Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils:
In 10 Phase-3a-Studien erhielten 5'707 Patienten Rybelsus allein oder in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln. Die Dauer der Behandlung reichte von 26 Wochen bis zu 78 Wochen.
Die in klinischen Studien am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen waren gastrointestinale Störungen, einschliesslich Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Im Allgemeinen war der Schweregrad dieser Reaktionen leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer.
In der kardiovaskulären Ergebnisstudie (SOUL), an der 9650 Erwachsene mit Diabetes mellitus Typ 2 und etablierter kardiovaskulärer Erkrankung und/oder chronischer Nierenerkrankung teilnahmen, entsprach das Sicherheitsprofil dem Sicherheitsprofil von Rybelsus in den Phase-3a-Studien.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen:
Tabelle 1 führt die unerwünschten Wirkungen auf, die in Phase-3-Studien (weitere Informationen siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ) und Post-Marketing Daten bei Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus berichtet wurden. Die Häufigkeiten der unerwünschten Wirkungen (ausser Komplikationen der diabetischen Retinopathie, siehe Fussnote in Tabelle 1) basieren auf den gepoolten Daten der Phase-3a-Studien, ausgenommen die Studie zu den kardiovaskulären Ereignissen.
Die unerwünschten Wirkungen sind untenstehend nach MedDRA Systemorganklasse und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten (<1/10'000); nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden). Innerhalb der Häufigkeitsbereiche werden die unerwünschten Wirkungen in absteigender Reihenfolge bezüglich ihres Schweregrades angegeben.
Tabelle 1: Häufigkeit unerwünschte Wirkungen von oral verabreichtem Semaglutide
MedDRA-Systemorgankl Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
asse
Erkrankungen des Überempfindlichkeitc Anaphylaktische
Immunsystems Reaktion
Stoffwechsel- und Hypoglykämie bei Hypoglykämie bei
Ernährungsstörungen Anwendung mit Anwendung mit
Insulin oder SU anderen OAD (orale
(Sulfonylharnstoffe) Antidiabetika)*
* Verminderter Appetit
Erkrankungen des SchwindelgefühlKopfs Dysgeusie
Nervensystems chmerzen
Augenerkrankungen Komplikationen der Nichtarteriitische
diabetischen Retinop anteriore ischämisch
athieb e Optikusneuropathie
(NAION)
Herzerkrankungen Erhöhte Herzfrequenz
Erkrankungen des Übelkeit Diarrhö Erbrechen Bauchschme Aufstossen Verzögert Akute Pankreatitis Darmobstruktiond,e
Gastrointestinaltrak rzen Abdominelles e Magenentleerung
ts Spannungsgefühl
Obstipation Dyspepsi
e Gastritis Gastroös
ophagealer Reflux
Flatulenz
Leber- und Gallenerk Erhöhte Lipase Cholelithiasis
rankungen Erhöhte Amylase Cholezystitis
Allgemeine Erkrankun Erschöpfung
gen und Beschwerden
am Verabreichungsort
Untersuchungen Gewichtsabnahme
* Hypoglykämie Grad
2 (ADA 2018, <3.0
mmol/l oder <54
mg/dl) b Komplikatio
nen bei diabetischer
Retinopathie
setzen sich zusammen
aus: Fotokoagulatio
n, Behandlung mit
intravitrealen
Mitteln, Glaskörperb
lutung, diabetesbedi
ngte Blindheit
(gelegentlich). Die
Häufigkeit basiert
auf der kardiovaskul
ären Endpunktstudie
mit Semaglutide
s.c. aber es kann
nicht ausgeschlossen
werden, dass das
Risiko der diabetisc
hen Retinopathie
auch für Semaglutide
p.o gilt. c Sammelb
egriff, der auch
unerwünschte Wirkung
en im Zusammenhang
mit Überempfindlichk
eitsreaktionen wie
Hautausschlag und
Urtikaria umfasst.
d Aus Meldungen
nach Markteinführung
e Sammelbegriff,
der die unerwünschte
n Ereignisse Darmobs
truktion, Ileus und
Dünndarmobstruktion
umfasst
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Hypoglykämie
Sehr häufig – Hypoglykämie bei Anwendung mit Insulin (24 %) oder SU (11 %)
Häufig – Hypoglykämie bei Anwendung mit anderen OAD
Schwere Hypoglykämie wurde vorwiegend beobachtet, wenn Rybelsus zusammen mit einem Sulfonylharnstoff (<0.1 % der Teilnehmer, <0.001 Ereignisse/Patientenjahr) oder Insulin (1.1 % der Teilnehmer, 0.013 Ereignisse/Patientenjahr) verwendet wurde. Bei der Anwendung von Rybelsus in Kombination mit oralen Antidiabetika, ausgenommen Sulfonylharnstoff, wurden wenige Episoden (0.1 % der Teilnehmer, 0.001 Ereignisse/Patientenjahr) beobachtet.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Bei Patienten mit Gastroparese können unter Behandlung mit Semaglutide schwerere oder schwerwiegendere gastrointestinale Auswirkungen auftreten.
Sehr häufig – Übelkeit (15 %), Durchfall (10 %)
Häufig – Erbrechen
Bei 15 % der Patienten, die mit Rybelsus behandelt wurden, trat Übelkeit auf, bei 10 % Durchfall und bei 7 % Erbrechen. Die meisten Ereignisse waren leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer. Die Ereignisse führten bei 4 % der Patienten zum Behandlungsabbruch. Die Ereignisse wurden am häufigsten in den ersten Monaten der Behandlung berichtet.
Selten – akute Pankreatitis
Unabhängig bestätigte akute Pankreatitis wurde in Phase-3a-Studien bei Semaglutide (< 0.1 %) und Vergleichspräparat (0.2 %) berichtet. In der kardiovaskulären Endpunktstudie betrug die Häufigkeit für unabhängig bestätigte akute Pankreatitis 0.1 % für Semaglutide und 0.2 % für Placebo. In der kardiovaskulären Ergebnisstudie der Phase 3b, SOUL, betrug die Häufigkeit für unabhängig bestätigte akute Pankreatitis 0.4 % für Semaglutide und 0.4 % für Placebo (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Behandlungsabbruch aufgrund einer unerwünschten Wirkung
Die Inzidenz der Behandlungsabbrüche aufgrund von unerwünschten Wirkungen lag bei Patienten, die mit Rybelsus behandelt wurden, bei 9 %. Die am häufigsten zum Abbruch führenden unerwünschten Wirkungen waren gastrointestinale Störungen.
Erhöhte Herzfrequenz
In den Phase-3-Studien wurde ein mittlerer Anstieg von 2 Schlägen pro Minute mit Rybelsus beobachtet.
Augenerkrankungen
Häufig – Komplikationen der diabetischen Retinopathie
In einer 2-jährigen klinischen Studie mit Semaglutide s.c. mit 3'297 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und hohem kardiovaskulären Risiko waren die Komplikationen der diabetischen Retinopathie ein Endpunkt. In dieser Studie traten Komplikationen der diabetischen Retinopathie bei Patienten, die mit Semaglutide s.c. behandelt wurden, häufiger auf (3.0 %) als unter Placebo (1.8 %). Über 80 % der Patienten mit einer Komplikation der diabetischen Retinopathie hatten vor Behandlungsbeginn eine dokumentierte diabetische Retinopathie. Bei Patienten, die keine diabetische Retinopathie in der Vorgeschichte (dokumentiert) hatten, war die Anzahl der Ereignisse unter Semaglutide s.c. und Placebo ähnlich.
In klinischen Studien mit Rebelsus mit einer Dauer von bis zu 18 Monaten mit 6'352 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 traten unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der diabetischen Retinopathie unter Semaglutide (4.2 %) und Vergleichspräparat (3.8 %) in ähnlichem Verhältnis auf.
Sehr selten – Nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)
Die Ergebnisse mehrerer grosser epidemiologischer Studien deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber Semaglutide bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 mit einem etwa zweifachen Anstieg des relativen Risikos für die Entwicklung einer NAION verbunden ist, was etwa einem zusätzlichen Fall pro 10'000 Behandlungsjahre entspricht.
Immunogenität
Entsprechend den potenziell immunogenen Eigenschaften von protein- oder peptidhaltigen Arzneimitteln können Patienten durch die Behandlung mit Semaglutide Antikörper bilden. Der Anteil der Patienten, deren Test auf gegen Semaglutide gerichtete Antikörper zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Behandlungsbeginn positiv war, war 14 (0.5 %). Von diesen 14 Patienten entwickelten 7 Patienten (0.2 % der Gesamtpopulation) Antikörper, die mit nativem GLP-1 kreuzreagierten. Die neutralisierende Aktivität der Antikörper ist derzeit noch ungewiss.
Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung
Erkrankungen der Nieren- und Harnwege: Akute Nierenschädigung (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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