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Fachinformation zu Lansoprazol-Mepha Kapseln:Mepha Pharma AG
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Interaktionen

Die Metabolisierung von Lansoprazol erfolgt über das Cytochrom-P450, im Speziellen durch die CYP3A und CYP2C19-Isoenzyme. In Studien mit gesunden Probanden konnten keine klinisch signifikanten Interaktionen von Lansoprazol mit anderen Arzneimitteln, die ebenfalls über Cytochrom P450 metabolisiert werden, wie Warfarin, Paracetamol, Indomethacin, Ibuprofen, Phenytoin, Propranolol, Prednison, Diazepam oder Clarithromycin nachgewiesen werden. Diese Substanzen werden über verschiedene CYP-Isoenzyme wie CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A metabolisiert.
Lansoprazol kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die über CYP3A4 metabolisiert werden. Vorsicht ist geboten, wenn Lansoprazol mit Wirkstoffen kombiniert wird, die über dieses Enzym metabolisiert werden und eine enge therapeutische Breite haben.
CYP2C19-Inhibitoren oder -Induktoren
Bei gleichzeitiger Gabe von Lansoprazol mit dem CYP2C19-Inhibitor Fluvoxamin sollte eine Dosisreduktion von Lansoprazol erwogen werden. Die Plasmakonzentration von Lansoprazol erhöht sich bis auf das Vierfache.
Enzyminduktoren von CYP2C19 und CYP3A4 wie Rifampicin und Johanniskraut (Hypericum perforatum) können den Plasmaspiegel von Lansoprazol deutlich reduzieren.
Wirkung von Lansoprazol auf andere Arzneimittel
Theophyllin
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Lansoprazol mit Theophyllin, das über CYP1A2 und CYP3A verstoffwechselt wird, wurde eine geringfügige Erhöhung (10%) der Theophyllin-Clearance beobachtet, die jedoch kaum von klinischer Bedeutung ist.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Lansoprazol und Theophyllin sollte der Patient regelmässig überwacht werden.
Tacrolimus
Die gleichzeitige Gabe von Lansoprazol erhöht die mittlere Exposition gegenüber Tacrolimus (einem Substrat für CYP3A und Pgp) um bis zu 81%. Bei gleichzeitiger Gabe ist daher bei Beginn und Beendigung einer Lansoprazol-Behandlung eine Überwachung der Plasmakonzentration von Tacrolimus erforderlich.
P-Glycoprotein (Pgp)
Für Lansoprazol wurde beobachtet, dass es in vitro das Transportprotein P-Glycoprotein (Pgp) inhibiert. Die klinische Bedeutung hierfür ist nicht bekannt.
Cumarin-Antikoagulantien
Bei gesunden Probanden wurden weder die Pharmakokinetik der Warfarin-Enantiomere noch die Prothrombinzeit durch die einzelne oder mehrfache Gabe von 60 mg Lansoprazol beeinflusst. Es liegen jedoch Berichte vor über eine Erhöhung der Phrothrombinratio (INR, International Normalized Ratio) und eine Verlängerung der Prothrombinzeit bei Patienten, die gleichzeitig Protonenpumpenhemmer – einschliesslich Lansoprazol – und Warfarin erhielten. Bei Patienten, die gleichzeitig mit Protonenpumpenhemmer und Warfarin behandelt werden, ist gegebenenfalls eine Kontrolle der INR und der Prothrombinzeit notwendig.
Für Acenocoumarol und Phenprocoumon stehen keine entsprechenden Daten zur Verfügung. Auch bei diesen Substanzen sollte beim Beginn oder beim Absetzen der Behandlung der INR kontrolliert werden.
Amoxicillin
Es konnten keine klinisch signifikanten Interaktionen von Lansoprazol mit Amoxicillin festgestellt werden.
Sucralfat
Die gleichzeitige Gabe von 30 mg Lansoprazol und 1 g Sucralfat führte zu einer verzögerten Absorption von Lansoprazol und einer um 17% reduzierten Bioverfügbarkeit. Daher sollten Protonenpumpenhemmer mindestens 30 Minuten vor Sucralfat eingenommen werden.
Antazida
In klinischen Studien wurden Antazida gleichzeitig mit Lansoprazol verabreicht. Dies hatte keinen Einfluss auf die Wirkung.
Arzneimittel mit pH-abhängiger Absorptionskinetik
Lansoprazol bewirkt eine profunde und lang dauernde Hemmung der Magensäure-Sekretion. Daher kann Lansoprazol die Absorption von Arzneimitteln beeinflussen, deren Bioverfügbarkeit vom Magen-pH abhängig ist.
HIV-Proteasehemmer
Die gleichzeitige Einnahme von Lansoprazol und HIV-Proteasehemmern, deren Resorption von einem niedrigen pH-Wert im Magen abhängt, wie Atazanavir und Nelfinavir, wird nicht empfohlen, da dies ihre Bioverfügbarkeit deutlich verringert.
In einer Studie wurde gezeigt, dass die gleichzeitige Gabe von Lansoprazol (einmal täglich 60 mg) mit 400 mg Atazanavir bei gesunden Probanden zu einer erheblichen Reduktion der Atazanavir-Verfügbarkeit (ungefähr 90% Reduktion bei AUC und Cmax) führte.
Antimykotika
Die Resorption von Ketoconazol und Itraconazol aus dem Gastrointestinaltrakt wird durch Magensäure verstärkt. Die Gabe von Lansoprazol kann zu sub-therapeutischen Konzentrationen von Ketoconazol und Itraconazol führen. Daher sollte die kombinierte Gabe mit Lansoprazol vermieden werden.
Digoxin
Eine gleichzeitige Gabe von Lansoprazol und Digoxin kann zu einem Anstieg der Digoxin-Plasmaspiegel führen. Der Digoxin-Plasmaspiegel sollte daher überwacht werden und, sofern erforderlich, die Digoxindosis bei Beginn und Beendigung einer Behandlung mit Lansoprazol angepasst werden.

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