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Fachinformation zu Naltrexin:OrPha Swiss GmbH
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Naltrexonhydrochlorid.Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten: 50 mg Naltrexonhydrochlorid entsprechend 45,2 mg Naltrexon.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Medikamentöse Unterstützung der Entwöhnungsbehandlung nach erfolgter Entgiftung
·von Opiatabhängigen
·von Alkoholabhängigen
Naltrexin darf nur als zusätzliche Behandlung innerhalb eines umfassenden Therapiekonzeptprogramms einschliesslich psychologischer Begleitung für Entwöhnte und nur nach erfolgreicher Entgiftung eingesetzt werden. Die Behandlung mit Naltrexin soll von einem geeignet qualifizierten Arzt mit Erfahrung in der Therapie von Alkohol- und Opiatabhängigen eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung/Anwendung

Opiatabhängigkeit
Die übliche Tagesdosis beträgt 50 mg Naltrexonhydrochlorid (entspricht 1 Tablette).Am ersten Tag der Behandlung sollte der Patient zunächst 25 mg Naltrexonhydrochlorid erhalten und 1 Stunde auf Entzugssymptome beobachtet werden. Treten keine Entzugssymptome auf, können die restlichen 25 mg der Tagesdosis verabreicht werden.
Das alternative Dosierungsschema von Naltrexin ist: montags und mittwochs je 100 mg Naltrexonhydrochlorid bzw. 2 Tabletten pro Tag und freitags 150 mg Naltrexonhydrochlorid bzw. 3 Tabletten (insgesamt 350 mg/Woche).
Die Dauer der Behandlung ist variabel.
Alkoholabhängigkeit
Die übliche Tagesdosis beträgt 50 mg (entspricht 1 Tablette).
Therapien länger als 6 Monate sind von klinischen Studien nicht belegt.
Hinweis
Naltrexon kann bei opioidabhängigen Patienten ein lebensbedrohliches Entzugssyndrom auslösen, falls er nicht opiatfrei ist. Daher darf eine Behandlung mit Naltrexin nicht begonnen werden, bevor der Provokationstest mit Naloxon negativ ausfällt und Buprenorphin ausgeschlossen werden kann!Vor Beginn der Behandlung mit Naltrexin muss sichergestellt sein, dass der Patient mindestens 7-10 Tage opiatfrei ist (Urinkontrolle). Durchführung des Naloxon-Tests: Es wird empfohlen, dem Patienten 0,2 mg Naloxonhydrochlorid zu injizieren. Zeigen sich innerhalb von 30 Sekunden keine Entzugssymptome, sollen weitere 0,6 mg Naloxonhydrochlorid injiziert werden und der Patient über 30 Minuten beobachtet werden. Werden dabei Entzugserscheinungen beobachtet, darf mit der Naltrexin-Behandlung nicht begonnen werden. Fällt der Test negativ aus, kann die Behandlung mit Naltrexin begonnen werden. Falls Zweifel bestehen, ob der Patient opioidfrei ist, kann der Naloxon-Test mit 1,6 mg wiederholt werden. Falls keine Reaktion erfolgt, können 25 mg Naltrexonhydrochlorid oral verabreicht werden.
Besondere Dosierungshinweise
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Naltrexin bei Patienten unter 18 Jahren ist nicht gezeigt. Naltrexin wird in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.
Ältere Patienten
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Naltrexin bei älteren Patienten wurde nicht nachgewiesen. Naltrexin wird in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung;
akute Hepatitis oder Leberversaqen;
schwere Leberinsuffizienz wie Leberzirrhose Child B und C;
Schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion;
Opioid-abhängige Patienten, da akute Opiatentzugssyndrome auftreten können;
Patienten mit akuten Opiat-Entzugssymptomen;
Patienten mit einem positiven Opioid-Nachweis im Urin;
Patienten mit Entzugssymptomen nach der Gabe von Naloxonhydrochlorid (positives Ergebnis des Naloxon Provokationstests);
Kombination mit Opioidhaltigen Arzneimitteln;
Kombination mit Methadon (siehe „Interaktionen“).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung mit Naltrexin soll von einem geeignet qualifizierten Arzt mit Erfahrung in der Therapie von Alkohol- und Opiatabhängigen eingeleitet und überwacht werden.
Kontrolle der Leberfunktion
Naltrexon wirkt dosisabhängig direkt hepatotoxisch.
Naltrexon wird v.a. in der Leber metabolisiert und hauptsächlich mit dem Harn ausgeschieden. Deshalb sollten Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion während der Behandlung sorgfältig überwacht werden. Eine Leberfunktionsstörung ist bei opioidabhängigen Personen nicht ungewöhnlich. Ausserdem ist es nicht ungewöhnlich, dass alkoholabhängige Personen Anzeichen von eingeschränkter Leberfunktion zeigen. Bei älteren übergewichtigen Patienten (ohne Vorgeschichte eines Drogenmissbrauchs) wurden nach erhöhten Naltrexon-Dosen (bis 300 mg/Tag) veränderte Leberfunktionstests beschrieben. Kontrollen der Leberfunktion müssen vor und regelmässig während der Behandlung durchgeführt werden.
Feststellung der Opiatfreiheit
Während der Behandlung mit Naltrexon können hohe Opioiddosen lebensbedrohliche Zustände durch Atem- und Kreislaufsstörungen verursachen. Aus diesem Grund sind vor Behandlungsbeginn zunächst Urinkontrollen hinsichtlich Anwendung von Opioiden empfohlen. Sofern diese über 7-10 Tage negativ ausfallen und klinisch keine erkennbaren Entzugssymptome auftreten, ist ergänzend ein Naloxon-Provokationstest (s. „Dosierung/Anwendung“) durchzuführen. Das Entzugssymptom ausgelöst durch Naloxon ist von kürzerer Dauer als das Entzugssymptom von Naltrexon.
Eine Naltrexon-Behandlung darf erst begonnen werden, wenn das Opioid für einen ausreichenden Zeitraum (etwa 5-7 Tage bei Heroin und mindestens 10 Tage bei Methadon) abgesetzt wurde.
Es besteht Lebensgefahr bei der Selbstverabreichung hoher Dosen von Opiaten! (Verstärkte und verlängerte Atemdepression). Patienten sollten davor gewarnt werden, durch Anwendung hoher Dosen an Opioiden die Blockade wieder aufzuheben, da es nach dem Ende der Naltrexonwirkung zu einer akuten - möglicherweise tödlichen - Opioidüberdosierung kommen kann.
Die Patienten müssen vor der gleichzeitigen Verwendung von Opioiden (z.B. Opioiden in Hustenmitteln, Opioide zur symptomatischen Behandlung von Erkältungen oder Opioide in Arzneimitteln gegen Durchfall, usw.) während der Therapie mit Naltrexin gewarnt werden (s. „Kontraindikationen“).
Sollte ein Patient in Notfällen doch eine Therapie mit Opioiden benötigen, z.B. Opioidanalgesie oder Anästhesie, kann die benötigte Dosis grösser sein, um den gleichen therapeutischen Effekt zu erzielen. In diesen Fällen können auch Atemdepression und Kreislaufstörungen stärker sein und länger andauern.
Nicht-Rezeptor vermittelte Effekte können ebenfalls auftreten (z.B. Gesichtsschwellung, Juckreiz, Erythem, Diaphorese und andere Haut- und Schleimhauterscheinungen, die durch Histaminfreisetzung bedingt werden).
Der Patient benötigt besondere Aufmerksamkeit und Überwachung durch geschultes Personal in einer medizinischen Einrichtung.
Das erhöhte Suizidrisiko bei Drogenabhängigen – mit oder ohne begleitende Depression – wird durch die Behandlung mit Naltrexin nicht verringert.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollen dieses Arzneimittel nicht anwenden.

Interaktionen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt.
Zurzeit ist die Erfahrung über die Wirkung von Naltrexon auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen begrenzt. Eine gleichzeitige Behandlung mit Naltrexon und anderen Arzneimitteln sollte mit Vorsicht durchgeführt und sorgfältig überwacht werden.
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass weder Naltrexonhydrochlorid noch der Hauptmetabolit 6-ß-Naltrexol über die menschlichen CYP450 Enzyme metabolisiert werden. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die Pharmakokinetik von Naltrexon von Substanzen beeinflusst wird, die die CYP450 Enzyme hemmen oder induzieren.
Kontraindizierte Kombinationen
Eine gleichzeitige Anwendung von Naltrexon mit opioidhaltigen Arzneimitteln (Analgetika, Antitussiva, Antidiarrhoika Drogenersatztherapie) ist kontraindiziert (s. „Kontraindikationen“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).
Methadon bei Substitutionstherapie. Es besteht das Risiko, Entzugssymptome auszulösen.
Nicht empfohlene Kombinationen
Eine gleichzeitige Anwendung von Naltrexon mit zentralen Antihypertonika (Alpha- Methyldopa) soll vermieden werden.
Eine gemeinsame Anwendung ist mit Vorsicht in Betracht zu ziehen
Barbituraten, Benzodiazepinen, Anxiolytika, die nicht Benzodiazepine sind (z.B. Meprobamat), Hypnotika, sedativen Antidepressiva (Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Trimipramin), sedativen Antihistaminika H1, Neuroleptika (Droperidol)
Daten aus Sicherheits- und Toleranzstudien zur Co-Administration von Naltrexon und Acamprosat in nicht-behandlungssuchenden alkoholabhängigen Individuen zeigten, dass die Anwendung von Naltrexon den Acamprosat-Plasmaspiegel signifikant erhöhte. Wechselwirkungsstudien mit anderen Psychopharmaka (z.B. Disulfiram, Amitryptilin, Doxepin, Lithium, Clozapin, Benzodiazepine) wurden nicht durchgeführt.
Fälle von Lethargie und Somnolenz nach gemeinsamer Behandlung mit Naltrexon und Thioridazin wurden berichtet.
Zurzeit sind keine Interaktionen zwischen Naltrexon und Alkohol bekannt.
Bis jetzt wurden keine Wechselwirkungen zwischen Kokain und Naltrexonhydrochlorid beschrieben.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft:
Es gibt keine klinischen Daten über die Anwendung von Naltrexonhydrochlorid während der Schwangerschaft. Daten aus tierexperimentellen Studien haben allerdings Reproduktionstoxizität gezeigt (s. „Präklinische Daten“). Naltrexin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.
Stillzeit:
Es gibt keine klinischen Daten über die Anwendung von Naltrexonhydrochlorid während der Stillzeit. Es ist nicht bekannt, ob Naltrexon oder 6-β-Naltrexol in die Muttermilch übergeht. Es wird empfohlen, während einer Naltrexonbehandlung nicht zu stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Dies gilt im besonderen Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert unter Berücksichtigung folgender Definition: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10’000), sehr selten (<1/10’000).
Die unerwünschten Wirkungen, welche in Zusammenhang mit Naltrexin beobachtet wurden, scheinen bei alkohol- und opioidabhängigen Patienten gleich zu sein:
Blut- und Lymphsystem
Gelegentlich: Lymphadenopathie.
Selten: Idiopathische thrombozytopenische Purpura.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Appetitlosigkeit.
Psychiatrische Störungen
Sehr häufig: Nervosität, Angstzustände, Schlaflosigkeit.
Häufig: Reizbarkeit, affektive Psychose.
Gelegentlich: Halluzination, Verwirrtheit, Niedergeschlagenheit, Depression, Paranoia, Desorientierung, Albträume, Unruhe, Libidostörungen, ungewöhnliche Träume.
Selten: Suizidgedanken, Suizidversuche.
Sehr selten: Erregung, Euphorie.
Nervensystem
Sehr häufig: Kopfschmerzen, Unruhe.
Häufig:, Schwindelgefühl.
Gelegentlich: Tremor, Somnolenz.
Selten: Sprachstörungen.
Augen
Häufig: vermehrte Tränensekretion.
Gelegentlich: Verschwommensehen, Reizungen und Schwellungen des Auges, Photophobie, Augenschmerzen oder Augenmüdigkeit
Ohr und Innenohr
Gelegentlich: Ohrenbeschwerden, Ohrenschmerzen, Tinnitus, Vertigo.
Herz
Häufig: Tachykardie, Herzklopfen, Abweichungen im EKG.
Gefässe
Gelegentlich: Blutdruckschwankungen, Erröten (Flushing).
Atmungsorgane
Häufig: Schmerzen in der Brust.
Gelegentlich: Nasale Kongestion, nasale Beschwerden, Rhinorrhoe, Niesen, oropharyngeale Beschwerden, vermehrtes Sputum, Sinusstörungen, Dyspnoe, Dysphonie, Husten, Gähnen.
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen.
Häufig: Diarrhoe, Obstipation.
Gelegentlich: Flatulenz, Hämorrhoiden, Ulcus, Mundtrockenheit
Leber und Galle
Gelegentlich: Leberfunktionsstörungen, erhöhte Bilirubinwerte, Hepatitis (Während der Behandlung kann es zu einem Anstieg an Lebertransaminasen kommen. Nach Absetzen von Naltrexin sinken die Transaminasen innerhalb einiger Wochen auf die Ausgangswerte zurück.)
Haut
Häufig: Hautausschlag.
Gelegentlich: Seborrhoea, Pruritus, Akne, Haarausfall.
Muskelskelettsystem
Sehr häufig: Gelenk- und Muskelschmerzen.
Gelegentlich: Leistenschmerzen.
Sehr selten: Rhabdomyolyse.
Nieren und Harnwege
Häufig: Harnretention.
Gelegentlich: Pollakisurie, Dysurie.
Reproduktionssystem und Brust
Häufig: verzögerte Ejakulation, erektile Dysfunktion, Libidostörungen.
Allgemeine Störungen
Sehr häufig: körperliche Schwäche.
Häufig: Durst, gesteigerte Energie, Schüttelfrost, Hyperhidrose.
Gelegentlich: gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, Fieber, Schmerzen, Kältegefühl in den Extremitäten, Hitzewallungen.

Überdosierung

Symptome
Es gibt nur wenig Erfahrung mit Überdosierungen von Naltrexonhydrochlorid. Bei Versuchen mit Freiwilligen, die 800 mg Naltrexonhydrochlorid/Tag über eine Woche lang bekommen haben, gab es keine Hinweise auf Toxizität.
Behandlung
Im Falle einer Überdosierung sollen die Patienten permanent überwacht und symptomatisch behandelt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N07BB04
Opiatabhängigkeit
Naltrexon ist ein reiner Opiatantagonist und blockiert die pharmakologischen Wirkungen verabreichter Opioide (z.B. 1 Tablette blockiert 25 mg Heroin i.v. für ca. 24 Stunden).
Sollten sich die Patienten kleinere Dosen von Heroin oder Opiaten verabreichen, verhindert Naltrexon das Auftreten opiatartiger Effekte.
Toleranz und Abhängigkeit sind unter Naltrexonbehandlung bisher nicht beobachtet worden.
Alkoholabhängigkeit
Naltrexon dämpft durch die Blockade von Endorphin-Rezeptoren die akute euphorisierende Wirkung des Alkohols.
Bei der Entwöhnung von Alkohol reduziert Naltrexon das übermässige Alkoholverlangen (Craving), führte jedoch in den klinischen Studien nicht häufiger als Placebo zur vollständigen Abstinenz. Die Wirkung hielt nach Absetzen der Therapie nicht an.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Applikation wird Naltrexon rasch und nahezu vollständig aus dem Magen-Darm-Trakt absorbiert. Cmax wird nach ca. 45 min erreicht und beträgt bei Gabe von 50 mg Naltrexonhydrochlorid durchschnittlich 13,3 ng/ml.
Distribution
Die Plasmaproteinbindung von Naltrexon liegt bei etwa 21%.
Metabolismus
Nach Absorption unterliegt Naltrexon einem erheblichen (95%) First-Pass-Metabolismus, wobei als Hauptmetabolit 6β-Naltrexol entsteht. 6β-Naltrexol selbst besitzt opiatantagonistische Aktivität. Der maximale Spiegel dieses Metaboliten beträgt durchschnittlich etwa 108 ng/ml und wird nach etwa 1 Stunde erreicht.
Elimination
Die Halbwertszeit von Naltrexon im Plasma beträgt etwa 4 Stunden. Die Plasmahalbwertszeit von 6β-Naltrexol beträgt etwa 15 Stunden. Die Halbwertszeit der Opiatrezeptoren-Blockade durch Naltrexon beträgt zwischen 72 und 108 Stunden. Bei einer oralen Dosis von 50 mg pro Tag, jeden zweiten Tag appliziert, sind nach 48 Stunden noch 70-80% der Opiatrezeptoren blockiert.Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere. Innerhalb von 48 Stunden werden etwa 60% einer peroral applizierten Dosis im Harn ausgeschieden, davon 76% als 6β-Naltrexol, 16% Hydroxy-Methoxy-Naltrexol und 8% Naltrexon, alle grösstenteils in glukuronidierter Form.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden 5-10mal höhere Plasmakonzentrationen von Naltrexon beobachtet.

Präklinische Daten

Es gibt Hinweise auf Lebertoxizität bei steigender Dosierung.
Naltrexon (100 mg/kg/Tag, das entspricht ungefähr der 140-fachen therapeutischen Dosis) verursachte einen signifikanten Anstieg an Scheinschwangerschaften bei der Ratte. Ausserdem kam es zu einer Abnahme der Trächtigkeitsrate bei weiblichen Ratten. Die Relevanz dieser Untersuchungen für die menschliche Fertilität ist nicht bekannt. Es wurde gezeigt, dass Naltrexon in einer 140-fach höheren Dosierung als beim Menschen üblich bei Ratten und Kaninchen einen embryo- und fetotoxischen Effekt hat. Dieser Effekt wurde bei Ratten in einer Dosierung von 100 mg/kg/Tag Naltrexon vor und während der Trächtigkeit gezeigt und bei Kaninchen in einer Dosierung von 60 mg/kg/Tag während der Organogenese.

Sonstige Hinweise

Hinweis
Es ist ratsam, dass Patienten einen Ausweis bei sich tragen, der auf die Naltrexin-Therapie hinweist.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15 – 25°C) vor Licht geschützt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

56‘109 (Swissmedic)

Packungen

Naltrexin Filmtabletten 28 (A)

Zulassungsinhaberin

OrPha Swiss GmbH, 8700 Küsnacht

Stand der Information

September 2014

2019 ©ywesee GmbH
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