PharmakokinetikAbsorption, Distribution, Metabolismus, Elimination
Modulamin Plus ist zur intravenösen Verabreichung bestimmt. Dadurch wird die enterale Resorption umgangen, und die systemische Verfügbarkeit der Wirkstoffe beträgt 100%.
Aminosäuren verteilen sich im extra- und intrazellulären Raum und mischen sich dort mit den körpereigenen Pools von freien Aminosäuren und Elektrolyten. Der Übertritt in andere Körperflüssigkeiten erfolgt analog dem der entsprechenden endogenen Substanzen durch Diffusion (Plazentarschranke) oder spezifische Transportprozesse (Blut-Hirn-Schranke).
Eine nennenswerte Bindung an Plasmaproteine existiert nur im Fall von Tryptophan, das im Plasma zu maximal 85% in albumingebundener und nur zu maximal 25% in freier Form vorkommt.
Optimale Wirkkonzentrationen im Plasma liegen vor, wenn sich sämtliche Aminosäuren in den normalen (homöostasegerechten) Relationen im mittleren bis oberen Normbereich befinden. Je nach Infusionsrate kann die Plasmaaminosäurenhomöostase stets erhalten bleiben.
Der Metabolismus der in Modulamin Plus enthaltenen Aminosäuren unterscheidet sich nicht von dem der endogenen bzw. nach oraler Eiweiss-Ingestion im Kreislauf auftretenden Aminosäuren. Aminosäuren stellen die Bausteine für die Proteinsynthese dar und dienen als Aminogruppendonatoren bei der Biosynthese anderer stickstoffhaltiger Verbindungen. Zu letzterem Zweck wird der Aminostickstoff der verschiedenen Aminosäuren durch Transaminierung in Alanin, Aspartat und Glutamat gesammelt und – je nach Stoffwechsellage – für Biosynthesen übernommen oder zum Zweck der Elimination in die Harnstoffbildung geleitet. Das zurückbleibende Kohlenstoffgerüst unterliegt der vollständigen Oxidation unter Bildung von Kohlendioxid und Wasser. Die sog. glucoplastischen Aminosäuren bilden ausserdem Vorstufen für die Gluconeogenese und spielen daher eine wichtige Rolle bei dem Erhalt der Glucosehomöostase.
Die Plasmahalbwertszeit exogener Aminosäuren liegt zwischen 3 und 15 Min., die mittlere Verweildauer im Organismus kann wegen der unterschiedlichen Funktion (s.o.) und der Möglichkeit zur Reutilisation nicht angegeben werden.
Neben der bereits erwähnten Ausscheidung von harnpflichtigen Endprodukten des Aminosäuren- und Eiweissstoffwechsels spielt die renale Elimination von Aminosäuren als solchen oder als spezifischen Metaboliten nur eine untergeordnete Rolle (ausser bei hereditären Störungen des Aminosäurenstoffwechsels).
Kinetik spezieller Patientengruppen
Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Plasmahalbwertszeit der meisten Aminosäuren verlängert und die Elimination von Aminosäuren entsprechend verlangsamt. Dadurch kann es zur Akkumulation von Aminosäuren und zu Aminosäurenimbalancen im Blut kommen, bei der Niereninsuffizienz ausserdem zum Anstieg des Reststickstoffs.
Aminosäuren sind dialysierbar.
Bei einer Dialysebehandlung von 8 h Dauer werden dem Organismus ca. 9–12 g Aminosäuren entzogen.
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