Eigenschaften/WirkungenATC-Code
C10BX15
Pharmakotherapeutische Gruppe: lipidsenkende Mittel, HMG-CoA-Reduktasehemmer, andere Kombinationen.
Wirkungsmechanismus
Atorvastatin
Atorvastatin ist ein selektiver, kompetitiver Hemmer der HMG-CoA-Reduktase. Dieses geschwindigkeitslimitierede Enzym katalysiert die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym A zu Mevalonat, einem Vorläufer der Sterole, darunter das Cholesterin. Die hepatischen Triglyceride und Cholesterin werden in Lipoproteine sehr niedriger Dichte (Very-Low-Density Lipoproteine, VLDL) eingefügt und zum Transport in die peripheren Gewebe ins Plasma freigesetzt. Low-Density Lipoproteine (LDL) werden aus VLDL gebildet und vorwiegend via Rezeptoren mit hoher Affinität für LDL (LDL-Rezeptoren) abgebaut.
Perindopril
Perindopril ist ein Hemmer des Enzyms, welches Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt (Angiotensin-Konversionsenzym, ACE). Dieses Konversionsenzym, eine Kinase, ist eine Exopeptidase, welche die Umwandlung von Angiotensin I in das vasokonstriktorische Angiotensin II ermöglicht und den Abbau des gefässerweiternden Bradykinins in ein inaktives Heptapeptid herbeiführt.
Pharmakodynamik
Atorvastatin
Atorvastatin verringert die Konzentration von Cholesterin und Lipoproteinen im Plasma, indem es die HMG-CoA-Reduktase und folglich die Biosynthese von Cholesterin in der Leber hemmt. Dieses Enzym erhöht auch die Zahl der LDL-Rezeptoren an der Oberfläche der Hepatozyten und steigert dadurch das Einfangen und den Katabolismus der LDL.
Atorvastatin vermindert die Produktion der LDL und die Zahl der LDL-Partikel. Atorvastatin bewirkt eine erhebliche und lang anhaltende Zunahme der LDL-Rezeptor-Aktivität, was mit einer vorteilhaften Änderung der Qualität zirkulierender LDL-Partikel einhergeht. Bei Patienten mit familiärer homozygoter Hypercholesterinämie, die normalerweise nicht auf lipidsenkende Wirkstoffe ansprechen, vermindert Atorvastatin wirksam das zirkulierende LDL.
Perindopril
Die Hemmung des Konversionsenzyms (ACE) bewirkt eine Abnahme von Angiotensin II im Plasma, was (durch Hemmung der negativen Rückkopplung auf die Freisetzung von Renin) zur gesteigerten Plasmaaktivität von Renin und zu verminderter Aldosteron-Sekretion führt. Da ACE Bradykinin inaktiviert, führt die Hemmung von ACE auch zu einer gesteigerten Aktivität lokaler und zirkulierender Kallikrein-Kinin-Systeme (und damit auch zur Aktivierung des Prostaglandin-Systems). Dieser Mechanismus kann zur blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Hemmer beitragen und ist teilweise für manche ihrer Nebenwirkungen (z.B. Husten) verantwortlich.
Perindopril wirkt durch seinen aktiven Metaboliten Perindoprilat. Die anderen Metaboliten zeigen keine Hemmung der ACE-Aktivität in vitro.
Herzinsuffizienz
Perindopril verringert die Herzarbeit durch Senkung der Vor- und Nachlast.
Klinische Wirksamkeit
Die Morbidität und Mortalität durch Lipercosyl sind nicht untersucht worden.
Atorvastatin
In einer Dosis-Wirkung-Studie konnte gezeigt werden, dass Atorvastatin zu einer Senkung der Konzentration von Gesamtcholesterin (um 30-46%), LDL-Cholesterin (41-61%), Apolipoprotein B (34-50%) und Triglyceriden (14-33%) führt und gleichzeitig in variablem Ausmass das HDL-Cholesterin und Apolipoprotein-A-1 erhöht. Diese Resultate gelten gleichermassen für Patienten mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie, mit nicht familiären Formen der Hypercholesterinämie oder gemischter Hyperlipidämie, einschliesslich Patienten mit nicht insulinabhängigem Diabetes.
Es zeigte sich, dass die Senkung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und kardiovaskuläre Mortalität reduzieren konnte.
Homozygote familiäre Hypercholesterinämie
In eine offene multizentrische Compassionate-Use-Studie über 8 Wochen mit einer fakultativen Verlängerungsphase variabler Dauer wurden 335 Patienten aufgenommen, wovon man bei 89 eine homozygote familiäre Hypercholesterinämie diagnostizierte. Bei diesen 89 Patienten betrug die durchschnittliche prozentuale Senkung des LDL-Cholesterins ungefähr 20%. Atorvastatin wurde in Dosen bis zu 80 mg/Tag verabreicht.
Atherosklerose
In der Studie REVERSAL (Reversing Atherosclerosis with Aggressive Lipid-Lowering) verglich man die Wirkung einer intensiven lipidsenkenden Behandlung durch 80 mg Atorvastatin auf die Koronarsklerose mit der Wirkung einer lipidsenkenden Standardtherapie, bestehend in 40 mg Pravastatin. Die Beurteilung erfolgte mittels intravaskulärer Echographie (IVUS, intravascular ultrasonography) während einer Angiographie bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit. In dieser multizentrischen doppelblinden randomisierten kontrollierten Studie führte man zu Beginn der Studie und nach 18 Monaten bei 502 Patienten eine intravaskuläre Echographie durch. In der Atorvastatin-Gruppe (n = 253) zeigte sich keine Zunahme der Arteriosklerose.
Die prozentuale Änderung (Mittelwert) des atheromatösen Gesamtvolumens gegenüber dem Ausgangswert als Hauptkriterium der Studie betrug -0,4% (p = 0,98) in der Atorvastatin-Gruppe und +2,7% (p = 0,001) in der Pravastatin-Gruppe (n = 249). Der in der Atorvastatin-Gruppe erhaltene Effekt war im Vergleich zur Pravastatin-Gruppe statistisch signifikant (p = 0,02). Ziel dieser Studie war nicht die Untersuchung der Wirkung einer intensiven lipidsenkenden Behandlung auf das Vorkommen kardiovaskulärer Ereignisse wie die Inanspruchnahme einer Revaskularisierung, das Auftreten nicht letaler Myokardinfarkte oder koronar bedingte Todesfälle.
In der Atorvastatin-Gruppe wurde der mittlere LDL-Cholesterinspiegel auf 2,04 ± 0,8 mmol/l (78,9 ± 30 mg/dl) gesenkt gegenüber dem Ausgangswert von 3,89 ± 0,7 mmol/l (150 ± 28 mg/dl). In der Pravastatin-Gruppe zeigte sich eine Senkung des mittleren LDL-Cholesterinspiegels auf 2,85 ± 0,7 mmol/l (110 ± 26 mg/dl) im Vergleich zum Ausgangswert von 3,89 ± 0,7 mmol/l (150 ± 26 mg/dl) (p <0,0001). Atorvastatin senkte auch signifikant den Mittelwert des Gesamtcholesterins um 34,1% (Pravastatin-Gruppe: 18,4%, p <0,0001), den Mittelwert des Triglycerid-Spiegels um 20% (Pravastatin-Gruppe: -6,8%, p <0,0009) und den Mittelwert des Apolipoprotein B-Spiegels um 39,1% (Pravastatin-Gruppe: -22,0%, p <0,0001). Atorvastatin erhöhte den Mittelwert des HDL-Cholesterins um 2,9% (Pravastatin-Gruppe: +5,6%, p = ns). Man beobachtete in der Atorvastatin-Gruppe eine mittlere Senkung des CRP (C-reaktives Protein) um 36,4% im Vergleich zu einer Senkung um 5,2% in der Pravastatin-Gruppe (p <0,0001).
Die Studienergebnisse wurden mit der Dosis 80 mg erzielt und können daher nicht auf niedrigere Dosierungen extrapoliert werden.
Das Profil der Anwendungssicherheit und Verträglichkeit war in beiden Behandlungsgruppen ähnlich.
Es war nicht das Ziel dieser Studie, die Wirkung einer intensiven lipidsenkenden Behandlung auf das Vorkommen schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse zu beurteilen. Nicht belegt ist der Zusammenhang zwischen den in dieser Studie erhaltenen Resultaten bildgebender Verfahren und der klinischen Wirksamkeit hinsichtlich primärer und sekundärer Prävention kardiovaskulärer Ereignisse.
Akutes koronares Syndrom
In der MIRACL-Studie beurteilte man eine Dosis von 80 mg Atorvastatin bei 3'086 Patienten (1'538 Patienten in der Atorvastatin-Gruppe und 1'548 Patienten in der Placebo-Gruppe) mit akutem koronarem Syndrom (Myokardinfarkt ohne pathologische Q-Zacke oder instabile Angina pectoris). Die Behandlung wurde im Verlauf der akuten Phase nach der Hospitalisierung eingeleitet und während 16 Wochen fortgesetzt. Die Behandlung mit Atorvastatin 80 mg/Tag verlängerte die Zeit bis zum Auftreten des kompositen Hauptkriteriums, das sich wie folgt zusammensetzte: Todesfälle jeglicher Ursache, nicht letale Myokardinfarkte, reanimierter Herzstillstand oder Angina pectoris mit hospitalisierungsbedürftigen Zeichen einer myokardialen Ischämie. Die Risiko-Reduktion betrug 16% (p = 0,048), hauptsächlich dank einer 26%igen Reduktion der Rehospitalisierungen wegen Angina pectoris mit Zeichen myokardialer Ischämie (p = 0,018). Die in Bezug auf die sekundären Kriterien beobachteten Unterschiede waren statistisch nicht signifikant (insgesamt Placebo 22,2%, Atorvastatin 22,4%). Das Sicherheitsprofil der Anwendung von Atorvastatin im Verlauf der MIRACL-Studie stimmte mit demjenigen überein, das im Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen» beschrieben ist.
Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen
Die Wirkungen von Atorvastatin auf tödliche und nicht-tödliche koronare Ereignisse wurden in der randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studie «The Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial Lipid Lowering Arm» (ASCOTT-LLA) beurteilt. Die an der Studie teilnehmenden Patienten waren Hypertoniker im Alter von 40 bis 79 Jahren ohne Myokardinfarkt in der Anamnese, ohne Behandlung wegen Angina pectoris und mit einem Gesamtcholesterin ≤6,5 mmol/l (251 mg/dl). Alle Patienten hatten mindestens 3 der vordefinierten kardiovaskulären Risikofaktoren: männliches Geschlecht, Alter ≥55 Jahre, Rauchen, Diabetes, koronare Herzkrankheit in der Anamnese bei einem Verwandten 1. Grades, Quotient Gesamtcholesterin/HDL-Cholesterin >6, periphere Arterienerkrankung, linksventrikuläre Hypertrophie, Schlaganfall in der Anamnese, spezifische EKG-Anomalie, Proteinurie/Albuminurie. Für keinen der in die Studie aufgenommenen Patienten nahm man ein erhöhtes Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis an.
Die Patienten erhielten eine antihypertensive Behandlung (auf der Grundlage von Amlodipin oder Atenolol) und 10 mg Atorvastatin täglich (n = 5'168) oder ein Placebo (n = 5'137).
Die Wirkung von Atorvastatin hinsichtlich Reduktion des relativen und absoluten Risikos war wie folgt:
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Ereignis
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Verringerung des relativen Risikos (%)
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Anzahl Ereignisse (Atorvastatin vs. Placebo)
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Verringerung1 des absoluten Risikos (%)
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p-Wert
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Koronare Todesfälle und nicht letale Herzinfarkte
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36%
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100 vs. 154
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1,1%
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0,0005
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Gesamtzahl der kardiovaskulären Ereignisse und Revaskularisation-Verfahren
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20%
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389 vs. 483
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1,9%
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0,0008
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Gesamtzahl der koronaren Ereignisse
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29%
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178 vs. 247
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1,4%
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0,0006
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1 Basierend auf der Differenz der Bruttoquoten von Ereignissen während einer mittleren Beobachtungsdauer von 3,3 Jahren.
Die Verringerung der gesamten und der kardiovaskulären Mortalität war nicht signifikant (185 versus 212 Ereignisse, p = 0,17 und 74 versus 82 Ereignisse, p = 0,51). Die Subgruppen-Analyse in Bezug auf das Geschlecht (81% Männer, 19% Frauen) ergab einen Vorteil von Atorvastatin bei den Männern aber nicht bei den Frauen, was sich vielleicht mit der geringen Zahl der Ereignisse in der Frauengruppe erklären lässt. Die gesamte und die kardiovaskuläre Mortalität war zahlenmässig in der Frauengruppe höher (38 versus 30 und 17 versus 12), ohne jedoch statistische Signifikanz zu erreichen. Man beobachtete eine klinische relevante Interaktion in Abhängigkeit von der initialen antihypertensiven Behandlung. Atorvastatin verringerte signifikant die Zahl der «koronaren Todesfälle und nicht letalen Myokardinfarkte» (Hauptkriterium) bei den mit Amlodipin behandelten Patienten (HR [hazard ratio] 0,47 (0,32-0,69), p = 0,00008), im Unterschied zu den mit Atenolol behandelten Patienten (HR 0,83 (0,59-1,17), p = 0,287).
In einer post-hoc-Analyse wurde eine Subgruppe von Patienten, die unter Behandlung auf der Grundlage von Amlodipin randomisiert worden waren, mit Perindopril und entweder Atorvastatin (n = 1'950) oder Placebo (n = 1'926) behandelt. Das Risiko für koronare Herzkrankheit insgesamt [nicht letaler Myokardinfarkt (einschliesslich asymptomatische Infarkte) + letale koronare Herzkrankheit] wurde um 42% reduziert (CI [confidence interval] 95% [0,396; 0,837]). Es zeigte sich auch eine signifikante Reduktion des Risikos für kardiovaskuläre Mortalität um 46% (CI 95% [0,344; 0,854]), eine Reduktion des Kompositkriteriums aus kardiovaskulärer Mortalität + Myokardinfarkt + Schlaganfall um 40% (IC 95% [0,461; 0,779]), eine Reduktion des Kompositkriteriums aus koronarer Herzkrankheit insgesamt + letalem und nicht letalem Schlaganfall um 36% (CI 95% [0,490; 0,846]), eine Reduktion der koronaren Ereignisse insgesamt um 32% (CI 95% [0,516; 0,883]) und eine Reduktion der Mortalität aller Ursachen um 29% (CI 95% [0,555; 0,915]).
Die Wirkung von Atorvastatin auf tödliche und nicht-tödliche kardiovaskuläre Erkrankungen wurde auch in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen Studie CARDS (Collaborative Atorvastatin Diabetes Study) untersucht. Es handelte sich um Patienten mit Typ-2-Diabetes im Alter von 40-75 Jahren, ohne kardiovaskuläre Erkrankung in der Anamnese und mit LDL-Cholesterin ≤4,14 mmol/l (160 mg/dl) und Triglyceriden ≤6,78 mmol/l (600 mg/dl). Alle Patienten wiesen mindestens einen der folgenden Risikofaktoren auf: arterielle Hypertonie, gegenwärtiges Rauchen, Retinopathie, Mikroalbuminurie oder Makroalbuminurie.
Die Patienten wurden über einen medianen Zeitraum von 3,9 Jahren entweder mit 10 mg täglich Atorvastatin (n = 1428) oder Placebo (n = 1410) behandelt.
Die Reduktion des absoluten und des relativen Risikos unter Atorvastatin war wie folgt:
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Ereignis
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Verringerung des relativen Risikos (%)
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Anzahl Ereignisse (Atorvastatin vs. Placebo)
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Verringerung1 des absoluten Risikos (%)
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p-Wert
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Gravierende kardiovaskuläre Ereignisse (tödlicher und nicht-tödlicher akuter Myokardinfarkt, stummer MI, Tod durch akute koronare Herzkrankheit, instabile Angina pectoris, CABG [Bypass], PTCA [Angioplastie], Revaskularisation, Schlaganfall)
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37%
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83 vs. 127
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3,2%
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0,0010
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MI (tödlicher und nicht tödlicher akuter Myokardinfarkt, stummer MI)
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42%
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38 vs. 64
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1,9%
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0,0070
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Tödlicher und nicht tödlicher Schlaganfall
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48%
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21 vs. 39
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1,3%
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0,0163
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1 Basierend auf der Differenz der Bruttoquoten von Ereignissen während einer mittleren Beobachtungsdauer von 3,9 Jahren
MI Myokardinfarkt; CABG coronary artery bypass graft (aorto-koronarer Bypass); PTCA = perkutane transluminale coronare Angioplastie
Es gab keine Hinweise auf einen unterschiedlichen Behandlungseffekt nach Geschlecht, Alter oder Ausgangswerten von LDL-Cholesterin der Patienten. Man beobachtete eine vorteilhafte Tendenz in Bezug auf die Mortalität (82 Todesfälle in der Placebo-Gruppe vs. 61 in der Atorvastatin-Gruppe, p = 0,0592).
Rezidive von Schlaganfällen
In der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels) beurteilte man die Wirkung von 80 mg Atorvastatin oder eines Placebos auf Schlaganfälle bei 4'731 Patienten ohne koronare Herzkrankheit in der Anamnese, die in den vorhergehenden 6 Monaten einen Schlaganfall oder eine TIA (transitorische ischämische Attacke) erlitten hatten. Von diesen Patienten waren 60% Männer im Alter von 21 bis 92 (durchschnittlich 63) Jahren mit einem initialen LDL-Cholesterinspiegel von 133 mg/dl (3,4 mmol/l). Der durchschnittliche LDL-Cholesterinspiegel betrug 73 mg/dl (1,9 mmol/l) unter Atorvastatin und 129 mg/dl (3,3 mmol/l) unter Placebo und die durchschnittliche Beobachtungsdauer 4,9 Jahre.
Im Vergleich zu Placebo verringerten 80 mg Atorvastatin das Risiko für einen letalen oder nicht letalen Schlaganfall (Hauptkriterium) um 15%, d.h. ein relatives Risiko von 0,85 im Vergleich zu Placebo (CI 95% [0,72; 1,00], p = 0,05) oder 0,84 (CI 95% [0,71; 0,99], p = 0,03) nach Adjustierung für die Ausgangswerte. Die Sterblichkeitsrate aller Ursachen war 9,1% (216/2'365) bei den mit Atorvastatin behandelten Patienten versus 8,9% (211/2'366) bei Patienten unter Placebo.
Eine nachträgliche Analyse ergab, dass 80 mg Atorvastatin die Häufigkeit ischämischer zerebrovaskulärer Insulte um 9,2% (218/2'365) verringerte versus 11,6% (274/2'366) unter Placebo (p = 0,01) und die Häufigkeit hämorrhagischer zerebrovaskulärer Insulte um 2,3% (55/2'365) erhöhte versus 1,4% (33/2'366) unter Placebo (p = 0,02).
·Das Risiko für einen hämorrhagischen zerebrovaskulären Insult war bei den in die Studie aufgenommenen Patienten mit hämorrhagischen zerebrovaskulären Insulten in der Anamnese höher (7/45 unter Atorvastatin versus 2/48 unter Placebo), d.h. ein relatives Risiko von 4,06 (CI 95% [0,84; 9,57]). Das Risiko für ischämischen zerebrovaskulären Insult war in beiden Gruppen ähnlich (3/45 unter Atorvastatin versus 2/48 unter Placebo), entsprechend einem relativen Risiko von 1,64 (CI 95% [0,27; 9,82]).
·Das Risiko für einen hämorrhagischen zerebrovaskulären Insult war bei denjenigen in die Studie aufgenommenen Patienten höher, die einen lakunären Infarkt in der Anamnese hatten (20/708 unter Atorvastatin versus 4/701 unter Placebo), d.h. ein relatives Risiko von 4,99 (CI 95% [1,71; 14,61]). Im Gegensatz dazu war das Risiko für einen ischämischen zerebrovaskulären Insult bei diesen Patienten geringer (79/708 unter Atorvastatin versus 102/701 unter Placebo), d.h. ein relatives Risiko von 0,76 (CI 95% [0,57; 1,02]). Möglicherweise ist das absolute Risiko für zerebrovaskuläre Insulte bei den mit 80 mg Atorvastatin pro Tag behandelten Patienten höher, die einen lakunären Infarkt in der Anamnese haben.
Die Mortalitätsrate (aller Ursachen) betrug 15,6% (7/45) unter Atorvastatin versus 10,4% (5/48) unter Placebo in der Untergruppe von Patienten mit einem hämorrhagischen zerebrovaskulären Insult in der Anamnese, und zwar war die Rate 10,9% (77/708) unter Atorvastatin versus 9,1% (64/701) unter Placebo in der Subgruppe der Patienten mit einem lakunären Infarkt in der Anamnese.
Perindopril
Hypertonie
Perindopril ist in allen Stadien der arteriellen Hypertonie wirksam: leichte, mässige und schwere Hypertonie. Sowohl im Liegen als auch in Orthostase (Sitzen oder Stehen) ist eine Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks zu verzeichnen.
Perindopril senkt den peripheren Gefässwiderstand, was zur Abnahme des Blutdrucks führt. Als Folge davon erhöht sich der periphere Blutfluss ohne Auswirkung auf die Herzfrequenz.
In der Regel nimmt die Nierendurchblutung zu, wobei die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) gewöhnlich unverändert bleibt.
Die maximale blutdrucksenkende Wirkung wird 4 bis 6 Stunden nach einmaliger Einnahme erreicht und bleibt mindestens 24 Stunden bestehen: Der Talsohle-Spitze-Quotient (trough-to-peak ratio) liegt bei 87-100%.
Die Senkung des Blutdrucks erfolgt rasch. Bei Patienten, die auf die Behandlung ansprechen, tritt eine Normalisierung des Blutdrucks innerhalb des ersten Monates ein und bleibt ohne Tachyphylaxie bestehen.
Der Abbruch der Behandlung hat keinen Rebound-Effekt auf den Blutdruck.
Perindopril vermindert die linksventrikuläre Hypertrophie.
Beim Menschen wurden die vasodilatatorischen Eigenschaften von Perindopril bestätigt. Es verbessert die Elastizität der grossen Arterienstämme und verringert das Media/Lumen-Verhältnis der kleinen Arterien.
Die unterstützende Behandlung mit einem Thiazid-Diuretikum führt zu einer additiven Synergie. Die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem Thiazid verringert auch das durch die diuretische Behandlung induzierte Hypokaliämie-Risiko.
Herzinsuffizienz
Perindopril reduziert die Herzarbeit durch Verringerung der Vorlast und der Nachlast.
Studien bei herzinsuffizienten Patienten zeigten:
·eine Senkung des links- und rechtsventrikulären Füllungsdrucks
·eine Abnahme des peripheren vaskulären Gesamtwiderstands
·eine Zunahme des Herzminutenvolumens und Verbesserung des kardialen Index
In Vergleichsstudien führte die erste Verabreichung von 2,5 mg Perindopril Arginin an Patienten mit leichter bis mässiger Herzinsuffizienz nicht zu einer signifikanten Abnahme des Blutdrucks im Vergleich zu Placebo.
Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit
Die EUROPA-Studie ist eine multizentrische, internationale, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie, die 4 Jahre dauerte.
12'218 Patienten im Alter von über 18 Jahren wurden randomisiert eingeteilt: 6'110 Patienten erhielten 8 mg Perindopril-tert-Butylamin (entsprechend 10 mg Perindopril Arginin) und 6'108 Patienten erhielten Placebo.
Die Patienten in der Studie hatten eine koronare Herzkrankheit ohne klinische Zeichen der Herzinsuffizienz. Insgesamt hatten 90% der Patienten eine Anamnese von Myokardinfarkt und/oder koronarer Revaskularisierung. Die meisten Patienten erhielten die Studienmedikation zusätzlich zu ihrer bestehenden Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern, Lipidsenkern und Betablockern.
Hauptkriterium der Wirksamkeit war die Kombination aus kardiovaskulärer Mortalität, nicht letalem Myokardinfarkt und/oder reanimiertem Herzstillstand. Die Behandlung mit einmal täglich 8 mg Perindopril-tert-Butylamin (entsprechend 10 mg Perindopril Arginin) führte zu einer signifikanten absoluten Reduktion des Hauptkriteriums um 1,9% (relative Risikoreduktion: 20%, CI 95% [9,4; 28,6], p <0,001).
Im Vergleich zu Placebo beobachtete man bei Patienten mit Myokardinfarkt und/oder Revaskularisierung in der Anamnese eine absolute Reduktion um 2,2%, entsprechend einer Reduktion des relativen Risikos um 22,4% (CI 95% [12,0; 31,6], p <0,001) in Bezug auf das Hauptkriterium.
Bei der Randomisierung erhielten 89,41% der mit einem Lipidsenker behandelten Patienten Statine (89,02% in der Perindopril-Gruppe und 89,80% in der Placebo-Gruppe).
In einer Untergruppe der mit Lipidsenker behandelten Patienten, die in einer post-hoc-Analyse der EUROPA-Studie definiert wurde, führte die Zugabe von Perindopril zum Lipidsenker (n = 3'534) zu einer signifikanten Reduktion des absoluten Risikos um 1,7% (RRR [relative risk reduction]: 21,8%, CI 95% [0,634; 0,964] im Vergleich zu Placebo + Lipidsenker (n = 3'499) in Bezug auf das Komposit-Kriterium aus kardiovaskulärer Mortalität, nicht letalem akutem Myokardinfarkt und reanimiertem Herzstillstand.
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