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Fachinformation zu Rabeprazol-Mepha®:Mepha Pharma AG
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AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rabeprazolum natricum.
Hilfsstoffe: Lactosum, Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Magensaft-resistente Filmtabletten
Rabeprazol-Mepha 10 mg: 1 Filmtablette enthält 10 mg Rabeprazolum natricum (corresp. 9,42 mg Rabeprazolum).
Rabeprazol-Mepha 20 mg: 1 Filmtablette enthält 20 mg Rabeprazolum natricum (corresp. 18,85 mg Rabeprazolum).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

– Symptomatische erosive oder ulzerative Refluxösophagitis (GORD).
– Langzeittherapie und Rückfallprophylaxe bei Patienten mit Refluxösophagitis.
– Symptomatische Behandlung von gastroösophagealem Reflux (Sodbrennen, saures Aufstossen) ohne erosive/ulzerative Refluxösophagitis.
– Behandlung bei floridem Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi.

Dosierung/Anwendung

Erosive oder ulzerative Refluxösophagitis (GORD): Empfohlen wird die Einnahme von 10–20 mg 1× täglich über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen.
Langzeittherapie und Rückfallprophylaxe von säurebedingten Schädigungen der Speiseröhre: 1× täglich 1 Filmtablette zu 10 mg oder 20 mg.
Symptomatische Behandlung von gastroösophagealem Reflux: 1× täglich 1 Filmtablette zu 10 mg bei Patienten ohne Ösophagitis während maximal 4 Wochen. Falls die Symptome nach 4-wöchiger Behandlung nicht unter Kontrolle gebracht werden können, muss der Patient weitergehend untersucht werden. Nach erreichter Symptombefreiung können wiederkehrende Beschwerden mit 1× täglich 10 mg bei Bedarf behandelt werden.
Behandlung von floridem Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi bei Patienten mit negativem Helicobacter pylori-Status: Bei diesen Patienten wird die Einnahme von 20 mg pro Tag morgens empfohlen.
Das floride Ulcus duodeni heilt in den meisten Fällen innerhalb von vier Wochen ab. In einigen Fällen kann bis zur Abheilung die Fortsetzung der Therapie für weitere vier Wochen erforderlich sein. Ein Ulcus ventriculi heilt meist innerhalb von sechs Wochen ab: in einigen Fällen kann dazu aber die Fortsetzung der Therapie für weitere sechs Wochen erforderlich sein.
Indikationen, die eine 1× tägliche Einnahme von Rabeprazol-Mepha erfordern: Rabeprazol-Mepha sollte morgens vor dem Essen eingenommen werden. Zwar haben offensichtlich weder die Tageszeit der Einnahme noch die gleichzeitige Nahrungsaufnahme Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Rabeprazol-Natrium, aber die einmal tägliche Einnahme am Morgen begünstigt die Therapiecompliance.
Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass Rabeprazol-Mepha weder zerkaut noch zerdrückt werden darf, sondern als Ganzes geschluckt werden muss.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten
Ältere Patienten sollten die Therapie mit 10 mg pro Tag beginnen.
Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit leichter bis mittelgradiger Leberschädigung weisen bei gleicher Dosis höhere Rabeprazol-Natrium-Spiegel auf als gesunde Patienten (s. «Pharmakokinetik»). Eine Dosisanpassung ist bei diesen Patienten nicht erforderlich.
Patienten mit schwerer Leberschädigung sollten mit Vorsicht behandelt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei Patienten mit schwerer Leberschädigung beträgt die Startdosis 10 mg.
Kinder
Da keine Erfahrungen bei Kindern vorliegen, wird die Anwendung von Rabeprazol-Mepha bei Kindern nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Rabeprazol-Mepha darf nicht angewendet werden bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rabeprazol-Natrium bzw. andere substituierte Benzimidazole oder gegen einen in diesem Präparat enthaltenen Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorbestehende Malignität
Auch dann, wenn es unter der Therapie mit Rabeprazol-Natrium zu einer symptomatischen Besserung kommt, schliesst dies eine maligne Erkrankung des Magens oder des Oesophagus nicht aus. Vor Beginn der Therapie mit Rabeprazol-Mepha muss deshalb eine Malignität ausgeschlossen werden.
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
In einer Studie bei Patienten mit leicht- bis mässiggradiger Funktionseinschränkung der Leber wurden im Vergleich mit alters- und geschlechtsentsprechenden Kontroll-Probanden keine Hinweise auf relevante medikamentös bedingte Probleme hinsichtlich der Sicherheit gefunden.
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist vor allem bei Behandlungsbeginn mit Rabeprazol-Mepha erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die AUC bei Patienten mit signifikanter Leberfunktionsstörung ist ca. 2× grösser als bei gesunden Patienten.
Rabeprazol-Mepha enthält Laktose und sollte deshalb nicht angewendet werden bei Patienten, die an der selten vorkommenden ererbten Galaktoseintoleranz, einem genetischen Laktasemangel oder einer Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden.
Filmtabletteneinnahme
Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass Rabeprazol-Mepha weder zerkaut noch zerdrückt werden darf, sondern als Ganzes geschluckt werden muss.
Eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern, einschliesslich Rabeprazol-Mepha, kann das Risiko von gastrointestinalen Infektionen z.B. durch Salmonella, Campylobacter und Clostridium difficile erhöhen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Interaktionen

Cytochrom P450-System
Rabeprazol-Natrium wird – wie auch andere Protonenpumpeninhibitoren (PPI) – durch das Cytochrom P450-System (CYP450) in der Leber metabolisiert. Untersuchungen von gesunden Probanden ergaben, dass es keine pharmakokinetisch oder klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Rabeprazol-Natrium und Amoxicillin oder anderen geprüften Arzneimitteln wie Warfarin, Phenytoin, Theophyllin oder Diazepam, die durch das CYP450-System metabolisiert werden, gibt. Dies war unabhängig davon, welchem Metabolisierungstyp bezüglich Diazepam der Patienten angehörte.
Potentielle Interaktionen von Rabeprazol mit den oralen Antiko­agulantien Acenocoumarol und Phenprocoumon wurden nicht untersucht.
Interaktionen als Folge der Hemmung der Magensäuresekretion
Rabeprazol-Natrium bewirkt eine starke und langanhaltende Hemmung der Magensäuresekretion. Da Wechselwirkungen mit Substanzen, deren Resorption pH-abhängig ist, denkbar sind, ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Rabeprazol-Mepha und solchen Substanzen im Einzelfall zu prüfen, ob eine Dosisanpassung erforderlich ist. Die gleichzeitige Verabreichung von Rabeprazol-Natrium führte bei gesunden Probanden zu einer Abnahme der Ketoconazol-Serumkonzentration um 33% und zu einer Zunahme der Digoxin-Serumkonzentration um 22%. Plasmakonzentrationen von Rabeprazol und den aktiven Metaboliten von Clarithromycin werden bei gleichzeitiger Gabe um 24% und 50% erhöht. Dies wird als nützliche Interaktion bei der H. pylori-Eradikation betrachtet. Keine Daten existieren bezüglich einer allfälligen Interaktion zwischen Rabeprazol und Atazanavir. In klinischen Studien wurden bei Bedarf Antazida zusammen mit Rabeprazol verabreicht; in einer speziell auf diese Fragestellung ausgelegten Untersuchung wurde keine Wechselwirkung zwischen Rabeprazol und flüssigen Antazida beobachtet.
Es gibt keine klinisch relevante Wechselwirkung zwischen Rabeprazol und Nahrung.
Untersuchungen an humanen Lebermikrosomen in vitro zeigten, dass Rabeprazol-Natrium durch Isoenzyme von CYP450 (CYP3A4 und CYP2C19 [siehe «Pharmakokinetik»]) metabolisiert wird. In diesen Studien, welche bei erwarteten Rabeprazol Plasmakonzentrationen durchgeführt wurden, zeigte Rabeprazol weder eine hemmende noch eine induzierende Wirkung auf CYP3A4.
Nahrung
Unter Einnahme einer Mahlzeit mit niedrigem Fettgehalt wurden in einer japanischen Studie keine klinisch relevanten Interaktionen zwischen Rabeprazol und Nahrung beobachtet. Durch die Einnahme von Rabeprazol-Mepha zusammen mit einer Mahlzeit mit hohem Fettanteil kann die Absorption von Rabeprazol bis zu 4 Stunden oder länger verzögert werden, die C max und die AUC werden jedoch nicht beeinflusst.
Cyclosporin
Bei in vitro Inkubationsversuchen mit humanen Lebermikrosomen hemmte Rabeprazol den Cyclosporin-Metabolismus bei einer IC50 von 62 mikromolar. Diese Konzentration ist über 50 mal höher als die erreichte Maximalkonzentration bei gesunden Probanden nach 14tägiger Gabe von 20 mg Rabeprazol-Mepha. Theoretisch sind deshalb keine klinischen Interaktionen zu erwarten. Das Ausmass der Hemmung ist vergleichbar mit derjenigen von Omeprazol bei äquivalenten Konzentrationen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Es gibt keine Daten über die Sicherheit von Rabeprazol während der Schwangerschaft beim Menschen. In Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen fanden sich keine Hinweise auf Fertilitätsstörungen oder fetale Schädigungen durch Rabeprazol-Natrium, obwohl die Substanz bei der Ratte schwach plazentagängig ist.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Rabeprazol-Natrium beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Es wurden keine Studien bei stillenden Frauen durchgeführt. Rabeprazol-Natrium wird jedoch bei der Ratte in die Brustmilch exkretiert. Während der Schwangerschaft und Stillperiode soll Rabeprazol-Mepha deshalb nur nach strenger Indikationsstellung eingesetzt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der pharmakodynamischen Eigenschaften und des Profils der unerwünschten Wirkungen ist nicht anzunehmen, dass Rabeprazol-Mepha die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Falls es aber durch Schläfrigkeit zu einer Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit kommt, ist von der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr und vom Bedienen komplizierter Maschinen abzuraten.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in klinischen Studien (Inzidenz ≥5%) waren Kopfschmerzen, Diarrhö und Übelkeit.
Die folgenden unerwünschten Ereignisse wurden in klinischen Studien und während der Anwendung seit Markteinführung beobachtet:
Blutbildstörungen
Gelegentlich: Neutropenie, Leukozytopenie, Thrombozytopenie, Leukozytose.
Selten: Anämie.
Psychiatrische Störungen
Häufig: Schlaflosigkeit.
Gelegentlich: Nervosität, Schläfrigkeit.
Selten: Depression.
Störungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.
Sehstörungen
Selten: Sehstörungen.
Störungen des Respirationssystems
Häufig: Husten, Pharyngitis, Rhinitis.
Gelegentlich: Bronchitis, Sinusitis.
Selten: Bronchospasmus, Asthma.
Störungen des Gastrointestinalsystems
Häufig: Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Obstipation, Flatulenz.
Gelegentlich: Dyspepsie, Mundtrockenheit, Aufstossen, Gastritis.
Selten: Stomatitis, Geschmacksstörungen.
Störungen der Haut
Gelegentlich: Exanthem, Juckreiz, Schwitzen, Erytheme, gewöhnlich nach Absetzen der Therapie reversibel, peripheres Ödem.
Selten: bullöse und urtikarielle Haut-Reaktionen, gewöhnlich nach Absetzen der Therapie reversibel.
Sehr selten: Erythema multiforme, toxisch epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson Syndrom.
Störungen des Bewegungsapparates
Häufig: unspezifische Schmerzen/Rückenschmerzen.
Gelegentlich: Muskelschmerzen, Wadenkrämpfe, Gelenkschmerzen.
Selten gab es Berichte über CPK-Erhöhungen.
Störungen des Urogenitaltraktes
Gelegentlich: Harnwegsinfekte.
Sehr selten: interstitielle Nephritis.
Störungen der Leber
Gelegentlich: erhöhte Leberenzymwerte.
Selten: Hepatitis, Ikterus, hepatische Encephalopathie bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Andere
Häufig: Infekte, Abgeschlagenheit, grippeähnliche Symptome.
Gelegentlich: Appetitlosigkeit, Brustschmerz, Schüttelfrost, Fieber.
Selten: Gewichtszunahme, akute systemische allergische Reaktionen wie Angioödem, anaphylaktische Reaktionen.
Sehr selten: Gynäkomastie.
Jedoch wurde nur bei Kopfschmerzen, Diarrhö, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit, Flatulenz, Exanthem und Mundtrockenheit ein Zusammenhang mit Rabeprazol angenommen.

Überdosierung

Die maximal verabreichten Dosen haben 60 mg 2× täglich und 160 mg 1× täglich nicht überschritten.
Die Auswirkungen sind im Allgemeinen minimal und reversibel ohne zusätzliche medikamentöse Intervention. Die Symptome einer Überdosierung entsprechen weitgehend dem bekannten Profil an unerwünschten Wirkungen.
Behandlung
Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Rabeprazol-Natrium zeigt eine starke Proteinbindung und ist daher nur schwer dialysierbar. Wie bei allen anderen Überdosierungen, sollten symptomatische und generelle Unterstützungsmassnahmen zur Anwendung kommen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A02BC04
Wirkungsmechanismus
Rabeprazol-Natrium gehört zu der Substanzklasse der antisekretorisch wirkenden substituierten Benzimidazole, die durch spezifische Blockade des Enzyms H + /K + -ATPase (Säure- oder Protonenpumpe) die Magensäuresekretion unterdrücken. Die dosisabhängige Wirkung führt zur Hemmung der basalen und der stimulierten Säuresekretion, unabhängig vom Stimulus. Im Tierexperiment zeigte sich, dass Rabeprazol-Natrium schon kurze Zeit nach der Verabreichung nicht mehr im Plasma und auf der Magenschleimhaut vorliegt. Als schwache Base wird Rabeprazol nach jeder Dosis rasch absorbiert und konzentriert sich in der sauren Umgebung der Parietalzellen. Rabeprazol wird durch Protonierung in die aktive Form Rabeprazol-Sulphenamid umgewandelt und reagiert dann mit dem vorhandenen Cystein an der Protonenpumpe. Rabeprazol-Natrium liegt als Racemat vor. Basierend auf in-vitro Studien besteht kein Unterschied in der Aktivität der beiden Isomeren R(+) Rabeprazol und S(–) Rabeprazol.
Antisekretorische Aktivität
Nach oraler Gabe von 20 mg Rabeprazol-Natrium setzt die antisekretorische Wirkung innerhalb einer Stunde ein. 23 Stunden nach der ersten Dosis von Rabeprazol-Natrium beträgt die Hemmung der basalen bzw. der durch Nahrung stimulierten Säuresekretion 69% bzw. 82% und die Hemmung hält bis zu 48 Stunden an.
Die Hemmwirkung von Rabeprazol-Natrium auf die Säuresekretion nimmt bei wiederholter einmal täglicher Gabe leicht zu, nach drei Tagen stellt sich ein steady-state der Hemmung ein. Nach Absetzen des Arzneimittels normali­siert sich die sekretorische Aktivität innerhalb von zwei bis drei Tagen.
Verminderter Säuregehalt im Magen erhöht die Bakterienzahl, die normalerweise im Gastrointestinaltrakt vorhanden ist. Die Behandlung mit Protonenpumpenhemmern kann das Risiko für gastrointestinale Infektionen z.B. durch Salmonella, Campylobacter und Clostridium difficile erhöhen.
Wirkungen auf die Serum-Gastrinkonzentration
In klinischen Studien wurden die Patienten für einen Zeitraum von bis zu 43 Monaten mit 1× täglich 10 oder 20 mg Rabeprazol-Natrium behandelt. Die Serumkonzentration von Gastrin stieg in den ersten zwei bis acht Wochen an und war Ausdruck der Hemmwirkung auf die Säuresekretion. Die Serum-Gastrinkonzentration verhielt sich während der fortgesetzten Behandlung stabil. Nach Absetzen der Therapie kehrte die Gastrinkonzentration auf den Wert vor Behandlungsbeginn zurück (meist innerhalb von ein bis zwei Wochen).
Andere Wirkungen
Bisher wurden keine systemischen Wirkungen von Rabeprazol-Natrium auf das ZNS, das Herz-Kreislaufsystem oder das respiratorische System beobachtet. Die zweiwöchige Verabreichung von 20 mg Rabeprazol-Natrium/Tag p.o. hatte keine Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion, den Kohlehydratstoffwechsel oder die zirkulierenden Konzentrationen von Parathormon, Cortisol, Östrogen, Testosteron, Prolactin, Cholecystokinin, Sekretin, Glucagon, follikelstimulierendem Hormon (FSH), luteinisierendem Hormon (LH), Renin, Aldosteron oder Somatotropin.

Pharmakokinetik

Absorption
Rabeprazol-Mepha ist eine magensaftresistent überzogene Filmtablettenformulierung von Rabeprazol-Natrium. Diese Formulierung ist notwendig, weil Rabeprazol-Natrium säurelabil ist. Die Resorption von Rabeprazol-Natrium beginnt erst dann, wenn die Filmtablette den Magen verlassen hat. Die Resorption erfolgt rasch, die maximale Plasmakonzentration von Rabeprazol-Natrium wird ca. 3,5 Stunden nach Einnahme von 20 mg erreicht. Die maximale Plasmakonzentration (C max ) von Rabeprazol-Natrium und die AUC sind im Dosisbereich 10–40 mg linear. Die absolute Bioverfügbarkeit einer oral verabreichten Dosis von 20 mg beträgt (im Vergleich zur intravenösen Verabreichung) ca. 52%; dies ist vor allem auf präsystemische Metabolisierung zurückzuführen. Bei wiederholter Gabe nimmt die Bioverfügbarkeit offenbar nicht zu.
Die Resorption von Rabeprazol-Natrium wird weder durch Nahrung noch durch die Tageszeit der Einnahme beeinflusst.
Distribution
Rabeprazol-Natrium bindet zu ca. 97% an Plasmaproteine.
Metabolismus und Elimination
Nach Gabe einer oralen Einmaldosis von 20 mg 14 C-markiertem Rabeprazol-Natrium wurde im Urin keine unveränderte Substanz ausgeschieden. Die Ausscheidung der Dosis erfolgte zu ca. 90% im Urin in Form von zwei Metaboliten, einem Mercapturinsäurekonjugat (M5) und einer Karbonsäure (M6), sowie in Form von zwei unbekannten Metaboliten. Der Rest der Dosis wurde in den Faeces wiedergefunden. Bei gesunden Probanden beträgt die Plasmahalbwertszeit ungefähr eine Stunde (Bereich: 0,7–1,5 Std), die Gesamtclearance aus dem Körper beträgt geschätzt 283 ± 98 ml/min.
Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit stabiler terminaler Niereninsuffizienz, die chronisch dialysepflichtig ist (Kreatinin-Clearance ≤5 ml/min/1,73 m²), waren die Plasmaspiegel von Rabeprazol ganz ähnlich wie bei gesunden Probanden. Die AUC und C max war bei diesen Patienten um etwa 35% tiefer als bei gesunden Freiwilligen. Die mittlere Halbwertszeit von Rabeprazol bei gesunden Freiwilligen betrug 0,82 h, 0,95 h bei Patienten während der Dialyse und 3,6 h nach der Dialyse. Die Clearance von Rabeprazol war bei Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz etwa doppelt so gross wie bei gesunden Freiwilligen.
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit milder bis mässiger Leberfunktionsstörung war nach einer Einzeldosis von 20 mg Rabeprazol die AUC doppelt so gross und die Halbwertszeit 2–3× so lang verglichen mit gesunden Probanden. Nach wiederholter Gabe von 20 mg Rabeprazol täglich während einer Woche war die AUC hingegen nur 1,5× erhöht und C max 1,2×. Die Halbwertszeit von Rabeprazol in Patienten mit hepatischer Dysfunktion war 12,3 h, verglichen mit 2,1 h bei gesunden Probanden. Die pharmakodynamische Wirkung (Magen-pH-Kontrolle) war in den 2 Gruppen klinisch vergleichbar.
Chronische kompensierte Zirrhose
Von Patienten mit chronischer kompensierter Zirrhose wurde eine Dosis von 20 mg Rabeprazol-Natrium täglich gut vertragen, obwohl sich die AUC ca. verdoppelte und die C max um 50% zunahm (im Vergleich zu gesunden gleichgeschlechtlichen Probanden).
CYP2C19 Polymorphismus
Nach wiederholter Gabe von 20 mg Rabeprazol täglich während einer Woche hatten CYP2C19-Slow-Metabolizer eine AUC, die ungefähr 1,9× höher und eine t ½ , die 1,6× höher war als die entsprechenden Parameter bei Extensive-Metabolizern. C max hingegen stieg nur um 40% an.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten war die Elimination von Rabeprazol leicht vermindert. Nach siebentägiger Gabe von 1× täglich 20 mg Rabeprazol-Natrium betrug die AUC annähernd das Doppelte wie bei jungen gesunden Probanden, und die C max war um 60% höher und t ½ stieg um ca. 30% an. Es fanden sich aber keine Hinweise auf eine Akkumulation von Rabeprazol.

Präklinische Daten

Adverse Wirkungen wurden nur beobachtet, wenn Dosen verabreicht wurden, die deutlich über der maximalen Exposition des Menschen lagen, so dass aufgrund der tierexperimentellen Daten Bedenken bezüglich der Sicherheit des Menschen vernachlässigbar sind.
Untersuchungen zur Mutagenität brachten uneinheitliche Ergebnisse. Tests an Lymphomzellinien der Maus waren positiv, dagegen waren der Micronucleustest in vivo sowie DNA-Repair-Tests in vivo und in vitro negativ. Untersuchungen zur Kanzerogenität wiesen nicht auf spezielle Risiken beim Menschen hin.
Die wesentlichen nicht neoplastischen Veränderungen beschränkten sich auf den Magen und beinhalteten Verdickung der Mucosa, eosinophile Hauptzellen, hyperplastische Gastropathie und neuroendokrine Zellhyperplasie in der Fundusmucosa. Diese Veränderungen waren bezüglich der Häufigkeit im Allgemeinen dosisabhängig und in Übereinstimmung mit den erwarteten pharmakologischen, antisekretorischen und hypergastrinämischen Wirkungen einer chronischen Behandlung.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Mit Ausnahme einiger weniger Fälle, in denen die Leberenzyme erhöht waren, gab es keine bemerkenswerten Veränderungen von Laborwerten, die der Behandlung mit Rabeprazol zuzuschreiben wären.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung nicht über 25 °C lagern.

Zulassungsnummer

60555 (Swissmedic).

Packungen

Menge

CHF

SM

Rückerstattungskat.

RABEPRAZOL Mepha Filmtabl 10 mg (iH 11/12)

14 Stk (nH)

17.75

B

SL G

28 Stk (iH 11/12)

29.15

B

SL G

56 Stk (iH 11/12)

51.75

B

SL G

RABEPRAZOL Mepha Filmtabl 20 mg (iH 11/12)

7 Stk (iH 11/12)

17.10

B

SL G

14 Stk (iH 11/12)

28.00

B

SL G

28 Stk (iH 11/12)

46.40

B

SL G

56 Stk (iH 11/12)

77.30

B

SL G

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

Mai 2011.

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