ch.oddb.org
 
Apotheken | Arzt | Interaktionen | Medikamente | MiGeL | Services | Spital | Zulassungsi.
Fachinformation zu Bydureon®:AstraZeneca AG
Vollst. FachinformationDDDÄnderungen anzeigenDrucken 
Zusammens.Galen.FormInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Kontraind.Warn.hinw.Interakt.Schwangerschaft
Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Bei Therapie mit Bydureon waren die häufigsten unerwünschten Wirkungen ≥5% vorwiegend gastrointestinale Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Obstipation). Die am häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung war Übelkeit, welche vor allem zu Therapiebeginn auftrat und mit der Zeit nachliess. Zudem waren Juckreiz an der Injektionsstelle, Hypoglykämie und Kopfschmerzen häufig. Die meisten unerwünschten Wirkungen, die im Zusammenhang mit Bydureon auftraten, waren von leichter bis mässiger Intensität.
Nach Markteinführung von Exenatid zweimal täglich (Byetta) wurde selten über akute Pankreatitis und akutes Nierenversagen berichtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Tabellarische Zusammenfassung der unerwünschten Ereignisse
In der nachfolgenden Tabelle werden solche unerwünschten Ereignisse von Bydureon und Exenatid zweimal täglich (Byetta) zusammengefasst, die mit einer Häufigkeit ≥1% auftraten.
Berücksichtigt wurden die Daten aus zwei placebokontrollierten Studien (10 und 15 Wochen), sowie aus 3 Studien, die Bydureon entweder mit Exenatid zweimal täglich (Byetta) verglichen (eine 30-wöchige Studie), mit Sitagliptin und Pioglitazon (eine 26-wöchige Studie) sowie mit Insulin Glargin (eine 26-wöchige Studie). Zu den begleitenden Therapien gehörten Diät und Bewegung, Metformin, ein Sulfonylharnstoff, ein Thiazolidindion oder eine Kombination oraler Antidiabetika.
Die Tabelle enthält ebenfalls unerwünschte Ereignisse, die eine Häufigkeit von ≥1% nicht erreichten, die jedoch nach der Markteinführung bzw. aus klinischen Studien mit Exenatid zweimal täglich (Byetta) bekannt wurden.
Die Ereignisse sind nachfolgend in MedDRA Terminologie nach Systemorganklasse und absoluter Häufigkeit aufgeführt. Die Patienten-Häufigkeit ist definiert als: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1'000) und sehr selten (<1/10'000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Bydureon
Daten aus klinischen Studien
n= 592 insgesamt
(Patienten mit Sulfonylharnstofftherapie n= 135)

Exenatide 10 µg zweimal täglich (Byetta)
Daten aus der 30-wöchigen klinischen Studie zum Vergleich mit Bydureon
n= 145 insgesamt
(Patienten mit Sulfonylharnstofftherapie n= 52)

Exenatide zweimal täglich (Byetta) und Bydureon
Daten aus der Zeit nach der Markteinführung und aus klinischen Studien

Sehr häufig

Häufig

Sehr häufig

Häufig

Häufigkeit
(siehe Fussnote)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Arzneimittelinduzierte Thrombozytopenie
(unbekannt)4

Erkrankungen des Immunsystems

anaphylaktische Reaktion
(sehr selten) 2

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hypoglykämie (mit einem Sulfonylharnstoff) (32%)

Hypoglykämie (mit einem Sulfonylharnstoff)

Verminderter Appetit

Verminderter Appetit

Dehydratation, im Allgemeinen verbunden mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall.
(selten)2

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel

Schwindel

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Störung des Geschmacksempfindens
(gelegentlich)2

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Obstipation (6%)

Obstipation

Durchfall (13%)

Durchfall

Übelkeit (20%)

Übelkeit

Erbrechen (8%)

Erbrechen

Bauchblähung

Bauchblähung
(häufig)1

Abdominalschmerzen

Abdominalschmerzen

Dyspepsie

Dyspepsie

Aufstossen

Aufstossen
(gelegentlich)2

Blähungen

Blähungen

gastroösophagealer Reflux

gastroösophagealer Reflux

Akute Pankreatitis (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
(gelegentlich)1 3

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Makulärer oder papulöser Ausschlag
(selten)2

Pruritus und/oder Urticaria
(selten)2

angioneurotische Ödeme
(selten)2

Alopezie
(selten)2

Vermehrtes Schwitzen
(häufig)1

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Veränderungen der Nierenfunktion, einschliesslich akutes Nierenversagen, Verschlechterung eines chronischen Nierenversagens, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Erhöhung der Serumkreatininwerte
(selten)2
(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Juckreiz an der Injektionsstelle

Juckreiz an der Injektionsstelle

Müdigkeit

Müdigkeit

Erythem an der Injektionsstelle

Reaktionen an der Injektionsstelle
(häufig)1

Ausschlag an der Injektionsstelle

Schläfrigkeit

Schläfrigkeit
(selten)2

Schwäche
(häufig)1

Gefühl der inneren Unruhe
(häufig)1

Untersuchungen

Thromboplastinzeit-Erhöhung bei gleichzeitiger Warfarinbehandlung, bei einigen Berichten in Verbindung mit Blutungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
(selten)1

¹ Die Häufigkeit basiert auf Daten aus klinischen Studien mit Exenatid zweimal täglich (Byetta).
² Die Häufigkeit basiert auf Spontanberichten zu Exenatid zweimal täglich (Byetta).
³ Die Ereignisse traten in allen Therapiegruppen gelegentlich auf.
4 Kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden.
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Hypoglykämie
Die Inzidenz von Hypoglykämien war erhöht, wenn Bydureon in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff angewendet wurde (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Um das mit der gleichzeitigen Gabe von Sulfonylharnstoff verbundene Risiko einer Hypoglykämie zu verringern, muss eine Reduktion der Sulfonylharnstoff-Dosis in Betracht gezogen werden. Die meisten Hypoglykämien waren leicht bis mässig schwer und alle konnten durch orale Gabe von Kohlenhydraten behoben werden.
Bei Patienten, die Bydureon in Kombination mit Metformin erhielten, traten Hypoglykämien signifikant seltener auf als bei Patienten, die Insulin Glargin in Kombination mit Metformin erhielten (3% im Vergleich zu 19%). Auch bei Patienten, die Bydureon in Kombination mit Metformin und einen Sulfonylharnstoff erhielten, war die Häufigkeit von Hypoglykämien niedriger als unter Therapie mit Insulin Glargin in Kombination mit Metformin und einen Sulfonylharnstoff (20% im Vergleich zu 42%).
Übelkeit
Die am häufigsten berichtete Nebenwirkung war Übelkeit. Im Allgemeinen berichteten 20% der Patienten, die mit Bydureon behandelt wurden, über ein mindestens einmaliges Auftreten von Übelkeit, im Vergleich zu 34% der Patienten unter Exenatid zweimal täglich (Byetta). Die Übelkeit war meist leicht bis mässig ausgeprägt. Bei den meisten Patienten, bei denen zunächst Übelkeit auftrat, nahm die Häufigkeit unter fortgesetzter Behandlung ab.
In kontrollierten Studien über 30 Wochen brachen 6% der mit Bydureon und 5% der mit Exenatid zweimal täglich (Byetta) behandelten Patienten die Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab. Die unerwünschten Ereignisse, die am häufigsten zu einem Abbruch führten, waren in beiden Therapiegruppen Übelkeit und Erbrechen. Bei Bydureon-behandelten Patienten brachen jeweils <1% aufgrund von Übelkeit oder Erbrechen ab, unter Exenatid zweimal täglich (Byetta) 1%.
Reaktionen an der Injektionsstelle
Reaktionen an der Injektionsstelle wurden bei Bydureon-behandelten Patienten häufiger beobachtet als bei Patienten, die eine aktive Vergleichsmedikation erhalten hatten (etwa zweimal häufiger). Die Reaktionen an der Injektionsstelle waren im Allgemeinen leicht und führten in der Regel nicht zum Studienabbruch.
In klinischen Studien wurden an der Injektionsstelle subkutan sehr häufig kleine Knötchen beobachtet, die aus der Verabreichung von anderen Präparaten mit Poly-(D,L-lactid Co-glycolid) Mikrosphären bekannt sind. Die Mehrzahl der einzelnen Knötchen war asymptomatisch, sie hatten in der Regel keinen Einfluss auf die Studienteilnahme und verschwanden im Verlauf von 4 bis 8 Wochen. Bei etwa 50% der Patienten mit symptomatischen Knötchen verschwanden in den Phase 3 Studien die Knötchen innerhalb von 10 Wochen, während dies bei den verbleibenden Patienten länger dauerte.
Nach Markteinführung wurde über Fälle von Abszessen und bakteriellen Entzündungen an der Injektionsstelle berichtet.
Immunogenität
Entsprechend der potentiell immunogenen Eigenschaften von protein- und peptidhaltigen Arzneimitteln können Patienten aufgrund der Behandlung mit Bydureon gegen Exenatid gerichtete Antikörper bilden. Bei den meisten Patienten, die Antikörper entwickelten, gingen die Antikörpertiter im Laufe der Zeit zurück.
Am Ende der 30-wöchigen Studie mit Bydureon hatten 43% der Patienten einen niedrigen Titer von gegen Exenatid gerichteten Antikörpern. Entsprechend der Ergebnisse klinischer Studien mit Exenatid zweimal täglich (Byetta) war das Ausmass der glykämischen Stoffwechselkontrolle (HbA1c) im Allgemeinen vergleichbar zu der bei Patienten ohne Antikörpertiter (51% der Patienten). Weitere 6% der Patienten hatten nach 30 Wochen höhere Antikörpertiter. Bei einem Drittel dieser Patienten (2% der Patienten insgesamt) war das glykämische Ansprechen auf Bydureon abgeschwächt; bei den verbleibenden 4% war das glykämische Ansprechen vergleichbar zum Ansprechen von Patienten, die keine Antikörpertiter gebildet hatten.
Der Prozentsatz von Antikörpertiter-positiven Patienten war in allen Studien etwa gleich.
Bei Patienten, die gegen Exenatid gerichtete Antikörper entwickelten, traten Reaktionen an der Injektionsstelle (z.B. Hautrötung oder Juckreiz) tendenziell häufiger auf, die Häufigkeit und Art anderer unerwünschter Ereignisse war bei diesen Patienten vergleichbar zu jenen ohne Antikörper gegen Exenatid.
Bei 9% der Patienten, die mit Bydureon behandelt wurden, traten während der 30-wöchigen Studie und den zwei 26-wöchigen Studien potentiell immunologische Reaktionen an der Injektionsstelle auf (am häufigsten Juckreiz, mit oder ohne Erythem). Bei Patienten ohne Antikörper waren solche Reaktionen weniger häufig (4%) als bei Patienten mit Antikörpern (13%), mit einer grösseren Inzidenz bei höheren Antikörpertitern.
Die Untersuchung antikörperpositiver Proben ergab keine signifikante Kreuzreaktivität mit ähnlichen endogenen Peptiden (Glucagon oder GLP-1).
Arzneimittelinduzierte Thrombozytopenie
Nach Markteinführung wurde von arzneimittelinduzierter Thrombozytopenie durch Exenatid-abhängige Thrombozytenantikörper berichtet. Die arzneimittelinduzierte Thrombozytopenie ist eine immunvermittelte Reaktion, die durch arzneimittelbedingte Antikörper gegen Thrombozyten verursacht wird. Diese Antikörper verursachen bei Anwesenheit des sensibilisierenden Arzneimittels die Zerstörung von Thrombozyten.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

2020 ©ywesee GmbH
Einstellungen | Hilfe | FAQ | Anmeldung | Kontakt | Home