Unerwünschte WirkungenDie Nebenwirkungen, die bei Patienten in placebokontrollierten Studien mit Tapentadol auftraten, waren vorwiegend von geringer bis mässiger Ausprägung. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen den Gastrointestinaltrakt mit Übelkeit (19.5%), Verstopfung (13.6%), und das zentrale Nervensystem mit Schwindel (13.7%), Kopfschmerzen (11.8%) und Somnolenz (11.3%).
Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien mit Tapentadol beobachtet. Sie sind nach Organsystem und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten werden definiert als sehr häufig (≥1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1000, ≤1/100), selten (>1/10'000, ≤1/1000), sehr selten (≤1/10'000) und nicht bekannt (anhand der zur Verfügung stehenden Daten nicht zu beurteilen).
Erkrankungen des
Immunsystems
Gelegentlich: Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff.
Selten: Angioödem, Anaphylaxie und anaphylaktischer Schock*.
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen
Häufig: Appetitverlust.
Gelegentlich: Gewichtsverlust.
Psychiatrische Erkrankun
gen
Häufig: Angst, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität,
Unruhezustände.
Gelegentlich: Desorientiertheit, Verwirrungszustand, Agitation, Wahrnehmungsstörungen,
abnormale Träume, euphorische Stimmung.
Selten: Abhängigkeit gegenüber dem Wirkstoff, abnormales Denken.
Nicht bekannt: Delirium**.
Erkrankungen des
Nervensystems
Sehr häufig: Schwindel (13.7%), Somnolenz (11.3%), Kopfschmerzen (11.8%).
Häufig: Aufmerksamkeitsstörung, Tremor, unwillkürliche Muskelkontraktionen.
Gelegentlich: herabgesetztes Bewusstsein, Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens,
mentale Beeinträchtigung, Synkope, Sedierung, Gleichgewichtsstörung,
Dysarthrie, Hypästhesie, Parästhesie.
Selten: Krampfanfälle, Präsynkope, Koordinationsstörungen.
Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehstörungen.
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Erhöhte Herzfrequenz, Herzklopfen, erniedrigte Herzfrequenz.
Gefässerkrankungen
Häufig: Erröten.
Gelegentlich: Blutdruckabfall.
Erkrankungen der
Atemwege, des Brustraums
und Mediastinums
Häufig: Dyspnoe.
Selten: Atemdepression.
Nicht bekannt Zentrales Schlafapnoe-Syndrom
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Übelkeit (19.5%), Obstipation (13.6%).
Häufig: Erbrechen, Diarrhö, Verdauungsstörungen (Dyspepsie).
Gelegentlich: Bauchbeschwerden.
Selten: Gestörte Magenentleerung.
Häufigkeit nicht bekannt Pankreatitis
Leber- und Gallenerkrank
ungen
Häufigkeit nicht bekannt Spasmus des Sphincter Oddi
Erkrankungen der Haut
und des Unterhautzellgew
ebes
Häufig: Juckreiz (Pruritus), vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose), Hautausschlag.
Gelegentlich: Nesselsucht (Urtikaria).
Erkrankungen der Nieren
und Harnwege
Gelegentlich: Harnverzögerung, Pollakisurie.
Erkrankungen der
Geschlechtsorgane und
der Brustdrüse
Gelegentlich: Funktionelle Sexualstörung.
Allgemeine Erkrankungen
und Beschwerden am
Verabreichungsort
Häufig: Erschöpfung, Müdigkeit, Gefühl der Körpertemperaturveränderung, trockene
Schleimhäute, Ödeme.
Gelegentlich: Entzugssyndrom, Störungen des Befindens, Reizbarkeit.
Selten: Trunkenheitsgefühl, Entspannung.
* Post-Marketing-Fälle von Angioödem, Anaphylaxie und anaphylaktischem Schock wurden selten beobachtet.
** Post-Marketing-Fälle von Delirium wurden bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Krebs und fortgeschrittenem Alter beobachtet.
Klinische Studien, die mit Tapentadol an Patienten mit bis zu 1 Jahr durchgeführt worden waren, ergaben nach plötzlichem Absetzen des Arzneimittels nur einen geringen Hinweis auf Entzugssymptome. Wenn diese auftraten, waren sie in der Regel nur leicht ausgeprägt. Dennoch sollte das Fachpersonal bei den Patienten aufmerksam auf Entzugssymptome achten und diese bei Auftreten entsprechend behandeln.
Es ist bekannt, dass das Risiko von Selbstmord und Selbstmordgedanken bei Patienten mit chronischen Schmerzen erhöht ist. Zudem werden Wirkstoffe, die das monoaminerge System wesentlich beeinflussen mit einem höheren Suizidrisiko bei depressiven Patienten vor allem zu Beginn der Behandlung in Verbindung gebracht. Für Tapentadol gibt es weder aus klinischen Studien, noch in Berichten aus Postmarketing Studien Hinweise für ein erhöhtes Risiko.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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