Dosierung/AnwendungDie Therapie sollte durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet werden, der/die über Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit NF1-bedingten Tumoren verfügt.
Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosis von Koselugo beträgt 25 mg/m2 Körperoberfläche (KOF) zweimal täglich (im Abstand von etwa 12 Stunden).
Die Dosierung wird auf Grundlage der KOF (mg/m2) individuell angepasst und auf die nächsten erreichbaren 5 mg oder 10 mg gerundet (bis zu einer maximalen Einzeldosis von 50 mg). Um die gewünschte Dosis zu erzielen, können Koselugo Hartkapseln unterschiedlicher Stärke kombiniert werden (Tabelle 1). Koselugo wird für Patienten mit einer KOF < 0,55 m2 nicht empfohlen.
Tabelle 1 Dosierungsschema von Selumetinib 25 mg/m2 zweimal täglich
Körperoberfläche (KOF)* Empfohlene Dosis
0,55 – 0,69 m2 Morgens 20 mg und abends 10 mg
0,70 – 0,89 m2 20 mg zweimal täglich
0,90 – 1,09 m2 25 mg zweimal täglich
1,10 – 1,29 m2 30 mg zweimal täglich
1,30 – 1,49 m2 35 mg zweimal täglich
1,50 – 1,69 m2 40 mg zweimal täglich
1,70 – 1,89 m2 45 mg zweimal täglich
≥ 1,90 m2 50 mg zweimal täglich
* Die empfohlene Dosierung für Patienten mit einer KOF von weniger als 0,55 m2 ist nicht untersucht worden.
Therapiedauer
Die Behandlung mit Koselugo sollte so lange fortgesetzt werden bis eine Krankheitsprogression oder inakzeptable Toxizität eintritt. Es liegen nur begrenzte Daten für Patienten vor, die älter als 18 Jahre sind, daher sollte die Fortsetzung der Behandlung im Erwachsenenalter auf der Grundlage des Nutzens und der Risiken für den einzelnen Patienten nach Einschätzung des Arztes bzw. der Ärztin erfolgen. Ein Beginn der Behandlung mit Koselugo bei Erwachsenen ist nicht angemessen.
Art der Anwendung
Koselugo ist zu oder unabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen (siehe Pharmakokinetik).
Koselugo Hartkapseln sollen als Ganzes mit Wasser geschluckt und nicht zerkaut, aufgelöst oder geöffnet werden.
Koselugo sollte nicht bei Patienten angewendet werden, die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, die Hartkapsel im Ganzen zu schlucken. Vor Beginn der Behandlung sollte die Fähigkeit der Patienten zum Schlucken einer Hartkapsel beurteilt werden. Standard-Schlucktechniken für Arzneimittel sollten in der Regel für das Schlucken der Koselugo-Hartkapseln ausreichen. Bei Patienten, die Schwierigkeiten beim Schlucken der Hartkapsel haben, sollte eine Überweisung an eine geeignete medizinische Fachkraft, wie z. B. einen Logopäden, in Betracht gezogen werden, um geeignete, auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene, Methoden zu ermitteln.
Verspätete Dosisgabe
Wenn eine Einnahme von Koselugo versäumt wurde, sollte diese nur dann nachgeholt werden, wenn die Zeit bis zur nächsten planmässigen Einnahme mehr als 6 Stunden beträgt.
Erbrechen
Wenn es nach der Einnahme von Koselugo zu Erbrechen kommt, soll die Behandlung mit der nächsten planmässigen Einnahme fortgesetzt werden. Es darf keine zusätzliche Dosis eingenommen werden.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Je nach individueller Verträglichkeit können eine Unterbrechung der Behandlung und/oder eine Dosisreduktion oder ein permanentes Absetzen von Koselugo erforderlich sein (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen und Unerwünschte Wirkungen).
Die empfohlenen Dosisreduktionen können es erforderlich machen, die Tagesdosis auf zwei Verabreichungen unterschiedlicher Stärke aufzuteilen oder die Behandlung als eine einzige Tagesdosis zu verabreichen (Tabelle 2).
Tabelle 2 Für Koselugo empfohlene Dosisreduktionen aufgrund unerwünschter Ereignisse
Körperoberfläche Erste Dosisreduktion Zweite Dosisreduktio
(KOF) (mg/Einnahme) n* (mg/Einnahme)
morgens abends morgens abends
0,55 – 0,69 m2 10 10 10 einmal täglich
0,70 – 0,89 m2 20 10 10 10
0,90 – 1,09 m2 25 10 10 10
1,10 – 1,29 m2 25 20 20 10
1,30 – 1,49 m2 25 25 25 10
1,50 – 1,69 m2 30 30 25 20
1,70 – 1,89 m2 35 30 25 20
≥ 1,90 m2 35 35 25 25
* Bei Unverträglichkeit, Koselugo nach zweiter Dosisreduktion dauerhaft absetzen
Tabelle 3 Empfohlene Änderungen der Dosierung von Koselugo aufgrund unerwünschter Wirkungen
Schwere der unerwünschten Wirkung* Empfohlene Dosisänderungen für Koselugo
Kardiomyopathie [siehe Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen]
-Asymptomatische Reduktion der Behandlung bis zur Normalisierung unterbrechen.
linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF) Behandlung mit reduzierter Dosis wiederaufnehmen.
um 10 % oder mehr gegenüber dem
Ausgangswert und LVEF unterhalb der
unteren Normalbereichsgrenze
-Symptomatische Reduktion der LVEF Behandlung dauerhaft absetzen.
-Reduktion der LVEF vom Grad 3 oder 4
Okuläre Toxizität [siehe Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen]
-Netzhautablösung (Retinal Pigment Behandlung bis zur Normalisierung unterbrechen.
Epithelial Detachment, RPED) Behandlung mit reduzierter Dosis wiederaufnehmen.
-Retinaler Venenverschluss (RVO) Behandlung dauerhaft absetzen.
Gastrointestinale Toxizität [siehe
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen]
-Diarrhö von Grad 3 Behandlung unterbrechen, bis die Toxizität auf Grad 0
oder 1 zurückgegangen ist. Behandlung mit derselben
Dosis wiederaufnehmen. Falls nach 3 Tagen keine
Besserung eingetreten ist, die Behandlung dauerhaft
absetzen.
-Diarrhö von Grad 4 Behandlung dauerhaft absetzen.
-Colitis von Grad 3 oder 4 Behandlung dauerhaft absetzen.
Hauttoxizität [siehe Warnhinweise und
Vorsichtsmassnahmen]
-Grad 3 oder 4 Behandlung bis zur Besserung unterbrechen. Behandlung
mit reduzierter Dosis wiederaufnehmen.
Erhöhte Kreatinphosphokinase (CPK) [siehe
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen]
-Erhöhte CPK von Grad 4 -Erhöhte CPK Behandlung unterbrechen, bis die Toxizität auf Grad 0
beliebigen Grades und Myalgie oder 1 zurückgegangen ist. Behandlung mit reduzierter
Dosis wiederaufnehmen. Falls nach 3 Wochen keine
Besserung eingetreten ist, die Behandlung dauerhaft
absetzen.
-Rhabdomyolyse Behandlung dauerhaft absetzen.
Andere unerwünschte Wirkungen [siehe
Unerwünschte Wirkungen]
-Unverträglichkeit von Grad 2 -Grad 3 Behandlung unterbrechen, bis die Toxizität auf Grad 0
oder 1 zurückgegangen ist. Behandlung mit reduzierter
Dosis wiederaufnehmen.
-Grad 4 Behandlung unterbrechen, bis die Toxizität auf Grad 0
oder 1 zurückgegangen ist. Behandlung mit reduzierter
Dosis wiederaufnehmen. Dauerhaftes Absetzen in
Erwägung ziehen.
* Laut CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events) Version 4.03 des National Cancer Institute
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Auf Grundlage klinischer Studien wird für Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassung empfohlen. Bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) sollte die Anfangsdosis auf 20 mg/m2 KOF zweimal täglich reduziert werden. Koselugo wird für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) nicht empfohlen (siehe Kinetik spezieller Patientengruppen - Leberfunktionsstörungen).
Tabelle 4 Empfohlene Dosierung von Koselugo bei moderater Leberfunktionsstörung
Körperoberfläche Moderate Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) (mg/Dosis)
Morgens Abends
0,55 – 0,69 m2 10 10
0,70 – 0,89 m2 20 10
0,90 – 1,09 m2 20 20
1,10 – 1,29 m2 25 25
1,30 – 1,49 m2 30 25
1,50 – 1,69 m2 35 30
1,70 – 1,89 m2 35 35
≥ 1,90 m2 40 40
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Auf Grundlage klinischer Studien wird für Patienten mit leichter, mittelgradiger und schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz (TNI) keine Dosisanpassung empfohlen (siehe Kinetik spezieller Patientengruppen – Nierenfunktionsstörungen).
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Koselugo bei Kindern im Alter von weniger als 3 Jahren sind nicht erwiesen. Gegenwärtig stehen keine Daten zur Verfügung.
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