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Fachinformation zu LIPERCOSYL®:Servier (Suisse) SA
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Interaktionen

Mit Lipercosyl und anderen Arzneimitteln wurde keine Arzneimittel-Interaktionsstudie durchgeführt, aber separate Studien mit Atorvastatin und Perindopril. Die Resultate dieser Studien sind nachfolgend aufgeführt.
Medikamente, die das Risiko eines Angioödems erhöhen:
Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern mit der Kombination Sacubitril/Valsartan ist wegen des erhöhten Risikos eines Angioödems kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die Behandlung mit Sacubitril/Valsartan sollte nicht innerhalb von 36 Stunden nach der letzten Dosis einer Perindopril-haltigen Therapie begonnen werden. Die Behandlung mit Perindopril sollte nicht innerhalb von 36 Stunden nach der letzten Dosis von Sacubitril/Valsartan begonnen werden (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern mit Racecadotril, mTOR-Inhibitoren (z. B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus) und Gliptinen (z. B. Linagliptin, Saxagliptin, Sitagliptin, Vildagliptin) kann zu einem erhöhten Risiko eines Angioödems führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Arzneimittel, die eine Hyperkaliämie induzieren:
Gewisse Arzneimittel bzw. therapeutische Klassen können zum vermehrten Vorkommen von Hyperkaliämie führen, z. B. Aliskiren, Kaliumsalze, kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptor Antagonisten (ARA II), NSAID, Heparine, Immunsuppressiva wie Ciclosporin oder Tacrolismus und Trimethoprim. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel erhöht das Risiko für eine Hyperkaliämie. Daher wird die Kombination von Lipercosyl mit den oben genannten Medikamenten nicht empfohlen. Wenn eine gleichzeitige Anwendung angezeigt ist, sollte sie mit Vorsicht und unter häufiger Überwachung des Blutkaliumspiegels erfolgen.
Interaktionen von Lipercosyl mit anderen Arzneimitteln

Substanzen, die Interaktionen aufweisen

Lipercosyl-Komponente

Veränderung von AUC* und Cmax

Empfehlungen zur Einnahme und Interaktionsmechanismus

Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert oder nicht empfohlen

Aliskiren
ARA II

Perindopril

Nicht zutreffend.
Pharmakodynamische Interaktion: Verstärkung der unerwünschten Wirkungen (Hyperkaliämie, Verminderung der Nierenfunktion), Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung.

Die gleichzeitige Behandlung mit Lipercosyl und Aliskiren ist kontraindiziert bei Patienten mit Diabetes oder Niereninsuffizienz (siehe «Kontraindikationen») aufgrund des Risikos für Hyperkaliämie, Verschlechterung der Nierenfunktion, kardiovaskuläre Morbidität und Zunahme der Mortalität.
Es gibt Hinweise, dass die gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmern (ACE-Hemmer), Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (ARA II) oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und Abnahme der Nierenfunktion (einschliesslich akutes Nierenversagen) erhöht. Eine duale Blockade des RAAS durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, ARA II oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen. Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur unter Aufsicht durch einen Spezialisten und unter engmaschiger Kontrolle von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen. ACE-Hemmer und ARA-II dürfen bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Behandlungen mit extrakorporalem Kreislauf

Perindopril

Interaktion nicht untersucht

Wegen des Risikos für anaphylaktoide Reaktionen sind Behandlungen mittels extrakorporalem Kreislauf kontraindiziert, die einen Kontakt mit negativ geladenen Oberflächen mit sich bringen, wie Dialyse oder Hämofiltration mit bestimmten Membranen hoher Permeabilität (beispielsweise Polyacrylnitril-Membranen), ebenso die Apherese von Lipoproteinen geringer Dichte mit Dextransulfat (siehe «Kontraindikationen»). Wenn diese Art von Behandlung erforderlich ist, soll man die Verwendung eines anderen Typs der Dialyse-Membran oder eine andere Klasse antihypertensiver Medikamente in Betracht ziehen.

Sacubitril/Valsartan
Racecadotril

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (Angioödem)

Die gleichzeitige Verabreichung eines ACE-Hemmers wie Lipercosyl mit NEP-Hemmern (z.B. die Kombination Sacubitril/Valsartan oder Racecadotril) kann das Risiko für Angioödem erhöhen (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Co-Trimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol)

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (Hyperkaliämie)

Patienten die gleichzeitig Co-Trimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol) erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

Starke und mässig starke CYP3A4-Inhibitoren

Atorvastatin

Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren und Lipercosyl ist möglichst zu vermeiden. Wenn sich die gleichzeitige Anwendung dieser Medikamente und von Lipercosyl nicht vermeiden lässt, ist eine Umstellung auf die Einzelkomponenten und die Einstellung auf geringere Atorvastatin-Dosen zu erwägen. Eine adäquate klinische Überwachung des Patienten wird empfohlen.
Es wurde nachgewiesen, dass starke CYP3A4-Inhibitoren zu einer deutlichen Erhöhung der Atorvastatin-Konzentration und einem erhöhten Myopathie-Risiko führen.
Die Kombination von starken CYP3A4-Inhibitoren mit Atorvastatin sollte soweit möglich vermieden werden.
Wenn die Kombination dieser Arzneimittel notwendig ist, darf die tägliche Dosis von Atorvastatin 10 mg nicht überschreiten. Eine engmaschige klinische Überwachung des Patienten wird empfohlen. Atorvastatin wird von Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) metabolisiert und ist ein Substrat für die hepatischen Transporter, die organischen Anionentransportpolypeptide 1B1 (OATP1B1) und 1B3 (OATP1B3). Metaboliten von Atorvastatin sind Substrate für OATP1B1. Atorvastatin wird auch als Substrat für das Multi Drug Resistance Protein (MDR1) und das Breast Cancer Resistance Protein (BCRP) identifiziert, die die intestinale Absorption und die biliäre Clearance von Atorvastatin einschränken können (siehe Pharmakokinetik).

z.B. Clarithromycin (500 mg 2x/Tag, 9 Tage),
Telithromycin,
Delavirdin,
Stiripentol,
Ketoconazol, Voriconazol,

80 mg 1x/Tag, 8 Tage

↑ AUC 4,5fach
↑ Cmax 5,4fach

Itraconazol (200 mg 1x/Tag, 4 Tage),
Posaconazol,

40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 3,3fach
↑ Cmax 20%

Bei Patienten, die Clarithromycin oder Itraconazol erhalten, soll die tägliche Dosis von 20 mg Atorvastatin nicht überschritten und mit Vorsicht verwendet werden.

HIV-Protease-Inhibitoren
wie Ritonavir,

Patienten, die mit der Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Tipranavir/Ritonavir behandelt werden, müssen die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin vermeiden. Patienten, welche die Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Lopinavir/Ritonavir einnehmen, müssen mit Vorsicht und der niedrigsten notwendigen Dosis von Atorvastatin behandelt werden. Bei Patienten, welche die Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Saquinavir/Ritonavir, Darunavir/Ritonavir, Fosamprenavir oder Fosamprenavir/Ritonavir erhalten, soll die tägliche Dosis von 20 mg Atorvastatin nicht überschritten und mit Vorsicht angewendet werden.

Lopinavir (400 mg 2x/Tag/Ritonavir (100 mg 2x/Tag, 14 Tage),
Atazanavir,
Indinavir,

20 mg 1x/Tag, 4 Tage

↑ AUC 5,9fach
↑ Cmax 4,7fach

Darunavir (300 mg 2x/Tag)/Ritonavir (100 mg 2x/Tag, 9 Tage),

10 mg 1x/Tag, 4 Tage

↑ AUC 3,4fach
↑ Cmax 2,2fach

Tipranavir (500 mg, 2x/Tag)/Ritonavir (200 mg 2x/Tag, 7 Tage),

10 mg als Einmalgabe

↑ AUC 9,4fach
↑ Cmax 8,6fach
Tipranavir/Ritonavir
↑ AUC 1,08fach
↓ Cmax 0,96fach

¥ Saquinavir (400 mg 2x/Tag)/Ritonavir (400 mg 2x/Tag, 15 Tage),

40 mg 1x/Tag, 4 Tage

↑ AUC 2,3fach
↑ Cmax 2,7fach
Fosamprenavir/Ritonavir
↓ AUC 0,99fach
↓ Cmax 0,94fach

Fosamprenavir (700 mg 2x/Tag)/Ritonavir (100 mg 2x/Tag, 14 Tage),

10 mg 1x/Tag, 4 Tage

↑ AUC 2,5fach
↑ Cmax 2,8fach

Fosamprenavir (1400 mg 2x/Tag, 14 Tage),

10 mg 1x/Tag, 4 Tage

↑ AUC 2,3fach
↑ Cmax 4,0fach
Fosamprenavir
↓ AUC 0,73fach
↓ Cmax 0,82fach

Nelfinavir (1250 mg 2x/Tag, 14 Tage) etc.,

10 mg 1x/Tag, 28 Tage

↑ AUC 74%
↑ Cmax 2,2fach

Bei Patienten, welche den HIV-Protease-Inhibitor Nelfinavir erhalten, darf die tägliche Dosis von Atorvastatin 40 mg nicht überschreiten. Diese Patienten müssen engmaschig überwacht werden.

Ciclosporin (5,2 mg/kg/Tag, gleichbleibende Dosis),

10 mg 1x/Tag, 28 Tag

↑ AUC 8,7fach
↑ Cmax 10,7fach

Inhibitoren von Transportproteinen (z.B. Ciclosporin, Letermovir) können die systemische Atorvastatin-Exposition erhöhen. Die Auswirkung der Hemmung hepatischer Aufnahmetransporter auf die Konzentration von Atorvastatin in Leberzellen ist nicht bekannt. Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin bei Patienten, die Letermovir in Kombination mit Ciclosporin einnehmen, sollte vermieden werden.
Die Dosis von Atorvastatin sollte bei gleichzeitiger Verabreichung mit Letermovir täglich nicht 20 mg überschreiten.

Letermovir (480 mg 1x/Tag, 10 Tage)

20 mg 1x/Tag, 10 Tage

↑ AUC 3,29fach

Erythromycin, (500 mg 4x/Tag, 7 Tage),

10 mg als Einmalgabe

↑ AUC 33%
↑ Cmax 38%

Mässig starke CYP3A4-Inhibitoren können die Plasmakonzentration von Atorvastatin erhöhen. Ein erhöhtes Myopathie-Risiko wurde bei der Kombination von Erythromycin mit Statinen beobachtet. Die tägliche Dosis von 20 mg Atorvastatin darf nicht überschritten und soll mit Vorsicht angewendet werden.

Fluconazol,

Verapamil,

Interaktion wurde nicht untersucht
Vorhersehbar:

Es wurde keine Interaktionsstudie zur Beurteilung des Einflusses von Amiodaron oder Verapamil auf Atorvastatin durchgeführt. Man weiss, dass sowohl Amiodaron als auch Verapamil die CYP3A4-Aktivität hemmen, daher kann ihre Kombination mit Atorvastatin zu erhöhter Exposition gegenüber Atorvastatin führen.

Diltiazem (240 mg 1x/Tag, 28 Tage),

40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 51%
↔ Cmax

Eine adäquate klinische Überwachung des Patienten wird nach Behandlungsbeginn oder nach einer Dosisanpassung von Diltiazem empfohlen.

Glecaprevir (400 mg 1x/Tag/ Pibrentasvir (120 mg 1x/Tag, 7 Tage)

Atorvastatin 10 mg 1x/Tag, 7 Tage

↑ AUC 8.3 fach

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl ist aufgrund eines erhöhten Myopathierisikos kontraindiziert.

Inhibitoren des BCRP (Breast Cancer Resistance Protein)
Elbasvir (50 mg 1x/Tag)/Grazoprevir (200 mg 1x/Tag, 13 Tage)

Atorvastatin
10 mg als Einmalgabe

↑ AUC 1,95 fach

Die gleichzeitige Gabe von BRCP-hemmenden Medikamenten wie Elbasvir oder Grazoprevir kann die Plasma-Konzentration von Atorvastatin und das Risiko für Myopathie erhöhen, infolgedessen kann in Abhängigkeit von der verschriebenen Dosis eine Anpassung der Atorvastatin-Dosis erwogen werden. Die Dosierung von Atorvastatin darf bei gleichzeitiger Gabe von Elbasvir oder Grazoprevir 20 mg/Tag nicht überschreiten (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

# Grapefruit oder Grapefruit-Saft (240 ml 1x/Tag)

Atorvastatin 40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 37%
↑ Cmax 16%

Die Gabe von Lipercosyl mit Grapefruit oder Grapefruit-Saft ist nicht ratsam, weil die Bioverfügbarkeit bei bestimmten Patienten erhöht sein kann.

Estramustin

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (Angioödem)

Von der gleichzeitigen Anwendung von Lipercosyl und Estramustin wird abgeraten wegen des Risikos einer Zunahme unerwünschter Wirkungen wie ein angioneurotisches Ödem (Angioödem).

Lithium

Perindopril

Interaktion wurde nicht untersucht
Vorhersehbar:
↑ Lithium

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Lithium wird nicht empfohlen, aber wenn die Kombination notwendig ist, muss der Lithium-Blutspiegel sorgfältig überwacht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Eine reversible Erhöhung der Konzentration von Lithium im Serum und seiner Toxizität wurde bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern beobachtet.

mTOR-Inhibitoren (z.B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus)

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (Angioödem)

Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit mTOR-Inhibitoren haben ein erhöhtes Risiko für Angioödem (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kaliumsparende Diuretika (z.B. Amilorid, Eplerenon, Spironolacton), Kaliumsalze

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme des Risikos für Hyperkaliämie

Die Kombination von Lipercosyl mit diesen Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Wenn die gleichzeitige Anwendung jedoch indiziert ist, müssen diese Arzneimittel mit Vorsicht und unter häufiger Kontrolle des Kalium-Blutspiegels und des Serumkreatinin-Spiegels angewendet werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Risiko für Hyperkaliämie (potenziell letal), besonders bei Niereninsuffizienz (kumulierte Kalium-erhöhende Wirkungen).
Mit Eplerenon und Spironolacton in Dosen zwischen 12,5 mg und 50 mg täglich und niedrig dosierten ACE-Hemmern: Bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen II bis IV mit einer Auswurfsfraktion <40% und vorgängiger Therapie mit ACE-Hemmern und Schleifendiuretika besteht das Risiko für eine potenziell tödliche Hyperkaliämie, insbesondere bei Nichtbeachten der Verschreibungsempfehlungen für diese Kombination.
Vor dem Beginn dieser Kombination müssen eine Hyperkaliämie und Niereninsuffizienz ausgeschlossen werden. Eine engmaschige Kontrolle der Kalium- und Kreatinin-Blutspiegel wird empfohlen, anfangs einmal pro Woche im ersten Monat der Behandlung, danach einmal pro Monat.

Gleichzeitige Anwendung, die besondere Vorsichtsmassnahmen erfordert

Nicht-kaliumsparende Diuretika

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: verstärkte antihypertensive Wirkung

Im Falle einer arteriellen Hypotonie ist vor der Behandlung mit Lipercosyl das Diuretikum abzusetzen oder für Volumenerhöhung bzw. Salzzufuhr zu sorgen.
Patienten, die mit Diuretika behandelt werden, besonders diejenigen mit Hypovolämie und/oder Salz- und Wassermangel, können nach Beginn der Behandlung mit einem ACE-Hemmer einen starken Abfall des Blutdrucks haben. Der hypotensive Effekt kann durch Absetzen des Diuretikums, Volumenerhöhung oder Salzeinnahme reduziert werden, bevor die Behandlung mit Perindopril in niedriger, dann zunehmend höherer Dosierung begonnen wird.
Wenn bei arterieller Hypertonie eine vorgängige Diuretikatherapie eine Hypovolämie und/oder einen Elektrolyt- und Wasserverlust verursacht haben kann, muss das Diuretikum vor der Anwendung von Perindopril abgesetzt werden; in diesem Fall kann anschliessend entweder die diuretische Behandlung mit einem nicht-kaliumsparenden Diuretikum wieder aufgenommen werden oder man muss Perindopril mit niedriger, dann zunehmend höherer Dosierung einführen.
Bei der diuretischen Behandlung einer Stauungsinsuffizienz des Herzens ist Perindopril in sehr niedriger Dosierung einzuführen, nach vorheriger Dosisreduktion des gleichzeitig gegebenen nicht-kaliumsparenden Diuretikums.
In jedem Fall muss die Nierenfunktion (der Kreatinin-Spiegel) in den ersten Wochen einer Behandlung mit Perindopril überwacht werden.

CYP3A4-Induktoren

Atorvastatin

Die Anwendung von Lipercosyl mit Induktoren des Isoenzyms CYP3A4 muss mit Vorsicht erfolgen. Die gleichzeitige Anwendung von Induktoren des Cytochroms P450 3A4 kann eine variable Verminderung der Plasma-Konzentration von Atorvastatin verursachen.

z.B. Efavirenz 600 mg 1x/Tag, 14 Tage,

10 mg während 3 Tagen

↓ AUC 41%
↓ Cmax 1%

Rifampicin (600 mg 1x/Tag, 7 Tage, gleichzeitige Verabreichung),

40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 30%
↑ Cmax 2,7fach

Infolge des doppelten Wirkungsmechanismus von Rifampicin (Induktion von Cytochrom P450 3A4 und Hemmung des hepatischen Aufnahme-Transporters OATP1B1) wird die Einnahme von Lipercosyl und Rifampicin zum gleichen Zeitpunkt empfohlen, da die verzögerte Verabreichung von Atorvastatin nach derjenigen von Rifampicin mit einer signifikanten Verminderung der Plasmakonzentration von Atorvastatin verbunden war. Die Wirkung von Rifampicin auf die Konzentration von Atorvastatin in Leberzellen ist allerdings noch nicht bekannt und falls sich die gleichzeitige Anwendung nicht vermeiden lässt, muss die Wirksamkeit der Behandlung aufmerksam überwacht werden.

Rifampicin (600 mg 1x/Tag, 5 Tage, getrennte Verabreichung),
Johanniskraut [Hypericum perforatum]

40 mg als Einmalgabe

↓ AUC 80%
↓ Cmax 40%

Digoxin (0,25 mg 1x/Tag, 20 Tage

Atorvastatin
80 mg 1x/Tag, 10 Tage

↑ Digoxin
AUC 15%
Cmax 20%

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Digoxin bedarf einer adäquaten klinischen Überwachung.
Die Verabreichung mehrfacher Dosen von Digoxin und Atorvastatin führte zu einer erhöhten Plasmakonzentration von Digoxin im Fliessgleichgewicht (steady state).

Ezetimib

Atorvastatin

Nicht zutreffend.
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (erhöhtes Risiko für Rhabdomyolyse)

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Ezetimib bedarf einer adäquaten klinischen Überwachung der Patienten wegen des erhöhten Risikos für Rhabdomyolyse.
Die Anwendung von Ezetimib allein ist mit muskulären Ereignissen wie Rhabdomyolyse verbunden. Das Risiko für derartige Ereignisse kann daher erhöht sein.

Fusidinsäure

Atorvastatin

Pharmakodynamische Interaktion:
Zunahme der unerwünschten Wirkungen (muskuläre Ereignisse, Rhabdomyolyse)

Es ist angebracht, während einer unerlässlichen systemischen Behandlung mit Fusidinsäure die Einnahme von Lipercosyl zu unterbrechen.
Die Behandlung mit Lipercosyl kann sieben Tage nach der letzten Dosis von Fusidinsäure wieder aufgenommen werden.
Es wurde keine Interaktionsstudie mit Atorvastatin und Fusidinsäure durchgeführt. Die Kombination von Statinen einschliesslich Lipercosyl mit Fusidinsäure kann zu einer potenziell letalen Rhabdomyolyse führen. Es liegen Berichte vor über Fälle von Rhabdomyolyse (darunter einige Todesfälle) bei Patienten, die systemische Fusidinsäurepräparate in Kombination mit Statinen erhalten hatten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Der Mechanismus dieser Interaktion ist noch nicht bekannt.

Gemfibrozil (600 mg 2x/Tag, 7 Tage),

Atorvastatin
40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 35%
↓ Cmax weniger als 1%

Die gleichzeitige Anwendung von Gemfibrozil und Lipercosyl ist zu vermeiden.

Abkömmlinge der Fibrinsäure

40 mg als Einmalgabe

↑ AUC 3%
↑ Cmax 2%

Die gleichzeitige Anwendung anderer Fibrate soll mit Vorsicht erfolgen. Wenn sich die gleichzeitige Verabreichung nicht vermeiden lässt, geht man auf die Einzelkomponenten über und passt die Dosierung an die niedrigste Dosis von Atorvastatin an, die das Erreichen des therapeutischen Ziels ermöglicht; anschliessend sind die Patienten zu überwachen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die Anwendung von Fibraten allein ist manchmal mit muskulären Ereignissen einschliesslich Rhabdomyolyse verbunden. Das Risiko für derartige Ereignisse kann durch die gleichzeitige Verabreichung erhöht werden.

Cumarin-haltige Antikoagulanzien (z.B. Warfarin)

Atorvastatin

Interaktion wurde nicht untersucht
Vorhersehbar:

Patienten unter Warfarin sollen fortgesetzt regelmässig überwacht werden, wenn gleichzeitig die Behandlung mit Lipercosyl eingeleitet wird.
Die Prothrombinzeit muss vor und zu Beginn der Behandlung ausreichend häufig bestimmt werden, um sicherzustellen, dass keine bedeutende Anomalie der Prothrombinzeit auftritt. Sobald eine stabile Prothrombinzeit belegt ist, sind Kontrollen mit derjenigen Häufigkeit ratsam, die normalerweise für Patienten unter Antikoagulanzien vom Cumarintyp empfohlen wird.
Wenn die Atorvastatin-Komponente von Lipercosyl unterbrochen oder ihre Dosis verändert wird, soll das gleiche Vorgehen wiederholt werden.
In einer klinischen Studie an Patienten mit Warfarin-Langzeitbehandlung bewirkte die gleichzeitige Verabreichung von täglich 80 mg Atorvastatin mit Warfarin während der ersten 4 Tage eine geringe Abnahme der Prothrombinzeit (um ca.1,7 s), mit Normalisierung innerhalb der ersten zwei Wochen der Behandlung mit Atorvastatin. Unter Behandlung mit Atorvastatin wurden bei Patienten, die keine Antikoagulanzien nahmen, keine Blutungen oder Veränderung der Prothrombinzeit festgestellt.

Antidiabetika (Insuline, orale Antidiabetika)

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der blutzuckersenkenden Wirkung

Der Blutzuckerspiegel ist während des ersten Therapiemonats mit Lipercosyl engmaschig zu kontrollieren.
Epidemiologische Studien lassen die Annahme zu, dass die Kombination von ACE-Hemmern und Antidiabetika (Insulin, orale Antidiabetika) eine Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung mit dem Risiko einer Hypoglykämie hervorrufen kann. Dieses Phänomen scheint besonders in den ersten Wochen einer derartigen Kombinationstherapie und bei Patienten mit Niereninsuffizienz aufzutreten.

Baclofen

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der antihypertensiven Wirkung

Überwachen des Blutdrucks. Wenn nötig, Übergang zu den Einzelkomponenten und Dosisanpassung des Antihypertonikums.
Verstärkung der antihypertensiven Wirkung.

Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID) einschliesslich Aspirin ≥3 g/Tag

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktionen: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (erhöhtes Risiko für verschlechterte Nierenfunktion, Risiko für akute Niereninsuffizienz, Hyperkaliämie) und Verringerung der antihypertensiven Wirkung.

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und NSAID muss vor allem bei älteren Patienten mit Vorsicht erfolgen. Die Patienten müssen korrekt hydriert werden und eine Kontrolle der Nierenfunktion ist zu Beginn der Kombinationstherapie und danach periodisch zu veranlassen.
Wenn ACE-Hemmer gleichzeitig mit NSAID verabreicht werden (z.B. mit Acetylsalicylsäure bei Verwendung als Entzündungshemmer, COX-2 Hemmer und nicht-selektiven NSAID), kann eine Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung auftreten. Die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und NSAID kann das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion, einschliesslich einer akuten Niereninsuffizienz, erhöhen und zum Anstieg des Kalium-Blutspiegels führen, vor allem bei Patienten mit vorbestehender Nierenfunktionsstörung.

Ciclosporin

Perindopril

Nicht relevant
Pharmakodynamische Wechselwirkung: erhöhtes Risiko einer Hyperkaliämie.

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern mit Ciclosporin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Die Überwachung des Kaliumspiegels im Blut wird empfohlen.

Heparin

Perindopril

Nicht relevant
Pharmakodynamische Wechselwirkung: erhöhtes Risiko einer Hyperkaliämie.

Bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern mit Heparin kann eine Hyperkaliämie auftreten. Die Überwachung des Kaliumspiegels im Blut wird empfohlen.

Gliptine (Linagliptin, Saxagliptin, Sitagliptin, Vildagliptin)

Perindopril

Nicht relevant
Pharmakodynamische Wechselwirkung: erhöhtes Risiko eines Angioödems

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Lipercosyl und diesen Arzneimitteln ist Vorsicht geboten.
Erhöhtes Risiko für Angioödeme aufgrund der Gliptin-induzierten Abnahme der Dipeptidylpeptidase IV (DPP-IV)-Aktivität bei Patienten, die mit ACE-Hemmern ko-behandelt werden.

Gleichzeitige Anwendung ist in Betracht zu ziehen

Colchicin

Atorvastatin

Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der unerwünschten Wirkungen (Myopathie, Rhabdomyolyse)

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Colchicin muss mit Vorsicht erfolgen. Es wurden Fälle von Myopathie einschliesslich Rhabdomyolyse bei gleichzeitiger Verabreichung von Atorvastatin und Colchicin beschrieben.

Colestipol (10 mg 2x/Tag, 24 Wochen)

Atorvastatin
40 mg 1x/Tag während 8 Wochen

↓ Cmax 26%Δ

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Colestipol muss mit Vorsicht erfolgen.
Die Plasmakonzentrationen von Atorvastatin und seinen aktiven Metaboliten wurden durch die gleichzeitige Einnahme von Colestipol gesenkt. Die lipidsenkende Wirkung ist jedoch stärker, wenn Atorvastatin und Colestipol gleichzeitig verabreicht werden als mit separater Verabreichung.

Orale Kontrazeptiva
Norethindron (1 mg 1x/Tag, 2 Monate)

Atorvastatin
40 mg 1x/Tag während 22 Tagen

↑ Norethindron
AUC 28%
Cmax 23%

Die Kombination von Lipercosyl und oralen Kontrazeptiva muss mit Vorsicht erfolgen.
Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin und einem oralen Kontrazeptivum führte zu einem Anstieg der Plasmakonzentration von Norethindron und Ethinylestradiol. Dieser Anstieg der Konzentration sollte bei der Wahl der Dosierung eines oralen Verhütungsmittels berücksichtigt werden.

Ethinylestradiol (35 µg 1x/Tag, 2 Monate)

40 mg 1x/Tag während 22 Tagen

↑ Ethinylestradiol
AUC 19%
Cmax 30%

Antihypertonika und Vasodilatatoren

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion: Zunahme der antihypertensiven Wirkung

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und diesen Arzneimitteln muss mit Vorsicht erfolgen.
Die gleichzeitige Anwendung dieser Wirkstoffe kann die blutdrucksenkende Wirkung von Perindopril verstärken. Die gleichzeitige Anwendung von Nitroglycerin und anderen Nitroderivaten oder anderen Vasodilatatoren kann eine stärkere Senkung des Blutdrucks verursachen.

Sympathomimetika

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakokinetische Interaktionen: Abschwächung der antihypertensiven Wirkung

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Sympathomimetika muss mit Vorsicht erfolgen. Sympathomimetika können die antihypertensive Wirkung der ACE-Hemmer abschwächen.

Trizyklische Antidepressiva/Antipsychotika/Anästhetika

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktionen: Zunahme der antihypertensiven Wirkung

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und diesen Arzneimitteln muss mit Vorsicht erfolgen. Die gleichzeitige Anwendung gewisser Anästhetika, trizyklischer Antidepressiva und Antipsychotika mit ACE-Hemmern kann eine zusätzliche Blutdrucksenkung verursachen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gold

Perindopril

Nicht zutreffend
Pharmakodynamische Interaktion:
Zunahme der unerwünschten Wirkungen (nitritoide Reaktionen)

Die gleichzeitige Anwendung von Lipercosyl und Gold muss mit Vorsicht erfolgen. Bei Patienten, welche Goldinjektionen (Natrium Aurothiomalat) und gleichzeitig einen ACE-Hemmer (darunter auch Perindopril) erhielten, wurden selten nitritoide Reaktionen (Symptome wie Gesichtsrötung, Übelkeit, Erbrechen und Hypotonie) beobachtet.

Aluminium/Magnesium (Antazida), z.B. Maalox TC® (30 ml 1x/Tag, 17 Tage)

Atorvastatin
10 mg 1x/Tag, 15 Tage

↓ AUC 33%
↓ Cmax 34%

Die gleichzeitige Gabe von Atorvastatin und einer Antazidum-Suspension führte zu einer Senkung der Plasmakonzentration von Atorvastatin; die Senkung des LDL-Cholesterins blieb unverändert.

Amlodipin (10 mg als Einmalgabe)

Atorvastatin
80 mg als Einmalgabe

↑ AUC 1,18fach
↓ Cmax 0,91fach

Eine Arzneimittelinteraktion-Studie bei gesunden Freiwilligen zeigte eine klinisch nicht signifikante Zunahme der Atorvastatin-Exposition.

Cimetidin (300 mg 4x/Tag, 2 Wochen)

Atorvastatin
10 mg 1x/Tag, 2 Wochen

↔AUC
↓ Cmax 0,89fach

In einer Interaktionsstudie wurde über keine klinisch signifikante Interaktion berichtet.

↓ Abnahme
↑ Zunahme
↔ unverändert
↕ variabel
* Die Daten betreffend die Modifikation x-fach entsprechen einem einfachen Verhältnis zwischen der Komedikation und der Verwendung von Atorvastatin allein (z.B. 1fach = keine Änderung). Die Daten betreffend die Modifikation in % zeigen den Unterschied in Prozent in Bezug auf die Verwendung von Atorvastatin allein (z.B. 0% = keine Änderung).
¥ Die in dieser Studie verwendete Dosis von Saquinavir plus Ritonavir entspricht nicht der in der Klinik verwendeten Dosis. Die Zunahme der Atorvastatin-Werte nach einer klinisch üblichen Dosierung ist wahrscheinlich grösser als in dieser Studie beobachtet. Dieses Medikament ist daher mit Vorsicht und mit der niedrigsten erforderlichen Dosis zu verwenden.
# Bei exzessivem Konsum von Grapefruit-Saft (≥750 ml - 1,2 l pro Tag) beobachtete man eine stärkere Zunahme der AUC (AUC-Verhältnis bis zu 2,5fach) und/oder der Cmax (Cmax-Verhältnis bis zu 1,71fach).
† Wegen des doppelten Interaktionsmechanismus von Rifampicin empfiehlt sich die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin und Rifampicin, denn die Einnahme von Atorvastatin nach Rifampicin führt zu einer signifikanten Abnahme des Plasmaspiegels von Atorvastatin.
Δ Einzelner Wert, 8-16 Std. nach der Einnahme.

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