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Fachinformation zu Hypericum Sandoz® 650:Sandoz Pharmaceuticals AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff
Johanniskrautextrakt (Hyperici herbae extractum).
Hilfsstoffe
Cellulosum, carboxymethylcellulosum natricum, croscarmellosum-natricum, hypromellosum, macrogolum 6000, maltodextrinum, magnesii stearas, silicii dioxidum, talcum, color. E171, E172.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Filmtablette enthält: Hyperici herbae extractum ethanolicum siccum 650 mg (DEV 3,5–6,0:1), quantifiziert auf 0,65–1,95 mg Gesamthypericine.
Auszugsmittel Ethanol 60% (m/m).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei gedrückter Stimmung, Stimmungslabilität, innerer Unruhe, Spannungszuständen und damit einhergehenden Ein- und Durchschlafstörungen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene/Jugendliche (ab 12 Jahren) nehmen 1 Filmtablette pro Tag unzerkaut mit etwas Flüssigkeit zu einer Mahlzeit ein.
Kinder
Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakt dürfen bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen nur nach ausdrücklicher Anweisung des Arztes angewendet werden.
Dauer der Anwendung
Hypericum Sandoz 650 sollte während mindestens 14 Tagen eingenommen werden bis zum Eintritt einer Wirkung. Eine Mindesttherapiedauer von 4–6 Wochen wird empfohlen. Eine darüber hinausgehende Behandlungsdauer soll nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Kontraindikationen

Hypericum Sandoz 650 darf nicht angewendet werden bei:
·bekannter Überempfindlichkeit gegen Hypericum-Extrakte oder einen der verwendeten Inhaltsstoffe (Hilfsstoffe) des Arzneimittels;
·bekannter Lichtüberempfindlichkeit;
·Kindern unter 6 Jahren, da für diese Patientengruppe keine Daten vorliegen;
·Schwerer Depression.
Hypericum Sandoz 650 darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit folgenden Arzneimitteln:
·Gewisse Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus);
·Anti-HIV-Arzneimittel aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir);
·Gewisse Zytostatika (z.B. Imatinib, Irinotecan);
·Orale Antikoagulantien vom Cumarintyp.
Zu Einzelheiten siehe unter «Interaktionen».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Neben den oben beschriebenen absolut kontraindizierten Arzneimitteln sollten Johanniskraut-Extrakte auf Grund der bekannten Interaktionen mit mehreren Substanzgruppen nur nach kritischer Evaluation mit gewissen anderen (vorwiegend rezeptpflichtigen) Arzneimitteln eingesetzt werden. Wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden müssen, ist zu Beginn und am Ende der Therapie sowie bei einer Dosisänderung von Johanniskraut-Präparaten Vorsicht geboten.
Näheres zu den relativ kontraindizierten Arzneimitteln siehe unter «Interaktionen»!
Wie bei anderen serotonerg wirkenden Substanzen kann auch unter Hypericum ein Serotoninsyndrom auftreten, insbesondere dann, wenn es gleichzeitig verabreicht wird mit anderen serotonergen Stoffen und solchen, die den Serotoninmetabolismus anderweitig beeinflussen (Details siehe unter «Interaktionen»).
Das Serotonin-Syndrom geht mit Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Tachykardie, Angst, Ruhelosigkeit oder Verwirrtheit einher und kann in seiner schwersten Ausprägung einem malignen neuroleptischen Syndrom ähneln, das Symptome umfasst wie Hyperthermie, Muskelrigidität, autonome Instabilität mit möglicher schneller Fluktuation der Vitalzeichen und Veränderungen des mentalen Zustands.
Rasches Erkennen ist wichtig. Hypericum und die anderen serotonergen Arzneimittel müssen unverzüglich abgesetzt werden und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Bei Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden und gleichzeitig Hypericum einnehmen, können Zwischenblutungen als Folge einer Wechselwirkung auftreten. Die Sicherheit der hormonellen Empfängnisverhütung kann herabgesetzt sein, so dass zusätzliche empfängnisverhütende Massnahmen ergriffen werden sollten. (siehe unter «Interaktionen»)
Sehr selten und v.a. bei hellhäutigen Personen kann es nach Einnahme von Johanniskraut-Präparaten und nachfolgender Sonnenlichtbestrahlung zu Hautreaktionen, wie sonnenbrandähnlichen Rötungen, kommen. Bei Auftreten solcher Symptome ist die Behandlung abzubrechen.
Wegen des Risikos schwerer Interaktionen mit Arzneimitteln, die vor oder während einer Operation eingesetzt werden, sollte Hypericum Sandoz 650 mindestens 5 Tage vor einer Operation abgesetzt werden und auch nach einer Operation erst nach Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin eingenommen werden.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen
Interaktions-Daten weisen einerseits auf eine Induktion des Cytochrom P450-Systems durch Johanniskraut-Extrakte (insbesondere CYP3A4), andererseits auf eine Induktion von Transportproteinen (P-Glycoprotein z.B. bei Digoxin) hin. Dies kann zu einer Abnahme der Plasmakonzentrationen und zu einer Abschwächung der therapeutischen Wirkung einer Reihe von komedizierter Arzneimitteln sowie – vor allem bei Substanzen mit einer geringen therapeutischen Breite – zu potenziell schwerwiegenden Konsequenzen führen.
Plasmaspiegel und/oder Wirkung interagierender Arzneimittel – insbesondere solcher mit geringer therapeutischen Breite – sollten deshalb zu Beginn und am Ende einer Therapie sowie bei einer Dosisänderung des Johanniskraut-Präparates engmaschig kontrolliert und deren Dosierungen angepasst werden.
Umgekehrt kann es beim plötzlichen Absetzen von Johanniskraut-Präparaten zu einem Anstieg der Plasmakonzentration komedizierter Arzneimittel mit evtl. toxischen Wirkungen kommen.
Im Falle einer akzidentellen Einnahme von Johanniskraut-Präparaten mit interagierenden Substanzen sollte das Johanniskraut-Präparat in der Regel schrittweise abgesetzt werden.
Solche Wechselwirkungen betreffen insbesondere folgende Arzneimittel bzw. Arzneimittelgruppen:
Immunsuppressiva (Cyclosporin, Tacrolimus, Sirolimus)
Patienten unter Immunsuppression mit Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus dürfen nicht gleichzeitig mit Hypericum behandelt werden. Hypericum führt zu einem raschen und ausgeprägten Abfall der Plasmaspiegel und Verlust der immunsuppressiven Wirkung mit potenziell schwerwiegenden Konsequenzen (Transplantatabstossung).
Anti-retrovirale Substanzen aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren und Proteinase-Inhibitoren
Bei der Behandlung mit Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir) ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. Eine Untersuchung bei Probanden ergab, dass eine 2-wöchige Einnahme eines standardisierten Johanniskraut-Präparates die Indinavir-Konzentration signifikant senkte. Es ist möglich, dass Johanniskraut-Extrakte auch zur Senkung des Plasmaspiegels und zur Wirkungshemmung anderer Proteasehemmer (deren Metabolismus überwiegend von CYP3A4 abhängt) führen.
Zytostatika (Imatinib, Irinotecan)
Imatinib: Während einer Behandlung mit Imatinib ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer Interaktionsstudie bei Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Hypericum während 2 Wochen zu einer Abnahme der AUC von Imatinib um 32%, der Halbwertszeit von 12,8 auf 9,0 Stunden, einer Senkung von Cmax um 18% und einer Erhöhung der Clearance von Imatinib um 43%. Diese Veränderungen waren statistisch signifikant und wurden in einer anderen Studie bestätigt.
Irinotecan: Während der Behandlung mit Irinotecan ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer offenen, randomisierten crossover-Studie wurden fünf Krebspatienten mit Irinotecan alleine oder mit Irinotecan und Hypericum über 18 Tage behandelt. Unter der Behandlung mit Irinotecan und Hypericum sank die AUC des aktiven Irinotecan-Metaboliten SN-38 signifikant um 42% verglichen mit der Gruppe, welche nur Irinotecan erhielt.
Wechselwirkungen mit anderen Zytostatika, bei deren Metabolismus CYP-Enzyme und P-Glykoprotein eine Rolle spielen, sind möglich.
Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B. Acenocoumarol, Phenprocoumon, Warfarin)
Patienten, die orale Antikoagulantien einnehmen, dürfen nicht mit Hypericum behandelt werden, da es deren gerinnungshemmende Wirkung beeinträchtigt (Risiko von Thromboembolien).
Digoxin
Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin wurde ein signifikantes Absinken des Digoxinspiegels um ca. 20–25% beobachtet. Deshalb wird eine gleichzeitige Gabe von Johanniskraut-Präparaten mit Digoxin nicht empfohlen.
Theophyllin
Es kann zu einer Wirkungsabschwächung von gleichzeitig verabreichtem Theophyllin kommen, aufgrund der Beeinflussung von CYP3A4, CYP1A2 und CYP2E1.
Hormonale Kontrazeptiva
Hypericum kann zu einer Wirkungsverminderung hormonaler Kontrazeptiva führen (z.B. orale Produkte, injizierte Depot-Präparate, s.c. Implantate, transdermale, intrauterine und vaginal angewendete Produkte mit Hormonfreisetzung). So wurden international mehrere Fälle von Zwischenblutungen unter niedrigdosierten sogenannten Mikropillen (Gehalt an Ethinylestradiol 30 µg oder weniger) gemeldet. Auch über Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften bei Anwendung hormonaler Kontrazeptiva und gleichzeitiger Einnahme von Hypericum wurde berichtet.
Methadon
Johanniskraut-Präparate können zu einer deutlichen Wirkungsverminderung und einem Abfall der Methadon-Konzentration führen. Bei 4 Probanden unter Methadon-Erhaltungstherapie sank der mittlere Quotient Dosis/Plasmakonzentration um durchschnittlich 47%.
Andere
Es ist nicht auszuschliessen, dass Johanniskraut-Präparate auch den Metabolismus weiterer Stoffe wie z.B. Lipidsenker (ausschliesslich HMG-CoA-Reduktase Hemmer Simvastatin), Benzodiazepine und ihre Derivate (z.B. Midazolam), Fexofenadin, Finasterid und oral oder intravenös applizierten Steroidhormonen beeinflusst.
Hypericum sollte deshalb nur mit Vorsicht zusammen mit diesen Arzneimitteln gegeben werden.
Pharmakodynamische Interaktionen
Hypericum inhibiert die synaptosomale Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin.
Antidepressiva und andere serotoninerge Substanzen (wie Buspiron, Amitriptylin, Nortriptylin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Triptane u.a.)
Johanniskraut-Präparate sollten nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Überwachung zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern oder anderen serotoninergen Arzneimitteln eingenommen werden.
Serotoninsyndrom
Sehr selten kann - in Kombination mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRIs) oder mit anderen serotoninergen Wirkstoffen, wie Triptane, Lithium, trizyklische Antidepressiva, Fentanyl, Dextromethorphan, Tramadol, Tapentadol, Meperin, Methadon, Pentacocin oder mit Stoffen, welche den Metabolismus von Serotonin anderweitig beeinflussen, wie das Antibiotikum Linezolid und Methylenblau oder mit Tryptophan-Supplementen - eine potentiell lebensbedrohende Situation oder einem malignen neuroleptischen Syndrom ähnliche Reaktionen auftreten mit autonomen Dysfunktionen (wie Schwitzen, Tachykardie, Diarrhoe, Fieber, Übelkeit), psychischen (wie Agitiertheit, Verwirrtheit, Angst) und motorischen Alterationen (wie Tremor, Myoklonien) (siehe auch unter «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die photosensibilisierend wirken, ist eine Verstärkung phototoxischer Wirkungen möglich.
Vor einer Operation sollten Arzneimittel, welche potentielle Interaktionen mit Johanniskrautextrakten hervorrufen können wie z.B. Anästhetika identifiziert werden und Hypericum Sandoz abgesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren und während der Stillzeit vor. Die Daten zur Reproduktionstoxikologie sind widersprüchlich und unvollständig. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Hypericum Sandoz darf deshalb in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Das Reaktionsvermögen, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kann aufgrund der vorliegenden Grunderkrankung und im Zusammenhang mit den beschriebenen Nebenwirkungen generell beeinträchtigt sein.
Die Entscheidung trifft im Einzelfall der behandelnde Arzt resp. die behandelnde Ärztin.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeit wird wie folgt angegeben: «sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (<1/10, ≥1/100), «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000), «selten» (<1/1000, ≥1/10'000), «sehr selten» (<1/10'000), «nicht bekannt» (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: allergische Reaktionen der Haut.
Selten: phototoxische Reaktionen.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: gastrointestinale Beschwerden.
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Müdigkeit, Unruhe.

Überdosierung

Bisher ist kein Fall einer toxischen Überdosierung bekannt. Es ist anzunehmen, dass sich bei einer erheblichen Überdosierung die oben beschriebenen Nebenwirkungen verstärken. Zudem muss mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit gerechnet werden. In diesem Fall sollte eine Sonneneinstrahlung auf die Haut oder sonstige UV-Bestrahlung (Solarien) für ca. 1–2 Wochen gemieden werden.
Nach Einnahme von täglich bis zu 4,5 g Trockenextrakt über 2 Wochen und zusätzlich 15 g kurz vor einer Hospitalisation wurde über Krampfanfälle und Verwirrtheit berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AX25
Pflanzliches Antidepressivum
Wirkungsmechanismus
Charakteristische Bestandteile von Johanniskraut sind Hypericine, Xanthone und Hyperforin. Es wird vermutet, dass unter anderem die Hypericine für die antidepressive Wirkung eine Rolle spielen. Der Wirkmechanismus ist allerdings noch unklar.
Pharmakodynamik
Für verschiedene Johanniskraut-Extrakte wurden eine Hemmung der Enzyme MAO (bevorzugt MAO-A) und COMT diskutiert, ebenso eine Vermehrung der Neurotransmitter-Menge. Ein alkoholischer Johanniskraut-Extrakt hemmt, in typischen Präparationen aus Mäuse- und Rattenhirn, die synaptosomale Aufnahme der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.
Dazu wurde eine «down-regulation» von zentralen serotonergen und noradrenergen β-Rezeptoren gezeigt.

Pharmakokinetik

Es ist noch nicht bekannt, welcher der zahlreichen Inhaltsstoffe des Extrakts für die antidepressive Wirkung verantwortlich ist. Jedoch wird vermutet, dass die für Johanniskraut charakteristischen Hypericine zur antidepressiven Wirkung beitragen. Deshalb, und da ein Extrakt normalerweise auf die Gesamthypericin-Konzentration standardisiert wird, liegen vor allem Daten zu Hypericin und Pseudohypericin vor.
Nach oraler Verabreichung eines alkoholischen Extraktes mit einem Hypericingehalt von 0,75 bzw. 1,5 mg wurden mittlere maximale Plasmaspiegel von Hypericin von 7,2–7,5 resp. 14,2–16,6 ng/ml nach 4–8 Stunden erreicht. Maximale Spiegel von Pseudohypericin lagen nach 2–5 Stunden bei 11,7–12,1 resp. 29,7–30,6 ng/ml. Der Steady-state wurde nach 4 Tagen erreicht. Die Eliminationshalbwertszeit ist sehr variabel.

Präklinische Daten

Methanolische Johanniskrautextrakte waren im akuten Toxizitätsversuch bei einmaliger oraler Applikation an Ratten und Mäusen nicht toxisch. Bis zur verabreichten höchsten Dosis von 5000 mg/kg KG waren keine Anzeichen einer Toxizität zu beobachten. Im chronischen Toxizitätsversuch oral über 26 Wochen an Ratten und Hunden traten erste toxische Symptome bei 900 mg/kg/d bzw. 2700 mg/kg/d auf. In Bezug auf die Fertilitäts- und Embryotoxizität lag die niedrigste toxische Dosis bei der empfindlichsten Tierart bei über 300 mg/kg/d. Mutagenitätsstudien ergaben keinen Hinweis auf ein mutagenes Potenzial. Johanniskraut hat, wenn es von Weidetieren in grösseren Mengen verzehrt wird, phototoxische Eigenschaften.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15‒25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.
Hinweis für Diabetiker
1 Filmtablette Hypericum Sandoz 650 enthält weniger als 0,01 BE.

Zulassungsnummer

55676 (Swissmedic).

Packungen

Hypericum Sandoz 650: Blisterpackungen mit 30 und 100 Filmtabletten. [C]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

Oktober 2017.

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