ÜberdosierungEin Vergiftungsrisiko besteht insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Patienten mit Lebererkrankungen, chronisch alkoholkranken Patienten, chronisch unterernährten Menschen und Patienten, die mit Enzym-Induktoren behandelt werden. In solchen Fällen kann eine Vergiftung tödlich ausgehen.
Eine Überdosierung – eine Einzeldosis von 7,5 g Paracetamol oder mehr bei Erwachsenen oder eine Einzeldosis von 140 mg oder mehr pro kg Körpergewicht bei Kindern – verursacht eine zytolytische Hepatitis, die zu einer vollständigen und irreversiblen Lebernekrose führen kann. Eine solche Nekrose kann zu akutem oder fulminantem Leberversagen, Leberinsuffizienz, metabolischer Azidose und Enzephalopathie führen, was zu Koma und Tod des Patienten führen kann. Gleichzeitig beobachtet man 12 bis 48 Stunden nach der Verabreichung einen Anstieg der Plasmaspiegel von Lebertransaminasen (AST, ALT), Laktatdehydrogenase und Bilirubin und eine Abnahme des Prothrombinspiegels. Die ersten klinischen Symptome einer Leberschädigung treten in der Regel nach 2 Tagen auf und erreichen ihr Maximum nach 3 bis 4 Tagen.
In den ersten 24 Stunden gibt es keine spezifischen frühen Symptome. Anorexie, Übelkeit, Erbrechen sowie Unwohlsein, Blässe und Bauchschmerzen können auftreten und anhalten. Hepatische Schädigungen können 24 Stunden bis 5 Tage nach der Verabreichung auftreten.
Das Auftreten einer massiven Überdosierung, das Hauptrisiko von Paracetamol (besonders bei Tabletten), erscheint unwahrscheinlich mit ParacetamolSINT (intravenöse Verabreichung während der Hospitalisierung).
Notmassnahmen
Unabhängig von der vermuteten verabreichten Menge Paracetamol sollte N-Acetylcystein (NAC) in allen Fällen intravenös oder oral verabreicht werden (sofern möglich innerhalb von 10 Stunden nach der Überdosierung). NAC kann auch nach einer 10-stündigen Verzögerung noch einen gewissen Schutz bieten, aber die notwendige Behandlungszeit verlängert sich dann. Ein Plasma-Paracetamol-Test sollte so bald wie möglich durchgeführt werden (nicht früher als 3 Stunden nach der Überdosierung), jedoch ist es nicht erforderlich, dass vor Beginn der NAC-Behandlung Ergebnisse vorliegen.
Plasmakonzentrationen von >200 μg/ml nach 4 Stunden, >100 μg/ml nach 8 Stunden, >50 μg/ml nach 12 Stunden und >30 μg/ml nach 15 Stunden können Leberschäden bis hin zu einem Leberkoma mit tödlichem Ausgang verursachen. Die Hepatotoxizität hängt direkt von der Konzentration im Plasma ab.
Leberuntersuchungen sollten zu Beginn durchgeführt und alle 24 Stunden wiederholt werden. In der Regel gibt es einen Anstieg der Leberenzyme (ALT und AST), der sich nach ein oder zwei Wochen normalisiert. Eine weitere symptomatische Behandlung (nach intravenöser oder oraler N-Acetylcystein-Einnahme) wird anhand der Blutwerte von Paracetamol und der Zeit, die seit der Paracetamol-Überdosierung vergangen ist, entschieden.
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