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Fachinformation zu Nocdurna:Ferring AG
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Zusammensetzung

Wirkstoff: Desmopressinacetat.
Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Sublingualtabletten: Desmopressin 25 resp. 50 µg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung der Nykturie aufgrund idiopathischer nächtlicher Polyurie bei Erwachsenen.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene
Frauen: 25 Mikrogramm täglich, eine Stunde vor dem Zubettgehen, sublingual ohne Wasser zu verabreichen.
Männer: 50 Mikrogramm täglich, eine Stunde vor dem Zubettgehen, sublingual ohne Wasser zu verabreichen.
Bei Anzeichen von Wasserretention und/oder Hyponatriämie (Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Krämpfe) muss die Behandlung abgebrochen und neu bewertet werden. Bei Wiederaufnahme der Behandlung muss die Reduktion der Flüssigkeitsaufnahme exakt eingehalten, und die Natrium-Serumspiegel müssen überwacht werden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Die Behandlung mit Nocdurna muss unterbrochen werden, wenn der Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt (d. h. 135 mmol/l).
Anwendungshinweis
Nocdurna wird unter die Zunge gelegt und löst sich auf, ohne dass Wasser eingenommen werden muss.
Gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann die Stärke und Dauer des antidiuretischen Effektes niedriger Desmopressindosen reduzieren (siehe Abschnitt Pharmakokinetik).
Spezielle Dosierungsempfehlungen
Falls eine höhere Dosierung bei Patienten unter 65 Jahren aufgrund eines ungenügenden Ansprechens auf Nocdurna in Betracht gezogen wird, sollten andere lyophilisierte orale Produkte mit Desmopressin eingesetzt werden.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Nocdurna Sublingualtabletten bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Solange keine weiteren Daten vorliegen, wird die Anwendung bei Kindern nicht empfohlen.
Ältere Patienten
Eine Dosiserhöhung bei Patienten ≥ 65 Jahren wird nicht empfohlen.
Ältere Patienten haben unter der Behandlung mit Desmopressin ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Hyponatriämie und können zudem eine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen. Deshalb sollte Nocdurna in dieser Altersgruppe mit Vorsicht angewendet und die tägliche Dosis von 25 Mikrogramm bei Frauen und 50 Mikrogramm bei Männern nicht überschritten werden. Bei älteren Patienten muss der Natrium-Serumspiegel vor Beginn der Behandlung, in der ersten Woche (4-8 Tage nach Beginn der Behandlung) und erneut nach einem Monat im Normalbereich liegen. Die Behandlung mit Nocdurna muss abgebrochen werden, wenn der Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen). Das Fortsetzen der Behandlung muss bei älteren Patienten, bei denen nach 3 Monaten kein therapeutischer Nutzen festgestellt werden kann, sorgfältig geprüft werden.
Patienten mit Lebererkrankungen
Eine Dosisanpassung ist bei diesen Patienten nicht nötig.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe;
·Habituelle oder psychogene Polydipsie (mit einer Urinproduktion von mehr als 40 ml/kg/24 Stunden);
·Bekannte oder vermutete Herzinsuffizienz;
·Zustände oder schon bekannte Ereignisse, die eine Therapie mit Diuretika erforderlich machen;
·mässige bis schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min);
·Hyponatriämie;
·Syndrom der inadäquaten ADH-Ausschüttung (SIADH).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor der Behandlung mit Nocdurna sollten die Patienten klinisch untersucht und eine Anamnese erhoben werden, da Nykturie ein Symptom kardiovaskulärer oder anderer Erkrankungen sein kann, die zu Flüssigkeitsüberlastung führen können. Bei Verdacht auf solche Erkrankungen wird die Anwendung von Nocdurna nicht empfohlen.
Die Flüssigkeitsaufnahme muss 1 Stunde vor bis 8 Stunden nach der Einnahme auf ein Minimum eingeschränkt werden. Die Behandlung ohne gleichzeitige Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr kann zu Wasserretention und/oder Hyponatriämie mit oder ohne begleitende Warnsignale und Symptome (Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und in schweren Fällen Konvulsionen) führen.
Bei einer Dosierung von 50 mcg weisen Frauen ein höheres Risiko für Hyponatriämie als Männer auf. Es ist deshalb wichtig, die geschlechtsspezifischen Dosierungen einzuhalten.
Die Behandlung mit Nocdurna sollte unterbrochen werden, wenn der Natrium-Serumspiegel den unteren Normalbereich unterschreitet.
Desmopressin sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit Zuständen, die durch Flüssigkeits- und/oder Elektrolytungleichgewicht charakterisiert sind.
Die Behandlung mit Desmopressin sollte während zwischenzeitlich auftretender Erkrankungen wie systemische Infektionen, Fieber und Gastroenteritis, die durch Flüssigkeits- und/oder Elektrolytungleichgewichte charakterisiert sind, unterbrochen und neu bewertet werden.
Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Hyponatriämie einschliesslich Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr und häufigere Bestimmung des Natrium-Serumspiegels müssen getroffen werden bei begleitender Behandlung mit Arzneimitteln, die SIADH induzieren können, z. B. trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Chlorpromazin, Diuretika und Carbamazepin, und einigen Antidiabetika vom Sulfonylharnstoff-Typ (insbesondere Chlorpropamid) sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR).
Bei Patienten, die Thiazide oder Schleifendiuretika zur Behandlung einer Hypertonie oder anderer Erkrankungen einnehmen, die nicht mit einer Flüssigkeitsüberlastung in Zusammenhang stehen, sollte Nocdurna mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
Schwere Blasenfunktionsstörungen und Blasenauslassobstruktion sollten vor der Behandlung ausgeschlossen werden.
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit zystischer Fibrose, koronaren Herzerkrankungen, Hypertonie, chronischen Nierenerkrankungen, Präeklampsie und erhöhtem intrakraniellen Druck.
Falls die nächtliche Urinproduktion nicht reduziert werden kann, sollte die Diagnose eines nephrogenen Diabetes insipidus in Betracht gezogen werden.
Bei Patienten, die Lithium einnehmen, sollte Nocdurna mit besonderer Vorsicht angewendet werden, falls bei ihnen ein verdecktes Frühstadium eines Lithium induzierten Diabetes insipidus besteht. Desmopressin wird bei Patienten mit Verdacht auf einen Lithium induzierten Diabetes insipidus nicht empfohlen.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten besteht ein höheres Risiko des Auftretens einer Hyponatriämie während der Behandlung mit Desmopressin. Die Nierenfunktion kann bei dieser Altersgruppe zudem eingeschränkt sein. Nocdurna sollte deshalb bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Bei älteren Patienten sollte der Natrium-Serumspiegel vor Beginn der Behandlung, in der ersten Woche (4-8 Tage nach Beginn der Behandlung) und nach einem Monat im Normalbereich liegen. Die Behandlung mit Nocdurna sollte abgebrochen werden, wenn der Natrium-Serumspiegel unter die Untergrenze des Normalbereiches abfällt. Eine Weiterführung der Behandlung muss bei Patienten, bei denen nach einer Behandlungszeit von 3 Monaten keinen klinischen Nutzen ersichtlich ist, sorgfältig überdacht werden.

Interaktionen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Stoffe, die bekanntermassen SIADH induzieren, wie z. B. trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Chlorpromazin, Diuretika und Carbamazepin sowie einige Antidiabetika der Sulfonylharnstoff-Gruppe (insbesondere Chlorpropamid), können den antidiuretischen Effekt verstärken. Dies führt zu einem erhöhten Risiko einer Wasserretention/Hyponatriämie (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR), Clofibrat und Oxytocin können Wasserretention/Hyponatriämie induzieren (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Lithium kann den antidiuretischen Effekt vermindern.
Begleitende Behandlung mit Loperamid kann zu einer 3-fachen Erhöhung der Desmopressin-Plasma-Konzentration führen, die wiederum zu einem erhöhten Risiko einer Wasserretention/Hyponatriämie führen kann. Obwohl noch nicht untersucht, könnten andere Arzneimittel, die die Darmpassage verlangsamen, den gleichen Effekt haben.
Eine standardisierte Ernährung mit 27 % Fett verringert die Resorption (Menge und Dauer) von Desmopressin Tabletten signifikant. Hinsichtlich der pharmakodynamischen Eigenschaften (Urinproduktion oder Osmolalität) wurde kein signifikanter Effekt beobachtet. Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann die Wirkung und die Wirkdauer des antidiuretischen Effekts von Desmopressin Tabletten in niedrigen Dosierungen reduzieren.

Schwangerschaft / Stillzeit

Schwangerschaft
Daten bei einer begrenzten Anzahl (n = 53) schwangerer Frauen mit Diabetes insipidus sowie bei einer begrenzten Anzahl von Frauen mit Blutungskomplikationen (n=216) zeigten keine unerwünschten Wirkungen auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Föten oder Neugeborenen. Erfahrungen aus epidemiologischen Studien sind nicht vorhanden. Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/ oder die postnatale Entwicklung. In-vitro Studien an humanen Kotyledonen-Modellen haben gezeigt, dass Desmopressin die Plazentaschranke nicht überwindet, wenn es in therapeutischen Konzentrationen und in der empfohlenen Dosis angewendet wird.
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Stillzeit
Untersuchungen der Muttermilch von Frauen, die eine hohe Dosierung von 300 µg Desmopressinacetat (intranasal) erhalten hatten, zeigten, dass die Mengen an Desmopressin, die auf das Kind übertragen werden könnten, zu gering sind, um die Diurese zu beeinflussen. Es wird nicht als nötig erachtet, das Stillen zu unterbrechen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen sollte berücksichtigt werden, dass häufig Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten können (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Unerwünschte Wirkungen

Die Daten zur Häufigkeit von Nebenwirkungen basieren auf klinischen Studien mit Nocdurna zur Anwendung bei Männern (50 µg; n=222) und Frauen (25 µg; n=219) mit Nykturie. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen während der Behandlung waren Mundtrockenheit (13 %), Kopfschmerzen (3 %), Hyponatriämie (3 %) und Schwindel (2 %).
Die schwerste Nebenwirkung unter der Behandlung mit Desmopressin ist Hyponatriämie, die verbunden mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, erniedrigten Natrium-Serumspiegeln, Gewichtszunahme, Malaise, Abdominalschmerzen, Muskelkrämpfen, Schwindel, Verwirrung, Bewusstseinseinschränkungen und in schweren Fällen Konvulsionen und Koma auftritt. Die Ursache einer potenziellen Hyponatriämie ist der antizipierte antidiuretische Effekt. In Studien, in denen erwachsene Probanden mit Nykturie behandelt wurden, kam es bei der Mehrzahl von Probanden zu niedrigen Natrium-Serumspiegeln. Diese traten entweder in den ersten Tagen der Behandlung oder in Verbindung mit einer Erhöhung der Dosis auf (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Weibliche Personen haben ein grösseres Hyponatriämie-Risiko, was durch die erhöhte Empfindlichkeit der Nierentubuli für Vasopressin und seine Analoga bei Frauen im Vergleich zu Männern bedingt sein kann. Dieses Risiko wird durch die Empfehlung einer niedrigeren Dosis bei Frauen gesenkt. Das Hyponatriämie-Risiko in der Altersgruppe der über 65jährigen kann durch die Überwachung des Natriums im Serum weiter gesenkt werden (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, welche in den klinischen Studien beobachtet wurden.
Bei der Bewertung von unerwünschten Wirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: Sehr häufig ≥ 1/10, häufig ≥ 1/100 und <1/10, gelegentlich ≥ 1/1‘000 und <1/100, selten ≥1/10'000 und <1/1‘000, sehr selten (<1/10‘000). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach zunehmendem Schweregrad angegeben.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Hyponatriämie.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Mundtrockenheit (13%).
Häufig: Nausea, Durchfall.
Gelegentlich: Obstipation, Abdominalbeschwerden.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Fatigue, periphere Ödeme.
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen angegeben, die mit höheren Dosierungen von Desmopressin beobachtet wurden:
Störungen des Immunsystems
Sehr selten: Allergische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Juckreiz, Exanthem, Fieber, Bronchospasmus, Anaphylaxie).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Hyponatriämie.
Gelegentlich: Hypokaliämie, Gewichtszunahme.
Sehr selten: Wasserintoxikation.
Unbekannt: Dehydratation, Hypernatriämie.
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: Insomnie.
Selten: Verwirrtheitszustände.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig: Kopfschmerzen.
Häufig: Benommenheit.
Gelegentlich: Somnolenz, Parästhesie.
Selten: Hirnödem, hyponatriämische Krämpfe.
Unbekannt: Konvulsionen, Asthenie, Koma.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehbehinderung.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Vertigo.
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Palpitationen.
Gefässerkrankungen
Häufig: Vorübergehender Blutdruckabfall, Hypertonie, erhöhte Pulsfrequenz, Flush-Phänomene.
Gelegentlich: Orthostatische Hypotonie.
Unbekannt: thrombotische Komplikationen (Hirn- und Koronararterien).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Gelegentlich: Dyspnoe.
Erkrankungendes Gastrointestinaltraktes
Häufig: Nausea, Abdominale Schmerzen, Krämpfe, Durchfall, Obstipation, Erbrechen.
Gelegentlich: Dyspepsie, Flatulenz, Blähungen, Völlegefühl.
Affektionen der Leber und Gallenblase
Gelegentlich: Erhöhung der Leberwerte.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Schwitzen, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria.
Selten: Allergische Dermatitis.
Skelettmuskulatur, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Gelegentlich: Muskelspasmen, Myalgie.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Häufig: Beschwerden der Blase und der Harnröhre.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Häufig: Oedeme, Fatigue.
Gelegentlich: Malaise, Schmerzen in der Brust, grippeähnliche Symptome.

Überdosierung

Symptome:
Eine Überdosierung von Nocdurna führt zu einer verlängerten Wirkung mit einem erhöhten Risiko einer Wasserretention und Hyponatriämie.
Behandlung:
Obwohl die Behandlung individuell erfolgen sollte, können folgende allgemeine Empfehlungen gegeben werden: Die Hyponatriämie wird behandelt durch Abbruch der Desmopressinbehandlung, Verringerung der Flüssigkeitszufuhr und wenn nötig durch eine symptomatische Behandlung.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code : H01BA02
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Nocdurna enthält Desmopressin. Hierbei handelt es sich um ein synthetisches Analogon des natürlichen antidiuretischen Hormons Arginin-Vasopressin (AVP). Desmopressin ahmt die antidiuretische Wirkung von Vasopressin nach, indem es an die V2-Rezeptoren in den Sammelrohren der Niere bindet und eine Rückresorption von Wasser in den Körper bewirkt. Diese Rückresorption bewirkt wiederum einen Rückgang der nächtlichen Urinproduktion. Aufgrund der empfohlenen niedrigen geschlechtsspezifischen Dosierung (25 Mikrogramm für Frauen und 50 Mikrogramm für Männer) und der relativ kurzen Wirkdauer von Nocdurna beschränkt sich die antidiuretische Wirkung auf die nächtliche Schlafphase.
In der Studie CS29 unterschied sich die gewichtskorrigierte Nocdurna-Dosis, die die Hälfte der maximal möglichen Arzneimittelwirkung auf das nächtliche Urinvolumen auslöste, bei Männern und Frauen signifikant. Der geschätzte Expositionswert war bei Männern um das 2,7fache höher (95 %-KI: 1,3-8,1) als bei Frauen, um die gleiche dynamische Wirkung zu erzielen, was einer höheren Desmopressin-Empfindlichkeit bei Frauen entspricht. Die Entstehung einer Hyponatriämie ist dosisabhängig. Bei Frauen ist das Hyponatriämie-Risiko grösser als bei Männern. Die Inzidenz der Hyponatriämie steigt mit zunehmendem Alter an (siehe Abschnitte Dosierung/Anwendung sowie Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Nocdurna wurde in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien bei 268 Frauen (Studie CS40, 25 Mikrogramm Desmopressin Melt im Vergleich zu Placebo) bzw. 395 Männern (Studie CS41, 50 Mikrogramm bzw. 75 Mikrogramm Desmopressin Melt im Vergleich zu Placebo) mit Nykturie, definiert als durchschnittlich ≥2 nächtliche Blasenentleerungen und Polyurie bei 90 % der Frauen und 87 % der Männer, nachgewiesen.
In beiden Studien wurden die beiden co-primären Endpunkte mit statistisch signifikanten Unterschieden zu Gunsten von Desmopressin im Zeitraum von 3 Monaten erfüllt. Die korrigierte mittlere Anzahl der nächtlichen Blasenentleerungen nahm unter 25 Mikrogramm Desmopressin Melt (-1,46) im Vergleich zu Placebo (-1,24) in der weiblichen Studiengruppe (p = 0,028) und unter 50 Mikrogramm Desmopressin Melt (-1,25) im Vergleich zu Placebo (-0,88) in der männlichen Studiengruppe (p = 0,0003) gegenüber dem Ausgangswert statistisch signifikant ab. Der Anteil der Teilnehmer mit einer Abnahme von >33 % der mittleren Anzahl nächtlicher Blasenentleerungen (Responder) nahm signifikant zu und verdoppelte sich nahezu. Das Quotenverhältnis betrug für eine Abnahme von >33 % bei 25 Mikrogramm Desmopressin Melt im Vergleich zu Placebo 1,85 (p = 0,006) in der weiblichen Studiengruppe und bei 50 Mikrogramm Desmopressin Melt im Vergleich zu Placebo 1,98 (p = 0,0009) in der männlichen Studiengruppe.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der klinischen Sicherheit und Wirksamkeit
In einer klinischen Studie [FE992026 CS029] wurde das Ansprechen auf die Dosis Nocdurna bei Frauen und Männern für Dosen von 10 bis 100 Mikrogramm untersucht: Bei Frauen war oberhalb der Dosierung von 25 Mikrogramm kein zusätzlicher pharmakodynamischer Effekt zu verzeichnen, was darauf hindeutet, dass das Plateau der Dosis-Wirkungskurve bei Frauen bei 25 Mikrogramm erreicht war. Bei Männern war die Reduktion des Urinvolumens bei 50 Mikrogramm grösser, allerdings bei 100 Mikrogramm nicht wesentlich höher. Eine Erhöhung der Dosis auf 50 Mikrogramm ergab bei Frauen keine zusätzliche Wirkung, ging jedoch in der Altersklasse der über 50-jährigen mit einem 5-fach höheren Hyponatriämie-Risiko als bei Männern einher (p = 0,015).

Pharmakokinetik

Absorption
Die gesamte durchschnittliche absolute Bioverfügbarkeit von sublingual verabreichtem Desmopressin aus früheren Dosisfindungsstudien in Dosen von 200, 400 und 800 µg lag bei 0,25 % mit einem 95%igen Konfidenzintervall von 0,21-0,31 %. Desmopressin zeigt eine mässige bis hohe Variabilität der Bioverfügbarkeit sowohl inter- als auch intraindividuell. Im Bereich zwischen 60 und 240 µg zeigt Desmopressin bezüglich AUC und Cmax Dosislinearität. Die Bioverfügbarkeit bei einer Dosis unter 60 µg wurde jedoch nicht untersucht.
Distribution
Die Verteilung von Desmopressin lässt sich am besten durch ein Zweikompartiment-Modell mit einem Verteilungsvolumen von 0,3-0,5 l/kg beschreiben
Metabolismus
Der Metabolismus von Desmopressin wurde nicht in-vivo untersucht. In-vitro Studien mit humanen Leber-Mikrosomen zeigten, dass keine signifikante Menge an Desmopressin über das Cytochrom P 450 System in der Leber metabolisiert wird. Daher ist der Metabolismus über das Cytochrom P 450 System in der Leber in-vivo unwahrscheinlich. Der Effekt von Desmopressin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel ist aufgrund der fehlenden Inhibierung des Cytochrom P 450 Systems als minimal einzuschätzen.
Elimination
Die Gesamt-Clearance wurde für Desmopressin mit 7,6 l/h berechnet. Die terminale Halbwertszeit von Desmopressin wird auf 2,8 Stunden geschätzt. In gesunden Probanden betrug die unverändert ausgeschiedene Fraktion 52 % (44 %-60 %).
Kinetik spezieller Patientengruppen
Nierenfunktionsstörung:
Je nach Ausmass der Nierenfunktionsstörung sind AUC und Halbwertszeit mit zunehmendem Schweregrad der Nierenfunktionsstörung angestiegen. Desmopressin ist bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 50 ml/Min.) kontraindiziert.
Tabelle 1: Pharmakokinetische Parameter für unterschiedliche Schweregrade der Nierenfunktionsstörung. Daten aus Studie CS001.

 

Kreatinin-Clearance

Nierenfunktion

AUC (Std. × pg/ml)


(Std.)

Gesunde Personen

>80 ml/Min.

Normal

186

2,8

Leicht

50-80 ml/Min.

Leichte Störung

281

4,0

Mässig

30-49 ml/Min.

Mittelgradige Störung

453

6,7

Schwer

5-29 ml/Min.

Schwere Störung

682

8,7

Leberfunktionsstörung:
Bei dieser Gruppe wurden keine Studien durchgeführt.
Es ist unwahrscheinlich, dass Desmopressin mit Arzneimitteln interagiert, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, da sich in Studien in vitro mit menschlichen Mikrosomen gezeigt hat, dass Desmopressin keiner wesentlichen Verstoffwechselung in der Leber unterliegt.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Karzinogenitätsstudien wurden mit Desmopressin aufgrund der grossen Ähnlichkeit mit dem natürlich vorkommenden Peptidhormon nicht durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Datum verwendet werden.
Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25°C) in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt lagern.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

66379 (Swissmedic).

Packungen

25 µg: Packungen mit 30 und 90 Sublingualtabletten. B
50 µg: Packungen mit 30 und 90 Sublingualtabletten. B

Zulassungsinhaberin

Ferring AG, 6340 Baar

Stand der Information

November 2017

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