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Fachinformation zu Pergoveris® 150 IE/75 IE / Pergoveris® PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE:Merck (Schweiz) AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Follitropin alfa (r-hFSH) und Lutropin alfa (r-hLH), rekombinantes in CHO (Chinese Hamster Ovary)-Zellen produziertes Follitropin alfa und Lutropin alfa.
Hilfsstoffe:
Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung:
Saccharum, Dinatrii phosphas dihydricus, Natrii dihydrogenophosphas monohydricus, Natrii hydroxidum aut Acidum phosphoricum, Polysorbatum 20, Antiox.: Methioninum 0.1 mg.
Lösungsmittel: Aqua ad iniectabilia 1 ml.
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen:
Saccharum, Arginini hydrochloridum, Poloxamerum 188, Dinatrii phosphas dihydricus, Natrii dihydrogenophosphas monohydricus, Natrii hydroxidum aut Acidum phosphoricum, Conserv.: Phenolum 5.0 mg/ml, Antiox.: Methioninum 0.150 mg/ml, Aqua ad iniectabilia q.s. ad solutionem.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung:
Eine Durchstechflasche Pergoveris 150 IE/75 IE enthält 12 µg Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-hFSH)), und 3.7 µg Lutropin alfa (rekombinantes humanes luteales Hormon (r-hLH)), damit 11µg, entsprechend 150 IE, bzw. 3µg, entsprechend 75IE, entnommen werden können.
Die rekonstituierte Lösung enthält 150 IE r-hFSH und 75IE r-hLH pro ml.
Eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel enthält: 1 ml Wasser für Injektionszwecke.
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen:
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE
Ein Fertigpen enthält 22 Mikrogramm Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-FSH)), entsprechend 300IE und 6 Mikrogramm Lutropin alfa (rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH)), entsprechend 150 IE, in 0.48 ml.
Pergoveris PEN 450 IE/225 IE
Ein Fertigpen enthält 33 Mikrogramm Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-FSH)), entsprechend 450IE und 9 Mikrogramm Lutropin alfa (rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH)), entsprechend 225 IE, in 0.72 ml.
Pergoveris PEN 900 IE/450 IE
Ein Fertigpen enthält 66 Mikrogramm Follitropin alfa (rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-FSH)), entsprechend 900IE und 18 Mikrogramm Lutropin alfa (rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH)), entsprechend 450 IE, in 1.44 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Stimulation der Follikelreifung bei Frauen, die einen schweren LH- und FSH-Mangel aufweisen.
In klinischen Studien wurden diese Patientinnen durch einen endogenen LH-Serumspiegel <1.2 IE/l definiert.

Dosierung/Anwendung

Eine Behandlung mit Pergoveris sollte nur unter Überwachung durch einen Facharzt eingeleitet werden, der mit der Diagnose und Behandlung von Fertilitätsstörungen vertraut ist.
Bei Patientinnen mit LH- und FSH-Mangel (hypogonadotropem Hypogonadismus) ist das Ziel der Behandlung mit Pergoveris die Entwicklung eines einzelnen reifen Graaf'schen Follikels, aus dem nach Gabe von humanem Choriongonadotropin (hCG) die Eizelle freigesetzt wird. In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Lutropin alfa die Sensitivität der Ovarien gegenüber Follitropin alfa erhöht.
Pergoveris sollte täglich durch subkutane Injektionen verabreicht werden. Da die Patientinnen unter Amenorrhoe leiden und ihre endogene Östrogensekretion niedrig ist, kann jederzeit mit der Behandlung begonnen werden.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Art der Verabreichung
Pergoveris wird subkutan verabreicht. Zur Rekonstitution siehe Sonstige Hinweise Hinweise für die Handhabung.
Die erste Injektion muss in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Die Patientin kann die subkutane Injektion selbst vornehmen, sofern sie strikt die Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin befolgt.
Nur solche Patienten sollten sich Pergoveris selbst verabreichen, die motiviert und entsprechend ausgebildet sind und jederzeit die Möglichkeit haben, ärztlichen Rat einzuholen.
Die Behandlung sollte dem individuellen Ansprechen der Patientin angepasst werden, welches durch sonographische Bestimmung der Follikelgrösse und Messung der Östrogenspiegel beurteilt wird. Empfohlen wird ein Behandlungsbeginn mit einer Dosierung von 150IE r-hFSH/75IE r-hLH pro Tag. Wird bei einer Patientin eine FSH-Startdosis von weniger als 150IE als angebracht erachtet, so sollte die Stimulation mit einer freien Kombination aus FSH und LH durchgeführt werden. Bei Anwendung von Pergoveris in einer niedrigeren Dosierung als empfohlen ist hingegen die zugeführte LH-Dosis unzureichend.
Wenn eine Erhöhung der FSH-Dosis angezeigt ist, sollte die Anpassung der Dosis vorzugsweise in Intervallen von 7-14 Tagen und vorzugsweise in Schritten von 37.5–75 IE mit einer dafür zugelassenen Follitropin-alfa-Zubereitung erfolgen.
Es ist möglich, die Stimulationsdauer in jedem Zyklus auf bis zu 5 Wochen auszudehnen. Nach erfolgreicher Stimulation werden 24-48 Stunden nach der letzten Injektion von Pergoveris einmalig 5'000 IE bis 10'000 IE humanes Choriongonadotropin (hCG) oder 250 Mikrogramm rekombinantes humanes Choriongonadotropin (r-hCG) injiziert. Der Patientin wird empfohlen, am Tag der hCG-Injektion und am darauffolgenden Tag Geschlechtsverkehr zu haben.
Als Alternative kann auch eine intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt werden.
Eine Lutealphasenunterstützung kann in Betracht gezogen werden.
Bei überschiessender Reaktion ist die Behandlung zu beenden und kein hCG zu verabreichen. Die Behandlung sollte im nächsten Zyklus mit einer niedrigeren FSH-Dosis wiederaufgenommen werden.
Spezielle Dosierungsempfehlungen
Kinder und Jugendliche
Pergoveris besitzt in dieser Altersgruppe keine Indikation.
Ältere Patienten
Pergoveris besitzt in dieser Altersgruppe keine Indikation.
Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz
Die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Pergoveris bei Patientinnen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurden nicht untersucht. Deshalb können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Kontraindikationen

·Vergrösserung der Ovarien oder Ovarialzysten unbekannter Ursache (ausgenommen polyzystisches Ovarialsyndrom)
·gynäkologische Blutungen unbekannter Ursache
·Ovarial-, Uterus- oder Mammakarzinom
·Tumoren des Hypothalamus oder der Hypophyse
·unbehandelte Endokrinopathie der Schilddrüse oder der Nebenniere
·Schwangerschaft, Stillzeit
·bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Follitropin alfa, Lutropin alfa oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung
Pergoveris darf nicht angewendet werden, wenn die beabsichtigte Wirkung nicht erzielt werden kann, wie bei:
·primärer Ovarialinsuffizienz
·Missbildungen der Geschlechtsorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich machen
·Uterusmyomen, die eine Schwangerschaft unmöglich machen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Pergoveris darf nur von Ärzten angewendet werden, die mit Fertilitätsstörungen und deren Behandlung umfassend vertraut sind.
Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, müssen die Ursachen für die Infertilität des Paares genau abgeklärt und mögliche Kontraindikationen für eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Insbesondere müssen die Patientinnen auf Hypothyreose, Nebennierenrindeninsuffizienz und Hyperprolaktinämie untersucht und gegebenenfalls entsprechend behandelt werden.
Die Gonadotropintherapie erfordert eine bestimmte zeitliche Verpflichtung seitens der Ärzte und des medizinischen Personals sowie die Verfügbarkeit geeigneter medizinischer Überwachungseinrichtungen. Ein sicherer und wirksamer Einsatz von Pergoveris erfordert eine sonographische Überwachung der ovariellen Response, vorzugsweise in Kombination mit regelmässigen Bestimmungen der Estradiolwerte im Serum. Das Ansprechen auf die FSH/LH-Gabe weist eine gewisse inter-individuelle Variabilität auf, bis hin zu einer mangelhaften Reaktion auf FSH/LH bei einigen Patientinnen. Es sollte jeweils die geringste zur Erreichung des Behandlungszieles wirksame Dosis verwendet werden.
Ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)
Bei einigen Patientinnen kann es bei einer ovariellen Stimulationsbehandlung infolge zu starker Stimulation mit überschiessender Östrogenreaktion zur Ausreifung multipler Follikel und zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom kommen. Zeichen eines OHSS sind eine deutliche Ovarialvergrösserung und hohe Sexualsteroidkonzentrationen im Serum sowie eine erhöhte vaskuläre Permeabilität, welche zu einer Flüssigkeitsverschiebung in den peritonealen, den pleuralen und selten auch in den perikardialen Raum führen kann.
Sehr häufig tritt das OHSS auf, nachdem die Hormonbehandlung beendet wurde, und erreicht ein Maximum etwa 7 bis 10 Tage nach der Behandlung.
Bei Patientinnen mit polyzystischem Ovarialsyndrom tritt ein OHSS häufiger auf und bildet sich normalerweise ohne Behandlung wieder zurück.
Durch Einhaltung der empfohlenen Dosierung und der Überwachungsintervalle sowohl für Pergoveris als auch für gegebenenfalls zusätzlich appliziertes FSH kann das Risiko einer ovariellen Hyperstimulation reduziert werden.
Zur frühzeitigen Identifizierung und Minimierung von Risikofaktoren für die Entwicklung eines OHSS (oder das Eintreten einer Mehrlingsschwangerschaft, siehe unten) werden sonographische Untersuchungen sowie eine Bestimmung der Serumestradiolspiegel empfohlen. Bei anovulatorischen Patientinnen ist das Risiko für ein OHSS erhöht bei Serumestradiolspiegeln von mehr als 900 pg/ml (3'300 pmol/l) und bei Vorliegen von mehr als 3 Follikeln mit einem Durchmesser von ≥14 mm.
Vor Verabreichung von hCG zur Auslösung der Ovulation führt eine überschiessende Reaktion der Ovarien auf die Gonadotropinbehandlung selten zu einem OHSS. Es ist deshalb empfehlenswert, in Fällen einer ovariellen Hyperstimulation kein hCG zu verabreichen und die Patientin anzuweisen, für mindestens 4 Tage keinen Coitus zu haben oder geeignete Kontrazeptionsmethoden (Barrieremethoden) anzuwenden.
Das OHSS kann in 3 Schweregraden auftreten:
Ein leichtes OHSS geht mit Unterleibsschmerzen und einer Vergrösserung der Ovarien einher.
Bei einem moderat verlaufenden OHSS können zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Anzeichen eines Aszites (Nachweis sonographisch) oder eine deutliche Vergrösserung der Ovarien auftreten. Mild oder moderat verlaufende OHSS heilen normalerweise spontan nach 2 bis 3 Wochen (resp. mit Eintreten der Menstruation) wieder ab.
Bei einem schweren OHSS (ca. 1%) werden folgende Symptome beobachtet:
Unterleibsschmerzen, aufgeblähter Bauch, starke Ovarialvergrösserung, Gewichtszunahme, Dyspnoe, Oligurie oder gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe.
Es kann zu Hypovolämie, Hämokonzentration, Störungen im Elektrolythaushalt, sekundärem Hypoaldosteronismus, Hyperkoagulabilität des Blutes, Aszites oder Pleuraergüssen kommen. Ausserdem ist das Risiko für thromboembolische Ereignisse erhöht (z.B. Lungenembolie, Schlaganfall, Herzinfarkt). Weitere, sehr seltene Komplikationen eines schweren OHSS stellen eine Ovarialtorsion und ein Hämoperitoneum dar. Ein OHSS kann sich rasch (innerhalb von 24 Stunden bis hin zu einigen Tagen) entwickeln und zu einem schwerwiegenden medizinischen Notfall werden. Eine sorgfältige Überwachung während der Behandlung und bis zu zwei Wochen nach Verabreichung von hCG muss daher gewährleistet sein.
Sollten unter der Behandlung mit Pergoveris die erwähnten Symptome auftreten, ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung angezeigt. Die Behandlung mit Pergoveris sollte in diesen Fällen abgebrochen werden, und es darf kein hCG zur Ovulationsinduktion verabreicht werden.
Bei einer mässiggradigen Hyperstimulation ist im Allgemeinen eine Überwachung der Patientin ausreichend. Wenn es zu einem schweren OHSS kommt, muss die Patientin hospitalisiert und eine Therapie des OHSS eingeleitet werden. Die Behandlung des OHSS erfolgt symptomatisch. Insbesondere muss auf einen Ausgleich des Flüssigkeitsund Elektrolythaushaltes geachtet werden.
Ein OHSS kann schwerer und langwieriger verlaufen, wenn eine Schwangerschaft eintritt. Darüber hinaus ist das Risiko für einen Spontanabort erhöht, wenn eine Schwangerschaft zusammen mit einem OHSS auftritt.
Mehrlingsschwangerschaften
Bei Patientinnen, die sich einer Ovulationsinduktion unterziehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft im Vergleich zur natürlichen Konzeption erhöht. Bei den meisten Mehrlingsschwangerschaften handelt es sich um Zwillinge. Um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren, wird die Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Pergoveris (sowie ggf. von zusätzlichem FSH) und eine sorgfältige Überwachung der ovariellen Response empfohlen.
Die Patientinnen müssen vor Behandlungsbeginn über das potentielle Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft informiert werden.
Ektope Schwangerschaften
Bei Patientinnen mit Eileitererkrankungen in der Anamnese besteht das Risiko einer ektopen Schwangerschaft, unabhängig davon, ob die Schwangerschaft durch spontane Konzeption oder durch Fertilitätsbehandlung eingetreten ist.
Aborte
Die Häufigkeit von Aborten ist bei Patientinnen, die sich einer Stimulation des Follikelwachstums zur Ovulationsinduktion unterziehen, höher als bei einer natürlichen Konzeption.
Neoplasmen
Bei Frauen, die sich multiplen Behandlungszyklen zur Ovulationsinduktion unterzogen, wurde über gutartige wie auch über bösartige Neoplasmen der Ovarien und anderer Sexualorgane berichtet. Nach Markteinführung wurden ausserdem Einzelfälle von malignen Melanomen gemeldet, die de novo oder als Rezidiv (letzteres nach mehrjährigem Intervall) auftraten. Bisher ist nicht bekannt, ob eine Behandlung mit Gonadotropinen das Risiko für diese Tumoren bei Patientinnen mit Fertilitätsstörungen erhöht.
Thromboembolische Ereignisse
Bei Patientinnen mit Risikofaktoren für venöse oder arterielle thromboembolische Ereignisse, wie Adipositas (Body-Mass-Index >30 kg/m2), Rauchen, positive Eigen- oder Familienanamnese, kann eine Gonadotropinbehandlung das Risiko solcher Ereignisse (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, zerebrovaskulärer Insult) weiter erhöhen. Bei diesen Frauen muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für die Gonadotropinverabreichung erfolgen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine Schwangerschaft sowie ein OHSS ebenfalls ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse bergen.
Überempfindlichkeitsreaktionen
In sehr seltenen Fällen wurde bei Patientinnen mit vorausgehenden leichten allergischen Reaktionen bzw. nach Reexposition in späteren Behandlungszyklen über schwerwiegende allergische/anaphylaktische Reaktionen berichtet.
Porphyrie
Patientinnen mit einer Porphyrie in der Eigen- oder Familienanamnese müssen während der Behandlung mit Pergoveris engmaschig überwacht werden, und bei einer Verschlechterung der Symptome ist ein Abbruch der Behandlung notwendig.
Bei Kindern und Jugendlichen darf Pergoveris nicht angewendet werden.

Interaktionen

Zu möglichen Interaktionen zwischen Pergoveris (bzw. einer Monotherapie mit Follitropin alfa oder Lutropin alfa) und anderen Arzneimitteln liegen keine Studien vor. Pharmakokinetische Interaktionen zwischen Pergoveris und anderen Arzneimitteln wurden jedoch bisher nicht beobachtet.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Pergoveris und anderen Arzneimitteln zur Ovulationsstimulation (z.B. hCG, Clomifencitrat) kann die follikuläre Reaktion verstärkt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Pergoveris ist während der Schwangerschaft kontraindiziert.In tierexperimentellen Studien wurde keine teratogene Wirkung beobachtet. Die klinischen Daten sind nicht ausreichend, um im Falle einer Exposition während der Schwangerschaft eine teratogene Wirkung von Pergoveris auszuschliessen.
Es ist nicht bekannt, ob Follitropin alfa oder Lutropin alfa in die Muttermilch übertreten und wie sich dies gegebenenfalls auf das Kind auswirkt. Pergoveris ist daher während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Untenstehend aufgeführte unerwünschte Wirkungen wurden nach der Häufigkeit ihres Auftretens wie folgt klassifiziert:
Sehr häufig: ≥1/10
Häufig: ≥1/100 – <1/10
Gelegentlich: ≥1/1'000 – <1/100
Selten: ≥1/10'000 – <1/1'000
Sehr selten: <1/10'000
Erkrankungen des Immunsystems:
Sehr selten: Hypersensitivitätsreaktionen einschliesslich anaphylaktischer Reaktionen und Schock.
Erkrankungen des Nervensystems:.
Sehr häufig: Kopfschmerzen (13.8%).
Häufig: Schläfrigkeit.
Gefässerkrankungen:
Sehr selten: venöse und arterielle Thromboembolien (v.a. in Zusammenhang mit einem schweren OHSS).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:
Sehr selten: Exazerbation oder Verstärkung eines Asthmas.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
Häufig: aufgeblähter Bauch, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Bauchkrämpfe, andere abdominale Beschwerden.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:
Sehr häufig: Ovarialzysten (17.2%).
Häufig: Schmerzen in den Brüsten, Unterleibsschmerzen, leichtes bis mittelschweres OHSS (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Gelegentlich: schweres OHSS (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Selten: Ovarialtorsion (als Komplikation eines schweren OHSS).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
Sehr häufig: leichte bis schwere Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Erythem, Hämatom, Schwellung und/oder Irritation) (23%).

Überdosierung

Die Auswirkungen einer Überdosierung von Pergoveris sind nicht bekannt. Man kann aber annehmen, dass es dadurch zum Auftreten eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms kommen kann (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03GA30
Pergoveris besteht aus gentechnologisch hergestelltem follikelstimulierendem Hormon (r-hFSH) und gentechnologisch hergestelltem luteinisierendem Hormon (r-hLH), beide produziert von gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen).
Wirkungsmechanismus
Bei der Stimulation der Follikelreifung bei anovulatorischen Patientinnen mit LH- und FSH-Mangel ist der primäre Effekt, der aus der Verabreichung von LH resultiert, eine Erhöhung der Estradiolsekretion in den Follikeln, deren Wachstum durch FSH stimuliert wird.
Klinische Studien
In klinischen Studien wurden Patientinnen mit schwerem FSH- und LH-Mangel durch endogene LH-Serumspiegel von <1.2 IE/l definiert, welche in einem zentralen Labor bestimmt wurden. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es Unterschiede bei LH-Bestimmungen in verschiedenen Labors gibt. In diesen Studien lag die Ovulationsrate pro Zyklus bei 70-75%.
Bei Patientinnen mit supprimierter endogener Gonadotropinsekretion führte die Verabreichung von Follitropin alfa zu einer Stimulation der Follikelentwicklung und Steroidbildung, obwohl die LH-Werte nicht messbar waren.

Pharmakokinetik

Die Kombination von Follitropin alfa und Lutropin alfa besitzt das gleiche pharmakokinetische Profil wie Follitropin alfa und Lutropin alfa bei separater Verabreichung.
Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, und Pergoveris PEN sind bioäquivalent.
Follitropin alfa
Das pharmakokinetische Profil von Follitropin alfa ist vergleichbar mit jenem von endogenem humanem FSH.
Absorption
Nach subkutaner Applikation beträgt die absolute Bioverfügbarkeit etwa 70%. Nach wiederholter Verabreichung wird der Steady-State mit einem Akkumulationsfaktor von etwa 3 innerhalb von 3-4 Tagen erreicht.
Distribution
Nach intravenöser Verabreichung wird Follitropin alfa in den extrazellulären Flüssigkeitsraum mit einer initialen Halbwertszeit von ungefähr 2 Stunden verteilt. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 10 Liter.
Metabolismus
Rekombinantes FSH wird auf dieselbe Weise metabolisiert wie endogenes FSH. Spezifische Studien zur Metabolisierung von rekombinantem FSH wurden jedoch nicht durchgeführt.
Elimination
Follitropin alfa wird mit einer terminalen Halbwertszeit von rund 1 Tag aus dem Körper eliminiert. Die Gesamtclearance beträgt unter steady-state-Bedingungen 0.6 l/h. Ein Achtel der Dosis wird mit dem Urin ausgeschieden.
Lutropin alfa
Das pharmakokinetische Profil von Lutropin alfa ist ähnlich jenem von urinärem hLH.
Absorption
Die absolute Bioverfügbarkeit nach einer einmaligen subkutanen Applikation von Lutropin alfa beträgt ungefähr 60%. Lutropin alfa weist eine lineare Pharmakokinetik auf.
Die Pharmakokinetik von Lutropin alfa nach einmaliger Gabe ist mit jener nach wiederholter Gabe vergleichbar, und die Akkumulationsrate von Lutropin alfa ist minimal.
Distribution
Nach intravenöser Verabreichung wird Lutropin alfa mit einer initialen Halbwertszeit von ungefähr einer Stunde rasch verteilt. Das Verteilungsvolumen im Steady State beträgt etwa 10-14 l.
Elimination
Die Gesamtclearance beträgt etwa 2 l/h, und weniger als 5% der Dosis werden mit dem Urin ausgeschieden. Nach intravenöser Verabreichung wurde eine terminale Halbwertszeit von ungefähr 10-12 Stunden für r-hLH beobachtet. Nach subkutaner Verabreichung ist die Halbwertszeit etwas länger. Die MRT (mean residence time) beträgt etwa 6 Stunden.
Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Follitropin alfa gibt es keine pharmakokinetischen Interaktionen.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Pharmakokinetik von Pergoveris wurde bei Patientinnen mit Nieren- oder Leberinsuffizienz nicht untersucht.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Die Kanzerogenität wurde für Pergoveris nicht untersucht.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Pergoveris 150/75 IE darf, ausser mit den unter Hinweise für die Handhabung aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt oder in derselben Spritze verabreicht werden.
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
Pergoveris PEN darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden.
Haltbarkeit
Pergoveris darf nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwendet werden (EXP).
Pergoveris PEN: Die chemische und physikalische Anbruchstabilität konnte über einen Zeitraum von 28 Tagen bei 25 °C gezeigt werden. Nach Anbruch kann der Pergoveris PEN bis zu 28 Tage lang bei Temperaturen bis zu 25 °C aufbewahrt werden. Der Pergoveris PEN muss entsorgt werden, wenn er nicht innerhalb der 28 Tage verwendet wird, auch wenn er in den Kühlschrank zurückgelegt wird.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung und vor Licht geschützt aufbewahren.
Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Nicht über 25 °C lagern.
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
Im Kühlschrank (2 °C - 8 °C) lagern. Nicht einfrieren.
Hinweise für die Handhabung
Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Der Inhalt einer Durchstechflasche Pergoveris ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.
Das Pulver muss unmittelbar vor Gebrauch mit dem beigefügten Lösungsmittel rekonstituiert werden.
Die rekonstituierte Lösung darf nicht angewendet werden, wenn sie Partikel enthält oder nicht klar ist.
In Studien wurde gezeigt, dass Aktivität und Stabilität sowie pharmakokinetische und pharmakodynamische Eigenschaften der beiden Wirkstoffe durch gleichzeitige Anwendung von Pergoveris zusammen mit Follitropin alfa nicht in relevanter Weise beeinflusst werden. Pergoveris kann daher mit Follitropin alfa gemischt und in derselben Spritze verabreicht werden.
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, 450 IE/225 IE, 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
Die Injektionslösung darf nicht angewendet werden, wenn sie Schwebstoffe enthält oder nicht klar ist.
Allfälliges unverbrauchtes oder nach Ende der Behandlung verbleibendes Arzneimittel sollte zur fachgerechten Entsorgung der Verkaufsstelle (Arzt oder Apotheker) übergeben werden.

Zulassungsnummer

58154, 66608 (Swissmedic).

Packungen

Pergoveris 150 IE/75 IE, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Packungen zu 1 oder 10 Durchstechflaschen mit Pulver zusammen mit der entsprechenden Anzahl Durchstechflaschen mit Lösungsmittel. (A)
Pergoveris PEN 300 IE/150 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
1 gebrauchsfertiger Pergoveris PEN 300IE/150IE und 5 Injektionsnadeln. (A)
Pergoveris PEN 450 IE/225 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
1 gebrauchsfertiger Pergoveris PEN 450IE/225IE und 7 Injektionsnadeln. (A)
Pergoveris PEN 900 IE/450 IE, Injektionslösung in einem Fertigpen
1 gebrauchsfertiger Pergoveris PEN 900IE/450IE und 14 Injektionsnadeln. (A)

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

November 2017.

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