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Fachinformation zu Piperacillin-Tazobactam Labatec i.v.:Labatec Pharma SA
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
J01CR05
Piperacillin-Tazobactam Labatec ist eine Kombination des halbsynthetischen Antibiotikums Piperacillin mit dem β-Lactamase-Hemmer Tazobactam zur intravenösen Applikation.
Wirkungsmechanismus
Piperacillin wirkt bakterizid durch Hemmung der Synthese von Septum und Zellwand. Piperacillin und andere β-Lactam-Antibiotika blockieren den abschliessenden Transpeptidationsschritt der Zellwand-Peptidoglycan-Biosynthese der sensiblen Bakterien, indem sie mit den Penicillin-bindenden Proteinen (PBP), den bakteriellen Enzymen, die diese Reaktion vermitteln, interagieren. In vitro ist Piperacillin wirksam gegen eine Vielfalt grampositiver und gramnegativer aerober und anaerober Bakterien. Die Wirksamkeit von Piperacillin gegen Bakterien, die bestimmte, Piperacillin und andere β-Lactam-Antibiotika chemisch inaktivierende β-Lactamasen bilden, ist herabgesetzt. Tazobactam-Natrium, das aufgrund seiner geringen Affinität zu PBP eine sehr geringe intrinsische antimikrobielle Aktivität entfaltet, kann die Wirksamkeit von Piperacillin gegen viele dieser resistenten Organismen wiederherstellen oder verstärken.
Tazobactam (ein Triazolylmethylpenicillinsäuresulfon) ist ein starker Inhibitor vieler β-Lactamasen der Klasse A (Penicillinasen, Cephalosporinasen und Extended Spectrum β-Lactamasen (ESBL)). Es entfaltet eine variable Wirksamkeit gegen Carbapenemasen der Klasse A und β-Lactamasen der Klasse D. Es ist nicht wirksam gegen die meisten Cephalosporinasen der Klasse C und unwirksam gegen Metallo-β-Lactamasen der Klasse B.
Zwei Eigenschaften von Piperacillin/Tazobactam führen zur erhöhten Wirksamkeit gegen einige Organismen, die β-Lactamasen bilden, die – wenn sie als Enzymzubereitungen getestet werden – von Tazobactam und anderen Inhibitoren weniger gehemmt werden:
-Tazobactam induziert keine chromosomal vermittelten β-Lactamasen bei Tazobactam-Spiegeln, die mit dem empfohlenen Dosierungsschema erreicht werden.
-Piperacillin ist relativ unempfänglich für die Wirkung einiger β-Lactamasen.
Wie andere β-Lactam-Antibiotika wirkt Piperacillin, mit oder ohne Tazobactam, zeitabhängig bakterizid gegen sensible Organismen.
Resistenzmechanismus
Es gibt drei wesentliche Resistenzmechanismen gegen β-Lactam-Antibiotika:
-Veränderungen in den Ziel-PBP, die zu einer herabgesetzten Affinität zu Antibiotika führen
-Zerstörung der Antibiotika durch bakterielle β-Lactamasen
niedrige intrazelluläre Antibiotikaspiegel aufgrund der verminderten Aufnahme oder dem aktiven Efflux der Antibiotika.
Bei grampositiven Bakterien stellen die Veränderungen der PBP einen Haupt-Resistenzmechanismus gegen β-Lactam-Antibiotika, einschliesslich Piperacillin/Tazobactam, dar. Dieser Mechanismus ist verantwortlich für die Methicillin-Resistenz von Staphylokokken sowie die Penicillin-Resistenz von Streptococcus pneumoniae sowie der von Streptokokken der Viridans-Gruppe und von Enterokokken. Resistenz, die durch Veränderung der PBP hervorgerufen wird, tritt in geringerem Ausmass auch bei anspruchsvollen gramnegativen Spezies wie Haemophilus influenzae und Neisseria gonorrhoeae auf. Piperacillin/Tazobactam ist unwirksam gegen Stämme mit Resistenz gegenüber β-Lactam-Antibiotika, die durch veränderte PBP vermittelt wird. Wie oben angegeben, gibt es einige β-Lactamasen, die von Tazobactam nicht inhibiert werden.
Sensibilität
Die Sensibilitätstestung sollte unter Anwendung standardisierter Labormethoden, wie beispielsweise durch das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) definiert, erfolgen.
Dazu gehören Dilutionsmethoden (Bestimmung der minimalen Hemmstoffkonzentration, MHK) sowie Disk-Diffusionstests. EUCAST hat basierend auf diesen Methoden Interpretationskriterien für die Sensibilität einiger bakterieller Spezies festgelegt.
EUCAST hat klinische Breakpoints für Piperacillin/Tazobactam gegen einige Organismen festgestellt. Die EUCAST MHK-Sensibilitätskriterien basieren auf einer fixen Konzentration von 4 mg/l Tazobactam. Für die Bestimmung von Hemmhöfen enthalten die Disks jedoch 30 µg Piperacillin und 6 µg Tazobactam. EUCAST Breakpoint Table Version 2022 gibt an, dass die übliche Dosierung, auf der die Breakpoints basieren, 4 g Piperacillin + 0.5 g Tazobactam 4-mal täglich i.v. über 30 min oder 3-mal täglich i.v. als verlängerte 4-Stunden-Infusion beträgt, wobei 3-mal täglich i.v. über 30 min bei einigen Infektionen, wie z.B. komplizierten Harnwegsinfektionen, intraabdominellen Infektionen und diabetischen Fussinfektionen ausreichend ist, wenn sie nicht durch Isolate verursacht werden, die gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent sind. In einigen Fällen kann eine höhere Dosierung (4-mal täglich i.v. als verlängerte 3-Stunden-Infusion) angezeigt sein.
Die EUCAST-Breakpoints für Piperacillin/Tazobactam sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
EUCAST-Interpretationskriterien für die Sensibilität gegenüber Piperacillin/Tazobactam

                      Minimale Hemmstoffko  Disk-Diffusionsmetho
                      nzentration (MHK)     deb Hemmhof (Durchme
                      in mg/l von Piperaci  sser in mm)
                      llina                 
Erregerc              S                     R                     S                     R
Enterobacteriales     ≤8                    >8                    ≥20                   <20
(vormals Enterobacte                                                                    
riaceae)                                                                                
Pseudomonas spp.      ≤0.0011               >16                   ≥50                   <18
Staphylococcus spp.   -2                    -                     -                     
Enterococcus spp.     -3                    -                     -                     
Streptococcus         -4                    -                     -                     
Gruppen A, B, C und                                                                     
G                                                                                       
Streptococcus         -5                    -                     -                     
pneumoniae                                                                              
Viridans-Streptokokk  -6                    -                     -                     
en                                                                                      
Haemophilus influenz  ≤0.25                 ≥0.25                 ≥277                  <27
ae                                                                                      
Moraxella catarrhali  -8                    -                     -                     -
s                                                                                       
Bacteroides spp.      ≤8                    >8                    ≥20                   <20
(ausser B. thetaiota                                                                    
micron)                                                                                 
Prevotella spp.       ≤0,5                  >0,5                  ≥26                   <26
Fusobacterium         ≤0,5                  >0,5                  ≥32                   <32
necrophorum                                                                             
Clostridium perfring  ≤0,5                  >0,5                  ≥24                   <24
ens                                                                                     
Cutibacterium acnes   ≤0,25                 >0,25                 ≥27                   <27
Vibrio spp.           ≤1                    >1                    ≥26                   <26
Achromobacter         ≤4                    >4                    ≥26                   <26
xylosoxidans                                                                            
Nicht-speziesbedingt  ≤8                    >16                   -                     -
e Grenzwerte (PK-PD)                                                                    
Quelle: EUCAST
Clinical Breakpoint
Table V.12.0, 1.
Januar 2022. S =
sensitiv. R =
resistent. a MHK
werden mittels
einer fixen Konzentr
ation von 4 mg/l
Tazobactam und
variierenden Konzent
ration von Piperacil
lin bestimmt. b
EUCAST-Hemmhöfe
basieren auf Plättch
en mit 30 µg Piperac
illin und 6 µg
Tazobactam. c Bei
nicht spezifisch
angegebenen Erregern
 werden die nicht-sp
eziesbedingten
Grenzwerte (PK-PD)
verwendet. 1 EUCAST
hat für einige
Wirkstoffe Breakpoin
ts eingeführt,
welche Organismen
vom Wildtyp (Organis
men ohne phänotypisc
h detektierbare,
erworbene Resistenzm
echanismen gegenüber
 dem Wirkstoff) als
"Susceptible,
increased exposure
(I)" anstelle von
"Susceptible,
standard dosing
regimen (S)" kategor
isieren. Empfindlich
keitsbreakpoints
für diese Organismus
-Wirkstoff Kombinati
onen werden mit
willkürlich angenomm
enen "Off-Scale"
Breakpoints von S
≤0.001 mg/l aufgefüh
rt. ² Die meisten
S. aureus sind
Penicillinase-Produz
enten und einige
sind Methicillin-res
istent. Beide
Mechanismen machen
sie resistent gegen
Benzylpenicillin,
Phenoxymethylpenicil
lin, Ampicillin,
Amoxicillin, Piperac
illin und Ticarcilli
n. Isolate, die
gegenüber Benzylpeni
cillin und Cefoxitin
 als empfindlich
getestet werden,
können gegenüber
allen Penicillinen
als empfindlich
gemeldet werden.
Isolate, die gegen
Benzylpenicillin
als resistent, aber
gegenüber Cefoxitin
als empfindlich
getestet werden,
sind empfindlich
gegenüber β-Lactam-β
-Lactamase-Inhibitor
-Kombinationen, den
Isoxazolylpenicillin
en (Oxacillin,
Cloxacillin, Dicloxa
cillin und Flucloxac
illin) und Nafcillin
. Bei oral verabreic
hten Wirkstoffen
ist darauf zu
achten, dass an der
Infektionsstelle
eine ausreichende
Exposition erreicht
wird. Isolate, die
gegen Cefoxitin als
resistent getestet
werden, sind gegen
alle Penicilline
resistent. Die
meisten Staphylokokk
en sind Penicillinas
e-Produzenten und
einige sind Methicil
lin-resistent.
Beide Mechanismen
machen sie resistent
 gegen Benzylpenicil
lin, Phenoxymethylpe
nicillin, Ampicillin
, Amoxicillin,
Piperacillin und
Ticarcillin. Keine
derzeit verfügbare
Methode kann die
Penicillinase-Produk
tion in allen
Staphylokokken-Spezi
es zuverlässig
nachweisen, aber
Methicillin-Resisten
z kann mit Cefoxitin
 wie beschrieben
nachgewiesen werden.
 Ampicillin-empfindl
icher S. saprophytic
us ist mecA-negativ
und empfindlich
gegenüber Ampicillin
, Amoxicillin und
Piperacillin (ohne
oder mit einem
Beta-Lactamase-Inhib
itor). ³ Aus Ampicil
lin kann auf eine
Empfindlichkeit
gegenüber Ampicillin
, Amoxicillin und
Piperacillin (mit
und ohne Beta-Lactam
ase-Inhibitor)
geschlossen werden.
Ampicillin-Resistenz
 ist bei E. faecalis
 selten (mit MHK
bestätigen), bei E.
faecium jedoch
häufig. 4 Die
Empfindlichkeit der
Streptokokken-Gruppe
n A, B, C und G
gegenüber Penicillin
en wird aus der
Benzylpenicillin-Emp
findlichkeit (andere
 Indikationen als
Meningitis) abgeleit
et, mit Ausnahme
von Phenoxymethylpen
icillin und Isoxazol
ylpenicillinen für
Streptokokken-Gruppe
 B. 5 Der Oxacillin
1 μg-Disk-Screen-Tes
t oder ein Benzylpen
icillin-MHK-Test
ist zu verwenden,
um Beta-Lactam-Resis
tenzmechanismen
auszuschliessen.
Wenn das Screening
negativ ist (Oxacill
in-Hemmhof ≥20 mm
oder Benzylpenicilli
n-MHK ≤0.06 mg/l),
können alle Beta-Lac
tam-Mittel, für die
klinische Breakpoint
s verfügbar sind,
einschliesslich
derjenigen mit
"Hinweis" , ohne
weitere Tests als
empfindlich gemeldet
 werden, mit Ausnahm
e von Cefaclor,
das, falls gemeldet,
 als "Susceptible,
increased exposure
(I)" gemeldet
werden sollte, wenn
das Screening
positiv ist (Hemmhof
 <20 mm oder Benzylp
enicillin-MHK >0.06
mg/l). Die Zugabe
eines Beta-Lactamase
-Inhibitors bringt
keinen zusätzlichen
klinischen Nutzen.
6 Benzylpenicillin
(MHK oder Disk
Diffusion) kann zum
Screening auf
Beta-Lactam-Resisten
z bei Streptokokken
der Viridans-Gruppe
verwendet werden.
Isolate, die als
Screening-negativ
kategorisiert
wurden, können als
gegenüber Beta-Lacta
m-Wirkstoffen
empfindlich gemeldet
 werden, für die
klinische Breakpoint
s aufgeführt sind
(einschliesslich
derjenigen mit
"Hinweis" ). Als
Screening-positiv
eingestufte Isolate
sollten auf Empfindl
ichkeit gegenüber
einzelnen Erregern
getestet oder als
resistent gemeldet
werden. Bei Benzylpe
nicillin-Screening-n
egativen Isolaten
(Hemmhof ≥18 mm
oder MHK ≤0.25
mg/l) kann die
Empfindlichkeit von
Benzylpenicillin
oder Ampicillin
abgeleitet werden.
Bei Benzylpenicillin
-Screening-positiven
 Isolaten (Hemmhof
<18 mm oder MHK
>0.25 mg/l) wird
die Empfindlichkeit
von Ampicillin
abgeleitet. 7 Zum
Ausschluss von
Beta-Lactam-Resisten
zmechanismen ist
der Benzylpenicillin
-1-Einheit-Disk-Scre
en-Test zu verwenden
. Wenn das Screening
 negativ ausfällt
(Hemmhof ≥12 mm),
können alle Penicill
ine, für die klinisc
he Breakpoints
aufgeführt sind,
einschliesslich
derjenigen mit
"Hinweis" , ohne
weitere Tests als
empfindlich gemeldet
 werden, mit Ausnahm
e von Amoxicillin
oral und Amoxicillin
-Clavulansäure
oral, die, falls
gemeldet, als
"Susceptible,
increased exposure
(I)" gemeldet
werden sollten,
wenn das Screening
positiv ist (Hemmhof
 <12 mm). Der
äussere Rand der
Höfe ist abzulesen,
wenn bei einem
ansonsten deutlich
abgegrenzten Hemmhof
 ein Wachstumsbereic
h um das Plättchen
zu sehen ist. 8 Die
Empfindlichkeit
kann von Amoxicillin
-Clavulansäure
abgeleitet werden.

 
Die Qualitätskontrollspannen der EUCAST Empfindlichkeits-Breakpoints sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Qualitätskontrollspannen für Piperacillin/Tazobactam,
anzuwenden im Zusammenhang mit den EUCAST
Empfindlichkeits-Breakpoints
Qualitätskontrollstamm                                    Minimale Hemmstoff-k  Disk-Diffusionsmetho
                                                          onzentration in       de Hemmhof (Durchmes
                                                          mg/l von Piperacilli  ser in mm)
                                                          n                     
Escherichia coli ATCC 25922                               1-4                   21-27
Pseudomonas aeruginosa ATCC 27853                         1-8                   23-29
Haemophilus influenzae ATCC 49766                         -1                    32-40
Escherichia coli ATCC 35218                               0,5-2                 21-27
Klebsiella pneumoniae ATCC 700603*                        8-32                  14-20
Quelle: The European Committee on Antimicrobial
Susceptibility Testing. Routine and extended internal
quality control for MIC determination and disk
diffusion as recommended by EUCAST. Version 12.0, 2022;
http://www.eucast.org. ATCC = American Type Culture
Collection ¹ Zur Prüfung der Inhibitor Komponente
(siehe Routine Qualitätskontrolle für
β-Lactam-Inhibitor-Kombinationen) kann entweder E. coli
ATCC 35218 oder K. pneumoniae ATCC 700603 verwendet
werden. E. coli ATCC 25922 ist zur Kontrolle der
Piperacillin-Komponente zu verwenden (gemäss der
Methodik für E. coli). * Bei diesem Stamm werden
normalerweise zwei Arten von Kolonien beobachtet, die
bei der Subkultivierung und Testung des Stamms
berücksichtigt werden sollten.

 
Empfindlichkeit
Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann geographisch und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind – insbesondere für die Behandlung schwerer Infektionen – lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Gegebenenfalls ist der Rat eines Experten einzuholen, wenn die lokale Prävalenz einer Resistenz den Nutzen der Anwendung des Wirkstoffs zumindest bei einigen Infektionen in Frage stellt.
Antibakterielles Spektrum

Zusammenfassung relevanter Spezies im Hinblick auf deren
Empfindlichkeit gegen Piperacillin/Tazobactam
ÜBLICHERWEISE EMPFINDLICHE SPEZIES
Aerobe grampositive Mikroorganismen                             Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Enterococcus faecalis (nur ampicillin- oder                     Citrobacter koseri Haemophilus
penicillinempfindliche Isolate) Listeria monocytogenes          influenzae Moraxella catarrhalis
Staphylococcus aureus (nur methicillinempfindliche Isolate)     Proteus mirabilis
Staphylococcus spp., koagulase-negativ (nur                     
methicillinempfindliche Isolate) Streptococcus agalactiae       
(Gruppe-B-Streptokokken) † Streptococcus pyogenes               
(Gruppe-A-Streptokokken) †                                      
Anaerobe grampositive Mikroorganismen                           Anaerobe gramnegative Mikroorganism
                                                                en
Clostridium spp. Eubacterium spp. Anaerobe gram-positive        Bacteroides-fragilis-Gruppe
Kokken††                                                        Fusobacterium spp. Porphyromonas
                                                                spp. Prevotella spp.
SPEZIES, BEI DENEN EINE ERWORBENE RESISTENZ EIN PROBLEM SEIN
KÖNNTE
Aerobe grampositive Mikroorganismen                             Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Enterococcus faecium Streptococcus pneumoniae†† Streptokokken   Acinetobacter baumannii
der Viridans-Gruppe††                                           Citrobacter freundii Enterobacter
                                                                spp. Escherichia coli Klebsiella
                                                                pneumoniae Morganella morganii
                                                                Proteus vulgaris Providencia spp.
                                                                Pseudomonas aeruginosa Serratia
                                                                spp.
VON NATUR AUS RESISTENTE ORGANISMEN
Aerobe grampositive Mikroorganismen                             Aerobe gramnegative Mikroorganismen
Corynebacterium jeikeium                                        Burkholderia cepacia Legionella
                                                                spp. Stenotrophomonas maltophilia
Sonstige Mikroorganismen                                        
Chlamydophila pneumoniae Mycoplasma pneumoniae                  

 
†Streptokokken gehören zu den nicht β-Lactamase produzierenden Bakterien. Die Resistenz bei diesen Organismen beruht auf Veränderungen an den penicillinbindenden Proteinen (PBPs); daher sprechen piperacillin/tazobactam-empfindliche Isolate auf Piperacillin allein an. Penicillinresistenz wurde für S. pyogenes nicht gemeldet.
†† Einschliesslich Anaerococcus, Finegoldia, Peptococcus, Peptoniphilus, und Peptostreptococcus spp.
Resistenzlage in der Schweiz
Piperacillin/Tazobactam* bzw. Penicillin**-Empfindlichkeit einzelner Organismen in % bezogen auf die Anzahl (N) getesteter Isolate, untersucht am Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen (www.anresis.ch) in den Jahren 2011 bis 2013:

Organismus                                                  Jahr  Empfindlichkeit (%)  N
Acinetobacter spp.*                                         2011  86.4                 1061
                                                            2012  77.9                 901
                                                            2013  78.7                 834
Citrobacter koseri*                                         2011  95.2                 1405
                                                            2012  89.9                 1575
                                                            2013  95.0                 1791
Citrobacter non-koseri*                                     2011  83.6                 1435
                                                            2012  80.6                 1430
                                                            2013  81.9                 1598
Enterobacter spp.*                                          2011  78.9                 4989
                                                            2012  77.1                 5041
                                                            2013  77.5                 5498
Escherichia coli*                                           2011  92.2                 53541
                                                            2012  92.0                 58208
                                                            2013  92.1                 62567
Klebsiella oxytoca*                                         2011  91.8                 2522
                                                            2012  90.3                 2630
                                                            2013  88.1                 2878
Klebsiella pneumoniae*                                      2011  90.1                 8560
                                                            2012  89.9                 9340
                                                            2013  88.1                 10071
Morganella morganii*                                        2011  88.3                 1150
                                                            2012  89.2                 1296
                                                            2013  93.3                 1542
Proteus mirabilis*                                          2011  98.6                 4534
                                                            2012  97.9                 4731
                                                            2013  98.5                 5037
Proteus non-mirabilis*                                      2011  95.3                 1199
                                                            2012  95.8                 1291
                                                            2013  98.0                 1470
Pseudomonas aeruginosa*                                     2011  88.8                 9487
                                                            2012  85.9                 9763
                                                            2013  84.9                 10348
Serratia spp*                                               2011  96.0                 1545
                                                            2012  94.0                 1707
                                                            2013  96.1                 2072
Enterococcus faecalis**                                     2011  95.5                 3910
                                                            2012  94.4                 3416
                                                            2013  95.7                 3602
Enterococcus faecium**                                      2011  14.5                 1267
                                                            2012  13.1                 895
                                                            2013  13.6                 898
Enterococcus spp. (nicht bis auf Spezies-Level bestimmt)**  2011  90.6                 2448
                                                            2012  95.3                 803
                                                            2013  96.2                 1057
Neisseria gonorrhoeae**                                     2011  25.8                 124
                                                            2012  24.1                 108
                                                            2013  18.0                 128
Neisseria meningitidis**                                    2011  73.3                 30
                                                            2012  67.9                 28
                                                            2013  53.6                 28
Staphylococcus aureus**                                     2011  22.9                 22049
                                                            2012  20.7                 21399
                                                            2013  21.3                 21232
Staphylococcus saprophyticus**                              2011  22.2                 481
                                                            2012  12.3                 779
                                                            2013  13.1                 918
Staphylococcus, koagulase-negativ, non saprophyticus**      2011  19.0                 15145
                                                            2012  16.8                 14809
                                                            2013  17.3                 15666
Streptococcus pneumoniae**                                  2011  90.8                 2104
                                                            2012  90.2                 1821
                                                            2013  91.0                 1950

 
MERINO-Studie (Bakteriämie durch ESBL-produzierende Erreger)
In einer prospektiven, randomisierten, klinischen Non-Inferiority-Studie (Harris et al., 2018) konnte die gezielte Therapie mit Piperacillin/Tazobactam (d.h. nach In-vitro-Empfindlichkeitsnachweis) bei der Behandlung von kritisch kranken erwachsenen Patienten mit Bakteriämie durch "Extended Spectrum β-Lactamasen" (ESBL) bildende E. coli bzw. Klebsiella pneumoniae das Non-Inferiority-Kriterium in Bezug auf den primären Endpunkt "Mortalität an Tag 30" nicht erfüllen. Die hospitalisierten Patienten wurden entweder der Piperacillin/Tazobactam- (4.5 g alle 6 h) oder der Meropenemgruppe (1 g alle 8 h) für mindestens 4 und bis zu maximal 14 Tagen zufällig zugeordnet. Insgesamt 23 von 187 Patienten (12.3%), die auf Piperacillin/Tazobactam randomisiert waren, erlagen der Infektion bis zum primären Endpunkt "Mortalität an Tag 30" , im Vergleich zu 7 von 191 Patienten (3.7%), die auf Meropenem randomisiert worden waren (Risikodifferenz: 8.6% [1-seitiges 97.5%-KI: ∞ bis 14.5%], p=0.90 für die Non-Inferiority). Eine klinische und mikrobiologische Heilung bis Tag 4 trat bei 121 von 177 Patienten (68.4%) in der Piperacillin/Tazobactam-Gruppe und bei 138 von 185 Patienten (74.6%) mit Randomisierung auf Meropenem ein (Risikodifferenz: -6.2% [95%-KI: -15.5 bis 3.1%], p=0.19). Der Grund für das Mortalitäts-Ungleichgewicht ist unklar.
Pharmakodynamik
Keine Angaben.
Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.

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