Eigenschaften/WirkungenATC-Code: B01AC56
Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure hemmt die Synthese des Eicosanoids Thromboxan A2 durch kovalente, irreversible Acetylierung eines Serinrests in der Nähe des aktiven Zentrums des Enzyms Cyclooxygenase, das für die Bildung der zyklischen Endoperoxid-Vorstufe von Thromboxan A2 verantwortlich ist.
Thromboxan A2 ist ein kurzlebiger Induktor der Thrombozytenaggregation und ein potenter Vasokonstriktor.
Thrombozyten sind nicht in der Lage, neue Enzyme zu synthetisieren, so dass die Wirkung während der gesamten Lebensdauer der Thrombozyten (7–10 Tage) aufrechterhalten bleibt.
Die prophylaktische und therapeutische Wirkung von Acetylsalicylsäure bei arterieller Thromboembolie ist von diesem Effekt abhängig. Die zur Hemmung der Thrombozytenaggregation benötigte Dosis liegt deutlich unterhalb der analgetisch oder entzündungshemmend wirksamen Dosis. Um eine kontinuierliche Hemmung der Thromboxan A2-Synthese zu erreichen, ist eine Tagesdosis von ≥75 mg Acetylsalicylsäure erforderlich.
Acetylsalicylsäure hemmt die renale Prostaglandinsynthese. Dieser Effekt ist bei Patienten mit normaler Nierenfunktion unbedeutend. Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder Leberinsuffizienz sowie bei Patienten mit Erkrankungen, die durch Schwankungen des Plasmavolumens gekennzeichnet sind, kann die Prostaglandinsynthesehemmung akute Niereninsuffizienz, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz verursachen.
Esomeprazol
Esomeprazol ist das S-Enantiomer des Racemates Omeprazol und vermindert die Magensäuresekretion durch einen zielgerichteten, spezifischen Wirkungsmechanismus. Esomeprazol ist ein spezifischer Inhibitor der Protonenpumpe der Parietalzelle. Sowohl das R- als auch das S-Enantiomer von Omeprazol haben ähnliche pharmakodynamische Aktivität.
Esomeprazol ist eine schwache Base und wird in der stark sauren Umgebung der sekretorischen Canaliculi der Parietalzelle konzentriert und in die aktive Form umgewandelt. In der Parietalzelle bewirkt Esomeprazol eine Blockade des Enzyms H + /K + -ATPase, der Protonenpumpe, und sorgt somit für eine hochwirksame Hemmung der basalen wie auch der stimulierten Säuresekretion.
Nach oraler Verabreichung von 20 mg resp. 40 mg Esomeprazol setzt die Wirkung innerhalb einer Stunde ein. Bei wiederholter Einnahme von 20 mg Esomeprazol einmal täglich während 5 Tagen, ist der durchschnittliche Maximalwert der Säuresekretion nach einer Pentagastrin Stimulation bei einer Messung am 5. Tag, ca. 6–7 h nach Verabreichung, um 90% reduziert.
Nach fünftägiger, oraler Verabreichung von 20 mg resp. 40 mg Esomeprazol konnte ein intragastrischer pH über 4 während durchschnittlich 13 resp. 17 Stunden aufrecht erhalten werden; bei Patienten mit symptomatischer Refluxkrankheit (GERD) während mehr als 24 Stunden. Der Anteil der Patienten mit einem intragastrischen pH über 4 während mindestens 8, 12 resp. 16 Stunden, betrug 76%, 54% und 24% bei Einnahme von 20 mg Esomeprazol, und 97%, 92% und 56% bei 40 mg Esomeprazol.
Wird die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeitkurve (AUC) als stellvertretender Parameter für die Plasmakonzentration verwendet, kann eine Beziehung zwischen der Säurehemmung und der AUC gezeigt werden.
Die gleichzeitige Gabe von Esomeprazol 20 mg oder 40 mg mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (75–325 mg) zur Prävention von Magen- und/oder Duodenalulzera in Zusammenhang mit einer niedrig dosierten Acetylsalicylsäure-Therapie bei Risikopatienten (Ulkuskrankheit in der Krankengeschichte, Alter ≥60 Jahre mit anamnestisch bekannter koronarer Herzkrankheit oder Alter ≥65 Jahre) war statistisch signifikant besser als Placebo mit Acetylsalicylsäure.
Während der Behandlung mit säurehemmenden Arzneimitteln steigt das Serumgastrin als Reaktion auf die verminderte Säuresekretion an. Ebenso steigt das Chromogranin A (CgA) als Reaktion auf die verminderte Säuresekretion an. Der erhöhte CgA-Spiegel kann mit Untersuchungen bei neuroendokrinen Tumoren interferieren. Um diese Interferenz zu verhindern, sollte die Esomeprazol-Behandlung 5 Tage vor der CgA-Bestimmung vorübergehend unterbrochen werden.
Bei einigen Patienten wurde während der Langzeit-Behandlung mit Esomeprazol eine erhöhte Anzahl von ECL-Zellen (Enterochromaffin-ähnliche Zellen) beobachtet. Dies kann möglicherweise mit dem erhöhten Serumgastrin Spiegel zusammenhängen.
Unter Langzeitbehandlung mit antisekretorischen Arzneimitteln wurde über eine etwas erhöhte Häufigkeit von Magendrüsenzysten berichtet. Diese Veränderungen sind eine physiologische Folge der ausgeprägten Säuresekretionshemmung, als gutartig einzustufen und offenbar reversibel.
Verminderte Azidität im Magen kann allgemein die intragastrische Bakterienzahl erhöhen. Eine Behandlung mit säurehemmenden Substanzen kann zu einer leichten Erhöhung des Risikos gastrointestinaler Infektionen z.B. durch Salmonellen und Campylobacter führen, bei hospitalisierten Patienten möglicherweise auch durch Clostridium difficile.
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