Was ist Rifinah und wann wird es angewendet?Die beiden Wirkstoffe, die in Rifinah enthalten sind (Rifampicin und Isoniazid), ergänzen sich in ihrer Wirkung gegen Bakterien, die Tuberkulose verursachen.
Sie erhalten Rifinah nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.
Was sollte dazu beachtet werden?Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Die Antibiotika in Rifinah sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie Rifinah nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.
Wann darf Rifinah nicht eingenommen/angewendet werden?Nehmen Sie Rifinah nicht ein:
-Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der zwei Wirkstoffe (Rifampicin und Isoniazid) oder einen Hilfsstoff.Eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B. durch Asthma, Atem- und Schluckbeschwerden, Blutdruckabfall (Benommenheit, Schweissausbrüche, beschleunigter Puls, Ohrensausen, Sehstörungen) bis hin zu einem anaphylaktischen Schock, Schwellungen der Haut und der Schleimhäute (z.B. Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen) oder Hautausschlägen (z.B. Nesselsucht).
wenn Sie nach der Einnahme eines der beiden in Rifinah enthaltenen Wirkstoffe (Rifampicin und Isoniazid) bereits einen schweren Hautausschlag oder eine Hautabschuppung, Blasenbildung und/oder Wunden im Mund hatten,
bei Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut oder Augen) oder einer schweren Lebererkrankung,
wenn Sie bereits einmal eine medikamentös bedingte Leberentzündung durchgemacht haben,
wenn Sie an einer Nervenentzündung der Gliedmassen leiden,
bei einer Störung der Blutbildung (Porphyrie),
bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatin-Clearance < 30 ml/min),
bei gleichzeitiger Therapie mit den folgenden Wirkstoffen:
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Voriconazol),
-Halothan (Inhalationsanästhetikum),
-Saquinavir/Ritonavir (zur Behandlung von HIV-Infektionen),
-Lurasidon (Arzneimittel zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen),
bestimmte antivirale Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis-C-Virus-Infektionen (z.B. Daclatasvir).
-Cabotegravir, Fostemsavir und Lenacapavir (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen).
Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?Überempfindlichkeitsreaktionen und schwere Hautreaktionen
Akute, schwere arzneimittelbedingte Überempfindlichkeitsreaktionen sowie schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) oder die toxische epidermale Nekrolyse (TEN), die akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP) und das arzneimittelinduzierte Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS) wurden im Rahmen der Anwendung von Rifinah berichtet. Schwere Hautreaktionen äussern sich häufig durch das Auftreten von weisslichen Pusteln oder Blasen auf der Haut, Hautabschuppung oder Hautgeschwüren (die vor allem Lippen, Augen, Mund, Nase, Genitalien, Hände oder Füsse betreffen können), mit oder ohne Rötung. Es können auch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Gliederschmerzen auftreten. Überempfindlichkeitsreaktionen können sich zudem durch Symptome wie Gesichtsödeme oder hohes Fieber, Atembeschwerden, Pharyngitis oder geschwollene Lymphknoten äussern. Sollte eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, müssen Sie die Behandlung mit Rifinah unverzüglich abbrechen und sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen, da solche Nebenwirkungen lebensbedrohlich sein können. Wenn bei Ihnen solche Erscheinungen auftreten, dürfen Sie sich nie wieder mit Rifinah behandeln lassen.
Leberentzündung
Die in Rifinah enthaltenen Wirkstoffe können Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen, Erkrankungen der Gallengänge und schwere Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, verursachen. Diese schwerwiegenden Leberentzündungen können einige Tage bis hin zu mehrere Monate nach Behandlungsbeginn auftreten.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb Ihre Leberfunktion sorgfältig überwachen, insbesondere bei Vorliegen folgender Risikofaktoren für Leberzellschäden:
-Zunehmendes Alter
-Vorbestehende Lebererkrankung
-Gleichzeitige Einnahme leberschädigender Arzneimittel
-Beeinträchtigte Nierenfunktion
-Täglicher Alkoholkonsum/Alkoholüberkonsum
-Schlechter Ernährungszustand
-Schwarze oder lateinamerikanische Frauen
Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung oder einer Erkrankung der Gallengänge sind Juckreiz auf der Haut (Pruritus), Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitverlust, Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, Farbveränderung der weissen Augapfelanteile oder der Haut (Gelbsucht), entfärbter Stuhl oder Auftreten von dunklem Urin. Suchen Sie bei Auftreten solcher Symptome sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf, da dies Anzeichen einer schweren Erkrankung der Leber sein können, welche ärztlich behandelt werden muss und die Absetzung von Rifinah erfordert.
Paradoxe Reaktion
Rifinah kann paradoxe Reaktionen auslösen, die sich durch eine Verschlechterung der Symptome oder ein Wiederauftreten der Tuberkulose zwischen 2 Wochen bis hin zu 18 Monaten nach Beginn der Behandlung mit Rifinah äussern. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt / Ihre Ärztin, wenn Sie folgende Symptome verspüren: Husten, Kurzatmigkeit, Fieber, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder Schwächegefühl.
Lungenerkrankungen
Rifinah kann eine Lungenentzündung verursachen (interstitielle Lungenerkrankungen/Pneumonie).
Informieren Sie vor Beginn der Behandlung mit Rifinah Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie bereits einmal eine Lungenentzündung hatten. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie während der Behandlung neu oder plötzlich auftretende Atemschwierigkeiten (Kurzatmigkeit) bemerken, möglicherweise begleitet von trockenem Husten oder Fieber. Sollten sich diese Symptome durch eine Antibiotikabehandlung nicht bessern, kann es sich um Symptome einer Lungenentzündung handeln. Diese Erkrankung kann aufgrund einer anormalen Ansammlung von Entzündungszellen in der Lunge zu gravierenden und lebensbedrohlichen Atemproblemen führen.
Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie solche Symptome verspüren oder wenn sich diese trotz Antibiotikabehandlung nicht bessern.
Abnahme der Blutplättchenzahl
Rifinah kann lebensbedrohliche Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefässen im gesamten Organismus verursachen (thrombotische Mikroangiopathie). Sollten Sie während Ihrer Behandlung Symptome wie Blutergüsse ( "blaue Flecken" ), Blutungen, Fieber, anhaltende Schwäche und Müdigkeit, Verwirrtheit, Übelkeit oder Kopfschmerzen beobachten, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, sodass geeignete Massnahmen eingeleitet werden können, z.B. Blutuntersuchungen und Nierenfunktionstests.
Kleinhirnsyndrom
Rifinah kann insbesondere bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz zu Kleinhirnsyndrom führen. Wenn Sie Beschwerden wie Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Probleme bei der Ausführung von Bewegungen, Sprachstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen entwickeln und/oder eine Nierenkrankheit hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker oder Ihrer Ärztin oder Apothekerin (siehe "Welche Nebenwirkungen kann Rifinah haben?" ).
Nervenerkrankungen
Rifinah kann Erkrankungen der Nerven hervorrufen. Patientinnen und Patienten mit schlechtem Ernährungszustand, Jugendlichen oder Patientinnen und Patienten mit Neigung zu Nervenleiden (z.B. bei Zuckerkrankheit) wird Ihr Arzt allenfalls zusätzlich Vitamin B6 verordnen.
Epilepsie
Wenn Sie an Epilepsie leiden, müssen Sie von Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin besonders aufmerksam medizinisch überwacht werden. Bei Patienten mit Epilepsie können Anfälle möglicherweise vermehrt auftreten.
Laboruntersuchungen
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird zu Beginn der Behandlung und danach in regelmässigen Abständen neben der Leberfunktion auch das Blutbild und die Nierenfunktion überprüfen.
Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko (zum Beispiel aufgrund von Geschwüren im Magen oder Darm oder wegen einer Blutgerinnungsstörung) müssen regelmässig ihre Blutgerinnungsfähigkeit messen lassen. Gegebenenfalls wird der Arzt bzw. die Ärztin entscheiden, dass eine ergänzende Zufuhr von Vitamin K notwendig ist.
Überempfindlichkeitsreaktionen immunallergischer Ursache bei Absetzen der Behandlung mit Rifinah
Die Behandlung darf nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abgebrochen werden, um Nebenwirkungen (Hautreaktionen, grippeähnliche Symptome und andere schwere Reaktionen) zu vermeiden. Eine eventuelle Wiederaufnahme der Behandlung darf unter keinen Umständen ohne ärztliche Rücksprache erfolgen, da manchmal schwere Nebenwirkungen auftreten können.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel gleichzeitig mit Rifinah ein, ausser wenn Sie es mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin so besprochen haben. Viele Arzneimittel (Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wissen welche) können weniger wirksam sein oder vermehrt Nebenwirkungen hervorrufen, wenn sie gleichzeitig mit Rifinah angewendet werden:
bestimmte antivirale Arzneimittel gegen Hepatitis C (Leberentzündung),
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von HIV- und Hepatitis-B-Infektionen,
-Östrogene und Progestagene in hormonellen Verhütungsmitteln ( "Anti-Baby-Pille" ): um eine Schwangerschaft zu vermeiden, müssen Frauen im gebärfähigen Alter, die verhüten wollen, wegen des Risikos von Wechselwirkungen zwischen den Arzneimitteln eine zusätzliche, nicht-hormonelle Verhütungsmethode anwenden, solange sie mit Rifinah behandelt werden.
-Antiöstrogene (z.B. Tamoxifen) im Rahmen einer Brustkrebstherapie,
-Irinotecan (eine Krebstherapie),
bestimmte Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels (Statine),
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Mykose, Candidose) wie Caspofungin, Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol,
-Paracetamol (um das Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern),
-Opioid-Analgetika (starke Schmerzmittel),
bestimmte Schlafmittel (z.B. Zolpidem),
-Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks,
bestimmte Arzneimittel gegen Malaria (z.B. Atovaquon),
bestimmte Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus, Mycophenolat),
das Medikament Antabus,
bestimmte Antibiotika, insbesondere Cefazolin und Linezolid,
bestimmte Arzneimittel gegen Epilepsie, Antidepressiva, Neuroleptika,
-Methadon,
bestimmte Mittel gegen die Zuckerkrankheit,
bestimmte Arzneimittel gegen Herzerkrankungen (Antiarrhythmika, Betablocker, Kalziumkanalblocker, Digoxin)
-Mittel zur Blutverdünnung und bestimmte Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel,
-Kortikosteroide,
bestimmte Antiasthmatika (z.B. Theophyllin),
magensäurehemmende Mittel,
-Mittel gegen Schilddrüsenerkrankungen,
bestimmte Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen,
bestimmte Beruhigungsmittel,
-Dapson (Antibiotikum zur Behandlung von Lepra),
-Mifepriston (angewendet zum medikamentösen Abbruch einer Schwangerschaft).
Zuckerkrankheit
Patientinnen und Patienten mit Zuckerkrankheit müssen vorsichtig sein, da die Kontrolle des Blutzuckerspiegels während der Behandlung mit Rifinah erschwert ist.
Nahrungsmittel und Alkohol
Wechselwirkungen können mit bestimmten Nahrungsmitteln (Fisch, Käse, Rotwein) auftreten und zu schweren Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Gesichtsrötung führen. Die Einnahme dieser Nahrungsmittel sollte während einer Behandlung mit Rifinah vermieden werden. Alkoholkonsum ist grundsätzlich zu vermeiden.
Verfärbungen
Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und somit auch weiche Kontaktlinsen können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben, Kontaktlinsen auch dauerhaft. Sie sollten daher während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.
Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Wenn Sie ein Mann oder ein Jugendlicher im zeugungsfähigen Alter sind oder wenn Sie eine Frau oder eine Jugendliche im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der gesamten Behandlungsdauer und nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmassnahmen anwenden (siehe "Darf Rifinah während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden" und "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" / "Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln" ).
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, beeinträchtigen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn:
-Sie an einer anderen Krankheiten leiden
-Sie Allergien haben
-Sie bereits andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen!
Dieses Arzneimittel enthält Saccharose. Bitte nehmen Sie dieses Arzneimittel erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
Darf Rifinah während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?Während den letzten Wochen der Schwangerschaft können durch Rifampicin bei der Mutter und beim Kind postnatale Blutungen ausgelöst werden. Beim Menschen ist das genaue Risiko für den Fötus nicht bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden nicht durchgeführt. Während der Schwangerschaft sollte dieses Arzneimittel nicht eingenommen werden, es sei denn, es wird Ihnen ausdrücklich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnet.
Wenn Sie ein Mann oder ein Jugendlicher im zeugungsfähigen Alter sind, müssen Sie während der gesamten Behandlungsdauer sowie in den 3 Monaten nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmassnahmen anwenden (um eine Schwangerschaft zu verhindern).
Wenn Sie eine Frau oder eine Jugendliche im gebärfähigen Alter sind, müssen Sie während der gesamten Behandlungsdauer und in den 6 Monaten nach Beendigung der Behandlung wirksame Verhütungsmassnahmen anwenden.
Rifinah kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel (oder der "Antibabypille" ) beeinträchtigen. Dies bedeutet, dass Sie während Ihrer Behandlung mit Rifinah andere Verhütungsmethoden (Barrieremethoden) anwenden müssen. Wenn Sie Fragen oder Zweifel zu diesem Thema haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder an Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin.
Es ist nicht bekannt, ob die Fertilität des Menschen durch die Anwendung von Rifinah beeinträchtigt werden kann.
Mütter, die mit Rifinah behandelt werden, dürfen ihr Kind nicht stillen, da die Wirkstoffe von Rifinah in die Muttermilch ausgeschieden werden.
Wie verwenden Sie Rifinah?Rifinah muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und Behandlungsdauer fest. Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, beträgt die Tagesdosis bei Erwachsenen mit einem Körpergewicht unter 50 kg einmal täglich 3 Filmtabletten, bei einem Körpergewicht über 50 kg einmal täglich 4 Filmtabletten.
Nehmen Sie die gesamte Tagesdosis auf einmal mit etwas Wasser mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit oder zwei Stunden danach ein.
Gegebenenfalls kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen zu Beginn der Behandlung zusätzlich noch andere Tuberkulosemittel verschreiben.
Rifinah eignet sich nicht für die Behandlung von Kindern.
Es ist wichtig, dass Sie Rifinah täglich, ohne Unterbruch einnehmen, da sonst die Wirksamkeit nicht gewährleistet ist oder vermehrt unerwünschte Wirkungen auftreten können (siehe Rubrik "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" ).
Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert werden. Die Krankheitssymptome verschwinden oft, bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist: führen Sie die Behandlung auch dann nach Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin weiter, wenn Sie keine Krankheitszeichen mehr spüren. Eine zu kurze Behandlung oder ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung kann zu einem Rückfall führen.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Welche Nebenwirkungen kann Rifinah haben?Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen feststellen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren:
-Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern) und Häufigkeit nicht bekannt (lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht abschätzen): schwere Hautreaktionen (siehe "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" ) wie das Steven-Johnson-Syndrom (SJS) oder die toxische epidermale Nekrolyse (TEN), die sich in Form von rötlichen Flecken in Form konzentrischer Kreise oder kreisförmiger Plaques (oft mit einer Blase in der Mitte) am Rumpf, als Hautabschuppung, als Geschwüre im Mund, im Rachen, in der Nase, an den Genitalien oder in den Augen äussern können und denen manchmal Fieber und grippeähnliche Symptome vorausgehen, sowie das Hautsyndrom mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) oder die akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), die sich in einem oder mehreren der folgenden Anzeichen äussern: plötzlich auftretender tiefroter Ausschlag am Körper, weissliche Pusteln oder Blasenbildung auf der Haut, Ausschläge an der Mundschleimhaut, Pharyngitis (Rachenentzündung), Gesichtsödem, hohes Fieber, Atembeschwerden, geschwollene Lymphknoten, Entzündungen innerer Organe (Leberentzündung/Hepatitis).
-Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern): anaphylaktische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen mit Kreislaufversagen), Kurzatmigkeit, Keuchen, Blutdruckabfall, Ödeme (Wasseransammlung in den Geweben), angioneurotisches Ödem (Schwellungen von Gesicht, Zunge, Rachen oder Kehlkopf mit oder ohne Schluckbeschwerden und Atemprobleme).
-Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern): Leberfunktionsstörungen, Funktionsstörungen der Gallengänge (Häufigkeit nicht bekannt), Leberentzündungen und Leberschäden, in vereinzelten Fällen mit tödlichem Verlauf (siehe "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" ). Mögliche Anzeichen einer Leberentzündung oder Erkrankung der Gallengänge sind Juckreiz (Pruritus), Müdigkeit, Schwächegefühl, Appetitverlust, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut oder des weissen Augapfelanteils, dunkler Urin oder entfärbter Stuhl.
-Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern): punktförmige Blutungen (blaue Flecken oder kleine rote Flecken) in der Haut (Purpura) aufgrund einer verringerten Anzahl an Blutplättchen.
-Häufigkeit nicht bekannt (lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht abschätzen): Blutgerinnsel, die in den kleinen Blutgefässen (thrombotische Mikroangiopathie) mit den folgenden Symptomen auftreten: Ekchymosen (blaue Flecken), Blutungen, Fieber, anhaltende Schwäche und Müdigkeit, Verwirrtheitszustand, Übelkeit, Kopfschmerzen.
-Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern): Bauchspeicheldrüsenentzündung ( "Gummibauch" und starke Schmerzen in Bauch und Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Herzrasen).
-Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern): starke, anhaltende Durchfälle während oder nach der Behandlung mit Rifinah. Bei Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel eingenommen werden, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen.
-Sehr häufig (betrifft mehr als 1 von 10 Anwendern)/Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern): paradoxe Reaktion mit erneutem bzw. neuem Auftreten von Tuberkulosesymptomen nach einer anfänglichen Besserung während der Behandlung. Die Symptome können Fieber, geschwollene Lymphknoten, Kurzatmigkeit, Husten, Kopfschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder Müdigkeit umfassen (siehe "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" ).
-Häufigkeit nicht bekannt (lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht abschätzen): Symptome im Zusammenhang mit einem Kleinhirnsyndrom wie Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Probleme bei der Ausführung von Bewegungen, Sprachstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen.
-Häufigkeit nicht bekannt (lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht abschätzen): Lungenentzündung (interstitielle Lungenerkrankungen/Pneumonie). Die Symptome sind: plötzlich auftretende Atemschwierigkeiten (Kurzatmigkeit), womöglich begleitet von trockenem Husten oder Fieber (siehe "Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Rifinah Vorsicht geboten?" ).
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rifinah ausserdem auftreten:
Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern):
-Grippesymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Bewusstseinsstörungen, Knochenschmerzen),
starke, vorübergehende Gesichtsrötung,
-Beschwerden an bestimmten Nerven (Polyneuritis) in Form von Kribbeln oder Taubheit in bestimmten Körperregionen, Muskelschwäche oder Verlust der Sehnenreflexe,
-Erhöhung der Leberwerte und des Bilirubinspiegels im Blut.
Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern):
-Mangel an Blutplättchen (mit oder ohne punktförmige Hautblutungen), Mangel an weissen Blutkörperchen, Anämie (Blutarmut), erhöhte Anzahl bestimmter weisser Blutkörperchen;
-Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel,
-Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Gasansammlung im Darm, Magenschmerzen, Bauchbeschwerden,
-Gesichtsrötung, Augenrötung, Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Akne und erhöhte Lichtempfindlichkeit,
leichte Gelenk- und Muskelschmerzen.
Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern):
-Nesselsucht (Urtikaria),
-Durchfall: bei Durchfall keine Arzneimittel einnehmen, welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen,
akutes Nierenversagen.
Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern):
-Verringerung der roten Blutkörperchen,
rheumatische Beschwerden, Autoimmunerkrankungen,
-Verschlimmerung von Magengeschwüren; Mundtrockenheit,
-Koordinationsstörungen, Muskelschwäche, Krämpfe,
epileptische Anfälle, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Bewusstseinsveränderungen, Psychosen (Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Denkstörungen),
während einer längeren antituberkulösen Behandlung wie mit Rifinah können Störungen des Menstruationszyklus auftreten,
-Gichtanfälle,
-Bindehautentzündung,
-Lupus-ähnliches Syndrom, das Symptome wie Gelenkschwellungen, Müdigkeit und Hautausschläge hervorruft.
Seit der Markteinführung von Rifinah wurde von weiteren Nebenwirkungen berichtet, bei denen die Häufigkeit des Auftretens nicht bekannt ist:
-Gerinnungsstörungen, Blutungen,
-Sehstörungen,
-Schmerzen beim Wasserlassen,
-Muskelschwäche,
gelbliche, orangefarbene, rötliche oder bräunliche Verfärbung der Zähne und von Körperflüssigkeiten (Urin, Schweiss, Tränen, Speichel, Auswurf),
entzündliche Erkrankungen der Blutgefässe mit Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiss, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, schlechter Durchblutung der Gliedmassen, neurologischen Störungen.
-Bei Fortsetzung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Rifampicin nach Auftreten einer Purpura (blaue Flecken oder kleine rote Flecken in der Haut) wurde von Hirnblutungen und sogar von tödlichen Verläufen berichtet.
-Blutungen beim Fötus oder bei der Mutter während der Schwangerschaft oder der Entbindung (fetomaternale bzw. postpartale Blutungen),
-Veränderung des Elektrolytspiegels (vor allem Calcium und Phosphat),
-Vergrösserung der Brust beim Mann,
-Haarausfall (Alopezie);
erhöhter Harnsäurespiegel im Blut.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Was ist ferner zu beachten?Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Bei Raumtemperatur (15–25°C) und vor Feuchtigkeit geschützt im verschlossenen Umkarton lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bzw. an eine Apotheke. Diese verfügen über ausführliche Informationen für medizinische Fachpersonen.
Was ist in Rifinah enthalten?Wirkstoffe
150 mg Rifampicin und 100 mg Isoniazid
Hilfsstoffe
Natriumlaurylsulfat, Calciumstearat, Natrium-Carmellose, mikrokristalline Zellulose, Magnesiumstearat, Gelatine, Gummi arabicum, Povidon, Titandioxid (E 171), Saccharose, Talk, schweres Kaolin, hochdisperses Siliciumdioxid, Erythrosin (E 127).
Wo erhalten Sie Rifinah? Welche Packungen sind erhältlich?Sie erhalten Rifinah in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen zu 100 Filmtabletten.
Zulassungsnummer38931 (Swissmedic).
Zulassungsinhaberinsanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE
Diese Packungsbeilage wurde im Februar 2026 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft. |