Dosierung/AnwendungDosierung bei PFIC
Die Behandlung muss von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die Erfahrung in der Behandlung der PFIC haben.
Die empfohlene Dosis von Bylvay beträgt 40 µg/kg und wird einmal täglich morgens oral verabreicht.
Dosiseskalation
Wenn nach 3-monatiger kontinuierlicher Therapie kein angemessenes klinisches Ansprechen (Linderung des Pruritus und Senkung des Gallensäurespiegels im Serum) erreicht wird, kann die Dosis auf 120 µg/kg/Tag erhöht werden, wobei die Tageshöchstdosis von 7200 µg nicht überschritten werden darf (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Eine alternative Behandlung sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, für die nach 6-monatiger kontinuierlicher täglicher Behandlung mit Bylvay kein therapeutischer Nutzen nachgewiesen werden kann.
Dosierung bei ALGS
Die Behandlung muss von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die Erfahrung in der Behandlung des ALGS haben.
Die empfohlene Dosis von Bylvay zur Behandlung des ALGS beträgt 120 µg/kg und wird einmal täglich morgens oral verabreicht. Eine alternative Behandlung sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, für die nach 6-monatiger kontinuierlicher täglicher Behandlung mit Bylvay kein therapeutischer Nutzen nachgewiesen werden kann.
Dosisreduktion
Bei Patienten mit ALGS kann eine Dosisreduktion auf 40 µg/kg/Tag erwogen werden, wenn Verträglichkeitsprobleme auftreten und keine anderen Ursachen vorliegen. Sobald sich die Verträglichkeitsprobleme stabilisiert haben, kann die Dosis auf 120 µg/kg/Tag erhöht werden.
Alle verfügbaren Kapselstärken sind austauschbar und können sowohl im Ganzen geschluckt als auch geöffnet und aufgestreut werden. Die Auswahl der Stärke zur Erzielung der Tagesgesamtdosis richtet sich nach der prognostizierten Anwenderfreundlichkeit für den jeweiligen Patienten, d.h. nach der Gesamtzahl der Kapseln, der Grösse der Kapseln und der Fähigkeit, ganze Kapseln zu schlucken.
Tabelle 1 zeigt die Stärke und Anzahl der Kapseln, die täglich entsprechend dem Körpergewicht verabreicht werden sollten, um eine Dosierung von ca. 40 µg/kg/Tag zu erreichen.
Tabelle 1: Anzahl der zum Erreichen der Nominaldosis von 40 µg/kg/Tag erforderlichen Bylvay-Kapseln
Körpergewicht (kg) Anzahl an 200-µg-Kapseln Anzahl an 400-µg-Kapseln
4 bis < 7,5 1 oder nicht zutreffend
7,5 bis < 12,5 2 oder 1
12,5 bis < 17,5 3 oder nicht zutreffend
17,5 bis < 25,5 4 oder 2
25,5 bis < 35,5 6 oder 3
35,5 bis < 45,5 8 oder 4
45,5 bis < 55,5 10 oder 5
≥55,5 12 oder 6
Die durch Fettdruck hervorgehobene Kapselstärke/-anzahl wird basierend auf der prognostizierten Anwenderfreundlichkeit empfohlen.
Tabelle 2 zeigt die Stärke und Anzahl der Kapseln, die basierend auf dem Körpergewicht täglich verabreicht werden sollten, um eine Dosierung von ungefähr 120 µg/kg/Tag zu erreichen, wobei die Tageshöchstdosis von 7200 µg/Tag nicht überschritten werden darf.
Tabelle 2: Anzahl der zum Erreichen der Nominaldosis von 120 µg/kg/Tag erforderlichen Bylvay-Kapseln
Körpergewicht (kg) Anzahl an 600-µg-Kapseln Anzahl an 1200-µg-Kapseln
4 bis < 7,5 1 oder nicht zutreffend
7,5 bis < 12,5 2 oder 1
12,5 bis < 17,5 3 oder nicht zutreffend
17,5 bis < 25,5 4 oder 2
25,5 bis < 35,5 6 oder 3
35,5 bis < 45,5 8 oder 4
45,5 bis < 55,5 10 oder 5
≥55,5 12 oder 6
Die durch Fettdruck hervorgehobene Kapselstärke/-anzahl wird basierend auf der prognostizierten Anwenderfreundlichkeit empfohlen.
Versäumte Dosen
Wenn eine Dosis Bylvay versäumt wird, sollte der Patient die versäumte Dosis innerhalb von 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit einnehmen und anschliessend den ursprünglichen Dosierungsrhythmus wieder aufnehmen. Sind mehr als 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit vergangen, soll diese Dosis übersprungen und der ursprüngliche Dosierungsrhythmus wiederaufgenommen werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Bylvay bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz (ESRD) vor (siehe "Pharmakokinetik" ). Aufgrund der minimalen Plasmakonzentrationen und der vernachlässigbaren renalen Ausscheidung ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung jedoch keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit Leberfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe "Pharmakokinetik" ).
Bylvay wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) nicht untersucht. Setzen Sie Bylvay dauerhaft ab, wenn Zeichen einer hepatischen Dekompensation auftreten (z.B. Varizenblutung, Aszites, hepatische Enzephalopathie; siehe "Kontraindikationen" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Ältere Patienten
Für Patienten ab 65 Jahren liegen keine klinischen Daten vor.
Pädiatrische Population
Bylvay ist für die Anwendung bei PFIC Patienten unter 6 Monaten und ALGS Patienten unter 12 Monaten nicht zugelassen.
Art der Anwendung
Bylvay wird per os eingenommen. Das Arzneimittel ist morgens mit oder ohne Nahrung einzunehmen.
Die grösseren Kapseln mit 200 µg und 600 µg sind dazu bestimmt, geöffnet und auf weiche Lebensmittel gestreut oder in eine Flüssigkeit gegeben zu werden, können aber auch im Ganzen geschluckt werden.
Die kleineren Kapseln mit 400 µg und 1200 µg sind dazu bestimmt, im Ganzen geschluckt zu werden, können aber auch geöffnet und auf weiche Lebensmittel gestreut oder in eine Flüssigkeit gegeben werden.
Wird die Kapsel im Ganzen geschluckt, sollte der Patient angewiesen werden‚ sie morgens mit einem Glas Wasser einzunehmen.
Einnahme zusammen mit Nahrung mit weicher Konsistenz
Beim Öffnen der Kapseln zur Verteilung des Inhalts auf Nahrung mit weicher Konsistenz sollte der Patient bzw. die Betreuungsperson angewiesen werden, wie folgt vorzugehen:
1.Eine kleine Menge (bis zu 30 ml/2 Esslöffel) weicher Nahrung (Joghurt, Apfelmus, Haferbrei, Bananenpüree, Karottenpüree, Schokoladenpudding oder Milchreis) in eine Schüssel geben. Die Temperatur der Nahrung sollte der Raumtemperatur entsprechen oder darunter liegen.
2.Die Kapsel horizontal an beiden Enden halten, in entgegengesetzte Richtung drehen und auseinanderziehen, sodass die Pellets in die Schüssel mit der weichen Nahrung fallen. Die Kapsel sollte vorsichtig angetippt werden, damit alle Pellets herausfallen.
3.Schritt 2 wiederholen, wenn die Dosis mehr als eine Kapsel erfordert.
4.Die Pellets vorsichtig mit einem Löffel in die Nahrung mit weicher Konsistenz einrühren.
5.Die gesamte Dosis unmittelbar nach dem Einrühren einnehmen. Das Gemisch nicht zum späteren Verzehr aufbewahren.
6.Nach Einnahme der Dosis ein Glas Wasser trinken.
7.Alle leeren Kapselhüllen entsorgen.
Einnahme in einer Flüssigkeit (erfordert eine Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen)
Wird das Arzneimittel in einer Flüssigkeit verabreicht, so ist die Verwendung einer Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen erforderlich. Nicht mit Hilfe einer Flasche oder Schnabeltasse geben, da die Pellets nicht durch die Öffnung passen. Die Pellets lösen sich nicht in Flüssigkeit auf.
Beim Öffnen der Kapseln zur Verteilung des Inhalts in einer Flüssigkeit sollte der Patient bzw. die Betreuungsperson angewiesen werden, wie folgt vorzugehen:
1.Die Kapsel an beiden Enden halten, in entgegengesetzte Richtungen drehen und auseinanderziehen, sodass die Pellets in ein kleines Mischgefäss fallen. Die Kapsel sollte vorsichtig angetippt werden, damit alle Pellets herausfallen.
2.Schritt 1 wiederholen, wenn die Dosis mehr als eine Kapsel erfordert.
3.1 Teelöffel (5 ml) einer altersgerechten Flüssigkeit (z.B. Muttermilch, Säuglingsnahrung oder Wasser) zugeben. Die Pellets ungefähr 5 Minuten in der Flüssigkeit belassen, damit sie sich vollsaugen.
4.Nach 5 Minuten die Spitze der Applikationsspritze vollständig in das Mischgefäss eintauchen. Kolben der Spritze langsam herausziehen, um die Mischung aus Flüssigkeit und Pellets in die Spritze aufzuziehen. Kolben anschliessend vorsichtig wieder herunterdrücken, um die Mischung aus Flüssigkeit und Pellets wieder in das Mischgefäss zu geben. Diesen Vorgang 2- bis 3-mal wiederholen, um ein vollständiges Vermischen der Pellets mit der Flüssigkeit sicherzustellen (die Pellets werden sich nicht auflösen).
5.Den gesamten Inhalt durch Herausziehen des Kolbens am Ende der Spritze in die Applikationsspritze aufziehen.
6.Die Spitze der Spritze vorne im Mund des Patienten zwischen Zunge und Wangeninnenseite platzieren und dann vorsichtig den Kolben herunterdrücken, um die Mischung aus Flüssigkeit und Pellets zwischen die Zunge und die Wangeninnenseite des Patienten zu spritzen. Die Mischung aus Flüssigkeit und Pellets nicht in den hinteren Rachenraum des Patienten spritzen, da dies zu Würgen oder Verschlucken führen könnte.
7.Wenn ein Rest der Mischung aus Flüssigkeit und Pellets in dem Mischgefäss verbleibt, wiederholen Sie die Schritte 5 und 6, bis die gesamte Dosis gegeben wurde. Das Gemisch nicht zur späteren Verwendung aufbewahren.
8.Nach Einnahme der Dosis Muttermilch, Säuglingsnahrung oder eine andere altersgerechte Flüssigkeit geben.
9.Alle leeren Kapselhüllen entsorgen.
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