Eigenschaften/WirkungenATC-Code
G01AC05
Wirkungsmechanismus
Fluomizin enthält Dequaliniumchlorid, eine quarternäre Ammoniumverbindung mit Chinolinstruktur und mit einem breiten antimikrobiellen Wirkspektrum gegen verschiedene gram-positive und gram-negative Bakterien, aber auch gegen Pilze (Hefen).
Wie andere oberflächenaktive Substanzen wirkt Dequaliniumchlorid primär durch eine Erhöhung der Zellpermeabilität. Es kommt zu einer verringerten Enzymaktivität und letztendlich zum Absterben der Zellen.
Pharmakodynamik
Die Wirkung von Dequaliniumchlorid gegen die folgenden vaginal relevanten Mikroorganismen wurde in vitro untersucht und die minimale Hemmkonzentration (MHK) bestimmt.
MHK90 (µg/ml)
Gram-positive Bakterien
Gruppe B Streptokokken 2 - 8
Staphylococcus aureus 0,2 - 10
Gruppe A Streptokokken 0,25 - 20
Peptostreptococci 1 - 32
Listeria sp 4 - 32
Gruppe D Streptokokken 0,2 - 64
Gram-negative Bakterien
Atopobium vaginae 0,0625 – 0.5
Fusobacteria 32 - 64
Gardnerella vaginalis 2,0 - 256
E. coli 1 - 400
Klebsiella sp. 3,1 - 400
Serratia sp. 3,1 - 400
Pseudomonas sp. 5 - 400
Bacteroides sp 64 - 512
Proteus sp. 20 - >1024
Pilze
Candida tropicalis 0,2 - 50
Candida albicans 0,2 - 200
Candida glabrata 0,2 - 256
Eine Resistenzentwicklung gegenüber Dequaliniumchlorid wurde bisher nicht beobachtet.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Fluomizin zur Behandlung der bakteriellen Vaginose wurde in einer randomisierten, Untersucher-verblindeten, aktiv-kontrollierten Studie an n=321 prämenopausalen Patientinnen untersucht. Die Patientinnen erhielten entweder Fluomizin (n=164) über 6 Tage oder eine Clindamycin-Vaginalcreme (n=157) über 7 Tage. Patientinnen mit Trichomoniasis oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen waren von der Studienteilnahme ausgeschlossen. Primärendpunkt war die klinische Heilungsrate am Therapieende basierend auf den Amsel-Kriterien. Sie lag unter Fluomizin bei 81,5%, unter Clindamycin bei 78,4%. Nicht-Unterlegenheit von Fluomizin im Vergleich zu Clindamycin Vaginalcrème konnte belegt werden. Bei einem Follow-up nach 2-6 Wochen lag die klinische Heilungsrate unter Fluomizin noch bei 79,5%, unter Clindamycin bei 77,6%. Die Befunde der meisten Sekundärendpunkte waren konsistent zu den Befunden für den Primärendpunkt. Die Rezidivrate bis zum Follow-up war allerdings unter Fluomizin höher (13,5% vs. 9,2%). Candida war hingegen in der Fluomizin-Gruppe seltener kulturell nachweisbar als in der Clindamycin-Gruppe.
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