InteraktionenPharmakodynamische Interaktionen
Die gleichzeitige Anwendung von Desfesoterodin und anderen Arzneimitteln mit anticholinergen Eigenschaften (z.B. Amantadin, trizyklische Antidepressiva, bestimmte Neuroleptika) muss mit Vorsicht erfolgen, da es zu einer Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen kommen kann (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).
Desfesoterodin kann die Wirkung von Arzneimitteln vermindern, die die Motilität des Gastrointestinaltrakts anregen, wie z.B. Metoclopramid.
Pharmakokinetische Interaktionen
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Desfesoterodin
Starke CYP3A4-Inhibitoren
Bei Hemmung von CYP3A4 durchgleichzeitige Gabe von Ketoconazol 200 mg zweimal täglich kam es zu einem Anstieg von Cmax und AUC von Desfesoterodin auf das 2.0 bzw. 2.5-Fache. Daher sollte die Höchstdosis von Desfesoterodin auf 3.5 mg begrenzt werden, wenn gleichzeitig starke CYP3A4-Hemmer (z.B. Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Nelfinavir, Ritonavir (und alle durch Ritonavir verstärkten Therapien mit Proteasehemmern), Saquinavir, Telithromycin oder Voriconazol sowie Grapefruitsaft) angewendet werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).
Mässige CYP3A4-Inhibitoren
Bei Blockade von CYP3A4 durch gleichzeitige Gabe des mässigen CYP3A4-Hemmers Fluconazol 200 mg zweimal täglich kam es zu einem Anstieg von Cmax und AUC von Desfesoterodin um 19% bzw. 27%.
CYP2D6-Inhibitoren
Die Interaktion mit CYP2D6-Hemmern wurde klinisch nicht untersucht. Bei langsamen CYP2D6-Metabolisierern sind die mittlere Cmax und die mittlere AUC von Desfesoterodin im Vergleich zu schnellen Metabolisierern um das 1.7- bzw. 2-Fache höher. Die gleichzeitige Anwendung eines starken CYP2D6-Hemmers kann zu einer verstärkten Exposition und unerwünschten Ereignissen führen. Es kann eine Dosisreduktion auf 3.5 mg erforderlich sein.
CYP3A4-Induktoren
Eine Induktion von CYP3A4 kann zu subtherapeutischen Plasmaspiegeln führen. Bei Induktion von CYP3A4 durch die gleichzeitige Gabe von Rifampicin 600 mg einmal täglich kam es nach oraler Anwendung des Prodrugs von Desfesoterodin, Fesoterodin 8 mg, zu einer Reduktion von Cmax und AUC von Desfesoterodin um ca. 70% bzw. 75%. Die gleichzeitige Anwendung mit CYP3A4-Induktoren (z.B. Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Johanniskraut) wird daher nicht empfohlen.
Einfluss von Desfesoterodin auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
In-vitro-Daten zeigen, dass Desfesoterodin in klinisch relevanten Plasmakonzentrationen keine Hemmung von CYP1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 oder 3A4 und keine Induktion von CYP1A2, 2B6, 2C9, 2C19 oder 3A4 herbeiführt. Demzufolge hat Desfesoterodin wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Clearance von Arzneimitteln, die von diesen Enzymen metabolisiert werden.
Orale Antikoagulantien
Die einmal tägliche Gabe von 8 mg Fesoterodin, Prodrug von Desfesoterodin, hatte keinen relevanten Einfluss auf Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik einer Einzeldosis Warfarin (25 mg). Mit Acenocoumarol oder Phenprocoumon wurden keine Interaktionsstudien durchgeführt.
Kombinierte hormonale Kontrazeptiva
Die gleichzeitige Gabe von 8 mg Fesoterodin, Prodrug von Desfesoterodin, hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik eines kombinierten oralen Kontrazeptivums (Ethinylestradiol 0.03 mg, Levonorgestrel 0.15 mg) und war mit keiner relevanten Veränderung der Plasmaspiegel von Estradiol, Progesteron, FSH und LH verbunden. Die Wirksamkeit kombinierter Kontrazeptiva mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol und Levonorgestrel wird wahrscheinlich durch Desfesoterodin nicht beeinträchtigt. Andere Kontrazeptiva wurden nicht untersucht.
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