Unerwünschte WirkungenFür die Bewertung der klinischen Sicherheit von Vamorolon wurden die Sicherheitsdaten aus mehreren Studien mit Mehrfachgabe von Vamorolon bei DMD-Patienten zusammengefasst. Jeder Studienteilnehmer, der mindestens eine Dosis seiner Studienmedikation erhalten hatte und für den eine Sicherheitsbewertung vorlag, wurde in die Analyse eingeschlossen.
Für die vergleichende Sicherheitsanalyse wurden alle behandelten Studienteilnehmer aus den randomisierten, placebo- oder aktiv kontrollierten DMD-Studien mit Mehrfachgabe in Pool 1 eingeschlossen (29 Placebo, 28 Vamorolon 2 mg/kg, 26 Vamorolon 6 mg/kg). Die gesamten Sicherheitsdaten aus dem klinischen Entwicklungsprogramm zu Vamorolon sind in Pool 3 enthalten, der alle mit Vamorolon behandelten Studienteilnehmer in sämtlichen DMD-Studien mit Mehrfachgabe umfasst (164 Teilnehmer mit jeglicher Dosierung; 163 Teilnehmer, die zwischen 2 und 6 mg/kg erhalten haben). Zusätzlich wurden Daten aus einer offenen Studie, die der Bewertung der Sicherheit diente, separat ausgewertet (7 bis <18 Jahre, bei Studienstart nicht in Behandlung mit Kortikoiden, jedoch möglicherweise zuvor). 6 Probanden erhielten Vamorolon 2 mg/kg und 6 Probanden erhielten Vamorolon 6 mg/kg).
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen für Vamorolon sind reduziertes Morgenkortisol (92.6%), cushingoide Gesichtszüge (28,6 %), Infektionen der oberen Atemwege (20,0%), Nasopharyngitis (20,1%), Husten (19,5%), Erbrechen (17,7%), (Akute) Nebenniereninsuffizienz (16.7%), Schmerzen in den Extremitäten (15,2%), Gewichtszunahme (13.1 %), Kopfschmerzen (13,4%), Obstipation (12,2%), Schmerzen im Oberbauch (12,1%), , Reizbarkeit (10,7 %) und Abdominalschmerz (10,4%). Bei diesen Reaktionen handelt es sich meist um dosisabhängige Reaktionen.
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die Tabelle enthält Nebenwirkungen, die bei Patienten, die im klinischen Studienprogramm mit Vamorolon 2 mg/kg/Tag, 4 mg/kg/Tag, 6 mg/kg/Tag oder 2-6mg/kg/Tag (Pool 1 und Pool 3) und in einer offenen Studie zur Bewertung der Sicherheit, (wie oben beschrieben), behandelt wurden. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) (einschliesslich Einzelfälle) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2: Nebenwirkungen
Systemorganklasse Nebenwirkung (bevorzugte Häufigkeit
(SOC) Bezeichnung)
Infektionen und Infektionen der oberen Atemwege Sehr häufig Sehr
parasitäre Erkrankun (20,0%) Nasopharyngitis (18,4%) häufig häufig häufig
gen Influenza Ohrinfektion häufig häufig häufig
Otitis media Virale häufig häufig
Gastroenteritis Enterobiasis
Pneumonie Virale Infektion
Erkrankungen des Saisonale Allergie Häufig
Immunsystems
Erkrankungen der Husten (19,5%) Verstopfte Nase Sehr häufig Häufig
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Ohrschmerzen Häufig
Ohrs und des Labyrin
ths
Endokrine Erkrankung Cushingoide Gesichtszüge Sehr häufig Sehr
en (Pseudo-Cushing-Syndrom) häufig Sehr häufig
(28,6%) Reduziertes Morgenkortis
ol (92.6%) (Akute) Nebennierenin
suffizienz (16.7%)
Stoffwechsel- und Gewichtszunahme (13,1%) Sehr häufig häufig
Ernährungsstörungen Gesteigerter Appetit Erhöhte häufig
Triglyzeride im Blut
Skelettmuskulatur-, Schmerzen in den Extremitäten Sehr häufig häufig
Bindegewebs- und (15,2%) Muskelkrämpfe häufig häufig
Knochenerkrankungen Osteopenie Arthralgie
Psychiatrische Reizbarkeit (10,7%) Agitiertheit Sehr häufig häufig
Erkrankungen Verhaltensauffälligkeit häufig
Erkrankungen des Erbrechen (17,7%) Obstipation Sehr häufig sehr
Gastrointestinaltrak (12,2%) Schmerzen im Oberbauch häufig sehr häufig
ts (12,1%) Diarrhö (12,8%) sehr häufig sehr
Abdominalschmerz (10,4%) häufig häufig häufig
Übelkeit Zahnschmerzen
Erkrankungen des Kopfschmerzen (13,4%) Sehr häufig
Nervensystems
Erkrankungen der Chromaturie Häufig
Niere und Harnwege
Allgemeine Erkrankun Fatigue Influenza ähnliche Häufig Häufig häufig
gen und Beschwerden Erkrankung Brustschmerzen
am Verabreichungsort
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Adrenale Suppression und akute Nebenniereninsuffizienz (Nebennierenkrise, adrenale Krise)
Vamorolon führt zu einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, die mit der Dosis und der Behandlungsdauer korreliert. Eine akute Nebenniereninsuffizienz (Nebennierenkrise) ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in Zeiten von erhöhtem Stress auftreten kann oder wenn die Vamorolon-Dosis abrupt reduziert oder abgesetzt wird (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Reduziertes morgendliches Cortisol
Vamorolon bewirkt eine dosisabhängige Senkung des morgendlichen Cortisolspiegels, was auf eine Unterdrückung der HPA-Achse hindeutet. Nach 24-wöchiger Behandlung in der kontrollierten pivotalen Studie 1 (siehe "Klinische Wirksamkeit" ) wurde bei bis zu 92,6 % der Patienten, die 6 mg/kg/Tag Vamorolone erhielten, und bei 26,1 % der Patienten, die 2 mg/kg/Tag erhielten, ein Rückgang des morgendlichen Cortisolspiegels festgestellt.
Cushingoide Gesichtszüge
Cushingoide Gesichtszüge (Hypercortisolismus) waren die am häufigsten gemeldete Nebenwirkung in der Patientengruppe, die Vamorolon in einer Dosis von 6 mg/kg/Tag erhielt (28,6 %). Die Häufigkeit der cushingoiden Gesichtszüge war in Gruppe, die Vamorolon in einer Dosis von 2 mg/kg/Tag erhielt, geringer (6,7 %). In der klinischen Studie wurden cushingoide Gesichtszüge als leichte bis mässige „Gewichtszunahme im Gesicht“ oder „Vollmondgesicht“ berichtet. Bei den meisten Patienten traten cushingoide Gesichtszüge in den ersten 6 Behandlungsmonaten auf (28,6 % in den Monaten 0 bis 6 im Vergleich zu 3,6 % in den Monaten 6 bis 12 bei einer Vamorolon-Dosis von 6 mg/kg/Tag) und führten nicht zum Abbruch der Behandlung.
Verhaltensprobleme
Verhaltensprobleme wurden in den ersten 6 Behandlungsmonaten häufiger bei einer Vamorolon-Dosis von 6 mg/kg/Tag (21,4 %) berichtet als bei Vamorolon 2 mg/kg/Tag (16,7 %) oder Placebo (13,8 %), was auf eine erhöhte Häufigkeit von Ereignissen zurückzuführen ist, die als leichte Reizbarkeit beschrieben wurden (10,7 % bei 6 mg/kg/Tag, kein Patient bei 2 mg/kg/Tag oder Placebo). Die meisten Verhaltensprobleme traten in den ersten 3 Behandlungsmonaten auf und klangen ohne Behandlungsabbruch wieder ab. Zwischen Behandlungsmonat 6 und 12 verringerte sich die Häufigkeit von Verhaltensproblemen in beiden Dosisgruppen (10,7 % bei Vamorolon 6 mg/kg/Tag und 7,1 % bei Vamorolon 2 mg/kg/Tag).
Gewichtszunahme
Vamorolon ist mit einem Anstieg des Appetits und einer Gewichtszunahme verbunden. Die meisten Fälle von Gewichtszunahme in der Gruppe Vamorolon 6 mg/kg/Tag wurden in den ersten sechs Behandlungsmonaten gemeldet (17,9 % in den Monaten 0 bis 6 gegenüber 0 % in den Monaten 6 bis 12). Die Gewichtszunahme war in den Gruppen Vamorolon 2 mg/kg/Tag (3,3 %) und Placebo (6,9 %) ähnlich (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Entzugserscheinungen und -symptome
Eine abrupte Reduzierung oder das Absetzen der täglichen Dosis von Vamorolon nach einer längeren Behandlung von mehr als einer Woche kann zu einer Nebennierenkrise führen (siehe "Dosierung/Anwendung" und "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Kinder und Jugendliche
Die Nebenwirkungen bei Kindern mit DMD, die mit Vamorolon behandelt wurden, ähnelten sich in Bezug auf Art und Häufigkeit bei Patienten ab 4 Jahren.
Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen bei Patienten über 7 Jahren entsprachen denen, die bei Patienten im Alter von 4 bis 7 Jahren beobachtet wurden. Es liegen keine Informationen zu den Auswirkungen von Vamorolon auf die pubertäre Entwicklung vor.
Bei Patienten von 4 bis unter 5 Jahren wurden im Vergleich zu Patienten ≥ 5 Jahren, die mit Vamorolon 2-6 mg/kg/Tag behandelt wurden, häufiger Verhaltensproblemen beobachtet.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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