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Fachinformation zu Glucose Amino:Amino AG, Fabrikation pharmazeutischer und chemischer Produkte
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Zusammens.Galen.FormInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Kontraind.Warn.hinw.Interakt.Schwangerschaft
Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Glucosum.
Hilfsstoffe
Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösungen
1 ml Glucose 5% enthält: 50 mg Glucosum anhydricum.
1 ml Glucose 10% enthält: 100 mg Glucosum anhydricum.
1 ml Glucose 20% enthält: 200 mg Glucosum anhydricum.
1 ml Glucose 40% enthält: 400 mg Glucosum anhydricum.

Konzentration

kcal/l

kJ/l

mOsm/l

5%

200

840

278

10%

400

1670

555

20%

800

3350

1110

40%

1600

6700

2220

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Glucose 5%, Glucose 10%:
Die 5%- und 10% igen Glucose-Injektionslösungen werden angewendet bei Wasserverlusten, hypertoner Dehydratation, Hypersalämien, hypoglykämischen Zuständen sowie zur partiellen Deckung des Kohlenhydratbedarfs und als Trägerlösung für Elektrolytenkonzentrate und kompatible Arzneimittel.
Glucose 20%, Glucose 40%:
Injektionslösungen mit 20% und 40% Glucose werden angewendet bei hypoglykämischen Zuständen sowie zur Zufuhr von Energie und Wasser zur partiellen oder vollständigen Deckung des Kohlenhydratbedarfs bei parenteraler oder partiell parenteraler Ernährung mit oder ohne gleichzeitiger Verabreichung von Aminosäuren oder Proteinen.

Dosierung/Anwendung

Glucose-Injektions- und Infusionslösungen werden intravenös appliziert.
Die isotonische 5%ige Glucoselösung kann periphervenös injiziert bzw. infundiert werden. Für die periphervenöse Applikation von Glucose 10% sollte eine grosse Vene mit ausreichendem Blutfluss gewählt werden (evtl. Infusionsstelle jeden Tag wechseln).
Vor Gebrauch sind die hyperosmolaren, hochkonzentrierten Injektionslösungen 20% und 40% in dazu geeigneten Infusionslösungen zu verdünnen!
Die Dosierung richtet sich nach dem klinischen Zustand, dem Alter und dem Gewicht des Patienten.
Die Infusionsgeschwindigkeit sollte so gewählt werden, dass eine Dosierung von 0,5 g Glucose/kg KG/Stunde nicht überschritten wird. Abhängig von der Stoffwechsellage beträgt die Maximaldosierung bis zu 6 g Glucose/kg KG/Tag. Dies entspricht etwa 30 g Glucose pro Stunde.
Das Infusionsbesteck sollte mindestens alle 24 Stunden gewechselt werden.
Um zusätzliche Arzneimittel während der Infusion beizufügen, muss der Durchflussregler geschlossen sein und auf eine gründliche Durchmischung der Lösung geachtet werden.

Kontraindikationen

Alle Lösungen:
Glucose-Infusionslösungen sind kontraindiziert bei:
Hyperglykämie;
Hypokaliämie (ohne gleichzeitige Kaliumsubstitution);
Hyperhydratationszuständen (u.a. Wasserintoxikation);
Hypotoner Dehydratation.
Eine unkontrollierte Anwendung dieser Lösungen bei Diabetes mellitus ist zu vermeiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Verdacht einer verminderten Glucosetoleranz (z.B. postoperativ oder posttraumatisch) ist besondere Vorsicht geboten. Bei der Anwendung von Glucose-Lösungen ist bei vermuteter Störung des Elektrolythaushaltes (z.B. Hyponatriämie und Hypokaliämie) Vorsicht geboten.
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten.
Ungleichgewichte des Elektrolythaushaltes sind zu korrigieren.
Die Anwendung bei Patienten mit Störungen des Zuckerstoffwechsels (Utilisationsstörungen) soll nur unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Bei abruptem Absetzen einer Glucoseinfusion besteht die Gefahr einer reaktiven Hypoglykämie.
Die Glucose 20% und 40% Lösungen eignen sich nicht für eine Osmotherapie.
Das Bewusstsein der Patienten ist zu überwachen.
Eine Überprüfung der Blutglucose, des Elektrolythaushaltes, der Wasserbilanz und des Säure-Basen-Haushaltes ist erforderlich.

Interaktionen

Gewisse Arzneimittel (Schleifen-Diuretika und Thiazide) können die Glucosetoleranz vermindern.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. Es liegen keine tierexperimentellen Studien vor. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten vor.

Unerwünschte Wirkungen

Bei sachgemässer Anwendung von Glucose-Lösungen und bei Beachtung der Vorsichtsmassnahmen sind keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten (s. auch Kapitel «Überdosierung»).
In Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten können hochprozentige Glucose-Lösungen eine Diurese auslösen.
Bei der Anwendung der Lösungen mit Glucose 20% und 40% kann zusätzlich eine Hyperglykämie, eine Glucosurie oder ein hyperosmolares Koma auftreten (s. auch Kapitel «Überdosierung»).
Wie bei jeder längerfristigen Infusionstherapie oder Injektion einer hyperosmolaren Lösung kann es zu Venenreizungen und Thrombophlebitis in der Nähe der Infusionsstelle kommen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Anzeichen und Symptome
Je nach Infusionsvolumen und Glucosekonzentration der Lösung können folgende Symptome einer Überdosierung auftreten:
Glucose 5%, Glucose 10%: Hyperglykämie; Hypervolämie; Hyperhydratation; Hypokaliämie.
Glucose 20%, Glucose 40%: Glycosurie; hyperosmolare Zustände; Dehydratation; Hypokaliämie; Lactatanstieg; kohlenhydratinduzierte Hypertriglyceridämie; Steatose; Hyperventilation.
Behandlung
Beim Auftreten von Symptomen der Überdosierung ist die Infusion sofort zu unterbrechen, die physiologischen Parameter des Patienten sind zu bestimmen und therapeutische Massnahmen einzuleiten:
Hypervolämie, Hyperhydratation, Ödeme: Forcierte Diurese mittels eines passenden Diuretikums (z.B. Furosemid).
Hyperglykämie: Insulin-Gabe. Es besteht die Möglichkeit einer sekundären Hypoglykämie.
Hyperosmolare Zustände, hypotone Dehydratation, Hypokaliämie: Passende Massnahmen gemäss Flüssigkeits-, Glucose- und Elektrolyt-Bilanz sowie des Säure-Basen-Haushaltes des Patienten ergreifen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
B05BA03
Glucose-Injektionslösungen sind steril und pyrogenfrei und zur intravenösen Anwendung bestimmt.
Wirkungsmechanismus
Die intravenöse Verabreichung von Glucose vermindert bei bestehender Kohlenhydratmangelsituation den Stickstoffverlust und reduziert den Abbau von Leberglykogen. Zudem wird dem Körper Wasser zur Verfügung gestellt.
Pharmakodynamik
Keine Angaben vorhanden.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben vorhanden.

Pharmakokinetik

Glucose wird über den Zitronensäurezyklus abgebaut und kann pro Mol Glucose bis zu 48 Mol Adenosin-Triphosphat ergeben (Brennwert: 4 kcal/g, Oxidationswasser: 0,6 ml/g).
Absorption
Keine Angaben vorhanden.
Distribution
Keine Angaben vorhanden.
Metabolismus
Keine Angaben vorhanden.
Elimination
Keine Angaben vorhanden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Keine Angaben vorhanden.

Präklinische Daten

Es liegen keine Daten vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Die Zugabe von Arzneimitteln zu Infusionslösungen kann zu Inkompatibilitätsreaktionen führen. Während manche Reaktionen sofort auffallen, muss jedoch auch mit subtileren physikalischen, chemischen oder pharmakologischen Unverträglichkeiten gerechnet werden.
Beim Mischen mit anderen Arzneimitteln ist zu beachten, dass der pH-Wert der Lösungen in saurem Bereich liegt, was zu Ausfällungen in der Mischung führen kann.
Die Zugabe von medikamentösen Zusätzen muss auf aseptischem Wege erfolgen. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass eine vollständige Mischung des Zusatzes mit der Lösung gewährleistet wird.
Eine Lagerung solcher Lösungen muss vermieden werden. Auf die Kompatibilität muss auch geachtet werden, wenn mehrere Infusionen durch das gleiche Infusionsbesteck wie Glucose-Infusionslösungen verabreicht werden.
Glucose-Lösungen sollten nicht gleichzeitig, vor oder nach Verabreichung von Blut oder Blutkomponenten durch das gleiche Infusionsbesteck infundiert werden, da die Gefahr einer Pseudoagglutination besteht.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Keine Angaben vorhanden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C, in der Originalverpackung und für Kinder unerreichbar aufbewahren. Nicht einfrieren.
Hinweise für die Handhabung
Nur klare Lösungen und unbeschädigte Behältnisse verwenden. Glucose Amino Injektionslösungen enthalten keine Konservierungsmittel. Aus mikrobiologischen Gründen ist die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Anbruch zu verwenden. Nicht verwendete Lösung verwerfen.

Zulassungsnummer

56502 (Swissmedic)

Packungen

Ampullen 5% zu 10 ml: 10 und 100. [B]
Ampullen 10% zu 10 ml: 10. [B]
Ampullen 20% zu 10 ml: 10. [B]
Ampullen 40% zu 10 ml: 10 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Amino AG, Gebenstorf.

Stand der Information

September 2009

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