Eigenschaften/VerwendungszweckWas ist Bellagotin und wann wird es angewendet?
Bellagotin enthält eine Wirkstoffkombination mit Ergotamin, Belladonna-Extrakt und Diphenhydramin. Bellagotin wirkt entspannend und spasmenlösend und wird bei verschiedenen funktionellen Störungen angewendet.
Ergotamin hat eine ausgleichende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.
Atropin als Hauptvertreter des Belladonna-Extraktes führt neben vielen anderen Wirkungen zu einer Entkrampfung der unwillkürlichen Muskulatur.
Diphenhydramin verstärkt gewisse Wirkungen von Atropin, beruhigt und vermindert den Brechreiz.
Aufgrund dieses Wirkungsprofils kann Bellagotin von Ihrem Arzt bei den folgenden Störungen verschrieben werden.
1.Bei leichteren Angst- und Spannungszuständen sowie bei Schlaflosigkeit.
2.Bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, d.h. bei Zuständen, bei denen sich keine Organveränderungen nachweisen lassen (z.B. bei Durchfall, Erbrechen usw.).
3.Bei funktionellen Beschwerden im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems ohne Krankheit der Herzgefässe: z.B. unbegründete Angst vor einem Herzinfarkt (Herzneurosen), schneller und unbegründeter Wechsel von einem langsamen zu einem schnellen Puls, häufiges Herzklopfen usw.
KontraindikationenWann darf Bellagotin nicht angewendet werden?
Bei Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe, bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen, zu hohem Blutdruck, Durchblutungsstörungen im Körper, Herzschmerzen und Insuffizienz der Herzgefässe (Angina pectoris oder Herzinfarktgeschichte), Herzrhythmusstörungen, grünem Star, Einengungen und Erschlaffungen im Magen-Darm-Kanal, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, Prostatavergrösserung mit Restharn in der Harnblase, Sepsis (schwere Infektion mit Blutvergiftung) sowie bei Schock darf Bellagotin nicht angewendet werden.
VorsichtsmassnahmenWann ist bei der Anwendung von Bellagotin Vorsicht geboten?
Die gleichzeitige Einnahme von Schlaf-, Beruhigungs- und Migränemitteln sowie von Medikamenten, die gegen Depressionen oder gegen die Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, darf - wenn überhaupt - nur mit grösster Vorsicht vorgenommen werden. Über die Einnahme entscheidet der Arzt. Bellagotin kann schwerwiegende Wechselwirkungen mit gewissen Antibiotika, Mitteln gegen AIDS oder Pilzerkrankungen, Medikamenten gegen Magenulcus, zu hoher Magensäuresekretion oder Herz-Kreislaufstörungen aufweisen. Bei einer Therapie mit gewissen dieser Medikamente ist Bellagotin kontraindiziert.
Wenn Sie an Fieber, einer Überfunktion der Schilddrüse, Herzschwäche, chronischer Lungenerkrankung, Darmentzündung, Verstopfung, Prostatavergrösserung mit Restharn in der Harnblase leiden, dürfen Sie Bellagotin erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
Das Präparat enthält einen beruhigenden und aufmerksamkeitsvermindernden Wirkstoff und kann daher die Reaktionsfähigkeit, z.B. im Srassenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen, herabsetzen. Wenn Sie Bellagotin einnehmen, sollten Sie dies beachten.
Auf die Einnahme von Alkohol ist während der Behandlung mit Bellagotin zu verzichten.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen!
Schwangerschaft/StillzeitDarf Bellagotin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?
Bellagotin darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.
Dosierung/AnwendungWie verwenden Sie Bellagotin?
Sofern vom Arzt nicht anders verordnet:
Erwachsene: 3 mal täglich 1-2 Dragées.
Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Medikament wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Bellagotin ist für eine kurzfristige Therapie bestimmt (einige Wochen).
Unerwünschte WirkungenWelche Nebenwirkungen kann Bellagotin haben?
Die folgenden Nebenwirkungen sind dosisabhängig und stehen mit den Wirkungen der Wirkstoffe in enger Verbindung: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Schläfrigkeit, verminderte Reaktionsbereitschaft, Konzentrationsschwäche und Gangunsicherheit, Mundtrockenheit, Abnahme der Schweisssekretion, Probleme mit Wasserlösen, schneller Puls, Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen, Dauerkopfschmerzen, Hautreaktionen, Probleme beim Sehen und evtl. Durchblutungsstörungen der Extremitäten, die sich durch Empfindungsstörungen und Schmerzen äussern, sowie Herzschmerzen. In seltenen Fällen können Erregungszustände auftreten.
Bei der Einnahme von Bellagotin muss man ein geringes Ausmass an leicht störenden Nebenwirkungen in Kauf nehmen.
Wenn Sie an unerwünschten Wirkungen leiden, die dieses Mass überschreiten, besonders bei Herz-Kreislauf-Störungen, die sich durch Empfindungsstörungen oder Schmerzen der Extremitäten bzw. durch Herzschmerzen äussern, sollten Sie das Medikament nicht mehr einnehmen und unverzüglich Ihren Arzt konsultieren.
Allgemeine HinweiseWas ist ferner zu beachten?
Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, der über die ausführliche Fachinformation verfügt.
Zusammensetzung1 Dragée enthält:
0,3 mg Ergotamintartrat, 5 mg Belladonna-Extrakt, 25 mg Diphenhydraminhydrochlorid und Hilfsstoffe.
Verkaufsart/PackungenIn Apotheken ohne ärztliches Rezept.
Packungen mit 30 Dragées.
VertriebsfirmaG. Streuli & Co. AG, 8730 Uznach.
STREULIStand der InformationJuli 1998.
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