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Fachinformation zu RYBREVANT® SC, Injektionslösung:Janssen-Cilag AG
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Dosierung/Anwendung

Allgemein
RYBREVANT SC nicht intravenös verabreichen.
RYBREVANT SC ist ausschliesslich zur subkutanen Anwendung vorgesehen. Für RYBREVANT SC gelten andere Anweisungen zur Dosierung/Anwendung als für intravenöses Amivantamab.
RYBREVANT SC darf nur von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.
Um Medikationsfehler zu vermeiden, ist es wichtig, das Etikett der Durchstechflasche zu überprüfen, um sicherzustellen, dass es sich bei dem Arzneimittel, das zubereitet und verabreicht wird, um RYBREVANT SC zur subkutanen Injektion und nicht um RYBREVANT i.v. handelt.
Bei Patienten, die derzeit intravenöses Amivantamab erhalten, kann RYBREVANT SC ab der nächsten geplanten Dosis als Alternative zur intravenösen Amivantamab-Darreichungsform verwendet werden. Es liegen keine Daten vor zum Wechsel von der subkutanen zur i.v. Verabreichung von Amivantamab.
RYBREVANT SC sollte von medizinischem Fachpersonal mit Zugang zu angemessenen medizinischen Notfallmassnahmen zur Behandlung von möglicherweise auftretenden infusionsbedingten Reaktionen (IRRs) verabreicht werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Vor der Verabreichung jeder RYBREVANT SC-Dosis ist eine Prämedikation gemäss den Empfehlungen zu verabreichen (siehe "Dosierung/Anwendung – Prämedikation" ). Für weitere Hinweise zur Verabreichung siehe auch "sonstige Hinweise – Anwendung" .
Es wird empfohlen, die Behandlung mit RYBREVANT SC bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortzusetzen.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Patientenauswahl
Vor der Einleitung einer Behandlung mit RYBREVANT SC muss der EGFR-Mutationsstatus im Tumorgewebe oder in Plasmaproben mit einem validierten Test nachgewiesen werden. Die Tests können zu einem beliebigen Zeitpunkt zwischen der Erstdiagnose und dem Beginn der Therapie durchgeführt werden. Sobald der EGFR-Mutationsstatus nachgewiesen wurde, muss der Test nicht mehr wiederholt werden (siehe "Klinische Wirksamkeit" ). Wenn der Mutationsstatus mittels eines plasmabasierten Tests negativ ausfällt, soll eine Tumorgewebeprobe für den Test entnommen werden.
Übliche Dosierung – Erwachsene (≥18 Jahre)
Monotherapie oder Kombination mit Lazertinib
Die empfohlene Dosierung von RYBREVANT SC als Monotherapie oder in Kombination mit Lazertinib, auf Basis des Körpergewichts vor Behandlungsbeginn, ist in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1: Empfohlene Dosis und 2-Wochen-Dosierungsschema für RYBREVANT SC

Körpergewicht des Patienten –           Empfohlene Dosis      Dosierungsschema
Ausgangswert a                                                
Unter 80 kg                             1'600 mg              Wöchentlich (insgesamt 4 Dosen) von
                                                              Woche 1 bis 4
Alle 2 Wochen ab Woche 5
80 kg oder mehr                         2'240 mg              Wöchentlich (insgesamt 4 Dosen) von
                                                              Woche 1 bis 4
Alle 2 Wochen ab Woche 5

 
a Bei Veränderungen des Körpergewichts nach Behandlungsbeginn sind keine Dosierungsanpassungen erforderlich.
Bei Anwendung in Kombination mit Lazertinib kann die Verabreichung von RYBREVANT SC zu einem beliebigen Zeitpunkt nach der Einnahme von Lazertinib vorgenommen werden, wenn diese am selben Tag erfolgt. Siehe Fachinformation von Lazertinib für Informationen zur empfohlenen Dosierung von Lazertinib.
In der pivotalen Studie (PALOMA-3) für die subkutane Verabreichungsform wurde RYBREVANT SC nur in Kombination mit Lazertinib bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) untersucht (siehe "Klinische Wirksamkeit" ). Für RYBREVANT SC als Monotherapie liegen pharmakokinetische Daten vor (siehe Pharmakokinetik).
Begleitmedikation
Wenn die Behandlung mit RYBREVANT SC in Kombination mit Lazertinib initiiert wird, ist während der ersten vier Monate der Behandlung eine Antikoagulationsprophylaxe zur Verhinderung von venösen thromboembolischen Ereignissen (VTE) zu verabreichen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Wenn während der ersten vier Monate der Behandlung keine Anzeichen oder Symptome von VTE-Ereignissen auftreten, kann nach Ermessen des Arztes ein Absetzen der Antikoagulationsprophylaxe in Erwägung gezogen werden.
Prämedikation
Um das Risiko von IRRs zu reduzieren sind vor der ersten Injektion von RYBREVANT SC (Woche 1, Tag 1) Antihistaminika, Antipyretika und Glukokortikoide zu geben (siehe Tabelle 2). Bei den nachfolgenden Dosen von RYBREVANT SC sind Antihistaminika und Antipyretika als Prämedikation zu verabreichen. Bei Bedarf können zusätzlich Glukokortikoide verabreicht werden.
Tabelle 2: Prämedikation

Prämedikation                       Dosis                 Art der Anwendung     Dosierungsfenster
                                                                                vor der Injektion
                                                                                von RYBREVANT SC
Antihistaminika*                    Diphenhydramin(25     Intravenös            15 bis 30 Minuten
                                    bis 50 mg) oder                             
                                    äquivalenter Wirksto                        
                                    ff                                          
Oral                                30 bis 60 Minuten
Antipyretika*                       Paracetamol/Acetamin  Intravenös            15 bis 30 Minuten
                                    ophen(650 bis 1'000                         
                                    mg) oder äquivalente                        
                                    r Wirkstoff                                 
Oral                                30 bis 60 Minuten
Glukokortikoide‡                    Dexamethason (20      Intravenös            45 bis 60 Minuten
                                    mg) oder äquivalente                        
                                    r Wirkstoff                                 
Oral                                Mindestens 60
                                    Minuten
Glukokortikoide+                    Dexamethason (10      Intravenös            45 bis 60 Minuten
                                    mg) oder äquivalente                        
                                    r Wirkstoff                                 
Oral                                60 bis 90 Minuten
* Bei jeder Dosis erforderlich. ‡
Bei der ersten Dosis (Woche 1,
Tag 1) erforderlich, oder bei der
folgenden Verabreichung, wenn
eine infusionsbedingte Reaktion
aufgetreten ist. + Bei
nachfolgenden Dosen optional.

 
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen
Die empfohlenen Dosisreduktionen aufgrund unerwünschter Wirkungen sind in Tabelle 3 aufgelistet.
Tabelle 3: Dosisreduktionen von RYBREVANT SC bei unerwünschten Wirkungen

Dosis, bei der die unerwünschte     1. Dosisreduktion     2. Dosisreduktion     3. Dosisanpassung
Wirkung auftrat*                                                                
1'600 mg                            1'050 mg*             700 mg†               RYBREVANT SC absetze
                                                                                n
2'240 mg                            1'600 mg‡             1'050 mg*
* Bei einer Dosis von 1'050 mg
sollte das Dosisvolumen 6,6 ml
betragen. † Bei einer Dosis von
700 mg sollte das Dosisvolumen
4,4 ml betragen. ‡ Bei einer
Dosis von 1'600 mg sollte das
Dosisvolumen 10 ml betragen.

 
Die empfohlenen Dosisanpassungen aufgrund unerwünschter Wirkungen sind in Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4: Dosisanpassungen von RYBREVANT SC aufgrund unerwünschter Wirkungen

Unerwünschte Wirkung  Schweregrad                Dosisanpassung
Infusionsbedingte     Grad 1 bis 3               -Die Injektion beim ersten Anzeichen einer IRR
Reaktionen (IRR)                                 unterbrechen. -Falls klinisch erforderlich
(siehe "Warnhinweise                             zusätzlich unterstützende Medikamente verabreichen
 und Vorsichtsmassna                             (z.B. zusätzliche Glukokortikoide,
hmen" )                                          Antihistaminika, Antipyretika und Antiemetika).
                                                 -Nach dem Abklingen der Symptome die Verabreichung
                                                 von RYBREVANT SC fortsetzen. -Vor der nächsten
                                                 Dosis eine Prämedikation mit Kortikosteroid
                                                 verabreichen (siehe Tabelle 2).
Rezidivierend Grad    Behandlung dauerhaft
3 oder Grad 4         absetzen.
(lebensbedrohlich)    
Interstitielle        Verdacht auf ILD/Pneumoni  Behandlung unterbrechen.
Lungenerkrankung      tis                        
(ILD)/Pneumonitis(si                             
ehe "Warnhinweise                                
und Vorsichtsmassnah                             
men" )                                           
Bestätigte ILD/Pneum  Behandlung dauerhaft
onitis                absetzen.
Venöse thromboemboli  Ereignisse mit klinischer  RYBREVANT SC und Lazertinib absetzen, bis der
sche Ereignisse        Instabilität (z.B.        Patient klinisch stabil ist. Danach können beide
(VTE) (gilt für die   respiratorisches           Arzneimittel nach Ermessen des behandelnden Arztes
Kombination mit       Versagen oder kardiale     in der gleichen Dosis wieder aufgenommen werden.
Lazertinib, siehe     Dysfunktion)               
"Warnhinweise und                                
Vorsichtsmassnahmen"                             
 )                                               
Rezidivierende        Die Kombination von
VTE-Ereignisse        RYBREVANT SC und
trotz therapeutische  Lazertinib sollte
r Antikoagulation     dauerhaft abgesetzt
                      werden.
Haut- und Nagelreakt  Grad 1                     -Unterstützende Massnahmen einleiten. -Nach 2
ionen (siehe "Warnhi                             Wochen neu bewerten.
nweise und Vorsichts                             
massnahmen" )                                    
Grad 2                -Unterstützende Massnahme
                      n einleiten. -Wenn nach
                      2 Wochen keine Verbesseru
                      ng eintritt, eine
                      Dosisreduktion in
                      Betracht ziehen (siehe
                      Tabelle 3).
Grad 3                -Unterstützende Massnahme
                      n einleiten. -Unterbruch
                      der Behandlung bis sich
                      die unerwünschte Wirkung
                      auf ≤ Grad 2 verbessert
                      hat. -Wiederaufnahme der
                      Behandlung in reduzierter
                       Dosis (siehe Tabelle 3).
Grad 4 (inklusive     Behandlung dauerhaft
schweren bullösen,    absetzen.
blasenbildenden       
oder schuppenden      
Hauterkrankungen      
(einschliesslich      
toxischer epidermale  
r Nekrolyse (TEN)))   
Andere unerwünschte   Grad 3-4                   -Unterbruch der Behandlung bis sich die
Wirkungen (siehe                                 unerwünschte Wirkung auf ≤ Grad 1 verbessert oder
"Unerwünschte                                    bis zur Wiederherstellung des Zustands zu Beginn
Wirkungen" )                                     der Behandlung. -Wiederaufnahme der Behandlung mit
                                                 reduzierter Dosis -Dauerhaft absetzen, wenn
                                                 innerhalb von 4 Wochen keine Erholung erfolgt.

 
Empfohlene Dosisanpassungen bei unerwünschten Wirkungen von RYBREVANT SC in Kombination mit Lazertinib
Wenn bei der Verabreichung von RYBREVANT SC in Kombination mit Lazertinib eine unerwünschte Wirkung auftritt, die nach Absetzen der Behandlung und Abklingen der unerwünschten Wirkung eine Dosisreduktion erfordert, soll zuerst die Dosis von RYBREVANT SC reduziert werden.
Siehe Fachinformation von Lazertinib für Informationen zur Dosisanpassung von Lazertinib.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Es wurden keine formalen Studien mit Amivantamab bei Patienten mit Leberfunktionsstörung durchgeführt. Ausgehend von populationspharmakokinetischen Analysen sind bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassungen erforderlich. Zu Patienten mit mittelstark oder stark beeinträchtigter Leberfunktion liegen keine Daten vor (siehe "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Es wurden keine formalen Studien mit Amivantamab bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung durchgeführt. Ausgehend von populationspharmakokinetischen Analysen sind bei Patienten mit leichter oder mittelstarker Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassungen erforderlich. Zu Patienten mit stark beeinträchtigter Nierenfunktion liegen keine Daten vor (siehe "Pharmakokinetik" ).
Ältere Patienten
Von den 331 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, die mit RYBREVANT SC in Kombination mit Lazertinib in den Studien PALOMA-2 und PALOMA-3 behandelt wurden, waren 34 % 65 Jahre alt oder älter und 10 % waren 75 Jahre alt oder älter. Es wurden insgesamt keine Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen diesen und jüngeren Patienten festgestellt. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und Jugendliche (im Alter von 17 Jahren und jünger)
RYBREVANT SC ist für die Anwendung in der pädiatrischen Population nicht zugelassen.
Verspätete Dosisgabe
Bei einem Dosierungsschema alle 2 Wochen:
-Wenn zwischen Woche 1 und Woche 4 eine Dosis von RYBREVANT SC nicht verabreicht wurde, soll diese innerhalb der folgenden 24 Stunden verabreicht werden.
-Wenn ab Woche 5 eine Dosis von RYBREVANT SC nicht verabreicht wurde, soll diese innerhalb der folgenden 7 Tage verabreicht werden.
Andernfalls soll die versäumte Dosis nicht mehr verabreicht werden. Die nächste Dosis sollte dann gemäss dem üblichen Dosierungsschema verabreicht werden.
Verabreichung von RYBREVANT SC
-Wenn nur eine Dosierspritze erforderlich ist, sollte das erforderliche Volumen von RYBREVANT SC über einen Zeitraum von ca. 5 Minuten in das Unterhautgewebe des Abdomens injiziert werden. Zur Durchführung der Injektion an anderen Körperstellen liegen keine Daten vor.
-Falls der Patient Schmerzen verspürt, ist die Injektion zu unterbrechen oder die Injektionsgeschwindigkeit zu reduzieren. Lassen sich Schmerzen durch Unterbruch oder Verlangsamung der Injektion nicht beheben, kann für die Verabreichung der Restdosis eine zweite Injektionsstelle auf der gegenüberliegenden Seite des Abdomens gewählt werden.
-Bei Verabreichung mit einem subkutanen Infusionsset ist sicherzustellen, dass die gesamte Dosis durch das Infusionsset verabreicht wird. Der Rest des Arzneimittels kann mithilfe einer 0,9%-igen Natriumchloridlösung durch den Schlauch gespült werden.
-Nicht in Tätowierungen oder Narben oder in Bereiche, in denen die Haut gerötet, gequetscht, empfindlich, verhärtet oder nicht intakt ist, injizieren. Nicht in einem Abstand von weniger als 5 cm um den Nabel herum injizieren.

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