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Fachinformation zu Nyolol® Gel:OPHTAPHARM SA in Liquidation
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Anwendung von Nyolol Gel bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen.
Eine Herzinsuffizienz sollte vor Beginn der Behandlung mit Nyolol Gel in adäquater Weise unter Kontrolle gebracht werden. Patienten mit schweren Herzkrankheiten in der Anamnese sollten auf eventuelle Zeichen von Herzinsuffizienz und bezüglich ihrer Pulsfrequenz überwacht werden.
Patienten, welche bereits peroral mit Betablockern behandelt werden und die zusätzlich Nyolol Gel erhalten, sollten auf eine mögliche additive Wirkung auf den Augeninnendruck oder bezüglich der bekannten systemischen Wirkungen der Betablockade beobachtet werden.
Bei Patienten, die während einer Narkose systemische Betablocker erhielten, wurde anschliessend verlängerte, schwere Bradykardie und Hypotonie beobachtet. Der Anästhesist sollte informiert sein, dass der Patient Nyolol Gel erhält. Da eine gewisse systemische Absorption nicht ausgeschlossen werden kann, sollte Nyolol bei Hoch-Risiko-Patienten (einschliesslich Patienten mit koronaren Herzerkrankungen) 1–2 Wochen vor geplanten operativen Eingriffen schrittweise abgesetzt werden. Sofortiges Absetzen von Nyolol Gel kann zu Rebound-Effekten mit Tremor, Tachykardie, Verschlimmerung einer bestehenden koronaren Herzkrankheit, arterieller Hypertonie führen. Deshalb sollte das Absetzen von Nyolol Gel bei Hoch-Risiko Patienten spätestens 24–48 Stunden vor einer Operation abgeschlossen sein (s. «Interaktionen»).
Nyolol Gel kann bei Patienten mit einer bestehenden Herzinsuffizienz zu einer Verschlechterung führen oder bei Patienten Herzinsuffizienz verursachen.
Bei Patienten mit Winkelblock-Glaukom wird man zuerst anstreben, den Kammerwinkel wieder zu öffnen. Dies erfordert eine Pupillenverengung mit einem Miotikum. Nyolol Gel selbst hat keine Wirkung auf die Pupille.
Wird Nyolol Gel zur Verminderung des erhöhten Augeninnendrucks bei Winkelblock-Glaukom verwendet, sollte es zusammen mit einem Miotikum verabreicht werden.
Wie bei anderen Glaukom-Präparaten ist nach Langzeittherapie bei einigen Patienten über vermindertes Ansprechen auf Timololmaleat berichtet worden. Hingegen konnte in klinischen Studien, in denen 164 Patienten mindestens 3 Jahre lang kontrolliert wurden, keine signifikante Zunahme des mittleren Augeninnendrucks festgestellt werden, verglichen mit demjenigen nach initial erfolgter Stabilisierung. Dies zeigt, dass die Reduktion des Augeninnendrucks von Timololmaleat erhalten bleibt.
Amisulprid kann das Risiko für ventrikukläre Arrhythmien, insbesondere Torsade de pointes, erhöhen. Das Risiko ist bei Patienten mit vorbestehender Bradykardie zusätzlich erhöht. Deshalb ist bei der Kombination von Nyolol Gel mit Amisulprid besondere Vorsicht angebracht.
Durch die Anwendung von Nyolol Gel können Anzeichen und Symptome von Hypoglykämie, insbesondere Tachykardie und Schweissausbrüche, maskiert werden. Diabetische Patienten sollten angewiesen werden, ihren Zuckerspiegel zu Beginn der Behandlung mit Nyolol Gel verstärkt zu kontrollieren.
Patienten mit Atopie oder schweren anaphylaktischen Reaktionen auf verschiedene Allergene in der Anamnese können unter Betablockern auf diese Allergene bei zufälliger, diagnostischer oder therapeutischer Reexposition überreagieren. Bei diesen Patienten kann die Behandlung anaphylaktischer Reaktionen mit den üblichen Dosierungen von Adrenalin unwirksam sein.
Es wurde über Patienten berichtet, die respiratorische und kardiale Reaktionen hatten, die bei Asthmatikern zum Tod führten, selten auch zum Tod im Zusammenhang mit Herzversagen.
Nach Anwendung von Arzneimitteln zur Reduktion der Kammerwasserproduktion (wie z.B. Timololmaleat) im Anschluss an einen filtrationschirugischen Eingriff am Augapfel wurde über Netzhautabhebungen berichtet.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron und einem Betablocker ist die engmaschige Überwachung der Herzfunktion des behandelten Patienten und die Beobachtung des Patienten, ob er eine Brachykardie oder AV-Blocks entwickelt angeraten (s. «Interaktionen»).
Obwohl Nyolol Gel eine geringe oder gar keine Wirkung auf die Pupillenweite hat, ist bei gleichzeitiger Therapie von Nyolol Gel und Adrenalin gelegentlich Mydriasis beobachtet worden.
Wird Nyolol Gel zusammen mit oralen Kalzium-Antagonisten, Mitteln mit entleerender Wirkung auf die Katecholaminspeicher oder anderen Betablockern verabreicht, so sind additive Wirkungen möglich, und es kann eine Hypotonie und/oder eine ausgeprägte Bradykardie auftreten. Wegen der Gefahr eines Herzstillstands darf ein Kalziumantagonist vom Typ Verapamil nicht intravenös verabreicht werden, wenn der Patient unter der Behandlung mit einem Betablocker steht (siehe auch «Interaktionen»).
Hinweis für Kontaktlinsenträger
Kontaktlinsen sollten vor der Anwendung entfernt und frühestens nach 15 Minuten wieder eingesetzt werden.

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