasmakonzentrationen von Fusidinsäure und
Ritonavir; potenzielle Erhöhung der
Fusidinsäure-assoziierten unerwünschten Wirkungen wie
Hepatitis oder Knochenmarksuppression
Substanzen gegen Neratinib, Apalutami Es können schwerwiegende und/oder lebensbedrohliche
Krebs d Reaktionen, unter anderem Hepatotoxizität, auftreten.
Apalutamid ist ein moderater bis starker CYP3A4
Induktor und dies kann zu einer geringeren Ritonavir
Exposition und damit zu einem möglichen Verlust der
virologischen Antwort führen. Apalutamid wird
überwiegend durch CYP3A4 und CYP2C8 metabolisiert,
daher kann eine gleichzeitige Anwendung mit Ritonavir
zu erhöhter Apalutamid Exposition und somit zu
schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen, unter anderem
zu Krampfanfällen, führen.
Anti-Gicht-Mittel Colchicin (in der Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- und/oder
Schweiz nicht Leberfunktion können schwerwiegende und/oder
zugelassen) lebensbedrohliche Reaktionen auftreten.
Antihistaminika Astemizol, Terfenadi Erhöhte Plasmakonzentrationen von Astemizol und
n (beide in der Terfenadin. Dadurch wird das Risiko schwerer
Schweiz nicht Arrhythmien durch diese Arzneimittel erhöht.
zugelassen)
Antituberkulotika Rifampicin (nur bei Saquinavir und Ritonavir sollen nicht zusammen mit
gleichzeitiger Gabe Rifampicin verabreicht werden, da das Risiko einer
mit Saquinavir / schweren Hepatoxizität besteht (erkennbar an erhöhten
Ritonavir) Rifabutin hepatischen Transaminase-Werten), wenn die drei
(nur wenn mit Substanzen zusammen verabreicht werden (siehe
Ritonavir 600 mg "Interaktionen" ).
bid gegeben)
Mutterkornalkaloide Ergotamin, Dihydroer Post-marketing Berichte über akuter Ergotamin Toxizität
gotamin - charakterisiert durch Vasospasmen und Gewebeischämien
- wurden mit der gleichzeitigen Verabreichung von
Ritonavir und Ergotamin, Dihydroergotamin, Ergometrin,
Methylergometrin assoziiert
Pflanzliche Produkte Johanniskraut Gleichzeitige Verabreichung kann zu einer verminderten
Ritonavir Konzentration führen und damit zu einer
verminderten virologischen Antwort sowie möglicher
Resistenz gegenüber Ritonavir oder Proteaseinhibitoren
Lipidmodifizierende Simvastatin Risiko für Myopathien sowie Rhabdomyolyse
Substanzen
HMG-CoA Reduktase Lomitapid (in der Lomitapid ist ein sensitives Substrat des CYP3A4
Inhibitoren: Inhibit Schweiz nicht Metabolismus. Starke CYP3A4 Inhibitoren erhöhen die
oren des mikrosomale zugelassen) Exposition annähernd um das 27-fache. Die gleichzeitige
n Triglycerid-Transf Anwendung von moderaten oder starken CYP3A4 Inhibitoren
erproteins (MTTP) mit Lomitapid ist kontraindiziert.
Langwirksame β-Adren Salmeterol Kann kardiovaskuläre Nebenwirkungen verstärken welche
ozeptor Agonisten mit Salmeterol in Verbindung gebracht werden.
PDE5-Inhibitoren Sildenafil (nur Erhöhtes Risiko für Sildenafil-/Vardenafil-/Avanafil-ass
Behandlung der oziierte Nebenwirkungen (wie Hypotension, Synkope)
pulmonalen arteriell
en Hypertonie
(PAH), Vardenafil,
Avanafil
Sedativa / Hypnotika Clorazepat, Diazepam Ritonavir verursacht wahrscheinlich einen starken
, Flurazepam, Anstieg dieser in hohem Masse metabolisierten
Midazolam und Beruhigungs- und Schlafmittel, was zu extremer
Triazolam Sedierung und Atemlähmung führen kann.
Antipsychotika Quetiapin Lurasidon Aufgrund der CYP3A Hemmung durch Ritonavir wird eine
Konzentrationserhöhung von Quetiapin erwartet, was zu
einer Quetiapin abhängigen Toxizität führen kann.
Mögliche schwerwiegende und/oder lebensbedrohliche
Reaktionen.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenBei gleichzeitiger Anwendung von Ritonavir und anderen Proteaseinhibitoren müssen die jeweiligen Fachinformationen dieser Arzneimittel, einschliesslich der besonderen Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen beachtet werden.
Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die mit einer antiretroviralen Kombinationstherapie behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf die Leber mit möglicherweise letalem Ausgang. Im Falle einer antiviralen Begleittherapie gegen Hepatitis B oder C beachten Sie bitte auch die Fachinformation dieser Arzneimittel.
Bei Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen sollten die Leberwerte sorgfältig überwacht werden. Bei Hinweisen auf eine Verschlechterung der Lebererkrankung sollte eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Therapie erwogen werden.
Hämophilie: Über eine Zunahme von Blutungen, einschliesslich spontaner kutaner Hämatome und Hämarthrosen, wurde bei hämophilen Patienten (Typ A und B), die mit Proteasehemmern behandelt wurden, berichtet.
Einige Patienten erhielten zusätzlich Faktor VIII. Bei mehr als der Hälfte der berichteten Fälle wurde die Behandlung mit Proteasehemmern fortgesetzt bzw. nach Unterbrechung der Therapie wieder aufgenommen. Ein kausaler Zusammenhang wird vermutet, der Wirkmechanismus ist nicht geklärt. Hämophile Patienten müssen daher auf die Möglichkeit einer Zunahme von Blutungen aufmerksam gemacht werden.
Auswirkungen auf das Elektrokardiogramm
QTcF-Intervall: Das QTcF-Intervall wurde in einer kontrollierten, randomisierten cross-over Studie bei 45 gesunden Probanden mit 10 Messungen innerhalb von 12 Stunden am Tag 3, im Vergleich zu Placebo und Moxifloxacin (400 mg einmal täglich) untersucht.
Die maximale mittlere Differenz (obere 95%-Vertrauensintervallgrenze) des QTcF-Intervall von 400 mg Ritonavir zweimal täglich verglichen mit Placebo betrug 5,5 (7,6) msec. Die Ritonavir Exposition am Tag 3 war durchschnittlich 1,5 fach höher wie bei 600 mg zweimal täglich im Steady-State.
Es wurde weder eine QTcF-Zeit Verlängerung von ≥ 60 msec zur Baseline festgestellt noch die möglicherweise klinisch relevante Grenze von 500 msec überschritten.
Verlängerung des PR-Intervalls: In derselben Studie wurde auch eine mässige asymptomatische PR-Intervall Verlängerung bei einigen Patienten festgestellt. Das maximale PR-Intervall betrug 252 msec. Es wurden keine Herzblockaden zweiten oder dritten Grades beobachtet.
Es gibt wenige Berichte über eine atrioventrikuläre Blockade zweiten oder dritten Grades bei Patienten mit Herzerkrankungen und einer bereits existierenden Störung des Erregungsleitungssystems oder bei Patienten, die Medikamente mit bekannter PR-Intervall-verlängernder Wirkung erhielten (z.B. Verapamil oder Atazanavir) und mit Ritonavir behandelt wurden. Ritonavir sollte bei solchen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Beim Auftreten von Durchfall wird eine zusätzliche Überwachung empfohlen. Das relativ häufige Auftreten von Durchfall während der Behandlung mit Ritonavir kann die Absorption und Wirksamkeit (aufgrund der verminderten Compliance) von Norvir oder anderen gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln beeinträchtigen. Während der Ritonavir-Behandlung auftretendes starkes anhaltendes Erbrechen und/oder starker anhaltender Durchfall kann auch die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Es ist bei Patienten mit bestehender Nierenfunktionsstörung ratsam, die Nierenfunktion zu kontrollieren. Im Zusammenhang mit der klinischen Anwendung von Tenofovirdisoproxil-Fumarat in Kombination mit Ritonavir wurde über eine Niereninsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen, erhöhtes Kreatinin, Hypophosphatämie und proximale Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom) berichtet.
Körpergewicht und metabolische Parameter
Im Zuge einer antiretroviralen Therapie kann es zu einem Anstieg des Körpergewichts, der Lipide im Blut und des Blutzuckerspiegels kommen. Diese Veränderungen können zum Teil auf die Kontrolle der Erkrankung und auf Lebensgewohnheiten zurückzuführen sein. Bei den Lipiden gibt es in einigen Fällen Evidenz dafür, dass die Veränderungen eine Wirkung der Behandlung sind, während es in Bezug auf eine Gewichtszunahme keine starke Evidenz für einen Zusammenhang mit bestimmten Arzneimitteln gibt. Bezüglich der Überwachung der Blut-Lipide und des Blutzuckerspiegels wird auf die anerkannten HIV-Behandlungsleitlinien verwiesen. Lipidstörungen sollten klinisch angemessen behandelt werden.
Pankreatitis: Eine Pankreatitis muss bei klinischen Symptomen (Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden) oder abweichenden Laborwerten (wie erhöhte Serumlipase- oder - amylase-Werte) in Erwägung gezogen werden. Patienten mit diesen Anzeichen oder Symptomen sollten untersucht werden. Bei einer Pankreatitis-Diagnose muss die Behandlung mit Norvir unterbrochen werden.
Es wurde über ein Immunrekonstitutionssyndrom bei Patienten berichtet, die mit antiretroviraler Kombinationstherapie einschliesslich Norvir behandelt wurden. Während der Anfangsphase der antiretroviralen Kombinationstherapie, in der das Immunsystem reagiert, können diese Patienten eine inflammatorische Reaktion auf eine asymptomatische oder latent bestehende Infektion (wie zum Beispiel eine Infektion mit Mycobacterium avium, Cytomegalievirus, eine Pneumocystis jiroveci Pneumonie oder Tuberkulose) entwickeln, welche eine weitere Abklärung und Behandlung erfordern kann. Fatale Verläufe wurden berichtet.
Über Autoimmunstörungen (wie Morbus Basedow, Polymyositis und Guillain-Barré-Syndrom) wurde ebenfalls bei Immunrekonstitution berichtet. Jedoch ist der Zeitpunkt des Auftretens variabler und kann mehrere Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.
Colchicin: Bei Patienten, die Colchicin und starke CYP3A-Inhibitoren wie Ritonavir erhielten, wurden lebensbedrohliche und tödlich verlaufende Arzneimittelinteraktionen beschrieben (siehe "Kontraindikationen" und "Interaktionen" ).
PDE5-Hemmer: Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Verschreibung von Sildenafil oder Tadalafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei Patienten, die Norvir erhalten, geboten. Die gleichzeitige Einnahme von Ritonavir und Sildenafil lässt einen wesentlichen Anstieg der Sildenafil-Konzentration erwarten (11-facher Anstieg der AUC) und könnte in Sildenafil-bedingten Nebenwirkungen, einschliesslich Hypotonie, Synkope, Sehstörungen und verlängerte Erektion, resultieren (siehe auch "Interaktionen" ). Die gleichzeitige Einnahme von Ritonavir und Tadalafil (single dose) führte zum Anstieg der AUC von Tadalafil um +124%. Zu beachten ist die lange Eliminations-Halbwertszeit von Tadalafil.
Die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil ist für Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) kontraindiziert. Die gleichzeitige Verabreichung von Vardenafil oder Avanafil mit Ritonavir ist kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
HMG-CoA-Reduktasehemmer: Wird Norvir zusammen mit Atorvastatin, das in geringerem Masse als Simvastatin und Lovastatin durch CYP3A metabolisiert wird, verabreicht, so ist Vorsicht geboten und reduzierte Dosen sollten in Erwägung gezogen werden. Obwohl die Elimination von Rosuvastatin nicht von CYP3A4 abhängig ist, wurde eine erhöhte Rosuvastatin Exposition bei gleichzeitiger Einnahme von Ritonavir beobachtet. Ist eine Behandlung mit HMG-CoA-Reduktasehemmern angezeigt, wird Pravastatin oder Fluvastatin empfohlen (siehe auch "Interaktionen" ).
Durch die gleichzeitige Gabe von Bedaquilin mit starken CYP3A4-Inhibitoren kann die systemische Bedaquilin-Exposition steigen. Dies kann wiederum potenziell das Risiko von durch Bedaquilin bedingten unerwünschten Wirkungen erhöhen (siehe "Interaktionen" ). Bei Anwendung von Bedaquilin mit Ritonavir ist besondere Vorsicht geboten und sie ist nur zulässig, wenn der Nutzen der gleichzeitigen Anwendung das Risiko überwiegt.
Ethinylöstradiol: Barriere- oder andere nicht-hormonelle Methoden zur Empfängnisverhütung sollten bei einer Verabreichung von Ritonavir in therapeutischen oder geringen Dosierung angewendet werden, da Ritonavir bei gleichzeitiger Einnahme von östrogenhaltigen Kontrazeptiva wahrscheinlich die Wirksamkeit verringert und das Blutungsverhalten verändert.
Glukokortikoide: Eine gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir und inhalativ, intranasal oder als Injektion verabreichtem Fluticason, Budesonid, Triamcinolon oder anderen Glukokortikoiden, welche über CYP3A4 metabolisiert werden, wird nicht empfohlen. Es sei denn der mögliche Nutzen einer Behandlung überwiegt das Risiko von möglichen systemischen Corticosteroideffekten, einschliesslich Cushing Syndrom und adrenaler Suppression.
Eine gleichzeitige Verabreichung von Ritonavir und Fluticason oder Budesonid kann die Plasmakonzentration von Fluticason oder Budesonid signifikant erhöhen und die Serumkonzentration von Cortisol senken.
Systemische Corticosteroideffekte einschliesslich Cushing Syndrom und adrenale Suppression wurden bei gleichzeitiger Verabreichung von Ritonavir und inhalativ oder intranasal verabreichtem Fluticason oder Budesonid oder als Injektion verabreichtem Triamcinolon gemeldet (siehe auch "Interaktionen" ).
Trazodon: Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ritonavir Patienten verordnet wird, die Trazodon einnehmen. Trazodon ist ein Substrat für CYP3A4; bei gleichzeitiger Anwendung von Ritonavir ist mit einem Anstieg der Trazodon-Spiegel zu rechnen. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel, Hypotonie und Synkope wurden in Interaktionsstudien bei gesunden Probanden nach einmaliger Anwendung beobachtet (siehe "Interaktionen" ).
Tipranavir: Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Ritonavir und Tipranavir müssen die therapeutischen Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Arzneimittel sorgfältig überwacht werden (siehe "Interaktionen" ).
Digoxin: Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Patienten, die Digoxin erhalten, Ritonavir verschrieben wird, da bei gleichzeitiger Anwendung von Ritonavir und Digoxin ein Anstieg der Digoxin-Spiegel zu erwarten ist. Möglicherweise nehmen diese erhöhten Digoxin-Spiegel mit der Zeit ab (siehe "Interaktionen" ).
Bei Patienten, die bereits Digoxin einnehmen, wenn Ritonavir verordnet wird, sollte die Digoxin-Dosis auf die Hälfte der für die Patienten üblichen Dosis reduziert werden. Die Patienten müssen nach Beginn der gleichzeitigen Einnahme von Ritonavir und Digoxin über mehrere Wochen enger als üblich überwacht werden.
Bei Patienten, die bereits Ritonavir einnehmen, wenn Digoxin verordnet wird, sollte die Dosiseinstellung von Digoxin vorsichtiger (in mehr Stufen) erfolgen als üblich. Die Digoxin-Spiegel sollten in diesem Zeitraum intensiver als üblich kontrolliert werden; Dosisanpassungen sollten, soweit notwendig, basierend auf klinischen und elektrokardiographischen Befunden sowie anhand von Digoxin-Spiegel-Bestimmungen, vorgenommen werden.
Rifabutin: Bei gleichzeitiger Anwendung von Saquinavir 1000 mg mit Ritonavir 100 mg je zweimal täglich und Rifabutin sollten die Patienten auf eine Leukopenie, Arthralgie und Uveitis überwacht und die Leberenzyme kontrolliert werden (s. auch "Interaktionen" ).
Delamanid: Die gleichzeitige Gabe von Delamanid mit einem starken CYP3A-Inhibitor (Ritonavir) kann die Exposition des Delamanid-Metaboliten etwas erhöhen, der mit einer QTc-Verlängerung in Zusammenhang gebracht wurde. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Delamanid mit Ritonavir für erforderlich erachtet wird, ist es empfehlenswert, während des gesamten Behandlungszeitraums mit Delamanid regelmässige EKG-Kontrollen durchzuführen (s. auch "Interaktionen" ).
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
InteraktionenRitonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und des Arzneistoff-Transporters p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch starke Affinität zu CYP2C9 auf.
Aufgrund dieser Eigenschaften weist der Wirkstoff ein erhebliches Interaktionspotential auf und es ist nicht möglich, sämtliche potentiellen Interaktionspartner hier namentlich zu nennen. Bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel sollte daher grundsätzlich auch deren Fachinformation herangezogen werden, um sich über deren Metabolisierungswege und potentiellen Interaktionen sowie über daraus resultierende mögliche Risiken und eventuell erforderliche Dosisanpassungen (oder andere Massnahmen) zu informieren.
Ritonavir weist eine hohe Affinität zu einigen Isoformen des Cytochrom P450 (CYP) auf, und zwar in der folgenden Reihenfolge: CYP3A >CYP2D6>CYP2C9. Im Folgenden werden die bekannten Interaktionen (Komedikation mit CYP3A4-Substraten, CYP2D6-Substraten, CYP2C9-Substraten, CYP3A4-Induktoren, CYP3A4-Inhibitoren, CYP2D6-Inhibitoren und CYP2C9-Inhibitoren) und anschliessend die vermuteten Interaktionen mit Ritonavir beschrieben.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Ritonavir
Der Metabolismus von Ritonavir kann beeinflusst werden durch gleichzeitige Anwendung von lnduktoren oder lnhibitoren von CYP3A4 sowie von Arzneimitteln, welche ebenfalls durch CYP3A4 metabolisiert werden. Entsprechend kann die Wirksamkeit reduziert oder das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht werden.
Es ist zu beachten, dass bei einigen Arzneimitteln, welche die Pharmakokinetik von Ritonavir beeinflussen können, umgekehrt auch deren Pharmakokinetik durch die gleichzeitige Gabe von Ritonavir beeinflusst werden kann. Siehe daher auch "Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel" .
CYP3A4 Induktoren
Interaktionsmechanismus: Induktion des Metabolismus von Ritonavir.
Klinische Auswirkungen: Die gleichzeitige Gabe von Ritonavir mit starken CYP3A-Induktoren könnte zu einer Reduktion der Bioverfügbarkeit und der Wirksamkeit von Ritonavir führen.
Erforderliche Massnahmen: Die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren zusammen mit Ritonavir wird nicht empfohlen. Ist eine gleichzeitige Anwendung unvermeidbar, sollte während der Komedikation der klinische Verlauf besonders sorgfältig überwacht werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, deren Anwendung zusammen mit Ritonavir nicht empfohlen wird: Präparate, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und Dexamethason.
Die folgende Tabelle gibt das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte ( "geometric mean ratio" (GMR)) der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 90% Konfidenzintervallen (KI) an
Gleichzeitig verabre Dosis Ritonavir (mg) Auswirkung auf die KlinischerKommentar
ichtes Arzneimittel Arzneimittelspiegel
Wirkstoff Cmax AUC Cmin
Rifampicin 600 oder 500 mg alle 12 Ritonavir ↓ 0.75 ↓ 0.65 - Nicht empfohlen
300 mg täglich Stunden während 20
während 10 Tagen Tagen
Efavirenz 600 mg 500 mg Ritonavir Ritonavir - ↑ 1.17 - Nicht empfohlen
täglich zweimal täglich
Fluconazol 400 mg 200 mg alle 6 Ritonavir ↑ 1.15* (1.07, 1.22) ↑ 1.12* (1.05, 1.20) ↑ 1.14* (1.00, 1.26) Nicht empfohlen
(Tag 1) und 200 mg Stunden während 4
täglich während 4 Tagen
darauffolgenden
Tagen
Nelfinavir (in der 400 mg zweimal Wechselwirkung von Nicht empfohlen
Schweiz nicht täglich Ritonavir und
zugelassen) Nelfinavir beinhalte
n wahrscheinlich
sowohl eine Hemmung
als auch Induktion
des Cytochrom P450.
Die gleichzeitige
Gabe von zweimal
täglich 400 mg
Ritonavir erhöht
die Konzentration
an M8 (der wichtigst
e aktive Metabolit
von Nelfinavir)
signifikant und
führt zu einem
geringeren Anstieg
der Nelfinavir-Konze
ntrationen. Die
Gabe von 750 mg
Nelfinavir und 400
mg Ritonavir zweimal
täglich führt zu
einer leicht erhöhte
n Nelfinavir AUC
(160%), Cmax (121%)
und Ctrough (123%)
verglichen mit
historischen Daten
einer Monotherapie
mit dreimal täglich
750 mg Nelfinavir.
Die AUC von M8
erhöhte sich um
347%.
Johanniskraut - Serumspiegel von Kontraindiziert
Ritonavir können
bei gleichzeitiger
Anwendung von
pflanzlichen Zuberei
tungen mit Johannisk
raut (Hypericum
perforatum) reduzier
t sein. Dies ist
bedingt durch die
Induktion der
Enzyme des Arzneimit
telmetabolismus
durch Johanniskraut.
Pflanzliche Zuberei
tungen, die Johannis
kraut enthalten,
sollten daher nicht
mit Ritonavir
kombiniert werden.
Falls ein Patient
bereits Johanniskrau
t einnimmt, muss
die Einnahme von
Johanniskraut
beendet und, wenn
möglich, die Virusla
st geprüft werden.
Ritonavir-Spiegel
können sich erhöhen,
wenn die Einnahme
von Johanniskraut
beendet wird. Eine
Anpassung der
Dosierung von
Ritonavir kann
notwendig sein. Der
Induktionseffekt
kann für mindestens
2 Wochen nach dem
Ende der Behandlung
mit Johanniskraut
andauern (siehe
"Kontraindikationen"
).
* 95% KI
CYP3A4 Inhibitoren
Interaktionsmechanismus: Inhibierung des Metabolismus von Ritonavir
Klinische Auswirkungen: Die Bioverfügbarkeit von Ritonavir könnte erhöht sein.
Erforderliche Massnahmen: Vorsicht sollte angewendet werden wenn moderate oder starke CYP3A Inhibitoren gleichzeitig angewendet werden.
Beispiele für solche Wirkstoffe, welche nur mit Vorsicht zusammen mit Ritonavir verabreicht werden sollten: Clarithromycin, Fluconazol und Saquinavir.
Einfluss von Ritonavir auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
Substrate von CYP3A4, CYP2D6, CYP2C9 und/oder p-Glykoprotein (P-gp)
Ritonavir ist ein starker Inhibitor des hepatischen Enzyms CYP3A4 sowie ein Inhibitor von CYP2D6 und dem Arzneistoff-Transporter p-Glycoprotein (P-gp). Ritonavir weist zudem auch Affinität zu CYP2C9 auf. Der Metabolismus von Arzneimitteln, welche unter Beteiligung von CYP3A4 metabolisiert werden, kann daher bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Ritonavir erheblich verzögert sein. Dadurch können die Plasmakonzentrationen dieser Wirkstoffe erhöht und ihre erwünschten und unerwünschten Wirkungen verstärkt bzw. verlängert werden. Die daraus resultierenden Konsequenzen sind abhängig vom jeweiligen Wirkstoff und dessen therapeutischer Breite. Auch durch Inhibition des genannten Transporters kann es zu einer entsprechenden Erhöhung der Plasmakonzentrationen kommen.
Im Falle von Arzneimitteln, bei welchen der Wirkstoff als Prodrug appliziert und unter wesentlicher Beteiligung von CYP3A4 in den aktiven Wirkstoff umgewandelt wird, kann die gleichzeitige Anwendung eines Enzyminhibitors wie Ritonavir zu einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen des aktiven Wirkstoffes und damit zu einer reduzierten Wirksamkeit führen.
Nach Beendigung der Behandlung sinken die Plasmakonzentrationen von Ritonavir je nach Dosis und Dauer der Behandlung innerhalb von 1 Tag auf nahezu nicht nachweisbare Konzentrationen. In der Folge sinken auch die Plasmaspiegel der gleichzeitig verabreichten CYP3A4-Substrate allmählich ab. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen mit engem therapeutischem Fenster sollten deren Plasmaspiegel auch nach Absetzen von Ritonavir überwacht und ggf. die Dosis angepasst werden.
Die in der nachfolgenden Tabelle genannten Empfehlungen sind (so nicht explizit anders angegeben) wie folgt definiert:
- "kontraindiziert" : Das Arzneimittel darf unter keinen Umständen zusammen mit Ritonavir verabreicht werden.
- "nicht empfohlen" : Eine Anwendung des Arzneimittels während oder in den ersten 2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit Ritonavir sollte vermieden werden, sofern nicht der Nutzen die potentiell erhöhten Risiken überwiegt. Falls eine gleichzeitige Verabreichung unvermeidbar ist, muss der Patient überwacht und ggf. die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Dies gilt für Arzneimittel mit geringer therapeutischer Breite.
- "mit Vorsicht anwenden" : Wird das Arzneimittel zusammen mit Ritonavir angewendet, so wird eine sorgfältige und engmaschige Überwachung empfohlen. Für Wirkstoffe, bei welchen Zielkonzentrationen definiert sind, wird empfohlen, die Plasmakonzentrationen zu überwachen. Ggf. muss die Dosierung des gleichzeitig verabreichten Arzneimittels angepasst werden.
Die Tabelle unten gibt das Verhältnis der geometrischen Kleinstquadrat-Mittelwerte der pharmakokinetischen Grössen bei Einnahme mit/ohne Begleitmedikation mit 95% Konfindenzintervall (KI) an. Die Richtung des Pfeils zeigt jeweils die Richtung der Veränderung der Exposition (Cmax, AUC und Cmin) (↑ = Erhöhung um mehr als 25%, ↓ = Verringerung um mehr als 20%, ↔ = keine Veränderung (Verminderung um maximal 20% oder Erhöhung um maximal 25%)).
Arzneimittel nach Dosis Ritonavir(mg) Auswirkung auf die Klinischer Kommentar
therapeutischem Arzneimittelspiegel
Anwendungsgebiet/Mög
licher Interaktionsm
echanismus
Wirkstoff Cmax AUC Cmin
Alpha1-Adrenorezepto
r-Antagonist
Alfuzosin --- Basierend auf den Kontraindiziert
Resultaten einer
Interaktionsstudie
mit Ketoconazol,
einem anderen
potenten CYP3A4
Inhibitor, und
Alfuzosin, wird in
Gegenwart von
Ritonavir eine
signifikanter
Anstieg der Alfuzosi
n Exposition erwarte
t.
Antiarrhythmika
Digoxin (eine 0.5 300 mg alle 12 h ↑ Digoxin --- ↑ 1.86 --- Mit Vorsicht anwende
mg i.v. Dosis) während 3 Tagen n
Analgetika
Fentanyl -- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Aufgrund der CYP3A4- n
Hemmung von Ritonavi
r ist eine Erhöhung
der Plasmakonzentrat
ionen von Fentanyl
zu erwarten.
Pethidin (orale 500 mg alle 12 ↓ Pethidin ↓ 0.41 (0.28, 0.58) ↓ 0.38 (0.35, 0.41) --- Kontraindiziert
Einzeldosis 50 mg) Stunden während 10
Tagen
↑ Norpethidin ↑ 1.88 (1.42, 2.47) ↑ 1.47 (0.76, 4.45) --
Metabolit
Methadon (Einzeldosi 500 mg alle 12 h ↓ Methadon ↓ 0.62 (0.54, 0.72) ↓ 0.64 (0.48, 0.84) --- Mit Vorsicht anwende
s 5 mg) n. In Abhängigkeit
von der Reaktion
des Patienten kann
bei der gleichzeitig
en Verabreichung
zusammen mit Ritonav
ir eine Dosiserhöhun
g von Methadon
notwendig werden.
Morphin --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Aufgrund des Metabol n
ismus von Morphin
(Glucuronidierung)
sind niedrigere
Morphinspiegel zu
erwarten.
Antiasthmatika
Theophyllin 3 mg/kg 500 mg alle 12 h ↓ Theophyllin ↓ 0.68 (0.66, 0.71) ↓ 0.57 (0.55, 0.58) ↓ 0.43 (0.41, 0.45) Eine Erhöhung der
alle 8 Stunden während 10 Tagen Theophyllin-Dosis
während 15 Tagen kann notwendig
sein. Mit Vorsicht
anwenden
Arzneimittel gegen
Krebserkrankungen
Abemaciclib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen von Abemaciclib
können erhöht sein.
Afatinib 200 mg alle 12 h/ ↑ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.39 ↑ 1.48 --- Mit Vorsicht anwende
1h vorher sis 20 mg) n
200 mg alle 12 h/ ↔ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.04 ↑ 1.19 ---
zusammen eingenommen sis 40 mg)
200 mg alle 12 h/ ↔ Afatinib (Einzeldo ↑ 1.05 ↑ 1.11 ---
6h danach sis 40 mg)
Die Serumkonzentrati
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund des Brustkr
ebs-Resistenzprotein
s (BCRP) und der
akuten P-gp-Inhibiti
on durch Ritonavir.
Das Ausmass der
Erhöhung ist abhängi
g von der zeitlichen
Einnahme von
Ritonavir.
Apalutamid --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Apalutamid ist ein
moderater bis
starker CYP3A4
Induktor und dies
kann zu einer
geringeren Ritonavir
Exposition und
damit zu einem
möglichen Verlust
der virologischen
Antwort führen.
Apalutamid wird
überwiegend durch
CYP3A4 und CYP2C8
metabolisiert,
daher kann eine
gleichzeitige
Anwendung mit
Ritonavir zu erhöhte
r Apalutamid Exposit
ion und somit zu
schwerwiegenden
unerwünschten
Wirkungen, unter
anderem zu Krampfanf
ällen, führen.
Ceritinib --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die Serumkonzentrati n
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-
und der P-gp-Inhibit
ion durch Ritonavir.
Dasatinib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen können erhöht
sein, wenn diese
Wirkstoffe zusammen
mit Ritonavir
verabreicht werden.
Die gleichzeitige
Anwendung von
Encorafenib oder
Ivosidenib mit
Ritonavir kann zu
einem Anstieg der
Encorafenib oder
Ivosidenib Expositio
n führen und möglich
erweise zu einem
erhöhten Risiko von
schwerwiegenden
unerwünschten
Wirkungen wie z.B.
zu einer Verlängerun
g des QT Intervalls.
Encorafenib --- Nicht empfohlen
Ibrutinib --- Nicht empfohlen
Ivosidenib --- Nicht empfohlen
Neratinib --- Kontraindiziert
Nilotinib --- Nicht empfohlen
Venetoclax --- Nicht empfohlen
Vincristin --- Nicht empfohlen
Vinblastin --- Nicht empfohlen
Antidepressiva
Trazodon (Einzeldosi 200 mg alle 12 h, 4 ↑ Trazodon ↑ 1.34 ↑ 2.4 -- Mit Vorsicht anwende
s 50 mg) Dosen n: Nausea, Benommenh
eit, Hypotonie und
Synkope können
auftreten
Antikoagulantien
Coumarin-Derivate --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die Metabolisierung n
von oralen Antikoagu
lantien (Coumarin-De
rivate) kann induzie
rt werden. Dies
führt häufig zu
verringerter Antikoa
gulation, weshalb
eine Überwachung
der Gerinnungsparame
ter empfohlen wird.
Rivaroxaban* (Einzel 600 mg alle 12 h ↑ Rivaroxaban ↑ 1.55 (1.41, 1.69) ↑ 2.53 (2.34, 2.74) --- Nicht empfohlen
dosis 10 mg) während 8 Tagen
Vorapaxar (in der Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Schweiz nicht Die Serumkonzentrati
zugelassen) onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-I
nhibition durch
Ritonavir.
Arzneimittel gegen
Gicht
Colchicin (in der Bei gleichzeitiger Kontraindiziert
Schweiz nicht Anwendung von
zugelassen) Colchicin und
Ritonavir wird
erwartet, dass die
Colchicin-Konzentrat
ionen erhöht werden.
Bei Patienten, die
Colchicin und
Ritonavir erhielten,
wurden lebensbedroh
liche und tödlich
verlaufende Arzneimi
ttel-interaktionen
beschrieben (siehe
"Kontraindikationen"
und "Warnhinweise
und Vorsichtsmassnah
men" ).
Antiinfektiva
Clarithromycin (500 200 mg alle 8 h ↑ Clarithromycin ↑ 1.31 (1.15, 1.51) ↑ 1.77 (1.56, 2.03) ↑ 2.81 (2.42, 3.33) Mit Vorsicht anwende
mg alle 12 Stunden während 4 Tagen n
während 4 Tagen)
Bedaquilin* (Einzeld Lopinavir/Ritonavir ↑ Bedaquilin ↔ 0.99 (0.89, 1.12) ↑ 1.22 (1.11, 1.34) --- Mit Vorsicht anwende
osis 400 mg) 400/100mg zweimal n
täglich während 24
Tagen
Delamanid (in der --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht In einer klinischen n
zugelassen) Wechselwirkungsstudi
e an gesunden
Probanden wurde
Delamanid (100 mg
zweimal täglich)
und Lopinavir/Ritona
vir (400/100 mg
zweimal täglich)
für 14 Tage angewend
et. Die Exposition
von Delamanid und
des Delamanid-Metabo
liten, DM-6705, war
leicht erhöht.
Aufgrund des Risikos
einer QTc-Verlänger
ung in Verbindung
mit DM-6705 ist es
empfehlenswert,
während des gesamten
Behandlungszeitraum
s mit Delamanid
regelmässige EKG-Kon
trollen durchzuführe
n, wenn die gleichze
itige Anwendung von
Delamanid mit
Ritonavir für
erforderlich erachte
t wird.
Fusidinsäure --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Bei gleichzeitiger
Gabe von Ritonavir
mit Fusidinsäure
ist ein signifikante
r Anstieg der
Plasmakonzentratione
n von Fusidinsäure
und Ritonavir zu
erwarten.
Ketoconazol (200 mg 500 mg alle 12 h ↑ Ketoconazol ↑ 1.55 (1.40, 1.72) ↑ 3.44 (2.78, 4.27) --- Nicht empfohlen
täglich während 7 während 7 Tagen
Tagen)
Rifabutin (150 mg 500 mg alle 12 h ↑ Rifabutin ↑ 2.5 (1.9, 3.4) ↑ 4 (2.8, 6.1) ↑ 6 (3.5, 18.3) Kontraindiziert,
täglich während 16 während 10 Tagen wenn Ritonavir in
Tagen) antriretroviralen
Dosierungen angewend
et wird (600 mg
BID).
100 mg zweimal Die Fachinformation Mit Vorsicht anwende
täglich des gleichzeitig n, wenn Ritonavir
verabreichten zur Verbesserung
Proteaseinhibitors der Pharmakokinetik
sollte für spezifisc angewendet wird.
he Empfehlungen
konsultiert werden.
Sulfamethoxazol/ 500 mg zweimal ↓/↑ Sulfamethoxazol/ --- ↓ 0.80 (0.77, --- Mit Vorsicht anwende
Trimethoprim (Einzel täglich Trimethoprim 0.84)/ ↑ 1.20 n
dosis 800 mg/160 mg) (1.03, 1.43)
Voriconazol* (400 400 mg zweimal ↓ Voriconazol ↓ 0.32 (0.27, 0.38) ↓ 0.17 (0.14, 0.20) --- Kontraindiziert
mg zweimal täglich täglich während 9
während einem Tag, Tagen
dann 200 mg zweimal
täglich während 8
Tagen)
Antipsychotika
Quetiapin --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Auf Grund der CYP3A
Hemmung durch
Ritonavir wird eine
Konzentrationserhöhu
ng von Quetiapin
erwartet.
Antivirale Substanze
n
Efavirenz (600 mg 500 mg zweimal ↑ Efavirenz --- ↑ 1.21 --- Mit Vorsicht anwende
täglich) täglich n.
Patienten mit
diesem Dosierungssch
ema zeigten eine
höhere Nebenwirkungs
rate (z.B. Schwindel
, Übelkeit, um 50%
bis 60% Parästhesie)
und veränderte
Laborwerte (erhöhte
Leberwerte).
Glecaprevir/ Pibrent --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
asvir Die gleichzeitige
Anwendung mit
Ritonavir wird
nicht empfohlen, da
ein erhöhtes Risiko
für einen Anstieg
der ALT-Werte mit
einer erhöhten
Glecaprevir Expositi
on in Zusammenhang
gebracht wird.
Indinavir (in der 400 mg alle 12 Indinavir (400 mg ↓ 0.49 (0.39, 0.60) ↔ 1.06 (0.86, 1.29) ↑ 4-fach (2.8, Es liegen nur
Schweiz nicht Stunden alle 12 Stunden) ↓ 0.38 (0.30, 0.48) ↔ 1.07 (0.78, 1.28) 6.8x) ↑ 4-fach begrenzte Erfahrunge
zugelassen) mit Nahrung Tag 14 (2.5, 6.5x) n zur Sicherheit
Tag 15 Verglichen und Wirksamkeit
mit Indinavir 800 dieser Kombination
mg dreimal täglich bei Patienten vor.
nüchtern Das Risiko einer
Nephrolithiasis
kann sich bei Gabe
einer Dosis von
zweimal täglich 800
mg Indinavir oder
höher zusammen mit
Ritonavir erhöhen.
Eine adäquate
Flüssigkeitszufuhr
und eine Überwachung
der Patienten muss
gewährleistet sein.
Ritonavir hemmt die
Metabolisierung von
Indinavir durch
CYP3A. Die Gabe von
zweimal täglich 200
mg bis 400 mg
Ritonavir zusammen
mit einer Einzeldosi
s von 400 mg bis
600 mg Indinavir
erhöhte bei gesunden
Probanden die AUC
von Indinavir um
185% bis 475%, Cmax
um 21% bis 110% und
Cmin um das 11- bis
33-fache verglichen
mit der alleinigen
Gabe einer Einzeldos
is von 400 mg bis
600 mg Indinavir.
Maraviroc* (100 mg 100 mg alle 12 h ↑ Maraviroc ↑ 1.28 (0.79, 2.09) ↑ 2.61 (1.92, 3.56) --- Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich) n
Nevirapin --- Nicht untersucht. n.a.
Die gleichzeitige
Gabe von Ritonavir
in therapeutischen
Dosen führte nicht
zu klinisch relevant
en Änderungen der
Ritonavir und
Nevirapin Plasmaspie
gel.
Raltegravir* (Einzel 100 mg zweimal ↔ Raltegravir ↓ 0.76 (0.55, 1.04) ↓ 0.84 (0.70, 1.01) ↓ 0.99 (0.70, 1.40) n.a.
dosis 400 mg) täglich während 16
Tagen
Saquinavir (in der 100 mg zweimal ↑ Saquinavir -- ↑ 15 ↑ 5 Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht täglich n
zugelassen)
400 mg zweimal ↑ Saquinavir ↑ 14 ↑ 17 ---
täglich
Dosierungen der
beiden Proteasehemme
r von jeweils mehr
als 400 mg zweimal
täglich waren mit
einer erhöhten
Inzidenz von Nebenwi
rkungen verbunden.
Simeprevir (in der 100 mg zweimal Eine pharmakokinetis Nicht empfohlen
Schweiz nicht täglich che Studie hat
zugelassen) (200 mg gezeigt, dass eine
einmal täglich) gleichzeitige
Verabreichung von
Simeprevir 200 mg
1× täglich mit
Ritonavir 100 mg 2×
täglich eine Erhöhun
g der Simeprevir
Konzentration
bewirkte.
Tipranavir (500 mg 200 mg alle 12 h ↑ Tipranavir ↑ 4 ↑ 11 ↑ 44 (Ctrough) Mit Vorsicht anwende
zweimal täglich n. Tipranavir muss
während 11 Tagen) zusammen mit einer
niedrigen Dosis
Ritonavir angewendet
werden, um die
therapeutische
Wirkung sicherzustel
len. Ritonavir-Dosen
kleiner als 200 mg
zweimal täglich
dürfen nicht zusamme
n mit Tipranavir
verabreicht werden
Ritonavir erhöht
die Serumspiegel
von Tipranavir
infolge der CYP3A4-H
emmung. Tipranavir
in Kombination mit
200 mg Ritonavir
wurde mit Berichten
über klinisch
relevante Hepatitis
und Leberversagen
in Zusammenhang
gebracht, darunter
einige Fälle mit
tödlichem Verlauf.
Besondere Vorsicht
muss bei Patienten
mit chronischer
Hepatitis B oder
Hepatitis C Co-Infek
tion gewährleistet
sein, weil diese
Patienten ein
erhöhtes Risiko für
eine Hepatotoxizität
haben. Für weitere
Informationen siehe
die Fachinformation
zu Tipranavir.
Zidovudin (200 mg 300 mg alle 6 h ↓ Zidovudin --- ↓ 0.75 (0.66, 0.85) --- Mit Vorsicht anwende
alle 8 h) n
Endothelin-Antagonis
ten
Bosentan --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Die gleichzeitige n
Anwendung von
Bosentan und Ritonav
ir kann die maximale
n Bosentan steady-st
ate Konzentrationen
(Cmax) und die AUC
erhöhen.
Riociguat --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die Serumkonzentrati
onen erhöhen sich
möglicherweise
aufgrund der CYP3A-
und der P-gp-Inhibit
ion durch Ritonavir.
GnRH-Antagonisten
Elagolix (in der --- Die gleichzeitige Nicht empfohlen
Schweiz nicht Anwendung von
zugelassen) Elagolix und Ritonav
ir kann durch die
Hemmung von CYP3A
und P-gp die Elagoli
x Exposition erhöhen
. Bekannte schwerwie
gende unerwünschte
Wirkungen von
Elagolix beinhalten
Suizidgedanken und
Erhöhung der hepatis
chen Transaminasen.
Zusätzlich ist
Elagolix ein schwach
er/moderater Indukto
r von CYP3A. Dies
kann die Exposition
von Ritonavir
verringern.
HMG-CoA-Reduktase-In
hibitoren
Simvastatin, Atorvas --- Nicht untersucht. Simvastatin: kontrai
tatin, Rosuvastatin, Bei HMG-CoA-Reduktas ndiziert Rosuvastati
Pravastatin, e-hemmern wie n und Atorvastatin:
Fluvastatin Simvastatin, deren mit Vorsicht anwende
Metabolisierung in n
hohem Ausmass von
CYP3A abhängt,
werden bei gleichzei
tiger Anwendung mit
Ritonavir deutlich
erhöhte Plasmakonzen
trationen erwartet.
Da erhöhte Konzentra
tionen an HMG-CoA-Re
duktasehemmern zu
Myopathie, einschlie
sslich Rhabdomyolyse
, führen können,
ist die Kombination
dieser Arzneimittel
mit Ritonavir
kontraindiziert
(siehe "Kontraindika
tionen" ). Die
Metabolisierung von
Atorvastatin ist in
geringerem Ausmass
von CYP3A abhängig.
Bei Anwendung mit
Ritonavir sollte
die kleinst mögliche
Dosis von Atorvasta
tin gegeben werden.
Obwohl Rosuvastatin
schlecht über
CYP3A4 metabolisiert
wird, wurde eine
5- bzw. 2-fache
Erhöhung der Rosuvas
tatin Cmax und AUC
beobachtet. Der
Mechanismus dieser
Interaktion resultie
rt möglicherweise
aus der Hemmung von
Transportproteinen.
Die Metabolisierung
von Pravastatin und
Fluvastatin hängt
nicht von CYP3A ab
und Wechselwirkungen
mit Ritonavir
werden nicht erwarte
t.
Hormonelle Kontrazep
tiva
Ethinylestradiol 500 mg zweimal ↓ Ethinylestradiol ↓ 0.68 (0.61, 0.76) ↓ 0.60 (0.51, 0.69) --- Nicht empfohlen
(Einzeldosis 50 µg) täglich während 16
Tagen
Barriere- oder
andere nicht-hormone
lle Methoden zur
Empfängnisverhütung
sollten bei einer
Verabreichung von
Ritonavir in therape
utischen oder
geringen Dosierungen
angewendet werden.
Kinase Inhibitoren
Fostamatinib --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
Die gleichzeitige
Anwendung von
Fostamatinib mit
Ritonavir kann die
Exposition des
Fostamatinib Metabol
iten R406 erhöhen
was zu dosisabhängig
en unerwünschten
Wirkungen wie z.B.
Hepatoxizität und
Neutropenie führen
kann.
Lipidstoffwechsel-mo
difizierende Arzneim
ittel
Lomitapid --- Nicht untersucht. Kontraindiziert
Lomitapid ist ein
sensitives Substrat
des CYP3A4 Metabolis
mus. CYP3A4 Inhibito
ren erhöhen die
Exposition von
Lomitapid. Starke
CYP3A4 Inhibitoren
erhöhen die Expositi
on annähernd um das
27-fache.
PDE5 Inhibitoren
Avanafil (Einzeldosi 600 mg alle 12 h ↑ Avanafil ↑ 2.4 ↑ 13 --- Kontraindiziert
s 50 mg)
Sildenafil (Einzeldo 500 mg alle 12 h ↑ Sildenafil ↑ 3.9 (3.2, 4.9) ↑ 11 (9.0, 12.0) --- Mit Vorsicht anwende
sis 100 mg) während 8 Tagen n/ Kontraindiziert
bei Patienten mit
pulmonaler arteriell
er Hypertonie
(PAH). Die Gabe von
Sildenafil zur
Behandlung der
erektilen Dysfunktio
n zusammen mit
Ritonavir sollte
engmaschig überwacht
werden, und in
keinem Fall darf
die Sildenafil-Dosis
25 mg in 48 Stunden
überschreiten.
Tadalafil (Einzeldos 200 mg alle 12 h ↑ Tadalafil --- ↑ 2.24 --- Mit Vorsicht anwende
is 20 mg) n
Vardenafil (5 mg) 600 mg alle 12 h ↑ Vardenafil ↑ 13 ↑ 49 --- Kontraindiziert
Sedativa/Beruhigungs
mittel
Alprazolam (1 -- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Einfachdosis) Der Metabolismus n. Vorsicht ist
von Alprazolam geboten bei gleichze
wurde nach Gabe von itiger Anwendung
Ritonavir inhibiert. von Alprazolam
Nach 10-tägiger während der ersten
Ritonavir-Einnahme paar Tage, nach
wurde kein inhibitor Beginn einer Ritonav
ischer Effekt mehr ir-Therapie und
beobachtet. bevor die Induktion
der Metabolisierung
von Alprazolam
eingesetzt hat.
200 mg alle 12 ↑ Alprazolam - ↑ 2.5 ↔
Stunden während 2
Tagen
500 mg alle 12 ↔ Alprazolam - ↔ 0.88 ↔ 0.84
Stunden während 10
Tagen
Buspiron (in der Ritonavir wurde mit Mit Vorsicht anwende
Schweiz nicht einem erhöhten n
zugelassen) Risiko unerwünschter
Ereignisse durch
Buspiron (wie z.B.
neurologische oder
psychische Störungen
) in Verbindung
gebracht, wenn die
Arzneimittel zusamme
n verabreicht
wurden. Eine möglich
e Erklärung können
klinisch relevante
Erhöhungen der
Buspiron-Spiegel
aufgrund einer
Hemmung des CYP-3A-a
bhängigen Metabolism
us von Buspiron
durch Ritonavir
sein.
Triazolam 200 mg, 4 Dosen ↑ Triazolam ↑ 1.87 ↑ 20.4 --- Kontraindiziert
Schlafmittel
Zolpidem 200 mg, 4 Dosen ↑ Zolpidem ↑ 1.22 ↑ 1.28 --- Mit Vorsicht anwende
n
Rauchentwöhnung
Bupropion* (Einzeldo 100 mg zweimal ↓ Bupropion ↓ 0.79 (0.66, 0.96) ↓ 0.78 (0.68, 0.90) --- Mit Vorsicht anwende
sis 150 mg) täglich n
600 mg zweimal ↓ 0.38 (0.35, 0.41) ↓ 0.34 (0.31, 0.36) ---
täglich
Steroide
Inhalativ, intranasa --- Nicht untersucht. Nicht empfohlen
l oder über Injektio Eine gleichzeitige
n verabreichtes Verabreichung von
Fluticason, Budesoni Ritonavir und
d, Triamcinolon anderen Glukokortiko
iden, welche über
CYP3A4 metabolisiert
werden, wird nicht
empfohlen. Es sei
denn der mögliche
Nutzen einer Behandl
ung überwiegt das
Risiko von möglichen
systemischen
Corticosteroideffekt
en, einschliesslich
Cushing Syndrom und
adrenaler Suppressio
n. Alternativen zu
Fluticason, Budesoni
d und über Injektion
verabreichtes
Triamcinolon sollten
in Betracht gezogen
werden, besonders
bei Langzeitgebrauch
.
Schilddrüsenhormon-E
rsatztherapie
Levothyroxin --- Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwende
Es wurden Fälle n
nach der Markteinfüh
rung berichtet, die
auf eine potenzielle
Wechselwirkung
zwischen Ritonavir
enthaltenden Arzneim
itteln und Levothyro
xin hindeuten. Bei
Patienten, die mit
Levothyroxin behande
lt werden, sollten
zumindest im ersten
Monat nach Beginn
und/oder Ende der
Ritonavir-Behandlung
das Thyreoidea-stim
ulierende Hormon
(TSH) kontrolliert
werden.
* 90 % KI
Komedikation mit weiteren Substanzen
Zusätzlich zu den im Abschnitt "Kontraindikationen" aufgeführten Arzneimitteln wurde nachgewiesen bzw. wird, basierend auf dem Metabolismus dieser Arzneimittel, vermutet, dass sich die Serumspiegel der folgenden Arzneimittel oder Arzneimittelklassen aufgrund von Interaktionen mit Ritonavir verändern könnten:
Analgetika (Narkotika): Alfentanil¹, Fentanyl¹, Hydrocodon², Hydromorphon5, Codein5, Morphium5, Oxycodon², Tramadol².
Analgetika (nicht-steroidal): Diclofenac³, Flurbiprofen³, Ibuprofen³, Indomethacin³, Ketoprofen5, Ketorolac5, Nabumeton4 (in der Schweiz nicht zugelassen), Naproxen5.
Antiarrhythmika: Lidocain¹.
Antibiotika (Makrolide): Erythromycin¹.
Antidepressiva (trizyklische): Amitriptylin², Clomipramin², Doxepin4*, Imipramin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Maprotilin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Nortriptylin² (in der Schweiz nicht zugelassen), Trimipramin².
Antidepressiva (andere): Fluoxetin², Fluvoxamin4, Paroxetin², Sertralin¹, Venlafaxin².
Antidiabetika: Glimepirid³, Glipizid³ (in der Schweiz nicht zugelassen), Glibenclamid³.
Antiemetika/Prokinetika: Metoclopramid5, Ondansetron², Promethazin4* (in der Schweiz nicht zugelassen).
Antiepileptika: Carbamazepin¹, Clonazepam², Ethosuximid², Lamotrigin5, Phenobarbital4, Phenytoin³.
Antihistaminika: Loratadin¹.
Antihypertonika: Bosentan¹, Doxazosin4*, Losartan³, Terazosin4*.
Antimykotika: Itraconazol¹, Miconazol¹.
Antivirale Mittel gegen HCV: Glecaprevir/Pibrentasvir1
Beta-Blocker: Betaxolol4*, Metoprolol², Pindolol² (in der Schweiz nicht zugelassen), Propranolol³, Timolol².
Durchblutungsfördernde Mittel: Pentoxifyllin4.
Ergotalkaloide und Derivate: Bromocriptin¹, Ergometrin, Methylergometrin4.
Immunsuppressiva: Cyclosporin¹, Tacrolimus¹, Sirolimus1.
Kalziumkanal-Blocker: Amlodipin¹, Diltiazem¹, Felodipin¹, Isradipin¹, Nifedipin¹, Nimodipin¹, Nitrendipin¹, Verapamil¹.
Kortikosteroide: Dexamethason¹, Prednison².
Lipidsenker: Fluvastatin¹, Gemfibrozil4, Pravastatin².
Mittel gegen Parasiten: Albendazol4, Atovaquon5, Chinin¹, Chloroquin4, Metronidazol4, Proguanil³, Pyrimethamin4.
Mittel gegen Diarrhö: Loperamid5.
Mittel zur Ulkustherapie: Lansoprazol³, Omeprazol³.
Neuroleptika: Haloperidol², Perphenazin2* (in der Schweiz nicht zugelassen), Risperidon².
Psychostimulantien: Amphetamine und Amphetaminderivate², Methylphenidat4.
Sedativa: Lorazepam5, Oxazepam5, Propofol5, Temazepam5.
Zytostatika: Apalutamid4,, Cyclophosphamid³, Daunorubicin4*(in der Schweiz nicht zugelassen), Doxorubicin4*, Etoposid², Fostamatinib's Metabolit R4062, Ifosfamid³, Paclitaxel², Abemaciclib1, Encorafenib1, Tamoxifen¹, Dasatinib¹, Ivosidenib1, Nilotinib¹, Vinblastin², Vincristin².
¹ >3x Anstieg der AUC
² 1,5-3x Anstieg der AUC
³ 1,5-3x Anstieg oder Abfall der AUC
4 Mögliche Interaktion mit unbekannter Auswirkung (*ein Anstieg der AUC ist sehr wahrscheinlich)
5 Mögliche Abnahme der AUC
Aufgrund der veränderten Serumspiegel dieser Arzneimittel sollten diese ohne eine vorherige sorgfältige Beurteilung der möglichen Risiken und Vorteile nicht gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht werden.
Bei der gleichzeitigen Verabreichung mit Ritonavir müssen die therapeutischen Wirkungen und die Nebenwirkungen dieser Arzneimittel sorgfältig überwacht werden.
Da Ritonavir stark an Proteine bindet, sollte die Möglichkeit einer gesteigerten therapeutischen und toxischen Wirkung aufgrund der Verschiebung der Eiweissbindung gleichzeitig verabreichter Arzneimittel in Betracht gezogen werden.
Es wurde über neurologische und kardiale Ereignisse berichtet, wenn Ritonavir gleichzeitig mit Fluoxetin eingenommen wurde. Das mögliche Vorliegen einer Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden.
Schwangerschaft, StillzeitBasierend auf prospektiven Meldungen an das Schwangerschaftsregister (Antiretroviral Pregnancy Registry (APR)) von ca. 6100 Lebendgeburten nach Exposition gegenüber Ritonavir-haltigen Behandlungen (darunter mehr als 2800 Lebendgeburten nach Exposition im ersten Trimenon und mehr als 3200 Lebendgeburten nach Exposition im zweiten und dritten Trimenon) zeigte sich kein Unterschied bezüglich der Gesamtrate von Geburtsgebrechen nach Exposition gegenüber Ritonavir verglichen mit der Rate für Geburtsgebrechen von 2,7 % in der US-amerikanischen Referenzpopulation des Metropolitan Atlanta Congenital Defects Program (MACDP). Die Prävalenz von Geburtsgebrechen bei Lebendgeburten betrug nach Exposition gegenüber Ritonavir-haltigen Behandlungen im ersten Trimenon 2,3 % (95%-KI: 1,7 % - 2,9 %) und nach Exposition gegenüber Ritonavir-haltigen Behandlungen im zweiten und dritten Trimenon 2,9 % (95%-KI: 2,3 % - 3,5 %).
Dieses Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Barriere- oder andere nicht-hormonelle Methoden zur Empfängnisverhütung sollten bei einer Verabreichung von Ritonavir in therapeutischen oder geringen Dosierungen angewendet werden.
Gemäss den begrenzten veröffentlichten Daten ist Ritonavir in der Muttermilch nachweisbar.
Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Ritonavir auf gestillte Kinder oder die Wirkungen der Substanz auf die Milchproduktion vor. Aufgrund der Möglichkeit (1) einer HIV-Übertragung (bei HIV-negativen Kindern), (2) der Entwicklung einer Virusresistenz (bei HIV-positiven Kindern) und (3) schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei gestillten Kindern sind Mütter, die Ritonavir erhalten, anzuweisen, auf das Stillen zu verzichten.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEs wurde nicht gesondert untersucht, ob Ritonavir die Fähigkeit zur Teilnahme am Strassenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinflusst. Es sollte jedoch bei der Teilnahme am Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen beachtet werden, dass Benommenheit und Schwindel bekannte Nebenwirkungen von Ritonavir sind. Ritonavir kann die unerwünschten Wirkungen anderer Arzneimittel verstärken.
Unerwünschte WirkungenBei gleichzeitiger Anwendung von Ritonavir und anderen Proteaseinhibitoren müssen die jeweiligen Fachinformationen dieser Arzneimittel, einschliesslich der unerwünschten Wirkungen, beachtet werden.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen mit möglichem, wahrscheinlichem oder unbekanntem Zusammenhang mit Ritonavir wurden in klinischen Studien der Phasen II und III und in Spontanmeldungen berichtet (Häufigkeiten >10% werden einzeln in Klammern angegeben):
In klinischen Studien (Phase II/III) wurden bei >2% der 1033 Patienten die folgenden Nebenwirkungen beobachtet, bei denen ein möglicher, wahrscheinlicher oder unbekannter Zusammenhang mit Ritonavir besteht:
Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Asthenie, Geschmacksstörungen, periorale und periphere Parästhesie wurden am häufigsten beobachtet und stehen in einem kausalen Zusammenhang mit Ritonavir.
Nachfolgend sind mässige bis schwere Nebenwirkungen, bei denen ein möglicher, wahrscheinlicher oder unbekannter Zusammenhang mit Ritonavir besteht, aufgelistet. Die Häufigkeit wird wie folgt angegeben: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 - < 1/10), gelegentlich (≥1/1000 - < 1/100), selten (≥1/10'000 - < 1/1000).
Unerwünschte Wirkungen von mässiger bis schwerer Intensität aus klinischen Studien (Phase II/III) bei erwachsenen Patienten (n = 1033)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Häufig: Pharyngitis.
Selten: Follikulitis, infektiöse Hepatitis, interstitielle Pneumonie, Pyelonephritis, Abszess am Zahn, Urethritis.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Gelegentlich: Neutropenie, Anämie, Lymphadenopathie.
Selten: Lymphozytose, Thrombozytopenie.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Hyperästhesie, Somnolenz.
Gelegentlich: Hypästhesie, Presynkope, Tremor, Lethargie, Parosmie, Gesichtsfeldstörungen.
Selten: Ageusie, Amnesie, Aphasie, Ataxie, Gleichgewichtsstörungen, kognitive Störungen, Krämpfe, Grand mal Anfall, verminderte Aufmerksamkeit, Migräne, Neuralgie, Paralyse.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Verminderter Appetit, Hyperlipidämie.
Gelegentlich: Dehydratation, Diabetes mellitus, Hyperurikämie.
Selten: Hypovitaminose.
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Schlaflosigkeit, Angst.
Gelegentlich: Depression, Persönlichkeitsstörungen, Nervosität, abnormale Träume, Desorientierung, euphorische Gemütslage, Halluzination, verringerte Libido.
Selten: Agitation, emotionale Störungen, major depression, sexuelle Hemmung, Alpträume, Tic.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Uveitis, Augenschmerzen.
Selten: Blepharitis, Diplopie, vermindertes Farbensehen, Iritis, Photophobie, reduzierte Sehschärfe, Sehbehinderung, verändertes Elektrooculogramm und Elektroretinogramm.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Selten: Ohrbeschwerden, Ohrenschmerzen, Hörschwäche, Tinnitus, Vertigo, vermehrter Ohrenschmalz.
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Palpitationen, Tachykardie, posturale Hypotension.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Orale Parästhesie, aphthöse Stomatitis, Mundulzeration, Oberbauchschmerzen, Mundtrockenheit.
Gelegentlich: Würgen, Veränderung des Bauchumfangs, Verstopfung, Aufstossen, orale Hypoästhesie, Colitis, Dysphagie, Blut im Stuhl, Schmerzen in der Speiseröhre.
Selten: Cheilitis, Morbus Crohn, hämorrhagischer Durchfall, Unbehagen im Oberbauch, heller Stuhl, Gastritis, Gastroenteritis, Zahnfleischrückgang, Hyperchlorhydrie, Oesophagitis, Pankreatitis, Schmerzen im Rectum.
Leber- und Gallenerkrankungen
Gelegentlich: Hepatotoxizität.
Selten: Cholangitis, Hepatomegalie, Hyperbilirubinämie.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Hyperhidrose, Nachtschweiss, Empfinden von Hautbrennen, Molluscum contagiosum.
Selten: Kalter Schweiss, Kontaktdermatitis, exfoliative Dermatitis, psoriasiforme Dermatitis, trockene Haut, Ekchymose, Ekzem, Erythema multiforme, Photosensibilitätsreaktion, follikulärer Ausschlag, vesikulärer Ausschlag, Rosacea, Seborrhoe, Urticaria.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich: Muskelspasmen, steife Gelenke, Arthrose, Muskelschwäche, muskulo-skeletale Steifheit.
Selten: Schmerzen in der Flankengegend, Gelenkschwellung, Myositis, Nackenschmerzen, Schmerzen im Bereich des Kiefergelenkes, Rhabdomyolyse.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Dysurie, Harnverhaltung.
Selten: Nierensteine, Nykturie, Nierenversagen.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Gelegentlich: Potenzstörungen, Peniserkrankungen.
Allgemeine Erkrankungen
Häufig: Asthenie, Fieber, Unwohlsein.
Gelegentlich: Erkältungen, influenzaartige Erkrankungen, Schmerzen, Beschwerden in der Brust, Brustschmerzen, Reizbarkeit, Durst.
Selten: Unbehagen, Empfinden von kalt, Gang-Störung, Ödem, Anfälligkeit.
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Selten: akzidentielle Verletzung mit Prellung.
Untersuchungen
Häufig: Gewichtsabnahme, Amylase im Blut erhöht, Harnsäure im Blut erhöht, erhöhte Körpertemperatur.
Selten: Alkalische Phosphatase im Blut erhöht, Kalziumgehalt im Blut erniedrigt, Hämoglobin erniedrigt, anormale hepatische Enzyme, neurologische Untersuchung anormal.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: Irritation im Rachen.
Gelegentlich: Dyspnoe.
Selten: Trockener Rachen, Schluckauf, Hypoventilation, Atmungsstörung, Verstopfung der Nasennebenhöhlen.
Unerwünschte Wirkungen aus klinischen Studien (kumulative Daten)
Die folgende Listung umfasst andere behandlungserforderliche unerwünschte Wirkungen (mit möglichem oder wahrscheinlichem Zusammenhang), welche bei ≥ 1% der erwachsenen Patienten nach Einnahme von Norvir aufgetreten sind. Die Angaben stammen von kumulativen Daten aus kombinierten Phase II-IV Studien (n = 1755).
Erkrankungen des Immunsystems
Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Urtikaria und Gesichtsödem*.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig: Schwindel* (15,6%), Geschmacksstörung* (16,2%), Parästhesie (einschliesslich orale Parästhesie)* (50,7%), periphere Neuropathie (10,1%).
Häufig: Synkope*.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Gicht*, Hypercholesterämie*, Hypertriglyzeridämie*.
Psychiatrische Erkrankungen
Häufig: Verwirrtheit*, Aufmerksamkeitsstörung.
Augenerkrankungen
Häufig: verschwommenes Sehen.
Gefässerkrankungen
Sehr häufig: Hautrötungen, Hitzegefühl* (13,2%).
Häufig: Hypertonie*, Hypotonie einschliesslich orthostatische Hypotonie*, kalte Extremitäten*.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Ober- und Unterbauchschmerzen* (26,4%), Übelkeit (57,4%), Durchfall einschliesslich schwerem mit Elektrolytstörungen* (67,9%), Erbrechen* (31,9%), Dyspepsie (11,5%).
Häufig: Flatulenz, gastrointestinale Blutungen*, gastro-oesophageale Refluxbeschwerden (GERD).
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufig: Bilirubinkonzentration im Blut erhöht (einschliesslich Gelbsucht)*, Hepatitis (einschliesslich erhöhter AST, ALT, GGT)*.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr häufig: Hautausschlag (einschliesslich erythematöser und makulopapulöser Ausschlag)* (27,1%), Juckreiz* (12,2%).
Häufig: Akne*.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr häufig: Arthralgie und Rückenschmerzen* (18,6%).
Häufig: Myopathie/Kreatinphospokinase erhöht*, Myalgie.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: vermehrtes Wasserlassen*.
Allgemeine Erkrankungen
Sehr häufig: Müdigkeit einschliesslich Asthenie* (46,2%).
Häufig: Ödem und peripheres Ödem*.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr häufig: Husten* (21,7%), oropharyngeale Schmerzen* (15,9%).
* Term beinhaltet mehrere ähnliche MedDRA Terms
Post Marketing Überwachung (Häufigkeitsangabe "Nicht bekannt" )
Leber- und Gallenerkrankungen
Leberfunktionsstörung, hepatische Transaminasen erhöht, Pankreatitis.
Erkrankungen des Nervensystems
Krampfanfälle.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Allergische Reaktionen einschliesslich Urtikaria, leichter Ausschlag, Quincke Ödem, Toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Bronchospasmus.
Herzerkrankungen
Herzinfarkt.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Lipodystrophie-Syndrom, Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterolämie, Insulinresistenz, Hyperglykämie, Hyperlaktatämie, Hyperurikämie.
Allgemeine Erkrankungen
Angioödem, anaphylaktischer Schock, Stevens-Johnson Syndrom, Dehydration.
Untersuchungen
Studien ≥1%: niedriger Kaliumspiegel, tiefere Spiegel an freiem und totalem Thyroxin (T4), erhöhte Glukosewerte, niedriger Gesamtkaliumspiegel, erhöhte Magnesiumwerte.
Studien ≥1%: niedriger WBC (16%), Erythrozyten erniedrigt, Hämatokrit erniedrigt, Neutrophile erniedrigt, Eosinophile erhöht, WBC erhöht, Neutrophile erhöht, verlängerte Prothrombinzeit.
Hepatische Funktionsstörungen: wurden mit einigen Todesfällen berichtet. Diese wurden im Allgemeinen bei Patienten mit mehrfachen Begleittherapien und/oder fortgeschrittener AIDS-Erkrankung beobachtet.
Bei Patienten, die mit Norvir in Monotherapie oder Kombination mit anderen antiretroviral wirkenden Arzneimitteln behandelt wurden, trat eine Erhöhung der Leberwerte für Transaminasen um mehr als das Fünffache der Obergrenze der Normalwerte sowie Hepatits und Ikterus auf.
Pankreatitis wurde bei Patienten, die eine Norvir-Therapie erhalten, einschliesslich jenen mit Hypertriglyceridämie beobachtet; in einigen Fällen mit letalem Ausgang. Bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung scheint ein Risiko für erhöhte Triglyceride und Pankreatitis zu bestehen.
Eine Pankreatitis sollte in Betracht gezogen werden, wenn die klinischen Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen) oder abweichende Laborwerte (erhöhte Serumwerte der Lipase oder Amylase) auf das Vorhandensein einer Pankreatitis hinweisen. Patienten mit diesen Anzeichen oder Symptomen sollten genau untersucht werden und, wenn eine Pankreatitis diagnostiziert wird, sollte die Norvir-Therapie abgebrochen werden.
In seltenen Fällen wurde über Rhabdomyolyse bei Proteaseinhibitoren, insbesondere in Kombination mit Nukleosidanaloga, berichtet.
Metabolische Parameter
Im Zuge einer antiretroviralen Therapie kann es zu einem Anstieg des Körpergewichts, der Lipidwerte im Blut und des Blutzuckerspiegels kommen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Hyperglykämien wurden bei einzelnen Personen mit oder ohne bekanntem Diabetes beobachtet. Eine Ursache und ein Zusammenhang konnten bisher nicht festgestellt werden.
Bei Kombination mit Zidovudin kam es zu einer erhöhten Nebenwirkungsrate (vor allem Nausea, Erbrechen, Diarrhoe, Asthenie, periorale Parästhesien).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungEs liegen nur eingeschränkte Erfahrungen bezüglich einer akuten Überdosierung von Ritonavir beim Menschen vor. Ein Patient, der bei klinischen Prüfungen 1500 mg Ritonavir/Tag über zwei Tage einnahm, klagte über Parästhesien, die nach Senkung der Dosis verschwanden. In einem Fall trat ein Nierenversagen mit Eosinophilie auf.
Die bei Tieren beobachteten Vergiftungszeichen bestehen aus verminderter Aktivität, Ataxie, Atemnot und Zittern.
Gegen die Überdosierung von Ritonavir gibt es kein spezielles Gegenmittel. Die Behandlung einer Überdosierung von Ritonavir sollte allgemeine Massnahmen umfassen, wie z.B. die Überwachung der Vitalfunktionen und die Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Aufgrund der Löslichkeit und einer möglichen Ausscheidung durch den Verdauungstrakt wird empfohlen, zur Behandlung der Überdosierung eine Magenspülung durchzuführen und Aktivkohle zu verabreichen. Da Ritonavir in hohem Masse von der Leber umgesetzt wird und eine hohe Proteinbindung besitzt, ist eine nennenswerte Beseitigung von Ritonavir durch Dialyse nicht zu erwarten.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J05AE03
Wirkungsmechanismus
Ritonavir ist ein oral wirkender, peptidomimetischer Hemmer der HIV-1- und HIV-2-Aspartylproteasen. Durch die Hemmung der HIV-Proteasen ist das Enzym nicht mehr zur Verarbeitung des gag-pol-Polyproteins fähig. Dies verursacht die Entstehung von HIV-Partikeln mit einer unreifen Morphologie, die nicht in der Lage sind, einen neuen Infektionskreislauf in Gang zu setzen. Ritonavir hat eine besondere Affinität gegenüber den HIV-Proteasen und nur eine gering hemmende Wirkung gegenüber menschlichen Aspartylproteasen.
In vitro-Daten weisen darauf hin, dass Ritonavir gegenüber allen HIV-Stämmen wirksam ist, die in einer Reihe transformierter und primärer menschlicher Zelllinien untersucht wurden. Die Konzentration von Ritonavir, die zu einer Hemmung der Virusreplikation in vitro um 50% bzw. 90% führt, beträgt ca. 0,02 µM bzw. 0,11 µM. Eine ähnliche Wirksamkeit fand sich sowohl bei AZT-empfindlichen als auch AZT-resistenten HIV-Stämmen. Untersuchungen zur Messung der direkten Zelltoxizität von Ritonavir gegen verschiedene Zelllinien zeigten keine direkte Toxizität bei Konzentrationen bis zu 25 µM, dadurch ergab sich ein therapeutischer Index in vitro von mindestens 1000.
Resistenzen
Ritonavir-resistente Isolate von HIV-1 wurden in vitro ausgewählt. Die resistenten Isolate zeigten eine verringerte Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir. Die genotypische Analyse zeigte, dass die Resistenz in erster Linie auf spezifische Aminosäure-Substitutionen in der HIV-1-Protease an Kodon 82 und 84 zurückzuführen war.
Die Empfindlichkeit der klinischen Isolate gegenüber Ritonavir wurde in kontrollierten klinischen Studien überwacht. Bei einigen Patienten, die eine Monotherapie mit Ritonavir erhielten, entwickelten sich HIV-Stämme mit einer verringerten Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir. Serielle genotypische und phänotypische Analysen wiesen darauf hin, dass sich die Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir regelmässig und schrittweise verringerte. Die ersten Mutationen traten an den Positionen 82 (Val in Ala oder Phe), 54 (Ile in Val ), 71 (Ala in Val oder Thr) und 36 (Ile in Leu) auf, gefolgt von Kombinationen von Mutationen an weiteren fünf spezifischen Aminosäurenpositionen. In vivo isolierte Virenstämme, welche ein unverändertes Kodon 82 aufwiesen, zeigten keine verringerte Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir. Die Mutation des Kodons 82 scheint dabei notwendig aber nicht ausreichend zu sein, um eine phänotypische Resistenz zu erzeugen. Phänotypische Resistenz wurde als eine ≥5-fache Reduktion der in vitro-Sensitivität, bezogen auf den Ausgangswert, definiert. Die klinische Relevanz der phäno- und genotypischen Veränderungen, die mit einer Ritonavir-Therapie assoziiert sind, wurde nicht untersucht.
Kreuzresistenzen mit anderen antiviralen Substanzen
In seriellen HIV-Isolaten von sechs Patienten unter Ritonavir-Therapie fand sich in vitro eine herabgesetzte Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir, dagegen konnte in vitro bei diesen Isolaten aber keine entsprechende Herabsetzung der Empfindlichkeit gegenüber Saquinavir im Vergleich zu den entsprechenden, anfänglichen Isolaten beobachtet werden. Dennoch konnte in Isolaten bei zwei dieser Patienten eine herabgesetzte Empfindlichkeit (8fach) gegenüber Indinavir in vitro festgestellt werden. Isolate von fünf Patienten wurden auch auf Kreuzresistenz gegenüber Amprenavir und Nelfinavir untersucht. Bei Isolaten von zwei Patienten zeigte sich dabei eine 12-14fach verringerte Empfindlichkeit gegenüber Nelfinavir, jedoch keine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Amprenavir. Eine Kreuzresistenz zwischen Ritonavir und RT(reverse transcriptase)-Hemmern ist aufgrund der unterschiedlichen, beteiligten Zielenzyme unwahrscheinlich. Ein in vitro untersuchtes AZT-resistentes HIV-Isolat behielt die vollständige Empfindlichkeit gegenüber Ritonavir bei.
Pharmakodynamik
Siehe Abschnitt Klinische Wirksamkeit.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirkung von Ritonavir (Monotherapie oder in Kombination mit anderen antiretroviralen Substanzen) auf biologische Marker zur Messung der Krankheitsaktivität, wie z.B. die Anzahl der CD4-Zellen und viralen RNS im Serum wurden in mehreren Studien an HIV-1-Patienten untersucht. Die nachfolgend genannten sind die wichtigsten Studien.
Anwendung bei Erwachsenen
Eine kontrollierte Studie mit Ritonavir als Zusatztherapie ( "add-on" ) von HIV-1 positiven Patienten, die ausgiebig mit Nukleosidanaloga vorbehandelt waren und eine CD4-Zahl von ≤100 Zellen/µl aufwiesen, ergab einen Rückgang der Mortalität sowie der AIDS-definierenden Ereignisse. Bei der mit Ritonavir behandelten Gruppe betrug die durchschnittliche Abweichung des anfänglichen HIV-RNS-Spiegels unter 16 Wochen Therapie -0,79 log10 (maximaler durchschnittlicher Rückgang: 1,29 log10) im Vergleich zu -0,01 log10 bei der Kontrollgruppe. Am häufigsten wurden in dieser Studie die Nukleoside Zidovudin, Stavudin, Didanosin und Zalcitabin verabreicht.
In einer Studie mit weniger fortgeschrittenen HIV-1 positiven Patienten (CD4-Zahl 200 - 500 Zellen/µl) ohne antiretrovirale Vorbehandlung, wies Ritonavir in Kombinationstherapie mit Zidovudin sowie in Monotherapie eine Verminderung des Virusspiegels im Plasma sowie einen CD4- Zellanstieg auf. Die Wirkung der Ritonavir-Monotherapie schien unerwarteterweise mindestens genauso stark zu sein wie die Wirkung einer Kombinationstherapie; ein Befund, der bisher noch nicht adäquat geklärt werden konnte. Bei der mit Ritonavir behandelten Gruppe betrug unter 48 Wochen Therapie die durchschnittliche Abweichung der HIV-RNS-Spiegel -0,88 log10 im Vergleich zu -0,66 log10 bei der mit Ritonavir und Zidovudin behandelten Gruppe und -0,42 log10 in der Monotherapie mit Zidovudin.
In Hinblick auf die Dauer der Behandlung mit Ritonavir sollte der Virusspiegel wegen des möglichen Auftretens einer Resistenz berücksichtigt werden, wie in "Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten" beschrieben.
In einer offenen Studie mit 32 bisher noch nicht antiretroviral behandelten HIV-1-positiven Patienten unter Kombinationstherapie mit Ritonavir, Zidovudin und Zalcitabin verringerte sich der Virusspiegel (durchschnittliche Verminderung in der 20. Woche um 1,76 log10).
PharmakokinetikAbsorption
Da Ritonavir nicht zur parenteralen Verabreichung zur Verfügung steht, wurde die absolute Bioverfügbarkeit nicht bestimmt.
Nach einer Einzeldosis von 600 mg Ritonavir wurden maximale Blutspiegel (Cmax) von 14,7 ± 3,3 µg/ml nach 4,2 ± 0,9 Stunden (tmax) gefunden.
Die Pharmakokinetik von Ritonavir bei Mehrfachgabe wurde bei nicht nüchternen HIV-positiven erwachsenen Probanden untersucht. Bei Mehrfachgabe ist die Kumulation von Ritonavir etwas geringer als eine Einzeldosis erwarten liesse, was auf einen zeit- und dosisabhängigen Anstieg der apparenten Clearance (Cl/F) zurückzuführen ist. Die Talspiegel von Ritonavir sanken mit der Zeit, was möglicherweise auf eine Enzyminduktion zurückzuführen ist. Nach 2 Wochen stabilisierten sie sich jedoch wieder. Im Fliessgleichgewicht wurden bei einer Dosis von zweimal täglich 600 mg maximale Konzentrationen (Cmax) und minimale Konzentrationen (Cmin) von 11,2 ± 3,6 bzw. 3,7 ± 2,6 µg/ml (Mittelwerte ± Standardabweichung) beobachtet.
In einem Dosierungsintervall von 12 Stunden lag die AUC12h bei 77,5 ± 31,5 µg·h/ml.
Nahrung verringert die Bioverfügbarkeit von Norvir Filmtabletten. Bei Verabreichung einer Einzeldosis von 100 mg der Norvir Filmtablette zusammen mit einer normal- oder hochkalorischen Mahlzeit, wird eine mittlere Abnahme von 20-23% der AUC und Cmax im Vergleich zur Verabreichung der Filmtabletten unter nüchternen Bedingungen beobachtet. Trotzdem sollen Norvir Filmtabletten zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
Die Pharmakokinetik von Ritonavir ist dosisabhängig: Bei zunehmender Dosis wurde ein überproportionaler Anstieg der Blutspiegelkurve (AUC) und der Cmax beobachtet. Die Einnahme zu den Mahlzeiten führt zu höheren Wirkstoffkonzentrationen als die Einnahme im nüchternen Zustand.
Zwischen Männern und Frauen wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede der Blutspiegelkurve (AUC) bzw. der Cmax beobachtet. Die pharmakokinetischen Parameter von Ritonavir standen in keinem statistisch bedeutsamen Zusammenhang mit dem Körpergewicht oder der fettfreien Körpermasse.
Distribution
Das apparente Verteilungsvolumen (VB/F) von Ritonavir beträgt ca. 20-40 l nach einer Einzeldosis von 600 mg. Die Eiweissbindung von Ritonavir im menschlichen Plasma beträgt ca. 98-99%. Ritonavir bindet sowohl an das humane saure alpha-1-Glycoprotein (AAG) als auch an humanes Serumalbumin (HSA) mit vergleichbaren Affinitäten. Die Plasmaproteinbindung ist im gesamten Konzentrationsbereich von 1 – 100 µg/ml konstant.
Untersuchungen zur Gewebeverteilung mit 14C-markiertem Ritonavir bei Ratten zeigten, dass die höchsten Konzentrationen von Ritonavir in Leber, Nebennieren, Pankreas, Nieren und Schilddrüse vorlagen. Die in den Lymphknoten von Ratten gemessenen Gewebe-Plasma-Quotienten von ca. 1 lassen darauf schliessen, dass sich Ritonavir auch im Lymphgewebe verteilt. In das Gehirn tritt Ritonavir nur geringfügig über.
Metabolismus
Es wurde festgestellt, dass Ritonavir in hohem Masse in der Leber durch Cytochrom P450, in erster Linie das Isoenzym CYP3A4 und in geringerem Ausmass durch CYP2D6, metabolisiert wird. Tierexperimentelle sowie in vitro-Untersuchungen mit Mikrosomen aus der menschlichen Leber wiesen nach, dass Ritonavir in erster Linie einem oxidativen Stoffwechsel unterliegt. Beim Menschen wurden fünf Metabolite von Ritonavir identifiziert. Das Stoffwechselprodukt der Isopropylthiazol-Oxidation (M-2) ist der Hauptmetabolit, dessen antivirale Wirkung mit der Muttersubstanz vergleichbar ist. Die Blutspiegelkurve (AUC) des Stoffwechselproduktes M-2 betrug jedoch ca. 3% der AUC der Muttersubstanz.
Elimination
Untersuchungen am Menschen mit radioaktiv markiertem Ritonavir zeigten, dass die Ausscheidung von Ritonavir in erster Linie über das hepatobiliäre System erfolgt. Ca. 86% der radioaktiv markierten Substanz wurden im Stuhl wiedergefunden, vermutlich handelt es sich bei einem Teil davon (34%) um nicht absorbierte Substanz. In diesen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Ausscheidung von Ritonavir über die Niere von untergeordneter Bedeutung ist (11,3% der Dosis, 3,5% als unveränderte Substanz im Urin ausgeschieden). Diese Ergebnisse stimmen mit den Beobachtungen in tierexperimentellen Studien überein.
Die Halbwertszeit (t½) von Ritonavir betrug ca. 3 bis 5 Stunden. Die apparente Fliessgleichgewicht-Clearance bei Patienten, die mit 600 mg zweimal täglich behandelt wurden, betrug durchschnittlich 8,8 ± 3,2 l/h. Die renale Clearance betrug durchschnittlich weniger als 0,1 l/h und blieb innerhalb des gesamten Dosisbereiches relativ konstant.
Der Zeitraum bis zur maximalen Konzentration (Tmax) blieb bei ca. 4 Stunden mit steigender Dosis konstant.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Niereninsuffizienz
Zur Zeit liegen noch keine Daten spezifisch für diese Patientengruppe vor. Da Ritonavir stark proteingebunden vorliegt, ist es nicht wahrscheinlich, dass es durch Hämo- oder Peritonealdialyse in hohem Masse entfernt wird.
Leberinsuffizienz
Nach der Mehrfachgabe von Ritonavir an gesunde Probanden (500 mg zweimal täglich) und Probanden mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion (400 mg zweimal täglich) war die Wirkstoffkonzentration nach Normalisierung der Dosis zwischen diesen beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.
Präklinische DatenIn tierexperimentellen Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe erwiesen sich Leber, Netzhaut, Schilddrüse und Nieren als die wichtigsten Zielorgane. Die Leberveränderungen betrafen die Leberzellen, das Gallensystem und die Phagozyten und gingen mit einem Anstieg der Leberenzyme einher. Eine Hyperplasie des Netzhautpigmentepithels und eine Netzhautdegeneration wurden in allen Untersuchungen an Nagern, die mit Ritonavir durchgeführt wurden, festgestellt, nicht aber bei Hunden. Untersuchungen der Ultrastruktur lassen darauf schliessen, dass diese Netzhautveränderungen Folgeerscheinungen einer Phospholipidose sind. Klinische Untersuchungen lieferten jedoch keine Hinweise auf durch die Prüfsubstanz induzierte Augenveränderungen beim Menschen. Sämtliche Veränderungen an der Schilddrüse waren nach Absetzen von Ritonavir reversibel. Klinische Untersuchungen am Menschen ergaben keine klinisch relevanten Veränderungen der Schilddrüsenfunktionstests. Bei Ratten wurden Nierenveränderungen wie z.B. eine Degeneration der Nierenkanälchen, chronische Entzündung und Proteinurie festgestellt, die jedoch vermutlich auf speziesspezifische, spontane Erkrankungen zurückzuführen sind. In klinischen Studien wurden ausserdem keine klinisch relevanten Nierenveränderungen festgestellt.
In den bisher durchgeführten in vitro- und in vivo-Untersuchungen, wie Ames-Test mit S. typhimurium und E. coli, Mäuselymphomtest, Mausmikronucleustest und Chromosomenaberrationstest mit menschlichen Lymphozyten, erwies sich Ritonavir weder als mutagen noch als klastogen. Langzeitkanzerogenitätsstudien mit Ritonavir an Mäusen und Ratten lassen ein für diese Arten spezifisches Tumorpotential erkennen, welches für den Menschen aber als nicht relevant angesehen werden kann.
Reproduktionstoxikologie
Es wurden keine durch Ritonavir bedingten Fehlbildungen bei Ratten oder Kaninchen festgestellt. Die bei Ratten beobachtete Entwicklungstoxizität (Embryoletalität, verringertes Gewicht der Föten sowie verzögerte Knochenbildung und Entwicklungsstörungen und viszerale Veränderungen einschliesslich verzögerter Hodensenkung) trat bei einer für das Muttertier toxischen Dosis auf. Bei Kaninchen trat eine Entwicklungstoxizität (Embryoletalität, verringerte Grösse des Wurfs und verringertes Gewicht der Föten) bei einer für das Muttertier toxischen Dosis auf.
Die Ausscheidung in die Milch wurde nicht in Tierversuchen untersucht, jedoch zeigte eine an Ratten durchgeführte Studie einige Wirkungen auf die Entwicklung der Nachkommenschaft während der Laktation, die mit der Ausscheidung von Ritonavir in die Milch bei dieser Tierart in Zusammenhang zu bringen sind.
Sonstige HinweiseHaltbarkeit
Norvir darf nur bis zum mit "EXP" angegebenen Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Norvir Filmtabletten sollten bei Raumtemperatur (15 – 25 °C) gelagert und vor Ablauf des auf der Flasche aufgedruckten Verfallsdatums aufgebraucht werden.
In der Originalverpackung aufbewahren.
Zulassungsnummer60090 (Swissmedic).
PackungenEinzelpackung (5 Tage): 1 Flasche zu 30 Filmtabletten. (A)
ZulassungsinhaberinAbbVie AG, 6330 Cham.
Stand der InformationNovember 2020.
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